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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln einer kurbelwellentorsionsoptimalen
Betriebsweise einer Brennkraftmaschine.
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Zylinderindividuelle
Regelungsverfahren, wie beispielsweise die Zylindergleichstellung
oder die Nullmengenkalibrierung, erfordern eine genaue Informationsgewinnung über
den Zustand der Verbrennung in den einzelnen Zylindern. Zur Informationsgewinnung
wird in der Regel das Drehzahlsignal der Kurbelwelle verwendet.
Dieses enthält neben den interessierenden Einflüssen,
die von der eingespritzten und verbrannten Kraftstoffmenge verursacht
werden, auch mechanische Störeinflüsse, die durch
Torsionsschwingungen der Kurbelwelle verursacht werden. Diese mechanischen
Störeinflüsse beeinträchtigen die Genauigkeit
der zylinderindividuellen Regelungsverfahren.
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Aus
der
DE 102 35 665
A1 ist bekannt, das Drehzahlsignal in einen Winkel-Frequenzbereich
zu transformieren und die dadurch gewonnenen Spektralanteile des
Drehzahlsignals einer sogenannten Schleppkorrektur zu unterziehen.
Die Schleppkorrektur wird wahlweise am Prüfstand im Schleppbetrieb
der Brennkraftmaschine oder während der Fahrt im Schubbetrieb
durchgeführt. In diesen Betriebszuständen erfolgt
keine Einspritzung von Kraftstoff, sodass aus dem Drehzahlsignal
Korrekturwerte für die Spektralanteile ermittelt werden
können, die die mechanischen Störeinflüsse
im Drehzahlsignal eliminieren. Nachteilig bei dieser Schleppkorrektur
ist, dass die mechanischen Störeinflüsse aufgrund
von Torsionsschwingungen der Kurbelwelle nur unzureichend eliminiert
werden können, da im unbefeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine,
also im Schleppbetrieb oder im Schubbetrieb, andere Druckverhältnisse
in den Zylindern herrschen als im befeuerten Betrieb und daher im
befeuerten Betrieb eine stärkere Torsion der Kurbelwelle
auftritt als im unbefeuerten Betrieb.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Ermitteln
einer kurbelwellentorsionsoptimalen Betriebsweise einer Brennkraftmaschine
zu schaffen, das eine einfache und genaue Elimination von Torsionsschwingungen
der Kurbelwelle ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Erfindungsgemäß wurde erkannt,
dass sich die Torsionsschwingungen der Kurbelwelle im befeuerten
Betrieb der Brennkraftmaschine im Wesentlichen in dem Spektralanteil
1,5-ter Ordnung des Drehzahlsignals auswirken. Dadurch, dass mehrere
Einspritzmengenverstellungen im befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine
durchgeführt werden, kann einerseits der Spektralanteil
1,5-ter Ordnung gezielt angeregt werden und andererseits ein Amplitudenverlauf
und/oder ein Phasenverlauf des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung in
Abhängigkeit der Einspritzmengenverstellungen ermittelt
werden. Aus dem Amplitudenverlauf und/oder dem Phasenverlauf kann anschließend
eine kurbelwellentorsionsoptimale Einspritzmengenverstellung ermittelt
werden, bei der im befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine die
Torsionsschwingungen der Kurbelwelle minimal sind. Die kurbelwellentorsionsoptimale
Einspritzmengenverstellung ist dadurch gekennzeichnet, dass der
Amplitudenverlauf an dieser Stelle ein Amplitudenminimum und der
Phasenverlauf einen Phasensprung aufweist. Die kurbelwellentorsionsoptimale
Einspritzmengenverstellung charakterisiert eine kurbelwellentorsionsoptimale
Betriebsweise der Brennkraftmaschine, bei der die Torsionsschwingungen
der Kurbelwelle im befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine minimal
sind. Dadurch, dass die Brennkraftmaschine anschließend
mit der kurbelwellentorsionsoptimalen Ein spritzmengenverstellung
betrieben und das resultierende Drehzahlsignal analysiert wird, können
Störeinflüsse im Drehzahlsignal aufgrund von Torsionsschwingungen
der Kurbelwelle im normal befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine,
also ohne Einspritzmengenverstellung, einfacher und genauer eliminiert
werden.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 2 ermöglicht in einfacher Weise
eine Anregung des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 3 ermöglicht ein wirkungsvolles
und leistungsneutrales Anregen des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung.
Dadurch, dass die Einspritzmengenverstellungen der Zylinderteilmengen komplementär
zueinander durchgeführt werden, wird die Leistungsabgabe
der Brennkraftmaschine nicht verändert, wodurch die Einspritzmengenverstellungen
auch im normalen Fahrbetrieb durchgeführt werden können.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 4 stellt eine hohe Flexibilität
beim Durchführen der Einspritzmengenverstellungen bereit.
Die Einspritzmengenverstellungen können insbesondere auch
im normalen Fahrbetrieb durchgeführt werden, ohne dass
sich die Leistungsabgabe der Brennkraftmaschine verändert.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 5 ermöglicht eine genaue Elimination
der Störeinflüsse aufgrund von Torsionsschwingungen
der Kurbelwelle. Es wurde erkannt, dass die kurbelwellentorsionsoptimale
Einspritzmengenverstellung von dem Lastzustand und/oder der Drehzahl,
also dem Drehzahlsignal, der Brennkraftmaschine abhängig
ist. Dementsprechend sind die Störeinflüsse aufgrund
der Torsionsschwingungen genauer eliminierbar, wenn im gesamten
Betriebsbereich der Brennkraftmaschine, also im ge samten Last- und
Drehzahlbereich, entsprechende kurbelwellentorsionsoptimale Einspritzmengenverstellungen
bestimmt werden. Die kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellungen
können an ausgewählten Last-Drehzahl-Punkten in
Form von Kennlinien oder Kennfeldern ermittelt werden. Nicht explizit
ermittelte Punkte im Last-Drehzahl-Bereich können durch
Interpolation berechnet werden.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 6 ermöglicht eine einfache Elimination
von Störeinflüssen aufgrund von Torsionsschwingungen
der Kurbelwelle.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 7 gewährleistet eine einfache und
sichere Bestimmung der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung.
Es wurde erkannt, dass der Amplitudenverlauf bei der kurbelwellentorsionsoptimalen
Einspritzmengenverstellung ein Amplitudenminimum aufweist, das einfach
und sicher bestimmbar ist. Dadurch, dass mehrere Einspritzmengenverstellungen
durchgeführt werden, können Amplitudenwerte des
Amplitudenverlaufs bestimmt werden, die Rückschlüsse
auf das Amplitudenminimum ermöglichen.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 8 ermöglicht in einfacher Weise
das Bestimmen des Amplitudenminimums. Der Amplitudenverlauf kann
durch zwei Abschnitte approximiert werden, die als Schnittpunkt
das Amplitudenminimum aufweisen. Die Abschnitte können
beispielsweise Geraden, Polynome oder Splines sein.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 9 ermöglicht ein genaues Bestimmen
des Amplitudenminimums mit geringem Rechenaufwand. Es wurde erkannt,
dass der Amplitudenverlauf in guter Näherung durch zwei Geraden
approximiert werden kann. Jede der Geraden kann durch zwei Einspritz mengenverstellungen,
die zugehörige Amplitudenwerte im Amplitudenverlauf aufweisen,
berechnet werden.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 10 ermöglicht ein einfaches und
genaues Ermitteln des Amplitudenminimums durch eine iterative Einspritzmengenverstellung.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 11 ermöglicht eine schnelle
und genaue Bestimmung des Amplitudenminimums, indem die Schrittweite
zwischen Einspritzmengenverstellungen gleicher Richtung abnehmend ist.
Ausgehend von einer großen Schrittweite erfolgt zunächst
eine Annäherung an das Amplitudenminimum, wobei durch die
zunehmende Verringerung der Schrittweite das Amplitudenminimum genau
eingegrenzt werden kann.
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Ein
Verfahren nach Anspruch 12 ermöglicht eine einfache und
sichere Bestimmung der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung.
Es wurde erkannt, dass der Phasenverlauf bei der kurbelwellentorsionsoptimalen
Einspritzmengenverstellung einen Phasensprung von ungefähr
180° aufweist, der einfach und sicher ermittelbar ist.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 13 ermöglicht eine einfache
und sichere iterative Bestimmung des Phasensprungs.
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Eine
Weiterbildung nach Anspruch 14 ermöglicht eine schnelle
und genaue Ermittlung des Phasensprungs. Ausgehend von einer großen
Schrittweite wird mit zunehmender Annäherung an den Phasensprung die
Schrittweite verringert, sodass dieser genau eingegrenzt werden
kann.
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Weitere
Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand der Zeichnung. Es zeigen:
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1 eine
Prinzipdarstellung einer Brennkraftmaschine,
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2 eine
schematische Darstellung einer Einspritzmengenverstellung der Brennkraftmaschine
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
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3 einen
Amplitudenverlauf eines Spektralanteils 1,5-ter Ordnung zum Bestimmen
einer kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung gemäß dem
ersten Ausführungsbeispiel,
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4 eine
schematische Darstellung einer Einspritzmengenverstellung der Brennkraftmaschine
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
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5 einen
Amplitudenverlauf des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung zum Bestimmen
der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung gemäß dem
zweiten Ausführungsbeispiel, und
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6 einen
Phasenverlaufs des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung zum Bestimmen
der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel.
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Nachfolgend
wird unter Bezugnahme auf die 1 bis 3 ein
erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Eine
Brennkraftmaschine 1 weist einen Motorblock 2 mit
mehreren Zylindern 3 und einem Einspritzsystem 4 auf.
Das Einspritzsystem 4 umfasst für jeden Zylinder 3 eine
Einspritzeinheit 5 zum Einspritzen von Kraftstoff 6.
Wie in 1 gezeigt ist, weist die Brennkraftmaschine 1 sechs
Zylinder 3 auf, sodass eine Zylinderanzahl Z = 6 beträgt.
Die Brennkraftmaschine 1 kann sowohl eine selbstzündende
als auch eine nicht selbstzündende Brennkraftmaschine 1 sein.
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Innerhalb
des Motorblocks 2 ist eine Kurbelwelle 7 angeordnet
und aus diesem herausgeführt. Zur Umwandlung der in den
Zylindern 3 freigesetzten Energie des Kraftstoffs 6 in
eine Rotationsbewegung ist die Kurbelwelle 7 mit nicht
näher dargestellten Zylinderkolben verbunden.
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An
einem aus dem Motorblock 2 herausgeführten Ende
der Kurbelwelle 7 ist zur Messung einer Drehzahl der Kurbelwelle 7 ein
Geberrad 8 angeordnet. Das Geberrad 8 weist zur
Ermittlung eines der Drehzahl entsprechenden Drehzahlsignals N der
Kurbelwelle 7 äquidistante Winkelmarkierungen 9 auf.
Die Winkelmarkierungen 9 weisen einen Markenabstand ΔW
auf, der beispielsweise 6° oder 10° Kurbelwellenumdrehung entspricht.
Das Geberrad 8 und die Einspritzeinheiten 5 stehen
in Signalverbindung mit einem Steuergerät 10 zur
Steuerung der Brennkraftmaschine 1. Das Steuergerät 10 umfasst
eine Signalabtastungseinheit 11, eine Signalvorverarbeitungseinheit 12,
eine Transformationseinheit 13 und eine Regelungseinheit 14.
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Nachfolgend
wird das Ermitteln einer kurbelwellentorsionsoptimalen Betriebsweise
der Brennkraftmaschine 1 beschrieben. Bei der kurbelwellen torsionsoptimalen
Betriebsweise sind die Torsionsschwingungen der Kurbelwelle 7 minimal.
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Im
befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschine 1, beispielsweise
an einem Prüfstand, werden ständig die Zeiten
zwischen den Winkelmarkierungen 9 des Geberrades 8 detektiert
und mittels der Signalabtastungseinheit 11 in das digitale
Drehzahlsignal N der Kurbelwelle 7 umgerechnet. Das Drehzahlsignal
N wird anschließend der Signalvorverarbeitungseinheit 12 zugeführt,
in der mittels gespeicherter Korrekturwerte mechanische Fertigungstoleranzen
des Geberrades 8 korrigiert werden. Mechanische Fertigungstoleranzen
sind beispielsweise nicht äquidistante Markenabstände ΔW
der Winkelmarkierungen 9.
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Das
Drehzahlsignal N wird anschließend der Transformationseinheit 13 zugeführt,
die dieses in einen Winkel-Frequenzbereich transformiert. Die Transformation
findet beispielsweise mittels einer diskreten Fourier-Transformation
(DFT) statt. Aus der Transformation ergibt sich ein Frequenzspektrum
mit Spektralanteilen mehrerer Ordnungen. Jeder Spektralanteil weist
einen zugehörigen Amplitudenwert A und einen zugehörigen Phasenwert
P auf. Die Spektralanteile des Frequenzspektrums werden der Regelungseinheit 14 zugeführt.
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Zum
Ermitteln einer kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔMK des Einspritzsystems 4 werden
von der Regelungseinheit 14 mehrere Einspritzmengenverstellungen ΔM
durchgeführt, sodass der Spektralanteil 1,5-ter Ordnung
A1,5, P1,5 angeregt
wird.
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Wie
aus 2 ersichtlich ist, weist die Brennkraftmaschine 1 eine
Zündreihenfolge der Zylinder 3 von 1-5-3-6-2-4
auf. Der Spektralanteil 1,5-ter Ordnung A1,5,
P1,5 kann bei dieser Zündreihenfolge
gezielt angeregt werden, indem für eine erste Zylinderteilmenge
T1, die den vierten bis sechsten Zylinder 3 umfasst,
und für eine zweite Zylinderteilmenge T2,
die den ersten bis dritten Zylinder 3 umfasst, Einspritzmengenverstellungen ΔM durchgeführt
werden, die komplementär zueinander sind. Beispielsweise
wird für die Zylinder 3 der ersten Zylinderteilmenge
T1 relativ zu einer Normaleinspritzmenge
M0 eine negative Einspritzmengenverstellung – ΔM und
für die Zylinder 3 der zweiten Zylinderteilmenge
T2 eine betragsmäßig entsprechende
positive Einspritzmengenverstellung +ΔM durchgeführt.
Dadurch, dass die Einspritzmengenverstellungen –ΔM
und +ΔM komplementär zueinander durchgeführt
werden, wird die Leistung der Brennkraftmaschine 1 nicht
beeinflusst, sodass die Einspritzmengenverstellungen –ΔM
und +ΔM leistungsneutral sind. Wie in 2 schematisch
dargestellt ist, wird durch die Einspritzmengenverstellungen –ΔM
und +ΔM eine Torsionsschwingung der Kurbelwelle 7 angeregt,
deren Periodendauer 720° Kurbelwellenumdrehung/3 = 240° Kurbelwellenumdrehung
beträgt. Diese Torsionsschwingung spiegelt sich im Spektralanteil
1,5-ter Ordnung A1,5, P1,5 wider.
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Zum
Ermitteln der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔM
K ist es erforderlich, dass mehrere Einspritzmengenverstellungen ΔM
durchgeführt werden. Tabelle 1 zeigt beispielhaft vier
Einspritzmengenverstellungen ΔM
1 bis ΔM
4, wobei diese jeweils durch die positive
oder negative Einspritzmengenverstellung +ΔM, –ΔM
für die erste Zylinderteilmenge T
1 benannt
sind. Die Zahlenwerte in Tabelle 1 geben an, um welchen Prozentsatz
der eingespritzte Kraftstoff
6 ausgehend von der Normaleinspritzmenge
M
0 verstellt wurde.
| Einspritzmengenverstellung | Zyl.
1 | Zyl.
2 | Zyl.
3 | Zyl.
4 | Zyl.
5 | Zyl.
6 |
| ΔM1 = +10% | –10% | –10% | –10% | +10% | +10% | +10% |
| ΔM2 = +20% | –20% | –20% | –20% | +20% | +20% | +20% |
| ΔM3 = –10% | +10% | +10% | +10% | –10% | –10% | –10% |
| ΔM4 = –20% | +20% | +20% | +20% | –20% | –20% | –20% |
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3 zeigt
einen Amplitudenverlauf A1,5 und einen Phasenverlauf
P1,5 des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung
in Abhängig von der Einspritzmengenverstellung ΔM.
Der Amplitudenverlauf A1,5 charakterisiert
die Amplitude des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung in Abhängigkeit
der Einspritzmengenverstellung ΔM und weist bei der kurbelwellentorsionsoptimalen
Einspritzmengenverstellung ΔMK ein
Amplitudenminimum Amin auf. Der Phasenverlauf
P1,5 charakterisiert die Phase des Spektralanteils
1,5-ter Ordnung in Abhängigkeit von der Einspritzmengenverstellung ΔM
und weist bei der kurbelwellentorsionsoptimalen Einsprtzmengenverstellung ΔMK einen Phasensprung ΔP von ungefähr
180° auf. Die den Einspritzmengenverstellungen ΔM1 bis ΔM4 entsprechenden
Amplitudenwerte A1 bis A4 sowie
Phasenwerte P1 bis P4 sind
in 3 dargestellt.
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Zum
Ermitteln der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔMK wird der Amplitudenverlauf A1,5 durch
zwei Abschnitte G1 und G2 in
Form von Geraden approximiert. Durch die Amplitudenwerte A1 und A2 sowie A3 und A4 können
in einfacher Weise Gleichungen für die Geraden G1 und G2 gewonnen
werden, wobei das Amplitudenminimum Amin und damit die kurbelwellentorsionsoptimale
Einspritzmengenverstellung ΔMK als
Schnittpunkt dieser Geraden G1 und G2 ermittelt werden kann.
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Alternativ
kann der Amplitudenverlauf A1,5 durch beliebige
Funktionsapproximatoren, wie beispielsweise Polynome oder Splines,
approximiert werden, wobei sich die kurbelwellentorsionsoptimale
Einspritzmengenverstellung ΔMK stets
durch das Bestimmen des Amplitudenminimums Amin ergibt. Die Approximation kann
beispielsweise mittels linearer Regression erfolgen.
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Das
Ermitteln der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔMK erfolgt im gesamten Lastbereich und/oder
Drehzahlbereich der Brennkraftmaschine 1 entsprechend einem
vorgegebenen Raster, sodass die kurbelwellentorsionsoptimale Einspritzmengenverstellung ΔMK in Form einer Kennlinie und/oder eines
Kennfeldes für beliebige Lastzustände und beliebige
Drehzahlen der Brennkraftmaschine 1 vorliegt. Die Ermittlung
kann sich dabei auf ausgezeichnete Last- und Drehzahlpunkte beschränken,
wobei nötige Zwischenwerte durch Interpolation erhalten
werden können.
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Nach
dem Bestimmen der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔMK wird die Brennkraftmaschine 1 mit
dieser betrieben, sodass das Drehzahlsignal N einen minimalen Störeinfluss
aufgrund von Torsionsschwingungen der Kurbelwelle 7 aufweist.
Bei der kurbelwellentorsionsoptimalen Einspritzmengenverstellung ΔMK werden Gegenschwingungen der Kurbelwelle 7 erzeugt,
die die Torsionsschwingungen im Wesentlichen kompensieren, sodass
diese minimal sind. In dieser Betriebsweise der Brennkraftmaschine 1 aus
dem Drehzahlsignal N gewonnene Informationen, wie beispielsweise
das Frequenzspektrum, werden zur Berechnung von Korrekturwerten
genutzt, die den Störeinfluss der Torsionsschwingungen
eliminieren. Mittels der kurbelwellentorsionsoptimalen Ein spritzmengenverstellung ΔMK können beispielsweise vorhandene
Korrekturwerte, die im Rahmen einer Laufruheregelung ermittelt wurden,
modifiziert werden, sodass der Störeinfluss aufgrund der
Torsionsschwingungen reduziert wird. Hierdurch kann beispielsweise
eine Verbesserung der Laufruheregelung erzielt werden, da bei der
Gleichstellung der Einspritzmengen der Störeinfluss aufgrund
der Torsionsschwingungen weitestgehend eliminiert ist. Die ermittelten
Korrekturwerte werden in der Regelungseinheit 14 für
die zylinderindividuellen Regelungsverfahren verwertet.
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Nachfolgend
wird unter Bezugnahme auf die 4 und 5 ein
zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
Der wesentliche Unterschied gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
besteht darin, dass die Zündreihenfolge 1-2-3-4-5-6 ist
und dementsprechend die erste Zylinderteilmenge T1 den
zweiten, vierten und sechsten Zylinder 3 und die zweite
Zylinderteilmenge T2 den ersten, dritten
und fünften Zylinder 3 umfasst. Ein weiterer Unterschied
besteht darin, dass das Amplitudenminimum Amin iterativ ermittelt
wird. Hierzu wird abwechselnd eine positive Einspritzmengenverstellung
+ΔM und eine negative Einspritzmengenverstellung –ΔM
durchgeführt, wobei die aufeinander folgenden Einspritzmengenverstellungen ΔM
in gleicher Richtung, also positiv oder negativ, betragsmäßig
abnehmend sind, sodass das Amplitudenminimum Amin genau
eingegrenzt wird. Eine Schrittweite ΔS zwischen zwei aufeinander
folgenden Einspritzmengenverstellungen ΔM in gleicher Richtung
kann konstant oder abnehmend sein. 5 veranschaulicht
ein iteratives Verfahren mit einer konstanten Schrittweite ΔS
von 5%. Ausgehend von einer ersten Einspritzmengenverstellung ΔM1 = 20% wird das Amplitudenminimum Amin durch nachfolgende Einspritzmengenverstellungen ΔM2, ΔM3, ΔM4, ... zunehmend eingegrenzt. Hinsichtlich
der weiteren Funktionsweise wird auf das erste Ausführungsbeispiel
verwiesen.
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Nachfolgend
wird unter Bezugnahme auf 6 ein drittes
Ausführungsbeispiel beschrieben. Der wesentliche Unterschied
gegenüber den vorangegangenen Ausführungsbeispielen
ist, dass die kurbelwellentorsionsoptimale Einspritzmengenverstellung ΔMK anhand des Phasenverlaufs P1,5 ermittelt
wird, indem iterativ der Phasensprung ΔP von ungefähr
180° bestimmt wird. Die Schrittweite ΔS zwischen
zwei aufeinander folgenden Einspritzmengenverstellungen ΔM
in gleicher Richtung kann konstant oder abnehmend sein. 6 zeigt
beispielsweise ein iteratives Verfahren zur Bestimmung des Phasensprungs ΔP,
bei dem ausgehend von einer ersten Einspritzmengenverstellung ΔM1 = 20% die Schrittweite ΔS bei
nachfolgenden Einspritzmengenverstellungen ΔM2, ΔM3, ΔM4, ΔM5, ΔM6,
... in gleicher Richtung abnimmt, sodass der Phasensprung ΔP
genau eingegrenzt werden kann. Hinsichtlich der weiteren Funktionsweise
wird auf die vorangegangenen Ausführungsbeispiele verwiesen.
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Die
beschriebenen Verfahren zur Bestimmung der kurbelwellentorsionsoptimalen
Einspritzmengenverstellung ΔM können sowohl ausgehend
von dem schleppkorrigierten als auch von dem nicht schleppkorrigierten
Drehzahlsignal N erfolgen. Darüber hinaus kann die Anregung
des Spektralanteils 1,5-ter Ordnung A1,5, P1,5 prinzipiell beliebig erfolgen. Werden
die beschriebenen Verfahren an einem Prüfstand durchgeführt,
so muss das Durchführen der Einspritzmengenverstellungen ΔM
nicht leistungsneutral erfolgen. Dementsprechend können
beispielsweise nur die Einspritzeinheiten 5, die der ersten
Zylinderteilmenge T1 oder der zweiten Zylinderteilmenge
T2 zugehören, verstellt werden.
Darüber hinaus kann der Spektralanteil 1,5-ter Ordnung
A1,5, P1,5 in entsprechender
Weise auch bei anderen Zylinderanzahlen Z und anderen Zündreihenfolgen
angeregt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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