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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine IR-Empfangseinheit und ein Verfahren
zum Empfangen von IR-Signalen.
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Bei
bekannten IR-Empfangseinheiten muss typischerweise eine Rauschsperre
realisiert werden, um Störgeräusche während der
Sendepausen auszublenden. Dies erfolgt beispielsweise durch Auswertung
der Empfangssignalstärke
RSSI. Erst wenn das empfangene Signal einen vorgegebenen Wert überschreitet,
dann kann es durchgeschaltet bzw. verstärkt werden. Eine alternative
Möglichkeit
zur Realisierung der Rauschsperre stellt die Analyse des demodulierten
Rauschens dar.
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Diese
beiden Möglichkeiten
des Vorsehens einer Rauschsperre sind jedoch für eine Infrarotkommunikation
nicht sinnvoll, da in dem relevanten Frequenzbereich eine Leuchtstofflampe
(ein Plasmafernseher oder dergleichen) nicht von einem IR-Sender
unterschieden werden kann.
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Es
ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine IR-Empfangseinheit
vorzusehen, welche eine Rauschsperre ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird durch eine IR-Empfangseinheit gemäß Anspruch 1 oder durch ein
Verfahren gemäß Anspruch
6 gelöst.
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Somit
wird ein IR-Empfänger
mit einer Entscheidungslogikeinheit zum Aktivieren oder Deaktivieren
einer Rauschsperre vorgesehen. Die Aktivierung oder Deaktivierung
der Rauschsperre erfolgt in Abhängigkeit
von einem Mittelwert der Frequenz, einer Varianz, der Empfängerzwischenfrequenz,
einem Mittelwert der Audioamplitude, einer Varianz der Audioamplitude
und/oder einer Signalstärke
der Empfänger-Zwischenkreisfrequenz.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Entscheidungslogikeinheit
dazu ausgestaltet, eine Rauschsperre zu aktivieren, wenn die Varianz
der Frequenz einen Grenzwert überschreitet.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Entscheidungslogikeinheit dazu
ausgestaltet, eine Rauschsperre zu aktivieren, wenn der Mittelwert
der Audioamplitude unter einem vorgegebenen Schwellwert liegt.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Entscheidungslogikeinheit dazu
ausgestaltet, eine Rauschsperre zu aktivieren, wenn der Mittelwert
der Audioamplitude unter einen vorgegebenen Schwellwert fällt und
wenn die Varianz der Audioamplitude über einem vorgegebenen Schwellwert
liegt.
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Die
Erfindung betrifft ebenfalls einen IR-Empfänger mit einer Entscheidungslogikeinheit zum
Bestimmen, ob ein sinnvolles Signal vorliegt. Die Bestimmung, ob
ein sinnvolles Signal vorliegt, basiert auf einem Mittelwert der
Frequenz, einer Varianz der Frequenz, einem Mittelwert der Audioamplitude,
einer Varianz der Audioamplitude und/oder einer Signalstärke einer
Empfängerzwischenkreisfrequenz.
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Die
Erfindung betrifft den Gedanken, eine IR-Empfangseinheit vorzusehen,
welche die Signalstärke
RSSI direkt aus dem Empfänger-Zwischenfrequenzsignal
ableitet. Ferner kann der Gleichspannungsanteil, welcher aus dem
FM-Demodulator extrahiert wird, ein Maß für die Trägerfrequenz des Empfangssignals
darstellen. Der Gleichspannungsanteil kann ferner zeitlich gemittelt
werden. Ferner stellt die Varianz des Demodulator-Gleichspannungsanteils
ein Maß für die zeitlichen
Schwankungen der Trägerfrequenz
um den Mittelwert dar. Der Mittelwert der gleichgerichteten Amplituden
hinter dem Demodulator stellt ein Maß für die mittlere Lautstärke des
Empfangssignals dar. Die Varianz der gleichgerichteten Audioamplitude
stellt ein Maß für die zeitlichen
Schwankungen der Lautstärke,
d. h. die Dynamik dar.
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Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Vorteile
und Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert.
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1 zeigt
ein Blockschaltbild einer IR-Empfangseinheit gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
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1 zeigt
ein Blockschaltbild einer IR-Empfangseinheit gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
Die IR-Empfangseinheit weist einen FM-Demodulator 40, einen
Pegeldetektor 30, einen ersten Tiefpass 50, einen
zweiten Tiefpass 60, einen ersten Hochpass 70,
einen RMS-Detektor 80, einen zweiten Hochpass 90,
einen Gleichrichter 100, einen dritten Tiefpass 110,
einen dritten Hochpass 120, einen zweiten RMS-Detektor 130,
eine Entscheidungslogikeinheit 20 und einen Speicher 10 auf.
Die Empfänger-Zwischenfrequenz
wird sowohl von dem FM-Demodulator 40 als auch von dem
Pegeldetektor 30 empfangen. Der Pegeldetektor 30 bestimmt
die Signalstärke
SS bzw. die RSSI (Radio signal strength indicator) und gibt diese
Signalstärke
SS an die Entscheidungslogikeinheit 20 aus. Das Ausgangssignal des
FM-Demodulators 40 wird sowohl an den ersten Tiefpass 50 als
auch an den zweiten Hochpass 90 weitergeleitet. Die Grenzfrequenz
des ersten Tiefpasses stellt die Frequenz f1 dar. Der Ausgang des ersten
Tiefpasses 50 stellt einen Gleichspannungsanteil der Trägerfrequenz
DCT dar. Dieses Signal wird dem zweiten Tiefpass 60 und
dem zweiten Hochpass 70 zugeführt. Das Ausgangssignal des zweiten
Tiefpasses 60 stellt einen Frequenzmittelwert MWF dar.
Die Grenzfrequenz beträgt
hierbei f2. Der erste Hochpass 70 weist eine Grenzfrequenz
von f2 auf, und das Ausgangssignal des Hochpasses 70 wird
an den ersten RMS-Detektor 80 weitergeleitet. Das Ausgangssignal
des ersten RMS-Detektors 80 stellt die Varianz der Frequenz
VF dar.
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Das
Ausgangssignal des zweiten Hochpasses 90 mit einer Grenzfrequenz
von mindestens 20 Hz (d. h. die untere Grenze des Hörbereichs)
wird dem Gleichrichter 100 zugeführt. Das Ausgangssignal des
Gleichrichters 100 wird dem dritten Tiefpass 110 und
dem dritten Hochpass 120 zugeführt. Das Ausgangssignal des
dritten Tiefpasses 110 stellt einen Mittelwert der Audioamplitude
MWA dar. Das Ausgangssignal des dritten Hochpas ses 120 wird dem
zweiten RMS-Detektor 130 zugeführt. Das Ausgangssignal des
zweiten RMS-Detektors 130 stellt die Varianz der Audioamplitude
VA bzw. die Dynamik dar. Der Mittelwert der Frequenz MWF, die Varianz der
Frequenz VF, der Mittelwert der Audioamplitude MWA, die Varianz
der Audioamplitude VA und/oder die Signalstärke SS kann der Entscheidungslogikeinheit 20 zugeführt werden.
Die Entscheidungslogikeinheit 20 ist ebenfalls mit einem
Speicher 10 verbunden. Die Entscheidungslogikeinheit 20 gibt
als Ausgangssignal ein Rauschsperresignal RS aus.
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Die
Signalstärke
SS wird somit direkt aus dem Empfänger-Zwischenfrequenzsignal
ZF abgeleitet. Der Mittelwert der gleichgerichteten Audioamplitude
MWA stellt ein Maß für die mittlere
Lautstärke des
Empfangssignals dar. Die Varianz des Gleichspannungsanteils des
Demodulators VA betrifft die zeitlichen Schwankungen der Trägerfrequenz
um den Mittelwert und kann somit einen Hinweis auf die Stabilität der empfangenen
Trägerfrequenz
geben. Die Varianz der gleichgerichteten Audioamplitude ist ein
Maß für die zeitlichen
Schwankungen der Lautstärke.
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Die
Entscheidungslogikeinheit 20 prüft, ob die empfangene Signalstärke SS unter-
oder oberhalb eines vorgegebenen Schwellwertes liegt. Ist die Signalstärke SS unterhalb
eines vorgegebenen Schwellwertes oder wenn die Trägerfrequenz
um ein vorbestimmtes Maß schwankt
(wenn die Varianz der Frequenz über
einem Sollwert liegt), dann ist ein Empfang eines ausreichenden
Signals nicht möglich. In
einem derartigen Fall kann angenommen werden, dass sich der Empfänger im Übergangsbereich
mehrerer Sender bzw. Störquellen
befindet. Wenn die Trägerfrequenz
jedoch innerhalb eines vorbestimmten Maßes schwankt und die Varianz
somit unter einem Schwellwert liegt, so kann angenommen werden,
dass lediglich eine Trägerfrequenz
empfangen wird. Ferner kann angenommen werden, dass die empfangene
Trägerfrequenz
einen ausreichenden Störabstand
am Eingang des Empfängers
aufweist. In dem Fall, dass eine Trägerfrequenz mit einer ausreichenden
Stabilität
vorliegt, dann kann die Frequenz ermittelt werden, indem der Mittelwert
der Frequenz MWF herangezogen wird. Diese Frequenz kann in dem Speicher 10 gespeichert
werden und später
zum Tunen bzw. zum Wiedererkennen der empfangenen Trägerfrequenz
verwendet werden.
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Wenn
die Audioamplitude zur Auswertung herangezogen wird und der Mittelwert
der Audioamplitude MWA über
einem vorgegebenen Schwellwert liegt, so kann eine Störung vorliegen
und die Amplitude des entsprechenden Frequenzhubs kann außerhalb
der Spezifikation liegen.
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Wenn
der Mittelwert der Audioamplitude MWA unter einem vorgegebenen Schwellwert
liegt, so kann eine nähere
Betrachtung notwendig sein. Wenn die Varianz der Audioamplitude
unter einem Schwellwert liegt, dann kann wenig Dynamik vorliegen,
d. h. das Signal ist nicht oder wenig moduliert. Alternativ dazu
kann eine konstante Hüllkurve
vorliegen. In diesem Fall muss jedoch noch bestimmt werden, ob ein
sinnvolles Signal wie beispielsweise Musik oder Sprache vorliegt.
Wenn die Varianz der Audioamplitude jedoch größer als ein vorgegebener Schwellwert
ist, dann ist ausreichend Dynamik dar, d. h. das Signal stellt mit
hoher Wahrscheinlichkeit ein sinnvolles Signal wie beispielsweise
Musik oder Sprache dar.
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Wenn
die Varianz der Audioamplitude VA über einem vorgegebenen Schwellwert
liegt, dann ist das Empfangssignal ausreichend moduliert.
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Wenn
die Frequenz stabil ist und die Frequenz innerhalb der zulässigen Toleranzen
ist und die Audioamplitude sich innerhalb eines zulässigen Bereichs
befindet und die Dynamik ausreichend hoch ist, so kann ein entsprechendes
Signal als sinnvoll erachtet werden und die entsprechende Trägerfrequenz
kann in einem Speicher abgelegt werden, damit die Empfangseinheit
später
darauf zurückgreifen kann.
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Wenn
die Frequenz stabil ist und die Audioamplitude sich innerhalb des
zulässigen
Bereichs befindet und die Trägerfrequenz
ausreichend nahe an der gespeicherten Frequenz liegt, so kann das
empfangene Signal ebenfalls ausgewählt werden. Wenn ein Signal
ausgewählt
wurde und die Trägerfrequenz leicht
neben der gespeicherten Trägerfrequenz
ist, so kann die gespeicherte Frequenz ausgewählt werden, sofern die Abweichung
zeitlich langsam erfolgt. Wenn ein Signal ausgewählt bzw. als sinnvoll anerkannt
worden ist, dann kann die Rauschsperre RS freigegeben werden.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist eine IR-Empfangseinheit eine
Entscheidungslogikeinheit wie in dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben
auf. Die Entscheidungslogikeinheit dient dabei jedoch nicht ausschließlich dazu,
eine Rauschsperre zu aktivieren oder zu deaktivieren, sondern dazu,
zu bestimmen, ob ein sinnvolles Signal vorliegt oder nicht. Basierend auf
dem Ergebnis kann ein Teil des IR-Empfängers gesteuert werden. So
kann beispielsweise eine Rauschsperre gesteuert werden oder es kann
ein Sendersuchlauf durchgeführt
werden.