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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum spektroskopischen real-time
Nachweis von Nukleinsäuremolekülen, insbesondere
von Polynucleotidsequenzen, in einer PCR-Amplifikation, sowie eine entsprechende
PCR-Anordnung (PCR = Polymerase-Kettenreaktion).
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Derartige
Verfahren sowie PCR-Anordnungen werden typischerweise zur quantitativen
Analyse der Expression bestimmter Gensequenzen eingesetzt. PCR-Amplifikationen
allgemein finden bei der Vervielfältigung und Untersuchung von
DNS- bzw. RNS-Sequenzen,
wie sie in vielen biologischen Systemen vorzufinden sind, häufige Verwendung,
können
jedoch auch im Prinzip mit künstlich
hergestellten Polynucleotidsequenzen verwendet werden.
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Das
vorliegend beschriebene Verfahren bezieht sich auf einen spektroskopischen
real-time Nachweis
in einer PCR-Amplifikation. Damit wird sich sowohl auf Nachweise
während
des Ablaufs aller Reaktionsschritte einer PCR-Amplifikation bezogen,
als auch auf zweckdienliche Nachweise davor und danach. So können beispielsweise
in einleitenden Schritten vor der Ausführung der eigentlichen PCR-Reaktionsschritte
zur Replikation von Polynucleotidsequenzen eingesetzte Substanzen
mittels eines spektroskopischen Nachweises qualitativ wie quantitativ
untersucht werden. Weiterhin können ebenso
spektroskopische Untersuchungsschritte während der PCR-Amplifikation
vorgenommen werden, und auch dann, wenn die PCR-Amplifikation an sich
bereits beendet wurde.
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PCR-Amplikationen
werden typischerweise dafür
eingesetzt, im Vergleich zum menschlichen Genom relativ kurze und
in ihrem Aufbau klar definierte Polynucleotidsequenzen zu vervielfältigen.
Im Gegensatz zu lebenden Organismen vermag die PCR-Amplifikation
lediglich die Vervielfältigung
von Polynucleotidsequenzen mit wenigen tausend Basenpaaren pro Sequenz
zu gewährleisten.
Zur Durchführung
einer PCR-Amplifikation bedarf es zunächst der Herstellung einer
PCR-Lösung,
welche neben einer Pufferlösung
als geeignete chemische Umgebung eine Anzahl an weiteren, für den Ablauf einer
PCR-Amplifikation
notwendigen Ausgangssubstanzen aufweist. Diese Ausgangssubstanzen
umfassen typischerweise eine originale, zu vervielfältigende
Polynucleotidsequenz, Primer zur Festlegung eines Anfangs- sowie
eines Endabschnittes der zu vervielfältigenden Polynucleotidsequenz
eine entsprechende Polymerase, um den durch die Primer definierten
Abschnitt zu replizieren, sowie Desoxynukleosidtriphosphate, welche
die Bausteine der replizierten Polynucleotidsequenz darstellen.
Neben diesen Ausgangssubstanzen kann eine PCR-Lösung zudem eine Anzahl an weiteren
funktionellen Komponenten enthalten, welche etwa erlauben, den Ablauf der
PCR-Amplifikation in Bezug auf die Effektivität zu steigern oder zu optimieren.
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Eine
PCR-Amplifikation besteht aus einer sich wiederholenden Abfolge
von PCR-Reaktionsschritten,
wie sie etwa in laborüblichen
Thermocyclern durchgeführt
werden können.
Jede Wiederholung umfasst hierbei die drei PCR-Reaktionsschritte der
Denaturierung, der Primerhybridisierung und der Elongation. Bei
der Denaturierung kommt es zunächst
zu einem Aufschmelzen von doppelsträngigen Polynucleotidsequenzen,
unter Erhitzen der PCR-Lösung
auf eine Temperatur von etwa 95°C,
um die Wasserstoffbrückenbindungen,
die die beiden einzelsträngigen
Polynucleotidsequenzen zusammenhalten, zu lösen. Das Temperaturniveau wird
solange beibehalten, bis gewährleistet
ist, dass in der PCR-Lösung
nur noch einzelsträngige
Polynucleotidsequenzen vorliegen. In dem PCR-Reaktionsschritt der
Primerhybridisierung, wird die Temperatur typischerweise für einige
Sekunden lang auf einem Niveau gehalten, welches eine spezifische
Anlagerung des Primers an die Polynucleotidsequenz erlaubt. Das
bezeichnete Temperaturniveau liegt dabei normalerweise um wenige °C unter dem
Schmelzpunkt der durch die spezifische Anlagerung entstehenden Primersequenzen,
und entspricht meist einer Temperatur zwischen 55°C bis 65°C. Ist die
Anlagerung der Primer an die vorbestimmten Stellen der Polynucleotidsequenz
abgeschlossen, erfolgt in dem PCR-Reaktionsschritt der Elongation
das Auffüllen
durch die fehlenden Stränge
oder Bausteine an freien Nucleotiden unter Einwirkung der Polymerase.
Hierbei bildet der Primer den Anfang eines neuen Einzelstrangs, welcher
stückweise
repliziert wird. Die während
dieses PCR-Reaktionsschrittes einzustellende Temperatur hängt von
dem Arbeitsoptimum der jeweils verwendeten Polymerase ab, liegt
jedoch typischerweise um 10°C
bis 15°C über dem
Temperaturniveau der Primerhybridisierung. Nach Abschluss des PCR-Reaktionsschrittes
der Elongation wiederholt sich die Reaktionsabfolge, und die gewünschten
Polynucleotidsequenzen vermehren sich im besten Reaktionsfalle exponentiell,
da in jedem weiteren Reaktionsschritt auch die zuvor synthetisierten
Polynucleotidsequenzen als Matrizen für eine weiteren Strangsynthese
dienen können.
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In
der Real-Time-quantitative PCR, einer aus dem Stande der Technik
bekannten Weiterentwicklung der PCR-Amplifikation, wird eine PCR-Amplifikation
zur Replikation von Polynucleotidsequenzen durchgeführt und
gleichzeitig eine Möglichkeit
der Quantifizierung der so gewonnenen Polynucleotidsequenzen bereit
gestellt. Die Quantifizierung beruht hierbei auf der Ausführung von
Fluoreszenzmessungen, die während
des Ablaufes der PCR-Amplifikation vorgenommen werden. Das nachgewiesene
Fluoreszenzsignal nimmt dabei proportional mit der Menge an replizierten
Polynucleotidsequenzen zu. Dementsprechend erlaubt die Real-Time-quantitative PCR
im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen quantitativen
Nachweismethoden, welche erst nach der PCR-Amplifikation angewendet werden können, eine
quantitative Auswertung der in der PCR-Amplifikation replizierten Polynucleotidsequenzen
noch während
ihrer Vervielfältigung.
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Hierbei
soll darauf hingewiesen werden, dass hier und im Folgenden ein quantitativer
Nachweis im Sinne der Quantifizierung in Verbindung mit einer Real-Time-quantitative
PCR zu verstehen ist. Dieser können
verschiede bekannte Quantifizierungsmodelle zugrunde liegen. In
einem einfachen Fall kann etwa die Tatsache benutzt werden, dass zwischen
dem Logarithmus der eingesetzten Menge an der zu replizierenden
Polynucleotidsequenz und dem CT (Threshold Cycle = ”Schwellenwert-Zyklus”, d. h.
dem Zyklus, zu welchem die nachgewiesene Fluoreszenz erstmalig signifikant über die
Hintergrund-Fluoreszenz
liegt) eine lineare, umgekehrt proportionale Beziehung besteht.
Ist die eingesetzte Menge etwa zunächst bekannt, kann eine Standardkurve
erzeugt werden, gegen deren Steigung jede unbekannte Menge an Polynucleotidsequenz
verglichen und quantifiziert werden kann. Ist andererseits die Ausgangsmenge
unbekannt, kann mitunter durch Bestimmung des CT auch auf die Ausgangsmenge zurückgeschlossen
werden. Weitere Berechnungsmethoden sind dem Fachmann bekannt.
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Die
Real-Time-Quantitative PCR bedarf dabei Fluoreszenzfarbstoffe oder
sogenannter Fluoreszenzmarker, welche chemisch oder physikalisch
mit den replizierten Polynucleotidsequenzen in Wechselwirkung treten,
und infolgedessen ihr eigenes Fluoreszenzverhalten ändern. Dementsprechend
korreliert die Zunahme der Intensität eines nachgewiese nen Fluoreszenzsignals
nach den sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritten mit einer entsprechenden
Zunahme an replizierten Polynucleotidsequenzen. Der Nachweis des
Verlaufs einer PCR-Amplifikation über gemessene Fluoreszenzsignale,
kann sich beispielsweise auf die Verwendung von einfachen Fluoreszenzfarbstoffen
stützen,
die sich relativ unspezifisch an die zu replizierende Polynucleotidsequenz
binden. Solche Fluoreszenzfarbstoffe sind etwa SybrGreen, welches
ein asymmetrisches Cyanin-Farbstoffmolkül ist und mit zu replizierenden DNA-Molekülen einen
DNA-Fluoreszenzfarbstoff-Komplex
bildet, welcher blaues Licht bei einer Wellenlänge von λmax =
494 nm absorbiert und grünes Licht
bei einer Wellenlänge
von λmax = 521 nm emittiert. Ein weiterer häufig verwendeter
Fluoreszenzfarbstoff ist Ethidiumbromid. In Ergänzung zu diesen Fluoreszenzfarbstoffen
kommen auch noch Fluoreszenzmarker wie FRET-Sonden, Lightcycler-Sonden®, TaqMan-Sonden®,
Molecular-beacons, Scorpionprimer oder auch Luxprimer® zum
Einsatz, welche zwar eine spezifische Bindung an einzelne Stellen
der Polynucleotidsequenz erlauben und folglich eng definierte Fluoreszenzeigenschaften
aufweisen, aber vergleichsweise teurer sind. Folglich finden solche Fluoreszenzmarker
nicht die breite Anwendung, wie sie etwa für die Fluoreszenzfarbstoffe
typisch ist. Weiterhin stellen sich etwa Molecular-beacons als relativ
komplexe Strukturen dar, die zusätzlich
optimierter und damit teuerer Primer zur Durchführung der PCR-Amplifikation
bedürfen.
Weiterhin erschweren derartige komplexe Strukturen eine optimierte
Einstellung der PCR-Reaktionsbedingungen
und fördern so
eine relativ ineffiziente Vervielfältigung der Polynucleotidsequenzen
als auch die Darstellung vieler unerwünschter Nebenprodukte.
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Zur
Vermeidung dieser Nachteile der auf den Nachweis von Fluoreszenzsignalen
beruhenden Real-Time-quantitative PCR schlägt die aus dem Stand der Technik
bekannte
WO 03/102238
A2 ein Verfahren zum Nachweis der Darstellung von zusammenhängenden
Nukleinsäuremolekülen in einer
PCR-Lösung
vor, sowie eine Anordnung vor, um das besagte Verfahren auszuführen. Das
Verfahren umfasst die Bereitstellung von PCR-Ausgangsstoffen in einer Kammer, sowie
die Durchführung
der sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritte der Denaturierung, der
Primerhybridisierung und der Elongation. Während der Ausführung dieser
PCR-Reaktionsschritte wird die Darstellung zusammenhängender
Nukleinsäuremoleküle durch
die Einstrahlung von UV-Licht in die PCR-Lösung
und dem darauf folgenden Nachweis der absorbierten Lichtintensität vorgenommen. Die
PCR-Lösung
wird hierbei von einer für
die Durchführung
einer PCR-Amplifikation
angepassten Kammer aufgenommen, in welche die Lichtenergie der UV-Lichtquelle eingestrahlt
wird.
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Obwohl
das in der
WO 03/102238
A2 beschriebene Verfahren die Verwendung von Fluoreszenzmarkern
unnötig
werden lässt,
zeigt sich diese Methode als sehr störanfällig in Bezug auf einzelne Komponenten
der PCR-Lösung
oder in Bezug auf verbliebene Überreste
aus Reaktionsschritten von vorhergehenden Isolierungsreaktionen,
z. B. Phenole. Ein weiterer Nachteil der quantitativen Bestimmung
mittels UV-Absorption ist auch darin zu sehen, dass einzelsträngige von
doppelsträngigen
Nukleinsäuremolekülen nur
begrenzt unterschieden werden können
und folglich eine nur sehr unspezifische Nachweismöglichkeit
für Polynucleotidsequenzen zur
Verfügung
steht.
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WO 2008/109706 A1 beschreibt
die Anwendung von Terahertz-Spektroskopie in verschiedenster Art.
Dabei wird auch die Detektion doppelsträngiger und einzelsträngiger DNA
beschrieben. Eine real-time Methode zum Nachweis des PCR-Produktes wird
in dieser Druckschrift in keiner Weise beschrieben.
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WO 2006/064192 A1 beschreibt
einen Bandfilter im Terahertzbereich. Ein Verfahren bezüglich dem
Nachweis von Nucleinsäuremoleküllen wird
in dieser Druckschrift nicht beschrieben.
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Die
US 2006/0216742 beschreibt
ein Verfahren und ein System zum Nachweis biomolekularer Bindungsereignisse
unter Verwendung von Gigahertz- oder Terahertzstrahlung.
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Die
WO 03/100396 A1 offenbart
ein Verfahren zum Nachweis der Spezifität eines Liganden zu einer biologischen
Probe.
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Die
DE 100 54 476 A1 beschreibt
ein Verfahren zum Nachweis von Polynucleotidsequenzen, bei dem der
Brechungsindex oder eine äquivalente
Größe der mit
dem Testmedium in Kontakt befindlichen Probe durch Wechselwirkung
mit einfallender elektromagnetischer Strahlung bestimmt wird.
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Die
WO 2004/024949 A2 beschreibt
ein Verfahren zum schnellen Nachweis von Mutationen und Nucleotidpolymorphismen
unter Einsatz von Spektraldaten.
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Eine
spezifischere Methode zum Nachweis des Vorliegens einer biomolekularischen
Bindung zwischen zwei Molekülen
wird von der
US 2006/0216742
A1 vorgeschlagen, welche eine Nachweismethode sowie eine
entsprechende Vorrichtung betrifft. Gemäß der Of fenbarung wird über Teraherzstrahlung
das Vorliegen einer biomolekularischen Bindung zweier Moleküle nachweisen,
indem aus einer Quelle Teraherzstrahlung ausgesendet wird und nach
Durchstrahlung einer die Moleküle
umfassenden Probe von einem Detektor nachgewiesen wird. Hierbei
erlaubt die offenbarte Methode jedoch nicht die Quantifizierung
eingesetzter Mengen der Moleküle,
und ist folglich für
eine Verwendung zum Real-Time-Nachweis
in einer PCR-Amplifikation ungeeignet.
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Es
stellt sich demnach die Aufgabe dar, ein markerfreies Verfahren
zum Real-Time-Nachweis von
Polynucleotidsequenzen in einer PCR-Amplifikation vorzuschlagen,
welches einen spezifischen und quantitativen Nachweis von Polynucleotidsequenzen,
insbesondere eine Unterscheidung zwischen einzel- und doppelsträngigen Polynucleotidsequenzen,
ermöglicht,
und von der Reinheit oder Qualität der
Lösung
weitgehend unbeeinflusst ist.
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Gelöst wird
diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1 und 15 sowie
eine PCR-Anordnung gemäß Patentanspruch
14.
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Insbesondere
wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum auch quantitativen spektroskopischen real-time
Nachweis von Nukleinsäuremolekülen, insbesondere
von Polynucleotidsequenzen, in einer PCR-Amplifikation gelöst, wobei
die PCR-Amplifikation das Bereitstellen der für die Herstellung einer PCR-Lösung notwendigen
Ausgangssubstanzen in einer Pufferlösung sowie die sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritte
der Denaturierung, der Primerhybridisierung und der Elongation umfasst,
und wobei während
der PCR-Amplifikation zu definierten Zeitpunkten aus einer Strahlungsquelle
elektromagneti sche Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime
in die PCR-Lösung
eingestrahlt wird, um mittels eines Detektors in einem quantitativen
real-time Nachweis wenigstens die Anwesenheit oder Abwesenheit einer
Polynucleotidsequenz nachzuweisen.
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Fernerhin
wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum auch quantitativen spektroskopischen
real-time Nachweis von Nukleinsäuremolekülen, insbesondere
von Polynucleotidsequenzen, in einer PCR-Amplifikation gelöst, wobei
die PCR-Amplifikation das Bereitstellen der für die Herstellung einer PCR-Lösung notwendigen
Ausgangssubstanzen in einer Pufferlösung sowie die sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritte
der Denaturierung, der Primerhybridisierung und der Elongation umfasst,
und wobei während
der PCR-Amplifikation zu definierten Zeitpunkten aus einer Strahlungsquelle
elektromagnetische Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime
in die PCR-Lösung
eingestrahlt wird, um mittels eines Detektors in einem real-time Nachweis
wenigstens die Anwesenheit oder Abwesenheit einer Polynucleotidsequenz
nachzuweisen, und wobei der Reaktionsschritt der Denaturierung durch
Tera-Hertz-Strahlung aus der Strahlungsquelle bewirkt wird.
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Überdies
wird die Aufgabe durch Eine PCR-Anordnung zum auch quantitativen
spektroskopischen real-time Nachweis von Polynucleotidsequenzen
in einer PCR-Amplifikation gelöst,
wobei diese ein Substrat mit einem Aufnahmebereich für eine PCR-Lösung, bestehend
aus den notwendigen Ausgangssubstanzen und einer Pufferlösung, Temperaturänderungsmittel,
mittels derer die PCR-Lösung
auf vorgegebene Temperaturen geheizt und/oder gekühlt werden
kann, um die sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritte der Denaturierung, der
Primerhybridisierung oder der Elongation zu ermöglichen, eine Strahlungsquelle,
um elektromagnetische Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime
in die PCR-Lösung
einzustrahlen, und einen Detektor, um durch die PCR-Lösung transmittierte Strahlung
auch quantitativ spektroskopisch nachzuweisen, umfasst.
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Ein
Kerngedanke der vorliegenden Verfahren sowie der erfindungsgemäßen PCR-Anordnung liegt in
der Ausführung
einer PCR-Amplifikation sowie einem spektroskopischen Real-Time-Nachweis im
Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime des elektromagnetischen Spektrums.
Typischerweise in diesem Frequenzbereich verwendete Strahlungen
liegen zwischen 100 Gigahertz und 20 Terahertz, insbesondere zwischen
300 Gigahertz und 10 Terahertz. Diese Strahlungsfrequenzen sind
geeignet, bestimmte Anregungszustände (typischerweise vibratorische Schwingungsmoden)
von einzelsträngigen
und doppelsträngigen
Polynucleotidsequenzen anzuregen. Anregungszustände einzelner funktioneller Gruppen dieser
Polynucleotidsequenzen sind folglich mit einer vorbestimmten Frequenz
der elektromagnetischen Strahlung korreliert, und können in
Extinktionsmessungen nachgewiesen werden. Unter Extinktionsmessungen
werden im Folgenden allgemein alle spektroskopischen Nachweise,
auch quantitative, bezeichnet, welche Teile der in die PCR-Lösung eingestrahlten
Lichtintensität
mit Teilen der aus ihr austretenden und mit einem Detektor nachgewiesenen Lichtintensität in Beziehung
setzt, um Rückschlüsse auf
nachzuweisende Stoffe und Strukturen in der PCR-Lösung zu
erlauben. Diese Anregungsmoden (Anregungsfrequenzen) sind überdies
charakteristisch für
die chemischen Bindungszustände
dieser funktionellen Gruppen, und können infolge einer Veränderung
des Bindungszustandes mit einer Veränderung der elektromagnetischen
Anregungsfrequenz einhergehen. Insbesondere lassen sich Anregungsmoden
nachweisen, deren Auftreten charakteristisch für das Vorliegen von Wasserstoffbrückenbindungen zwischen
den beiden einzelsträngigen
Polynucleotidsequenz in einer doppelsträngigen Polynucleotidsequenz
ist. Dementsprechend können
durch Extinktionsmessungen in diesem bezeichneten Frequenzbereich
quantitative Aussagen darüber
gewonnen werden, ob in einer PCR-Lösung ein
Gemisch von einzel- oder doppelsträngigen Polynucleotidsequenzen vorliegt.
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Der
Nachweis vorbestimmter Anregungszustände von Polynucleotidsequenzen
in einer PCR-Lösung
mittels spektroskopischer Extinktionsmessungen erfordert im Vergleich
zum bisher herkömmlichen
Verfahren des Nachweises mittels Fluoreszenzmessungen keinerlei
Fluoreszenzmarker, welche einer PCR-Lösung zugegeben werden müssen. Damit
gestaltet sich einerseits die Herstellung einer PCR-Lösung als
weniger komplex und kostengünstiger.
Andererseits kann auf den Einsatz von für die PCR-Lösung mitunter schädlichen
UV-Lichts verzichtet werden. Gerade durch UV-Licht, welches elektronische
Anregungen in biologischen Makromolekülen bewirkt, sind die möglichen
Fehlerquellen durch chemische Nebenreaktionen, welche durch die Einstrahlung
von UV-Licht mitunter initiiert werden, sehr problematisch. Elektromagnetische
Strahlung im Giga-Hertz- sowie
Tera-Hertz-Regime vermögen jedoch
typischerweise nur vibratorische Anregungen hervorzurufen und stören somit
die chemische Reaktionsumgebung in einer PCR-Lösung in praktischer Hinsicht
kaum. Überdies
ist die Strahlungsfrequenz von Giga-Hertz- und Tera-Hertz-Strahlung
geeignet, um Hybridisierungszustände
von zusammen hängenden
Nucleinsäuremolekülen bzw.
von Polynucleotidsequenzen nachzuweisen. Anders als in einem Real-Time-Quantitative
PCR-Verfahren mittels Fluoreszenzmessung im UV-Regime können folglich Nachweise entsprechend
des erfindungsgemäßen Verfahrens
das Vorliegen einzelner Hybridisierungszustände, insbesondere das Vorliegen
von einzelsträngigen
und doppelsträngigen
Polynucleotidsequenzen, nachweisen. Dieser für die Durchführung einer
PCR-Amplifikation mitunter entscheidende, auch quantitative Nachweis
erlaubt Schlüsse
auf den Fortschritt sowie die Qualität der in der PCR-Lösung stattfindenden
Reaktionsschritte und damit eine Erhöhung der Effizienz der PCR-Amplifikation allgemein.
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Ein
weiterer Kerngedanke des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt fernerhin
darin, dass die zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis eingesetzte Strahlungsquelle
auch dafür
eingesetzt werden kann, den Reaktionsschritt der Denaturierung in
der PCR-Amplifikation
durch elektromagnetische Strahlung herbeizuführen. Der eingestrahlte Frequenzbereich
ist nämlich
durchaus geeignet, die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den
beiden Einzelsträngen
in einer doppelsträngigen
Polynucleotidsequenz aufzuschmelzen, ohne dass dem gesamten System der
PCR-Lösung
direkt thermische Energie hinzugefügt werden muss. Folglich bedarf
es in dem Reaktionsschritt der Denaturierung nicht einer Temperaturerhöhung einer
PCR-Lösung
um das Aufschmelzen der chemischen Verbindungen zwischen einzelnen
Strängen
einer Polynucleotidsequenz zu bewirken. Vielmehr bewirkt die Strahlungsquelle
durch Einstrahlen elektromagnetischer Strahlung einer vorbestimmten
Frequenz im Giga-Hertz- sowie Tera-Hertz-Regime in die PCR-Lösung ein Aufschmelzen doppelsträngigen Polynucleotidsequenzen
ohne dass die PCR-Lösung selbst
eine starke Temperaturänderung
erfahren muss. Ein derartiges Verfahren verkürzt somit die für die sich
wiederholenden PCR-Reaktionsschritte nötigen Aufheiz- und Abkühlphasen
der PCR-Lösung
und ermöglicht
eine zeitlich schnellere Darstellung einer gewünschten Menge an zu vervielfältigenden
Polynucleotidsequenzen.
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In
einer ersten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass die für
die Herstellung einer PCR-Lösung
notwendigen Ausgangssubstanzen in einer Pufferlösung keine chemischen oder
physikalischen Nachweismarker, insbesondere keine Fluoreszenzmarker,
umfassen. Hierbei handelt es sich um Marker, welche für die Herstellung
einer weiter oben beschriebenen PCR-Lösung als nicht notwendige Ausgangssubstanzen
zugesetzt werden, um in einem Messverfahren, das aus dem Stande
der Technik bekannt ist, die Darstellung von Polynucleotidsequenzen
nachweisen zu können.
Die für
das ausführungsgemäße Verfahren
bereitgestellte PCR-Lösung,
kann folglich auf die notwendigen Ausgangssubstanzen beschränkt werden,
wie sie etwa für
eine gewöhnliche
PCR-Amplifikation ohne Real-Time-Nachweis notwendig sind. Damit
werden einerseits mögliche
Störeinflüsse chemischer
sowie physikalischer Natur in dem Verfahren der PCR-Amplifikation
vermindert, und gleichzeitig die Kontrollierbarkeit der Reaktionsbedingungen
erhöht.
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In
einer weiteren Ausführungsform
kann vorgesehen sein, dass die Intensität der eingestrahlten elektromagnetischen
Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime so ausgewählt wird,
dass sie eine vorbestimmte Schichtdicke der PCR-Lösung durchdringt.
Die Schichtdicke kann sich hierbei entweder auf den gesamten Probenquerschnitt,
welcher von der eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung durchdrungen
wird, oder aber auch nur auf einen Teilbereich des Probenquerschnittes
beziehen. Die Schichtdicke ist geeignet, bei Einstrahlung einer
vorgegebenen Strahlungsintensität
und Vorliegen einer Anzahl an Polynucleotidsequenzen oberhalb einer bestimmten
Detektionsschwelle ein Extinktionssignal nachzuweisen. Das Extinktionssignal,
welches aus einer Abschwächung
der elektromagnetischen Strahlungsintensität resultiert, kann etwa aus
Absorption, Streuung, Beugung sowie Reflexion resultieren. Ist die
durchstrahlte Schichtdicke konstant, sowie die eingestrahlte elektromagnetische
Strahlung in ihrer Intensität
unveränderlich,
kann auf die Menge an dargestellten Polynucleotidsequenzen etwa
bei bekanntem Extinktionsquerschnitt der Polynucleotidsequenzen
rückgeschlossen
werden.
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In
einer weiterführenden
Ausführungsform des
Verfahrens ist vorgesehen, dass die Frequenz der eingestrahlten
elektromagnetischen Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime zwischen 100 GHz
und 20 THz, insbesondere zwischen 300 GHz und 10 THz liegt. Diese
Frequenzbereiche decken die spektroskopisch leicht nachweisbaren
Anregungsfrequenzen der meisten Polynucleotidsequenzen ab und erlauben
somit die Anregungsschwingungen spektroskopisch, insbesondere spektroskopisch quantitativ,
nachzuweisen.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, dass die Pufferlösung
der PCR-Lösung
in Bezug auf eine Frequenz der eingestrahlten elektromagnetischen
Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime so ausgewählt wird,
dass die Strahlungsintensität
nach Transmission einer vorbestimmten Schichtdicke der PCR-Lösung mit dem Detektor weitgehend
ungeschwächt nachgewiesen
werden kann. Die Pufferlösung
selbst wird somit in Bezug auf die eingesetzten elektromagnetischen
Strahlungsfrequenzen so ausgewählt, dass
die eingestrahlte elektromagnetische Strahlung vorbestimmter Frequenzbereiche
eine möglichst
große
Transmission erfährt. Überlappen
diese Frequenzbereiche mit nachzuweisenden Anregungszuständen der
Polynucleotidsequenzen, ist gewährleistet,
dass eine Verringerung der elektromagnetischen Strahlungsintensität nach Wechselwirkung
mit der PCR-Lösung
nicht auf dem Extinktionsverhalten der Pufferlösung selbst, sondern lediglich
auf das der Ausgangssubstanzen sowie mit den dargestellten Molekülen beruht.
Kann weiterhin eine Extinktion durch Nebenprodukte der PCR-Amplifikation
ausgeschlossen werden, beruht die Abschwächung der elektromagnetischen
Strahlungsintensität
in den Bereichen der Anregungszuständen der Polynucleotidsequenzen
weitgehend alleinig auf der Wechselwirkung der elektromagnetischen
Strahlung mit den Polynucleotidsequenzen. Das Verhältnis von
Nutzsignal und ungewünschter
Abschwächung
der elektromagnetischen Strahlung wird infolge erhöht und die
Qualität
des auch quantitativen spektroskopischen Real-Time-Nachweises verbessert.
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In
einer weiterführenden
Ausführungsform des
Verfahrens zeichnet sich dieses dadurch aus, dass die PCR-Lösung auf
einem Substrat, insbesondere in einem vorbestimmten Aufnahmebereich
des Substrats aufgebracht ist, welches für die eingestrahlte elektromagnetische
Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime weitgehend transparent
ist. Ein derartiger Aufnahmebereich kann durch ein begrenztes Volumen
ausgebildet sein, oder aber lediglich auch als Fläche zum
Auftrag einer PCR-Lösung.
Das Substrat selbst kann ein mineralisches Substrat, beispielsweise
Glas, oder aber auch ein Kunststoffsubstrat sein. Ist das Substrat
selbst für die
eingestrahlten elektromagnetische Strahlung weitgehend transparent,
verursacht es lediglich einen geringen Anteil des in dem spektroskopischen Real-Time-Nachweisverfahren
nachgewiesenen Extinktionssignals. Die nachgewiesene Extinktion
beruht damit weitgehend auf der Wechselwirkung der elektromagnetischen
Strahlung und der PCR-Lösung,
bzw. der darin enthaltenen Stoffe, falls die Pufferlösung der
PCR-Lösung
selbst ebenfalls in dem Frequenzbereich der eingestrahlten elektromagnetischen
Strahlung keine oder nur geringe Schwächung der Strahlungsintensität verursacht.
Weiterhin kann das Substrat, falls es ein Kunststoff ist, durch
die Auswahl eines geeigneten Kunststoffes an den Nutzfrequenzbereich
der eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung angepasst werden,
um eine möglichst
geringe Abschwächung
der Strahlungsintensität
zu bewirken.
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In
einer weiteren Ausführungsform
des Verfahrens umfasst das Substrat wenigstens einen Wellenleiter
für elektromagnetische
Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime. Dieser Wellenleiter
kann einerseits als Strahlungsführungsmittel
als auch gleichzeitig als Substrat mit einem möglichen Aufnahmebereich für die PCR-Lösung dienen.
Dementsprechend kann die Einstrahlung von elektromagnetischer Strahlung
in die PCR-Lösung örtlich in
gut kontrollierbarer Weise erfolgen. Zudem kann die Streustrahlung
bzw. Verluststrahlung, wie sie in gewöhnlichen Kollimations- und
Fokussierverfahren auftritt, verringert und der spektroskopische
Real-Time-Nachweis verbessert werden. Besonders vorteilhaft lässt sich
ein Wellenleiter einsetzen, wenn der vorbestimmte Aufnahmebereich
für die
PCR-Lösung sich
in einem Bereich befindet, welcher von dem evaneszenten Strahlungsfeld
des Wellenleiters durchdrungen wird. Ein Nachweis der Polynucleotidsequenzen
findet folglich mit elektromagnetischer Strahlung statt, welche
einerseits durch den Wellenleiter geführt wird, andererseits jedoch
mit Bereichen der Oberfläche
außerhalb
des Wellenleiters kommuniziert.
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In
einer weiterführenden
Ausführungsform des
Verfahrens zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis sind fernerhin Temperaturänderungsmittel
bereitgestellt, mittels derer die PCR-Lösung auf vorgegebene Temperaturen
geheizt und/oder gekühlt
werden kann. Derartige Temperaturänderungsmittel können entweder
direkt oder indirekt die PCR-Lösung heizen
oder kühlen.
Eine direkte Temperaturerhöhung
kann beispielsweise auf einer direkten Strahlungsheizung oder einer
Widerstandsheizung beruhen. Eine Kühlung kann etwa durch geeignet
angeordnete Peltierelemente oder aber auch durch ein Kühlmedium,
beispielsweise Luft, bewirkt werden, welches mit einem Wärmeaustauscher
in Verbindung steht. Die Temperaturänderungsmittel gewährleisten
dabei, dass ein möglichst
schnelles und genaues Wechseln der für die einzelnen PCR-Reaktionsschritte
notwendigen Temperaturen ermöglicht
wird.
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In
einer weiterführenden
Ausführungsform des
Verfahrens ist vorgesehen, dass die Temperaturänderungsmittel ein Wärmemedium
heizen und/oder kühlen,
welches über
das Substrat die PCR-Lösung
indirekt heizt und/oder kühlt.
Ferner ist zu berücksichtigen,
dass die Wärmekapazität des Substrats
selbst gering und die Wärmeleitfähigkeit möglichst
groß ist.
Ausführungsgemäß kann das Wärmemedium
flächig
in Wechselwirkung stehen, oder aber auch dieses in dafür vorgesehenen
Führungsmitteln,
beispielsweise in Kanälen,
durchdringen. Mittels der Heizung oder Kühlung des Substrats wird bei
geeignetem Kontakt der PCR-Lösung
mit dem Substrat die Temperatur der PCR-Lösung entsprechend verändert. Folglich
können
die für
den Ablauf der PCR-Reaktionsschritte notwendigen Temperaturbedingungen
gewährleistet
werden.
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In
einer vorteilhaften Ausführung
des Verfahrens ist vorgesehen, dass elektromagnetische Strahlung
im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime aus der Strahlungsquelle in
die PCR-Lösung vor
und/oder nach einem Schritt der Denaturierung, und/oder der Primerhybridisierung
und/oder der Elongation eingestrahlt wird. Dementsprechend können die
Ausgangsbedingungen sowie Reaktionserfolge nach jeder der in der
PCR-Amplifikation stattfindenden Reaktionsschritte mittels eines
spektroskopischen Nachweises überprüft werden.
Sollte sich etwa durch den Nachweis herausstellen, dass die Ausgangsvoraussetzun gen
für einen
nachfolgenden PCR-Reaktionsschritt ungünstig sind, können entsprechende Veränderungen
der Reaktionsbedingungen, beispielsweise in der Temperaturwahl,
vorgenommen werden, um einen verbesserten Erfolg herbeizuführen. In
einer alternativen Ausgestaltung kann auch die elektromagnetische
Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime während der PCR-Amplifikation
stattfindenden Reaktionsschritte der Denaturierung, der Primerhybridisierung
oder der Elongation eingestrahlt werden, um beispielsweise Rückschlüsse auf
das zeitliche Bindungsverhalten einzelner molekularer Bausteine
zu gewinnen.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird
die Frequenz der elektromagnetischen Strahlung ausgewählt, um
definierte vibratorische Anregungsmoden von einzel- und/oder doppelsträngigen Polynucleotidsequenzen zu
erregen, um diese, insbesondere die für das Vorliegen von Hybridisierungszuständen von
doppelsträngigen
Polynucleotidsequenzen charakteristischen Moden, nachzuweisen. Folglich
kann während der
PCR-Amplifikation das Vorliegen bestimmter molekularer Strukturen
der Polynucleotidsequenzen nachgewiesen werden, mittels derer die
Qualität
des Ablaufs der PCR-Amplifikation überprüft und nachgewiesen
werden kann. Weiterhin kann auch nach erfolgtem Nachweis der Polynucleotidsequenzen
ein Abbruch der PCR-Amplifikation eingeleitet werden. Insbesondere
kann auch über
den Nachweis der Verschiebung der Anregungsfrequenz definierter
Anregungsmoden ein Rückschluss
auf die Struktur der Polynucleotidsequenzen, insbesondere auf deren Hybridisierungszustand,
gewonnen werden.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung werden während
der PCR-Amplifikation zeitlich vorausgehende Nachweise mittels der
elektromagnetischen Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime
als Untergrund für
zeitlich nachfolgende Nachweise in der Analyse der Nachweise berücksichtigt.
Die zeitlich vorausgehenden Nachweise können für die Untergrundsubtraktion,
welche in Extinktionsmessungen unerlässlich sind, entweder in direkter,
gemittelter, oder in gefilterter Weise von nachfolgenden Nachweisen
abgezogen werden. Dieser für
den Erhalt von quantitativen Ergebnissen notwendige Schritt der
Untergrundsubtraktion bedarf somit keiner weiteren Vorkenntnisse über das
konkrete Extinktionsverhalten der PCR-Anordnung, sondern erlaubt
eine gute Untergrundbestimmung in zeitlich naher Weise.
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In
einer weiteren Ausführungsform
des Verfahrens zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis von Polynucleotidsequenzen
wird elektromagnetische Strahlung im Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime aus der Strahlungsquelle
vor Durchführen
einer PCR- Amplifikation
in eine Lösung von
in der PCR-Amplifikation zu verwendenden Ausgangssubstanzen eingestrahlt,
um chemische oder physikalische Eigenschaften einzelner Ausgangssubstanzen,
insbesondere deren Qualität,
Spezifität und
deren Bindungsverhalten, mittels spektroskopischer Nachweise zu
bestimmen. Hierbei ist anzuführen,
dass typischerweise vor dem Durchführen einer Real-Time-quantitative
PCR die meisten Anwender von PCR-Amplifikationen die Qualität bzw. Spezifität und deren
Bindungsverhalten (Qualität
der Polynucleotidsequenzen, Primerbindung, Primerspezifität, Amplifikationsmengen)
aus Kostengründen
in einer PCR-Vorrichtung, welche nicht die Möglichkeit eines spektroskopischen
Real-Time-Nachweises unter Einsatz von Fluoreszenzmessungen bereit
hält, testen.
Gemäß einer
Durchführung
des ausführungsgemäßen Verfahrens
kann folglich diese separate Überprüfung entfallen,
und die physikalischen und chemischen Eigenschaften einzelner Ausgangssubstanzen
mittels einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung direkt
bestimmt werden. Weiterhin sind die in PCR-Amplifikationen typischerweise
verwendete Primer für
die Verwendung in gewöhnlichen
PCR-Anordnungen ohne spektroskopischen Real-Time-Nachweis ausgelegt,
und erfordern in der Verwendung in einer PCR-Anordnung mit spektroskopischem
Real-Time-Nachweis auf der Grundlage des Einsatzes von Fluoreszenzmarken
eine neuerliche Optimierung der Reaktionsbedingungen für die die Primer
enthaltenden PCR-Lösung
mit Fluoreszenzmarkern. Diese erneute Optimierung wird meist deswegen
notwendig, weil der Zusatz von Fluoreszenzmarken die Schmelzpunkte
der Polynucleotidsequenzen und damit die Primerbindung beeinflusst. Kann
die Primerbindung bzw. Primerspezifität vorab in einer PCR-Anordnung bestimmt
werden, in welcher zu einem späteren
Zeitpunkt auch die spektroskopischen Real-Time-Nachweise von Polynucleotidsequenzen
mit Giga-Hertz oder Tera-Hertz
Strahlung durchgeführt
werden, entfallen folglich aufwändige Optimierungsanstrengungen.
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Weiterhin
sei auch darauf hingewiesen, dass die in Floureszenzmessungen im
UV-Regime eingesetzten Reaktionsgefäße aufgrund von Verschmutzungen,
wie beispielsweise Fingerabdrücken,
leicht Anlass zu Fehlmessungen sein können und daraus mitunter falsche
Absorptionswerte resultieren können.
Elektromagnetische Strahlung im Giga-Hertz oder Tera-Hertz Regime
ist aufgrund der größeren Wellenlänge weitaus
unempfindlicher gegenüber derartiger
Verunreinigungen der Reaktionsgefäße sowie auch der Pufferlösungsbestandteile.
Zudem entfällt
entsprechend der vorliegenden Verfahrens die Verwendung von verdorbenen
oder ungenau angesetzten Fluoreszenzfarbstoffen als mögliche Fehlerquelle
für den
spektroskopischen Nachweis.
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Weitere
Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben,
die anhand der Abbildungen näher
erläutert
werden.
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Hierbei
zeigen:
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1 ein
Flussdiagramm zur Veranschaulichung der zeitlichen Abfolge einzelner
Schritte in einem Verfahren zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis
von Polynucleotidsequenzen in einer PCR-Amplifikation gemäß einer
ersten Ausführungsform
der Erfindung;
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2 eine
schematische Darstellung des Extinktionsverhaltens einer PCR-Lösung im
Verlauf einer PCR-Amplifikation bei Strahlungsfrequenzen, welche
mit Anregungszuständen
vorbestimmter Polynucleotidsequenzen in einer PCR-Lösung übereinstimmen;
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3 eine
Teilansicht einer schematischen Darstellung einer zweiten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen PCR-Anordnung;
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4 eine
Teilansicht einer dritten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung;
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5 eine
Teilansicht einer vierten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung;
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6 eine
Teilansicht einer fünften
Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung;
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7 eine
sechsten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung,
welche auf der in 5 gezeigten Teilansicht der
vierten Ausführungsform
beruht;
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8 eine
schematische Darstellung des Extinktionsverhaltens einer zur Herstellung
einer PCR-Lösung
verwendeten Pufferlösung
sowie einer Polynucleotidsequenz im Frequenzregime der Giga-Hertz-
und/oder Tera-Hertz-Regime.
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1 zeigt
ein schematisches Flussdiagramm des typischen Ablaufes einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis von Polynucleotidsequenzen 10 in
einer PCR-Amplifikation. In einem solchen Verfahren bedarf es zunächst der
Bereitstellung einer Pufferlösung 13 in
welcher die für die
Herstellung einer PCR-Lösung
notwendigen Ausgangssubstanzen aufgenommen oder gelöst werden.
Notwendige Ausgangssubstanzen 12 sind die zu replizierende
Polynucleotidsequenz 10, geeignete Primer, eine Polymerase
sowie Desoxynukleosidtriphosphate zur Synthetisierung von Polynucleotidsequenzen.
Bereits vor der Herstellung der PCR-Lösung 11 kann die Qualität, Spezifität und das
Bildungsverhalten einzelner Ausgangssubstanzen 12 in einem
spektroskopischen Real-Time-Nachweis bestimmt werden. Dieser Nachweis
findet zu einem in der 1 mit 1 dargestellten Zeitpunkt
statt. Nach Herstellung der PCR-Lösung 11 können erneut
weitere spektroskopische Real-Time-Nachweise der PCR-Lösung 11 vorgenommen
werden (Zeitpunkt 2). Erst dann findet durch die Wiederholung der PCR-Reaktionsschritte
der Denaturierung, Primerhybridisierung, und Elongation eine Vervielfältigung
der zu replizierenden Polynucleotidsequenzen statt, wobei nach jedem
erfolgten PCR-Reaktionsschritt spektroskopische Real-Time-Nachweise
durchgeführt werden
können
(Zeitpunkte 3, 4 und 5). Hierbei werden bevorzugt Anregungszustände der
einsträngigen Polynucleotidsequenzen
nach dem PCR-Reaktionsschritt der Denaturierung gemessen (Zeitpunkt
3), wobei Anregungszustände
von doppelsträngigen
Polynucleotidsequenzen in geeigneter Weise nach dem PCR-Reaktionsschritt
der Elongation (Zeitpunkt 5) gemessen werden. Mittels des ausführungsgemäßen Verfahrens
können
somit spektroskopische Real-Time-Nachweise während der gesamten Abfolge
der PCR-Amplifikation
ausgeführt
werden, und der zeitliche Verlauf der in der PCR-Amplifikation auftretenden
Polynucleotidsequenzen auch quantitativ charakterisiert werden.
Ferner ist es natürlich
auch möglich,
noch nach Ablauf der PCR-Amplifikation spektroskopische Nachweismessung
durchzuführen.
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Sollte
gemäß einem
erfindungsgemäßen Aspekt
des vorliegenden Verfahrens der PCR-Reaktionsschritt der Denaturierung durch
Einstrahlung von elektromagnetischer Strahlung im Tera-Hertz-Regime
bewirkt werden, so würde
dieses Verfahren eine Einstrahlung von entsprechender elektromagnetischer
Strahlung zum Zeitpunkt des Ablaufes der Denaturierung erfolgen.
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2 zeigt
eine schematische Darstellung des Extinktionsverlaufes in einer
PCR-Lösung,
welcher nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung mit elektromagnetischer Strahlung im
Giga-Hertz- oder Tera-Hertz-Regime spektroskopisch bestimmt wer den
kann. Die Frequenz der eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung
ist dabei so gewählt,
dass diese mit der Frequenz von vorbestimmten Anregungszuständen einzelner
Polynucleotidsequenzen übereinstimmt
und nach entsprechender Einstrahlung in die PCR-Lösung von
diesen abgeschwächt
wird. Da in einer PCR-Amplifikation typischerweise die Anzahl an
zu replizierenden Polynucleotidsequenzen zeitlich exponentiell zunehmend ist,
liegen die Messpunkte spektroskopischer Real-Time-Nachweise zur
Extinktion auf einer Kurve mit exponentiellem Verlauf. Vorliegend
sind die einzelnen Nachweise der Extinktion der PCR-Lösung durch
Kreuze veranschaulicht. Der Zeitverlauf bestimmt sich dabei nach
physikalischen wie nach chemischen Größen, welche die Effizienz bzw.
Geschwindigkeit der PCR-Amplifikation beeinflussen können. Aus
den Extinktionsmessungen kann nachfolgend mittels rechnerischer
Methode die Menge an spezifischen Polynucleotidsequenzen bestimmt
werden.
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In
der praktischen Durchführung
von spektroskopischen Real-Time-Nachweisen von Polynucleotidsequenzen
während
der PCR-Amplifikation findet man, dass nur solche Nachweise oberhalb
einer vorbestimmten Detektionsschwelle D1 eindeutige Nachweisergebnisse
liefern, welche auch zur weiteren Auswertung verwendet werden können. Nachweiswerte
unterhalb dieser Detektionsschwelle D1 sind
lediglich theoretischer Natur, da das Signal-zu-Rauschverhältnisse
keine eindeutige Extinktionsbestimmungen erlauben. Der früheste Zeitpunkt T1 für
einen eindeutigen spektroskopischen Real-Time-Nachweis tritt folglich
dann auf, wenn die gemessene Extinktion über der Detektionsschwelle
D1 liegt. Durch eine entsprechende Frequenzwahl
der eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung kann erreicht werden,
dass eine Detektionsschwelle D2 möglichst
gering ist und unter der der Detektionsschwelle D1 für elektromagnetische
Strahlung anderer Frequenzen liegt. Folglich müssen weniger PCR-Reaktionsschritte
durchlaufen werden als in herkömmlichen Real-Time-quantitative
PCR-Verfahren. Ferner ist auch der früheste Zeitpunkt T2 möglichst
gering, insbesondere kürzer
als T1 für
elektromagnetische Strahlung der anderen Frequenzen.
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3 zeigt
eine Teilansicht einer schematischen Darstellung einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen PCR-Anordnung
zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis von Polynucleotidsequenzen
in einer PCR-Amplifikation. Gemäß dieser Ausführungsform
emittiert eine Strahlungsquelle 20 elektromagnetische Strahlung
im Giga-Hertz- und/oder Tera-Hertz-Regime in eine PCR-Lösung 11. Die
PCR-Lösung 11 befindet
sich in dem Aufnahmebereich 23 eines Substrats 24,
welches durch seine Formung die Schichtdicke S der PCR-Lösung definiert,
durch welche die elektromagnetische Strahlung 21 hindurch strahlt.
Ein derartiger Aufnahmebereich 23 ist vorliegend durch
ein wenigstens teilweise begrenztes Volumen, wie einem Behälter ausgebildet. Die
Frequenz der Strahlung ist dabei derart eingestellt, dass sie mit
der Frequenz vorbestimmter Anregungszustände sich in der PCR-Lösung 11 befindender
Polynucleotidsequenzen 10 übereinstimmt. Nach Transmission
der eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung 21 durch
den Querschnitt des Aufnahmebereichs 23 wird die entsprechend
geschwächte
Intensität
der elektromagnetischen Strahlung 21 von einem Detektor 22 nachgewiesen.
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Vorliegend
wurde verzichtet, die im optischen Aufbau typischen weiteren optischen
Elemente wie Fokussierelemente, Kollimationselemente, Strahlführungselemente
und Filter anzugeben. Das zusätzliche
Vorsehen solcher herkömmlicher
optischer Elemente zur Strahlkonditionierung stellen sich für einen
Fachmann als offensichtlich dar.
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4 zeigt
eine weitere Teilansicht einer Ausführungsform einer PCR-Anordnung
zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis von Polynucleotidsequenzen
in einer PCR-Amplifikation.
Im Gegensatz zum Aufnahmebereich 23 der ersten Ausführungsform
gemäß 3,
sieht die zweite Ausführungsform
gemäß 4 keinen
doppelwandigen Aufnahmebereich 23 vor, sondern lediglich
einen einwandigen, an welchen die PCR-Lösung 11 aufgenommen
ist. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Filmauftrag einer
PCR-Lösung
auf den Aufnahmebereich 23 des Substrats handeln. Weiterhin
kann auch die Anordnung der PCR-Lösung 11 auf dem Aufnahmebereich 23 des
Substrats 24 im Feld der Erdanziehung so orientiert sein,
dass während
des spektroskopischen Real-Time-Nachweises
eine gleichbleibende Schichtdicke S gewährleistet werden kann. Zudem
kann der Aufnahmebereich 23 des Substrats 24 noch
konstruktive Anordnungen enthalten, welche die Adhäsion zwischen
PCR-Lösung 11 und
dem Aufnahmebereich 23 des Substrats 24 erhöhen. Solche
Anordnungen sind beispielsweise feine Oberflächenstrukturen, welche ein
Festhaften der PCR-Lösung 11 auf
dem Substrat 24 unterstützen.
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5 zeigt
eine Teilansicht einer vierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen PCR-Anordnung zum spektroskopischen
Real-Time-Nachweis von Polynucleotidsequenzen in einer PCR-Amplifikation.
Bei dieser ist die Richtung der aus der Strahlungsquelle 20 emittierten
elektromagnetischen Strahlung 21 und die Richtung der von
dem Detektor 22 nachgewiesenen Strahlung nicht in Verlängerung zueinander
angeordnet. Vielmehr wird die elektromagnetische Strahlung 21 von
der PCR-Lösung 11 und/oder
dem Substrat des Aufnahmebereichs 23 derart umgelenkt,
dass kein geradliniger Strahlengang erfolgt. Ein derartiger Strahlengang
ist etwa bei Streuungsmessungen vorteilhaft. Eine derartige relati ve
Anordnung von Strahlungsquelle 20 und Detektor 22 kann
zudem zu einer verbesserten räumlichen Anordnung
verschiedener Komponenten beitragen, welche zur Verringerung der
Gesamtgröße der ausführungsgemäßen PCR-Anordnung
beiträgt.
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Im
Vergleich zu den Ausführungsformen
des freien Strahlenganges der elektromagnetischen Strahlung 21 in
den Darstellungen gemäß 3 bis 5 wird
in der Teilansicht der Ausführungsform gemäß 6 die
elektromagnetische Strahlung 21 in einem für den Frequenzbereich
der Strahlung geeigneten Wellenleiter W geführt. Hierbei kann die elektromagnetische
Strahlung 21 direkt an der Strahlungsquelle 20 in
den Wellenleiter W eingekoppelt werden oder jedoch erst nach geeigneter
Konditionierung. Entsprechend kann der Wellenleiter W mit dem Detektor 22 direkt
in Verbindung stehen oder die Strahlung erst für den Nachweis mittels des
Detektors 22 konditioniert werden. Der Wellenleiter W ist dazu
ausgebildet, in dem Aufnahmebereich 23 elektromagnetische
Strahlung 21 als evaneszentes Strahlungsfeld abzugeben,
welches folglich durch die Wechselwirkung mit einer auf dem Wellenleiter
W äußerlich
aufgebrachten PCR-Lösung
eine Extinktion der elektromagnetischen Strahlung 21 hervorrufen kann.
Die Ausführungsformen
des Wellenreiters W können
isolierte Wellenleiterstrukturen umfassen, oder jedoch auch in weitere
Aufnahmevorrichtungen integrierte Wellenleiterabschnitte. In einer
bevorzugten Ausführungsform
ist der Wellenleiter W in einer Chipkonstruktion integriert.
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7 zeigt
eine auf der Teilansicht der vierten Ausführungsform in 5 beruhenden
Ausführungsform
einer PCR-Anordnung zum spektroskopischen Real-Time-Nachweis von
Polynucleotidsequenzen in einer PCR-Amplifikation, welche als weiteres
Element die Temperaturänderungsmittel 25 darstellt,
die mit dem Substrat 24 des Aufnahmebereichs 23 wechselwirkt.
Die Temperaturänderungsmittel 25 sind
dafür ausgebildet,
das Substrat 24 auf der Seite zu heizen und/oder zu kühlen, welche
der Seite des Aufnahmebereiches 23 zur Aufnahme der PCR-Lösung 11 gegenüberliegt.
Durch die Veränderung
der Temperatur des Substrats 24 erfolgt durch entsprechende
Wärmeleitung
eine Temperaturänderung
der PCR-Lösung 11.
Ist der Wärmewiderstand des
Substrates 24 gering, sowie die Wärme- und/oder Kühlleistung
der Temperaturänderungsmittel 25 im
Vergleich zur Wärmekapazität der aufgetragenen
PCR-Lösung 11 groß, erfolgt
eine relativ schnelle Temperaturänderung
der PCR-Lösung 11, und
eine rasche Abfolge der sich wiederholenden PCR-Reaktionsschritte
kann gewährleistet
werden. Zur verbesserten Wärmeleitung
kann zwischen den Temperaturänderungsmitteln 25 sowie
dem Substrat 24 Mittel vorgesehen sein, die eine Wärmeleitung
unterstützen.
In einer Ausführungsform
der erfindungsgemäßen PCR-Anordnung
können
die Temperaturänderungsmittel 25 einen
Luft strom heizen und/oder kühlen,
welcher direkt auf das Substrat 24 geleitet wird, und nach
entsprechender Wärmeleitung
durch das Substrat 24 die Temperatur der PCR-Lösung 11 entsprechend ändert.
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8 zeigt
das Extinktionsverhalten 13' der zur
Herstellung der PCR-Lösung 11 notwendigen Pufferlösung 13 sowie
das Extinktionsverhalten 10' vorbestimmter
Anregungszustände
der nachzuweisenden Polynucleotidsequenz 10 in einem Frequenzbereich
des Giga-Hertz- bzw. Tera-Hertz-Regimes. Aufgrund ihres Brechungsverhaltens
variiert die Extinktion der Pufferlösung 13 über einen
vorbestimmten Frequenzbereich nachweisbar. Viele laborübliche Pufferlösungen 13 weisen
ein derartiges Extinktionsverhalten auf. Für den möglichst rauscharmen Nachweis
eines Anregungszustandes einer Polynucleotidsequenz 10 kann
es erforderlich sein, eine Pufferlösung 13 zu wählen, welche
in dem Frequenzbereich des bezeichneten Anregungszustandes der Polynucleotidsequenz 10 ein
Minimum ihres Extinktionsverhaltens aufweist. Dementsprechend ist
die Extinktion der in die PCR-Lösung 11 eingestrahlten
elektromagnetischen Strahlung 21 durch die Pufferlösung 13 im
Vergleich zur Extinktion durch die Polynucleotidsequenzen 10 in
der PCR-Lösung 11 gering,
und der Extinktionsnachweis des Anregungszustandes der Polynucleotidsequenz 10 erfolgt
mit nur geringer Störung
durch die Pufferlösung 13.
Durch entsprechende Wahl oder Einstellung der Pufferlösung 13 auf
die nachzuweisende Polynucleotidsequenz 10 und deren Anregungsfrequenz
kann ein vorteilhaftes Signal zu Rauschverhältnis erreicht werden.
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An
dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen
Teile für
sich allein gesehen und in jeder Kombination, insbesondere den in Zeichnungen
dargestellten Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Änderungen
hiervon sind dem Fachmann geläufig.
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- 10
- Polynucleotidsequenz
- 10'
- Extinktion
des Anregungszustandes einer Polynucleotidsequenz
- 11
- PCR-Lösung
- 12
- Ausgangssubstanz
- 13
- Pufferlösung
- 13'
- Extinktion
der Pufferlösung
- 14
- Marker
- 20
- Strahlungsquelle
- 21
- Elektromagnetische
Strahlung
- 22
- Detektor
- 23
- Aufnahmebereich
- 24
- Substrat
- 25
- Temperaturänderungsmittel
- 26
- Wärmemedium
- S
- Schichtdicke
- W
- Wellenleiter
- D1
- Detektionsschwelle
- D2
- Detektionsschwelle
- T
- Frühester Zeitpunkt
für die
Detektion