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Die
Erfindung betrifft ein aktives, hydraulisch dämpfendes
Lager, insbesondere Motorlager für ein Kraftfahrzeug, das
folgende Bestandteile enthält:
- – eine
Aufhängung für eine Last
- – eine mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllte
Arbeitskammer, die durch ein Elastomerbauteil begrenzt ist,
- – eine Membran, deren eine Oberfläche der
Arbeitskammer zugewandt ist und die derart aufgehängt ist,
dass sie in Längsrichtung des Lagers auslenkbar ist,
- – mindestens einen Linearaktor,
- – einen Wegübersetzungsmechanismus, der einerseits
mit dem Aktor und andererseits mit der Membran in Wirkverbindung
steht.
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Aktive
Motorlager für Kraftfahrzeuge sind aus dem Stand der Technik
seit langem bekannt. Ein aktives Motorlager verfügt über
eine Arbeitskammer, die über einen Ringkanal mit einer
Ausgleichskammer verbunden ist. Wenn in das Motorlager Schwingungen
mit niedrigen Frequenzen eingeleitet werden, fließt aus
der Arbeitskammer über den Ringkanal Hydraulikflüssigkeit
in die Ausgleichskammer und zurück. Hierbei werden die
in das Motorlager eingeleiteten Schwingungen gedämpft.
Wenn in das Motorlager Schwingungen mit hohen Frequenzen eingeleitet
werden, ist der Ringkanal dynamisch verschlossen, so dass durch
den Ringkanal keine Hydraulikflüssigkeit von der Arbeitskammer
in die Ausgleichskammer übertreten kann. Deshalb soll für
hochfrequente Schwingungen, die in das Motorlager eingeleitet werden,
eine möglichst gute Isolation zwischen dem Motor und der
Karosserie des Kraftfahrzeuges erreicht werden, so dass ein möglichst
geringer Anteil der Schwingungen in die Karosserie eingeleitet wird. Zur Erreichung
dieses Ziels verfügt ein aktives Motorlager über
eine Membran, die in Längsrichtung des Lagers auslenkbar
ist und die mit einem Aktor angesteuert wird. Die Membran wird durch
den Aktor derart gesteuert, dass das Volumen der Arbeitskammer des
Motorlagers auch dann möglichst konstant gehalten wird,
wenn in das Motorlager hochfrequente Schwingungen eingeleitet werden.
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Ein
Lager der eingangs genannten Art ist aus der
DE 38 21 368 C2 bekannt.
Bei dem aus dieser Druckschrift bekannten Motorlager wird die Membran mit
Hilfe eines Linearaktors in Form eines piezoelektrischen Aktors
angesteuert. Die Verwendung eines piezoelektrischen Aktors hat den
Vorteil, dass in ihm bei Anlegung einer hochfrequenten Spannung
auf einfache Art und Weise hochfrequente Längenänderungen
erzeugt werden können. Die Längenänderungen
werden auf die Membran des Motorlagers übertragen, was
zu dem gewünschten Volumenausgleich der Arbeitskammer mit
Hilfe der Membran führt. Piezoelketrische Aktoren weisen
jedoch den Nachteil auf, dass in ihnen nur kleine Längenänderungen
erzeugt werden können. Aus diesem Grunde wurde in der
DE 38 21 368 C2 auch
schon vorgeschlagen, in dem Motorlager einen Wegübersetzungsmechanismus
vorzusehen, der einerseits mit dem Aktor und andererseits mit der
Membran in Wirkverbindung steht. Mit Hilfe des Wegübersetzungsmechanismus werden
kleine Längenänderungen des piezoelektrischen
Aktors in große Lageänderungen der Membran umgewandelt,
so dass die Membran große Wege zurücklegen und
große Volumina in der Arbeitskammer ausgleichen kann. Es
ist jedoch festzustellen, dass der aus der genannten Druckschrift
bekannte Wegübersetzungsmechanismus und damit das gesamte
Motorlager einen komplizierten Aufbau aufweist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein aktives, hydraulisch dämpfendes
Lager, insbesondere ein Motorlager für ein Kraftfahrzeug
zu schaffen, das bei hochfrequenten Schwingungen einen großen
Volumenausgleich in der Arbeitskammer ermöglicht und das
einen einfachen Aufbau aufweist.
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Die
Aufgabe wird gemäß den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der Wegübersetzungsmechanismus
aus einem Getriebe besteht, in dem die Wegübersetzung über ein
inkompressibel verformbares Medium erfolgt.
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In
dem erfindungsgemäßen aktiven Lager können
Linearaktoren aller Art zum Einsatz kommen, insbesondere elektroaktive
Elastomeraktoren, magnetostriktive Aktoren oder elektrostriktive
Aktoren.
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Der
mit der Erfindung erzielte Vorteil ist insbesondere darin zu sehen,
dass mit Hilfe des Linearaktors über das Getriebe ein großer
Volumenausgleich erfolgen kann und dass das Motorlager gleichzeitig
einen einfachen Aufbau aufweist. Ein weiterer Vorteil der Erfindung
ist darin zu sehen, dass der Linearktor zur Erzeugung einer Wegübersetzung über das
inkompressibel verformbare Medium in beliebiger Richtung auf dieses
einwirken kann, so dass die Orientierung des Linearaktors in dem
aktiven Motorlager frei wählbar ist. Daher kann die Bauform
des aktiven Motorlagers besonders gut an die Erfordernisse in dem
Kraftfahrzeug angepasst werden. Ein weiterer Vorteil der Erfindung
ist schließlich darin zu sehen, dass auf einfache Art und
Weise mehrere Linearaktoren in das aktive Motorlager eingebracht werden
können, von denen jeder auf das inkompressibel verformbare
Medium zur Erzeugung einer Wegübersetzung einwirkt. Somit
können mit Hilfe des erfindungsgemäßen
aktiven Motorlagers besonders einfach besonders große Wegübersetzungen
erzielt werden, obwohl in jedem einzelnen Linearaktor nur eine kleine
Längenänderung erzeugt wird.
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Ein
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 ist dadurch gekennzeichnet,
dass
- – der Aktor über eine
Wirkfläche mit dem inkompressibel verformbaren Medium in
Wirkverbindung steht, und
- – das Getriebe einen Kolben enthält, der über
seine erste Stirnfläche mit dem inkompressibel verformbaren
Medium und über seine zweite Stirnfläche mit dem
Element in Wirkverbindung steht, wobei die Wirkfläche größer
ist als die erste Stirnfläche, und wobei
- – die restliche Oberfläche des inkompressiblen Mediums
zumindest weitgehend starr eingespannt ist.
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Der
Vorteil der Weiterbildung ist darin zu sehen, dass sowohl der Aktor
als auch der Kolben direkt auf das inkompressilbel verformbare Medium,
in dem die Wegübersetzung erfolgt, direkt einwirkt, und das
Getriebe daher einen einfachen Aufbau aufweist.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 ist der Kolben mit der
Oberfläche der Membran verbunden, die der Arbeitskammer
abgewandt ist. Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen,
dass die Membran von einem Getriebe ansteuerbar ist, das komplett
von der Arbeitskammer getrennt ist und nicht mit der Hydraulikflüssigkeit
in der Arbeitskammer in Berührung kommt. Somit können
keine Abdichtungsprobleme auftreten.
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Grundsätzlich
kann zur Ausführung der Erfindung jedes inkompressibel
verformbare Medium verwendet werden. So ist es beispielsweise möglich, als
inkompressibles verformbares Medium eine inkompressible verformbare
Flüssigkeit zu verwenden. Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 4 ist das inkompressible
verformbare Medium jedoch vorzugsweise als Elastomerbauteil ausgebildet.
Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass es sich
bei einem Elastomerbauteil um ein Standardbauteil handelt und die
Verwendung eines Elastomerbauteils auf einfache Art und Weise möglich
ist. So kann ein Elastomerbauteil beispielsweise verwendet werden,
ohne dass weitere Dichtungen, die das Getriebe nach außen
abdichten, verwendet werden müssen (im Gegensatz dazu könnte
eine Flüssigkeit nur unter Verwendung von Dichtungen eingesetzt
werden). Ein weiterer Vorteil der Weiterbildung ist darin zu sehen,
dass ein Elastomerbauteil auf einfache Art und Weise in beliebiger
Form ausgebildet werden kann. Das Elastomerbauteil kann daher mit
geringem Aufwand an die Bauraumerfordernisse des Motorlagers angepasst
werden.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 sind die Wirkfläche
des Aktors und die erste Stirnfläche des Kolbens fest mit
dem Elastomerbauteil verbunden, und die zweite Stirnfläche des
Kolbens ist fest mit der Membran verbunden. Der Vorteil dieser Weiterbildung
ist darin zu sehen, dass sowohl mit dem Aktor als auch mit dem Kolben
sowohl Schub- als auch Zugkräfte auf das Elastomerbauteil
und auf die Membran übertragen werden können.
Somit kann mit Hilfe des Aktors die Membran sowohl aufwärts
als auch abwärts bewegt werden.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 6 weist das Lager mehrere
Aktoren auf, von denen jeder über eine Wirkfläche
mit dem inkompressibel verformbaren Medium in Wirkverbindung steht,
wobei die Summe der Stirnflächen größer ist
als die erste Stirnfläche des Kolbens. Ein Vorteil dieser
Weiterbildung ist darin zu sehen, dass jeder einzelne Aktor über
eine kleine Wirkfläche verfügen kann und somit
besonders klein ausgebildet sein kann. Somit ist es möglich,
mehrere kleine Aktoren innerhalb des Motorlagers unterzubringen,
so dass das Motorlager nur einen geringen Bauraum benötigt.
Ein weiterer Vorteil der Weiterbildung ist darin zu sehen, dass
mit mehreren Aktoren eine große Wegänderung der
Membran und damit ein großer Volumenausgleich erzeugt werden
kann, da sich die einzelnen von den Aktoren erzeugten Wegänderungen
in ihrer Wirkung addieren.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 7 stehen die Längsachse
eines jeden Aktors und die Längsachse des Kolbens senkrecht aufeinander.
Vorzugsweise ist der Kolben in Längsrichtung des Motorlagers
ausgerichtet, wobei die Aktoren dann in einer Querschnittsebene
des Motorlagers liegen. Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu
sehen, dass das Motorlager nur eine geringe Längsausdehnung
hat und somit in der Längsrichtung nur einen geringen Bauraum
benötigt.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 8 weist das inkompressible
verformbare Medium die Form eines Zylinders auf, wobei der mindestens
eine Aktor mit der Mantelfläche und der Kolben mit der
Stirnfläche des Zylinders in Wirkverbindung stehen. Der
Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass mit der Mantelfläche
des Zylinders besonders viele Aktoren in Wirkverbindung stehen können
und das Motorlager dennoch einen kompakten Aufbau aufweist.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 9 ist das inkompressible
verformbare Medium und jeder Aktor in eine Scheibe des Lagers integriert,
wobei zwischen der Membran und der Scheibe ein Freiraum verbleibt.
Ein Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass das inkompressible
verformbare Medium und jeder Aktor in die Scheibe eingebettet und
somit besonders gut vor äußeren mechanischen Belastungen
geschützt sind. Ein weiterer Vorteil dieser Weiterbildung
ist darin zu sehen, dass durch die Scheibe, in die das inkombressibel
verformbare Medium eingebettet ist, auf einfache Art und Weise eine
Einspannung des Mediums herbeigeführt wird. Vorzugsweise
besteht die Scheibe aus Kunststoff und wird in einem Gießverfahren hergestellt,
wobei der Aktor und das inkompressibel verformbare Medium direkt
in die Scheibe eingebettet werden.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 10 steht der Freiraum
zwischen der Scheibe und der Membran über mindestens einem Entlüftungskanal
mit der Umgebung der Scheibe in Verbindung. Der Vorteil dieser Weiterbildung
ist darin zu sehen, dass der Freiraum entlüftet wird, wenn
sich die Membran relativ zu der Drosselscheibe bewegt. Somit braucht
der Luftwiderstand, der sich in dem Freiraum bildet, nicht überwunden
zu werden.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 11 bestehen der Kolben
und die Membran aus einem Material geringer Dichte zwischen 1,0
g/cm3 und 3,0 g/cm3.
Vorzugsweise werden der Kolben und die Membran einteilig ausgebildet,
wobei als Material entweder Kunststoff oder Aluminium gewählt
wird. Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass
der Kolben und die Membran ein geringes Gewicht aufweisen. Somit
werden durch eine Bewegung des Kolbens und der Membran nur geringe
Kräfte in das Kraftfahrzeug eingeleitet.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 12 sind der Aktor und
das Getriebe in einer geschlossenen Kammer des Lagers angeordnet,
deren Deckel durch die Membran gebildet wird, die über
eine elastische Ringdichtung an der Seitenwand der Kammer befestigt
ist. Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass der
Aktor und das Getriebe gut vor mechanischen Belastungen geschützt
sind und darüber hinaus nicht mit der Hydraulikflüssigkeit
des aktiven Lagers in Berührung kommen.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 13 liegt die Kammer in
der Arbeitskammer und ist mit der Seitenwand der Arbeitskammer verbunden,
wobei die Kammer derart ausgerichtet ist, dass die der Arbeitskammer
zugewandte Oberfläche der Membran der Aufhängung
abgewandt ist. Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen,
dass sich aufgrund der Ausrichtung der Membran innerhalb der Kammer
die Kräfte, die in das aktive Lager eingeleitet werden,
und die Kräfte, die durch die Membran erzeugt werden, zumindest
zum Teil aufheben (näheres siehe Figurenbeschreibung).
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 14 ist die Kammer von
einem Ringkanal umfasst, der die Arbeitskammer des Lagers mit einer
Ausgleichskammer des Lagers verbindet. Der Vorteil dieser Weiterbildung
ist darin zu sehen, dass die Kammer komplett von der Arbeitskammer,
dem Ringkanal und der Ausgleichskammer des Lagers getrennt ist und
somit gegenüber der hydraulischen Flüssigkeit
im Lager komplett abgekapselt ist.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 15 ist der Linearaktor
als elektrostriktiver Aktor in Form eines piezoelektrischen Aktors ausgebildet.
Der Vorteil dieser Weiterbildung ist darin zu sehen, dass piezoelektrische
Aktoren häufig eingesetzt werden und daher einfach verfügbar
sind. Beispielsweise werden piezoelektrische Aktoren in Einspritzdüsen
von Dieselmotoren eingesetzt.
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Ein
Ausführungsbeispiel und weitere Vorteile der Erfindung
werden im Zusammenhang mit den nachstehenden Figuren erläutert,
darin zeigt:
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1 ein
aktives Lager in schematischer Darstellung,
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2 einen
Ausschnitt aus 1,
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3 einen
Querschnitt durch die 2,
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4 ein
aktives Lager in schematischer Darstellung.
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1 zeigt
ein aktives, hydraulisch dämpfendes Lager in Form eines
aktiven Motorlagers 2 für ein Kraftfahrzeug in
schematischer Darstellung. Derartige Motorlager 2 sind
an sich bekannt, so dass der grundsätzliche Aufbau hier
nur kurz erläutert werden soll. Das Motorlager 2 enthält
einen Zapfen 4, an dem der Motor eines Kraftfahrzeuges
aufgehängt wird. Ferner enthält das Motorlager 2 eine
Arbeitskammer 6, die mit einer Hydraulikflüssigkeit
gefüllt und durch ein Elastomerbauteil 8 begrenzt
ist. Die Arbeitskammer 6 des Motorlagers 2 steht über
einen Ringkanal 14 mit einer Ausgleichskammer 16 in
Verbindung, die durch einen Balg 18 begrenzt ist. Schließlich
enthält das Motorlager 2 eine Membran 10,
deren eine Oberfläche 12 der Arbeitskammer 6 zugewandt
ist (d. h., mit der Hydraulikflüssigkeit in der Arbeitskammer 6 in Berührung
steht) und die derart aufgehängt ist, dass sie in Längsrichtung
(angedeutet durch den Pfeil 20) des Motorlagers 2 auslenkbar
ist. Das Motorlager 2 kann über Flansche 22a und 22b mit
der Karosserie eines Kraftfahrzeuges verbunden werden.
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Die
Funktionsweise des aktiven Motorlagers 2 ist wie folgt:
Wenn über
den (nicht gezeigten) Motor Schwingungen mit einer niedrigen Frequenz
in das Motorlager 2 eingeleitet werden, wird Hydraulikflüssigkeit
von der Arbeitskammer 6 über den Ringkanal 14 in
die Ausgleichskammer 16 (bzw. in umgekehrter Richtung) überführt.
Hierbei werden aufgrund der Drosselwirkung des Ringkanals 14 die
in das Lager eingeleiteten Schwingungen gedämpft. Für
hochfrequente Schwingungen, die durch den Motor in das Motorlager 2 eingeleitet
werden, ist der Ringkanal 14 verschlossen, so dass dann
keine Hydraulikflüssigkeit zwischen der Arbeitskammer 6 und
der Ausgleichskammer 16 hin und her transportiert werden
kann. Deshalb erfolgt bei hochfrequenten Schwingungen, die in das
Motorlager 2 eingeleitet werden, in an sich bekannter Art
und Weise ein Volumenausgleich der Arbeitskammer 6 mittels
der Membran 10 mit dem Ziel, das Volumen der Arbeitskammer 6 konstant
zu halten. Wenn die durch den Motor in das Motorlager 2 eingeleitete
Kraft in Richtung der Membran 10 wirkt, so wird die Membran 10 zum
Volumenausgleich nach unten gezogen. Wirkt hingegen die von dem
Motor in das Lager eingeleitete Kraft in die umgekehrte Richtung, also
von der Membran 10 weg, so wird die Membran 10 zum
Volumenausgleich nach oben bewegt.
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Die
Bewegung der Membran 10 erfolgt mit Hilfe eines Linearaktors
in Form eines piezoelektrischen Aktors 24, der über
einen Wegübersetzungsmechanismus in Form eines Getriebes 26 mit
der Membran 10 in Wirkverbindung steht und diese antreibt
(piezoelektrischer Aktor 24 und Getriebe 26 sind
in der 1 lediglich schematisch dargestellt). Der piezoelektrische
Aktor 24 und das Getriebe 26 sind in einer geschlossenen
Kammer 28 des Motorlagers 2 angeordnet, die von
dem Ringkanal 14 umfasst wird. In dem Getriebe 24 erfolgt
die Wegübersetzung über ein inkompressibel verformbares
Medium. Wie dies im Einzelnen erfolgt, wird im Folgenden anhand
der 2 erläutert.
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2 zeigt
die in der 1 gezeigte Kammer 28 im
Detail. Der Deckel der zylinderförmigen Kammer 28 wird
durch die Membran 10 gebildet, die über eine Ringdichtung 30 an
der Seitenwand der Kammer 28 aufgehängt ist. Die
Ringdichtung 30 übernimmt die Funktion, dass sie
das Innere der Kammer 28 zur Arbeitskammer 6 des
Motorlagers 2 (siehe 1) abdichtet.
Darüber hinaus ermöglicht die Ringdichtung 30,
dass die Membran 10 in Richtung des Pfeils 20 (also
in Längsrichtung des Motorlagers 2) ausgelenkt
und hin- und herbewegt werden kann.
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In
der Kammer 28 ist der piezoelektrische Aktor 24 und
ein Getriebe 26 angeordnet, mit dem eine Wegübersetzung
erfolgt. Die Wegübersetzung erfolgt über ein inkompressibel
verformbares Medium, dass im gezeigten Ausführungsbeispiel
als Elastomerbauteil 32 ausgebildet ist. Neben dem Elastomerbauteil 32 verfügt
das Getriebe 26 über einen Kolben 34,
der mit seiner ersten Stirnfläche 36 mit dem Elastomerbauteil 32 in
Wirkverbindung steht. Mit seiner zweiten Stirnfläche 38 (in
der 2 gestrichelt dargestellt) steht der Kolben 34 mit
der Oberfläche 40 der Membran 10 in Wirkverbindung,
die der Arbeitskammer 6 des Motorlagers 2 (siehe 1) abgewandt
ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind der Kolben 34 und
die Membran 10, die die Form eines Stempels aufweist, einteilig
ausgebildet. Kolben 34 und Membran 10 bestehen
vorzugsweise aus einem Material geringer Dichte zwischen 1,0 g/cm3 und 3,0 g/cm3,
vorzugsweise aus Kunststoff oder Aluminium. Der piezoelektrische
Aktor 24 und das Elastomerbauteil 32 sind in einer
Kunststoffscheibe 46 eingebettet. Der Freiraum 48,
der zwischen der Kunststoffscheibe 46 und der Membran 10 verbleibt,
wird über einen Entlüftungskanal 50 in
die Umgebung entlüftet.
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Im
Folgenden wird erläutert, wie mit Hilfe des piezoelektrischen
Aktors 24 und mit Hilfe des Getriebes 26, bestehend
aus Elastomerbauteil 32 und Kolben 34, die Wegübersetzung
erfolgt. Der piezoelektrische Aktor 24 wird in an sich
bekannter Art und Weise elektrisch angesteuert, um die Membran 10 auszulenken.
Durch Anlegen einer hochfrequenten Wechselspannung kann der piezoelektrische
Aktor 24 in seiner Längsrichtung (angedeutet durch
den Pfeil 42) verlängert oder verkürzt
werden. Der Aktor 24 steht über eine Wirkfläche 44 mit
der Fläche F mit dem Elastomerbauteil 32 in Wirkverbindung.
Wird der Aktor 24 um die Strecke X verlängert,
so dringt er in das inkompressibel verformbare Elastomerbauteil 32 ein
und verdrängt dort das Volumen V = F × X. Aufgrund
der Inkompressibilität des Elastomerbauteils 32 muss
das von dem Aktor 24 verdrängte Volumen V an anderer
Stelle durch Verformung des Elastomerbauteils 32 ausgeglichen
werden. Die einzige Stelle, an der dieser Volumenausgleich erfolgen kann,
ist im Bereich der Stirnfläche 36 des Kolbens 34,
da die gesamte Oberfläche des Elastomerbauteils 32 komplett
von der Kunststoffscheibe 46 umgeben und in diese eingespannt
ist. Unter der Stirnfläche 36 des Kolbens 34 wird
das Volumen V1 = F × X verdrängt. Da die Stirnfläche
des Kolbens 36 die Fläche f aufweist, lässt
sich das verdrängte Volumen auch ausdrücken durch
V2 = f × y. Da aufgrund der Inkompressibilität
des Elastomerbauteils 32 V1 = V2 gilt, ergibt sich ein
Wegübersetzung y = (F/f) × X. Die Wegübersetzung
ergibt sich also dadurch, dass die Stirnfläche 36 des
Kolbens 34 kleiner ist als die Wirkfläche 44 des
Aktors 24. Ist z. B. die Stirnfläche 36 halb
so groß wie die Wirkfläche 44, so ergibt
sich y = 2X, d. h. die Längenveränderung des Aktors 24 wurde
mit Hilfe des Getriebes 26 und insbesondere mit Hilfe des
inkompressibel verformbaren Elastomerbauteils 32 verdoppelt.
Da der Kolben 34 direkt auf die Membran 10 wirkt,
wird die Membran 10 um den Weg y ausgelenkt.
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Vorzugsweise
ist die Wirkfläche 44 des Aktors 4 und
die erste Stirnfläche 36 des Kolbens 34 fest
mit dem Elastomerbauteil 32 verbunden. Durch diese festen
Verbindungen ist es möglich, dass die Membran 10 mit
Hilfe des Aktors 4 nicht nur in Richtung der Arbeitskammer 6 des
Motorlagers 2 (siehe 1) ausgelenkt
wird, sondern auch in die entgegen gesetzte Richtung. Bei einer
Verkürzung des Aktors um die Länge X wird nämlich
aufgrund der festen Verbindung zwischen der Wirkfläche 44 und
dem Elastomerbauteil 32 das Volumen V1 = F × X
aus dem Elastomerbauteil 32 „herausgezogen”.
Aufgrund des Volumenausgleichs wird der Kolben 34 um den Weg
y = (F/f) × X heruntergezogen wird, wodurch auch die Membran 10 um
den Weg y nach unten ausgelenkt wird. Somit ist mit Hilfe des in
der 2 gezeigten Getriebes ein Volumenausgleich in
der Arbeitskammer 6 des Motorlagers 2 (siehe 1)
unabhängig davon möglich, ob der Motor nach oben oder
nach unten ausgelenkt wird.
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Kann
aufgrund der an den Aktor 24 angelegten Wechselspannung
der Aktor maximal um Länge XMax verlängert bzw
verkürzt werden, kann die Membran 10 mit Hilfe
des in der 2 gezeigten Getriebes maximal
um den Weg ymax, der sich wie oben gezeigt ergibt, nach oben (also
in Richtung des Zapfens 4 (s. 1)) oder
nach unten (also von dem Zapfen 4 weg (s. 1))
ausgelenkt werden. Die Amplitude der Schwingung, die die Membran 10 bei Anlegen
einer Wechselspannung an den Aktor 24 ausführt,
beträgt also ymax.
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Aufgrund
der Entlüftung des Freiraums 48 braucht der Aktor 24 bei
einer Auf- und Abbewegung der Membran 10 nicht gegen einen
erhöhten Luftdruck zu arbeiten, der sich in einem abgeschlossenen
Freiraum 48 einstellen würde. Die Längsachse des
Aktors 24, die parallel zu dem Pfeil 42 verläuft und
die Längsachse des Kolbens 34, die parallel zu dem
Pfeil 20 verläuft, stehen senkrecht aufeinander, was
einen besonders kompakten Aufbau des in der 2 gezeigten
Getriebes erlaubt.
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In
dem in der 2 gezeigten Getriebe ist nur
ein einziger Aktor 24 gezeigt, der auf das Elastomerbauteil 32 einwirkt.
Es ist ebenfalls möglich, mehrere Aktoren 24 vorzusehen.
Dies ist in der 3 dargestellt, die eine Draufsicht
auf den Querschnitt entlang der in der 2 gezeigten
Linie III/III zeigt. Der 3 ist zu entnehmen, dass in
der Kunststoffscheibe 46 drei piezoelektrische Aktoren 24a, 24b und 24c angeordnet
sind, die jeweils um ca. 120° zueinander versetzt sind
und auf die Mantelfläche des zylinderförmigen
Elastomerbauteils 32 einwirken. Die Längsachse
eines jeden Aktors 24a bis 24c steht senkrecht
auf der Längsachse des Kolbens 34. Jeder Aktor 24a bis 24c ruft
die gleiche Wirkung auf das Elastomerbauteil 32 hervor,
wie es im Zusammenhang mit der 2 für
den Aktor 24 erläutert worden ist. Die einzelnen
Wegübersetzungen, die mit Hilfe der Aktoren 24a bis 24c und
mit Hilfe des Kolbens 34 erzeugt werden, addieren sich
aufgrund der Inkompressibilität des verformbaren Elastomerbauteils 32. Eine
Wegübersetzung mit Hilfe der Aktoren 24a bis 24c wird
dann erzeugt, wenn die Summe der Wirkflächen 44a bis 44c größer
ist als die erste Stirnfläche 36 des Kolbens 34,
d. h. es muss gelten, F1 + F2 + F3 > f. Geht man davon aus, dass alle drei
Aktoren 24a bis 24c eine Wirkfläche 44a bis 44c der
Größe F haben und in ihnen durch Anlegen einer
Spannung jeweils eine Längenänderung X herbeigeführt
wird, so ergibt sich für die herbeigeführte Wegübersetzung:
y
= (3F/f) × X, wobei y die Wegänderung bzw. die Auslenkung
des Kolbens 34 ist. Es besteht also die Möglichkeit,
mit Hilfe der drei Aktoren 24a bis 24c eine besonders
große Wegänderung y hervorzurufen (wenn nämlich
jede einzelne Wirkfläche F bereits größer
als die Stirnfläche f des Kolbens 34 ist). Alternativ
besteht die Möglichkeit, Aktoren 24a bis 24c mit einer
kleinen Wirkfläche zu verwenden, so dass erst die Summe
der drei Wirkflächen 44a bis 44c größer ist
als die erste Stirnfläche 36 des Kolbens 34.
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4 zeigt
ein Motorlager 2, dass weitestgehend genauso aufgebaut
ist, wie das in der 1 gezeigte Motorlager 2.
Der einzige Unterschied ist darin zu sehen, dass die Kammer 28,
in der der Aktor 24 und das Getriebe 26 angeordnet
ist, im Motorlager anders ausgerichtet ist. Die Kammer 28 liegt
in der Arbeitskammer 6 und ist über Streben 52 mit
dem oberen Gehäuseteil 54 des Motorlagers 2 verbunden.
Die Kammer 28 ist derart ausgerichtet, dass die der Arbeitskammer 6 zugewandte
Oberfläche 12 der Membran von dem Zapfen 4 abgewandt
ist. Eine derartige Orientierung der Kammer 28 in der Arbeitskammer 6 hat
den folgenden Vorteil: wenn in das Motorlager 2 über
den Zapfen 4 eine Kraft eingeleitet wird, die in Richtung
der Kammer 28 (in der Figur nach also „unten”)
wirkt, so muss die Membran 10 durch den Aktor 24 und
das Getriebe 26 nach oben bewegt werden, um den entsprechenden
Volumenausgleich zu bewirken. Hierdurch entsteht eine Kraft, die
in Richtung des Zapfens 4 (in der 4 also nach „oben”)
wirkt. Die beiden Kräfte sind also entgegengesetzt und
heben sich zumindest zum Teil auf, so dass in das (nicht gezeigte)
Kraftfahrzeug nur eine reduzierte Kraft eingeleitet wird. Im umgekehrten Fall,
wenn also an den Zapfen 4 eine nach oben gerichtete Kraft
angreift, muss die Membran 10 zum Volumenausgleich nach
unten bewegt werden, so dass es auch in diesem Fall dazu kommt,
dass sich die Kräfte zumindest zum Teil gegenseitig aufheben.
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- 2
- Motorlager
- 4
- Zapfen
- 6
- Arbeitskammer
- 8
- Elastomerbauteil
- 10
- Membran
- 12
- Oberfläche
- 14
- Ringkanal
- 16
- Ausgleichskammer
- 18
- Balg
- 20
- Pfeil
- 22a,
b
- Flansch
- 24
- Aktor
- 26
- Getriebe
- 28
- Kammer
- 30
- Ringdichtung
- 32
- Elastomerbauteil
- 34
- Kolben
- 36
- erste
Stirnfläche
- 38
- zweite
Stirnfläche
- 40
- Oberfläche
- 42
- Pfeil
- 44
- Wirkfläche
- 46
- Kunststoffscheibe
- 48
- Freiraum
- 50
- Entlüftungskanal
- 52
- Strebe
- 54
- oberes
Gehäuseteil
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 3821368
C2 [0003, 0003]