-
Technisches Gebiet
-
Die
Erfindung betrifft Fahrzeugsysteme mit Antriebsmotoren, insbesondere
Verbrennungsmotoren, sowie Verfahren zu deren Betreiben, wobei die Antriebseinheit
des Fahrzeugsystems bei einem Fehlerfall in einer Ersatzbetriebsart
betrieben wird.
-
Stand der Technik
-
Antriebsmotoren
in Fahrzeugsystemen werden in der Regel von Motorsteuergeräten angesteuert,
z. B. um externe Vorgaben, wie z. B. die Vorgabe eines Fahrerwunschmomentes
bei einem Verbrennungsmotor, in dem Antriebsmotor zu realisieren.
Die Motorsteuergeräte
sehen verschiedene Diagnosen bzw. Prüfungen vor, mit denen einzelne
Bauelemente des Motorsystems, wie z. B. ein Sensor, ein Steller und
dergleichen, sowie die in dem Motorsteuergerät ausgeführte Software auf ihre ordnungsgemäße Funktion
hin überprüft werden.
Wird ein Fehler eines Sensors, eines Stellers bzw. einer verwendeten
Softwareroutine festgestellt, so wird dieser dem Motorsteuergerät bzw. in
dem Motorsteuergerät
signalisiert.
-
Im
Falle eines erkannten Fehlers werden – meist nach einer vorgebbaren
Entprellzeit – Fehlerreaktionen
eingeleitet, die z. B. zu einer Drehzahlbegrenzung oder einer anderen
Begrenzung des Antriebsmotors im Rahmen einer Ersatzbetriebsart
führen.
-
Im
Allgemeinen erfolgt der Übergang
vom fehlerfreien Betrieb des Antriebsmotors zu der Ersatzbetriebsart
plötzlich,
so dass eine plötzliche
Momentenänderung
des Antriebsmomentes auftritt. Bei hierfür empfindlichen Fahrzeugen,
in denen das Motorsystem verwendet wird, z. B. einem Motorrad, Jet-Ski
und dgl. oder generell in kritischen Fahrsituationen kann es zu
einem nicht beherrschbaren Fahrzustand kommen, wie z. B. zum Schleudern
oder zum Überschlagen,
bzw. beim Beispiel des Jet-Skis zu einem Eintauchen des Fahrzeugs.
-
Es
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben
eines Motorsystems vorzusehen, wobei bei einem Auftreten eines Fehlers das
Motorsystem in einer Ersatzbetriebsart betrieben wird, wobei beim Übergang
in die Ersatzbetriebsart kein plötzlicher
Momentensprung auftreten soll.
-
Offenbarung der Erfindung
-
Diese
Aufgabe wird durch das Verfahren zum Einnehmen einer Ersatzbetriebsart
beim Betreiben eines Antriebsmotors in einem Motorsystem gemäß Anspruch
1 sowie durch die Vorrichtung gemäß dem nebengeordneten Anspruch
gelöst.
-
Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
-
Gemäß einem
ersten Aspekt ist ein Verfahren zum Einnehmen einer Ersatzbetriebsart
beim Betreiben eines Antriebsmotors in einem Motorsystem vorgesehen.
Eine Ansteuerung des Antriebsmotors erfolgt gemäß einer Ansteuergröße, um eine
Ausgangsgröße des Antriebsmotors
bereitzustellen, wobei bei Auftreten eines Fehlers die Ersatzbetriebsart eingenommen
wird. Beim Einnehmen der Ersatzbetriebsart wird der Antriebsmotor
so angesteuert, dass die Ausgangsgröße des Antriebsmotors von der
bei dem Auftreten des Fehlers vorliegenden Ausgangsgröße zu einer
durch einen Ersatzbetriebsartschwellenwert bestimmten Ausgangsgröße gemäß einem vorgegebenen
zeitlichen Verlauf reduziert wird.
-
Eine
Idee des obigen Verfahrens besteht darin, nach Erkennung eines Fehlers
den Übergang
von einer Normalbetriebsart zu einer Ersatzbetriebsart nicht sprunghaft
durchzuführen
und eine plötzliche Momentenänderung
aufgrund eines aufgetretenen Fehlers zu vermeiden. Dazu wird die
Ausgangsgröße, wie
z. B. die Drehzahl bzw. das Drehmoment, das von dem Antriebsmotor
abgegeben wird, an dem zuletzt festgestellten fehlerfreien Betriebszustand
ermittelt. Der so ermittelte Wert kann auf einen durch den Ersatzbetriebsartschwellenwert
vorgegebenen Wert kontinuierlich verringert werden, so dass stets ein
beherrschbarer Fahrzeugzustand beibehalten werden kann.
-
Weiterhin
kann der zeitliche Verlauf so gewählt werden, dass ein vorgegebener
Betrag des Gradienten der Ausgangsgröße nicht überschritten wird.
-
Es
kann vorgesehen sein, dass bei Auftreten des Fehlers die Ausgangsgröße auf einen
Schwellenwert begrenzt wird, wobei der Schwellenwert von der Ausgangsgröße zum Zeitpunkt
des Auftretens des Fehlers zu dem Ersatzbetriebsartschwellenwert gemäß dem vorgegebenen
zeitlichen Verlauf reduziert wird.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
kann die Ausgangsgröße von der
bei dem Auftreten des Fehlers vorliegenden Ausgangsgröße zu einer
durch einen Ersatzbetriebsartschwellenwert begrenzten Ausgangsgröße durch
sukzessives Reduzieren des Schwellenwerts auf den Ersatzbetriebsartschwellenwert
in zeitlich aufeinanderfolgenden Rechenschritten um einen absoluten
oder relativen Betrag reduziert werden.
-
Weiterhin
kann der Ersatzbetriebsartschwellenwert von einer Ausgangsgrößenvorgabe,
insbesondere einer Fahrpedalstellung eines Kraftfahrzeuges, abhängig bestimmt
werden.
-
Weiterhin
kann bei einer Normalbetriebsart, in der kein Fehler vorliegt, die
Ausgangsgröße des Antriebsmotors
auf einen Ausgangsgrößenschwellenwert
begrenzt werden, der größer ist
als der Ersatzbetriebsartschwellenwert.
-
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform kann
bei Auftreten eines Fehlers in dem Motorsystem der vor dem Auftreten
des Fehlers zuletzt gültige Wert
der Drehzahl als Ausgangsgröße zu einer
vorgegebenen Ersatzbetriebsartdrehzahl als Ersatzbetriebsartschwellenwert
gemäß dem vorgegebenen zeitlichen
Verlauf reduziert wird, wenn der zuletzt gültige Wert der Drehzahl größer ist
als die Ersatzbetriebsartdrehzahl.
-
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform kann
bei Auftreten eines Fehlers bei einer externen Fahrervorgabe die
zur Bestimmung der Ansteuergröße verwendete
Fahrervorgabe von der zuletzt vor dem Auftreten des Fehlers gültigen Fahrervorgabe zu
einer minimalen Fahrervorgabe gemäß dem zeitlichen Verlauf reduziert
werden.
-
Gemäß einem
weiteren Aspekt ist ein Motorsteuergerät zum Betreiben eines Antriebsmotors
vorgesehen, wobei der Antriebsmotor eine Ersatzbetriebsart einnehmen
kann. Die Motorsteuereinheit umfasst:
- – eine Steuereinheit
zum Ansteuern des Antriebsmotors gemäß einer Ansteuergröße, um eine Ausgangsgröße des Antriebsmotors
bereitzustellen;
- – eine
Fehlereinheit zum Einnehmen der Ersatzbetriebsart bei Auftreten
eines Fehlers, wobei die Ausgangsgröße des Antriebsmotors von der
bei dem Auftreten des Fehlers vorliegenden Ausgangsgröße zu einer
durch einen Ersatzbetriebsartschwellenwert bestimmten Ausgangsgröße gemäß einem
vorgegebenen zeitlichen Verlauf reduziert wird.
-
Gemäß einem
weiteren Aspekt ist ein Computerprogramm vorgesehen, das einen Programmcode
enthält,
der, wenn er auf einer Datenverarbeitungseinheit ausgeführt wird,
das obige Verfahren ausführt.
-
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
-
Bevorzugte
Ausführungsformen
werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
-
1 eine
schematische Darstellung eines Motorsystems;
-
2 ein
Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zum Übergang
von einem Normalbetriebsmodus zu einem Ersatzbetriebsmodus.
-
Beschreibung von Ausführungsformen
-
In 1 ist
ein Motorsystem 1 mit einem Verbrennungsmotor 2 als
Antriebsmotor schematisch dargestellt. Der Verbrennungsmotor 2 wird über eine Motorsteuereinheit 3 angesteuert.
Die Ansteuerung des Verbrennungsmotors 2 erfolgt mit Hilfe
von Ansteuersignalen AS, wobei Bauelemente des Verbrennungsmotors 2,
wie z. B. eine Drosselklappe 21 in einem Saugrohr 22,
ein Einspritzventil 23 zum Einspritzen von Kraftstoff in
das Saugrohr 22 bzw. bei Direkteinspritzung direkt in einen
von mehreren Zylindern 23 so betrieben werden, dass eine
gewünschte
Ausgangsgröße des Verbrennungsmotors 2,
wie z. B. ein gewünschtes
Drehmoment und/oder eine gewünschte
Motorleistung und/oder eine gewünschte
Drehzahl erreicht wird.
-
Die
Motorsteuereinheit 3 erhält dazu Motorgrößen MG1,
MG2, die mit Hilfe entsprechender Sensoren, wie z. B. einem Drehzahlsensor 24,
Drucksensoren 25 im Luftzuführungsabschnitt und dgl. erfasst werden
können,
bzw. weitere Motorsystemgrößen, die
mit Hilfe weiterer Sensoren im Motorsystem 1 bestimmt werden
können,
um den Verbrennungsmotor 2 in vorgesehener Weise betreiben
zu können.
Die Motorsteuereinheit 3 empfängt weiterhin eine Momentenanforderung
MA als Stellgröße, die
im gezeigten Beispiel als Summe eines Fahrerwunschmoments FWM und
einer weiteren Momentenvorgabe gebildet wird.
-
Weiterhin
erhält
die Motorsteuereinheit 3 externe Fehlersignale, die angeben,
wenn an einer Stelle im Motorsystem 1 ein Fehler aufgetreten
ist, z. B. ein Fehler eines Stellers, wie z. B. des Drosselklappenstellers
für die
Drosselklappe 21, und/oder ein Fehler eines Sensors, wie
z. B. eines Luftmassensensors, und/oder ein Fehler eines Eingabegeräts, wie
z. B. eines Fahrpedals zur Vorgabe einer Vorgabegröße, wie
z. B. eines Fahrerwunschmoments FWM. Weiterhin können in dem Motorsteuergerät 3 selbst
Fehlersignale generiert werden, die z. B. angeben, wenn ein empfangener
Sensorwert nicht plausibel ist, z. B. wenn erkannt wird, dass dieser
mit einem modellierten Wert nicht übereinstimmt bzw. über eine
Toleranzschwelle hinaus von diesem abweicht, oder wenn der Gradient
dessen zeitlichen Verlaufs durch das physikalische Verhalten des
Systems nicht zulässig
ist. Auch kann das Motorsteuergerät 3 ausgebildet sein,
zu erkennen, dass ein Softwarefehler aufgetreten ist, z. B. wenn
erkannt wird, dass zwei redundante Softwareroutinen unterschiedliche
Ergebnisse liefern, oder bei ähnlichen
Ereignissen.
-
Die
Motorsteuereinheit 3 umfasst eine Steuereinheit 6,
die anhand der empfangenen externe Vorgabegröße, im gezeigten Bespiel die
Momentenanforderung MA, anhand der ermittelten Motorgrößen MG1,
MG2 und weiterer Motorgrößen MGn,
wie z. B. einer Temperatur des Verbrennungsmotors 2, eines
Lambda-Werts, der von einer Lambda-Sonde bereitgestellt wird, und dgl.,
eine Ansteuerung für
den Verbrennungsmotor 2 in Form eines Ansteuermoments als
Ansteuergröße AG ermittelt.
-
Das
Ansteuermoment AG wird einer Begrenzereinheit 7 zugeführt, die
im Falle eines Überschreitens
eines Ausgangsgrößenschwellenwerts
(Momentenschwellenwert) durch die momentane Ausgangsgröße des Verbrennungsmotors 2,
in diesem Beispiel des Drehmoments des Verbrennungsmotors 2,
die Ansteuergröße AG derart
begrenzt, dass der Verbrennungsmotor 2 auf den vorgegebenen
Ausgangsgrößenschwellenwert
heruntergeregelt bzw. gedrosselt wird. Der Ausgangsgrößenschwellenwert entspricht
im vorliegenden Beispiel einem Momentenschwellenwert, kann aber
auch bei anderen Ausführungsformen,
bei denen die relevante Ausgangsgröße des Verbrennungsmotors 2 dessen
Drehzahl ist, ein Drehzahlschwellenwert sein.
-
Die
Begrenzereinheit 7 kann die Ausgangsgröße des Verbrennungsmotors 2 (Drehmoment, Drehzahl)
durch Begrenzen des Ansteuermoments (Ansteuergröße AG) zur Ansteuerung des
Verbrennungsmotors 2 einstellen. Dazu generiert die Begrenzereinheit 7 aus
der Vorgabe des begrenzten Ansteuermoments Ansteuersignale AS in
Form geeigneter Stellsignale für
eine Drosselklappe, ein Einspritzventil, Zündeinrichtungen und dergleichen.
Beispielsweise kann die Begrenzung auf das begrenzte Ansteuermoment
sowohl über
die Drosselklappenstellung als auch über eine Zündwinkelspätverstellung und eine Einspritzausblendung
realisiert werden, wobei die entsprechenden Steller mit Ansteuersignalen
AS, die aus dem Ansteuermoment AG abgeleitet werden, angesteuert
werden. Der Ausgangsgrößenschwellenwert
für die
Normalbetriebsart kann fest vorgegeben in der Begrenzungseinheit 7 gespeichert
sein, z. B. in einer geeigneten Speichereinheit 10.
-
Weiterhin
umfasst das Motorsteuergerät 3 eine
Fehlereinheit 8, der die Motorgrößen MG1, MG2, MGn bereitgestellt
werden und die, wie oben angegeben, die empfangenen Motorgrößen auf
Plausibilität überprüft. Dies
kann beispielsweise durch Vergleichen der jeweiligen Motorgröße MG mit
einem betriebspunktabhängigen
Schwellenwert durchgeführt
werden, wobei ein Fehler bei Abweichung der Motorgröße um mehr
als einen Toleranzwert erkannt wird.
-
Wird
anhand der Plausibilitätsüberprüfung festgestellt,
dass die Werte einer oder mehrerer der Motorgrößen MG1, MG2, MGn fehlerhaft
sind, so wird in der Motorsteuereinheit 3 ein interner
Fehler durch ein internes Fehlersignal FSI signalisiert und eine
Ersatzbetriebsart anhand eines Ersatzbetriebsartsignals EBS an die
Begrenzereinheit 7 kommuniziert. Auch generiert die Motorsteuereinheit 3 das
interne Fehlersignal FSI, wenn z. B. in der Motorsteuereinheit 3 ein
Softwarefehler aufgetreten ist. Weiterhin kann die Fehlereinheit 8 externe
Fehlersignale FSE empfangen, die extern erkannte Fehler anzeigen
und die beispielsweise von im Motorsystem eingesetzten (intelligenten)
Sensoren oder sonstigen Systemen bereitgestellt werden können. Auch
von externen Stellern und von Eingabeeinheiten, wie z. B. dem Fahrpedal 9,
können
derartige Fehlersignale FSE geliefert werden.
-
Die
Fehlersignale FSE, FSI werden in der Fehlereinheit 8 ausgewertet
und entsprechend bei Auftreten eines Fehlers ein Ersatzbetriebsartsignal EBS
generiert. Das Ersatzbetriebsartsignal EBS signalisiert eine Ersatzbetriebsart,
gemäß der der
Verbrennungsmotor 2 betrieben werden soll. Bei der Ersatzbetriebsart
soll der Verbrennungsmotor 2 zwar noch betrieben werden,
jedoch mit einer reduzierten Ausgangsgröße, d. h. die Drehzahl und/oder
die Motorleistung und/oder das Drehmoment des Verbrennungsmotors 2 werden
gegenüber
der Normalbetriebsart reduziert.
-
Bei
der Ersatzbetriebsart kann der Ersatzbetriebsartschwellenwert von
der Momentenanforderung MA abhängig
sein, was beispielsweise durch eine geeignete Funktion oder ein
Kennfeld angegeben wird, wenn der erkannte Fehler nicht an dem Fahrpedal 9 aufgetreten
ist. Dadurch lässt
sich selbst bei Auftreten eines Fehlers in der Ersatzbetriebsart die
Ausgangsgröße entsprechend
der Fahrpedalstellung durch den Fahrer eines mit dem Motorsystem 1 ausgestatteten
Fahrzeugs steuern.
-
Das
Verfahren zum Einnehmen der Fehlerbetriebsart des Verbrennungsmotors 2 wird
nachfolgend in Verbindung mit dem Flussdiagramm der 2 erläutert.
-
Wird
in Schritt S1 festgestellt, dass das Ersatzbetriebsartsignal EBS
anzeigt, dass ein Fehler aufgetreten ist (Alternative: Ja), so greift
die Begrenzereinheit 7 ein, um die Ausgangsgröße (Drehzahl, Drehmoment,
Motorleistung oder dergleichen) des Verbrennungsmotors 2 auf
einen Ersatzbetriebsartschwellenwert zu begrenzen. Dazu werden zunächst ein
Schwellenwert und schließlich
der Ersatzbetriebsartschwellenwert in der Speichereinheit 10 gespeichert,
wenn ein Fehler von der Fehlereinheit 8 durch das Ersatzbetriebsartsignal
signalisiert wird. Liegt kein Fehler vor, wird zu Schritt S1 zurückgesprungen.
-
Bei
momentanen Ausgangsgrößen, die oberhalb
des durch den Ersatzbetriebsartschwellenwert angegebenen Werts liegen,
kann das plötzliche Ändern des
Ausgangsgrößenschwellenwerts
auf den geringeren Er satzbetriebsartschwellenwert zu einer abrupten Änderung
der Ausgangsgröße auf den
Ersatzbetriebsartschwellenwert führen.
Dadurch kann es beim Einsatz des Verbrennungsmotors 2 in
einem Fahrzeug zu unerwünschten
und für
einen Fahrer gefährlichen
Situationen kommen.
-
Um
zu erreichen, dass die Ausgangsgröße ausgehend von dem Betriebszustand
des Verbrennungsmotors 2, bei dem ein Fehler aufgetreten
ist, den Ersatzbetriebsartschwellenwert nicht abrupt einnimmt, sondern
die Ausgangsgröße in sanfterer
Weise von der Ausgangsgröße bei Auftreten
des Fehlers auf den vorgegebenen Ersatzbetriebsartschwellenwert
reduziert wird, wird der Schwellenwert ausgehend von der von dem
momentanen Ansteuermoment AG bis auf den gewünschten Ersatzbetriebsartschwellenwert
reduziert. Dies erfolgt, indem z. B. die Motorsteuereinheit 6 der
Fehlereinheit 8 einen Wert der momentan durch die Ansteuergrößen AG bewirkten
Ausgangsgröße kommuniziert
(Schritt S2) und bei Auftreten eines Fehlers der Schwellenwert als Zwischenwert
generiert wird. Der generierte Schwellenwert wird der Begrenzereinheit 7 kommuniziert, die
die Ansteuersignale AS aus dem auf den Schwellenwert begrenzten
Ansteuermoment AG erzeugt (Schritt S3).
-
Der
Schwellenwert wird erzeugt, indem in jedem Arbeitszyklus die momentane
Ansteuergröße AG um
einen bestimmten absoluten oder relativen Betrag reduziert und als
Schwellenwert der Begrenzereinheit 7 kommuniziert wird,
die das Ansteuermoment AG auf diesen Schwellenwert beschränkt. Dies wird
so lange durchgeführt,
bis das Ansteuermoment den Ersatzbetriebsartschwellenwert erreicht
(Schritt S4). Hat das Ansteuermoment den Ersatzbetriebsartschwellenwert
erreicht (Alternative: Ja), wird mit Schritt S5 fortgefahren, ansonsten
(Alternative: Nein) zu Schritt S2 zurückgesprungen.
-
Dadurch
wird erreicht, dass das Ausgangsmoment AG nur allmählich, d.
h. mit vorgegebenem Gradienten, reduziert wird, so dass z. B. plötzliche Momentensprünge bzw.
Drehzahlsprünge
und dgl. vermieden werden können,
wenn sich der Verbrennungsmotor 2 bei Auftreten des Fehlers
in einem Betriebszustand mit einer Ausgangsgröße befindet, die oberhalb des
Ersatzbetriebsartschwellenwerts liegt. Ein solcher Verlauf ist in 3 dargestellt.
Zu einem Zeitpunkt T1 wird ein Fehler erkannt und das Ansteuermoment
wird von dem zuletzt gültigen
Wert auf den Ersatzbetriebsartschwellenwert gemäß einer fallenden Rampe reduziert,
bis der Ersatzbetriebsartschwellenwert zu einem Zeitpunkt T2 erreicht
wird. Selbstverständlich
kann der inkrementelle Wert, um den die Ausgangsgröße in jedem
Arbeitszyklus reduziert wird, variabel sein, so dass sich der Schwellenwert
entlang einer vorgebbaren Kennlinie an den Ersatzbetriebsartschwellenwert
annähert.
-
Der
Ersatzbetriebsartschwellenwert kann von der aktuellen Momentenanforderung
abhängig sein,
so dass der Verbrennungsmotor 2 auch im Fehlerfall durch
die Vorgabe des Fahrerwunschmoments FWM gesteuert werden kann. Beispielsweise
kann der Ersatzbetriebsartschwellenwert die Fahrpedalstellung, mit
der das Fahrerwunschmoment FWM angefordert wird, auf einen Ersatzbetriebsartschwellenwert
abbilden, der maximal einem Anteil (z. B. 50%) des maximalen, vom
Verbrennungsmotor 2 bereitstellbaren Drehmoments entspricht.
In diesem Fall wird, wie es in Schritt S5 vorgesehen ist, der in
dem Speicher 10 gespeicherte Ersatzbetriebsartschwellenwert,
auf den die Ausgangsgröße begrenzt
wird, permanent abhängig
von dem Fahrerwunschmoment FWM oder der Momentenanforderung MA eingestellt.
-
Sobald
die Fehlereinheit 8 keinen Fehler mehr erkennen kann, kann
die Speichereinheit 10 durch die Fehlereinheit 8 wieder
mit dem für
die Normalbetriebsart gültigen
Ausgangsgrößenschwellenwert
beschrieben werden, so dass eine erneute Fehlererkennung auf gleiche
Weise wieder zu einem inkrementellen Reduzieren bzw. kontinuierlichen
Reduzieren des Ausgangsgrößenschwellenwerts
führt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
kann die Begrenzereinheit 7 bei Auftreten eines Fehlers
in dem Motorsystem 1 eine Drehzahlregelung realisieren,
wobei als ein Ersatzbetriebsartschwellenwert eine Ersatzbetriebsartdrehzahl
vorgesehen wird, auf die der Verbrennungsmotor 2 eingeregelt
wird. Gemäß dem obigen
Verfahren wird der vor dem Auftreten des Fehlers zuletzt gemessene
Wert der Drehzahl auf die Ersatzbetriebsartdrehzahl gemäß dem zeitlichen
Verlauf in Zyklen reduziert, wenn der zuletzt gemessene Wert der
Drehzahl größer ist
als die Ersatzbetriebsartdrehzahl.
-
Wird
in der Fehlereinheit 8 ein Fehler des Fahrpedals 9 detektiert,
so ist es nicht möglich,
einen von dem Fahrerwunschmoment anhängigen Ersatzbetriebsartschwellenwert
anzunehmen. Stattdessen wird ein Ersatzbetriebsartschwellenwert
angenommen, der einen Betrieb des Verbrennungsmotors 2 im Leerlauf
oder bei geringer Leistung ermöglicht.
Dies kann gemäß dem obigen
Verfahren erfolgen. Alternativ kann auch das Fahrerwunschmoment
durch die Fehlereinheit 8 vorgegeben werden, wobei anstelle der
Vorgabe des Schwellenwerts das Fahrerwunschmoment, das in Form der
Momentenanforderung an die Steuereinheit 6 kommuniziert
wird, als allmählich
abnehmende Größe bereitgestellt
wird. Dabei wird ausgehend von dem zuletzt gültigen Wert des Fahrerwunschmoments
FWM, bei dem das Fahrerwunschmoment sicher in einem fehlerfreien
Fall erkannt worden ist, ein Ersatzwert an die Steuereinheit 6 kommuniziert.
Auf diese Weise wird die Leistung des Verbrennungsmotors 2 begrenzt
und im Wesentlichen die Leerlaufdrehzahl angenommen, wenn der Fahrpedalersatzwert
nach einer bestimmten Zeit den Wert 0 angenommen hat.