-
Die Erfindung betrifft einen Erntevorsatz, der in einer Vorwärtsrichtung über ein Feld bewegbar ist und einen mittleren Teil und zwei äußere Teile umfasst, die gegenüber dem mittleren Teil zwischen einer Betriebsstellung, in der sie sich quer zur Vorwärtsrichtung seitlich neben dem mittleren Teil befinden, und einer Transportstellung verschwenkbar sind, in der sie oberhalb des mittleren Teils positioniert sind, wobei der mittlere Teil und die äußeren Teile jeweils ein Element zur Erntegutaufnahme und ein Querförderelement aufweisen.
-
Stand der Technik
-
Gegenwärtig werden landwirtschaftliche Erntemaschinen mit immer größeren Motorleistungen und Arbeitsbreiten ausgestattet. Um beim Fahren auf einer Straße das Ablegen des Erntevorsatzes auf einem Wagen und die Abkupplung der mechanischen, hydraulischen und elektrischen Verbindungen von der selbstfahrenden Erntemaschine und vor einer Wiederaufnahme des Erntebetriebs den umgekehrten Vorgang zu vermeiden, wurde vorgeschlagen, den Erntevorsatz aus drei Teilen aufzubauen, wobei der mittlere Teil am Einzugsförderergehäuse der Erntemaschine verbleibt und vor einer Fahrt auf einer öffentlichen Straße die äußeren Teile über den mittleren Teil geschwenkt werden. Hierzu sei auf die als gattungsbildend angesehene
EP 0 789 990 A1 und die
FR 2 772 228 A1 verwiesen, die Schneidwerke bzw. Gutaufnehmer betreffen.
-
Die
US 5 673 543 A zeigt einen Maispflücker mit Reihenpflückeinheiten und einer Querförderschnecke, bei dem die äußeren Reiheneinheiten mit den dahinter angeordneten Teilen der Querförderschnecke in der Transportposition um 180° um in Vorwärtsrichtung liegende Achsen verschwenkt und auf den Mittelteil des Maispflückers gelegt werden. In der
DE 20 26 190 A1 wird ein Schneidwerk für einen Mähdrescher beschrieben, bei dem die äußeren Teile des Schneidwerktrogs in der Transportposition mit ihren Mähmessern und Teilen der Querförderschnecke durch Parallelogrammführungen angehoben und oberhalb des Mittelteils abgelegt werden. Die darüber angeordnete Haspel wird in sich zusammengeschoben. Die
DE 101 42 978 A1 zeigt einen Maispflücker, bei dem die Reiheneinheiten um die Drehachse der Querförderschnecke nach oben und hinten geschwenkt werden. Die aus ihren Teilen der Querförderschnecke und den äußeren Reiheneinheiten bestehenden Seitenteile werden schließlich oberhalb der hochgeschwenkten Reiheneinheiten des Mittelteils abgelegt.
-
Bei diesem Stand der Technik ist als nachteilig anzusehen, dass der eigentliche Erntevorsatz relativ hoch baut, da er ein unteres Element zur Erntegutaufnahme (bei einem Schneidwerk ein Mähwerk, bei einem Gutaufnehmer die Aufnehmerwalze oder bei einem Pflücker die Pflückeinheiten) und ein dahinter und darüber angeordnetes Querförderelement umfasst, bei dem es sich in der Regel um eine Querförderschnecke handelt. Das Element zur Erntegutaufnahme und das Querförderelement sind jeweils zwar zur Erntegutförderung beweglich, ansonsten aber starr am jeweiligen Teil des Erntevorsatzes befestigt. In der eingeschwenkten Stellung baut der Erntevorsatz dementsprechend mindestens doppelt so hoch wie in der Betriebsstellung, was zu einer Sichtbeschränkung für den Fahrer der Erntemaschine führt.
-
Aufgabe
-
Das der Erfindung zu Grunde liegende Problem wird darin gesehen, einen dreiteiligen, in eine Transportstellung einschwenkbaren Erntevorsatz bereitzustellen, dessen Teile jeweils ein Element zur Erntegutaufnahme und ein Querförderelement umfassen, wobei die äußeren Teile über den mittleren Teil in die Transportstellung geschwenkt werden, der aber in der Transportstellung weniger hoch baut als der erwähnte Stand der Technik.
-
Lösung
-
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst, wobei in den weiteren Patentansprüchen Merkmale aufgeführt sind, welche die Lösung in vorteilhafter Weise weiterentwickeln.
-
Ein Erntevorsatz umfasst einen mittleren Teil, der am Einzugskanal einer den Erntevorsatz tragenden, selbstfahrenden Erntemaschine oder einer gezogenen oder angebauten Erntemaschine anbringbar ist. Am mittleren Teil sind bezüglich der Vorwärtsrichtung, in der der Erntevorsatz im Erntebetrieb über ein Feld bewegt wird, seitlich ein linker und rechter, äußerer Teil angebracht, die um sich horizontal und in Vorwärtsrichtung erstreckende Achsen zwischen einer Betriebsstellung und einer Transportstellung schwenkbar sind. Alle Teile des Erntevorsatzes umfassen jeweils ein Element zur Erntegutaufnahme und ein Querförderelement. In der Betriebsstellung befinden sich die äußeren Teile seitlich neben dem mittleren Teil und ihre Elemente zur Erntegutaufnahme und ihre Querförderelemente erstrecken sich jeweils zumindest näherungsweise parallel zueinander. Das Querförderelement des mittleren Teils ist gegenüber dem Rahmen des mittleren Teils und seinem Element zur Erntegutaufnahme beweglich, so dass es in der Transportstellung nach hinten oder vorn aus dem Schwenkbereich der äußeren Teile und insbesondere ihrer Querförderelemente verlagert wird, insbesondere verschoben und/oder verschwenkt. Die Querförderelemente der äußeren Teile werden demnach unmittelbar oberhalb des Elements zur Erntegutaufnahme des mittleren Teils zumindest näherungsweise an der Stelle abgelegt, an der sich in der Betriebsstellung das Querförderelement des mittleren Teils befindet. Auf diese Weise wird die Schwenkachse der äußeren Teile nach unten verlegt und der Erntevorsatz baut in der Transportstellung wesentlich niedriger als ein an sich bekannter Erntevorsatz, bei dem das Querförderelement fest am mittleren Teil angebracht ist. Dadurch wird die Sicht des Fahrers auf den vor ihm liegenden Bereich wesentlich verbessert.
-
Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird das Querförderelement des mittleren Teils in der Transportstellung oberhalb des Einzugskanals der Erntemaschine abgelegt. Alternativ wird er in der Transportstellung vor die Querförderelemente der äußeren Teile verbracht.
-
Der erfindungsgemäße Erntevorsatz kann an beliebigen Erntemaschinen verwendet werden, beispielsweise Feldhäckslern oder Mähdreschern. Er kann beispielsweise als Gutaufnehmer, Schneidwerk oder Maispflücker ausgestaltet werden. Als Querförderelement findet vorzugsweise eine Querförderschnecke Verwendung.
-
Ausführungsform
-
In den Zeichnungen ist ein nachfolgend näher beschriebenes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigt:
-
1 eine Seitenansicht einer Erntemaschine mit einem in der Betriebsstellung befindlichen Erntevorsatz,
-
2 eine Frontansicht des Erntevorsatzes aus 1,
-
3 eine Seitenansicht der Erntemaschine aus 1 mit einem in die Transportstellung verbrachtem Erntevorsatz und
-
4 eine Frontansicht des Erntevorsatzes aus 3.
-
In der 1 ist eine Erntemaschine 10 in der Art eines selbstfahrenden Feldhäckslers dargestellt. Die Erntemaschine 10 baut sich auf einem Rahmen 12 auf, der von vorderen angetriebenen Rädern 14 und lenkbaren rückwärtigen Rädern 16 getragen wird. Die Bedienung der Erntemaschine 10 erfolgt von einer Fahrerkabine 18 aus, von der aus ein Erntevorsatz 20 einsehbar ist. Mittels des Erntevorsatzes 20 vom Boden aufgenommenes Erntegut, z. B. Gras oder dergleichen, wird über einen Einzugsförderer 30 mit Vorpresswalzen, die innerhalb eines den Erntevorsatz 20 abnehmbar tragenden Einzugsgehäuses 50 an der Frontseite des Feldhäckslers 10 angeordnet sind, einer Häckseltrommel 22 zugeführt, die es in kleine Stücke häckselt und es einer Fördervorrichtung 24 aufgibt. Das Gut verlässt die Erntemaschine 10 zu einem nebenher fahrenden Anhänger über einen um eine etwa vertikale Achse drehbaren und in der Neigung verstellbaren Austragschacht 26. Zwischen der Häckseltrommel 22 und der Fördervorrichtung 24 befindet sich eine Nachzerkleinerungsvorrichtung 28 mit zwei Körnerprozessorwalzen, durch die das zu fördernde Gut der Fördervorrichtung 24 tangential zugeführt wird. Im Folgenden beziehen sich Richtungsangaben, wie seitlich, unten und oben, auf die Vorwärtsbewegungsrichtung des Erntevorsatzes 20 und der Erntemaschine 10, die in den Figuren nach links verläuft.
-
Der Erntevorsatz 20 ist als so genannte Pick-up ausgebildet und baut sich auf einem Gestell 32, das sich während des Erntebetriebs über beidseitig angebrachte Stützräder auf dem Erdboden abstützt, die aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Figuren nicht dargestellt sind. Die Aufgabe des Erntevorsatzes 20 besteht darin, auf dem Boden eines Felds verstreut oder in einem Schwad 49 abgelegtes Erntegut aufzunehmen und es der Erntemaschine 10 zur weiteren Bearbeitung zuzuführen. Hierzu wird der Erntevorsatz 20 während des Erntebetriebes mit geringem Abstand zum Erdboden über das Feld bewegt, während er zum Transport auf einer Strasse oder auf Wegen mittels eines Höhenverstellantriebs 48 in Form eines Hydraulikzylinders angehoben wird, welcher das Einzugsgehäuse 50 und den daran befestigten Erntevorsatz 20 um die Drehachse der Häckseltrommel 22 verschwenkt. Der Höhenverstellantrieb 48 dient auch zur Einstellung der Höhe des Gutaufnehmers 20 über dem Boden, bzw. zur Einstellung des Auflagedrucks der Stützräder auf dem Erdboden.
-
Der Erntevorsatz 20 ist aus insgesamt drei Teilen aufgebaut, wie in der 2 dargestellt wird. Ein mittlerer Teil 34 des Erntevorsatzes 20 ist lösbar, aber ansonsten starr am Einzugsgehäuse 50 der Erntemaschine 10 befestigt. An den Seiten des mittleren Teils 34 sind ein in Vorwärtsrichtung rechter Teil 36 und ein linker Teil 38 angebracht. Der mittlere Teil 34 umfasst ein Element 40 zur Erntegutaufnahme in Form eines Gutaufnehmers mit einer mit Schlitzen ausgestatteten Trommel 42 und sich durch die Schlitze erstreckenden Zinken 44, die an rotierenden Zinkenträgern befestigt sind. Oberhalb des Elements 40 zur Gutaufnahme ist am mittleren Teil 34 ein Querförderelement 46 in Form einer Querförderschnecke mit einer zylindrischen Trommel 52 und wendelförmigen Mitnehmern 54 und in der Mitte der Trommel 52 angeordneten Fingern 56 angebracht. Der rechte Teil 36 umfasst ebenfalls ein Element 58 zur Erntegutaufnahme in Form eines Gutaufnehmers mit einer mit Schlitzen ausgestatteten Trommel 40 und sich durch die Schlitze erstreckenden Zinken 44, die an rotierenden Zinkenträgern befestigt sind, und ein darüber angeordnetes Querförderelement 60 in Form einer Querförderschnecke mit einer zylindrischen Trommel 52 und wendelförmigen Mitnehmern 54. Der linke Teil 38 umfasst ebenfalls ein Element 62 zur Erntegutaufnahme in Form eines Gutaufnehmers mit einer mit Schlitzen ausgestatteten Trommel 42 und sich durch die Schlitze erstreckenden Zinken 44, die an rotierenden Zinkenträgern befestigt sind, und ein darüber angeordnetes Querförderelement 64 in Form einer Querförderschnecke mit einer zylindrischen Trommel 52 und wendelförmigen Mitnehmern 54. In der in 2 dargestellten Betriebsstellung sind die Trommeln 42 der Elemente 40, 58 und 62 zur Erntegutaufnahme jeweils koaxial zueinander ausgerichtet und unmittelbar nebeneinander angeordnet. Analog sind die Trommeln 52 der Querförderelemente 46, 60 und 64 zur Erntegutabförderung und zur Abgabe an den Einzugskanal 50 durch einer in der Mitte gelegenen, nicht gezeigten Abgabeöffnung jeweils koaxial zueinander ausgerichtet und unmittelbar nebeneinander angeordnet. Die äußeren Teile 36, 38 sind jeweils etwa halb so breit wie der mittlere Teil 34.
-
Um den Erntevorsatz
20 auch bei der Fahrt auf einer am Einzugkanal
50 angebracht lassen zu können, ohne die zulässigen Abmessungen zu überschreiten, ist das Gestell
32 derart schwenkbar ausgestaltet, dass die äußeren Teile
36,
38 aus der in den
1 und
2 gezeigten Betriebsstellung durch geeignete Aktoren (in der Regel Hydraulikzylinder) über den mittleren Teil
34 in eine Transportstellung geschwenkt werden können, wie in den
3 und
4 dargestellt ist. Geeignete Schwenkmechanismen sind beispielsweise aus der
EP 0 789 990 A1 bekannt. Um die Höhe des Erntevorsatzes
20 in der Transportstellung nicht zu sehr anwachsen zu lassen, ist das Querförderelement
46 des mittleren Teils
34 derart verschiebbar oder verschwenkbar am Gestell
32 des mittleren Teils
34 befestigt, dass es durch einen zugeordneten Aktor nach hinten, an die Oberseite des Einzugskanals
50 verschoben werden kann, bevor die Aktoren der äußeren Teile
36,
38 letztere über den mittleren Teil
34 verschwenken. Das hat zur Folge, dass die Querförderelemente
60,
64 der äußeren Teile
36,
38 in der Transportstellung an der Stelle (d. h. oberhalb des Elements
40 zur Erntegutaufnahme des mittleren Teils
34) angeordnet sind, an der sich in der Betriebsstellung das Querförderelement
46 des mittleren Teils
34 befindet. Die Rückbewegung in die Betriebsstellung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge und Richtung.
-
Eine alternativ mögliche Position für das Querförderelement 46 des mittleren Teils 34 in der Transportstellung liegt an der Vorderseite des Erntevorsatzes 20, vor der Stelle, an der sich in der Betriebsstellung das Querförderelement 46 des mittleren Teils 34 befindet. Sie ist in der 3 durch die Bezugszeichen 46', 52' gekennzeichnet.