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Die
folgende Beschreibung bezieht sich auf Ausführungsbeispiele eines Verfahrens
zum Herstellen eines Halbleiterkörpers,
der eine p-leitende Zone, eine n-leitende Zone und einen dazwischenliegenden
pn-Übergang
aufweist, wobei die Akzeptorkonzentration der p-leitenden Zone und
die Donatorkonzentration der n-leitenden Zone zum pn-Übergang hin
jeweils einen flachen Gradienten aufweisen.
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Für bestimmte
Typen von Leistungshalbleiterbauelementen wie zum Beispiel Dioden
ist ein pn-Übergang
mit einem nicht zu steilen Gradienten der Akzeptor- und Donatorkonzentration
wünschenswert,
um zum Beispiel dem sogenannten dynamischen Avalanche entgegen zu
steuern.
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Aus
der
DE 10 2007
033 873 A1 ist die Herstellung einer n-dotierten Driftzone mittels wasserstoffinduzierten
Donatoren bekannt. Auf diese Driftzone wird epitaktisch eine weitere
Schicht gebildet, in der p-dotierte Gebiete, wie zum Beispiel eine
Body-Zone, und pn-Übergänge gebildet
werden.
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Aufgabe
der Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens, das die Herstellung
eines Halbleiterkörpers
mit jeweils einem flachen Gradienten der Akzeptorkonzentration einer
p-leitenden Zone und der Donatorkonzentration einer n-leitenden
Zone in Richtung zu dem dazwischen liegenden pn-Übergang ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch die Merkmale des unabhängigen
Anspruchs. Weiterbildungen der Erfindung finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
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Ein
Ausführungsbeispiel
bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines Halbleiterkörpers mit einer
p-leitenden Zone, mit einer n-leitenden Zone und einem pn-Übergang
in einer Tiefe T1 in dem Halbleiterkörper zwischen der p-leitenden
Zone und der n-leitenden Zone. Das Verfahren weist ein Bereitstellen
eines Halbleiterkörpers,
ein Erzeugen der p- leitenden
Zone durch Diffusion eines einen Akzeptor bildenden Fremdstoffs
in erster Richtung in den Halbleiterkörper und ein Erzeugen der n-leitenden Zone
durch Implantation von Protonen in erster Richtung in den Halbleiterkörper in
eine Tiefe T2 > T1
und anschließender
Temperung des Halbleiterkörpers
zur Ausbildung von Wasserstoff-induzierten Donatoren auf.
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Die
Bezeichnung eines „einen
Akzeptor bildenden Fremdstoffs” umfasst
dabei immer die Alternativen eines Fremdstoffes, der selber bereits
ein Akzeptor ist oder in Kombination zumindest mit einer Wasserstoffimplantation
einen Akzeptor bildet.
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Durch
die Ausdiffusion des einen Akzeptor bildenden Fremdstoffs in der
ersten Richtung wird eine p-leitende Zone mit einer abnehmenden
Akzeptorkonzentration in der ersten Richtung geschaffen. Weiterhin
werden durch die tiefe Implantation von Protonen mit der anschließenden Temperung
die Protonen in eine der ersten Richtung entgegen gesetzte zweite
Richtung diffundieren. Die Protonen erzeugen während der Implantation in den
Halbleiterkörper
Defekte im Kristallgitter des Halbleiterkörpers. Diese Defekte werden
in dem von den Protonen durchstrahlten Bereich des Halbleiterkörpers erzeugt.
Die Protonen haben in Abhängigkeit
von der Implantationsenergie eine maximale Eindringtiefe in den
Halbleiterkörper,
den sogenannten „End-of-Range”. Bei dieser
maximalen Eindringtiefe sammeln sich nahezu alle implantierten Protonen.
Die Temperung bewirkt eine Diffusion der Protonen in dem Halbleiterkörper, ausgehend
vom „End-of-Range”, insbesondere
auch in zweiter Richtung. Die Temperung bewirkt außerdem,
im Zusammenspiel der Protonen mit den Defekten im Kristall, die
Ausbildung von sogenannten Wasserstoff-induzierten Donatoren. Somit
entsteht eine n-leitende
Zone mit abnehmender Donatorkonzentration in zweiter Richtung aufgrund der
Diffusion der Protonen. Der pn-Übergang
wird an der Stelle ausgebildet, an der die Donatorkonzentration
der n-leitenden Zone unter die Akzeptorkonzentration der p-leitenden
Zone fällt.
Aufgrund des an diesem pn-Übergang
beidseitig auftretenden Diffusionsprofils der Akzeptor- bzw. Donatorkonzentration kann der
Gradient der Akzeptorkonzentrationen sowie der Donatorkonzentration
in Abhängigkeit
der Diffusionstemperatur und der Diffusionszeit relativ flach ausgebildet
werden. Außerdem
kann die Implantation von Protonen im Vergleich zur Implantation
von anderen Dotierstoffen sehr tief in den Halbleiterkörper hinein erfolgen.
Dadurch ist die Ausbildung des pn-Übergangs sehr tief in dem Halbleiterkörper möglich, was verbesserte
Einschalteigenschaften eines mit solch einem Halbleiterkörper hergestellten
Halbleiterbauelements bewirken kann.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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1a bis
d zeigt anhand schematischer Querschnittansichten ausgewählte Verfahrensschritte
eines beispielhaften Verfahrens zur Herstellung eines Halbleiterkörpers mit
einem pn-Übergang.
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2 zeigt
anhand einer schematischen Querschnittsansicht ein Ausführungsbeispiel
einer einen Akzeptor bildenden Fremdstoffschicht auf einem Halbleiterkörper.
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3 zeigt
anhand einer schematischen Querschnittsansicht ein Ausführungsbeispiel
zur Implantation eines einen Akzeptor bildenden Fremdstoffs in den
Halbleiterkörper.
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4 zeigt
anhand einer schematischen Querschnittsansicht ein Ausführungsbeispiel
einer lokal begrenzten p-leitenden Zone in dem Halbleiterkörper.
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5 zeigt
anhand einer schematischen Querschnittsansicht ein Ausführungsbeispiel
einer maskierten Protonenimplantation.
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6 zeigt
den beispielhaften Verlauf einer Netto-Konzentration von Akzeptoren und Donatoren eines Halbleiterkörpers mit
beidseitig flachem Gradienten am pn-Übergang.
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7 zeigt
den beispielhaften Verlauf einer Netto-Konzentration von Akzeptoren und Donatoren einer
Diode mit beidseitig flachem Gradienten am pn-Übergang im Vergleich zu einer
herkömmlichen Diode.
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8 zeigt
den zeitlichen Verlauf der Diodenspannung einer Diode mit flachem
Dotierungsgradienten am pn-Übergang
im Vergleich zum zeitlichen Verlauf der Diodenspannung einer herkömmlichen
Diode, jeweils während
des Einschaltvorgangs und unter der Voraussetzung eines konstanten
Stromanstiegs.
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Detaillierte Beschreibung
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nachfolgend, Bezug nehmend auf die beiliegenden Figuren,
näher erläutert. Die
Erfindung ist jedoch nicht auf die konkret beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt,
sondern kann in geeigneter Weise modifiziert und abgewandelt werden.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, einzelne Merkmale und Merkmalskombinationen
einer Ausführungsform
mit Merkmalen und Merkmalskombinationen einer anderen Ausführungsform
geeignet zu kombinieren, um zu weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsformen
zu gelangen.
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Bevor
im Folgenden die Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung anhand der Figuren näher erläutert werden, wird darauf hingewiesen, dass
gleiche Elemente in den Figuren mit den gleichen oder ähnlichen
Bezugszeichen versehen sind, und dass eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente weggelassen wird.
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Ferner
sind die Figuren nicht notwendiger Weise maßstabsgerecht, der Schwerpunkt
liegt vielmehr auf der Erläuterung
des Grundprinzips.
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In 1a ist
ein Halbleiterkörper 10 dargestellt,
der für
das folgende Verfahren bereitgestellt wird. Der Halbleiterkörper 10 sollte
zumindest teilweise aus einem Halbleitermaterial, das zur Bildung
von Wasserstoff-induzierten
Donatoren geeignet ist, bestehen. Beispielsweise ist dafür Silizium
oder Galliumarsenid geeignet. Der Halbleiterkörper 10 kann zudem
undotiert oder bereits mit einer zumindest lokalen Grunddotierung
bereitgestellt werden. Beispielsweise ist hier ein Halbleiterkörper 10 mit
einer niedrigen p-Grunddotierung, deren Grunddotierstoffkonzentration
kleiner als 1 × 1015cm–3 ist, beschrieben.
Der Halbleiterkörper 10 kann
beispielsweise eine zumindest nahezu runde Scheibe sein, in Fachkreisen
auch als Wafer bezeichnet. Der Halbleiterkörper 10 kann homogen
aus einem Halbleitermaterial und einstückig aufgebaut sein, er kann
aber auch aus mehreren Halbleitermaterialien und/oder aus verschiedenen
Schichten oder Bereichen zusammengesetzt sein.
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In 1b ist
eine p-leitende Zone 11 in dem Halbleiterkörper 10 dargestellt.
Die p-leitende Zone 11 wird durch Diffusion eines einen
Akzeptor bildenden Fremdstoffs in einer ersten Richtung x in den Halbleiterkörper hinein
erzeugt. Durch die Diffusion des Fremdstoffs weist die p-leitende Zone 11 in
erster Richtung x eine abnehmende Akzeptorkonzentration NA auf. Dies wird in 1b durch
eine unterschiedliche Grauschattierung in dem Halbleiterkörper 10 angedeutet.
Als Fremdstoff kommen alle p-Dotierstoffe, d.
h. alle dreiwertigen Elemente der dritten Gruppe im Periodensystem
der chemischen Elemente in Frage, insbesondere Bor.
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Als
Fremdstoff kann aber auch ein Schwermetall verwendet werden, das
bereits für
sich genommen oder in Kombination mit einer Wasserstoffimplantation
zur Akzeptorausbildung in dem Halbleiterkörper 10 geeignet ist.
Die Ausbildung der Akzeptoren kann dabei z. B. durch den interstitiellen
Einbau des Schwermetalls auf Gitterleerstellen oder durch die Bildung
von als Akzeptor wirkenden Komplexen erfolgen, wobei diese Komplexe
das Schwermetall und/oder Leerstellen des Halbleiterkristallgitters und/oder
Wasserstoff enthalten. Insbesondere in dem jeweiligen Halbleiterkörper 10 schnell
diffundierende Schwermetalle, d. h. Schwermetalle mit einen Diffusionskoeffizienten
im Bereich von 1 × 10–9 cm–2/s bis
1 × 10–3 cm–2/s
in dem Halbleiterkörper 10,
sind geeignet, um eine tiefe p-leitende Zone 11 aufgrund einer
tiefen Diffusion des Schwermetalls mit akzeptablen Diffusionstemperaturen
und -zeiten in den Halbleiterkörper 10 zu
erreichen. Beispielsweise ist in einem Si-Halbleiterkörper Platin
für eine
schnelle Diffusion geeignet, insbesondere auch deswegen, weil Platin
den gewünschten
Effekt zeigt, in Kombination mit einer Wasserstoffimplantation Akzeptoren
zu erzeugen. Bei der Verwendung von Platin als Fremdstoff kann beispielsweise
auch die Trägerlebensdauer
der Ladungsträger
in einem angestrebten Halbleiterbauelement eingestellt werden.
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Die
Diffusion des jeweiligen Fremdstoffs findet beispielsweise bei Temperaturen
im Bereich von 700°C
bis 1000°C
statt, insbesondere wenn die Diffusion in Silizium stattfindet.
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In 1c ist
eine Implantation von Protonen in den Halbleiterkörper 10 dargestellt.
Die Implantation der Protonen ist durch Pfeile 14 angedeutet.
Die Protonen werden bis in eine Tiefe T2, dem sogenannten „End-of-Range”, in den
Halbleiterkörper 10 implantiert.
Die Implantation 14 erfolgt über eine erste Oberfläche 40 des
Halbleiterkörpers 10 in
erster Richtung x in den Halbleiterkörper 10 hinein. Die
Tiefe T2 kann dabei bis fast an eine der ersten Oberfläche 40 gegenüberliegende
zweite Oberfläche 45 reichen.
Eine vollständige
Durchstrahlung des Halbleiterkörpers 10 sollte
vermieden werden, weil ansonsten keine Protonen mehr in den Halbleiterkörper 10 zur
nachfolgenden Ausbildung einer n-leitenden Zone 12 zur
Verfügung
stehen. Die Tiefe T2 der Implantation kann über die Implantationsenergie
der Protonen eingestellt werden. Die Tiefe T2, also die maximale
Eindringtiefe der Protonen und somit auch die Implantationsenergie
bemisst sich daran, in welcher Tiefe T1 der spätere pn-Übergang 13 der p-leitenden Zone 11 mit
der n-leitenden
Zone 12 liegen soll. Des Weiteren bemisst sich die Tiefe
T2 daran, welche Ausdehnung die n-leitende Zone 12 erhalten
soll. Auf jeden Fall gilt, dass die Eindringtiefe T2 der Protonen größer ist
als die Tiefe T1 des pn-Übergangs 13.
Angaben zur Tiefe T sind dabei immer zu der ersten Oberfläche 40 des
Halbleiterkörpers 10 bezogen.
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In 1d ist
der Halbleiterkörper 10 mit
der p-leitenden Zone 11 und der nach der Protonenimplantation 14 erzeugten
n-leitenden Zone 12 dargestellt.
Die n-leitende Zone 12 wird mit Hilfe der implantierten
Protonen durch Temperung des Halbleiterkörpers 10 ausgebildet.
Bei der Implantation 14 der Protonen in den Halbleiterkörper 10 werden
in dem von Protonen durchstrahlten Bereich des Halbleiterkörpers 10 Defekte
im Kristallgitter des Halbleiterkörpers 10 erzeugt.
Bei der Temperung des Halbleiterkörpers 10 werden im
Zusammenspiel dieser Defekte mit den Protonen sogenannte Wasserstoff-induzierte
Donatoren erzeugt. Durch Diffusionsvorgänge während der Temperung entsteht
also ausgehend vom „End-of-Range”, dass
heißt
vom Bereich mit höchster
Protonendichte, in dem Halbleiterkörper 10 eine n-leitende Zone 12.
Die n-leitende Zone 12 entsteht lediglich in einer zur
ersten Richtung x entgegen gesetzten zweiten Richtung –x, weil,
ausgehend von dem „End-of-Range”, nur in
dieser zweiten Richtung –x
im Halbleiterkörper 10 Defekte
während
der Implantation 14 der Protonen erzeugt wurden. Durch
Einstellung der Temperatur während
der Temperung und der Dauer der Temperaturbeaufschlagung kann die Ausdehnung
der n-leitenden Zone 12 und der gewünschte Gradient der Donatorkonzentration
ND eingestellt werden. Der pn-Übergang 13 zwischen
der p-leitenden Zone 11 und der n-leitenden Zone 12 wird sich
ausbilden, sobald die Donatorkonzentration ND der
n-leitenden Zone 12 unter die Akzeptorkonzentration NA der p-leitenden Zone 11 fällt. Durch
geeignete Wahl des Akzeptorkonzentrationsprofils, das durch die
Diffusionstemperatur und Diffusionsdauer des den Akzeptor bildenden
Fremdstoffs eingestellt werden kann und durch geeignete Wahl des
Donatorkonzentrationsprofils, das ebenfalls durch die Diffusionstemperatur
und Diffusionsdauer eingestellt werden kann, lässt sich die Tiefe T1 des pn-Übergangs 13 festlegen.
Eine Ausführungsform
sieht beispielsweise vor, dass die Tiefe T1 des pn-Übergangs 13 mehr
als 15 μm
beträgt.
Eine andere Ausführungsform
sieht vor, dass die Tiefe T1 des pn-Übergangs 13 mehr als
20% der Ausdehnung des Halbleiterkörpers 10 in erster
Richtung x entspricht. Insbesondere sieht ein Ausführungsbeispiel
vor, dass die Tiefe T1 mehr als 40% der Ausdehnung des Halbleiterkörpers 10 in
erster Richtung x ausmacht. Außerdem
lässt sich
das Donatorkonzentrationsprofil der n-leitenden Zone 12 auch über die
Defektdichte und die Protonenkonzentration steuern, was durch die
Protonenimplantationsdosis und die nachfolgenden Ausheilbedingungen
eingestellt werden kann. Beispielhafte Werte für Implantationsdosen der Protonen
liegen zwischen 1 × 1014 cm–2 und 1 × 1015 cm–2. Beispiele für eine geeignete
Temperung sind Temperaturprozesse im Bereich zwischen 450°C und 550°C und eine
Dauer der Temperaturprozesse im Bereich von 30 min bis 12 h.
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2 zeigt
ein Ausführungsbeispiel,
bei dem der zu diffundierende Fremdstoff als eine Fremdstoffschicht 20 auf
der Oberfläche 40 des Halbleiterkörpers 10 zur
Verfügung
gestellt wird. Bei der Verwendung von Platin als Fremdstoff kann
beispielsweise die Schicht 20 durch Aufdampfen einer 5 nm
bis 50 nm dünnen
Platinschicht mit nachfolgender Bildung einer Platin-Silizidschicht
bei einer Temperatur im Bereich von 250°C bis 450°C während eines Zeitraums von 30
min bis 120 min erzeugt werden. Die Diffusion des Platins in den
Halbleiterkörper
hinein erfolgt dann beispielsweise bei einer Temperatur im Bereich
von 700°C
bis 900°C über einen
Zeitraum von 30 min bis zu 4 h.
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Nach
der Diffusion des Fremdstoffs in den Halbleiterkörper 10 hinein wird
die Fremdstoffschicht 20 von der Oberfläche 40 in der Regel
wieder entfernt.
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3 zeigt
eine andere Ausführungsform, bei
dem der Fremdstoff zunächst
in den Halbleiterkörper 10 durch
die Oberfläche 40 implantiert
wird. Dies ist in 3 durch Pfeile 30 angedeutet.
Die Implantation 30 erfolgt in eine maximale Tiefe T3 in
den Halbleiterkörper 10,
wobei die Tiefe T3 kleiner als die Tiefe T1 des späteren pn-Übergangs 13 ist.
Anschließend
an die Implantation 30 wird der Fremdstoff in erster Richtung
x ausdiffundiert, so dass sich, eventuell nach der Wasserstoffimplantation,
die p-leitende Zone 11 mit dem flachen Gradienten der Akzeptorkonzentration
NA in erster Richtung x bildet.
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4 zeigt
ein Ausführungsbeispiel,
bei dem die p-dotierte Zone 11 nur lokal begrenzt in den Halbleiterkörper 10 erzeugt
wird. Die lokale Begrenzung kann zum Beispiel entweder durch lokale
Begrenzung der Fremdstoffschicht 20 auf dem Halbleiterkörper 10 oder
durch eine maskierte Implantation 30 des Fremdstoffs in
den Halbleiterkörper 10 erzeugt
werden. Zur lokalen Begrenzung der Fremdstoffschicht 20 kann
beispielsweise eine Oxidmaske verwendet werden. Bei der nachfolgenden
Diffusion des zunächst
lokal begrenzten Fremdstoffs in den Halbleiterkörper 10 hinein wird
es auch zu einer lateralen Diffusion des Fremdstoffs in dem Halbleiterkörper kommen.
Dadurch entsteht auch in lateraler Richtung, d. h. in einer zur
ersten Richtung x senkrechten Richtung y, ein Diffusionsprofil.
Dadurch kommt es zu einer lateral inhomogenen Fremdstoffverteilung
und somit zu einer lateral inhomogenen Akzeptorkonzentration NA der p-leitenden Zone 11 im Halbleiterkörper 10.
Die Temperatur und Dauer des Diffusionsprozesses wird dabei in der
Regel einerseits so eingestellt werden, dass die vertikale Diffusion
der Fremdstoffe soweit erfolgt, wie es für die gewünschte Tiefe T1 des pn-Übergangs 13 erforderlich
ist. Andererseits werden die Parameter des Diffusionsprozesses so
gewählt,
dass die laterale Diffusion möglichst
gering gehalten wird.
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Die
laterale Ausbreitung der Akzeptorverteilung kann insbesondere im
Fall eines Akzeptors, der in Kombination mit einer Wasserstoffimplantation entsteht,
sehr gering gehalten werden, wenn die Akzeptorausbildung durch Leerstellen
bzw. Leerstellendefekte dominiert wird, da diese einen im Vergleich zum
Wasserstoff geringen Diffusionskoeffizienten in Silizium aufweisen.
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Bei
solch einer lokal begrenzten Erzeugung der p-leitenden Zone 11 kann
ein lateral inhomogener pn-Übergang 13 geschaffen
werden. Dazu wird beispielsweise nach der lokalen Erzeugung der
p-leitenden Zone 11 eine ganzflächige, unmaskierte Protonenimplantation
mit der darauffolgenden Temperung an dem Halbleiterkörper durchgeführt. Die
daraus resultierende n-leitende Zone 12 mit lateral homogener Donatorkonzentration
ND bildet zusammen mit der lateral inhomogenen
Akzeptorkonzentration NA der p-leitenden
Zone 11 den lateral inhomogenen pn-Übergang 13 aus. Eine
Ausführungsform
ist es, wenn sich die n-leitende Zone 12 seitlich von der
lokal begrenzten p-leitenden Zone 11 von der Tiefe T2 bis
zur Oberfläche 40 erstreckt.
Insbesondere im lateralen Randbereich des Halbleiterkörpers 10 kann eine
solche Struktur vorteilhaft sein, um beispielsweise einen tiefliegenden
Channelstopper auszubilden, der eine ausreichende Sperrfähigkeit
eines angestrebten Halbleiterbauelements ermöglicht. Andere lokal begrenzte
Strukturen sind ebenfalls realisierbar.
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5 zeigt
eine Ausführungsform
zur Herstellung einer lokalen Begrenzung der n-leitenden Zone 12.
Dazu wird die Implantation 14 der Protonen in den Halbleiterkörper 10 durch
eine Maske 50 begrenzt durchgeführt. Als Maske 50 kann
beispielsweise eine Stencilmaske, d. h. eine dünne Siliziummaske, die die
Protonen absorbiert oder eine auf dem Halbleiterkörper 10 aufgebrachte
Metallmaske verwendet werden. Die Maske 50 wird nach der
Implantation 14 der Protonen in der Regel wieder entfernt.
Durch die lokale Begrenzung der n-leitenden Zone 12 kann
beispielsweise ein lateral begrenzter pn-Übergang 13 geschaffen
werden. Insbesondere kann dieser lateral begrenzte pn-Übergang 13,
beim Vorliegen einer lateral homogenen Akzeptorkonzentration der
p-leitenden Zone 11, lateral homogen ausgebildet werden.
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In 6 ist
ein beispielhaftes Akzeptor-Donator-Profil in dem Halbleiterkörper 10 gezeigt.
Dazu ist in 6 die Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration
N in logarithmischen Maßstab über die
Tiefe T des Halbleiterkörpers 10 aufgetragen.
Als Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N soll hier der absolute Betrag
der Differenz zwischen der Donatorkonzentration ND und
der Akzeptorkonzentration NA verstanden werden.
Das Akzeptor-Donator-Profil in 6 zeigt in
der p-leitenden Zone 11 eine Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N1 = NA vom p-Leitungstyp
und in der n-leitenden
Zone 12 eine Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N2 = ND vom n-Leitungstyp.
Die p-leitende Zone 11 erstreckt sich von einer ersten Oberfläche 40,
was der Tiefe T = 0 entspricht, des Halbleiterkörpers 10 bis zum pn-Übergang 13 in
der Tiefe T1. An der Oberfläche 40 ist
eine starke Anhebung der Akzeptorkonzentration ersichtlich, was
auf eine oberflächennahe
p-Dotierstoff Implantation zurückzuführen ist.
Die Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N1 verläuft zum
pn-Übergang 13 hin
relativ flach, dass heißt
mit einer maximalen Änderung ΔN1 der Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N1 um den Faktor 10 über eine
Distanz von ca. 5 μm
in der Umgebung des pn-Übergangs 13,
wobei diese maximale Änderung
in der p-leitenden Zone 11 mindestens über eine Strecke S = ½ T1 in
erster Richtung x, was der halben Ausdehnung der p-leitenden Zone 11 entspricht,
gilt. Die n-leitende
Zone 12 erstreckt sich von dem pn-Übergang 13 in der
Tiefe T1 bis zu einer Tiefe T2, was dem „End-of-Range” der Protonenimplantation 14 in
dem Halbleiterkörper 10 entspricht. Die
Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N2 der n-leitenden
Zone 12 verläuft
zum pn-Übergang 13 hin ebenfalls
sehr flach, dass heißt
mit einer maximalen Änderung ΔN2 der Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration
N2 um den Faktor 10 auf ca. 10 μm in der
Umgebung des pn-Übergangs 13,
wobei diese maximale Änderung ΔN2 in der n-leitenden Zone 12 mindestens über eine
Strecke S = (T2 – T1)/2
in zweiter Richtung –x,
was der halben Ausdehnung der n-leitenden Zone 12 entspricht,
gilt.
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Unabhängig vom
konkreten Akzeptor-Donator-Profil kann die Abmessung des Halbleiterkörpers 10 über eine
Tiefe T2 hinausgehen. Im Falle eines Halbleiterkörpers 10 mit einer
p-Grunddotierung
ergibt sich somit eine pnp Struktur (p-leitende Zone 11, n-leitende
Zone 12, p-Grunddotierung). Eine andere Ausführungsform
kann vorsehen, dass der Halbleiterkörper 10 an der zweiten
Oberfläche 45,
die der ersten Oberfläche 40 gegenüberliegt,
in zweiter Richtung –x
bis zu T2 oder sogar bis in den Bereich zwischen T2 und T1 gedünnt wird.
In diesem Fall erstreckt sich die n-leitende Zone 12 des
dadurch entstandenen Halbleiterkörpers 10 von
dem pn-Übergang 13 bis
zur zweiten Oberfläche 45 des
Halbleiterkörpers 10.
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In 7 ist
ein anderer beispielhafter Verlauf der Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration N in
einem Halbleiterkörper
einer Diode dargestellt. Dazu ist in 7 die Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration
N einer herkömmlichen
Diode mit einem steilen Gradienten am pn-Übergang anhand der gestrichelten
Linie 71 gezeigt, während
die Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration
N einer verbesserten Diode mit einem tiefen pn-Übergang und mit flachem Gradienten
der Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration
am pn-Übergang
als Linie 70 dargestellt ist.
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In 8 sind
als Ergebnis einer Simulation der zeitliche Verlauf 81 der
Diodenspannung U einer herkömmlichen
Diode und der zeitliche Verlauf 80 der Diodenspannung U
einer verbesserten Diode mit tiefem pn-Übergang und mit flachem Gradienten
der Netto-Akzeptor-Donator-Konzentration einander gegenübergestellt.
Die Dioden weisen die entsprechend in 7 gezeigten
Akzeptor-Donator-Profile auf. Bei beiden Dioden wurde der zeitliche
Anstieg des Diodenstroms I(t) konstant und gleich groß gewählt. Es
ist zu erkennen, dass bei einer herkömmlichen Diode eine negative
Spannungsspitze auftritt, deren Betrag größer ist als 600 V, während der
Betrag der entsprechenden negativen Spannungsspitze der verbesserten
Diode mit tiefem pn-Übergang
und flachem Gradienten nur etwas mehr als 300 V beträgt.
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Weitere
nicht dargestellte Ausführungsbeispiele
können
die Verwendung eines nach dem vorher beschriebenen Verfahren hergestellten
Halbleiterkörpers 10 für einen
IGBT, einen Thyristor oder ein anderes Leistungshalbleiterbauelement
vorsehen. Insbesondere sei bemerkt, dass die beschriebene Temperung
des Halbleiterkörpers 10 zur
Ausbildung von Wasserstoff-induzierten Donatoren in der Regel bevorzugt
vor einer Abscheidung von Metallisierungen auf dem Halbleiterkörper 10 vorgenommen
werden. Die Temperung könnte
sich sonst schädlich
auf die Metallisierung auswirken. Weiterhin kann in einer Ausführungsvariante
vorgesehen sein, dass eine maximale Donatorkonzentration ND am „End-of-Range”, also
in der Tiefe T2, als Feldstoppzone für dementsprechende vertikale
Leistungshalbleiterbauelemente verwendet wird.