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Die
Erfindung betrifft ein Gerät zur Erzeugen einer Struktur
an einem zu bearbeitenden Körper gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 und insbesondere ein Gerät
zum Erzeugen eines elektronischen Schaltkreises auf einem Polymerformkörper
aus mindestens einer Polymerphase, die Carbon-Nanotubes enthält.
Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Erzeugen einer
Struktur auf einem zu bearbeitenden Körper mit dem zu bearbeitenden
Körper und dem Gerät gemäß der
Erfindung sowie einen Plotter mit der Vorrichtung, einem Matrixdrucker
mit der Vorrichtung und einem Stift mit der Vorrichtung. Ferner
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Erzeugen einer Struktur
auf einem zu bearbeitenden Körper gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 14.
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Elektronische
Schaltkreise werden in der Regel durch Aufbringen einer Kupferschicht
auf einem Substrat hergestellt, wobei die für den Schaltkreis
nicht benötigten Teile der Kupferschicht durch chemische
Prozesse weggeätzt werden. Die Herstellung solcher Schaltkreise
ist in der Regel sehr aufwändig und umfasst viele Verfahrensschritte.
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Demgegenüber
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zum Erzeugen einer Struktur an einem zu bearbeitenden Körper
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, mit
dem die Anzahl der Verfahrensschritte zum Erzeugen der Struktur
reduziert werden kann.
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Basierend
auf der Leiterplatte liegt der vorliegenden Erfindung die Idee zugrunde,
nicht zuerst das benötigte Material für die zu
schaffende Struktur auf einem Substrat aufzubringen und dann das
nicht benötigte Material wegzuätzen, sondern die
Struktur wie beim Zeichnen eines Bildes direkt mit einer geeigneten
Vorrichtung aufzutragen.
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Daher
schlägt die Erfindung ein Gerät zum Erzeugen einer
Struktur an einem zu bearbeitenden Körper mit einer Energiequelle
vor. Die Energiequelle weist mindestens eine Elektrode auf, über
die Energie abgegeben werden kann. Diese abgegebene Energie erwärmt
zumindest teilweise den zu bearbeitenden Körper. Durch
die Erwärmung kann der Körper an definierten Stellen
gezielt erwärmt und dadurch chemisch verändert werden,
wodurch die zu erzeugende Struktur an dem zu bearbeitenden Körper
direkt aufbringbar ist. Damit entfällt der Schritt, zuerst
eine Materialschicht auf ein Substrat aufzutragen, und dann zum
Bilden der Struktur teilweise die Materialschicht wieder wegzuätzen.
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Die
Erfindung ist besonders geeignet, wenn der Körper ein Polymerformkörper
aus mindestens einer Polymerphase ist, die Carbon-Nanotubes enthält,
da in diesem Körper durch Anlegen einer Energie an ganz spezifischen
Positionen die Leitfähigkeit verändert werden
kann. Somit lassen sich Leiterbahnen auf einem zu bearbeitenden
Körper ohne Aufbringen einer leitfähigen Materialschicht
und anschließendem Wegätzen der nicht-benötigten
Bereiche der leitfähigen Materialschicht herstellen. Auf
diese Weise werden Arbeitsschritte eingespart, die Produktion der
Leiter platte beschleunigt und so die Wirtschaftlichkeit der Produktion
erhöht.
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Der
zu bearbeitende Körper lässt sich besonders effektiv
erzeugen, wenn die Energiequelle mindestens zwei Elektroden aufweist,
die an den zu bearbeitenden Körper anlegbar sind, wobei
mit den zwei Elektroden ein Strom durch den zu bearbeitenden Körper
leitbar ist bzw. eine Spannung anlegbar ist, der den zu bearbeitenden
Körper aufwärmt und, wie weiter unten näher
beschrieben, vorzugsweise in definierten Bereichen z. B. an der
Oberfläche aufgeschmolzen. Durch diese einfache technische
Maßnahme lassen sich am zu bearbeitenden Körper
nach einer möglichen Ausführungsform auch dreidimensionale
Strukturen erstellen, da die beiden Elektroden beispielsweise an
der Vorderseite und an der Rückseite des zu bearbeitenden
Körpers anlegbar sind. Beispielsweise lassen sich so auf
einfache Weise Löcher in den zu bearbeitenden Körper
einbrennen oder, im Falle der zuvor beschriebenen Leiterplatte,
Kontaktierungen zwischen zwei Ebenen herstellen. Somit lassen sich
mit dem Gerät der vorliegenden Erfindung kostengünstig
Multilayer-Leiterplatten herstellen.
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Zum
Herstellen einfacher Leiterbahnen in einer Ebene des zu bearbeitenden
Körpers kann eine Elektrode der Energiequelle an einem
Punkt fixiert werden, wobei die andere Elektrode auf dem Körper
beliebig bewegt wird, wodurch insbesondere im Falle einer Leiterplatte
die elektrischen Leiterbahnen erzeugt werden. Alternativ können
aber auch beide oder mehrere Elektroden gleichzeitig bewegt werden.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können
die beiden Elektroden auch mit einem Abstandshalter auf einem vorbestimmten
Abstand zueinander gehalten werden, so dass beide Elektroden gemeinsam über
den zu bearbeitenden Körper bei der Erzeugung der Struktur
bewegt werden. Die Elektroden bzw. die dem Polymerformkörper
zugewandten Teile davon, z. B. in Stiftform, können grundsätzlich
jede beliebige Form aufweisen, wobei die Form in Hinblick auf die
Form der gewünschten zu erzeugenden Leiterbahnen vom Fachmann
frei wählbar ist. Auch die angelegte Spannung bzw. der
Strom können frei gewählt werden, wobei der Fachmann
in Abhängigkeit von dem verwendeten Polymerformkörper,
dessen Zusammensetzung sowie dem Grad und Bereich der gewünschten
Erwärmung des Formkörpermaterials die geeigneten
Werte einfach empirisch ermitteln kann. In vielen Fällen
wird z. B. eine Spannung von mehr als 500 V, insbesondere von 1000
V oder mehr günstig sein.
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Nach
einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird eine erste Elektrode in einem ersten Bereich des Polymerformkörpers
(bzw. seiner Oberfläche) an dem bereits eine Leitfähigkeit
besteht bzw. erzeugt wurde, angelegt, während eine zweite
Elektrode ausgehend von einem Punkt auf dem Polymerformkörpers
(bzw. seiner Oberfläche), der in dem gleichen leitfähigen
Bereich liegt, oder der mit diesem Bereich über einen leitfähigen
Bereich (z. B. eine Leiterbahn) verbunden ist, über den
Polymerformkörpers (bzw. seiner Oberfläche) bewegt,
um eine (neue) Leiterbahn zu erzeugen, den leitfähigen
Bereich zu vergrößern oder zwei bestehende leitfähige
Bereiche (z. B. Leiterbahnen) zu verbinden. Diese Vorgehensweise
ermöglicht eine große Flexibilität bei
der Erzeugung bzw. Gestaltung der leitfähigen Strukturen
auf dem Polymerformkörper.
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Das
Gerät gemäß der vorliegenden Erfindung
kann nach einer möglichen Ausführungsform besonders effektiv
in einen Plotter, in einen Matrixdrucker oder in einen Stift eingebaut
werden. In einem Verfahren zum Erzeugen einer Struktur auf einem
zu bearbeitenden Körper wird der zu bearbeitende Körper
durch eine Energiequelle mit mindestens einer Elektrode, die zum
Abgeben einer Energie vorgesehen ist, wenigstens teilweise erwärmt.
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In
dem Verfahren gemäß der Erfindung lassen sich
die zuvor genannten Vorrichtungsmerkmale wirkungsgleich anwenden.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand zweier nicht einschränkender
Ausführungsbeispiele näher beschrieben. In den
Zeichnungen zeigen:
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1 eine
Vorrichtung mit einem Gerät gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
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2 eine
Vorrichtung mit einem Gerät gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
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3 das
Gerät gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung; und
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4 das
Gerät gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
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In
den Figuren werden folgende Bezugszeichen verwendet:
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- 10
- Gerät
- 12,
14
- Stifte
- 16,
18
- Kontakt
Stift
- 20,
22
- Kontakt
Stecker
- 24
- Stecker
- 26
- Polymerkörper
- 28
- Leiterbahn
- 30
- Umgebungsbereich
- 32
- Gezeichnete
Linien
- 34
- Kontaktstelle
- 36
- Unterseite
- 38
- Gerät
- 40
- Stift
- 42
- Heizspirale
- 44
- Schutzkörper
- 46
- Stecker
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In
einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung, das in
den 1 und 4 gezeigt ist, weist das Gerät 10 einen
ersten Stift 12 und einen zweiten Stift 14 auf.
Beide Stifte weisen jeweils an ihrer Unterseite einen Kontakt 16, 18 auf,
die jeweils mit einem Kontakt 20, 22 eines Steckers 24 elektrisch
verbunden sind.
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Beim
Anlegen der Kontakte 16, 18 der Stifte 12, 14 an
einen Polymerkörper 26 aus mindestens einer Polymerphase
mit Carbonnanotubes lässt sich, wenn die Kontakte 16, 18 der
Stifte 12, 14 voneinander beabstandet sind und
einen Strom durch den Polymerkörper 26 leiten,
der Polymerkörper 26 gezielt erwärmen. Durch
die gezielte Erwärmung des Polymerkörpers 26 lassen
sich auf diesem Leiterbahnen 28 aufbringen, die den Strom
aus den Kontakten 16, 18 der Stifte 12, 14 ebenfalls
führen können. Wird beispielsweise der erste Stift 12 mit
dem ersten Kontakt 20 an einer Position fest fixiert und
nur der zweite Stift 14 mit dem zweiten Kontakt 18 auf
der Leiterplatte bewegt, so ist der Abstand zwischen der bereits
erzeugten Leiterbahn und der aktuellen Position des zweiten Kontaktes 18 abhängig
von der Bewegungsgeschwindigkeit sehr gering. Aus diesem geringen
Abstand folgt ein geringer Widerstand zwischen der Leiterbahn 28 und
dem zweiten Kontakt 18, wodurch die Leiterbahn 26 in
einem Umgebungsbereich 30 um den zweiten Kontakt 18 des
zweiten Stiftes 14 erwärmt wird, und sich so die
Leiterbahn 28 fortsetzt.
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Auf
praktische Weise können nach einer möglichen Ausführungsform
die zu erzeugenden Leiterbahnen auf dem Polymerkörper 26 mit
vorgezeichneten Linien 32 angedeutet werden, um den Herstellungsprozess
der Leiterplatte zu unterstützen. Weiter können
am Polymerkörper 26 Kontaktstellen 34 hergestellt
werden, die den Polymerkörper 26 durchdringen.
Dazu muss lediglich der zweite Stift 12 von dem Polymerkörper 26 entfernt
werden, und an der Unterseite 36 des Polymerkörpers 26 in
etwa unter der bereits erzeugten Leiterbahn 28 angebracht
werden. Dadurch wird wieder über die Leiterbahn 28 ein
Strom zwischen den beiden Kontakten 16, 18 der
beiden Stifte 12, 14 geleitet, der die Kontaktstelle 34 durch
den Polymerkörper 26 erzeugt.
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In
den 2 und 3 ist ein Gerät gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Danach
umfasst das Gerät 38 einen Stift 40,
an dessen Unterseite sich eine Heizspirale 42 anschließt.
Diese Heizspirale ist vorzugsweise von einem Schutzkörper 44 umgeben.
Der Schutzkörper kann dazu vorgesehen sein, die Erwärmung
zu regulieren, oder aber auch um die Heizspirale 42 vor
Verschmutzung oder anderen äußeren Einflüssen
zu schützen. Weiter weist das Gerät 38 gemäß dem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung einen Stecker 46 auf,
mit dem die Heizspirale 42 mit elektrischer Energie versorgbar
ist.
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Im
Einsatz wird das Gerät 38, wie im ersten Ausführungsbeispiel
gezeigt, über die vorgezeichneten Linien 32 gezogen,
so dass die bereits diskutierten Leiterbahnen 28 entstehen.
In der vorliegenden Ausführungsform ist es nicht notwendig,
einen ersten Stift an einer vorbestimmten Stelle des Polymerkörpers 26 zu positionieren.
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Mit
der Erfindung lassen sich auf einfache Weise Strukturen auf einem
Körper erzeugen, ohne dass es dem Auftragen eines Grundmaterials
und dem Entfernen der nicht benötigten Stellen des Grundmaterials bedarf.
Dadurch werden Prozessschritte bei der Herstellung gespart, so dass
die Produktion des zu bearbeitenden Körpers wirtschaftlicher
wird. Demnach betrifft ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung
die Verwendung der vorstehend beschriebenen Geräte, Vorrichtungen
und Verfahren zur Erzeugung (leitfähiger) Strukturen auf
Polymerformkörpern, insbesondere Polymerformkörpern
wie nachstehend näher beschrieben.
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Die
vorstehenden Geräte, Vorrichtungen und Verfahren bieten
dabei besondere Vorteile bei der Verwendung der nachstehenden erfindungsgemäßen
Polymerformkörper mit leitfähigen Strukturen auf
der Oberfläche, wobei auch Verfahren zu dessen Herstellung
beschrieben werden.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft demnach nach einem weiteren Aspekt
einen Polymerformkörper mit leitfähigen, insbesondere
elektrisch leitfähigen, Strukturen auf der Oberfläche,
sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Polymerformkörper.
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Elektrisch
leitfähige Kunststoffe sind seit langem bekannt.
US 4,404,125 beschreibt
die Herstellung derartiger Kunststoffe durch Beimengung von Kohlenstofffasern,
gegebenenfalls zusammen mit leitfähigen Rußen,
in einen thermoplastischen Kunststoff. In
US 4,664,971 werden an Stelle der
Kohlenstofffasern elektrisch leitfähige Metallfasern eingesetzt.
In all diesen Kunststoffmischungen sind große Mengen an
elektrisch leitfähigen Zusatzstoffen erforderlich, die
im Regelfall in einem Bereich von 10–30 Gew.-% liegen.
Dennoch ist die elektrische Leitfähigkeit dieser Kunststoffe,
insbesondere an der Oberfläche, noch nicht ausreichend
für viele technische Anwendungen.
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WO 02/19346 beschreibt
den Einsatz metallbeschichteter Carbonfasern zur Herstellung elektrisch
leitfähiger Kunststoffe. Hierbei wird z. B. ein energiereicher
Laser eingesetzt, um den an der Oberfläche befindlichen
Kunststoff zu verdampfen und die darunterliegenden Schichten der
elektrisch leitfähigen Zusatzstoffe freizulegen. Ein Nachteil
ist die dabei häufig auftretende Leitfähigkeit über
das ganze Volumen Des Kunststoffes, auch quer zur und über
die laserbehandelte Bahn hinaus, und die resultierenden Probleme
bei der Anordnung von nebeneinander liegenden Leiterbahnen.
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Ein
anderes Verfahren zur Erzeugung elektrisch leitfähiger
Strukturen auf beliebigen Substratmaterialien wird in der
DD 263 179 beschrieben, wobei
die Substratmaterialien mit einem elektrisch leitfähigen
Zusatzstoff und Vernetzungsinitiatoren enthaltendem Prepolymer beschichtet,
das Prepolymer durch Einwirken energiereicher Strahlen gezielt vernetzt
und die nicht vernetzten Anteile der Kunststoffmischung mit Hilfe
geeigneter Lösungsmittel wieder entfernt werden. Dieses
Verfahren ist sehr aufwendig und mit nicht unerheblichen Problemen
hinsichtlich einer ausreichenden Haftung der Strukturen auf der
Substratoberfläche verbunden.
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Die
DE 102 59 498 beschreibt
elektrisch leitfähige Thermoplaste, in denen neben teilchenförmigen Kohlenstoffmodifikationen
wie Ruß oder Graphit auch Carbon Nanotubes (CNT) eingesetzt
werden. Durch Zusatz von derartigen Kohlenstoff-Modifikationen lässt
sich die elektrische Leitfähigkeit im Vergleich zu Metallfasern
schon bei geringen Zusatzmengen realisieren. Die elektrische Leitfähigkeit
verteilt sich dabei mehr oder weniger gleichmäßig über
das gesamte Kunststoffvolumen und die Oberfläche. Dabei
tritt die elektrische Leitfähigkeit in der Regel erst oberhalb
einer gewissen Mindestzusatzmenge an elektrisch leitfähigen
Zusatzstoffen auf. Unterhalb dieser Konzentration ist die Leitfähigkeit
nahezu auf dem Ausgangsniveau der nicht leitfähigen Kunststoffe.
Die Grenze, ab der Leitfähigkeit zu beobachten ist, richtet
sich im Wesentlichen nach dem Kunststoff selbst, dem zugesetzten
Füllstoff bzw. der zugesetzten Füllstoffmischung
sowie nach den Misch- und Verarbeitungsbedingungen, denen die Kunststoffmischung
unterzogen worden ist.
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Um
eine gute elektrische Leitfähigkeit zu erzielen, sind bei
all diesen Verfahren ausreichende Mengen an Zusatzstoffen erforderlich
und die Leitfähigkeit ist weitgehend gleichmäßig über
das Volumen der Kunststoffformteils verteilt. Mit dem steigenden
Füllgrad ist aber im Regelfall eine Verschlechterung der
mechanischen Eigenschaften verbunden, so dass bei hohen Füllgraden
beispielsweise die Zähigkeit sowie Zug- und Reißfestigkeit
deutlich reduziert sind.
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Eine
weitere Möglichkeit zur Erzeugung elektrisch leitfähiger
Strukturen auf Oberflächen wurde von T. Dekker
(Carbon-Nanotubes as Molecular Quantum Wires, Physics Today, S.
22–28, 1999) beschrieben. Hierbei werden Carbon
Nanotubes aus der Gasphase auf einem Substrat abgeschieden. Dieses
Verfahren ist ebenfalls mit einem hohen technischen Aufwand verbunden.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, die bekannten Verfahren
zur Erzeugung von leitfähigen Strukturen auf Polymerformkörpern
zu vereinfachen und zu verbessern und insbesondere Polymerformkörper
mit besonders guten Eigenschaften zur Verfügung zu stellen.
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Die
oben beschriebene Aufgabe wird durch die hierin definierten Polymerformkörper
und das Verfahren zu deren Herstellung gelöst.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde überraschenderweise
festgestellt, dass das partielle Anschmelzen der Oberfläche
eines Polymerformkörpers, der Carbon Nanotubes enthält,
zu einer Migration der CNT an die Oberfläche des Polymerformkörpers
führt. Durch gezieltes Anschmelzen der Oberfläche
in definierten Bereichen ist es somit auf vorteilhafte Weise möglich,
die Konzentration der CNT in diesen Bereichen zu erhöhen
und die elektrische und thermische Leitfähigkeit dieser
Bereiche zu erhöhen. Ein Nachweis für die höhere
Konzentration der CNT in den elektrisch leitfähigen (thermisch
behandelten) Bereichen kann z. B. über lichtmikroskopische
oder elektronenmikroskopische Aufnahmen geliefert werden. Hierbei
erscheinen beispielsweise bei einem Polymerformkörper aus
Polycarbonat und CNT im Lichtmikroskop die Stellen mit hoher CNT-Dichte
in schwarzer Farbe, wohingegen die Stellen mit geringer CNT-Dichte
weiß sind.
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Im
Gegensatz dazu wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung überraschenderweise
festgestellt, dass die Verwendung von Polymerformkörpern
mit anderen elektrisch leitenden Zusatzstoffen nicht zu einer Migration
der leitfähigen Stoffe an die Oberfläche führt.
Beispielsweise führte das Anschmelzen von Polymerformkörpern
mit leitfähigen Fasersystemen, wie z. B. Aluflakes (Hersteller
Alufllakes der Fa. Silverline, GB; verwendete Polymermischung Polycarbonat/Polypropylen,
siehe Beispiel) oder Stahlfasern nicht zu einer Migration der leitfähigen
Fasern an die Oberfläche. Bei diesen Polymerformkörpern
ist daher nur das oben beschriebene Verfahren aus
WO 02/19346 anwendbar. Im erfindungsgemäßen
Verfahren ist jedoch vorteilhafterweise kein Verdampfen des Polymers
auf der Oberfläche des Polymerformkörpers notwendig.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Geschwindigkeit
der Migration sowohl von der Viskosität der Polymerphasen,
durch die sich die CNT bewegen müssen, als auch von der
jeweilige Kompatibilität der Oberflächen der CNT
und der Polymerphasen, und von der Behandlungsdauer, d. h. der Zeit,
die den CNT zur Verfügung steht, um durch das aufgeschmolzene
Polymer an die Oberfläche vorzudringen, abhängig.
Je länger die Anschmelzung erfolgt, desto besser können
die CNT an die Oberfläche wandern, und desto besser ist auch
die Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit in
den thermisch behandelten Bereichen.
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Des
Weiteren wurde überraschenderweise festgestellt, dass sich
durch Dehnen oder Verbiegen des Polymerformkörpers der
Oberflächenwiderstand desselben ändert. Insbesondere
wird der Oberflächenwiderstand grösser je mehr
der Polymerformkörper gedehnt wird. Dies ermöglicht
die Anwendung der erfindungsgemäßen Polymerformkörper
in Dehnungsmessstreifen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft daher nach einem Aspekt Polymerformkörper
mit leitfähigen, insbesondere elektrisch leitfähigen,
Strukturen auf der Oberfläche, sowie ein Verfahren zur
Herstellung dieser Polymerformkörper.
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Ein
Polymerformkörper im Sinne der vorliegenden Erfindung ist
ein beliebig geformter dreidimensionaler Körper oder eine
Polymerschicht aus einem oder mehreren verschiedenen Polymeren,
die nachfolgend sowohl für das erfindungsgemäße
Verfahren als auch für die erfindungsgemäßen
Polymerformkörper beschrieben werden.
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Erfindungsgemäß geeignete
Polymere sind Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere sowie anorganische
Polymere und Mischung daraus, bevorzugt werden Thermoplaste und
Duroplaste verwendet. Bevorzugte Polymere sind Polycarbonat, Acrylnitril-Butadien-Styrol
(ABS), Polyamide wie Polyamid 6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA 6.6), Polyamid
6.4 (PA 6.4)), Polyamid 12 (PA 12), aromatisches Polyamid, Polyvinylchlorid,
Nylon 6,6, Polyvinylfluorid, Polyvinylidenfluorid, Polyphenylenether,
Polystyrol, Polyolefine wie Polypropylen oder Polyethylen, Polysulfon,
thermoplastisches Polyurethan, Polyethylenterephthalat, Polybutylenterephthalat,
thermoplastische Elastomerlegierungen, Acetal, Styrol-Maleinsäureanhydrid,
Butadien-Styrol, Polyetheretherketon, Polyethersulfon, Polytetrafluorethen,
Polyalkylacrylate, Polymethylmethacrylat, ungesättigte
Polyester, Polylactone, Polyepoxide, Polyamide, Polybutadiene, Polyphosphazene,
Styrolmaleinsäureanhydrid (SMA), Styrolmethylmethacrylat
(SMMA), Polysulfon, Polyvinylacetat und Polyacrylamid. Des Weiteren
kann Phenolharz, Polyesterharz, natürlicher oder synthetischer
Kautschuk oder Silikonkautschuk verwendet werden. Spezielle Beispiele
anorganischer Polymere umfassen Phosphor basierte Verbindungen und
Silikone. Die vorstehend aufgezählten Polymere können
auf dem Fachmann bekannte Weise hergestellt und verarbeitet werden.
Bevorzugterweise werden mindestens zwei, weiter bevorzugt mindestens
drei, verschiedene Polymere zur Herstellung des Polymerformkörpers
verwendet.
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Bevorzugte
Polymerblends sind: Polycarbonat/Polyolefin (insbesondere Polypropylen
oder Polyethylen), Polyethylenterephthalate (PET)/Polyvinylidenfluorid,
PET/Nylon 6,6, PET/Polypropylen, PET/Polyethylenmischungen mit hoher
Dichte, Polyamid 6 (PA6)/Acrylonitril-Butadiene-Styrol und Polycarbonat/Polyolefine (bevorzugt
Polypropylen), Polyamid 6-(PA6)/Polyamid 12 (PA12), Polyamid 6.6
(PA 6.6)/Polyamid 12 (PA 12), aromatisches Polyamid/Polyamid 12
(PA 12), Polybutylenterephthalat/thermoplastisches Polyester, und
Polyethylenterephthalat/thermoplastisches Polyester. Geeignete Polymerblends
wurden beispielsweise von Wu et al. (Journal of applied
polymer science, 2006, vol. 99, no2, pp. 477–488) im
Zusammenhang mit CNT beschrieben. Bei Verwendung mehrerer verschiedener
Polymere kann, je nach Eigenschaft der Polymere, ein einphasiges
oder mehrphasiges System entstehen.
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Erfindungsgemäß besteht
der Polymerformkörper bevorzugt aus mindestens zwei miteinander
im Wesentlichen nicht mischbaren (phasenunverträglichen)
Polymeren. Werden zwei oder mehr phasenunverträgliche Polymere
verwendet, so können diese selbst nach dem Anschmelzen
des Polymerformkörpers ein zwei- oder mehrphasiges System
ausbilden. Phasenunverträgliche Systeme sind dem Fachmann
bekannt. Werden die beiden Polymersorte vermengt, liegen sie in
getrennten Phasen nebeneinander vor. Wird eine derartige Mischung über
einen längeren Zeitraum in der Schmelze gehalten, koaleszieren
die aus jeweils einer Po lymersorte gebildeten Domänen,
d. h. es findet eine Phasenseparierung statt.
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Beispielsweise
sind Polymere, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Polystyrol (PS), Polymethylmetacrylat (PMMA) und Acrylnitrit-Butadien-Styrol
(ABS), sowie thermoplastischen Polyestern, wie Polyethylenterephthalat
(PET) oder Polybutylenterephthalat (PBT), und Polycarbonate nicht
mischbar mit Polypropylen und/oder Polypropylencopolymeren. Des
Weiteren sind Polystyrol und Polyamid-6 nicht mit Polyethylen oder
Polypropylen mischbar. Kombinationen aus zwei oder mehr der vorstehend
genannten Polymere sind erfindungsgemäß bevorzugt,
wobei die Verwendung von Polycarbonat in Kombination mit Polypropylen
besonders bevorzugt ist.
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Bei
Verwendung von Polypropylen und/oder einem Polypropylencopolymer
in einem Gemisch mit dazu phasenunverträglichen Polymeren
ist es bevorzugt, jeweils bezogen auf die gesamte Masse des Polymergemisches
(inklusive der eventuell verwendeten Hilfsstoffe und Carbon Nanotubes),
mindestens 40 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 60 Gew.-%, noch
weiter bevorzugt mindestens 80 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens
90 Gew.-%, und am meisten bevorzugt mindestens 99 Gew.-%, Polypropylen
und/oder Polypropylencopolymer zu verwenden. Weitere bevorzugte
Mengenbereich sind: 40 bis 99 Gew.-%, weiter bevorzugt 60 bis 95
Gew.-%, noch weiter bevorzugt 70 bis 95 Gew.-%, Polypropylen und/oder
Polypropylencopolymer.
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Carbon
Nanotubes (CNT), auch Kohlenstoffnanoröhrchen oder Kohlenstoffnanotubes
genannt, sind aus Kohlenstoffatomen in bestimmter molekularer Anordnung
ausgebildete, faserartige Strukturen. CNT bestehen aus Wandabschnitten,
die Hohlräume umschließen. Die Wände
sind hierbei aus Kohlenstoffatomen mit jeweils drei Bindungspartnern
aufgebaut, die eine wabenartige Struktur aus Sechsecken bilden.
Je nach Anordnung der Wand strukturen spricht man von einlagigen
Kohlenstoffnanotubes (single wall carbon nanotubes, SWCNT), die
aus einzelnen Röhren aufgebaut sind und einen Innendurchmesser
von 1–3 nm aufweisen, oder von mehrlagigen Kohlenstoffnanotubes
(multi wall carbon nanotubes, MWCNT), die aus mehreren konzentrisch
ineinander geschachtelten Röhren bestehen. Die Außendurchmesser
der Carbon Nanotubes betragen zwischen 1 nm und 400 nm, wobei Carbon
Nanotubes mit einem Außendurchmesser zwischen 10 und 400
nm häufig als Kohlenstoffnanofaser (Carbon Nano Fibre,
CNF) bezeichnet werden.
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Die
Herstellung von Carbon Nanotubes ist dem Fachmann bekannt und kann
beispielsweise im Lichtbogenverfahren (
Iijima, Nature 354,
1991, 56–8) oder mittels Abscheideverfahren aus
der Gasphase (Chemical Vapor Deposition, CVD) erfolgen (
P.
M. Ajayan, Nanotubes from Carbon, Chem. Rev. 99, S. 1787–1799, 1999).
Ein weiteres Verfahren ist in der
WO
99/13127 ,
DE 19946182 und
WO 98/39250 beschrieben.
Hierbei dienen gepulste Laser zur Verdampfung von kohlenstoffhaltigen
Materialien, die in einer Vakuumkammer angeordnet sind. Ein Teil
der verdampften Kohlenstoffmoleküle kondensiert auf sogenannten
Auffängern, deren Temperatur durch externe Heizung und
Kühlung gesteuert wird wodurch das Wachstum von Nanoröhren
bewirkt wird. Weitere Herstellungsmethoden umfassen beispielsweise
Lichtbogen-, Laserablations und katalytische Verfahren.
WO 86/03455 und
WO 2006/050903 beschreiben
Herstellungsverfahren, worin aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe
in Gegenwart eines Eisen enthaltenden Katalysators bei Temperaturen von
800–900°C zersetzt werden. Bei den bekannten Verfahren
werden oft Ruß, amorpher Kohlenstoff und Fasern mit hohen
Durchmessern als Nebenprodukte gebildet. Bei der katalytische Abscheidung
von Kohlenstoff aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen (Catalytic
Carbon Vapour Deposition) können beispielsweise Acetylen, Methan,
Ethan, Ethylen, Butan, Bu ten, Butadien, oder Benzol verwendet werden.
Als Katalysatoren können z. B. Metalle wie Fe oder Ni oder
auch Metalloxide verwendet werden. Die unter Verwendung der vorstehenden Verfahren
hergestellten Carbon Nanotubes fallen meist als CNT-Pulver an und
können direkt mit den Polymeren vermischt werden.
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Erfindungsgemäß werden
bevorzugt CNT mit einem mittleren Durchmesser von 2 bis 100 nm,
weiter bevorzugt 5 bis 80 nm, und besonders bevorzugt 6 bis 50 nm
verwendet. Bevorzugt werden MWCNT verwendet. Des Weiteren ist dem
Fachmann bekannt, dass die Carbon Nanotubes je nach Symmetrie bzw.
Anordnung der Kohlenstoffsechsecke in den Röhrenwänden
unterschiedliche Elektronenzustände aufweisen und somit
Eigenschaften von Metallen oder Halbleitern aufweisen können.
Je nach Anwendung wird der Fachmann daher die geeigneten, in der
Literatur beschriebenen, Carbon Nanotubes auswählen können.
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Erfindungsgemäß können
auch ”funktionalisierte Carbon Nanotubes” verwendet
werden, solange diese Carbon Nanotubes sich nicht derart mit den
Polymeren verbinden, dass eine Migration verhindert wird. ”funktionalisierte
Carbon Nanotubes” weisen eine modifizierte Oberfläche
auf und sind beispielsweise in
US 6,203,814 und
US 08/812,856 beschrieben.
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Anstelle
von oder zusätzlich zu den Carbon Nanotubes können
nach einer möglichen erfindungsgemäßen
Ausführungsform auch Graphene anstelle der CNTs oder zusammen
mit diesen eingesetzt werden. Graphene und Verfahren zu deren Herstellung
sind dem Fachmann bekannt. Graphene sind einatomare Graphitschichten,
die beispielsweise durch epitaktisches Aufwachsen auf einem Siliziumoxid-Substrat
hergestellt werden können. CNTs sind erfindungsgemäß jedoch
bevorzugt.
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Erfindungsgemäß bevorzugt
werden Carbon Nanotubes in einem Mengenanteil (bezogen auf die Gesamtmasse
der Polymerphase/n des Polymerformkörpers) verwendet, so
dass der Polymerformkörper ohne die erfindungsgemäßen
leitfähigen Strukturen nicht oder nur gering leitfähig
ist. Bei reinen Polycarbonatwerkstoffen können daher beispielsweise
insgesamt nur weniger als etwa 5 Gew.-% an CNT eingesetzt werden. Für
Polypropylen können maximal etwa 8–10 Gew.-% CNT
verwendet werden. Ein Fachmann wird je nach Anwendung des erfindungsgemäßen
Polymerformkörpers die geeignete Gesamtmenge an CNT durch
Testversuche bestimmen.
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Zusätzlich
bevorzugt können im erfindungsgemäßen
Verfahren bzw. in den erfindungsgemäßen Polymerformkörpern
Nanocomposits verwendet werden. Derartige Stoffe und deren Anwendung
sind dem Fachmann bekannt und beispielsweise in der
EP 1 776 418 beschrieben. Bevorzugt
werden hierbei Nano-Schichtsilikate, wie beispielsweise Aluminiumschichtsilikat,
verwendet. Bevorzugterweise werden Nanocomposits in einem Anteil,
bezogen auf die Gesamtmasse der Polymerphase/n im Polymerformkörper,
von 0,1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 bis 5 Gew.-%, insbesondere
bevorzugt von 0,5 bis 2 Gew.-% eingesetzt.
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Zusätzlich
bevorzugt kann/können die Polymerphase/n des Polymerformkörpers
weitere Stoffe enthalten, die die elektrische Leitfähigkeit
des Polymerformkörpers erhöhen können.
Beispielsweise können metallbeschichtete Carbonfaser oder ähnliches
enthalten sein.
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Zusätzlich
bevorzugt enthält der Polymerformkörper außer
polymeren Bestandteilen, CNT und Nanocomposits maximal 20 Gew.-%,
weiter bevorzugt maximal 10 Gew.-%, an weiteren Stoffen wie Verarbeitungshilfsmittel,
Dispergierhilfsmittel, Haft- und Verträglichkeitsvermittler,
Licht- und Alterungsschutzmittel, Farbstoffe etc.
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Der
Ausdruck ”elektrisch leitfähig”, so wie
hier verwendet, bezeichnet einen Körper mit einem Oberflächenwiderstand
von weniger als 109, bevorzugt weniger als
107 Ohm, weiter bevorzugt weniger als 105, und besonders bevorzugt weniger als 104 Ohm. Dementsprechend betreffen die Ausdrücke ”nicht
elektrisch leitfähig” und ”gering elektrisch
leitfähig”, so wie hier verwendet, einen Körper
mit einem Oberflächenwiderstand von mehr als 109 Ohm, bevorzugt mehr als 107 Ohm,
weiter bevorzugt mehr als 105, und besonders
bevorzugt mehr als 104 Ohm. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren ist es möglich, den Oberflächenwiderstand
in definierten Bereichen um den Faktor 10, insbesondere 100, insbesondere
1000 oder mehr zu verringern, um elektrisch leitfähige
Strukturen zu erzeugen.
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Eine
elektrisch leitfähige Struktur im Sinne der vorliegenden
Erfindung ist eine geometrische Anordnung von elektrisch leitfähigen
Bereichen auf der Oberfläche eines Polymerformkörpers,
wobei die elektrisch leitfähigen Bereiche an elektrisch
nicht leitfähige Bereiche auf der Oberfläche angrenzen.
Insbesondere können die elektrisch leitfähigen
Strukturen für elektronische Anwendungen ausgebildet sein.
Die elektrisch leitfähigen Strukturen können daher
beliebige geometrische Formen aufweisen, insbesondere die Form von
Linien, Flächen oder Mustern, vorzugsweise immer abgegrenzt
durch nicht behandelte (und somit nicht elektrisch leitfähige)
Bereiche.
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Zusätzlich
zu der elektrischen Leitfähigkeit erhöht sich
auch die thermische Leitfähigkeit der thermisch behandelten
Bereiche der Oberfläche des Polymerformkörpers.
Dies ermöglicht weitere technische Anwendungsmöglichkeiten.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren umfasst in einem ersten
Schritt das Bereitstellen eines Polymerformkörpers aus
mindestens einer Polymerphase, die Carbon Nanotubes (CNT) enthält.
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Hierbei
wird/werden ein oder mehrere der oben aufgeführten Polymere,
unter Schmelzen der Polymere, mit den Carbon Nanotubes vermischt.
Die Vermischung der einzelnen Bestandteile kann in an sich beliebiger
Weise erfolgen. Bekannte Verfahren zur Herstellung von Polymeren
mit CNT bestehen darin, das synthetisierte Polymer, welches regelmäßig
als Granulat, Pulver oder auch in Blockform vorliegt, durch Wärmezufuhr aufzuschmelzen
und so in einen flüssig-viskosen Zustand zu überführen.
Dadurch kann die Viskosität des Polymers abgesenkt, und
die CNT in das Polymer eingemischt werden. Ein solches Verfahren
kann der
US 4,157,325 entnommen
werden. Aus der kanadischen Offenlegungsschrift
CA 2,324,353 A1 ist bekannt,
Füllstoffe in ein Monomer einzumischen, eine in-situ-Polymerisation
zu starten und den so synthetisierten Thermoplast nachfolgend aufzuschmelzen,
um weitere Füllstoffe darin einzubringen. Hierbei können
die Carbon Nanotubes vor oder während dem Schmelzvorgang
zugeben werden.
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Zum
Einmischen von Stoffen in niederviskose Kunststoffvorprodukte können
beispielsweise die bekannten Dispergierverfahren unter Verwendung
einer Perlmühle, Ultraschallsonde, einem Dreirollenwalzwerk oder
einem Hochdruckdispergator eingesetzt werden. Zum Einmischen in
hochviskose Kunststoffschmelzen finden die bekannten Verfahren wie
z. B. der Einsatz von gleichlaufenden Doppelschneckenextrudern z.
B. von der Fa. Coperion (DE) oder Fa. Leistritz (DE), von gegenläufigen
Doppelschneckenextrudern Fa. Pomini (IT) und Fa. Farell (US) oder
der von der Fa. Buss (CH) hergestellte Ko-Kneter Verwendung.
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Diese
Verfahren können auch eingesetzt werden, wenn phasenunverträgliche
Polymere verwendet werden. Beispielsweise können Polypropylen
und/oder Polypropylencopolymer mit phasenunverträglichen
Polymeren auf diese Weise vermischt und dann gemeinsam aufgeschmolzen
und vermengt werden. Bei Verwendung von Nanocomposits können
diese ebenfalls vor oder während dem Aufschmelzen zugegeben
werden.
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Bevorzugterweise
wird/werden die Polymerphase/n durch Vermischen von geschmolzenem
Polymer mit 0,1–10 Gew.-%, Carbon Nanotubes, bezogen auf
die Gesamtmasse der Polymerphase/n des Polymerformkörpers,
hergestellt.
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Zudem
ist es möglich, das Vermischen aller Bestandteile in mehreren,
aufeinander folgenden Arbeitsschritten durchzuführen. Beispielsweise
kann zunächst ein Polymer mit den Carbon Nanotubes unter
Schmelzen vermischt und das so erhaltene Masterbatch in einem nachfolgenden
Schritt, beispielsweise nach dem Abkühlen und Granulieren,
mit den übrigen Polymeren vermischt und geschmolzen werden.
Die Herstellung derartiger Masterbatches ist z. B. in
US 5,643,502 beschrieben. Durch den
Einsatz derartiger Masterbatches kann die Verteilung der Carbon
Nanotubes in der Kunststoffmasse verbessert werden.
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Hierbei
ist es zusätzlich bevorzugt, dass der Polymerformkörper
durch Verschmelzen mindestens einer Polymerphase, die Carbon Nanotubes
(CNT) in einem Anteil (bezogen auf die Polymerphase) zwischen 1 und
40 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 5 und 30 Gew.-%, weiter bevorzugt
15 und 30 Gew.-%, enthält, mit mindestens einer weiteren
Polymerphase mit geringerem Carbon Nanotubes (CNT)-Anteil, erhalten
wird. Hierbei sollte der Gesamtgehalt an CNT dennoch nicht so hoch
sein, dass der Polymerformkörper bereits ohne die erfindungsgemäßen
leitfähigen Strukturen leitfähig ist. Die Polymerphasen
mit unterschiedlichen Carbon Nanotubes (CNT)-Anteilen können
hierbei, wie oben beschrieben, unter Verschmelzen der Polymere oder
Polymergemische mit den Carbon Nanotubes erhalten werden. Weiter
bevorzugt wird die Polymerphase mit dem höheren Carbon
Nanotubes-Anteil in geringeren Gewichtsanteilen als die Polymerphasen
mit niedrigeren Carbon Nanotubes-Anteilen verwen det. Bevorzugt weisen
die Polymerphasen mit niedrigeren Carbon Nanotubes-Anteilen zwischen
0 und 10 Gew.-% CNT (bezogen auf die Polymerphase), weiter bevorzugt
zwischen 0 und 5 Gew.-% CNT, auf. Bevorzugterweise wird die Polymerphase
mit dem höheren Carbon Nanotubes-Anteil in einem Anteil
zwischen 0,5 und 40 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 1 und 40 Gew.-%,
weiter bevorzugt zwischen 1 und 30 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen
1 und 20 Gew.-%, und am meisten bevorzugt zwischen 1 und 10 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmasse der Polymerphasen des Polymerformkörpers,
enthalten sein.
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Es
hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die Verwendung
von zwei phasenunverträglichen Polymerphasen, von denen
eine Polymerphase einen hohen Carbon Nanotubes-Anteil aufweist,
eine besonders hohe Leitfähigkeit der erzeugten Strukturen
ermöglicht. Es hat sich hierbei gezeigt, dass die Polymerphasen auch
nach dem Schmelzen (bei der Herstellung des Polymerformkörpers)
noch unterschiedliche Carbon Nanotubes-Anteile aufweisen. Im Gegensatz
dazu führt die bekannte Verwendung von Masterbatches mit
erhöhtem Ruß-Anteil, beispielsweise bei Verfahren
zur Einfärbung von Polymerformkörpern, zu einer
gleichmäßigen Verteilung der Rußpartikel
auf die Polymerphasen.
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Weiter
bevorzugt wird hierbei die Polymerphase, die Carbon Nanotubes (CNT)
in einem höheren Anteil enthält, aus einem oder
mehreren Polymeren, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Polycarbonat, Polystryrol, Acrylnitrit-Butadien-Styrol (ABS),
Styrolmaleinsäureanhydrid (SMA), Styrolmethylmethacrylat
(SMMA), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polybutylenterephthalat (PBT),
Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid 6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA
6.6), Polyamid 6.4 (PA 6.4), Polyamid 12 (PA 12), aromatischem Polyamid, Polysulfon,
hergestellt. Bevorzugterweise besteht diese Polymerphase zu mindestens
50 Gew.-%, weiter bevorzugt zu mindestens 60 Gew.-%, weiter bevorzugt
zu mindestens 70 Gew.-%, noch weiter bevorzugt zu mindestens 80
Gew.-%, und am meisten bevorzugt zu mindestens 90 Gew.-% aus Polycarbonat.
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Die
gewünschten Polymerformkörper können
dann auf übliche Weise durch Extrusions- oder Spritzgussverfahren
aus den Polymergemischen erhalten werden.
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In
einem zweiten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt eine thermische Behandlung mindestens einer Oberfläche
des Polymerformkörpers zur Erzeugung der leitfähigen,
insbesondere der elektrisch leitfähigen, Strukturen auf
der Oberfläche des Polymerformkörpers, wobei die
thermische Behandlung das Erhitzen des Bereichs der Oberfläche
auf eine Temperatur umfasst, die mindestens der Schmelztemperatur
der mindestens einen Polymerphase entspricht. Nach einer bevorzugten
Ausführungsform erfolgt nach dem Abkühlen der
thermisch behandelten Bereiche (bis sich die Polymerphasen wieder
verfestigt haben), eine (oder auch mehrere) weitere thermische Behandlung
derselben Bereiche.
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Bevorzugterweise
erfolgt die thermische Behandlung der Oberfläche/n des
Polymerformkörpers durch Kontakt mit einem erhitzten Körper,
Gas (z. B. Heißluft) oder Flüssigkeit, oder durch
elektromagnetische Strahlung. Ein Fachmann kann das jeweils geeignete
Mittel auswählen, um einen definierter Bereich der Oberfläche anzuschmelzen.
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Hierbei
ist es möglich, die thermische Behandlung entweder nach
vorhergehender Erzeugung des Polymerformkörpers, d. h.
nachdem der Polymerformkörper das ”Formwerkzeug” verlassen
hat, oder bereits bei der Herstellung eines solchen Formkörpers
im Formwerkzeug, durchzuführen. Es sind bereits Werkzeuge
bekannt, bei denen einzelne Teile eines Formkörpers im
Werkzeug gezielt erhitzt oder länger heiß gehalten
werden können.
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Bevorzugterweise
wird jedoch elektromagnetische Strahlung zur thermischen Behandlung
der Oberfläche des Polymerformkörpers verwendet.
Weiter bevorzugt ist es hierbei, Laserstrahlung oder IR-Strahlung, weiter
bevorzugt Laserstrahlung, zu verwenden. Hierbei können
bekannte Lithographieverfahren zur gezielten Bestrahlung von definierten
Bereichen von Substratoberflächen eingesetzt werden. Verfahren
zur gezielten Bestrahlung von Oberflächen sind dem Fachmann
bekannt und beispielsweise in der
EP 0 847 329 A oder
WO 02/079881 A offenbart.
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Geeignete
Laser für das erfindungsgemäße Verfahren
sind: He-Ne-Laser, Nd:YAG-Laser, Kohlendioxidlaser (CO2-Laser),
Kohlenmonoxidlaser (CO-Laser), Stickstofflaser (N2-Laser),
Argon-Ionen-Laser, Helium-Cadmium-Laser (HeCd-Laser), Krypton-Ionen-Laser,
Sauerstoff-Ionen-Laser, Xenon-Ionen-Laser, Mischgas-Laser (beispielsweise
mit Argon und Krypton), Excimerlaser, Metalldampflaser (beispielsweise
Kupferdampflaser) und Metallhalogenid-Laser (beispielsweise Kupferbromid-Laser),
bevorzugt sind Kohlendioxidlaser (CO2-Laser)
und Nd:YAG-Laser.
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Bevorzugterweise
wird eine Stelle der Oberfläche des Polymerformkörpers
für 0,001 bis 1 Sekunde erhitzt. Die Zeitdauer des Erhitzens
bezieht sich hierbei auf die Zeitdauer, in der sich die Oberfläche
des Polymerformkörpers in geschmolzenem Zustand befindet.
Diese Zeitdauer kann vom Fachmann für die gewünschte
Anwendung und die verwendeten Polymere leicht gewählt werden.
Insbesondere ist es möglich, durch die Zeitdauer des Erhitzens,
in der die Oberfläche angeschmolzen ist, den Oberflächenwiderstand
einzustellen. Je länger die Oberfläche angeschmolzen
wird und umso tiefer sich der angeschmolzene Bereich in die Oberfläche
hinein erstreckt, desto mehr Carbon Nanotubes migrieren an die Oberfläche,
wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Struktur erhöht
wird.
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Es
ist zusätzlich bevorzugt, dass die Oberfläche
des Polymerformkörpers auf eine Temperatur erhitzt wird,
die zum Schmelzen der Polymerphase/n ausreicht, jedoch nicht zu
einem merklichen Verdampfen der Polymerphase/n führt. Der
Ausdruck ”merkliches Verdampfen” bedeutet hierbei,
dass die erzeugte leitfähige Struktur weniger als 1 Mikrometer,
weiter bevorzugt weniger als 500 nm, tief in der Oberfläche
des Polymerformkörpers liegt.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere zur
Herstellung von elektronischen Schaltkreisen auf der Oberfläche
des Polymerformkörpers verwendet werden. Somit können
auf einfache Weise insbesondere sehr kleine Bauteile, beispielsweise
als MIDs (moulded interconnected devices) hergestellt werden. Hierbei
werden die Polymerformkörper erfindungsgemäß beispielsweise
in einem Standard-Spritzgießverfahren als beliebige Formteile
hergestellt und anschließend die elektrisch leitfähigen
Strukturen erzeugt.
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Des
Weiteren betrifft die Erfindung einen Polymerformkörper,
umfassend mindestens eine Polymerphase und zwischen 0,01 und 10
Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,1 und 10 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 0,1
und 10 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 0,1 und 8 Gew.-%, und am
meisten bevorzugt zwischen 0,1 und 6 Gew.-%. Carbon Nanotubes (CNT)
(bezogen auf die Gesamtmasse der Polymerphase/n des Polymerformkörpers),
wobei der Polymerformkörper auf der Oberfläche
elektrisch oder thermisch, bevorzugt elektrisch, leitfähige
Strukturen aufweist, wobei die Konzentration der CNT in den Bereichen
der leitfähigen Oberflächenstrukturen höher
ist als in den nicht leitfähigen Oberflächenbereichen.
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Bevorzugterweise
besteht der Polymerformkörper aus den im Vorangegangenen
beschriebenen, insbesondere als bevorzugt erwähnten, Polymeren.
Insbesondere bevorzugt enthält der Poly merformkörper
mindestens eine Polymerphase die ein Polymer enthält, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus: Polycarbonat, Polystryrol, Acrylnitrit-Butadien-Styrol
(ABS), Styrolmaleinsäureanhydrid (SMA), Styrolmethylmethacrylat (SMMA),
Polymethylmethacrylat (PMMA), Polybutylenterephthalat (PBT), Polyethylenterephthalat
(PET), Polyamid 6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA 6.6), Polyamid 6.4 (PA
6.4), Polyamid 12 (PA 12), aromatischem Polyamid und Polysulfon,
Polypropylen.
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Zusätzlich
bevorzugt enthält der Polymerformkörper Nanocomposits.
Geeignete Nanocomposits und geeignete Mengen wurden im Vorangegangenen
beschrieben.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
weist der Polymerformkörper mindestens zwei getrennte Polymerphasen
auf. Besonders bevorzugt enthält der Polymerformkörper
mindestens zwei, weiter bevorzugt zwei, Polymerphasen, wobei die
eine Polymerphase aus Polymeren besteht, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Polystyrol (PS), Polymethylmetacrylat (PMMA)
und Acrylnitrit-Butadien-Styrol (ABS), sowie thermoplastischen Polyestern,
wie Polyethylenterephthalat (PET) oder Polybutylenterephthalat (PBT),
und Polycarbonat, sowie Mischungen daraus. Die zweite Polymerphase
besteht aus Polypropylen und/oder Polypropylencopolymeren. Alternativ
dazu können die beiden Polymerphasen aus Polystyrol und/oder
Polyamid-6 in Kombination mit Polyethylen und/oder Polypropylen
bestehen. Besonders bevorzugt ist die Verwendung von Polycarbonat
in Kombination mit Polyolefinen, insbesondere Polypropylen. Die bevorzugten
Mengenanteile der Polypropylen und/oder Polypropylencopolymere sind
im Vorangegangenen beschrieben.
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Die
Analyse des fertiggestellten Polymerformkörpers hinsichtlich
der vorhandenen Polymerphase/n ist im Methodenteil beschrieben.
Die leitfähigen Strukturen (mit erhöhtem CNT An teil)
auf der Oberfläche des Polymerformkörpers können,
wie bereits erwähnt, mit üblichen optischen Messmethoden
nachgewiesen werden. Weiter bevorzugt enthält eine der
Polymerphasen einen höheren Anteil an Carbon Nanotubes
(CNT) als die andere/n Phasen.
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Es
ist zudem bevorzugt, dass die elektrisch leitfähigen Strukturen
des Polymerformkörpers maximal bis 10 μm, bevorzugt
maximal bis 1 μm, weiter bevorzugt maximal bis 100 nm in
das Innere des Polymerformkörpers (von der äußeren
Oberfläche an gerechnet) hineinreichen.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
enthält der Polymerformkörper eine Polypropylenphase
und eine Polycarbonatphase, wobei bevorzugterweise zwischen 50 und
80 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 60 und 80 Gew.-%, und noch
weiter bevorzugt zwischen 70 und 80 Gew.-% Polypropylen, bezogen
auf die gesamte Masse des Polymergemisches, verwendet werden. Besonders
geeignete Polycarbonate können, wie beispielsweise in
DE 13 002 66 oder
DE 14 957 30 beschrieben,
hergestellt werden.
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Der
erfindungsgemäße Polymerformkörper kann
insbesondere so ausgestaltet sein, dass dessen elektrisch leitfähigen
Oberflächenstrukturen Leiterbahnen bzw. elektronische Schaltkreise
darstellen. Damit kann der Polymerformkörper als Platine
in einem elektronischen Bauteil verwendet werden. Auf diese Platine können
nach herkömmlichen Verfahren, wie beispielsweise Löten,
Schweißen oder Ultraschall-Schweißen, beliebige
Bauteile oder (elektronische) Bauelemente aufgebracht werden.
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METHODEN
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Zur
Bestimmung der Parameter der erfindungsgemäßen
Polymerformkörper werden die nachstehenden Methoden eingesetzt:
Die
Bestimmung der elektrischen Oberflächenleitfähigkeit
erfolgte anhand der Messung des Oberflächenwiderstands
mit einem Ohmmeter ”Metra Hit Plus” der Firma
Gossen Metrawatt GmbH nach Angaben des Herstellers. Es wurde sowohl
der Widerstand auf der unbehandelten Oberfläche als auch
jeweils an verschiedenen Stellen der mit dem Laser behandelten Oberflächenausschnitte
mittels zweier Elektroden im Abstand von 2 mm gemessen. Zum Vergleich
wurde die Oberfläche an einer Stelle mechanisch abgetragen
und der elektrische Widerstand im Material gemessen.
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Die
Analyse ob ein Polymerformkörper getrennte Polymerphasen
aufweist kann unter Verwendung der Differential-Scanning-Calorimetry
(DSC) nach DIN EN ISO 11357 erfolgen. Hierbei kann
die Zahl der Polymerphasen anhand der Phasenübergänge
beim Schmelzen des Polymerformkörpers festgestellt werden.
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Die
Bestimmung der Schmelztemperatur der Polymerphasen bzw. des Polymerformkörpers
kann gemäß DIN EN ISO 3146 erfolgen.
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Der
Gesamtgehalt an CNT im Polymerformkörper kann durch das
pyrolytische Messverfahren gemäß DIN EN
ISO 3451 bestimmt werden.
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BEISPIEL
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Es
wird eine Polymermischung aus 75% Polypropylen (Repol HP-12 der
Firma Reliance, Indien), 3,75% CNT (Baytubes C 150 P, Fa. Bayer)
und 21,25 Gew.-% Polycarbonat (Makrolon 2805, Fa. Bayer) hergestellt.
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Die
Mischung wird in einem ZSE 27/44D Doppelschneckenextruder der Firma
Leistritz, Nürnberg mit einem Durchmesser von 27 mm und
einem Verhältnis L/D von 44 bei einem Durchsatz von 10
kg/h mit einer Leistung von 18 kWh aufgeschmolzen und vermengt.
Im Extruder wurde ein von 200°C auf 260°C ansteigendes
Temperaturprofil eingestellt. Anschließend erfolgte eine
Granulierung.
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Der
Polymerformkörper wurde im Spritzgussverfahren (Gerätetyp:
Arburg 270) bei einer Temperatur von 220–240°C
in der Form von runden Plattchen mit 4 cm Durchmesser ausgeformt.
Für die thermische Behandlung wurde ein CO
2-Laser
verwendet. Die Messwerte der Oberflächenwiderstände
sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben. Tabelle:
| Messstelle | Oberflächenwiderstand | Mittelwert | Maßeinheit |
| unbehandelt | keine Leitfähigkeit
(< 10 MOhm) | |
| Laserspur
2 | 133 | 122 | 146 | 1,34 | kOhm |
| Laserspur
3 | 64,3 | 58,9 | 69,1 | 64,1 | kOhm |
| Laserspur
4 | 23,2 | 21,2 | 24,4 | 22,9 | kOhm |
| abgeschliffen | keine Leitfähigkeit
(< 10 MOhm) |
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Nachstehend
sind bestimmte Aspekte der Erfindung im Hinblick auf den hierin
offenbarten Polymerformkörper und Verfahren zur Erzeugung
leitfähiger Strukturen auf solchen Polymerformkörpern
zusammengefasst:
- 1. Verfahren zur Erzeugung
leitfähiger Strukturen auf der Oberfläche von
nicht oder nur gering leitfähigen Polymerformkörpern,
umfassend die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen eines Polymerformkörpers aus mindestens
einer Polymerphase, die Carbon Nanotubes (CNT) enthält;
- b) thermische Behandlung mindestens einer Oberfläche
des Polymerformkörpers zur Erzeugung der leitfähigen
Strukturen auf der Oberfläche des Polymerformkörpers,
wobei die thermische Behandlung ein Erhitzen auf eine Temperatur
umfasst, die mindestens der Schmelztemperatur der mindestens einen
Polymerphase entspricht.
- 2. Verfahren gemäß Punkt 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Polymerphase/n durch Vermischen von geschmolzenem Polymer
mit 0,1–10 Gew.-% Carbon Nanotubes, bezogen auf die Masse
der Polymerphase/n, erhalten wird/werden.
- 3. Verfahren gemäß Punkt 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass der Polymerformkörper durch Verschmelzen
mindestens einer Polymerphase, die Carbon Nanotubes (CNT) in einem
Anteil zwischen 1 und 40 Gew.-% enthält, mit mindestens
einer weiteren Polymerphase mit geringerem Carbon Nanotubes (CNT)-Anteil,
erhalten wird.
- 4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden
Punkte, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerphase, die Carbon
Nanotubes (CNT) in einem Anteil zwischen 1 und 40 Gew.-% enthält,
ein oder mehrere Polymer/e umfasst, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Polycarbonat, Polystryrol, Acrylnitrit-Butadien-Styrol
(ABS), Styrolmaleinsäureanhydrid (SMA), Styrolmethylmethacrylat
(SMMA), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polybutylenterephthalat (PBT),
Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid 6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA
6.6), Polyamid 6.4 (PA 6.4), Polyamid 12 (PA 12), aromatischem Polyamid
und Polysulfon.
- 5. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden
Punkte, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Behandlung der
Oberfläche/n des Polymerformkörpers durch Kontakt
mit einem erhitzten Körper, Gas oder Flüssigkeit,
oder durch elektromagnetische Strahlung erfolgt.
- 6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden
Punkte, dadurch gekennzeichnet, dass als elektromagnetische Strahlung
Laserstrahlung oder IR-Strahlung verwendet wird.
- 7. Polymerformkörper, umfassend mindestens eine Polymerphase
mit Carbon Nanotubes (CNT), wobei der Polymerformkörper
auf der Oberfläche elektrisch oder thermisch leitfähige
Strukturen aufweist, wobei die Konzentration der CNT in den Bereichen
der elektrisch leitfähigen Oberflächenstrukturen
höher ist als in den nicht elektrisch leitfähigen
Oberflächenbereichen.
- 8. Polymerformkörper gemäß Punkt
7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Polymerphase ein Polymer
enthält, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus:
Polycarbonat, Polystryrol, Acrylnitrit-Butadien-Styrol (ABS), Styrolmaleinsäureanhydrid
(SMA), Styrolmethylmethacrylat (SMMA), Polymethylmethacrylat (PMMA),
Polybutylenterephthalat (PBT), Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid
6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA 6.6), Polyamid 6.4 (PA 6.4), Polyamid
12 (PA 12), aromatischem Polyamid und Polysulfon.
- 9. Polymerformkörper gemäß einem
der Punkte 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen 0,01
und 10 Gew.-% CNT, bezogen auf die Gesamtmasse der Polymerphasen
des Polymerformkörpers, enthalten sind.
- 10. Polymerformkörper gemäß einem
der Punkte 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Polymerformkörper
mindestens zwei getrennte Polymerphasen enthält.
- 11. Polymerformkörper gemäß einem
der Punkte 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Polymerphasen
einen höheren Anteil an Carbon Nanotubes (CNT) als die
anderen Phasen aufweist.
- 12. Polymerformkörper gemäß einem
der vorstehenden Punkte, wobei für den Polymerformkörper
eine Polymerblend aus Polycarbonat mit Polyolefin, insbesondere
mit Polypropylen oder Polyethylen, verwendet wird.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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