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Die
Erfindung betrifft ein Tomographiegerät mit einer Gegenschalleinrichtung
und ein Verfahren zur Reduzierung eines bei Betrieb des Tomographiegerätes
entstehenden Störschalls.
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Mit
Tomographiegeräten werden zwei- oder dreidimensionale Bilder
von einem Untersuchungsbereich eines Patienten für Diagnose
oder Therapiezwecke erstellt. Beispielsweise werden mit einem Computertomographiegerät
dreidimensionale Schichtbilder erzeugt. Der Aufbau eines Computertomographiegerätes
umfasst eine Gantry mit einem stationären Tragrahmen, in
dem ein Drehrahmen um eine Achse rotierbar gelagert ist. Auf dem
Drehrahmen ist ein Aufnahmesystem angeordnet, welches eine Röntgenröhre
und einen der Röhre gegenüberliegend angeordneten
Detektor umfasst. Durch Rotation des Drehrahmens bei gleichzeitigem
kontinuierlichem Vorschub eines auf einer Lagerungsvorrichtung gelagerten
Patienten in Richtung der Systemachse werden Projektionen spiralförmig
aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Projektionsrichtungen erfasst.
Da die bei der Erzeugung von Röntgenstrahlung der Röntgenröhre
eingesetzte elektrische Energie zu 99% in Wärmeenergie
umgewandelt wird, weist das Computertomographiegerät eine
Kühlvorrichtung auf, um eine Überhitzung der elektronischen Komponenten
zu vermeiden.
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Bei
Betrieb der mechanischen und elektrischen Komponenten des Tomographiegerätes
entsteht ein Geräuschpegel, der sowohl vom Patienten als
auch vom Bedienpersonal als unangenehm empfunden wird. So entstehen
beispielsweise störende Körperschall- und Luftschallwellen
durch Rotation des Drehrahmens, durch Rotation der Anode innerhalb
der Röntgenröhre oder durch den Betrieb der Kühlvorrichtung.
Gerade in der Tunnelöffnung der Gantry, durch die der Patient
bei der Abtastung geschoben wird, ist der Patient einem besonders
hohen Geräuschpegel ausgesetzt.
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Ein
wichtiger Aspekt bei der Auslegung eines Tomographiegerätes
ist daher die Minimierung des bei Betrieb des Tomographiegerätes
entstehenden Störschalls. Um die Ausbreitung störender
Körperschall- und Luftschallwellen bei einem Tomographiegerät
zu unterbinden oder zu minimieren, gibt es zwei unterschiedliche
Ansätze. Zum einen besteht die Möglichkeit, die
Störschallerzeugung unmittelbar durch Optimierung der Schall
verursachenden Komponente zu reduzieren. Beispielsweise wäre
es möglich, durch Einsatz eines geräuschoptimierten Drehlagers
die Körperschallwellenausbreitung bei Rotation des Drehrahmens
oder bei Rotation der Anode zu minimieren. Eine derartige Optimierung
ist jedoch mit einem hohen Kostenaufwand verbunden und die erzielte
Reduzierung des Störschalls ist in der Regel nicht ausreichend.
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Eine
weitere Möglichkeit besteht darin, die Schallausbreitung
durch Einsatz von Geräuschdämmmatten zu unterbinden.
Zur Reduzierung der Luftschallausbreitung werden beispielsweise
an der Innenseite des Gehäuses des Tomographiegerätes die
Geräuschdämmmatten aufgeklebt. Die Körperschallausbreitung
lässt sich darüber hinaus auch durch Einsatz entsprechender
passiver Dämpfungsmaterialien an den zur Halterung der
Komponenten vorgesehenen Kontaktstellen minimieren.
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Eine
wirkungsvolle Reduzierung der Schallausbreitung wird jedoch erst
ab einer bestimmten Dicke des Dämmmaterials erzielt. Das
für die Dämmung verwendbare Bauvolumen ist jedoch
sehr begrenzt, so dass diese Maßnahmen in der Regel nicht
ausreichen, um den Störschall auf das gewünschte
Niveau zu reduzieren.
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Aus
der
US 5,675,658 ist
eine Gegenschalleinrichtung in Form eines Kopfhörers bekannt.
Der Kopfhörer weist zur Reduzierung eines Störschalls ein
Mikrophon zur Erfassung eines Störsignals, einen Prozessor
zur Generierung eines Gegenschallsig nals aus dem Störsignal
und einen Lautsprecher auf, der aus dem Gegenschallsignal Schallwellen
erzeugt, die den Störschall reduzieren.
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Ein
solcher Kopfhörer eignet sich jedoch nicht für
den Einsatz bei einem Tomographiegerät. Die in dem Kopfhörer
angeordneten elektronischen Komponenten würden bei Erfassung
von Bilddaten im Bereich des Kopfes zu Bildartefakten führen
oder eine Bildgebung gänzlich unmöglich machen.
Das Tragen eines Kopfhörers wird darüber hinaus
von den Personen in der Regel als unangenehm empfunden. Dadurch,
dass die Ohrmuscheln unmittelbar am Kopf des Patienten anliegen,
wird aber auch der Nutzschall zwangsläufig gedämpft.
Ein Nutzschall kann beispielsweise die Stimme einer Bedienperson sein,
welche dem Patienten zur Durchführung der Untersuchung
Atemkommandos gibt. Daher sind bestimmte Maßnahmen zur
Herausfilterung und Verstärkung des Nutzschalls aus der
Umgebung notwendig.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Tomographiegerät
und ein Verfahren für ein Tomographiegerät so
auszugestalten, dass eine Reduzierung eines bei Betrieb des Tomographiegerätes
entstehenden Störschalls mit einfachen Mitteln wirkungsvoll
reduziert werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Tomographiegerät gemäß den
Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Tomographiegerätes sind
Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 8. Die Aufgabe wird
weiterhin durch ein Verfahren für ein Tomographiegerät
gemäß den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens
sind Gegenstand der Unteransprüche 10 bis 13.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass eine einfache und wirkungsvolle Reduzierung
eines bei Betrieb des Tomographiegerätes entstehenden Störschalls dann
möglich ist, wenn dem Tomographiegerät unmittelbar
eine Gegenschalleinrichtung zugeordnet ist, wobei die Gegenschalleinrichtung
eine Steuereinheit zur Bereitstellung eines Gegenschallsignals und eine
Schallerzeu gungseinheit zur Umwandlung des Gegenschallsignals in
einen um 180° zu dem Störschall phasenverschobenen
Gegenschall aufweist.
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Bei
der vorliegenden Erfindung wird gezielt nur der Störschall
gedämpft. Der Nutzschall kann von den Personen in ungedämpfter
Form wahrgenommen werden. Somit entfallen aufwendige Verfahrensschritte
zum Aufbereiten des Nutzschalls, die beim Tragen eines Kopfhörers
notwendig sind. Weiterhin können die Steuereinheit und
die Schallerzeugungseinheit der Gegenschalleinrichtung vollkommen
außerhalb des Messbereiches des Tomographiegerätes
angeordnet werden, so dass durch die zur Geräuschminimierung
eingesetzten Komponenten keine Bildartefakte entstehen.
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In
einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das
Tomographiegerät einen Schallsensor zur Umwandlung des
Störschalls in ein Störsignal auf, wobei die Steuereinheit
zur Generierung des Gegenschallsignals durch eine Analyse des Störsignals
konfiguriert ist. Durch den Einsatz eines Schallsensors, beispielsweise
eines Mikrophons, ist der Störschall von Störquellen
in der Umgebung erfassbar und in ein Störsignal umwandelbar.
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Die
Analyse des Störsignals erfolgt vorzugsweise im Frequenzbereich.
Dabei ist das Störsignal über eine FFT in Echtzeit
in Frequenzanteile zerlegbar. Durch eine entsprechende Filterung
sind spezielle Frequenzbänder, in denen der Störschall
besonders stark erzeugt wird, herausfilterbar. Es wäre ebenso
denkbar, eine Oktavanalyse zur Herausfilterung des entsprechenden
Störschalls durchzuführen.
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In
einer zweiten vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die
Steuereinheit so konfiguriert, dass das Gegenschallsignal aus einer
Anzahl von in einer Speichereinheit vorgehaltenen Gegenschallsignalprofilen
in Abhängigkeit einer aktiven Betriebsart auswählbar
ist. Bei dieser Konfiguration wird also kein Schallsensor benötigt.
Vielmehr werden die Ge genschallsignalprofile im Vorfeld einer Untersuchung auf
Basis einer Analyse des Störschalls beim Ablauf unterschiedlicher
Betriebsarten des Tomographiegerätes generiert. Die Gegenschallsignalprofile
sind beispielsweise von der Rotationsgeschwindigkeit abhängig,
die sich von Betriebsart zu Betriebsart ändern kann. Es
wäre aber auch denkbar nur ein einziges Gegenschallsignalprofil
zu verwenden, welches an die aktive Betriebsart angepasst wird,
indem beispielsweise das Frequenzspektrum des Gegenschallsignals
angehoben oder abgesenkt wird.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Schallerzeugungseinheit
auf einem Gehäuse des Tomographiegerätes und/oder
einer Komponente des Tomographiegerätes angeordnet. Somit
ist eine effektive Reduzierung des Störschalls unmittelbar
in der Nähe der Quelle der Störschallentstehung
möglich. Die Schallerzeugungseinheit ist besonders vorteilhaft
entlang dem Umfang einer Tunnelverkleidung des Tomographiegerätes
angeordnet. Auf diese Weise kann die Schallerzeugungseinheit vollständig
außerhalb eines Messfeldes des Tomographiegerätes
angeordnet werden, sodass die Komponenten der Schallerzeugungseinheit
keine Bildartefakte in den erfassten Bilddaten hervorrufen.
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Darüber
hinaus ist es vorteilhaft vorgesehen, die Schallerzeugungseinheit
auf dem stationären und/oder dem rotierenden Teil der Gantry
des Computertomographiegerätes anzuordnen. Aufgrund der Rotationsbewegung
und der hohen zu bewegenden Trägheitsmassen tritt aus dem
Bereich der Gantry ein besonders hoher Störgeräuschpegel
in die Umgebung. Durch Anordnung der Schallerzeugungseinheit unmittelbar
an der Gantry kann der wesentliche Anteil des Störschalls
wirkungsvoll reduziert werden.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Schallerzeugungseinheit
eine Piezofolie. Piezofolien sind dünnwandig und können
somit ohne bauliche Veränderung des Tomographiegerätes beispielsweise
auf die Verkleidung aufge bracht werden. Beim Einsatz von Piezofolien
ist es somit nicht mehr notwendig, Öffnungen zum Einsetzen
von Lautsprechern in die Verkleidung des Tomographiegerätes
zu bohren. Darüber hinaus ist es beim Einsatz von transparenten
Piezofolien nicht mehr notwendig, kostspielige Maßnahmen
zur optischen Integration der Schallerzeugungseinheit in die Verkleidung durchzuführen.
Es wäre aber auch denkbar, anstelle der Piezofolien herkömmliche
Lautsprecher zu verwenden. Der Vorteil derartiger Lautsprecher ist
in der Verfügbarkeit und Erzeugung hoher Schallpegel zu sehen.
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Darüber
hinaus wird die Aufgabe auch durch ein Verfahren zur Reduzierung
eines bei Betrieb eines Tomographiegerätes entstehenden
Störschalls mit einem Tomographiegerät gelöst,
wobei das Verfahren folgende Verfahrensschritte umfasst:
- a) Bereitstellen eines Gegenschallsignals und
- b) Erzeugen eines um 180° zu dem Störschall phasenverschobenen
Gegenschalls aus dem Gegenschallsignal.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gemäß den
Unteransprüchen sind in den folgenden schematischen Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen:
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1 in
Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Tomographiegerätes mit einer Gegenschalleinrichtung,
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2 ein
zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Tomographiegerätes mit einer Gegenschalleinrichtung,
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3 in
schnittbildlicher Darstellung bei einem vertikalen Schnitt entlang
der Systemachse des Tomographiegerätes eine Gantry mit
Schallumwandlungseinheiten in Form von Piezofolien,
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4 in
perspektivischer Ansicht ein erfindungsgemäßes
Tomographiegerät, wobei auf der Verkleidung von ausgewählten
Komponenten Piezofolien als Schallumwandlungseinheit angeordnet sind,
und
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5 in
perspektivischer Ansicht eine Tunnelverkleidung eines Computertomographiegerätes, bei
der segmentweise flächenhaft Piezofolien als Schallerzeugungseinheit
angeordnet sind.
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In
den 1 und 2 sind zwei unterschiedliche
Ausführungsbeispiele eines Tomographiegerätes 2,
hier eines Computertomographiegerätes mit einer Gegenschalleinrichtung 1,
gezeigt. Im Inneren der Computertomographiegeräte 2 befindet sich
eine Gantry 13 mit einem nicht dargestellten stationären
Tragrahmen 11 und einem in dem Tragrahmen um eine Systemachse 15 rotierbar
angeordneten Tragrahmen 12, der im Folgenden als Drehrahmen
bezeichnet wird. Auf dem Drehrahmen 12 ist ein Aufnahmesystem
angeordnet. Die wesentlichen Komponenten des Aufnahmesystems umfassen
eine Röntgenquelle in Form einer Röntgenröhre 17 und
einen der Röntgenröhre 17 gegenüberliegend
angeordneten Detektor 18. In einer Tunnelöffnung 14 befindet
sich auf einer verstellbar angeordneten Patientenlagerungsvorrichtung 19 ein
Patient 21. Durch eine Rotation des Drehrahmens 12 bei
gleichzeitigem kontinuierlichem Vorschub der Patientenlagerungsvorrichtung 19 in
Richtung der Systemachse 15 können Projektionen
aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Projektionsrichtungen spiralförmig
entlang eines Untersuchungsbereichs erfasst werden. Die auf diese
Weise durch die spiralförmige Abtastung gewonnenen Projektionen
werden an eine nicht dargestellte Rechnereinheit übermittelt
und zu einem dreidimensionalen Schichtbild verrechnet.
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Beim
Betrieb des Computertomographiegerätes 2 entstehen
durch Rotation des Drehrahmens 12, aber auch beispielsweise
durch die Erzeugung eines Luftstromes, der zur Kühlung
von den auf dem Drehrahmen 12 gelagerten elektronischen
Komponenten verwendet wird, und durch die Rotation einer Anode innerhalb
der Röntgenröhre 17 unerwünschte Störgeräusche,
die ein Patient 10 aber auch eine neben dem Computertomographiegerät 2 stehende
Bedienperson 22 als störend empfindet. Zur Reduzierung
des Störschalls weisen die beiden Ausführungsbeispiele
der Computertomographiegeräte 2 in den 1 und 2 jeweils
eine Gegenschalleinrichtung 1 auf.
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In
dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel des Computertomographiegerätes
umfasst die Gegenschalleinrichtung 1 einen Schallsensor
in Form eines Mikrophons 5. Das Mikrophon 5 wandelt den
Störschall in ein Störsignal um. Dieses Störsignal wird
an eine Steuereinheit 3 zur Generierung eines Gegenschallsignals
geleitet. Die Generierung des Gegenschallsignals erfolgt dabei durch
Analyse des Störsignals im Frequenzbereich. Eine echtzeitfähige Verarbeitung
wird in diesem Ausführungsbeispiel durch eine Transformation
des Störsignals in den Frequenzbereich mittels einer FFT
gewährleistet.
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Eine
besonders effiziente Analyse des Störsignals ist dann möglich,
wenn das charakteristische Frequenzspektrum von sämtlichen
möglichen Störquellen im Vorfeld von Untersuchungen
ausgewertet wird und das Ergebnis der Analyse der Steuereinheit 3 zur
Generierung des Gegenschallsignals bereitgestellt wird. Unterschiede
im charakteristischen Frequenzspektrum sind insbesondere für
verschiedene Betriebsarten des Computertomographiegerätes 2 zu
erwarten, die durch unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten
des Drehrahmens 12 verursacht werden. Auf der Basis der
so generierten Ergebnisse können anschließend
Filter definiert werden, mit denen sich der Störschall
gezielt dämpfen oder herausfiltern lässt. Als
Filter kann beispielsweise eine Maske eingesetzt werden, mit der
spezifisch Frequenzen von Störquellen im Frequenzbereich
maskiert werden.
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Das
so generierte Gegenschallsignal wird auf eine Schallerzeugungseinheit 4 der
Gegenschalleinrichtung 1 geleitet. Die Gegenschalleinrichtung 1 erzeugt
dabei durch Umwandlung des Gegenschallsignals einen um 180° zu
dem Störschall phasenver schobenen Gegenschall. Aufgrund
dieser Phasenverschiebung löschen sich Störschall
und Gegenschall bei Interferenzen gegenseitig nahezu aus. Als Ergebnis
wird nur noch das Nutzsignal, beispielsweise die Stimme einer zu
dem Patienten 21 sprechenden Bedienperson 22,
wahrgenommen.
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Die
Gegenschalleinrichtung 1 umfasst darüber hinaus
einen Positionssensor 23, beispielsweise eine Kamera oder
einen Ultraschallsender mit Empfänger, zur Registrierung
der aktuellen Position des Kopfes des Patienten 21 in Bezug
zur Schallerzeugungseinheit 4. Die Erzeugung des Gegenschalls
in Abhängigkeit einer über den Positionssensor 23 erfassten
Position des Kopfes stellt sicher, dass eine verbesserte Auslöschung
des Störschalls durch Interferenz im Bereich des Kopfes
erfolgt.
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Im
Gegensatz zu dem ersten Ausführungsbeispiel des Computertomographiegerätes 2 weist das
in 2 gezeigte Ausführungsbeispiel keinen Schallsensor 5 auf.
Somit wird in diesem Ausführungsbeispiel auch nicht das
aktuelle Störsignal erfasst und in ein Störsignal
umgewandelt und analysiert. Das Gegenschallsignal wird vielmehr
aus einer Anzahl in einer Speichereinheit 6 vorgehaltenen
Gegenschallsignalprofilen in Abhängigkeit der aktiven Betriebsart
des Computertomographiegerätes 2 ausgewählt.
Jedes der Gegenschallsignalprofile ist im Vorfeld durch Analyse
des Störschalls zu einer bestimmten Betriebsart des Computertomographiegerätes 2 erzeugt
worden. Ebenso wäre es jedoch denkbar, ein einziges Gegenschallsignalprofil
zu verwenden, das in Abhängigkeit der Rotationsgeschwindigkeit
des Drehrahmens 12 korrigiert wird. Die Anpassung erfolgt
beispielsweise unter Berücksichtigung von Betriebsparametern,
beispielsweise der Rotationsgeschwindigkeit des Drehrahmens, durch ein
Anheben bzw. Ansenken der Frequenzanteile des Gegenschallsignalprofils.
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Die 3 zeigt
einen Schnitt durch die Gantry 13 in vertikaler Richtung
entlang der Systemachse 15. Zur Reduzierung des bei Rotation
des Drehrahmens 12 entstehenden Störschalls sind
beispielhaft an drei unterschiedlichen Positionen Schallerzeugungseinheiten
in Form von Piezofolien 4 angeordnet. In dem oberen Teil
des Schnittbildes befindet sich die Piezofolie 4 unmittelbar
in dem Spalt zwischen dem rotierenden und stationären Teil 11, 12 der
Gantry 13. Durch eine entsprechende Ansteuerung der Piezofolie 4 können
die unmittelbar im Lager der Gantry 13 entstehenden Störgeräusche
reduziert werden. In dem unteren Teil des Schnittbildes befindet
sich zum einen eine Piezofolie 4 zwischen dem stationären
Teil 11 und dem äußeren Rahmen 16 des Computertomographiegerätes 2.
Diese Piezofolie 4 reduziert die Schallübertragung
zwischen der Gantry 13 und dem äußeren
Rahmen 16, so dass die beiden Teile nahezu akustisch entkoppelt
sind. Darüber hinaus ist eine weitere Piezofolie 4 jeweils
unter dem Standfuß 20 des Computertomographiegerätes 2 angeordnet.
Eine an dieser Stelle angeordnete Schallerzeugungseinheit 4 dient
wiederum zur akustischen Entkopplung des Computertomographiegerätes 2 zur
Umgebung. Durch diese Maßnahme wird die Ausbreitung von
Körperschall auf den Unterbau des Computertomographiegerätes 2 vermindert.
Andererseits kann durch eine entsprechende Generierung eines Gegenschallsignals
auch eine Übertragung von Schwingungen des Unterbaus, beispielsweise
durch Eisenbahnen, U-Bahnen, die sich in der Nähe des Gebäudes
befinden, auf das Computertomographiegerät 2 aktiv
unterdrückt werden.
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In
der 4 ist in perspektivischer Ansicht ein Computertomographiegerät 2 mit
einer Gegenschalleinrichtung 1 gezeigt. In diesem Ausführungsbeispiel
sind gezielt einzelne Komponenten 8, 9 des Computertomographiegerätes 2,
beispielsweise der Pressluftgenerator der Kühlvorrichtung,
mit einer Piezofolie als Schallerzeugungseinheit 4 ummantelt. Auf
diese Weise lassen sich gezielt Quellen des Störschalls
eliminieren. Bei dieser Variante wird also der Störschall
unmittelbar am Ort der Entstehung reduziert.
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Die 5 zeigt
in perspektivischer Ansicht eine Tunnelverkleidung 10 des
Computertomographiegerätes 2. Auf der Tunnelverkleidung 10 sind entlang
des Umfangs segmentartig Piezofo lien als Schallerzeugungseinheit 4 angeordnet.
Durch entsprechende Ansteuerung der Segmente kann eine effiziente
Reduzierung des Störschalls im Innenbereich der Tunnelöffnung 14 erreicht
werden. Durch den Einsatz der Piezofolie 4, die aus einem
keramischen Material hergestellt ist, entstehen keinerlei Bildartefakte
in den erzeugten Bildern. Darüber hinaus lassen sich transparente
Piezofolien 4 einsetzen, die für den Patienten 21 überhaupt
nicht wahrnehmbar sind. Der Einsatz dieser dünnwandigen
Folien erfordert also keinerlei bauliche Veränderung eines herkömmlichen
Computertomographiegerätes 2.
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Es
versteht sich von selbst, dass die Erfindung auf beliebig andere
Tomographiegeräte, beispielsweise auf ein Magnetresonanzgerät
oder auf ein C-Arm-Bogengerät, anwendbar ist. Die Erfindung kommt
vorteilhaft immer dann zum Einsatz, wenn durch den Betrieb des Tomographiegerätes
akustische Störquellen vorhanden sind, die für
einen Patienten und eine Bedienperson als unangenehm empfunden werden.
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Zusammenfassend
kann gesagt werden:
Die Erfindung betrifft ein Tomographiegerät 2 mit
einer Gegenschalleinrichtung 1 und ein Verfahren zur Reduzierung
eines bei Betrieb des Tomographiegerätes 2 entstehenden
Störschalls. Die Gegenschalleinrichtung 1 umfasst
eine Steuereinheit 3 zur Bereitstellung eines Gegenschallsignals
und eine Schallerzeugungseinheit 4 zur Umwandlung des Gegenschallsignals
in einen um 180 Grad zu dem Störschall phasenverschobenen
Gegenschall. Auf diese Weise kann der Störschall bei Betrieb
des Tomographiegerätes 2 wirkungsvoll reduziert
werden, ohne dass das Wohlbefinden eines Patienten 21 oder
einer Bedienperson 22 durch Tragen eines Kopfhörers
beeinträchtigt wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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