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Die
Erfindung betrifft eine Hitze-aktivierbare Klebemasse mit hohem
Repulsionswiderstand insbesondere bei Temperaturen bis +85°C
sowie deren Verwendung in Kunststoff/Kunststoff Verklebungen in
Konsumgüterelektronikbauteilen.
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Zur
Verklebung von Kunststoffbauteilen in Konsumgüterelektronikgeräten
werden üblicher Weise doppelseitige Haftklebebänder
eingesetzt. Die hierfür erforderlichen Klebkräfte
genügen einer Fixierung und Befestigung. Für portable
Konsumgüterelektronikartikel steigen jedoch stetig die
Anforderungen. Zum einen werden diese Artikel immer kleiner, so
dass damit auch die Verklebungsflächen geringer werden.
Zum anderen muss die Verklebung zusätzliche Anforderungen
erfüllen, da portable Artikel in einem größeren
Temperaturbereich eingesetzt werden und zudem mechanischer Belastung
(Stöße, Stürze usw.) ausgesetzt werden
können. Eine weiterer Trend ist die Verwendung von flexiblen
Leiterplatten. Diese weisen gegenüber bestehenden festen
Leiterplatten den Vorteil auf, dass Sie deutlich flacher sind und
eine Vielzahl von flexiblen elektrischen Bauteilen miteinander kombiniere
können. So werden FPC's (Flexible printed circuits; flexible
Leiterplatten) häufig zur Ansteuerung von Displays eingesetzt,
die insbesondere bei Notebooks als auch bei Klapphandys flexibel sind.
Auch werden flexible Leiterplatten zur Ansteuerung der Kameralinse
oder für Rückleuchtenbeleuchtungseinheiten für
LCD Displays (Liquid Crystal Displays, Flüssigkristalldatenanzeigen)
eingesetzt. Der Trend verstärkt die Vielfalt der Designer,
da immer mehr Bauteile flexibel gestaltet werden können
und trotzdem elektrisch verbindbar bleiben. Die Verwendung von flexiblen
Leiterplatten erfordert aber auch neue Klebebandlösungen,
da flexible Leiterplatten auch im Gehäuse häufig
partiell fixiert werden. Hierfür werden üblicherweise Haftklebemassen
bzw. doppelseitige Haftklebebänder eingesetzt. Hier sind
die Beanspruchungen aber relativ hoch, da durch die Biegesteifigkeit
der flexiblen Leiterplatte eine konstante Repulsionskraft wirkt,
die die Haftklebemasse kompensieren muss. Hinzu kommt, dass Konsumgüterelektronikgeräten
häufig auch ein Klimawechseltest unterzogen wird, um äußere
Klimaeinflüsse zu simulieren. Hier wird üblicherweise
ein Temperaturbereich von –40°C bis +85°C
abgedeckt. Während tiefere Temperaturen kein Problem darstellen,
da hier sich die Haftklebemasse verhärtet und somit die
innere Festigkeit steigt, sind insbesondere hohe Temperaturen ein
Problem, da hier die Haftklebemassen immer fließfähiger
werden, innere Festigkeit verlieren und die Haftklebemassen oder
Haftklebebänder kohäsiv unter der Repulsionskraft
spalten. Trotz dieses schwierigen Umfeldes sind bereits eine Vielzahl
von Haftklebebändern entwickelt worden. So werden z. B.
von der Firma Nitto Denko die Produkte 5606R oder 5608R hierfür
ausgelobt. Auch besteht die Möglichkeit, die Schichtdicke der
Haftklebemasse oder des Haftklebebandes zu erhöhen, da
mit steigendem Masseauftrag auch die Klebefestigkeit ansteigt.
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Eine
weitere Möglichkeit zur Verklebung von Bauteilen im Bereich
der Konsumgüterelektronik sind Hitze-aktivierbare Folien.
Hitze-aktivierbare Klebemassen können in zwei Kategorien
unterschieden werden:
- a) thermoplastische hitzeaktivierbare
Folien
- b) reaktive hitzeaktivierbare Folien
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Hitze-aktivierbare
Folien weisen eine besonders hohe Klebkraft auf, müssen
aber durch Temperatur aktiviert werden. Daher werden Sie in der
Regel für Metall-Metall- oder Metall-Kunststoffverklebungen
eingesetzt. Hierbei ermöglicht die Metallseite, die Wärme,
die zur Aktivierung benötigt wird, einzubringen. Bei Kunststoff-Kunststoff
Verklebungen ist dies nicht möglich, da Kunststoffe als
thermische Barriere wirken und üblicher Weise zuerst deformiert
bevor die benötigte Wärme die Hitze-aktivierbare
Klebemasse erreicht.
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Die
beschriebenen Erläuterungen zeigen, dass für die
Verklebung von FPC's der Bedarf für eine Klebemasse oder
ein Klebeband besteht, welches die Repulsionskraft absorbieren kann,
und zwar auch bei Schichtdicken unterhalb 100 μm, da die
Konsumgüterelektronikgeräte immer kleiner und
schmaler werden.
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Der
Erfindung liegt in Anbetracht dieses Standes der Technik die Aufgabe
zu Grunde, eine Klebstofffolie zum Befestigen von flexiblen Leiterplatten
auf Kunststoffbauteilen für portable Konsumgüterelektronikartikel
zur Verfügung zu stellen, welche insbesondere
- a) von –40 bis +85°C einsetzbar ist und in
diesem Temperaturbereich die Repulsionskraft der flexiblen Leiterplatte
standhält
- b) sich durch Klebkräfte größer 15
N/cm auf Polyimid auszeichnet
- c) durch Wärme aktiviert werden kann, ohne dass die
zu verklebenden Kunststoffe oberflächlich geschädigt werden.
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Erfindungsgemäß wird
die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Verklebung zweier
Kunststoffoberflächen unter Einsatz einer Klebmasse oder
einer Klebfolie, aufweisend zumindest eine hitzeaktivierbare Klebmasse.
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Zumindest
eine der Kunstzstoffoberflächen sollte dabei sehr bevorzugt
zu einem Substrat gehören, das eine Wärmeleitfähigkeit
aufweist, die groß genug ist, um die zur Verklebung notwendige
Aktivierungsenergie der hitzeaktivierbaren Klebemasse zu übertragen.
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Sehr
bevorzugt basiert die Klebmasse auf
- i) zumindest
einem Thermoplasten mit einer Erweichungstemperatur oder Schmelztemperatur
im Bereich zwischen 90 und 120°C,
- ii) optional bis zu 20 Gew.-% zumindest eines klebrigmachenden
Harzes und/oder
- iii) optional bis zu 30 Gew.-% eines oder mehrerer Reaktivharze,
also solche Harze, die befähigt sind, mit sich selbst,
mit anderen Reaktivharzen und/oder mit dem Thermoplasten zu reagieren.
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In
einer günstigen Ausführungsvariante beschränkt
sich die Klebmasse auf die vorgenannten Bestandteile, es kann aber
auch erfindungsgemäß vorteilhaft sein, wenn sie
weitere Bestandteile aufweist.
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Zumindest
eine der Kunststoffoberflächen muss zu einem Substrat gehören,
das eine Wärmeleitfähigkeit aufweist, die groß genug
ist, um die zur Verklebung notwendige Aktivierungsenergie der hitzeaktivierbaren Klebemasse
zu übertragen.
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Als
Thermoplaste werden solche Verbindungen verstanden, wie sie im Römpp
(Online Version; Ausgabe 2008, Dokumentkennung RD-20-01271) definiert
sind.
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Die
Klebemasse sollte sehr bevorzugt einen nach Testmethode C (siehe
experimenteller Teil) gemessenen crossover-Punkt (Identität
von Speicher-modul und Verlustmodul) von größer
100°C und kleiner 125°C aufzuweisen. Am crossover-Punkt
schneiden sich die Kur-ven von Speichermodul G' und Verlustmodul
G''; physikalisch ist dies als Übergang von elastischem
zu viskosem Verhalten zu interpretieren.
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In
einer bevorzugten Auslegung werden thermoplastische Materialien
eingesetzt, die durch Ihr Aufschmelzen eine gute Benetzung zu den
Kunststoffoberflächen erreichen. Hier werden besonders
bevorzugt folgende Polymere eingesetzt, wobei bei dieser Aufzählung
kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht: Polyurethane,
Polyester, Polyamide, Ethylenvinylacetate, Copolyamide, Copolyester,
Polyolefine.
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Beispiele
für Polyolefine sind Polyethylene, Polypropene, Polybutene,
Polyhexene oder Copolymerisate aus Polyethylen, Polypropen, Polybuten
oder Polyhexen. Es werden von der Firma Degussa unter dem Handelsnamen
VestoplastTM verschiedene Polyolefine angeboten,
wobei zwischen Propen-reichen als auch Buten-reichen Typen differenziert
wird.
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Als
weitere bevorzugte Substanzklasse werden Polyamide und Copolyamide
eingesetzt. Polyamide oder Copolyamide können auch als
Gemisch eingesetzt werden. Polyamide oder Copolyamide basieren üblicher
Weise Dicarbansäure und Diaminen, die über Polykondensationsreaktionen
hergestellt werden. Um den geforderten Schmelzbereich zu erreichen,
werden bevorzugt als Dicarbonsäuren, Adipinsäure,
Azelainsäure, Sebazinsäure oder Dimerfettsäure
eingestzt. Die genannten Dicarbonsäuren können
auch miteinander kombiniert werden. Als Diamine werden bevorzugt
Ethylendiamin, Hexamethylendiamin, 2,2,4-Triemethylhexamethylendiamin,
Piperazin oder Isophorondiamin eingesetzt. Auch hier können
verschiedene Diamine miteinander kombiniert werden. Kommerziell
sind z. B. Polyamide und Copolyamide unter dem Markennamen Platamid® von der Firma Arkema oder unter
dem Markennamen Vestamelt® der
Firma Evonik Degussa erhältlich.
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Als
weitere bevorzugte Substanzklasse werden Polyester und Copolyester
eingesetzt. Polyester oder Copolyester basieren auf Dicarbonsäure
und Diolen, die dann in einer Polykondensationsreaktion umgesetzt werden.
Um den bevorzugten Aktivierungsbereich zu erreichen, werden besonders
bevorzugt als Dicarbonsäuren Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure oder Adipinsäure eingesetzt. Die
genannten Dicarbonsäuren können auch miteinander
kombiniert werden. Als Diole werden besonders bevorzugt 1,2-Ethandiol, 1,4-Butandiol,
Neopentylglykol, 1,6-Hexandiol, Cyclohexandimethanol oder Diethylenglykol
eingesetzt. Die genannten Diole können auch miteinander
kombiniert werden. Kommerziell sind z. B. Copolyester unter dem Markennamen
Dynapol® S von der Firma Evonik
erhältlich.
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Zur
Erzielung der gewünschten statischen Glasübergangstemperatur
TG,A oder des Schmelzpunktes TS,A werden
die eingesetzten Monomere sowie deren Mengen auch hier bevorzugt
wieder derart gewählt, daß bei Anwendung der Fox-Gleichung
(G1) die gewünschte Temperatur resultiert.
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Neben
der Monomer bzw. Comonomerzusammensetzung zur Steuerung der Glasübergangstemperatur
kann das Molekulargewicht variiert werden. Um eine niedrige statische
Glasübergangstemperatur TG,A oder Schmelzpunkt
TS,A einzustellen, werden Polymere mit einem
mittleren oder niedrigen Molekulargewicht eingesetzt. Auch können
niedermolekulare und hochmolekulare Polymere miteinander gemischt
werden. In besonders bevorzugten Auslegungen werden Polyethylene,
Polypropene, Polybutene, Polyhexene oder Copolymerisate aus Polyethylen,
Polypropen, Polybuten oder Polyhexen eingesetzt.
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Zur
Optimierung der klebtechnischen Eigenschaften und/oder des Aktivierungsbereiches
des Thermoplasten lassen sich Klebkraft-steigernde Harze oder Reaktivharze
hinzusetzten.
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Als
zuzusetzende klebrigmachende Harze sind ausnahmslos alle vorbekannten
und in der Literatur beschriebenen Klebharze einsetzbar. Genannt
seien stellvertretend die Pinen-, Inden- und Kolophoniumharze, deren
disproportionierte, hydrierte, polymerisierte, veresterte Derivate
und Salze, die aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffharze,
Terpenharze und Terpenphenolharze sowie C5-, C9- sowie andere Kohlenwasserstoffharze.
Beliebige Kombinationen dieser und weiterer Harze können
eingesetzt werden, um die Eigenschaften der resultierenden Klebmasse
wunschgemäß einzustellen. Im allgemeinen lassen
sich alle mit dem entsprechenden Thermoplasten kompatiblen (löslichen)
Harze einsetzen, insbesondere sei verwiesen auf alle aliphatischen,
aromatischen, alkylaromatischen Kohlenwasserstoffharze, Kohlenwasserstoffharze
auf Basis reiner Monomere, hydrierte Kohlenwasserstoffharze, funktionelle
Kohlenwasserstoffharze sowie Naturharze. Auf die Darstellung des Wissensstandes
im „Handbook of Pressure Sensitive Adhesive Technology" von Donatas
Satas (van Nostrand, 1989) sei ausdrücklich hingewiesen.
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Als
Reaktivharze eigenen sich z. B. Phenolharze, Epoxy Harze, Melaminharze,
Harze mit Isocyanatfunktionen oder Mischungen aus den obengenannten
Harzen. In Kombination mit den Reaktivsystemen lassen sich auch
eine Vielzahl anderer Harze, Füllmaterialien, Katalysatoren,
Alterungsschutzmittel etc. zusetzen.
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Eine
sehr bevorzugte Gruppe umfasst Epoxy-Harze. Das Molekulargewicht
der Epoxy-Harze variiert von 100 g/mol bis zu maximal 10.000 g/mol
für polymere Epoxy-Harze.
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Die
Epoxy-Harze umfassen zum Beispiel das Reaktionsprodukt aus Eisphenol
A und Epichlorhydrin, das Reaktionsprodukt aus Phenol und Formaldehyd
(Novolak Harze) und Epichlorhydrin, Glycidyl Ester, das Reaktionsprodukt
aus Epichlorhydrin und p-Amino Phenol.
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Bevorzugte
kommerzielle Beispiele sind z. B. AralditeTM 6010,
CY-281TM, ECNTM 1273,
ECNTM 1280, MY 720, RD-2 von Ciba Geigy,
DERTM 331, DERTM 732,
DERTM 736, DENTM 432,
DENTM 438, DENTM 485
von Dow Chemical, EponTM 812, 825, 826,
828, 830, 834, 836, 871, 872, 1001, 1004, 1031 etc. von Shell Chemical und
HPTTM 1071, HPTTM 1079
ebenfalls von Shell Chemical.
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Beispiele
für kommerzielle aliphatische Epoxy-Harze sind z. B. Vinylcyclohexandioxide,
wie ERL-4206, ERL-4221, ERL 4201, ERL-4289 oder ERL-0400 von Union
Carbide Corp.
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Als
Novolak-Harze können z. B. eingesetzt werden, Epi-RezTM 5132 von Celanese, ESCN-001 von Sumitomo
Chemical, CY-281 von Ciba Geigy, DENTM 431,
DENTM 438, Quatrex 5010 von Dow Chemical,
RE 305S von Nippon Kayaku, EpiclonTM N673
von DaiNipon Ink Chemistry oder EpicoteTM 152
von Shell Chemical.
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Weiterhin
lassen sich als Reaktivharze auch Melamin-Harze einsetzen, wie z.
B. CymelTM 327 und 323 von Cytec.
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Weiterhin
lassen sich als Reaktivharze auch Terpenphenolharze, wie z. B. NIREZTM 2019 von Arizona Chemical einsetzen.
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Weiterhin
lassen sich als Reaktivharze auch Phenolharze, wie z. B. YP 50 von
Toto Kasei, PKHC von Union Carbide Corp. Und BKR 2620 von Showa
Union Gosei Corp. einsetzen.
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Weiterhin
lassen sich als Reaktivharze auch Polyisocyanate, wie z. B. CoronateTM L von Nippon Polyurethan Ind., DesmodurTM N3300 oder MondurTM 489
von Bayer einsetzen.
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Um
die Reaktion zwischen den beiden Komponenten zu beschleunigen, lassen
sich auch Vernetzer und Beschleuniger in die Mischung zu additivieren.
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Als
Beschleuniger eignen sich z. B. Imidazole, kommerziell erhältlich
unter 2M7, 2E4MN, 2PZ-CN, 2PZ-CNS, P0505, L07N von Shikoku Chem.
Corp. oder Curezol 2MZ von Air Products.
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Weiterhin
lassen sich auch Amine, insbesondere tert.-Amine zur Beschleunigung
einsetzen.
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Verfahren zur Herstellung
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Die
Hitze-aktivierbare Klebemasse wird zur weiteren Verarbeitung und
zur Verklebung auf einem Trennpapier oder einer Trennfolie zur Verfügung
gestellt.
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Die
Beschichtung kann aus Lösung oder aus der Schmelze erfolgen.
Bei der Beschichtung aus Lösung wird – wie bei
der Verarbeitung von Klebemassen aus Lösung üblich – bevorzugt
mit der Rakeltechnik gearbeitet, wobei hier alle dem Fachmann bekannten
Rakeltechniken eingesetzt werden dürfen. Für den
Auftrag aus der Schmelze wird – falls das Polymer in Lösung
vorliegt – das Lösemittel bevorzugt in einem Aufkonzentrationsextruder
unter vermindertem Druck abgezogen, wozu beispielsweise Ein- oder
Doppelschneckenextruder eingesetzt werden können, die bevorzugt
das Lösemittel in verschiedenen oder gleichen Vakuumstufen abdestillieren
und über eine Feedvorwärmung verfügen.
Dann wird über eine Schmelzdüse oder eine Extrusionsdüse
beschichtet, wobei gegebenenfalls der Klebefilm gereckt wird, um
die optimale Beschichtungsdicke zu erreichen. Für die Vermischung
der Harze kann ein Kneter oder ein ein Doppelschneckenextruder zur
Vermischung eingesetzt werden.
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Als
temporäre Trägermaterialien für die Klebemasse
werden die dem Fachmann geläufigen und üblichen
Materialien, wie Folien (Polyester, PET, PE, PP, BOPP, PVC, Polyimid)
sowie Trennpapiere (Glassine, HDPE, LDPE) verwendet. Die Trägermaterialien
sollten mit einer Trennschicht ausgerüstet sein. Die Trennschicht
besteht in einer sehr bevorzugten Auslegung der Erfindung aus einem
Silikontrennlack oder einem fluorierten Trennlack.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren eignet sich hervorragend
zur Verklebung von flexiblen Leiterplatten, insbesondere in Kunststoffgehäusen
von elektronischen bauteilöen oder Geräten. Die
flexible Leiterplatte weist dabei eine Wärmeleitfähigkeit
auf, die groß genug ist, um die zur Verklebung notwendige
Aktivierungsenergie der hitzeaktivierbaren Klebemasse zu übertragen.
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Produktaufbauten:
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Die
hitzeaktivierbaren Folien weisen bevorzugt das in 1 dargestellte
Produktdesign auf, wobei:
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- 1
- Hitzeaktivierbare
Klebemasse
- 2
- Trägermaterial
- 3
- Hitzeaktivierbare
Klebemasse
- 4
- Temporärer
Träger
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Der
in 1 dargestellte Produktaufbau umfasst die beidseitige
Beschichtung der hitzeaktivierbaren Klebemasse (1, 3)
auf einem Trägermaterial (2). Der Gesamtverbund
wird bevorzugt mit zumindest einem temporären Träger
(4) geschützt, um das Abrollen der hitzeaktivierbaren
Klebemassen von der Rolle zu ermöglichen. In einer weiteren
Ausführungsform werden beide Klebemassenseiten (1, 3)
mit einem temporären Träger abgedeckt (hier nicht
dargestellt). Des Weiteren ist es möglich, dass Trägermaterial
(2) mit einer oder mehreren Funktionsbeschichtungen versehen
ist (beispielsweise Primer, Haftvermittler, usw). Die Klebemassenschichten
auf beiden Seiten des Trägermaterials (2) können
identisch ausgestattet sein; es ist aber auch möglich,
dass sich die beiden Klebemassenschichten unterscheiden, insbesondere
in Hinblick auf ihre chemischen Zusammensetzungen und/oder Dicken.
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Der
Klebemassenauftrag je Seite beträgt bevorzugt zwischen
5 und 250 g/m2.
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Der
in 2 dargestellte Produktaufbau umfasst die einseitige
Beschichtung der hitzeaktivierbaren Klebemasse auf einem temporären
Träger. Die Bedeutung der Positionsziffern entspricht dabei
derjenigen bei 1 (1 = hitzeaktivierbare
Klebemasse, 4 = temporärer Träger). Die
hitzeaktivierbaren Klebemasse (1) wird bevorzugt mit zumindest
einem temporären Träger (4) abgedeckt,
um das Abrollen des Klebebandes zu ermöglichen bzw. das
Stanzverhalten zu verbessern. In einer weiteren Ausführungsform
werden beide Seiten mit einem temporäreren Träger
abgedeckt (hier nicht dargestellt). Der Klebemassenauftrag beträgt
bevorzugt zwischen 5 und 250 g/m2.
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Als
Trägermaterial lassen sich hierbei die dem Fachmann geläufigen
und üblichen Materialien, wie Folien (Polyester, PET, PE,
PP, BOPP, PVC, Polyimid, Polymethacrylat, PEN, PVB, PVF, Polyamid),
Vliese, Schäume, Gewebe und Gewebefolien verwenden.
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Verwendung:
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Flexible
Leiterplatten sind in einer Vielzahl von elektronischen Geräten,
wie z. B. Mobilfunktelefone, Autoradios, Computer, etc. vertreten.
Generell bestehen Sie aus Schichten von Kupfer oder Aluminium (elektrischer
Leiter) und Polyimid (elektrischer Isolator). Als elektrischer Isolator
werden aber auch andere Kunststoffe eingesetzt, wie z. B. Polyethylennaphtphalat
(PEN) oder Liquid Crystal Polymers (LCP). Durch die Tatsache, dass
die flexible elektrische Bauteile miteinander verbinden, müssen
Sie flexibel gestaltet sein. Da aber immer mehrere elektrische Bauteile
miteinander verbunden werden müssen, nimmt die Rechenleistung
der flexiblen Leiterplatten zu, was in mehrschichtigen Ausführungen
resultiert. Die Schichtdicke der flexiblen Leiterplatte kann daher
von 50 μm bis 500 μm variieren. Da die flexible
Leiterplatte aus einem Verbund aus Isolator und elektrischem Leiter
besteht und beide Materialien unterschiedliche Eigenschaften aufweisen,
besitzen flexible Leiterplatten eine relativ hohe Biegesteifigkeit.
Dies kann noch durch Bestückungen, wie z. B. mit IC's oder
durch partielle Verstärkungen noch gesteigert werden. Um
nun unkontrollierte Bewegungen zu vermeiden, oder um den Platzbedarf
zu minimieren werden flexible Leiterplatten innerhalb des Gehäuses
von elektronischen Geräten verklebt. Hierbei stehen in
der Regel verschiedene Kunststoffe als zu verklebende Materialien
zur Verfügung. So werden sehr häufig Polycarbonate
(PC), ABS, ABS/PC Elends, Polyamide, Glasfaserverstärkte
Polyamide, Polyethersulfone, Polystyrol oder Ähnliches
eingesetzt. Wenn auch nicht im Sinne der Erfindung können
aber auch als Substrate Glas oder Metalle, wie z. B. Aluminium oder
Edelstahl, eingesetzt werden.
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Eine
typische Verwendung stellt die in 3 dargestellte
Verklebung von flexiblen Leiterplatten auf der Rückseitenbeleuchtung
von LCD Displays dar. Bedingt durch die enge Biegung entsteht eine
konstante Biegekraft, die die hitzeaktivierbare Klebemasse absorbieren
muss. Flexible Leiterplatten weisen in der Anwendung in elektronischen
Bauteilen üblicherweise einen Biegewinkel von mindestens
90°, insbesondere von 180° auf.
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Die 3 zeigt
ein Beispiel für die Verklebung einer flexiblen Leiterplatte
mit einer Hitze-aktivierbaren Klebemasse, wobei der Biegewinkel
der flexiblen Leiterplatte 180° beträgt. Dabei
bedeuten:
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- 31
- Gehäuse
zur Rückseitenbeleuchtung
- 32
- LCD-Panel
- 33
- Flexible
Leiterplatte
- 34
- Hitzeaktivierbare
Klebemasse bzw. hitzeaktivierbares Klebeband (erfindungsgemäße
Verwendung)
- 35
- optische
Filme.
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Des
Weiteren muss berücksichtigt werden, dass häufig
die elektronischen Geräte einem wechselndem Klima ausgesetzt
sind. Dies bedeutet im Extremfall, dass die Klebkraft auch bei 85°C
hoch genug ist, um ein Ablösen der flexiblen Leiterplatte
zu vermeiden.
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Weiterhin
sollte die Hitze-aktiviebare Folie in einem relativ geringen Prozessfenster
verarbeitbar sein, damit zum einen bei 85°C noch eine genügend
hohe Steifigkeit erhalten bleiben muss, aber noch die Temperaturaktivierung
möglich sein muss. Häufig sind die zu verklebenden
Substrate nur bis 130°C Temperaturstabil. Zudem muss berücksichtigt
werden, dass die flexiblen Leiterplatten bereits mit Elektronik
bestück sind und diese ebenfalls Temperaturempfindlich
ist. Die unterscheidet den Prozess von z. B. der Verklebung von
Versteifungsmaterialien zur partiellen Versteifung, der bereits
während des Herstellungsprozesses der flexiblen Leiterplatte
stattfindet. Letztlich muss ebenfalls berücksichtigt werden,
dass durch die hohen Stückzahlen das Verarbeitungsfenster
limitiert ist, d. h. die Wärme muss relativ schnell eingebracht
werden.
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Verklebung:
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Prelaminierung
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Üblicherweise
werden Stanzlinge der hitzeaktivierbaren Klebemasse hergestellt
und diese auf das Kunststoffteil platziert. Im einfachsten Fall
wird der Stanzling auf dem Kunststoffteil manuell z. B. mit einer
Pinzette platziert. Der Stanzling kann unterschiedlich ausgeformt
sein. Weiterhin kann es aus konstruktiven Gründen auch
erforderlich sein, vollflächige Stanzlinge einzusetzen.
In einer weiteren Ausführung wird der Hitze-aktivierbare
Klebebandstanzling nach der manuellen Positionierung mit einer Wärmequelle
behandelt, z. B. im einfachsten Fall mit einem Bügeleisen.
Hierdurch erhöht sich die Haftung zum Kunststoff. Hierfür
ist es auch von Vorteil, wenn der Stanzling noch mit einem temporären
Träger ausgestattet ist.
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Im
Stand der Technik werden Verklebungen üblicherweise auf
Metallsubstraten vorgenommen. Hierbei wird zunächst das
Metallteil auf den Hitze-aktivierbaren Klebebandstanzling platziert.
Die Platzierung erfolgt auf der offenen Seite. Auf der Rückseite
befindet sich noch der temporäre Träger. Anschließend
wird durch eine Wärmequelle Wärme durch das Metall
in das Hitze-aktivierbare Klebeband eingebracht. Dadurch wird das
Klebeband tackig und haftet stärker am Metall als an dem
temporären Träger.
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Für
das erfindungsgemäße Verfahren muss die Wärmemenge
wohl dosiert sein. Für thermoplastische Klebemassen muss
die Erweichungstemperatur erreicht werden, damit der Klebebandstanzling
anfängt zu haften. Für die Einbringung der Wärme
wird in einer bevorzugten Auslegung eine Heizpresse eingesetzt.
Der Stempel der Heizpresse ist aus z. B. Aluminium, Messing oder
Bronze gefertigt und nimmt die Außenform des Stanzlings
an. Weiterhin kann der Stempel nach Ausformungen aufweisen, um z.
B. partielle Wärmeschädigungen zu vermeiden. Der
Druck und die Temperatur werden möglichst gleichmäßig
eingebracht. Druck, Temperatur und Zeit werden den Materialien (Metall,
Metalldicke, Art der Hitze-aktivierbare Folie) angepasst und variiert.
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Das übliche
Prozessfenster für die Prelaminierung liegt bei 1.5 bis
10 Sekunden Aktivierungszeit, 1.5 bar bis 5 bar Anpressdruck und
bei 100°C bis 150°C Heizstempeltemperatur.
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Verklebung der Substrate
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Der
Verklebungsprozess zwischen der flexiblen Leiterplatte und dem Kunststoffteil
wird bevorzugt mit einer Heizpresse durchgeführt. Hierfür
wird die Wärme bevorzugt von der Seite der flexiblen Leiterplatte
eingebracht, da diese in der Regel die bessere thermische Leitfähigkeit
aufweist.
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In
der Regel werden Druck und Temperatur gleichzeitig appliziert. Dies
erfolgt durch einen Heizstempel, der aus einem Material mit guter
thermischer Leitfähigkeit besteht. Übliche Materialien
sind z. B. Kupfer, Messing, Bronze oder Aluminium. Es können
aber auch andere Legierungen eingesetzt werden. Des Weiteren sollte
bevorzugt der Heizpressstempel die Form der Oberseite des Verklebungsfläche
einnehmen. Diese Form kann wiederum 2-dimensionaler oder 3-dimensionaler
Natur sein. Der Druck wird üblicher Weise über
einen Druckzylinder aufgebracht. Die Applizierung muss aber nicht
unbedingt über Luftdruck erfolgen. Auch sind z. B. hydraulische
Pressvorrichtungen oder elektromechanische (Spindeln, Stellantriebe
oder Stellglieder) möglich. Des Weiteren kann es von Vorteil
sein, mehrfach Druck und Temperatur einzubringen, um z. B. durch
Reiheschaltung oder Rotationsprinzip den Prozessdurchsatz zu erhöhen.
Die Heizpressstempel müssen in diesem Fall nicht alle mit
der gleichen Temperatur und/oder gleichem Druck betrieben werden.
Weiterhin kann auch – wenn auch nicht immer von Vorteil – die
Kontaktzeit unterschiedlich sein. Des Weiteren kann es auch von
Vorteil sein, in einem letzten Prozessschritt nur Druck mit einem
auf Raumtemperatur-gekühlten Pressstempel oder einem gekühlten
Pressstempel einzubringen.
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Die
Prozesszeiten belaufen sich üblicher Weise auf 2.5 bis
15 s pro Presstempelschritt, noch besser auf maximal 5 s. Weiterhin
kann es auch erforderlich sein, den Druck zu variieren. Durch sehr
hohe Drücke kann die Hitze-aktivierbare Folie ausquetschen.
Dies möchte man in der Regel minimieren. Geeignete Drücke belaufen
sich auf 1.5 bis 10 bar berechnet auf die Verklebungsfläche.
Auch hier spielt die Stabilität der Materialien sowie das
Fließverhalten der Hitze-aktivierbaren Folie einen großen
Einfluss auf den zu wählenden Druck.
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Experimenteller Teil
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Testmethoden:
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Repulsionstest A
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Eine
100 μm dicke Polyimidfolie wird als flexibler Leiterplattenersatz
in 10 cm × 1 cm ausgeschnitten. Das eine Ende der Polyimidfolie
wird dann an einer Polycarbonat (3 mm Dicke, 1 cm Breite, 3,5 cm
Länge verklebt). Zur Verklebung wird tesa® 4965
eingesetzt. Die Polyimidfolie wird dann um die Polycarbonatplatte
in einer Schlaufe gebogen und mit einem Abstand von 20 mm vom Ende
mit der Hitze-aktivierbaren Folie verklebt. Die Hitze-aktivierbare
Folie weist für die Verklebung eine Breite von 10 mm und
eine Länge von 3 mm auf. Nach der Verklebung wird der Verbund
in einen Trockenschrank bei 85°C oder bei –40°C
eingelagert. Der Test gilt als bestanden, wenn sicher innerhalb
von 72 Stunden die Verklebung durch die Biegesteifigkeit der Polyimidfolie
nicht löst.
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90° Klebkraft Test B
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Auf
eine 3 mm dicke Polycarbonatplatte mit 5 cm Breite und 20 cm Länge
wird mit der Hitze-aktivierbaren Folie eine 1 cm breiter, 100 μm
dicker und 10 cm langer Streifen Polyimidfolie verklebt.
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Anschließend
wird mit einer Zugprüfmaschine der Fa. Zwick die Polyimidfolie
im konstanten Ziehwinkel von 90° Ziehwinkel mit einer Geschwindigkeit
von 50 mm/min abgezogen und die Kraft in N/cm gemessen. Die Messung
wird bei 23°C unter 50% Feuchtigkeit durchgeführt.
Die Messwerte sind dreifach bestimmt und werden gemittelt.
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Rheologie Test C
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Die
Messung wurde mit einem Rheometer der Fa. Rheometrics Dynamic Systems
(RDA II) durchgeführt. Der Probendurchmesser betrug 8 mm,
die Probendicke betrug zwischen 1 und 2 mm. Es wurde mit der Platte
auf Platte Konfiguration gemessen. Es wurde der Temperatur-Sweep
von 0–150°C mit einer Frequenz von 10 rad/s aufgenommen.
Die Thermoplasten wurden rheologisch vermessen und der crossover-Punkt
bestimmt.
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Verklebung
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Die
Verklebung der thermoplastischen Hitze-aktivierbaren Folien wurden
in einer Heizpresse mit 150°C Stempeltemperatur, 10 sec.
Kontaktzeit und einem Druck von 5 bar bezogen auf die Verklebungsfläche durchgeführt.
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Referenzbeispiel 1)
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Dynapol® S EP 1408 (Copolyester der Firma
Evonik, Schmelztemperatur 80°C) wurde zwischen zwei Lagen
silikonisiertem Glassine-Trennpapier auf 100 μm bei 140°C
ausgepresst. Der nach Testmethode C bestimmte Crossover liegt bei
91°C.
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Referenzbeispiel 2)
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Dynapol® S 361 (Copolyester der Firma Evonik,
Schmelztemperatur 175°C) wurde zwischen zwei Lagen silikonisiertem
Glassine-Trennpapier auf 100 μm bei 230°C ausgepresst.
Der nach Testmethode C bestimmte Crossover liegt bei 178°C.
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Referenzbeispiel 3)
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tesa® 4982 (100 μm Dicke, 12 μm
PET Träger, Harz-modifizierte Acrylathaftklebemasse, 2 × 46
g/m2) wurde als Haftklebemasse mituntersucht.
Das Produkt wurde bei 23°C aufgebracht, aber mit 5 bar
Druck und 10 sec. Verklebungszeit.
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Beispiel 1)
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Dynapol® S 1218 (Copolyester der Firma
Evonik, Schmelztemperatur 115°C) wurde zwischen zwei Lagen
silikonisiertem Glassine-Trennpapier auf 100 μm bei 160°C
ausgepresst. Der nach Testmethode C bestimmte Crossover liegt bei
110°C.
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Beispiel 2)
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Vestamelt® 470 AG (Copolyamid der Firma Evonik
Degussa, Schmelztemperatur 112°C) wurde zwischen zwei Lagen
silikonisiertem Glassine-Trennpapier auf 100 μm bei 160°C
ausgepresst. Der nach Testmethode C bestimmte Crossover liegt bei
108°C.
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Ergebnisse:
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Zunächst
wurde mit allen Beispielen der Repulsionstest A durchgeführt.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 dargestellt. Tabelle 1
| Beispiele | Repulsionstest
A (85°C) | Repulsionstest
A (–40°C) |
| 1 | > 72 Stunden | > 72 Stunden |
| 2 | > 72 Stunden | > 72 Stunden |
| Referenz
1 | 6
Stunden** | > 72 Stunden |
| Referenz
2 | nicht
bestimmt* | nicht
bestimmt* |
| Referenz
3 | 2
Stunden** | > 72 Stunden |
- *Hitze-aktivierbare Folie ließ sich
nicht aufschmelzen.
- **Die Verklebung öffnete sich innerhalb dieses Zeitraumes
-
Die
Ergebnisse belegen, dass mit den Hitze-aktivierbaren Beispielen
1 bis 2 eine sehr gute Repulsionsbeständigkeit bei 85°C
und bei –40°C erreicht werden können.
In allen Fällen hielt die Verklebung größer 72
Stunden. Referenzbeispiel 3 belegt dagegen, dass Haftklebemassen
nicht sehr gut geeignet sind. Hier öffnete sich die Verklebung
bereits innerhalb von 2 Stunden bei 85°C. Referenzbeispiel
2 ließ sich unter den Standardbedingungen nicht aufschmelzen.
Nur nach Erhöhung der Temperatur auf 210°C wurde
ein Aufschmelzen erreicht. Unter diesem Temperaturen trat aber bereits
eine Deformierung des Polycarbonates auf, so dass dieser Thermoplast
nicht ohne Beschädigung der Substrate aufgebracht werden
kann. Referenzbeispiel 1 zeigte hier ein deutlich leichteres Aufschmelzen,
aber die Verklebung öffnete sich bei 85°C bereits
nach 6 Stunden. Der Thermoplast ist zu weich für diese
Anwendung.
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In
einer weiteren Prüfung wurde die Verklebungsfestigkeit
nach Testmethode B bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Tabelle 2
| Beispiele | 90° Klebkrafttest
B |
| 1 | 19,0
N/cm |
| 2 | 20,3
N/cm |
| Referenz
1 | 17,4
N/cm |
| Referenz
2 | nicht
bestimmt |
| Referenz
3 | 7,2
N/cm |
- *Hitze-aktivierbare Folie ließ sich
nicht aufschmelzen.
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Die
Werte aus Tabelle 2 belegen, dass mit allen erfinderischen Beispielen
1 bis 2 sehr hohe Verklebungsfestigkeiten erzielt wurden und somit
eine gute Haftung auf Polyimid und Polycarbonat aufgebaut wurde. Referenzbeispiel
3 verdeutlicht, dass mit Haftklebemassen deutlich geringer Verklebungsfestigkeiten
erzielt werden.
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Referenzbeispiel
2 ließ sich unter den Standardbedingungen nicht aufschmelzen.
Nur nach Erhöhung der Temperatur auf 210°C wurde
ein Aufschmelzen erreicht. Unter diesen Temperaturen trat aber bereits
eine Deformierung des Polycarbonates auf, so dass dieser Thermoplast
nicht ohne Beschädigung der Substrate aufgebracht werden
kann.
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Den
Messwerten kann entnommen werden, dass alle erfinderischen Beispiele
die wichtigsten Kriterien für eine flexible Leiterplattenverklebung
erfüllen. Die erfinderischen Beispiele sind somit sehr
gut für diese Anwendung geeignet.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Römpp
(Online Version; Ausgabe 2008, Dokumentkennung RD-20-01271) [0012]
- - „Handbook of Pressure Sensitive Adhesive Technology” von
Donatas Satas (van Nostrand, 1989) [0021]