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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausgleich von
Drehmomentschwankungen einer drehbaren Welle, insbesondere einer Kurbelwelle
einer Brennkraftmaschine.
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Zur
Dämpfung
von Wechselmomenten drehender Wellen, insbesondere bei Brennkraftmaschinen,
werden im Stand der Technik entweder ausreichend große Schwungmassen
verwendet, deren Drehträgheit
groß ist
gegenüber
dem Wechselmoment, oder es werden zum Beispiel zwei Massenschwungräder verwendet,
die durch gegeneinander gegen Federkraft und ggf. unter Dissipierung
von Arbeit verdrehbare Massen eine Schwingungsdämpfung bewirken. Letztere sind
bekannt als so genannte Zweimassenschwungräder (ZMS). Die Dämpfungswirkung
der aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtungen fußt auf der
Drehträgheit
der beteiligten Partner, eine durch schwankende Momente erzeugte
Winkelbeschleunigung der Welle bzw. Kurbelwelle bewirkt also die
Speicherung bzw. Rückgabe aus
dem Speicher oder Dissipierung von Energie.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, alternative Wirkungsmechanismen
zur Schwingungsdämpfung
bereitzustellen.
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Dieses
Problem wird gelöst
durch eine Vorrichtung zum Ausgleich von Drehmomentschwankungen
einer drehbaren Welle, insbesondere einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine,
wobei die Vorrichtung mindestens einen Energiespeicher umfasst,
der ein von einer Drehstellung der Welle abhängiges Moment auf diese ausübt. Die
von dem Moment des Energiespeichers über eine Umdrehung der Welle
verrichtete Arbeit ist dabei vorzugsweise -abgesehen von Reibung-
null. Die Wirkung der Vorrichtung zum Ausgleich von Drehmomentschwankungen
ist nahezu unabhängig
von der Winkelbeschleunigung der Welle und hängt in erster Näherung allein
von deren Drehstellung ab.
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Der
Energiespeicher umfasst vorzugsweise mindestens ein Federelement,
das über
ein Kurvengetriebe mit der Welle in Wirkverbindung steht. Das Kurvengetriebe
setzt die fortlaufende Drehung der Welle auf einfach zu realisierende
Weise in ein wiederkehrendes Bewegungsmuster des Federelementes
um. Das Kurvengetriebe ist vorzugsweise Teil eines Einmassenschwungrades,
so dass das Einmassenschwungrad also eine Kurvenbahn umfasst, die mit
dem Federelement oder den Federelementen in Wirkverbindung steht.
Die Federele mente sind auf einer Seite gehäusefest gelagert und stehen
auf der anderen Seite mit dem Kurvengetriebe in Wirkverbindung,
so dass diese je nach Drehstellung der Welle mehr oder minder weit
federelastisch betätigt
werden. Die Federelemente können
Zugfedern, Druckfedern, Torsionsfedern oder dergleichen sein.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass das Federelement ein Rollenstößel ist,
der ein Kontaktelement umfasst, das mittels einer Feder auf eine
Kurvenbahn einer Kurvenscheibe, die mit der Welle fest verbunden
ist, gedrückt
wird. Alternativ ist vorzugsweise vorgesehen, dass das Federelement
ein Rollenhebel ist, der ein Kontaktelement umfasst, das mittels
einer Feder auf die Kurvenbahn der Kurvenscheibe, die mit der Welle
fest verbunden ist, gedrückt
wird. Die Feder ist vorzugsweise zwischen dem Kontaktelement und
einer gehäusefesten
Lagerung verspannt. Derartige Ausführungen sind einfach und unter
Nutzung gängiger
Maschinenelemente zu realisieren.
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Das
Kontaktelement ist bevorzugt eine drehbar gelagerte Rolle. Dies
ermöglicht
eine einfache Ausgestaltung des Kontaktelementes bei geringer Reibung.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass eine Gerade in Richtung der durch das Kontaktelement
auf die Kurvenbahn ausgeübten
Kraft einen Normalenabstand von der Drehachse der Welle hat, sodass das
Kontaktelement über
die Kurvenbahn ein Moment auf die Welle ausübt. Die Wirkungsrichtung der durch
das Kontaktelement auf die Kurvenbahn ausgeübten Kraft hat somit einen
Hebelarm gegenüber der
Drehachse der Welle bzw. der Kurvenbahn, so dass durch die vermittels
des Kontaktelements auf die Kurvenbahn ausgeübte Kraft ein Drehmoment auf
die Welle ausgeübt
wird. Ist der Hebelarm null, so wird kein Drehmoment auf die Welle
aufgeübt. Über die
Größe des Hebelarms
kann das Drehmoment beeinflusst werden. Dazu kann vorgesehen sein,
dass ein gehäuseseitiger
Fußpunkt
des Federelements verschiebbar gelagert ist. Alternativ oder zusätzlich kann
vorgesehen sein, dass ein gehäuseseitiger Fußpunkt des
Federelementes drehbar gelagert ist. Durch verschiebbare bzw. drehbare
Lagerung des Federelementes kann zum einen die Vorspannkraft der
Feder geändert
werden, zum anderen kann der für
die Aufbringung des Momentes wirksame Hebelarm geändert werden.
Die Drehmomentkennlinie über
den Kurbelwellenwinkel der Dämpfungseinrichtung
kann somit nahezu beliebig eingestellt werden. Eine derartige Verstellung
kann so vorgesehen sein, dass diese nur zu Wartungszwecken benutzt
wird, beispielsweise um die Kennlinie der Dämpfungseinrichtung an eine
bestimmte Brennkraftmaschine anzupassen, kann aber auch ebenso derart
ausgestaltet sein, dass eine Verstellung während des Betriebes möglich ist
und so die Dämpfungseigenschaften der
Dämpfungseinrichtung
gesteuert oder geregelt werden können.
Dazu kann die Verstellung beispielsweise elektrisch, pneumatisch
oder hydraulisch erfolgen.
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Das
Kontaktelement kann radial innerhalb oder radial außerhalb
der Kurvenbahn angeordnet sein. Im ersten Fall wird also das Kontaktelement
von der Kurvenbahn umschlossen. Im zweiten Fall liegt das Kontaktelement
außerhalb
der geschlossenen Kurvenbahn. Bezüglich ihrer Wirkung können beide Ausgestaltungen
ineinander überführt werden,
es handelt sich also jeweils wechselweise um eine geometrische Umkehr.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass die Kurvenbahn mindestens eine Ausbuchtung
und mindestens eine Einschnürung
aufweist. Über
die Ausbuchtungen und Einschnürungen
wird der Drehmomentverlauf des durch die Vorrichtung zum Ausgleich
von Drehmomentschwankungen auf die Welle ausgeübten Drehmomentes gesteuert.
Es können
hier beliebig viele Ausbuchtungen und Einschnürungen aneinander gereiht werden.
Die Ausbuchtungen können als
bereichsweise Vergrößerung des
Radius einer Kreisscheibe gegenüber
ihrem regulären
Umfang aufgefasst werden, die Einschnürungen entsprechen als bereichsweise
Verringerung des Radius der Kreisscheibe.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Kurvengetriebe
mehrere Kurvenscheiben umfasst, die in axialer Richtung bezogen auf
die Drehachse der Welle nebeneinander angeordnet sind, wobei jeder
Kurvenscheibe mindestens ein Federelement zugeordnet ist.
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Die
Vorrichtung zum Ausgleich von Drehmomentschwankungen kann zusammen
mit einer Kupplung und/oder einem Mehrmassenschwingrad eine Baugruppe
bilden. Durch diese Maßnahme
kann Bauraum gespart werden und es können Teile der jeweiligen Baugruppen
gemeinsam benutzt werden, so z. B. Gehäuse und dergleichen.
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Das
eingangs genannte Problem wird auch gelöst durch eine Brennkraftmaschine
mit einer Kurbelwelle, die mit einer Anzahl an Kolben von Zylindern
in Wirkverbindung steht, wobei die Kurbelwelle mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
verbunden ist, wobei die Summe der Ausbuchtungen und Einschnürungen einer
Kurvenbahn der Anzahl der Zylinder der Brennkraftmaschine entspricht.
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Durch
diese Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden die
durch die einzelnen Zylinder auf die Kurbelwelle ausgeübten Wechselmomente
ausgeglichen werden. Tätige
Wechselmomente entstehen u. a. dadurch, dass bei einer Viertaktbrennkraftmaschine
beispielsweise nur über den
Arbeitstakt ein positives Moment von jedem einzelnen Zylinder beigetragen
wird und ansonsten ein negatives Moment während der übrigen Takte aufzubringen ist.
Jeder Momentenschwankung, die durch einen einzelnen Zylinder hervorgerufen
wird, kann auf diese Weise ein Momentenausgleich zugeordnet werden.
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Die
Anordnung der Kurvenscheibe ist auf beiden Seiten der Kurbelwelle
möglich,
sie kann also auf der Seite angeordnet werden, auf der beispielsweise
auch Kupplungen und Getriebe angeflanscht werden, kann aber auch
auf der anderen Seite, an der üblicherweise
bei gängigen
Motorenbauarten sonstige Nebenaggregate angetrieben werden, angeflanscht
werden. Die Kurvenscheibe der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann weitere
Funktionen für
die Brennkraftmaschine beinhalten, beispielsweise kann die erforderliche
motorseitige Massenträgheit
nach Art eines Einmassenschwungrades bereitgestellt werden. Des
Weiteren kann die Aufnahme von Zahnkranz- und Geberverzahnungen
für Motorstart
und Motorsteuerung erfolgen. Weitere momentenweiterleitende Elemente
wie z. B. Zahnriemen oder Keilriemen für Nebenaggregate oder dergleichen
können
durch die Kurvenscheibe realisiert werden. Des Weiteren kann die
Kurvenscheibe zusammen mit einer Kupplung ein integriertes Bauteil
bilden, in dem beispielsweise Reibbeläge oder dergleichen der Kupplung
aufgenommen werden. Alternativ ist auch eine direkte Momentendurchleitung
in das Getriebe möglich,
wenn also beispielsweise auf eine Kupplung verzichtet werden kann,
so dass eine starre Ankopplung von Kurbelwelle und Getriebe erreicht wird.
Zusätzlich
ist eine Kombination des erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers mit
weiteren Schwingungsdämpfern,
beispielsweise einem Zweimassenschwungrad oder dergleichen denkbar.
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Im
Folgenden werden Ausführungsbeispiele der
Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. Dabei
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines Antriebsstranges eines Kraftfahrzeuges;
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2 ein
erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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3 eine
Prinzipskizze eines Beispiels eine Momentenverlaufs;
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4 ein
zweites Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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5 ein
drittes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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6 ein
viertes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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7 ein
fünftes
Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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8 ein
Ausführungsbeispiel
einer Kurvenscheibe eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers für einen
Vierzylinder-Viertakt-Motor;
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9 ein
Ausführungsbeispiel
einer Kurvenscheibe eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers für einen
Sechszylinder-Viertakt-Motor;
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10 ein
sechstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers;
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11 ein
siebtes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Antriebsstranges eines Kraftfahrzeuges.
Dieser umfasst eine Brennkraftmaschine 1 mit einer Kurbelwelle 2,
die in bekannter Art und Weise mittels Pleuel und sich in einem
Zylinder auf und ab bewegender Kolben angetrieben wird. Die Kurbelwelle
ist verbunden mit einem Schwingungsdämpfer 3, der wiederum über eine
Fahrzeugkupplung 4 mit einem Schaltgetriebe 5 verbunden
ist, das ausgangsseitig über
ein Differenzialgetriebe 6 mit zwei Antriebsachsen 7 jeweils
für ein
Rad 8 verbunden ist. Das Schaltgetriebe 5 kann
alternativ auch als Schaltautomat ausgelegt sein, in diesem Fall
kann auf eine Fahrzeugkupplung 4 verzichtet werden, ebenso
ist es möglich,
dass das Schaltgetriebe 5 ein so genanntes Doppelkupplungsgetriebe
ist, das zwei voneinander unabhängige
Getriebestränge
umfasst, so dass auch die Fahrzeugkupplung 4 zweifach vorhanden
ist. Die Schwingungsdämpfer 3 und
die Fahrzeugkupplung 4 können als Baugruppe zusammengefasst
sein, insofern erläutert 1 nur
den prinzipiellen funktionellen Aufbau des Antriebsstranges eines
Fahrzeuges.
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2 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers 3 als
Vorrichtung zum Ausgleich von Drehmomentschwankungen der Kurbelwelle 2 als
dreh barer Welle. Der Schwingungsdämpfer 3 umfasst eine
Kurvenscheibe 9, deren äußere Kontur
eine Kurvenbahn 10 bildet. Die Kurvenscheibe 9 ist
an einer Drehachse MP fest mit der Kurbelwelle 2 verbunden,
so dass die Kurvenscheibe 9 mit der Kurbelwelle 2 mitrotiert.
Ein Rollenstößel 12 steht
mit einer Rolle 13 in Kontakt mit der Kurvenbahn 10.
Dazu wird die Rolle 13 mittels einer Druckfeder 14,
die sich an einer gehäusefesten Lagerung 15 abstützt, auf
die Kurvenbahn 10 gedrückt.
Ein weiterer Rollenstößel 21 steht
mit einer Rolle 22 ebenfalls in Kontakt mit der Kurvenbahn 10. Die
Rolle 22 wird mittels einer Feder 23, die an einer gehäusefesten
Lagerung 24 gelagert ist, auf die Kurvenscheibe 9 gedrückt. Die
beiden Rollenstößel 12 und 21 können rotationssymmetrisch
bezüglich
der Drehachse MP angeordnet sein, können aber auch in einer beliebigen
anderen Art und Weise angeordnet sein. Im vorliegenden Fall wird
von einer rotationssymmetrischen Anordnung ausgegangen, so dass die
weitere Betrachtung auf den Rollenstößel 12 beschränkt wird.
Die Kraftwirkung der Rolle 13 auf die Kurvenscheibe 9 erfolgt
entlang einer Wirkungsgeraden WR. Die Wirkungsgerade WR hat einen
Normalenabstand X von der Drehachse MP der Kurbelwelle 2 bzw.
Kurvenscheibe 9. Der Normalenabstand X ist der Hebelarm,
mit dem die Kraft F bezüglich
der Drehachse MP angreift, so dass durch den Rollenstößel 12 ein
Moment MMP = F·X auf die Kurbelwelle 2 ausgeübt wird.
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Die
Kurvenbahn 10 weist im Ausführungsbeispiel der 2 zwei
Ausbuchtungen 16 und 17 gegenüber einem Grundkreis 18 sowie
zwei Einschnürungen 19 und 20 gegenüber dem
Grundkreis 18 auf. Der Grundkreis 18 ist ein Kreis
um die Drehachse MP mit einer identischen Fläche in der Draufsicht der 2 wie
die Kurvenscheibe 9. Die Kurvenbahn 10 hat eine
Kontur, die in etwa einer Acht entspricht. Durch die Ausbuchtungen 16 und 17 in
Verbindung mit den Einschnürungen 19 und 20 wird
die Druckfeder 14 je nach Drehstellung der Kurbelwelle 2 bzw.
damit der Kurvenscheibe 9 unterschiedlich stark zusammengedrückt, so
dass die Kraft F, die die Rolle 13 des Rollenstößels 12 auf
die Kurvenscheibe 9 ausübt
und damit das Moment MMP, das auf die Kurbelwelle 2 ausgeübt wird,
je nach Drehstellung der Kurbelwelle 2 unterschiedlich
ist.
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3 zeigt
ein Beispiel des Momentenverlaufs MKW der
Kurbelwelle (auch als Motormoment oder Antriebsmoment bezeichnet)
sowie des Momentenverlaufs MMP des durch
den Rollenstößel 12 und
die Kurvenscheibe 9 zusätzlich
auf die Kurbelwelle 2 aufgebrachten Momentes. Dargestellt
ist das Moment M über
der Zeit t. Die durchgezogene Linie in der Darstellung der 3 stellt
das durch die Kurbelwelle 2 abgegebene Motormoment MKW dar. Die gestrichelte Linie stellt das
durch die den Rollenstößel 12 und
die Kurvenscheibe 9 auf die Kurbelwelle 2 ausgeübte Moment
MMP dar. Im Idealfall heben sich beide Momente
auf und bilden ein Ge samtmoment MGES, das
konstant ist. Aus dem Verlauf des Motormoments kann somit ein Momentenverlauf
MMP bestimmt werden, der zu einem konstanten
Gesamtmoment MGES führt. Damit lässt sich
unmittelbar die Kurvenbahn 10 der Kurvenscheibe 9 konstruieren.
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4 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers 3. Der
wesentliche Unterschied gegenüber
dem Ausführungsbeispiel
der 2 ist, dass der Rollenstößel 25 innerhalb einer
Kurvenbahn 26 angeordnet ist, die Kurvenbahn 26 also
von der Kurvenscheibe 27 umschlossen wird, während die
Kurvenbahn 10 die Kurvenscheibe 9 umschließt. Die
Kurvenbahn 26 ist somit aus der Kurvenscheibe 27 herausgeschnitten,
so dass die Kurvenscheibe 27 beispielsweise einen kreisförmigen Außenumfang
hat. Die Wirkungsweise ist ansonsten identisch, es kehren sich hier
nur die Kraftverhältnisse
um. Auch bei dem Ausführungsbeispiel
der 4 können
statt eines Rollenstößels 25 mehrere
Rollenstößel angeordnet
sein, beispielsweise zwei Rollenstößel wie in der 2 dargestellt, ebenso
können
bei dem Ausführungsbeispiel
der 2 als auch dem Ausführungsbeispiel der 4 und
den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
mehr als zwei Rollenstößel vorgesehen
sein. Die Rollenstößel können dabei
punktsymmetrisch bezüglich
der Drehachse MP angeordnet sein, sie können aber auch in unterschiedlichen
Winkeln angeordnet sein, mit anderen Worten, mit unterschiedlichen
wirksamen Hebelarmen X versehen sein. Durch Anzahl, Anordnung und
Ausrichtung der Rollenstößel kann zusammen
mit der Form der Kurvenbahn 10 bzw. 26 das über den
Kurbelwellenwinkel φ auf
die Kurbelwelle 2 ausgeübte
Moment MMP nahezu beliebig gestaltet werden.
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Das
auf die Kurbelwelle 2 ausgeübte Moment MMP ist
bei dem erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfer 3 allein
abhängig
von dem Kurbelwellenwinkel φ,
und nicht wie z. B. bei einem Zweimassendämpfer abhängig von der Winkelbeschleunigung
dφ/dt.
Daher lassen sich durch den erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfer 3 insbesondere
die variablen Anteile des Kurbelwellenmomentes der Brennkraftmaschine
ausgleichen, wobei hier ein nahezu vollständiger Ausgleich möglich ist.
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5 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers. Die
Federkraft F eines Rollenstößels 28 kann
hier durch Veränderung
des Vorspannweges SVOR verändert werden.
Dazu wird ein Fußpunkt 29 einer
Feder 30, mit der eine Rolle 31 mit einer Kraft
F beaufschlagt wird, in oder entgegen der Kraftrichtung verschoben.
Der Fußpunkt 29 ist
dazu mit einem beweglich gegenüber
einem Gehäuse 32 gelagerten
Kolben 33 verbunden, sodass ein Schubgelenk gebildet wird.
Durch Verstellung des Fußpunktes 29 wird die Vorspannung
der Feder 30 geändert,
so dass das auf die Kurbelwelle 2 ausgeübte Moment MMP des Schwingungsdämpfers 3 geändert wird.
In der Darstellung der 3 hat eine Verstellung des Fußpunktes 29 zur
Folge, dass die Kurve MMP entlang der Momentenachse
verschoben wird. Die Verstellung kann beispielsweise elektrisch,
pneumatisch oder hydraulisch erfolgen.
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6 zeigt
ein viertes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Schwingungsdmpfers 3. Statt
eines Rollestößels ist
hier ein Rollenhebel 36 vorgesehen, der durch eine sich
an einer gehäusefesten
Lagerung 37 abstützenden
Feder 38 mit Kraft beaufschlagt wird. Der Rollenhebel 36 umfasst
eine Rolle 39, die mit der Kurvenbahn 10 der Kurvenscheibe 9 in
Kontakt ist. Die Rolle 39 ist an einem Hebel 41 drehbar
angeordnet, wobei der Hebel 41 mit einer Lagerung 40 gehäusefest
drehbar gelagert ist. Statt einer Druckfeder als Feder 38 wie
in 6 dargestellt, kann hier beispielsweise auch eine
Drehfeder vorgesehen sein, die beispielsweise an dem Drehgelenk 40 des
Hebels 41 angreift.
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7 zeigt
ein fünftes
Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers 3. Dieses
Ausführungsbeispiel
entspricht im Wesentlichen dem Ausführungsbeispiel gemäß 1.
Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel
in 1 ist jedoch der Rollenstößel 42 so verschieb-
bzw. verdrehbar, dass sich der wirksame Hebelarm X zwischen der
Kraftangriffsrichtung WR und der Drehachse MP verändern lässt. Die
Verstellung kann beispielsweise elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch
erfolgen. Der Rollenstößel 42 umfasst
eine drehbar gelagerte Rolle 43, die mittels einer Feder 44 auf
die Kurvenbahn 10 der Kurvenscheibe 9 gedrückt wird.
Die Feder 44 ist an der der Rolle 43 abgewandten
Seite an einem Fußpunkt 45 gehäusefest
gelagert. Bei dem Ausführungsbeispiel
der 7 ist nun vorgesehen, dass sich der Fußpunkt 45 verschieben
lässt.
Beispielsweise kann der Fußpunkt 45 entlang
einer Kreisbahn 46 verschoben werden, wobei der Radius der
Kreisbahn 46 und der Kreismittelpunkt so ausgelegt sind,
dass bei einer Verschiebung eine ausreichend große Veränderung des wirksamen Hebelarmes
X stattfindet, beispielsweise indem der Radius relativ klein gewählt wird.
Statt einer Kreisbahn können
hier auch andere Bahnformen vorgesehen sein. In dem Ausführungsbeispiel
der 7 ist die Verstellung so gewählt, dass der Hebelarm zwischen
einem Wert X = 0 und einem Wert X = Xmax veränderbar ist. Auf diese Weise
Isst sich das wirksame Moment zwischen einem zum Hebelarm X = Xmax.
gehörendem Maximalwert
Mmax bis auf den Wert M = 0 verändern.
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8 zeigt
in der Aufsicht ein Ausführungsbeispiel
einer Kurvenscheibe 9 für
einen Vierzylinder-Viertakt-Motor, 9 zeigt
in der Aufsicht ein Ausführungsbeispiel
einer Kurvenscheibe 9 für
einen Sechszylinder-Viertakt-Motor. Die Kurvenscheibe 9 gemäß 8 weist
eine Kurvenbahn 10 auf, die wie bereits anhand der 1 dargestellt
ist, zwei Ausbuchtungen 16 und 17 aufweist, wobei
die Ausbuchtungen 16 und 17 gegenüberliegend
angeordnet sind, also um einen Winkel von 180° verdreht sind, und weist jeweils
im 90° Winkel
zwischen den Ausbuchtungen 16 und 17 Einschnürungen 19 und 20 auf,
die ebenfalls gegenüberliegend
angeordnet sind. Die Kurvenbahn 10 der Kurvenscheibe 9 gemäß 9 weist
demgegenüber
drei Ausbuchtungen auf, diese sind mit den Bezugszeichen 47, 48 und 49 bezeichnet,
die jeweils um einen Winkel von 120° gegeneinander verdreht sind.
Zwischen den Ausbuchtungen 47, 48, 49 sind
jeweils Einschnürungen 50, 51, 52 angeordnet,
die ebenfalls jeweils um einen Winkel von 120° gegeneinander verschoben sind und
relativ zu den Ausbuchtungen um 60° verschoben sind. Durch Anzahl
und Anordnung der Ausbuchtungen bzw. Einschnürungen könnten die Drehmomentschwankungen
bei beliebigen Zylinderzahlung und Zylinderanordnungen kompensiert
werden. Die Summe der Ausbuchtungen und der Einschnürungen entspricht
dabei der Zylinderzahl der Brennkraftmaschine, also beispielsweise
vier Ausbuchtungen und vier Einschnürungen für eine Acht-Zylinder-Brennkraftmaschine.
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10 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers 3.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind mehrere Kurvenscheiben, diese sind mit den Bezugszeichen 9a, 9b und 9c bezeichnet,
axial aufeinander gestapelt. Die Winkelstellungen der Kurvenscheiben
sind unterschiedlich, diese sind also beispielsweise in einer Draufsicht
gemäß 1 relativ
zueinander verdreht. Die Kurvenscheiben 9a bis 9c können dabei identisch
sein, können
aber auch unterschiedliche Kurvenbahnen 10 aufweisen. Jede
der Kurvenbahnen 9a bis 9c ist mit mindestens
einem Rollenstößel 12a bis 12c verbunden.
Statt jeweils eines Rollenstößels pro
Kurvenscheibe 9 können
hier selbstverständlich
auch mehrere Rollenstößel pro
Kurvenscheibe 9 vorgesehen sein. Die Fußpunkte der Federn der Rollenstößel können selbstverständlich auch
hier wie in den zuvor gezeigten Ausführungsbeispielen verstellbar
bzw. verdrehbar und/oder verschiebbar sein. Es lassen sich also
sämtliche
Ausführungsformen
wie in den 1 bis 9 dargestellt, hier
zu einer axial gestapelten Anordnung von Schwingungsdämpfern 3a, 3b, 3c anordnen.
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11 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers 3.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist der Schwingungsdämpfer 3 gleichzeitig
als Einmassenschwungrad mit einem Zahnkranz ausgelegt, und ist mit
einer Kupplung und einer Kupplungsscheibe verbunden. Die Kurvenscheibe 9 trägt dazu
auf einer Seite einen Zahn kranz 53, und ist auf der anderen Seite
mit einer Kupplung 54 verbunden. Eine Gegendruckplatte 55 ist
dazu fest mit der Kurvenscheibe 9 verbunden, beispielsweise
an einer oder mehreren Schweißstellen 56 miteinander
verschweißt.
Eine axial verschiebbare Druckplatte 57 wird in bekannter Art
und Weise beispielsweise über
eine Tellerfeder 58 betätigt
und stellt je nach Betätigungsstellung
eine reibschlüssige
Verbindung mit einer Kupplungsscheibe 59 her, die mit einer
nicht dargestellten Getriebeeingangswelle verbunden ist.
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- 1
- Brennkraftmaschine
- 2
- Kurbelwelle
- 3
- Schwingungsdämpfer
- 4
- Fahrzeugkupplung
- 5
- Schaltgetriebe
- 6
- Differential
- 7
- Antriebsachse
- 8
- Rad
- 9
- Kurvenscheibe
- 10
- Kurvenbahn
- 11
-
- 12
- Rollenstößel
- 13
- Rolle
- 14
- Druckfeder
- 15
- Gehäusefeste
Lagerung
- 16
- Ausbuchtung
- 17
- Ausbuchtung
- 18
- Grundkreis
- 19
- Einschnürung
- 20
- Einschnürung
- 21
- Rollenstößel
- 22
- Rolle
- 23
- Feder
- 24
- Gehäusefeste
Lagerung
- 25
- Rollenstößel
- 26
- Kurvenbahn
- 27
- Kurvenscheibe
- 28
- Rollenstößel
- 29
- Fußpunkt
- 30
- Feder
- 31
- Rolle
- 32
- Gehäuse
- 33
- Kolben
- 34
-
- 35
-
- 36
- Rollenhebel
- 37
- Lagerung
- 38
- Feder
- 39
- Rolle
- 40
- Lagerung
- 41
- Hebel
- 42
- Rollenstößel
- 43
- Rolle
- 44
- Feder
- 45
- Fußpunkt
- 46
- Kreisbahn
- 47
- Ausbuchtung
- 48
- Ausbuchtung
- 49
- Ausbuchtung
- 50
- Einschnürung
- 51
- Einschnürung
- 52
- Einschnürung
- 53
- Zahnkranz
- 54
- Kupplung
- 55
- Gegendruckplatte
- 56
- Schweißstelle
- 57
- Druckplatte
- 58
- Tellerfeder
- 59
- Kupplungsscheibe