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Die
Erfindung betrifft eine Stimmvorrichtung zur Einstellung der Spannung
einer oder mehrerer Saiten eines Saiteninstruments, insbesondere
eines Streichinstruments, mit einem Wirbelkasten, der Bohrungspaare
zur drehbaren Aufnahme von Stimmwirbeln aufweist, wobei die Stimmwirbel
jeweils einen Wirbelkörper mit einer Spindel zum Einstecken
in ein Bohrungspaar im Wirbelkasten sowie zum Aufwickeln des Endabschnitts
einer Saite und einen mit der Spindel verbundenen Wirbelgriff zum
Drehen der Spindel um eine gemeinsame Achse von Wirbelgriff und
Spindel umfassen, wobei außerhalb des Wirbelkastens funktional
zwischen dem Wirbelgriff und der Spindel ein Getriebe vorgesehen
ist, welches eine Drehbewegung des Wirbelgriffs um die gemeinsame Achse
untersetzt an die Spindel weitergibt.
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Derartige
Stimmvorrichtungen mit einem Getriebe zum Untersetzten einer Drehbewegung
am Wirbelgriff auf die mit einer Saite verbundene Spindel sind im
Stand der Technik bekannt. Der Einsatz eines Untersetzungsgetriebes
ermöglicht ein sehr feinfühliges Stimmen der Saite.
Zudem kann das Getriebe gleichzeitig auch den unerwünschten
Effekt einer ruckartigen Wirbeldrehung verhindern, welcher bei herkömmlichen
Stimmvorrichtungen ohne Getriebe häufig auftritt, wenn
der Wirbel zu Beginn des Drehens einen Wechsel von Haft- zu Gleitreibung
erfährt.
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Generell
ist es vorteilhaft, wenn die Stimmwirbel mit Untersetzungsgetriebe
derart dimensioniert sind, dass sie sich in traditionelle Saiteninstrumente
einbauen lassen, ohne dass diese modifiziert werden müssen,
insbesondere ohne dass die Bohrungen im Wirbelkasten, die zur Aufnahme
der Stimmwirbel dienen, vergrößert werden müssen.
Zudem wird die Montagearbeit stark erleichtert, wenn herkömmliche
Werkzeuge für das Anbringen der Stimmwirbel im Wirbelkasten
verwendet werden können.
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Wegen
dieser erwünschten Eigenschaften und zudem aus ästhetischen
Gründen die Optik des Instrumentes betreffend ist es vorteilhaft,
wenn der moderne Stimmwirbel mit Getriebe, der im folgenden kurz
als „Feinstimmwirbel” bezeichnet wird, in seinen äußeren
Abmessungen in etwa einem traditionellen Stimmwirbel entspricht.
Dies bringt aber das Problem mit sich, dass für die Anordnung
des Untersetzungsgetriebes im Feinstimmwirbel nur ein sehr begrenzter Bauraum
zur Verfügung steht und die einzelnen Getriebeelemente
entsprechend klein ausgebildet sein müssen. In Anbetracht
der nicht unerheblichen Kräfte, die beim Spannen einer
Saite aufzubringen sind, müssen entsprechend hochwertige
und damit kostspielige Materialien für die Getriebeelemente
eingesetzt werden, damit diese trotz ihrer kleinen Dimensionierung
die nötige Festigkeit aufweisen, um die Kräfte übertragen
zu können.
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Ein
wesentlicher Schritt zur Lösung dieses Problems besteht
darin, das Untersetzungsgetriebe nicht, wie allgemein üblich,
im Bereich des Wirbelkastens, sondern stattdessen im Bereich des
Wirbelgriffes anzuordnen, wo der Stimmwirbel einen größeren
Durchmesser aufweisen kann. Somit ist es möglich, dem Getriebe
mehr Bauraum zur Verfügung zu stellen, so dass die einzelnen
Getriebeelemente größer dimensioniert und folglich
aus kostengünstigeren Materialien, wie insbesondere Kunststoff,
hergestellt werden können, ohne dass der Wirbelkasten eines traditionellen
Saiteninstrumentes modifiziert werden muss. Eine derartige Stimmvorrichtung
ist beispielsweise aus der
DE 20 2007 001 518 U1 bekannt, die auf den
selben Anmelder zurückgeht.
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Insbesondere
ist aus der
DE
20 2007 001 518 U1 eine Stimmvorrichtung bekannt, welche
ein Planetenradgetriebe offenbart, das außerhalb des in den
Wirbelkasten eingeschobenen Abschnitts des Stimmwirbels angeordnet
ist. Jedoch hat sich trotz der größeren Dimensionierung
des Untersetzungsgetriebes in der Praxis gezeigt, dass es beim Einsatz von
kostengünstigen Materialien für die Getriebeelemente
nach wie vor zu Verschleißproblemen kommen kann, insbesondere
dann, wenn der Feinstimmwirbel über lange Zeit hinweg verwendet
wird.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Stimmvorrichtung
der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche den Einsatz von
kostengünstigen Materialien für ein Untersetzungsgetriebe
erlaubt und dabei zugleich Verschleißerscheinungen an den
Getriebeelementen verhindert oder zumindest deutlich reduziert.
Dabei soll die Stimmvorrichtung bei Saiteninstrumenten üblicher
Bauform verwendet werden können, ohne dass diese nennenswert
modifiziert werden müssen, und/oder ohne dass dafür
unübliche Werkzeuge benötigt werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Stimmvorrichtung
der eingangs genannten Art gelöst, bei welcher das Getriebe
ein Exzentergetriebe ist.
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Obgleich
diese Lösung überraschend einfach erscheint, ist
sie doch sehr wirkungsvoll. Der wesentliche Vorteil dieser Stimmvorrichtung
besteht darin, dass durch den Einsatz eines Exzentergetriebes größere
Getriebeelemente bei gleichem Bauraum verwendet werden können,
als dies bei einem Planetengetriebe möglich ist, wie es
die
DE 20 2007
001 518 U1 offenbart. Auf Grund des spezifischen Aufbaus
eines Planetengetriebes kann der Durchmesser der einzelnen Planetenräder, über
welche die Kraft von dem Wirbelgriff auf die Spindel des Feinstimmwirbels übertragen
wird, nicht größer sein als der Abstand zwischen
der Verzahnung des Abtriebsstirnrades und der gemeinsamen Achse
von Wirbelgriff und Spindel. Im Gegensatz dazu kann ein entsprechendes,
auf einem Exzenter gelagertes, Hohlritzel in einem Exzentergetriebe
einen Außendurchmesser aufweisen, der annähernd
dem Doppelten des oben genannten Abstands entspricht. Dies hat zur
Folge, dass die Kraft beim Exzentergetriebe über größere Zähne
des Hohlritzels übertragen werden kann. Somit wird die
mechanische Beanspruchung der Zähne reduziert und die Lebenserwartung
des Getriebes deutlich erhöht.
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Zudem
weist das Exzentergetriebe gegenüber dem Planetenradgetriebe
den Vorteil auf, dass es mit nur einem Hohlritzel anstatt mehrerer
Planetenrädern auskommt, so dass sich die Teilezahl des
Getriebes reduziert. Dies führt zu vermindertem Aufwand
und Kosten bei der Herstellung und der Montage und wirkt sich ebenfalls
positiv auf die Ausfallwahrscheinlichkeit des Getriebes aus.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Exzentergetriebe eine
mittels einer Drehbewegung am Wirbelgriff um die gemeinsame Achse
drehbare Exzenterwelle, ein auf der Exzenterwelle drehbar gelagertes
Hohlritzel, eine drehfest zum Wirbelkasten angeordnete erste Hohlradverzahnung
und eine drehfest zur Spindel angeordnete zweite Hohlradverzahnung,
wobei ein erster Hohlritzelabschnitt des Hohlritzels in Verzahnungseingriff
mit der ersten Hohlradverzahnung und ein dem ersten Hohlritzelabschnitt
in Richtung der gemeinsamen Achse benachbarter zweiter Hohlritzelabschnitt
des Hohlritzels in Verzahnungseingriff mit der zweiten Hohlradverzahnung
steht. Das Exzentergetriebe kann dabei als Stufenexzentergetriebe
ausgebildet sein, d. h. zwischen dem ersten Hohlritzelabschnitt
und dem zweiten Hohlritzelabschnitt ist bezogen auf die gemeinsame Achse
von Wirbelgriff und Spindel eine Stufe in radialer Richtung am Hohlritzel
ausgebildet. Wenn das Exzentergetriebe als Stufenexzentergetriebe
ausgebildet ist, können die Außenverzahnung des
ersten Hohlritzelabschnitts und die Außenverzahnung des zweiten
Hohlritzelabschnitts eine unterschiedliche Zähnezahl aufweisen,
was eine große Flexibilität bei der Wahl des geeigneten
Untersetzungsverhältnisses gibt.
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Eine
besonders vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass eine Zähnezahldifferenz
zwischen der ersten Hohlradverzahnung und der Außenverzahnung
des ersten Hohlritzelabschnitts gleich einer Zähnezahldifferenz
zwischen der zweiten Hohlradverzahnung und der Außenverzahnung
des zweiten Hohlritzelabschnitts ist. Dies ermöglicht es,
im Gegensatz zu einem Exzentergetriebe mit gleicher Zähnezahl
von erstem und zweitem Hohlritzelabschnitt, zu einem relativ großen Überdeckungsgrad
sowohl für die erste Verzahnungsstufe, die durch den ersten Hohlritzelabschnitt
und die erste Hohlradverzahnung definiert ist, als auch für
die zweite Verzahnungsstufe, die durch den zweiten Hohlritzelabschnitt
und die zweite Hohlradverzahnung definiert ist, zu gelangen. Je
höher der Überdeckungsgrad einer Verzahnungsstufe
ist, desto größer ist die Anzahl der Zähne,
die gleichzeitig miteinander in Eingriff stehen, und desto größer
ist auch die übertragbare Kraft bzw. desto besser kann
sich die zu übertragende Kraft verteilen. Beispielsweise
könnte der erste Hohlritzelabschnitt neunzehn Zähne,
die erste Hohlradverzahnung vierundzwanzig Zähne, der zweite
Hohlritzelabschnitt fünfzehn Zähne und die zweite
Hohlradverzahnung zwanzig Zähne aufweisen. Für
beide Verzahnungsstufen würde sich somit eine Zähnezahldifferenz
zwischen dem entsprechenden Hohlritzelabschnitt und der entsprechenden
Hohlradverzahnung von fünf ergeben, was für beide
Verzahnungsstufen zu einem relativ großen Überdeckungsgrad
von mehr als 1,4 führt.
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Um
den zur Verfügung stehenden Bauraum des Feinstimmwirbels
optimal nutzen zu können, ist es von Vorteil, wenn der
Wirbelgriff eine Ausnehmung aufweist, in welcher ein die erste Hohlradverzahnung
aufweisendes Bauteil, und vorzugsweise auch ein die zweite Hohlradverzahnung
aufweisendes Bauteil, zumindest teilweise aufgenommen ist bzw. sind.
Zum besseren Ergreifen des Wirbels weist der Wirbelgriff in der
Regel bezogen auf die gemeinsame Achse eine größere
Abmessung in radialer Richtung auf, als der restliche Feinstimmwirbel.
Somit kann der im Wirbelgriff ohnehin zur Verfügung stehende
Bauraum für die zumindest teilweise, vorzugsweise vollständige,
Unterbringung des Exzentergetriebes genutzt werden. Dabei sind die
Abmessungen des Feinstimmwirbels gegenüber denen eines
traditionellen Stimmwirbels, wenn überhaupt, so nur geringfügig
zu ändern. Dies wirkt sich positiv auf das Gesamterscheinungsbild
des Feinstimmwirbels aus, dessen Form an die klassische Form angenähert
werden oder diese sogar beibehalten kann.
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Um
vermeiden zu können, dass die gespannte Saite selbst den
Stimmwirbel drehen, und somit die Spannung der Saite verloren gehen
kann, kann das Exzentergetriebe selbsthemmend sein. Ansonsten wären
anderweitige Vorkehrungen zum Blockieren des Feinstimmwirbels nötig,
die in weiteren Bauteilen und somit höheren Kosten resultieren
würden.
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In
der Praxis hat es sich für ein feinfühliges Stimmen
des Saiteninstrumentes als besonders praktikabel erwiesen, wenn
das Exzentergetriebe so ausgelegt ist, dass es eine Untersetzung
der Drehbewegung zwischen Wirbelgriff und Spindel von 1:12 bis 1:25,
vorzugsweise zwischen 1:18 und 1:20, noch bevorzugter etwa 1:19,
bewirkt.
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Um
den Feinstimmwirbel möglichst kostengünstig herstellen
zu können, empfiehlt es sich, das Exzentergetriebe zumindest
teilweise aus Kunststoff, insbesondere Polyamid, zu bilden. Bei
entsprechend hohen Stückzahlen können die Stückkosten
der Getriebeelemente insbesondere auch durch Herstellung mittels
eines Spritzgussverfahrens sehr niedrig gehalten werden.
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Sollten
trotz der erfindungsgemäßen Maßnahmen
Verschleißerscheinungen noch nicht zufriedenstellend reduziert
worden sein, bzw. möchte man die Lebensdauererwartung des
Feinstimmwirbels noch weiter erhöhen, so kann das Exzentergetriebe zumindest
teilweise aus Kohlefaser-verstärktem Material gebildet
sein, wobei der Kohlefaseranteil bevorzugt zwischen 30% und 50%,
noch bevorzugter etwa 40% beträgt. Ferner kann die Verstärkung
durch die Kohlefasern dazu beitragen, dass der Elastizitätsmodul
der Teile des Feinstimmwirbels derart erhöht wird, dass
die geringe Materialdämpfung zu einer hervorragenden Klangschönheit
des Saiteninstrumentes beiträgt.
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Ferner
kann vorgesehen sein, dass auf der dem Wirbelgriff zugewandten Seite
des Wirbelkastens zwischen der Spindel und dem Wirbelkasten ein in
die Bohrung des Wirbelkastens eingestecktes, vorzugsweise eingepresstes,
Lagergehäuse drehfest zum Wirbelkasten angeordnet ist,
oder/und dass auf der dem Wirbelgriff abgewandten Seite des Wirbelkastens
zwischen der Spindel und dem Wirbelkasten eine in die Bohrung des
Wirbelkastens eingesteckte, vorzugsweise eingepresste, Buchse drehfest
zum Wirbelkasten angeordnet ist, wobei die Spindel in dem Lagergehäuse
oder/und der Buchse um die gemeinsame Drehachse mit dem Wirbelgriff
drehbar gelagert ist. Damit wird die Lagerung der Spindel unabhängig
von dem für den Wirbelkasten verwendeten Material, was
eine gleich bleibende Reibung zwischen der Spindel und dem Lagergehäuse
oder/und der Buchse und somit eine von veränderlichen Umgebungsbedingungen
wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit weitgehend unabhängige
Bewegung beim Stimmen sicherstellt.
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Üblicherweise
sind in den Wirbelkästen von traditionellen Saiteninstrumenten
Bohrungen zur Aufnahme der Lagergehäuse für Stimmwirbel
eingebracht, die im Neuzustand auf der Seite, von der der Stimmwirbel
eingesteckt wird, einen Durchmesser von etwa 12,5 mm aufweisen,
wobei sie sich in der Regel leicht konisch verjüngen. Dadurch,
dass das die Bohrungen umgebene Material, meistens Holz, mechanischen
und anderen Beanspruchungen unterliegt, kann dieser Durchmesser
sich mit der Zeit vergrößern. In der Regel wird
ab einem Durchmesser von 14,5 mm eine zusätzliche Buchse
in die Bohrung eingebracht. Darüber hinaus verjüngt
sich der Wirbelkasten vom Körper des Saiteninstruments
zur Schnecke hin. Da alle Bohrungspaare üblicherweise mit
dem gleichen Werkzeug in den Wirbelkasten eingebracht werden, beispielsweise
einer sich konisch verjüngenden Reibahle, hat dies zur
Folge, dass der Durchmesser der Bohrungen, an denen der Stimmwirbel
wieder aus dem Wirbelkasten austritt, von Bohrungspaar zu Bohrungspaar
variiert.
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Im
Hinblick auf beide vorstehend erläuterten Effekte kann
es wünschenswert sein, dass der erfindungsgemäße
Feinstimmwirbel für die genannten Durchmesser der Bohrungen
und deren Zwischenbereich einsetzbar ist. Dies kann auf vorteilhafte
Weise dadurch erreicht werden, dass sich das Lagergehäuse
oder/und die Buchse in Einsteckrichtung des Stimmwirbels in das
Bohrungspaar des Wirbelkastens, vorzugsweise konisch, verjüngen,
wobei der Außendurchmesser des Lagergehäuses zwischen etwa
12,5 mm und etwa 14,5 mm beträgt. Der Feinstimmwirbel kann
somit je nach Durchmesser der Bohrung mehr oder weniger tief in
diese geschoben werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn
die Buchse und die Spindel des Feinstimmwirbels in Einsteckrichtung
des Stimmwirbels in die Bohrungspaare des Wirbelkastens derart dimensioniert
sind, dass sie auf der dem Wirbelgriff abgewandten Seite des Wirbelkastens über
den Wirbelkasten überstehen. Somit kann sichergestellt
werden, dass ein „Standard-Feinstimmwirbel” sowohl
für das Einschieben in eine Bohrung mit einem Durchmesser
von etwa 12,5 mm als auch in eine Bohrung mit einem Durchmesser von
etwa 14,5 mm lang genug ist. Sollte das Ende der Spindel und die
Buchse zu weit aus dem Wirbelkasten herausstehen, könnten
diese bei Bedarf abgelängt werden. Dies ist zum Beispiel
dann besonders einfach, wenn beide aus Kunststoff gebildet sind.
Durch die Verwendung eines „Standard-Feinstimmwirbels” kann
deren Stückzahl erhöht und deren Stückkosten
somit vermindert werden.
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Um
die Teilezahl und den Montageaufwand weiter zu reduzieren, kann
vorgesehen sein, dass das die erste Hohlradverzahnung aufweisende
Bauteil mittels eines Schnappverschlusses oder/und mittels einer
Verklebung drehfest mit dem Lagergehäuse verbunden ist.
Dies stellt eine sehr einfache Verbindungsart bzw. sehr einfache
Verbindungsarten dar, die ohne zusätzliche Verbindungselemente,
wie insbesondere Schraubelemente, auskommt. Zudem lassen sich die
für einen Schnappverschluss benötigten Haken-
und Gegenhakenelemente sehr gut integral an Spritzgussteilen ausbilden.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren näher
erläutert. Es stellt dar:
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1 eine
schematische Seitenansicht eines Wirbelkastens mit lediglich einer
erfindungsgemäßen Stimmvorrichtung;
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2 eine
schematische Draufsicht auf den Wirbelkasten nach 1; und
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3 eine
längs der Linie III-III in 1 genommene
Schnittansicht des in 1 dargestellten Wirbelkastens.
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Die
schematische Seitenansicht von 1 und die
schematische Draufsicht von 2 zeigen einen
Wirbelkasten 10 mit einer Mehrzahl von Bohrungspaaren 12, 14,
wobei in einem der Bohrungspaare 12, 14 beispielhaft
ein erfindungsgemäßer Stimmwirbel 20 angeordnet
ist. Der Stimmwirbel 20 umfasst einen Wirbelgriff 22,
welcher in diesem Ausführungsbeispiel zum besseren Greifen
mit Fingerflügeln 24 versehen ist. Über
den Wirbelgriff 22 lässt sich die auf einer gemeinsamen
Achse a mit dem Wirbelgriff 22 angeordnete Spindel 26 drehen.
In der Spindel 26 ist ein Wickelloch 28 eingebracht,
durch welches sich eine nicht dargestellte Saite des Saiteninstrumentes
einführen lässt, um über die Stimmvorrichtung
gestimmt zu werden.
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3 zeigt
die Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Stimmvorrichtung zur Einstellung der Spannung einer oder mehrerer
Saiten bei einem Saiteninstrument in einem Schnitt längs
der Linie III–III aus 1 in vergrößerter
Darstellung.
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Beide
Bohrungen des Bohrungspaares 12, 14 sind derart
im Wirbelkasten 10 ausgebildet, dass sie sich in Einsteckrichtung
E des Stimmwirbels 20 hin konisch verjüngen. In
die dem Wirbelgriff 22 abgewandte Bohrung 14 ist
eine sich ebenfalls in Einsteckrichtung E des Stimmwirbels 20 verjüngende Buchse 30 eingeführt
und dort fest, insbesondere drehfest, mit dem Wirbelkasten 10 verbunden.
Auf ähnliche Weise ist auch in die dem Wirbelgriff 22 zugewandte
Bohrung 12 ein sich in Einsteckrichtung E des Stimmwirbels 20 verjüngendes
Lagergehäuse 32 eingeführt und dort fest,
insbesondere drehfest, mit dem Wirbelkasten 10 verbunden.
Buchse 30 und Lagergehäuse 32 lagern
die Spindel 26 des Stimmwirbels 20 drehbar zum
Wirbelkasten 10.
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An
dem Lagergehäuse 32 ist fest, insbesondere drehfest,
ein eine erste Hohlradverzahnung 36 aufweisendes Bauteil 34 angebracht.
Die Anbringung erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel durch
hier nicht dargestellte Schnappverschlüsse an den Stellen
S, wobei diese ggf. durch eine Klebung der beiden Bauteile 32, 34 ergänzt
werden kann. Mit der ersten Hohlradverzahnung 36 steht
die Außenverzahnung eines ersten Hohlritzelabschnitts 44 eines
Hohlritzels 40 in Eingriff.
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Das
Hohlritzel 40 ist drehbar auf einer Exzenterwelle 46 gelagert.
Ein erster Zapfen 48 an dem einen Ende der Exzenterwelle 46 ist
fest, insbesondere drehfest, mit dem Wirbelgriff 22 verbunden.
In diesem Ausführungsbeispiel ist der erste Zapfen 48 der
Exzenterwelle 46 in eine Ausnehmung des Wirbelgriffes 22 hineingesteckt
und mittels einer Keilverbindung oder/und einer Klebeverbindung
mit dem Wirbelgriff 22 verbunden. Ein zweiter Zapfen 50 an einem
dem ersten Zapfen entgegengesetzten Ende der Exzenterwelle 46 ist
drehbar in einer Ausnehmung der Spindel 26 gelagert. Die
Achsen der beiden Zapfen 48, 50 der Exzenterwelle 46 sind
dabei auf der gemeinsamen Achse a angeordnet.
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Das
Hohlritzel 40 weist einen dem ersten Hohlritzelabschnitt 44 in
Einsteckrichtung E des Stimmwirbels 20 benachbarten zweiten
Hohlritzelabschnitt 42 auf, der, wie auch der erste Hohlritzelabschnitt 44,
ebenfalls mit einer Außenverzahnung versehen ist. Sowohl
Durchmesser als auch Zähnezahl des zweiten Hohlritzelabschnitts 42 sind
aber kleiner als die des ersten Hohlritzelabschnitts 44.
Die Außenverzahnung des zweiten Hohlritzelabschnitts 42 steht
in Verzahnungseingriff mit einer zweiten Hohlradverzahnung 52,
welche mit der Spindel 26 integral ausgebildet ist.
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Zum
Stimmern einer hier nicht gezeigten Saite des Saiteninstrumentes
ist diese in das Wickelloch 28 einzuführen, sofern
dies noch nicht erfolgt ist. Anschließend dreht der Nutzer
des Saiteninstrumentes den Wirbelgriff 22 des Stimmwirbels 20.
Der Wirbelgriff 22, welcher auf dem die erste Hohlradverzahnung 36 aufweisenden
Bauteil 34 drehbar gelagert ist, überträgt
die Drehbewegung über den ersten Zapfen 48 auf
die Exzenterwelle 46. Diese wiederum sorgt mit ihrer Exzentrizität
dafür, dass das Hohlritzel 40 in einer Kreisbahn
um die gemeinsame Achse a geführt wird. Bei dieser Bewegung
greift die Außenverzahnung des ersten Hohlritzelabschnitts 44 in
die erste Hohlradverzahnung 36 ein, welche drehfest mit dem
Wirbelkasten 10 verbunden ist, so dass sich das Hohlritzel 40 an
der ersten Hohlradverzahnung 36 abstützt. Das
Hohlritzel 40 führt damit eine zusätzliche
Drehbewegung um die Exzenterwelle 46 aus.
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Gleichzeitig
stehen die Zähne der Außenverzahnung vom zweiten
Hohlritzelabschnitt 42 mit der zweiten Hohlradverzahnung 52 in
Verzahnungseingriff. Die Exzenterwelle treibt somit die Spindel 26 an, in
welcher die zweite Hohlradverzahnung 52 ausgebildet ist,
was die Spannung der Saite verändert.
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Aufgrund
der unterschiedlichen Zähnezahl des ersten Hohlritzelabschnitts 44 und
der erster Hohlradverzahnung 36 auf der einen Seite und
des zweiten Hohlritzelabschnitts 42 und der zweiten Hohlradverzahnung 52 auf
der anderen Seite kommt es zu einer deutlichen Untersetzung der
von dem Wirbelgriff 22 auf die Spindel 26 übertragenen
Drehbewegung. In diesem Ausführungsbeispiel beträgt die
Untersetzung 1:19, was bedeutet, dass der Wirbelgriff 22 neunzehnmal
gedreht werden muss, um die Spindel 26 einmal zu drehen.
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Trotz
dieser großen Untersetzung, welche für eine feinfühlige
Stimmung des Saiteninstrumentes sehr günstig ist, ist das
die Kraft übertragende und die Übersetzung bewirkende
Hohlritzel 40, dank der erfindungsgemäßen
Ausgestaltung der Stimmvorrichtung, hinreichend groß ausgestaltet,
um eine lange Lebensdauer des Feinstimmwirbels zu gewährleisten.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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U1 [0005, 0006, 0009]