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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Alkinen
durch Behandlung mit wenigstens einem selektiven Lösungsmittel,
wobei diesem wenigstens ein Polymerisationsinhibitor zugesetzt wird,
welcher ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus N-Oxylen,
gehinderten, sekundären Aminen und Mischungen davon, die
Verwendung wenigstens eines solchen Polymerisationsinhibitors zur
Vermeidung der Polymerisation von Alkinen bei der Reinigung dieser
Alkine durch Behandlung mit wenigstens einem selektiven Lösungsmittel
und eine Mischung enthaltend wenigstens ein Lösungsmittel
und wenigstens einen der genannten Polymerisationsinhibitoren.
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Die
in der industriellen Produktion von organischen Verbindungen wichtige
Schlüsselverbindung Acetylen kann durch unvollständige
Verbrennung von Methan, Erdgas, LPG (Liquified Petroleum Gas) und
Mischungen davon mit Sauerstoff erhalten werden. So erhaltene Reaktionsgase
werden nach wenigen Millisekunden entweder durch Pyrrolyseöl
oder durch Wasser gequencht. Neben 7 bis 10% Acetylen werden dabei hauptsächlich
Synthesegas (H2/CO), CO2,
Aromaten und Ruß gebildet. Acetylen kann auch durch das
Lichtbogenverfahren ohne Zusatz von Luft hergestellt werden.
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Die
Hauptanwendung von Acetylen liegt in der Produktion von Butandiol
und der darauf aufbauenden Wertschöpfungskette, umfassend
Butyrolacton, Pyrrolidon und Derivate wie N-Methylpyrrolidon, N-Ethylpyrrolidon,
N-Vinyl-Pyrrolidon- und Poly-Vinyl-Pyrrolidon-Verbindungen, welche
in Haarsprays, Kosmetikpolymeren, Pharmapolymeren von Acetylen,
Bauanwendungen etc. Verwendung finden. Sonstige denkbare Anwendungen
liegen in der Vinylierung von Alkoholen, Aminen, Säuren
und Amiden zu Vinylethern, Vinylaminen, Vinylestern und Vinylamiden,
deren Weiterreaktion zu Polymeren, welche in verschiedensten Anwendungsbereichen,
u. a. Lacken und Farben, eingesetzt werden. Das erhaltene Synthesegas
kann unter anderem zur Herstellung von Methanol und Formaldehyd
verwendet werden.
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Bei
der Herstellung von Acetylen durch unvollständige Verbrennung
der oben genannten Substrate werden auch höhere Acetylene,
beispielsweise Diacetylen, Vinylacetylen und auch Butadien und höhere
Homologe, gebildet. Um Acetylen vom Reaktionsgas abzutrennen, wird
die selektive Absorption in einem geeigneten Lösungsmittel,
beispielsweise NMP (N-Methyl-Pyrrolidon), DMF (Dimethylformamid)
oder Methanol, angewendet. Bei der Behandlung des Roh-Acetylens
mit einem selektiven Lösungsmittel, beispielsweise NMP, kommt
es nach Polymerbildung zur Polymerablagerung und dadurch zu einem
Verlust an NMP durch Bildung eines hochviskosen Gels bzw. Fest stoffs,
der ein Abdestillieren von NMP verhindert. Diese Polymerablagerungen
verkürzen die Laufzeiten der Anlage zur Herstellung von
Acetylen und zwingen zu Abstellungen und kostenintensiven Reinigungsarbeiten.
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Im
Stand der Technik sind bereits Verfahren beschrieben, um die Bildung
von Polymeren in Acetylen enthaltenden Lösungen zu vermeiden.
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US 2,964,131 offenbart ein
Verfahren zur Vermeidung der Polymerisation von Acetylen in Lösungsmitteln
wie Wasser, Aceton, Dimethylformamid (DMF), Butyrolacton, NMP, in
dem geringe Mengen eines Aminoxids oder eines Aminoxidhydrats bei
der Behandlung des Roh-Acetylens dem Lösungsmittel hinzugefügt
werden.
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US 2,971,608 offenbart ein
Verfahren zur Vermeidung der Polymerisation bei der Reinigung von Roh-Acetylen,
indem dem Lösungsmittel Alkanolamine hinzugefügt
werden.
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DE 2 115 858 offenbart ein
Verfahren zur Vermeidung von Ablagerungen von Polymeren bei der
Behandlung von Roh-Acetylen durch Zusatz von N-substituierten N-Nitroso-Hydroxylaminen.
In diesem Dokument wird auch die Verwendung von N-Diethylhydroxylamin
und Salzen von N-Nitrosophenylhydroxylamin als Inhibitoren zur Verhinderung
von Polymerisationen offenbart.
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US 2,907,804 offenbart ein
Verfahren zur Stabilisierung von Acetylen enthaltenden Lösungsmitteln
gegenüber Polymerisation, in dem der Lösung Propan-1,3-diamin
zugesetzt wird.
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Die
genannten Verfahren des Standes der Technik sind bezüglich
der Inhibierung der Polymerbildung noch zu verbessern. Des Weiteren
besteht Bedarf nach Inhibitoren, welche es erlauben, dass, falls
Polymere zu einem geringen Anteil gebildet werden, diese in Lösung
verbleiben und nicht als Feststoff anfallen.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren bereitzustellen,
welches es erlaubt die Polymerbildung bei der Aufreinigung von Alkinen
signifikant zu inhibieren, und, falls Polymere zu einem geringen
Anteil gebildet werden, diese Polymere in Lösung zu halten,
so dass sie nicht als Feststoff anfallen. Eine weitere Aufgabe der
vorliegenden Erfindung ist es, effektive Polymerisationsinhibitoren
bereitzustellen, welche in möglichst geringen Mengen eingesetzt
werden können, so dass das entsprechende Reinigungsverfahren kostengünstig
durchgeführt werden kann.
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Gelöst
werden diese Aufgaben durch ein Verfahren zur Reinigung von Alkinen
durch Behandlung mit wenigstens einem Lösungsmittel, wobei
dem wenigstens einen Lösungsmittel wenigstens ein Polymerisationsinhibitor
zugesetzt wird, welcher ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus
- a) N-Oxylen der allgemeinen Formel (I) worin
n unabhängig
voneinander 0, 1, 2, 3, 4 und/oder 5 ist und
R1 bis
R10 unabhängig voneinander Wasserstoff,
C1-C8-Alkyl, C3-C8-Cycloalkyl-,
C3-C8-Heterocyclus, C2-C8-Alkenyl, C2-C8-Alkinyl, C5-C16-Aryl, C5-C16-Heteroaryl
oder funktionelle Gruppe ausgewählt aus =O, -NHR11, -N(R11)2, -SR11, -OR11, -CHO, -C(=O)R11,
-COOR11, -OC(=O)R11,
-NHC(=O)R11 mit R11 unabhängig voneinander
Wasserstoff, C1-C8-Alkyl,
C3-C8-Cycloalkyl-,
C3-C8-Heterocyclus,
C2-C8-Alkenyl, C2-C8-Alkinyl, C5-C16-Aryl, C5-C16-Heteroaryl,
wobei die Aryl- und Heteroarylgruppen über eine Kohlenstoffbrücke
mit 1 bis 8 Kohlenstoff- und/oder Heteroatomen angebunden sein kann,
bedeuten, oder
jeweils eins aus R1 bis
R10 von zwei verschiedenen Molekülen
der allgemeinen Formel (I) eine gesättigte oder ungesättigte,
verzweigte oder unverzweigte Kohlenstoffbrücke mit 2 bis
20 Atomen zwischen diesen zwei Molekülen der allgemeinen
Formel (I) bilden, wobei die Kohlenstoffbrücke auch Heteroatome
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus N, O, P, S enthalten
kann, und gegebenenfalls wenigstens eine funktionelle Gruppe ausgewählt
aus -NHR12, -N(R12)2, -SR12, -OR12 und =O mit R12 unabhängig
voneinander Wasserstoff, C1-C8-Alkyl,
C2-C8-Alkenyl, C2-C8-Alkinyl, C5-C16-Aryl, C5-C16-Heteroaryl
enthalten kann, wobei die Aryl- und Heteroarylgruppen über
eine Kohlenstoffbrücke mit 1 bis 8 Kohlenstoff- und/oder
Heteroatomen angebunden sein können,
- b) gehinderten, sekundären Aminen der allgemeinen Formel
(II) worin
m 0, 1, 2, 3,
4 oder 5 ist und
R13 bis R23 unabhängig
voneinander Wasserstoff, C1-C8-Alkyl,
C3-C8-Cycloalkyl-,
C3-C8-Heterocyclus, C2-C8-Alkenyl, C2-C8-Alkinyl, C5-C16-Aryl, C5-C16-Heteroaryl
oder funktionelle Gruppe ausgewählt aus =O, -NHR24, -N(R24)2, -SR24, -OR24, -CHO, -C(=O)R24,
-COOR24, -OC(=O)R24,
-NHC(=O)R24 mit R24 unabhängig voneinander
Wasserstoff, C1-C8-Alkyl,
C3-C8-Cycloalkyl-,
C3-C8-Heterocyclus,
C2-C8-Alkenyl, C2-C8-Alkinyl, C5-C16-Aryl, C5-C16-Heteroaryl,
wobei die Aryl- und Heteroarylgruppen über eine Kohlenstoffbrücke
mit 1 bis 8 Kohlenstoff- und/oder Heteroatomen angebunden sein kann,
bedeuten, und
Mischungen von Verbindungen der allgemeinen Formel
(I) und (II).
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Bedeutet
n oder m in den Verbindungen der allgemeinen Formeln (I) oder (II)
0, so liegen Fünfringe vor, bedeutet n oder m 1, so liegen
Sechsringe vor, bedeutet n oder m 2, so liegen Siebenringe vor,
usw.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zur Reinigung von Alkinen
umfasst die Behandlung dieser mit wenigstens einem selektiven Lösungsmittel,
wobei dem wenigstens einen Lösungsmittel wenigstens ein
Polymerisationsinhibitor zugesetzt wird, welcher ausgewählt
ist aus der oben genannten Gruppe.
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Als
geeignete Polymerisationsinhibitoren können N-Oxyle der
allgemeinen Formel (I)
dem wenigstens einen Lösungsmittel
zugesetzt werden, wobei n und R
1 bis R
10 die oben genannten Bedeutungen haben.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet Heteroatom N, O, P, oder
S.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform bedeutet in der allgemeinen
Formel (I) n 0 oder 1, besonders bevorzugt bedeutet n 1, d. h. die
Verbindungen der allgemeinen Formel (I) weisen besonders bevorzugt
Sechsringe auf.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform bedeuten in Formel (I)
R1, R2, R9 und R10 unabhängig
voneinander C1-C8-Alkyl
oder C2-C8-Alkenyl
und R3, R4, R7 und R8 bedeuten
Wasserstoff. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
bedeuten R1, R2,
R9 und R10 unabhängig
voneinander C1-C8-Alkyl,
ganz besonders bevorzugt Methyl oder Ethyl.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bedeutet R5 Wasserstoff und R6 bedeutet
Wasserstoff, OR11, N(R11)2, -C(=O)R11 mit
R11 gleich unabhängig Wasserstoff,
C1-C8-Alkyl oder
=O, was bedeutet, dass R5, R6 und
das Kohlenstoffatom des Rings zusammen eine Ketofunktion, C=O, ausbilden.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bilden jeweils
eins aus R1 und R10 von
zwei verschiedenen Molekülen der allgemeinen Formel (I)
eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte
oder unverzweigte Kohlenstoffbrücke mit 4 bis 12 Atomen
zwischen diesen zwei Molekülen der allgemeinen Formel (I).
In dieser Ausführungsform liegt ein Dimer vor, welches
zwei Moleküle der allgemeinen Formel (I) enthält,
welche durch eine Kohlenstoffbrücke der oben genannten
Art verbunden ist. Die Bindung zwischen den beiden Molekülen der
Formel I kann durch eine Alkyl-, Alkenyl- oder Alkinylkette erfolgen,
des Weiteren kann die Kette Amin-, Ether-, Amid- und/oder Estergruppierungen
aufweisen. Bevorzugt ist die verbindende Kohlenstoffkette jeweils über
Ester- und/oder Aminfunktionen an die Ringe angebunden.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Kohlenstoffkette,
die die zwei Moleküle der allgemeinen Formel 1 miteinander
verbindet, jeweils mit einer Amid- und/oder einer Estergruppierung
an die Ringe den N-Oxyle der allgemeinen Formel (I) gebunden. Dabei
ist es möglich, dass die Anbindung an die Ringe jeweils über
das Kohlenstoffatom an der gleichen Position im Ring oder über
unterschiedliche Kohlenstoffatome, jeweils bezogen auf die beiden
Ringe, erfolgt. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt
die Anbindung bei beiden Ringen jeweils über das gleiche
Kohlenstoffatom, in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die entsprechende Kohlenstoffbrücke in Position R5 an die Ringe angebunden.
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Ganz
besonders bevorzugte Polymerisationsinhibitoren der allgemeinen
Formel (I) sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Verbindungen der allgemeinen Formeln (Ia), (Ib) und (Ic).
- Ia, R6 =
H (1), OH (2), OR11 (3), NH2 (4),
=O (5)
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In
Formel Ia ist R11 besonders bevorzugt Methyl.
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Verfahren
zur Herstellung der Verbindungen sind dem Fachmann bekannt. Verbindungen
der allgemeinen Formel Ia sind dem Fachmann unter den Namen Tempo
(1), OH-Tempo (2, auch Tempol, Hydroxy-Tempo), Methoxy-Tempo (3,
R11 = CH3), Amino-Tempo
(4) oder Oxo-Tempo (5) bekannt.
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Weitere
geeignete Polymerisationsinhibitoren, die in dem erfindungsgemäßen
Verfahren eingesetzt werden können, sind
- b)
gehinderte, sekundäre Amine der allgemeinen Formel (II) mit den oben genannten Bedeutungen
für m und R13 bis R23.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform bedeutet in der allgemeinen
Formel (II) m 0 oder 1, in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
bedeutet m 1, d. h. die Verbindungen der allgemeinen Formel (II)
weisen besonders bevorzugt Sechsringe auf.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform bedeuten in Formel (II)
R13, R14, R21 und R22 unabhängig
voneinander C1-C8-Alkyl
oder C2-C8-Alkenyl
und R15, R16, R19 und R20 bedeuten
Wasserstoff. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
bedeuten R13, R14,
R21 und R22 unabhängig
voneinander C1-C8-Alkyl,
ganz besonders bevorzugt Methyl oder Ethyl.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bedeutet R23 Wasserstoff oder Methyl.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bedeutet R17 Wasserstoff und R18 Methyl
oder -OR24 mit R24 unabhängig
voneinander Wasserstoff, C1-C8-Alkyl,
besonders bevorzugt ist R18 -OR24 mit
R24 gleich Wasserstoff.
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Somit
ist eine besonders bevorzugte Verbindung der allgemeinen Formel
(II) die Verbindung der Formel (IIa)
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Verbindung
(IIa) ist kommerziell unter dem Namen 2,2,6,6-Tetramethyl-4-piperidinol
(TAA-OL, Biacetonaminoalkohol) erhältlich. Verbindungen
der allgemeinen Formel (II) können nach dem Fachmann bekannten
Verfahren hergestellt werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform liegt der wenigstens
eine Inhibitor in einer Konzentration von 10 bis 10.000 ppm, besonders
bevorzugt 10 bis 1000 ppm, ganz besonders bevorzugt 10 bis 500 ppm,
jeweils bezogen auf das wenigstens eine Lösungsmittel vor.
Wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Mischung
von 2 oder mehr Polymerisationsinhibitoren eingesetzt, so beziehen
sich die angegebenen Mengen jeweils auf diese Mischungen.
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In
dem erfindungsgemäßen Verfahren kann grundsätzlich
jedes Lösungsmittel verwendet werden, welches bezüglich
der Reinigung von Alkinen selektiv ist. Selektiv im Rahmen der vorliegenden
Anmeldung bedeutet, dass das eingesetzte Lösungsmittel
die bei der Herstellung des entsprechenden Alkins entstehenden Nebenprodukte
gut löst, während das Alkin schlechter löslich
ist, so dass durch Behandlung mit diesem Lösungsmittel
die unerwünschten Nebenprodukte von dem erwünschten
Produkt abgetrennt werden können. Des Weiteren kann das
eingesetzte Lösungsmittel auch dahingehend selektiv sein,
dass es bei der Herstellung des entsprechenden Alkins entstehende
Nebenprodukte schlecht löst, während das Alkin
besser löslich ist. Des Weiteren bedeutet selektiv auch,
dass andere gasförmige Komponenten wie H2,
CO, CO2 nicht im Lösungsmittel
löslich sind, sondern dadurch vom Alkin und den Nebenkomponenten
abgetrennt werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform ist das in dem erfindungsgemäßen
Verfahren eingesetzte Lösungsmittel ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus N-alkylsubstituierten Pyrrolidonen,
beispielsweise N-Methylpyrrolidon (NMP), N-Ethylpyrrolidon, Dimethylformamid
(DMF), Dimethylacetamid (DMAc), Lactonen, beispielsweise Butyrolacton,
Alkoholen, beispielsweise Methanol, Mineralölen, Wasser,
alkalischen Lösungen, beispielsweise Natronlauge, Alkanen,
beispielsweise Octan, und Mischungen davon. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform wird NMP als selektives Lösungsmittel
verwendet.
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Bei
der Herstellung von beispielsweise Acetylen aus Methan, Erdgas oder
LPG entstehen Nebenprodukte wie höhere Acetylene, beispielsweise
Diacetylen, Vinylacetylen, Propin, Propadien und auch Butadien und
höhere Homologe und Aromaten, beispielsweise Benzol, Toluol,
Naphthalin und/oder Styrol. Zur Aufreinigung dieser Mischung werden
in einem ersten Schritt mit wenig NMP Diacetylen, Aromaten und wenig
Acetylen abgetrennt. Anschließend wird zunächst
Acetylen aus NMP entfernt, beispielsweise durch Strippen bei erhöhter
Temperatur, danach wird in einem weiteren Schritt die Summe aller
restlichen im NMP gelöster Nebenkomponenten, besonders
Diacetylen, durch Strippen bei höherer Temperatur und niedrigerem
Druck entfernt. Diese ersten Schritte finden bevorzugt in einem
eigenen NMP-Kreislauf statt. Das NMP kann zurückgeführt oder
destillativ aufgearbeitet werden. Im zweiten Schritt wird Acetylen
in einer großen Menge absorbiert. Die unlöslichen
gasförmigen Nebenkomponenten werden über Kopf
entfernt. Vinylacetylen wird ebenfalls gelöst. Durch selektive
Abtrennung wird zunächst Acetylen, danach Vinylacetylen
aus NMP entfernt. Durch unterschiedliche Menge des Lösungsmittels,
unterschiedlichem Druck und/oder Temperatur beim Strippen kann die Selektivität
bezüglich der einzelnen zu entfernenden Komponenten eingestellt
werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform wird das erfindungsgemäße
Verfahren in zwei voneinander getrennten Lösungsmittelkreisläufen
durchgeführt, besonders bevorzugt wird in dem erfindungsgemäßen
Verfahren der wenigstens eine Polymerisationsinhibitor nur im ersten
Lösungsmittelkreislauf zugegeben.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren wird im Allgemeinen
bei einer Temperatur von 10 bis 150°C, bevorzugt 15 bis
140°C durchgeführt. Das erfindungsgemäße
Verfahren wird im Allgemeinen bei einem Druck von 10 mbar abs. bis
20 bar abs., bevorzugt 100 mbar abs. bis 15 bar abs. durchgeführt.
In den beiden bevorzugt vorliegenden voneinander getrennten Lösungsmittelkreisläufen
herrschen je nach vorliegendem Verfahrensschritt unterschiedliche
Temperaturen und Drücke vor. Dem Fachmann ist bekannt,
welche Temperaturen und Drücke jeweils eingestellt werden
müssen, um den in dem einzelnen Verfahrensschritt gewünschten
Effekt zu erzielen.
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Der
erste der beiden Kreisläufe umfasst beispielsweise einen
Vorwäscher (1) und zwei Strippkolonnen (2) und (3). Die
Temperatur in (1) beträgt beispielsweise 15 bis 60°C,
der Druck beträgt beispielsweise 5 bis 20 bar abs. Die
Temperatur in (2) beträgt beispielsweise 15 bis 80°C,
der Druck beträgt beispielsweise 500 mbar abs. bis 10 bar
abs. Die Temperatur in (3) beträgt beispielsweise 70 bis
140°C, der Druck beträgt beispielsweise 10 mbar
abs. bis 2 bar abs.
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Der
zweite der Lösungsmittelkreisläufe umfasst beispielsweise
eine Waschkolonne (4), eine Kolonne im Gegenstrom (5) und eine Vakuumkolonne
(6). Die Temperatur in (4) beträgt beispielsweise 15 bis
60°C, der Druck beträgt beispielsweise 5 bis 20
bar abs. Die Temperatur in (5) beträgt beispielsweise 20
bis 60°C, der Druck beträgt beispielsweise 500
mbar abs. bis 5 bar abs. Die Temperatur in (6) beträgt
beispielsweise 60 bis 140°C, der Druck beträgt
beispielsweise 10 mbar abs. bis 2 bar abs. Die genannten Temperaturen
und Drücke sind nur als Beispiele zu verstehen. Abweichungen
davon sind in dem erfindungsgemäßen Verfahren
möglich.
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An
das erfindungsgemäße Verfahren können
sich weitere, dem Fachmann bekannte Verfahrensschritte zur Reinigung
und/oder Aufarbeitung des Alkins anschließen, beispielsweise
eine Destillation oder Kristallisation.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren kann im Allgemeinen
zur Reinigung aller Alkine eingesetzt werden. Unter Alkin sind organische
Kohlenwasserstoffe zu verstehen, die wenigstens eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindung
aufweisen. Diese Dreifachbindung kann innerhalb des Moleküls
liegen, oder kann in terminaler Position vorliegen. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäß zu
reinigende Alkin Acetylen HC≡CH.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform stammt das Acetylen,
welches durch das erfindungsgemäße Verfahren zu
reinigen ist, aus einem Verfahren zur Herstellung von Acetylen durch
unvollständige Verbrennung von Methan, Erdgas, Liquified
Petroleum Gas (LPG) und/oder Mischungen davon mit Sauerstoff oder
aus einem Lichtbogenverfahren ohne Sauerstoff. Ein geeignetes Verfahren
ist der so genannte Sachse-Bartholomé-Prozess, bei dem
Methan und Luft auf 600°C vorgeheizt und vermischt werden.
Die teilweise Verbrennung erfolgt in einem speziell ausgeformten
Brenner bei 1700°C innerhalb von Millisekunden. Das erhaltene
Reaktionsgas wird dann durch Zugabe von Öl oder Wasser
schnell abgekühlt. Die Ausbeute an Acetylen ist ungefähr
7 bis 9%. Acetylen liegt in Mischung mit Synthesegas, CO2 und Kohle als mengenmäßiges Nebenprodukt
vor.
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Durch
die Verwendung wenigstens eines Polymerisationsinhibitors, wie oben
beschrieben, gelingt es, die Polymerisation von Alkinen bei ihrer
Reinigung durch Behandlung mit wenigstens einem selektiven Lösungsmittel
fast vollständig zu vermeiden. Dadurch ist es möglich,
entsprechende Anlagen zur Herstellung und Reinigung von Acetylen
ohne notwendige Unterbrechungen für deren Reinigung zu
betreiben, so dass Zeit und Kosten eingespart werden können.
Des Weiteren können durch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Polymerisationsinhibitoren durch die Vermeidung der Ablagerung von
polymeren Nebenprodukten die entsprechenden selektiven Lösungsmittel,
bei spielsweise NMP, eingespart werden, da diese nicht durch Einschluss in
den gelartigen Polymeren dem Verfahren entzogen werden. Ein weiterer
Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es,
dass durch die Anwesenheit des Polymerisationsinhibitors gegebenenfalls
entstehende Polymere in Lösung bleiben und nicht ausfallen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft daher auch die Verwendung wenigstens
eines Polymerisationsinhibitors, wie oben definiert, in einem Lösungsmittel
zur Vermeidung der Polymerisation von Alkinen bei der Reinigung
dieser Alkine durch Behandlung mit diesem Lösungsmittel.
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Bezüglich
der Alkine und der selektiven Lösungsmittel gilt das bezüglich
des erfindungsgemäßen Verfahrens gesagte.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch eine Mischung enthaltend wenigstens
ein Lösungsmittel und wenigstens einen Polymerisationsinhibitor
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
- a)
N-Oxylen der allgemeinen Formel (I),
- b) gehinderten, sekundären Aminen der allgemeinen Formel
(II) und
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Mischungen
der Verbindungen der allgemeinen Formeln (I) und (II).
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Bezüglich
der Polymerisationsinhibitoren a) und b), den Lösungsmitteln,
der Konzentration und den bevorzugten Ausführungsformen
gilt das bezüglich des erfindungsgemäßen
Verfahrens Gesagte.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform enthält die
erfindungsgemäße Mischung wenigstens ein Alkin, besonders
bevorzugt Acetylen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
enthält die Mischung zusätzlich Diacetylen und/oder
Vinylacetylen.
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Beispiele
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Beispiel 1:
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Um
die Fähigkeit der erfindungsgemäß eingesetzten
Polymerisationsinhibitoren zur Inhibierung der Polymerbildung in
Mischungen enthaltend den Reaktionsaustrag der Acetylenherstellung
und ein selektives Lösungsmittel zu zeigen, werden 150
ml dieser Mischung in einen 500 ml-Dreihalskolben mit Rückflusskühler und
Magnetrührer gegeben. In einer Luftatmosphäre
wird die Mischung mittels eines Ölbades für 24
Stunden auf 100°C erhitzt. Anschließend wird die
Lösung auf ihren Polymergehalt hin untersucht.
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Der
Polymergehalt wird mittels der Trübung der erhaltenen Lösung
ermittelt. Dazu wurde ein HACH 2100 AN Trübungsmesser verwendet.
Das Messverfahren zur Bestimmung der Trübheit einer Lösung
basiert darauf, dass in der Lösung enthaltene Partikel
eingestrahltes Licht streuen. Durch Detektion des gestreuten Lichtes
kann auf die Menge und die Größe der Partikel
geschlossen werden. Die Trübheit wird in NTU (Nephelometric
Turbidity Unit) angegeben.
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Zur
Messung der Trübheit wird 1 ml der erhaltenen NMP-Lösung
in ein Reagenzglas gegeben, welches 15 ml Aceton enthält.
Die Mischung wird 10 Sekunden geschüttelt, woraufhin gelöste
Polymere ausfallen. Die Trübheit wird sofort gemessen.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. Als Vergleich
dient Tetraammoniumacetat. Tabelle 1: Screening-Test der Polymerisationsinhibitoren
in dem Lagerungstest von NMP aus einer 1. Waschkolonne, in der Diacetylen
mit NMP aus dem Reaktionsgas entfernt wird, in Luftatmosphäre
bei 100°C für 24 Stunden. Die Trübheit
zu Beginn des Lagerversuches beträgt 0,3 NTU.
| Nr. | Inhibitor | Konz.
[ppm] | Trübheit
nach 24 h [NTU] |
| 1.1 | Kein
Inhibitor – Referenzbeispiel | 0 | 460 |
| 1.2 | HO-Tempo
(4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-1-oxyl,
Ia, R6 = OH) | 1000 | 1,2 |
| 1.3 | Sebacat
CXA 5415
(Bis-(2,2,6,6,-tetramethyl-1-piperidinyloxy-4-yl)sebacinsäureester,
Ib) | 1000 | 140 |
| 1.4 | Uvinul
4040P
(N,N'-Di-(tetramethylpiperidinyloxy)-N,N'-diformylhexamethylendiamin,
Ic) | 1000 | 95 |
| 1.5 | Tempo
(2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-1-oxyl,
Ia, R6 = H) | 1000 | 4,9 |
| 1.6 | Oxo-Tempo
(4-Oxo-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-1-oxyl,
Ia, R6 = =O) | 1000 | 177 |
| 1.7 | 4-Methoxy-Tempo
(4-Methoxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-1-oxyl,
Ia, R6 = OCH3) | 1000 | 3,9 |
| 1.8 | TAA-OL
(4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin,
IIa) | 1000 | 1,4 |
| Vergleich | Tetramethylammoniumacetat | 1000 | 30,8 |
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Beispiel 2:
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Um
die Abhängigkeit der Polymerisationsinhibierung von der
Konzentration des Inhibitors zu bestimmen, wird ein Versuch durchgeführt,
in dem HO-Tempo in verschiedenen Konzentrationen in dem Lagertest gemäß Beispiel
1 eingesetzt wird. Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 gezeigt. Tabelle 2: Abhängigkeit der Inhibitorwirkung
von der Konzentration. Lagerungstest von NMP aus einem Vorwäscher,
in Luftatmosphäre bei 100°C für 24 Stunden.
| Nr. | Konzentration
HO-Tempo [ppm] | Trübheit
nach 24 h [NTU] |
| 2.1 | 0 | 500 |
| 2.1 | 10 | 412 |
| 2.3 | 20 | 378 |
| 2.4 | 25 | 335 |
| 2.5 | 50 | 191 |
| 2.6 | 100 | 35 |
| 2.7 | 500 | 26 |
| 2.8 | 1000 | 6 |
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Dieser
Versuch zeigt, dass bis zu einer Konzentration von 100 ppm die Trübheit
schnell abfällt, und oberhalb von 100 ppm die Trübheit
nahezu konstant bleibt. Die Inhibitorwirkung von HO-Tempo steigt
somit mit steigender Konzentration, das beste Verhältnis
zwischen zugegebener Menge und erzielter Inhibitorwirkung wird bei
100 ppm erzielt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - US 2964131 [0006]
- - US 2971608 [0007]
- - DE 2115858 [0008]
- - US 2907804 [0009]