-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Befestigungssystem zur Befestigung
eines elektrisch leitenden Bauteils, mit einem mit einer elektrisch
isolierenden Schicht versehenen, einen Bolzenfuß und einen Bolzenschaft
aufweisenden, das Bauteil aufnehmenden Gewindebolzen.
-
Die
vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem,
mittels eines Gewindebolzens eine elektrisch leitende Verbindung
zwischen einem elektrisch leitenden Bauteil und einem weiteren Werkstück,
an welchem der Gewindebolzen elektrisch leitend angeordnet ist,
herzustellen. Dieses Problem tritt insbesondere im Automobilbau
auf, wobei es sich bei den Werkstücken um Karosserieteile
handelt, die mit den Gewindebolzen versehen und anschließend lackiert
werden, wobei nach dem Lackieren die elektrisch leitende Verbindung
bspw. zu einem Kabelschuh hergestellt werden muss.
-
Das
deutsche Gebrauchsmuster
G 93 12 678 U1 offenbart ein Verfahren, das in der Automobilindustrie
gebräuchlich ist. Hierbei werden mit Hutmuttern verschraubte
Bolzen geliefert, die an den Karosserieteilen angeschweißt
und gemeinsam mit diesen lackiert werden. Anschließend
wird die Hutmutter abgeschraubt, der jeweilige Kabelschuh angebracht und
die Hutmutter wieder aufgeschraubt, wobei der Kabelschuh befestigt
wird. Die Hutmutter verhindert während des Lackiervorgangs,
dass der Bolzenschaft mit einer elektrisch isolierenden Lackschicht bedeckt
wird, was den elektrisch leitenden Kontakt zwischen Karosserieteil
und Kabelschuh unterbinden würde. Ein derartiges Verfahren
ist jedoch zeitraubend und aufwändig und damit kostenintensiv.
-
Ferner
sind so genannte „Lackkratzmuttern" bekannt. Derartige
Muttern bewirken, dass beim Aufschrauben auf einen lackierten Bolzenschaft
die Lackschicht wieder vom Bolzenschaft abgeschabt und auf diese
Weise der elektrische Kontakt hergestellt wird. Es ist jedoch schwierig, die
Mutter auf den Bolzenschaft aufzuschrauben, weil die Lackschicht
in das Bolzengewinde eindringt und damit den Schraubvorgang behindert.
Insbesondere ist die Gängigkeit der Schraubverbindung unbefriedigend und
daraus folgend auch der elektrische Kontakt nicht sicher gewährleistet.
-
Die „Lackkratzmutter"
wirkt bei diesem Vorgang wie ein Gewindeschneider, was das weitere Problem
aufwirft, dass das Bolzengewinde über seine gesamte Länge,
also von der Spitze bis zum Bolzenfuß, abgeschabt wird.
Damit geht der Korrosionsschutz an der freiliegenden Spitze und
den freiliegenden Gewindegängen des Bolzenschafts verloren,
so dass dieser mit einer Kappe oder Hutmutter abgedeckt werden muss.
Dies führt zu einem höheren Gewicht und zu steigenden
Kosten.
-
Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein gattungsgemäßes
Befestigungssystem derart weiterzubilden, dass ein zuverlässiger
und dauerhafter elektrischer Kontakt mit möglichst geringem
Aufwand erzielt werden kann.
-
Die
Lösung besteht in einem Befestigungssystem mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1. Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass das Befestigungssystem Mittel aufweist, die am Bolzenschaft
im Bereich des Bolzenfußes mit einer Mutter zusammenwirkend
angeordnet sind und/oder am Bauteil vorgesehen sind, und dass das
oder die Mittel die elektrisch isolierende Schicht des Gewindebolzens ausschließlich
im Bereich des Bolzenfußes durchdringen und einen elektrischen
Kontakt zwischen dem Gewindebolzen und dem Bauteil bewirken.
-
Der
erfinderische Grundgedanke besteht somit darin, dass der an einem
Werkstück elektrisch leitend befestigte Bolzenschaft gemeinsam
mit dem Werkstück lackiert wird und dass Mittel vorgesehen sind,
die sicherstellen, dass der Bolzenschaft nur im Bereich des Bolzenfußes
abgeschabt wird, um in diesem Bereich die Lackschicht wieder zu
entfernen und die elektrisch leitende Verbindung zwischen Werkstück
und Bauteil zuverlässig und dauerhaft herzustellen.
-
Dieser
erfinderische Grundgedanke kann grundsätzlich über
zwei verschiedene, gleich wirkende Lösungswege verwirklicht
werden. Der erste Lösungsweg besteht darin, dass eine Mutter
vorgesehen ist, die mit einem im Bereich des Bolzenfußes
am Bolzenschaft angeordneten Mittel zusammenwirkt, um in diesem
Bereich die Lackschicht zu entfernen. Der zweite Lösungsweg
besteht darin, dass das Bauteil selbst über Mittel verfügt,
die Teil des erfindungsgemäßen Befestigungssystems
sind und die Lackschicht im Bereich des Bolzenfußes entfernen.
Eine Mutter muss nicht zwingend vorhanden sein.
-
Das
erfindungsgemäße Befestigungssystem besteht somit
aus Komponenten, die mit wenig Aufwand und daher kostengünstig
hergestellt und zusammengebaut werden können. Das umständliche Abschrauben
und Wiederaufschrauben einer Hutmutter nach dem Lackiervorgang entfällt.
Die mit dem erfindungsgemäßen Befestigungssystem
herstellbare elektrische Verbindung ist zuverlässig und
dauerhaft. Die Lackschicht auf dem oberen, nach der Montage in der
Regel freiliegenden Bereich des Bolzenschafts bleibt unbeschädigt,
so dass sie als Isolier- und Korrosionsschutzschicht wirkt und der
Bolzenschaft nicht mehr wie im Stand der Technik mit einer Kappe
oder Hutmutter abgedeckt werden muss.
-
Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
-
Der
erste Lösungsweg der vorliegenden Erfindung, bei dem eine
Mutter vorgesehen ist, die mit einem im Bereich des Bolzenfußes
am Bolzenschaft angeordneten Mittel zusammenwirkt, kann bspw. dadurch
verwirklicht sein, dass das am Bolzenschaft angeordnete Mittel als
radiale Verbreiterung ausgebildet ist, die mit einer radialen Ausnehmung
in der Mutter zusammenwirkt, deren Innendurchmesser an mindestens
einem Flächenbereich kleiner ist als der Außendurchmesser
der radialen Verbreiterung. Der Bolzenschaft ist somit im Bereich
des Bolzenfußes verbreitert. Die Mutter ist mit einer entsprechenden radialen
Ausnehmung versehen, welche die radiale Verbreiterung bei der Montage
umgreift. Aufgrund des Untermaßes wird dabei die Lackschicht
von dem verbreiterten Bereich abgeschabt und die elektrische Kontaktfläche
freigelegt. Da weder am verbreiterten Bereich des Bolzenschaft noch
in der Ausnehmung der Mutter ein Gewinde vorgesehen ist, sind sowohl Mutter
als auch Bolzen besonders einfach und kostengünstig herzustellen.
-
Die
radiale Ausnehmung in der Mutter kann durch mindestens eine vertikale
Nut unterbrochen sein, so dass die vertikalen Kanten der Nut als
Schabeelemente gegenüber der radialen Verbreiterung wirken
und so die elektrische Kontaktfläche freilegen. Besonders
geeignet sind zwei oder mehr, insbesondere gleichmäßig
um den Umfang der radialen Ausnehmung verteilte Nuten. Mit dieser
Ausbildung kann insbesondere das Schabemoment reduziert bzw. die gewünschte
Vorspannkraft verlässlich erreicht werden.
-
Die
radiale Verbreiterung am Bolzenschaft kann auf vielfältige
Weise ausgebildet sein, um die oben beschriebenen Wirkung zu erzielen,
bspw. unrund, gerändelt, vieleckig oder vielrund. Eine
besonders einfach herzustellende Ausführungsform der radialen
Verbreiterung ist die Ausbildung als umlaufender Bund. In vergleichbarer
Weise kann auch die radiale Ausnehmung in der Mutter zum Erzielen
der beschriebenen Wirkung auf unterschiedliche Weise ausgebildet,
bspw. unrund, gezahnt oder zylinderförmig.
-
In
besonders vorteilhafter Weise ist der Durchmesser des Innengewindes
der Mutter größer als der Durchmesser des Außengewindes
des Bolzenschafts. Dadurch ist besonders zuverlässig sichergestellt,
dass ungeachtet der Dicke der Lackschicht im Einzelfall diese beim
Aufschrauben der Mutter in dem mit dem Gewinde versehenen Bereich des
Bolzenschafts unversehrt bleibt und einen zuverlässigen
Korrosionsschutz bildet.
-
Zur
Vereinfachung der Montage kann das Bauteil drehbar und unverlierbar
mit der Mutter verbunden sein. Das Bauteil kann bspw. eine Öffnung aufweisen,
an deren Innenseite mindestens zwei sich axial erstreckende Haltelappen
ausgebildet sind, welche in eine umlaufende Hinterschneidung in
der Mutter eingreifen. In umgekehrter Weise kann das Bauteil aber
auch mindestens zwei Halteelemente aufweisen, welche einen an der
Mutter vorgesehenen, umlaufenden Bund umgreifen oder in eine an der
Mutter vorgesehene, umlaufende Vertiefung eingreifen. Schließlich
kann das Bauteil auch einen umlaufenden Bördelrand aufweisen,
welcher den umlaufenden Bund umgreift bzw. in die umlaufende Vertiefung
eingreift.
-
Der
zweite Lösungsweg der vorliegenden Erfindung, bei dem das
Bauteil selbst über Mittel verfügt, die Teil des
erfindungsgemäßen Befestigungssystems sind und
die Lackschicht im Bereich des Bolzenfußes entfernen, kann
bspw. dadurch verwirklicht sein, dass die am Bauteil vorgesehenen
Mittel als an der Innenseite einer Öffnung angeordnete,
mindestens zwei Krallen ausgebildet sind, die radial in die Öffnung
hineinragen, und dass die lichte Weite zwischen den freien Enden
der Krallen mindestens ebenso groß ist wie der Durchmesser
des Bolzenschafts im Bereich des Bolzenfußes. Daraus folgt, dass
bei der Montage des Bauteils die Krallen im Bereich des Bolzenfußes
am Gewinde des Bolzenschafts entlang schaben. Da das Bauteil vor
der Montage mit seiner Öffnung vom Bolzenschaft aufgenommen
wird und im Wesentlichen auf dem Bolzenfuß aufliegt, bleibt
die Lackschicht auf dem Bolzenschaft in seinem oberen Bereich unbeschädigt.
Die Montage kann mit einem beliebigen geeigneten Werkzeug erfolgen,
bspw. Montageschlüssel, Schraubenschlüssel etc.
Da die Krallen nach dem Montagevorgang mit dem Gewinde verkeilt
sind, ist es nicht zwingend notwendig, eine zusätzliche
Mutter zur Befestigung des Bauteils am Gewindebolzen vorzusehen, da
das Bauteil selbsttätig auf dem Bolzen zuverlässig gehalten
ist. Der Einsatz einer Mutter, bspw. als Montagewerkzeug, steht
im Belieben des Anwenders. Ferner sind Modifikationen hinsichtlich
der Krallenform, der Materialpaarung von Bauteil, Krallen und Bolzenschaft
und der Festigkeit der jeweils verwendeten Materialien denkbar,
so dass diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems eine besonders große Variationsbreite
hinsichtlich ihrer physikalischen Eigenschaften ermöglicht.
-
Die
freien Enden der Krallen sind bevorzugt oberhalb des Bauteils in
Richtung des Bolzenschafts ausgerichtet. Dadurch werden sie beim
Befestigungsvorgang besonders weit nach unten und innen gedrückt
und damit besonders fest in das Gewinde des Bolzenschafts gepresst.
-
Die
Form der Krallen kann frei gewählt werden und steht im
Belieben des Fachmanns. Bspw. können die Krallen im Querschnitt
in etwa eine S-Form oder Z-Form aufweisen. Sie können aber auch
geradlinig ausgebildet sein, was eine besonders einfache Herstellung
erlaubt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform kann der Bolzenschaft eine
radiale Verbreiterung aufweisen, die zur Herstellung des elektrischen
Kontakts zwischen dem Gewindebolzen und dem Bauteil mit den Krallen
zusammenwirkt. Die radiale Verbreiterung kann mit oder ohne Gewinde
ausgebildet sein. In einer vorteilhaften alternativen Ausbildung
können in der radialen Verbreiterung Aussparungen vorgesehen
sein, um das Verkeilen der Krallen zu unterstützen und
so eine besonders feste Verbindung zwischen dem Bolzenschaft und
dem Bauteil zu erhalten, die eine zusätzliche Sicherung
bspw. durch eine Mutter entbehrlich macht. Auch hier kann zur Vereinfachung
der Herstellung die radiale Verbreiterung als umlaufender Bund ausgebildet
sein.
-
Bei
der Ausgestaltung des zweiten Lösungswegs der vorliegenden
Erfindung, bei dem das Bauteil selbst über Mittel verfügt,
die Teil des erfindungsgemäßen Befestigungssystems
sind und die Lackschicht im Bereich des Bolzenfußes entfernen,
kann das Bauteil ebenfalls drehbar und unverlierbar mit einer Mutter
verbunden sein, wenn dies gewünscht wird. Hierfür
kann das Bauteil mindestens zwei Halteelemente aufweisen, welche
einen an der Mutter vorgesehenen, umlaufenden Bund umgreifen oder
in eine an der Mutter vorgesehene, umlaufende Vertiefung eingreifen.
-
Das
Bauteil kann insbesondere eine gabelförmig ausgebildete,
den Bolzenschaft umgreifende Kontaktfläche aufweisen, die
einfach herzustellen und besonders unproblematisch mit dem Bolzenschaft
zu verbinden ist.
-
Das
Bauteil ist bevorzugt als Kabelschuh, insbesondere zur Anwendung
in der Automobilindustrie, ausgebildet.
-
Ein
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird im
Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben. Dabei sind gleiche Bauteile mit denselben Bezugszeichen
versehen. Es zeigen in schematischer, nicht maßstabsgetreuer Darstellung:
-
1 ein
Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes
Befestigungssystem in zusammengebautem Zustand;
-
2 ein
erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems im Schnitt;
-
3 ein
zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems im Schnitt;
-
4 ein
drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems im Schnitt;
-
5 ein
viertes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems im Schnitt;
-
6 ein
fünftes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems im Schnitt;
-
7 ein
Ausführungsbeispiel eines für das erfindungsgemäße
Befestigungssystems geeignet ausgebildeten Bauteils in Form eines
Kabelschuhs in Draufsicht;
-
8 ein
weiteres Ausführungsbeispiel einer Mutter für
das erfindungsgemäße Befestigungssystem.
-
1 zeigt
ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Befestigungssystems 10, das auch als „Massebolzen"
bezeichnet wird und hier dazu dient, einen Kabelschuh 50 in
elektrischen Kontakt zu einem Werkstück 40, bspw.
zu einem Karosserieteil, zu bringen. Das Befestigungssystem 10 weist
im Ausführungsbeispiel einen Gewindebolzen 11 auf,
der einen Bolzenschaft 12 und einen Bolzenfuß 13 aufweist.
Der Gewindebolzen 11 ist mit seinem Bolzenfuß 13 elektrisch
leitend mit dem Werkstück 40 verbunden, bspw.
verschweißt. Auf dem Gewinde bolzen 11 ist als
weitere Komponente des Befestigungssystems 10 eine Mutter 14 aufgeschraubt. Die
Mutter 14 dient dazu, den Kabelschuh 50 auf dem
Bolzenfuß zu halten.
-
Bspw.
im Automobilbau wird der Gewindebolzen 11 ohne die Mutter 14 auf
dem Karosserieteil 40 befestigt. Anschließend
wird die Karosserie mitsamt dem Gewindebolzen 11 lackiert.
Dann wird der Kabelschuh 50 montiert und durch Aufschrauben
der Mutter 14 gehalten. Der elektrische Kontakt zwischen dem
Kabelschuh 50 und dem Karosserieteil 40 muss also
vom Kabelschuh 50 über die Mutter 14 vom
Mutterngewinde zum Bolzengewinde und über den Bolzenfuß 13 in
das Karosserieteil verlaufen. Dazu muss vom Bolzenschaft 12 die
Lackschicht zumindest teilweise wieder entfernt werden. Das erfindungsgemäße
Befestigungssystem 10 zeichnet sich dadurch aus, dass das
Ende des Bolzenschafts 12 freiliegt, d. h. nicht mit einer
Kappe oder Hutmutter abgedeckt ist. In diesem freiliegenden Bereich
ist die Lackschicht auf dem Bolzenschaft 12 unbeschädigt,
obwohl die Mutter 14 bereits aufgeschraubt ist, so dass die
Lackschicht als Korrosionsschutz für den Bolzenschaft 12 wirkt.
Wie dieses Ergebnis erzielt werden kann, zeigen die 2 bis 6.
-
2 zeigt
ein erstes Lösungsprinzip für den Aufbau des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems 10. Bei diesem Lösungsprinzip
wirken der Gewindebolzen 11 und die Mutter 14 derart
zusammen, dass am Bolzenschaft 12 die Lackschicht lediglich
im Bereich des Bolzenfußes 13 entfernt wird. Hierfür
ist der Bolzenschaft 12 im Bereich des Bolzenfußes 13, d.
h. im Ausführungsbeispiel oberhalb des Bolzenfußes 13,
mit einer radialen Verbreiterung 15 versehen, die im Ausführungsbeispiel
als umlaufender Bund ausgebildet ist. Andere Formen der radialen
Verbreiterung 15 sind selbstverständlich auch
denkbar, bspw. eine vieleckige, unrunde, gerändelte oder
vielrunde Form. Die Mutter 14 ist mit einer derart geformten
radialen Ausnehmung 16 versehen, dass der beschriebene
Zweck erreicht wird, bspw. zylinderförmig, unrund oder
gezahnt. Der Innendurchmesser der radialen Ausnehmung 16 ist
an mindestens einem Flächenbereich kleiner als der Außendurchmesser
der radialen Verbreiterung 15. Die radiale Ausnehmung 16 wirkt
mit der radialen Verbreiterung 15 somit derart zusammen,
dass ihre Innenfläche 17 in Bezug auf die Außenfläche
der radialen Verbreiterung 15 wie eine Schabefläche
wirkt, so dass nur in einem ausgewählten Bereich des Bolzenschafts 12, nämlich
in der Nähe des Bolzenfußes 13, die Lackschicht
zumindest teilweise wieder entfernt wird und über eine
Kontaktfläche 18 ein elektrisch leitender Kontakt
zwischen dem Bolzenschaft 12 und der Mutter 14 hergestellt
wird. Hierfür genügt schon ein geringes Untermaß der
radialen Verbreiterung 15. Die Lackschicht auf dem restlichen
Bereich des Bolzenschafts 12 bleibt unbeschädigt,
vor allem im Bereich des Bolzengewindes, insbesondere am freiliegenden Ende
des Bolzenschafts 12. In diesem Zusammenhang kann die radiale
Ausnehmung 16 mit mindestens einer, vorzugsweise zwei oder
mehr vertikalen Nuten 25 versehen sein, deren vertikale
Kanten 26 als Schabekanten gegenüber der Oberfläche
der radialen Verbreiterung 15 wirken. Ferner ist es von
Vorteil, wenn der Durchmesser des Innengewindes der Mutter 14 größer
ist als der Durchmesser des Außengewindes des Bolzenschafts 12.
Damit können die Abmessungen des erfindungsgemäßen
Befestigungssystems 10 im Wesentlichen unabhängig
von der Dicke der Lackschicht im Einzelfall gewählt und sowohl
die Gängigkeit der Schraubverbindung als auch die Unversehrtheit
der schützenden Lackschicht im oberen Bereich des Gewindebolzens 12 besonders
einfach gewährleistet werden.
-
3 zeigt
ein Befestigungssystem 10, welches ebenfalls das oben in 2 gezeigte
erste Lösungsprinzip verwirklicht. Bei dieser Variante
ist zur Vereinfachung der Montage des Befestigungssystems 10 das
Bauteil 50, im Ausführungsbeispiel der Kabelschuh,
drehbar und unverlierbar an der Mutter 14 gehalten. Zu
diesem Zweck sind an der Innenseite der Öffnung 51 des
Kabelschuhs 50 mindestens zwei sich axial erstreckende
Haltelappen 52 ausgebildet. Hierzu entsprechend ist die
Mutter 14 mit einer umlaufenden Hinterschneidung 19 ausgestattet,
in welche die Haltelappen 52 eingreifen.
-
4 zeigt
ein zweites Lösungsprinzip für den Aufbau des
erfindungsgemäßen Befestigungssystems 10.
Bei diesem Lösungsprinzip wirkt das Bauteil 50,
im Ausführungsbeispiel der Kabelschuh, so mit dem Gewindebolzen 11 zusammen,
dass am Bolzenschaft 12 die Lackschicht lediglich im Bereich des
Bolzenfußes 13 entfernt wird. Hierfür
ist der Kabelschuh 50, welcher im montierten Zustand im
Bereich des Bolzenfußes 13, d. h. im Ausführungsbeispiel
oberhalb des Bolzenfußes 13, gehalten ist, an der
Innenseite seiner Öffnung 51 mit mindestens zwei
beliebig geformten, im Ausführungsbeispiel im Querschnitt
geradlinigen, Krallen 21 versehen, die radial in die Öffnung
hineinragen. Die lichte Weite zwischen den freien Enden der Krallen 21 ist
so bemessen, dass bei der Montage des Kabelschuhs 50, d.
h. beim Aufschrauben der Mutter 14, die Krallen 21 derart
mit dem Bolzenschaft 12 zusammenwirken, dass nur in dem
ausgewählten Bereich des Bolzenschafts 12, nämlich
in der Nähe des Bolzenfußes 13, die Lackschicht
zumindest teilweise wieder entfernt wird und über Kontaktflächen 22 ein
elektrisch leitender Kontakt zwischen dem Bolzenschaft 12 und
dem Bauteil 50 hergestellt wird. Die Lackschicht auf dem restlichen
Bereich des Bolzenschafts 12 bleibt unbeschädigt,
vor allem im Bereich des Bolzengewindes, insbesondere am freiliegenden
Ende des Bolzenschafts 12.
-
In
dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind
die Krallen 21 winklig aus der Ebene der Öffnung 51 in
Richtung der Mutter 14 gebogen, so dass ihre freien Enden
oberhalb der Öffnung 51 des Kabelschuhs 50 liegen.
Bei dieser Ausführungsform genügt es, wenn die
lichte Weite zwischen den freien Enden der Krallen 21 mindestens
ebenso groß ist wie der Durchmesser des Bolzenschafts 12 im
Bereich des Bolzenfußes. Bei der Montage, d. h. dem Aufschrauben
der Mutter 14, werden die Krallen 21 in Richtung
des Bolzenfußes 13 heruntergedrückt und verkeilen
sich dabei in den Gewindegängen des Bolzengewindes. Dadurch
kann der Kabelschuh 50 derart fest am Bolzenschaft 12 gehalten
und mit ihm verbunden sein, dass die Mutter 14 zur sicheren
Befestigung des Kabelschuhs 50 entbehrlich ist.
-
Statt
dessen kann zur Montage des Kabelschuhs 50 auf dem Gewindebolzen 11 auch
ein Werkzeug 30 (in 4 strichpunktiert
dargestellt) verwendet werden, welches auf den Bolzenschaft 12 aufgeschraubt
wird, dabei die Krallen 21 wie beschrieben schabend in
die Gewindegänge des Bolzenschafts 12 presst und
anschließend wieder abgeschraubt wird. Eine weitere Variante
besteht darin, dass ein hülsenförmiges, den Bolzen
umgreifendes Werkzeug verwendet wird, mit dem die Krallen 21 niedergedrückt
werden, die sich dabei wie beschrieben schabend in die Gewindegänge
des Bolzenschafts 12 pressen.
-
5 zeigt
ein Befestigungssystem 10, welches ebenfalls das oben in 4 gezeigte
zweite Lösungsprinzip verwirklicht. Bei dieser Variante
ist der Bolzenschaft 12 mit einer radialen Verbreiterung 15 versehen,
wie sie bereits in Bezug auf 2 beschrieben
wurde. Die lichte Weite der Krallen 21 ist so bemessen,
dass sie bei der Montage mit der radialen Verbreiterung 15 derart
zusammenwirken, dass die beschriebenen Kontaktflächen 22 gebildet
werden. 5 zeigt eine besonders bevorzugte
Ausgestaltung der radialen Verbreiterung 15, die Aussparungen 23,
bspw. Ausnehmungen, im Ausführungsbeispiel eine umlaufende
Rille, aufweist, in welchen sich die Krallen 21 bei der
Montage verkeilen können. Die Aussparungen 23 wirken
also ähnlich wie die Gewindegänge des Bolzenschafts 12 und
können daher beliebig geformt sein, solange sie diese Eigenschaft aufweisen.
-
6 zeigt
ein Befestigungssystem 10, welches ebenfalls das oben in 4 gezeigte
zweite Lösungsprinzip verwirklicht. Bei dieser Variante
ist zur Vereinfachung der Montage des Befestigungssystems 10 das
Bauteil 50, im Ausführungsbeispiel der Kabelschuh,
drehbar und unverlierbar an der Mutter 14 gehalten. Zu
diesem Zweck sind am Kabelschuh 50 mindestens zwei sich
axial erstreckende Halteelemente 53 ausgebildet, welche
die Mutter 14 nach Art einer Umbördelung umgreifen.
Hierfür ist die Mutter 14 im Ausführungsbeispiel
mit einem umlaufenden Bund 20 versehen. Stattdessen kann
an der Mutter 14 auch eine umlaufende Vertiefung vorgesehen sein,
in welche die Halteelemente 53 eingreifen (nicht dargestellt).
Schließlich kann statt der Halteelemente 53 auch
in an sich bekannter Weise ein umlaufender Bördelrand vorgesehen
sein, der den an der Mutter 14 ausgebildeten Bund 20 umgreift
bzw. in die an der Mutter 14 ausgebildete umlaufende Vertiefung
eingreift (nicht dargestellt).
-
Diese
Art der Befestigung des Bauteils 50 an der Mutter 14 kann
auch bei erfindungsgemäßen Befestigungssystemen,
die das erste Lösungsprinzip verwirklichen (vgl. 2 und 3)
eingesetzt werden. Dann sind am Bauteil 50 statt den in 3 gezeigten
Haltelappen 52 die beschriebenen Halteelemente 53 bzw.
ein umlaufender Bördelrand und an der Mutter 14 der
umlaufende Bund bzw. die umlaufende Vertiefung vorgesehen, während
die Hinterschneidung 19 entfällt.
-
7 zeigt
ein Ausführungsbeispiel eines Bauteils 50 zur
Verwendung mit dem erfindungsgemäßen Befestigungssystem.
Das Bauteil 50, im Ausführungsbeispiel ein Kabelschuh,
zeichnet sich durch eine gabelförmig ausgebildete Kontaktfläche 54 auf, die
dazu geeignet und be stimmt ist, den Bolzenschaft 12 zu
umgreifen. Ein derartiges Bauteil kann besonders leicht montiert
werden. Im Ausführungsbeispiel ist die Kontaktfläche 54 mit
Krallen 21 versehen, gemäß dem in 4 gezeigten
zweiten Lösungsprinzip der vorliegenden Erfindung.
-
8 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Mutter 14 für
ein erfindungsgemäßes Befestigungssystem, welches
das erste Lösungsprinzip verwirklicht (vgl. 2).
Die Mutter 14 ist mit der beschriebenen radialen Ausnehmung 16 versehen.
Die radiale Ausnehmung 16 weist im Ausführungsbeispiel
vier vertikale Nuten 25 auf, deren vertikale Kanten 26 als
Schabekanten gegenüber der Oberfläche der radialen
Verbreiterung 15 wirken.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-