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Die
Erfindung betrifft einen Schlitten zur Durchführung von Crashtests an Kraftfahrzeugbaugruppen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Ein
derartiger Schlitten weist einen mit dem Schlitten verbundenen ersten
Träger
auf, an dem eine zu testende Kraftfahrzeugbaugruppe lösbar montiert
ist. Dabei ist der Schlitten dazu ausgebildet, relativ zu einer
Anschlageinheit bewegt zu werden, so dass der Schlitten mit der
Anschlageinheit kollidieren kann.
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Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schlitten zu schaffen,
der eine realistische Abbildung der Relativbewegungen von Kraftfahrzeugkomponenten
zueinander während
eines Crashs ermöglicht.
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Dieses
Problem wird durch einen Schlitten mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
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Danach
ist vorgesehen, dass der erste Träger beweglich am Schlitten
gelagert ist, so dass der erste Träger infolge eines Zusammenstoßes des Schlittens
mit der Anschlageinheit, bei dem die Anschlageinheit eine Kraft
auf den ersten Träger
ausübt,
in der Kraftrichtung aus einer Anfangsposition entlang einer festgelegten
Bahn in eine Endposition bewegt wird. Vorzugsweise ist eine solche
Anschlageinheit stationär
ausgebildet, während
der Schlitten in Richtung auf die Anschlageinheit bewegbar ausgebildet
ist.
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Durch
die definiert bewegliche Lagerung des ersten Trägers können Relativbewegungen zwischen den
unterschiedlichen Fahrzeugteilen, d. h., der am ersten Träger befestigten
ersten Kraftfahrzeugbaugruppe und weiteren am Schlitten fixierten
Baugruppen, insbesondere Sitze und eine Bodengruppe, realistisch
abgebildet werden. Die Erfindungsgemäße Versuchseinrichtung ist
von besonderer Bedeutung bei der Entwicklung von Rückhaltesystemen
für LKWs
und sonstige schwere Nutzfahrzeuge mit ähnlichen Eigenschaften. Bei
diesen Fahrzeugen verlagert sich bei einem Frontalaufprall die Instrumententafel
und damit verbundene Anbauteile bauartbedingt (derartige Fahrzeuge
weisen regelmäßig eine geringe
Knautschzone auf) in erheblichem Maße in das Innere des Führerstandes.
Eine optimale Auslegung der Rückhaltesysteme
verlangt daher, dass die vorgenannte Verlagerung von Kraftfahrzeugteilen auch
bei dynamischen Versuchen so genau wie möglich nachgebildet wird. Dies
wird durch den definiert verlagerbaren ersten Träger als Träger einer zu testenden Kraftfahrzeugbaugruppe,
insbesondere umfassend eine Instrumententafel, ermöglicht.
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Vorzugsweise
ist der Schlitten dazu eingerichtet und vorgesehen, entlang einer
Bewegungsrichtung in Richtung auf die Anschlageinheit bewegt zu
werden.
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Die
Bahn, die der Schwerpunkt des ersten Trägers nach einer bzw. durch
eine Kollision mit der Anschlageinheit durchläuft, erstreckt sich in einem Ausführungsbeispiel
entlang der Bewegungsrichtung, vorzugsweise parallel zur Bewegungsrichtung.
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist die Bahn bogenförmig
ausgebildet, und zwar vorzugsweise derart, dass der erste Träger in der
Endposition die gleiche oder eine größere Beabstandung zum Schlitten
entlang einer quer zur Bewegungsrichtung verlaufenden Vertikalen
(vertikale Schlittenachse) aufweist als in der Anfangsposition.
Unter der Vertikalen ist hierbei eine Normale zu derjenigen Ebene
zu verstehen, in der sich der Schlitten auf die Anschlageinheit
zu bewegt (ebener horizontaler Untergrund).
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Vorzugsweise
ist der Schlitten dazu ausgebildet, über den ersten Träger mit
der Anschlageinheit zu kollidieren, d. h., der erste Träger ist
dazu ausgebildet an der Anschlageinheit anzuschlagen.
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In
einer Variante der Erfindung ist der erste Träger dazu eingerichtet und vorgesehen
starr (und lösbar)
mit einer ersten Kraftfahrzeugbaugruppe verbunden zu werden, wobei
jene erste Kraftfahrzeugbaugruppe vorzugsweise durch eine Kraftfahrzeuginnenverkleidung,
insbesondere eine Kraftfahrzeuginnenverkleidung eines LKW, gebildet
ist. Dabei handelt es sich vorzugsweise um eine Instrumententafel, eine
Lenksäule
oder ein Lenkrad bzw. um eine Auswahl derartiger zu einer Baugruppe
zusammengefasster Komponenten. Die erste Kraftfahrzeugbaugruppe
kann auch eine zu testende Rückhalteeinrichtung
umfassen, die vorzugsweise in das Lenkrad oder die Instrumententafel
integriert ist.
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Vorzugsweise
ist der erste Träger
entlang der vertikalen Schlittenachse höhenverstellbar ausgebildet,
um die erste Kraftfahrzeugbaugruppe mit daran ggf. befestigten Komponenten
in ihrer Position an die reale Fahrzeugumgebung anzupassen.
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Zum
Tragen einer von der ersten Kraftfahrzeugbaugruppe verschiedenen
zweiten Kraftfahrzeugbaugruppe ist bevorzugt ein starr mit dem Schlitten
verbundener zweiter Träger
vorgesehen. An diesen zweiten Träger
bzw. eine mit dem zweiten Träger verbundene
zweite Kraftfahrzeugbaugruppe (umfassend zumindest einen Fahrzeugsitz,
ggf. nebst Unterbau, sowie des Weiteren ggf. eine Bodengruppe, an
der der mindestens eine Sitz festgelegt sein kann) wird der erste
Träger
bei seiner Bewegung aus der Anfangsposition in die Endposition entlang
der Bewegungsrichtung angenähert.
Auf diese Weise lässt sich
beispielsweise die Intrusion einer Instrumententafel oder Lenkradbaugruppe
eines LKWs samt daran montierter Rückhalteeinrichtungen in Richtung auf
eine Sitzgruppe bzw. den Fahrzeuginnenraum realitätsnah abbilden.
Eine solche zweite Kraftfahrzeugbaugruppe ist vorzugsweise starr
mit dem Schlitten verbunden. Auch der zweite Träger bzw. die zweite Kraftfahrzeugbaugruppe
kann höhenverstellbar
(entlang der vertikalen Schlittenachse) am Schlitten festgelegt
sein, um eine Anpassung an die reale Fahrzeuggeometrie vornehmen
zu können.
Des Weiteren können
an der Bodengruppe Mittel zum Verstellen des oder der Kraftfahrzeugsitze
entlang der Schlittenlängsachse
vorgesehen sein.
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In
einem Ausführungsbeispiel
ist der erste Träger über zumindest
ein schwenkbares längs
erstrecktes Element in Form eines Hebels am Schlitten gelagert,
wobei das längs
erstreckte Element einen ersten freien Endabschnitt aufweist, der über einen mittleren Abschnitt
des längs
erstreckten Elementes mit einem zweiten freien Endabschnitt des
längs erstreckten
Elementes verbunden ist. Vorzugsweise sind die beiden Endabschnitte
jeweils einstückig
an den mittleren Abschnitt angeformt.
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Zur
Lagerung des ersten Trägers
am Schlitten sind dabei der erste freie Endabschnitt schwenkbar
am ersten Träger
und der zweite freie Endabschnitt schwenkbar am Schlitten festgelegt.
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Vorzugsweise
weist der Schlitten einen Rahmen auf, wobei jener Rahmen insbesondere
zumindest ein gegenüber
der Bewegungsrichtung geneigt verlaufendes längs erstrecktes Rahmenelement
aufweist, um die auf den ersten Träger einwirkenden Kräfte vorteilhaft
in den Schlitten einzuleiten. Bevorzugt ist das besagte längs erstreckte
Element über seinen
zweiten freien Endabschnitt schwenkbar am Rahmen des Schlittens
festgelegt.
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Bevorzugt
sind zwei, vier oder acht längs
erstreckte Elemente zur beweglichen Lagerung des ersten Trägers am
Schlitten vorgesehen, wobei jene Elemente quer zur Bewegungsrichtung
einander paarweise gegenüber
liegen, d. h., jedes längs
erstreckte Elemente liegt einem anderen längs erstreckten Element quer
zur Bewegungsrichtung gegenüber.
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Zum
Dämpfen
der Bewegung des ersten Trägers
ist der erste Träger über zumindest
ein erstes Deformationselement mit dem Schlitten verbunden. Dabei
ist das Deformationselement dazu eingerichtet und vorgesehen, sich
bei der Bewegung des ersten Trägers
aus der Anfangsposition in die Endposition unter Absorption von
Energie zu verformen. Weiterhin kann das mindestens eine erste Deformationselement
dazu dienen, die Bewegung des ersten Trägers aus der Anfangsposition
in die Endposition zu begrenzen und ggf. den ersten Träger in seiner Anfangsposition
zu arretieren. Vorzugsweise ist das mindestens eine Deformationselement
durch ein gebogenes Element gebildet, das vorzugsweise aus einem
Stahl gefertigt ist. Dabei ist das mindestens eine Deformationselement
bevorzugt dazu ausgebildet, sich bei der Bewegung des ersten Trägers aus
der Anfangsposition in die Endposition unter Absorption von Energie
zu strecken. D. h., die Krümmung
des Deformationselementes wird verringert. Ggf. wird das Deformationselement
vollständig
gestreckt, so dass es sich linear entlang einer (gedachten) Geraden
erstreckt.
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Des
Weiteren wird das erfindungsgemäße Problem
durch eine Crashtestanordnung mit einem erfindungsgemäßen Schlitten
und mit einer mit dem ersten Träger
verbundenen ersten Kraftfahrzeugbaugruppe gelöst (Anspruch 20). Dabei umfasst
die erste Kraftfahrzeugbaugruppe vorzugsweise eine der bereits erwähnten Komponenten
(siehe oben).
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Weiterhin
weist die Anordnung eine mit dem zweiten Träger des Schlittens starr aber
höhenverstellbar
(entlang der vertikalen Schlittenachse) verbundene zweite Kraftfahrzeugbaugruppe
auf, die die vorgenannten Komponenten umfassen kann. Aufgrund der
beweglichen Lagerung des ersten Trägers am Schlitten wird bei
der erfindungsgemäßen Crashtestanordnung
der erste Träger
samt daran befestigter erster Kraftfahrtzeugbaugruppe aus einer
Anfangsposition in eine Endposition bewegt, wenn der Schlitten (erster
Träger)
mit der der Anschlageinheit zugeordneten Anstoßeinheit der Anordnung kollidiert.
Dabei wird die erste Kraftfahrzeugbaugruppe in Richtung auf die
zweite Kraftfahrzeugbaugruppe bewegt, so dass die Beabstandung der
beiden Baugruppen entlang der Schlittenlängsachse, die entlang der besagten
Bewegungsrichtung des Schlittens verläuft, reduziert wird (siehe
oben).
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Um
zu vermeiden, dass bei der erfindungsgemäßen Crashtestanordnung der
erste Träger durch
eine Kollision mit einer Anstoßeinheit
(siehe oben) der Crashtestanordnung beschädigt wird, ist jene Anstoßeinheit
in einem Kontaktbereich, über den
sich der erste Träger
und die Anstoßeinheit
berühren,
vorzugsweise mit einem vorwiegend plastisch deformierbaren Material
als Dämpfungsmittel versehen.
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Des
Weiteren weist die Anschlageinheit bevorzugt eine Verzögerungseinrichtung
auf, die dazu ausgebildet ist, mit dem Schlitten in Kontakt zu treten, wenn
der Schlitten mit der Anschlageinheit kollidiert, so dass der Schlitten
bei der Kollision vorbestimmbar verzögert wird.
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Hierzu
weist die Verzögerungseinrichtung zumindest
ein vorzugsweise austauschbares Verzögerungselement auf, das dazu
eingerichtet und vorgesehen ist, zur Verzögerung des Schlittens bei der Kollision
des Schlittens mit der Anschlageinheit unter Absorption von Energie
verformt zu werden. Ggf. können
mehrere solcher Elemente vorgesehen sein, die beispielsweise nacheinander
bei einer Kollision deformiert werden können.
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Bevorzugt
steht die Anstoßeinheit
entlang der Bewegungsrichtung über
das Verzögerungselement
um eine definierte Wegstrecke hinaus. Zusammen mit dem Versatz der
zugeordneten Kontaktbereiche am Schlitten in Bewegungsrichtung kann
hierdurch kontrolliert werden, zu welchem Zeitpunkt die Verzögerung des
Schlittens nach einer Kollision des ersten Trägers mit der Anschlageinheit
eintritt. Bei einer verhältnismäßig langen besagten
Wegstrecke setzt erst nach einer verhältnismäßig starken Verlagerung des
ersten Trägers
(Intrusion) die Verzögerung
des Schlittens ein, wohingegen bei einer relativ kleineren Wegstrecke
die Verzögerung
des Schlittens schneller einsetzt.
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Die
dargestellten Merkmale und Vorteile der Erfindung sollen anhand
der nachfolgenden Figurenbeschreibungen von Ausführungsbeispielen verdeutlicht
werden. Es zeigen:
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1:
eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schlittens
und einer erfindungsgemäßen Crashtestanordnung
vor der Kollision des Schlittens mit einer Anschlageinheit;
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2:
eine schematische, ausschnitthafte Draufsicht auf die in der 1 gezeigte
Anordnung; und
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3:
eine schematische Seitenansicht der in den 1 und 2 gezeigten
Anordnung nach einer Kollision des Schlittens mit der Anschlageinheit.
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1 zeigt
im Zusammenhang mit den 2 und 3 einen
Schlitten 2 in einer Crashtestanordnung 1 zur
Simulation von Crashs (Kollisionen) zwischen Kraftfahrzeugen bzw.
einem Kraftfahrzeug und einem weiteren Gegenstand. Die Anordnung
ist insbesondere zur Simulation von Frontalkollisionen geeignet,
bei denen der Kollisionsgegner auf die Kühlerhaube bzw. Frontpartie
F des zu testenden Fahrzeuges auftrifft.
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Die
Crashtestanordnung 1 weist eine Anschlageinheit 3 sowie
einen in Richtung (Bewegungsrichtung B) auf die Anschlageinheit 3 beschleunigbaren
Schlitten 2 auf. Der Schlitten 2 erstreckt sich entlang
einer Schlittenlängsachse
X, die parallel zur besagten Bewegungsrichtung B verläuft. Der
Schlitten 2 weist vier Räder 27 auf, von denen
je zwei Räder 27 quer
zur Schlittenlängsachse
X, nämlich
entlang einer Schlittenquerachse Y, einander gegenüber liegen
und um jeweils eine parallel zur Schlittenquerachse Y verlaufende
Achse drehbar an einem Basisrahmen 28 des Schlittens gelagert
sind, der sich in der X-Y-Ebene erstreckt, die durch die Schlittenlängsachse
X und die Schlittenquerachse Y aufgespannt wird.
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Vorzugsweise
ist der Schlitten dazu eingerichtet und vorgesehen, entlang einer
Bewegungsrichtung in Richtung auf die Anschlageinheit bewegt zu
werden.
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Vorzugsweise
wird der Schlitten 2 zum Bewegen des Schlittens 2 in
Richtung auf die Anschlageinheit 3 durch eine unterhalb
der Bodenebene verfahrbare, mit einem Antrieb verbundene Zugeinrichtung
gezogen. Die Ankopplung der Zugeinrichtung an den Schlitten 2 erfolgt
in dessen vorderen Bereich (vor dem Schwerpunkt des Schlittens,
so dass keine zusätzlichen
Führungsmaßnahmen
notwendig sind). Vor der Anschlageinheit 3 (entlang der
Bewegungsrichtung B betrachtet) wird der Schlitten 2 von
der besagten Zugeinrichtung abgekoppelt, so dass der Schlitten 2 eine
letzte Wegstrecke bis zur Kollision mit der Anschlageinheit 3 frei
zurücklegt.
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Am
Schlitten 2 sind eine zu testende erste und eine zu testende
zweite Kraftfahrzeugbaugruppe 22, 40 festgelegt,
die zusammen ein zu testendes Fahrzeug, insbesondere einen LKW bzw.
ein schweres Nutzfahrzeug, im Hinblick auf Intrusionen der Fahrgastzelle
des betreffenden Fahrzeuges abbilden. Die zu testenden Fahrzeuge,
für die
der vorliegende Crashtestaufbau besonders geeignet ist, zeichnen
sich durch geringe Knautschzonen aus, z. B. weil der Motorblock
eines solchen Fahrzeuges sich entlang der Bewegungsrichtung B des
Schlittens 2 bzw. entlang der Geradeausfahrtrichtung des
Fahrzeuges nicht zwischen einem Fahrer bzw. Beifahrer des Fahrzeuges
und einem Kollisionsgegner befindet, sondern beispielsweise entlang
der vertikalen Fahrzeugachse (Schlittenachse Z) unterhalb der Fahrgastzelle
(Führerstand)
angeordnet ist. Unter solchen oder ähnlichen Bedingungen verlangt
der Test von Airbagmodulen (insbesondere Fahrerairbagmodulen 204 und
Beifahrerairbagmodulen) oder sonstigen Rückhalteeinrichtungen, dass
die Crashtestanordnung 1 die bei den fraglichen Fahrzeugen auftretenden
großen
Intrusionen von Fahrzeugfrontpartien F abbilden kann. Bedingt durch
derartige Intrusionen wird beispielsweise bei einem Frontalaufprall
die erste Kraftfahrzeugbaugruppe 22, die vorliegend eine
Instrumententafel 201 sowie eine Lenksäule 202, ein Lenkrad 203 und
ein darin angeordnetes Airbagmodul 204 umfasst, in Richtung
auf die zweite Kraftfahrzeugbaugruppe 40, bei der es sich um
eine Bodengruppe 401 sowie zumindest einen daran montierten
Kraftfahrzeugsitz 400 handelt, beschleunigt.
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Um
das vorgenannte Kollisionsgeschehen anhand eines Crashtestaufbaus 1 simulieren
zu können,
ist die erste Kraftfahrzeugbaugruppe 22 an einem ersten
Träger 20 montiert,
der beweglich an einem Rahmen 25 des Schlittens 2 aufgehängt ist.
Der besagte Rahmen 2 steht entlang der vertikalen Schlittenachse
Z vom Basisrahmen 27 des Schlittens 2 ab. Die
zweite Kraftfahrzeugbaugruppe 40 ist hingegen fest an einem
zweiten Träger 4,
hier in Form des Basisrahmens 28 des Schlittens 2,
festgelegt und liegt der ersten Kraftfahrzeugbaugruppe 22 entlang
der Bewegungsrichtung B bzw. entlang der Schlittenlängsachse
X entsprechend den Abmaßen des
zu testenden Fahrzeuges gegenüber.
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Vorzugsweise
sind beiden Kraftfahrzeugbaugruppe 22, 40 so am
jeweiligen Träger 20, 4 festlegbar,
dass deren Höhe
entlang der vertikalen Schlittenachse Z variiert werden kann.
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Bevor
der Schlitten 2 an der Anschlageinheit 3 anschlägt, befindet
sich der erste Träger 20 in
einer Anfangsposition, in der die Lage der ersten Kraftfahrzeugbaugruppe 22 bezüglich der
zweiten Kraftfahrzeugbaugruppe 40 der Lage der Baugruppen 22, 40 zueinander
im zu testenden (unfallfreien) Fahrzeug entspricht.
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Bei
der Kollision des Schlittens 2 mit der Anschlageinheit 3 stößt der erste
Träger 20 mit
einer der Anschlageinheit 3 zugewandten Anschlagfläche 20a gegen
ein von der Anschlageinheit 3 in Richtung auf den ersten
Träger 20 abragende
Anstoßeinheit 7 mit einem
Dämpfungsmittel,
das bei der Kollision mit dem ersten Träger 20 entlang der
Bewegungsrichtung B ggf. teilweise plastisch deformiert wird, um
Beschädigungen
des ersten Trägers 20 bei
der Kollision zu mindern bzw. zu verhindern. Die Anschlagfläche 20a muss
nicht als zusammenhängendes
Gebiet ausgebildet sein, sondern kann vielmehr durch eine Mehrzahl
unverbundener Flächen
gebildet sein.
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Durch
die in den ersten Träger 20 infolge
der Kollision eingeleitete Kraft wird der beweglich am Rahmen 25 gelagerte
erste Träger 20 – und somit
die daran montierte erste Kraftfahrzeugbaugruppe 22 – entgegen
der Bewegungsrichtung B des Schlittens 2 in Richtung auf
die zweite Kraftfahrzeugbaugruppe 40 in eine von der Anfangsposition
verschiedene Endposition verlagert. Mittels eines auf dem Kraftfahrzeugsitz 400 positionierten
Dummies 402 sind dabei die Auswirkungen eines Crashs auf
einen den Kraftfahrzeugsitz 400 belegenden Insassen messbar.
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Diese
Verlagerung des ersten Trägers 20 erfolgt
entlang einer definierten Bahn 21, die durch eine entsprechende
Führung
des ersten Trägers 20 vorgegeben
ist. In einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist abweichend von den 1 bis 3 vorgesehen,
dass sich der erste Träger 20 entlang
einer linearen Bahn, die vorzugsweise parallel zur Schlittenlängsachse
X verläuft,
aus der Anfangsposition in die Endposition bewegt. Eine solche Führung kann
beispielsweise realisiert werden, indem vom ersten Träger 20 entlang
der Schlittenquerachse Y abragende Bereiche je in entsprechend geformte
Ausschnitte des Rahmens 25 eingreifen und darin geführt werden.
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Gemäß 1 wird
der erste Träger 20 entlang
einer bogenförmigen
Bahn 21 geführt.
Hierzu ist der erste Träger 20 über insgesamt
acht hebelförmige
längs erstreckte
Ele mente 5 am Rahmen 25 des Schlittens gelagert.
Hierzu sind am Rahmen zwei Seitenteile 25a vorgesehen,
die sich jeweils parallel zur Z-X-Ebene erstrecken, die durch die
vertikale Schlittenachse Z und die Schlittenlängsachse X aufgespannt wird,
wobei die beiden Seitenteile 25a einander entlang der Schlittenquerachse
Y gegenüberliegen.
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Jedes
der längs
erstreckten Elemente 5 weist einen ersten freien Endabschnitt 50 auf,
der über
einen mittleren Abschnitt 51 mit einem zweiten freien Endabschnitt 52 des
jeweiligen längs
erstreckten Elementes 5 verbunden ist. Dabei sind die längs erstreckten
Elemente 5 über
die ersten freien Endabschnitte 50 jeweils um eine parallel
zur Schlittenquerachse Y verlaufende Achse schwenkbar am ersten
Träger 20 gelagert. Über die
zweiten freien Endabschnitte 52 sind an jedem Seitenteil 25a des
Rahmens 25 je vier längs
erstreckte Elemente 5 ebenfalls schwenkbar um eine parallel
zur Schlittenquerachse Y erstreckte Achse gelagert, so dass die
an dem einen Seitenteil 25a gelagerten längs erstreckten
Elemente 5 bezüglich
der Z-X-Ebene spiegelsymmetrisch zu den an dem anderen Seitenteil 25a gelagerten
längs erstreckten
Elementen 5 angeordnet sind. Dabei sind die Lagerpunkte 5a der
längs erstreckten Elemente 5 an
jedem Seitenteil 25a vorzugsweise auf den Ecken eines (gedachten)
Rechtecks angeordnet.
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Die
einzelnen längs
erstreckten Elemente 5 können also entlang der Z-X-Ebene
verschwenkt werden, so dass der mittels dieser längs erstreckten Elemente 5 am
Rahmen 25 des Schlittens 2 beweglich gelagerte
Träger 20 entlang
der Z-X-Ebene aus seiner Anfangsposition auf einer bogenförmigen Bahn 21 in
seine Endposition verlagert werden kann.
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Somit
kann eine an der ersten Kraftfahrzeugbaugruppe 22 angeordnete
Rückhalteeinrichtung 204 entsprechend
der Verlagerung der ersten Kraftfahrzeugbaugruppe 22 in
Richtung auf die zweite Kraftfahrzeugbaugruppe 40 (Bodengruppe 401 und Kraftfahrzeugsitz 400 des
Fahrers sowie ggf. des Beifahrers) genau untersucht und hinsichtlich
ihrer Eigenschaften und Parameter ausgelegt werden. Dies betrifft
bei Airbagmodulen 204 unter anderem die Abmessungen des
Gassackes, das Rückhaltevermögen und
den Auslösezeitpunkt.
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Der
erste Träger 20 selbst
weist vorzugsweise eine entlang der Y-Z-Ebene erstreckte Adapterplatte 20b auf,
an der die erste Kraftfahrzeugbaugruppe 22 lösbar befestigbar
ist sowie vier von jener Adapterplatte 20b entlang der
Bewegungsrichtung B (Schlittenlängsachse
X) abragende Streben 20c, die jeweils über eine Basis 20d mit
der Adapterplatte 20b verbunden sind, wobei jenen Basen 20d vorzugsweise
auf den Ecken eines (gedachten) Rechtecks angeordnet sind, so dass
je zwei Streben 20c entlang der vertikalen Schlittenachse
Z übereinander
liegen und benachbart zu einem Seitenteil 25a des Rahmens 25 angeordnet
sind.
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An
diesen Streben 20c sind die ersten freien Endabschnitte 50 der
längs erstreckten
Elemente 5 schwenkbar gelagert, und zwar an jeder Strebe 20c je
zwei erste freie Endabschnitte 50 zweier längs erstreckter
Elemente 5. Entlang der Schlittenquerachse Y sind die besagten
Streben 20c zwischen den Seitenteilen 25a des
Rahmens 25 des Schlittens 2 angeordnet.
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Die
vier Streben 20c weisen des Weiteren jeweils eine der Adapterplatte 20b abgewandte
Stirnseite auf, die jeweils eine Anschlagfläche 20a bilden, über die
der erste Träger 20 bei
der Kollision mit der Anschlageinheit 3 gegen entsprechende,
den Anschlagflächen 20a zugewandte
Flächen 7a der
Anstoßeinheit 7 stößt.
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Um
den ersten Träger 20 in
seiner Anfangsposition zunächst
zu arretieren, ist der erste Träger 20 über ein
Deformationselement 6 mit dem Schlitten 2, und
zwar dem Rahmen 25 des Schlittens 2 verbunden.
Das Deformationselement 6 weist hierzu einen ersten freien
Endabschnitt 60 auf, der über einen – in der Anfangsposition des
ersten Trägers 20 – gebogenen
mittleren Abschnitt 61 mit einem zweiten freien Endabschnitt 62 des
Deformationselementes 6 verbunden ist (diese Abschnitte
sind vorzugsweise einstückig
aneinander angeformt). Über
den ersten freien Endabschnitt 60 ist das Deformationselement 6 am
Rahmen 25 festgelegt, wohingegen es mit seinem zweiten
freien Endabschnitt 62 am ersten Träger 20, insbesondere
an einer der Streben 20c des Trägers 20 festgelegt
ist, die benachbart zu dem besagten Seitenteil 25a des
Trägers 20 verlaufen.
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Das
Deformationselement 6 verbindet den ersten Träger 20 mit
dem Rahmen 25 des Schlittens 2 des Weiteren nun
dergestalt, dass bei der Verlagerung des Trägers 20 aus der Anfangsposition
in die Endposition der mittlere Abschnitt 61 des Deformationselementes 6 unter
Absorption von Energie aufgebogen wird, so dass der Verlagerung
des ersten Trägers 20 ein
definierter Widerstand entgegen gesetzt wird.
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Ferner
begrenzt das Deformationselement 6 die Bewegung des ersten
Trägers 20 aus
der Anfangsposition in die Endposition, da die Bewegung des ersten
Trägers 20 endet,
nachdem der mittlere Bereich 61 des Deformationselementes 6 vollständig gestreckt
wurde, so dass er eine annähernd
lineare Gestalt aufweist.
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Um
die durch die Anschlageinheit 3 über den Träger 20 auf den Schlitten 2 ausgeübten Kräfte vorteilhaft
in den Basisrahmen 28 des Schlittens 2 einzuleiten,
weist der Schlitten 2 vom Basisrahmen 28 abgehende
Rahmenelemente 29 auf, über
die der Basisrahmen 28 mit dem Rahmen 25 verbunden
ist und die mit der Bewegungsrichtung B bzw. dem Basisrahmen 28 des
Schlittens 2 einen spitzen Winkel W einschließen.
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Um
schließlich
den Schlitten 2 bei der Kollision kontrolliert zu verzögern, ragt
vom Schlitten 2 entlang der Bewegungsrichtung B ein Dorn 9 ab,
der bei einer Kollision des Schlittens 2 mit der Aufschlageinheit 3 mit
einer Verzögerungseinrichtung 8 in
Wechselwirkung tritt. Hierbei verformt der Dorn 9 ein Verzögerungselement 80 inelastisch,
so dass Bewegungsenergie des Schlittens 2 absorbiert wird.
Bei dem Verzögerungselement 80 kann
es sich um eine entlang der Z-Y-Ebene erstreckte Platte handeln,
vorzugsweise aus einem Stahl, die durch den Dorn 9 unter
Absorption von Bewegungsenergie des Schlittens 2 gebogen
wird. Vorzugsweise weist die Verzögerungseinrichtung 8 von
der Anschlageinheit 3 entgegen der Bewegungsrichtung B
bzw. entlang der Schlittenlängsachse
X abragende Widerlager 81 für das Verzögerungselement 80 auf,
an denen dass Verzögerungselement 80 lösbar festlegbar
ist. Der Eintritt der Verzögerung
ist steuerbar, indem der Weg zwischen dem Dorn 9 und dem
Verzögerungselement 80 entlang
der Bewegungsrichtung B gegenüber
dem Weg zwischen der Anstoßeinheit 7 und
den Anschlagflächen 20a des
Trägers 20 geeignet
eingestellt wird. Über
die Wahl der Verformbarkeit des Deformationselementes 80 kann
das Maß der
Verzögerung
eingestellt werden.