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Die
Erfindung betrifft eine Lageranordnung zur radialen und axialen
Lagerung eines Wellenteils relativ zu einem Gehäuse, wobei
die Lageranordnung zwei im axialen Abstand zueinander auf dem Wellenteil
angeordnete Radialwälzlager und zwei im axialen Abstand
zueinander auf dem Wellenteil angeordnete Axialwälzlager
aufweist und wobei ein Lageraußenring sowohl Laufbahnen
der beiden Radialwälzlager als auch Laufbahnen der beiden
Axialwälzlager aufweist. Des weiteren betrifft die Erfindung
ein Verfahren zur Montage der Lageranordnung.
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Eine
Lageranordnung dieser Art ist aus der
DE 10 2005 058 396 B3 bekannt.
Sie kann in vorteilhafter Weise eingesetzt werden, um beispielsweise eine
Kegelritzelwelle in einem Achsgetriebe eines Fahrzeugs zu lagern,
insbesondere in einem Hinterachsgetriebe.
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Es
hat sich herausgestellt, dass durch eine derartige Lageranordnung
vorteilhafte, günstige Reibungsverhältnisse erreicht
werden können. Allerdings stellt die Fertigung der benötigten
Lagerbestandteile, insbesondere des Lageraußen rings, einen
hohen Aufwand dar, so dass die Realisierung der Lageranordnung entsprechend
kostspielig ist.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Lageranordnung
der eingangs genannten Art so weiter zu bilden, dass es bei Beibehaltung der
vorteilhaften Reibungseigenschaften möglich wird, die Lageranordnung
in fertigungstechnisch einfacherer Weise zu realisieren, um die
Anordnung günstiger herstellen zu können. Des
weiteren soll ein Verfahren zu einer wirtschaftlichen Montage der
Lageranordnung vorgeschlagen werden.
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Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist hinsichtlich
der Lageranordnung dadurch gekennzeichnet, dass der Lageraußenring
aus drei Teilen zusammengesetzt ist, nämlich aus einem
ersten hülsenförmigen Ring mit einer Laufbahn
des einen Radialwälzlagers, aus einem zweiten hülsenförmigen Ring
mit einer Laufbahn des anderen Radialwälzlagers sowie aus
einem zwischen den beiden hülsenförmigen Ringen
angeordneten Mittenring mit Laufbahnen der beiden Axialwälzlager,
wobei die drei Teile des Lageraußenrings separat gefertigt
und dann miteinander verbunden sind.
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Zumindest
ein hülsenförmiger Ring ist vorzugsweise mit dem
Mittenring über zusammenwirkende zylindrische Sitzflächen
verbunden, über die die Teile mit einer Presspassung aneinander
liegen. Dabei kann weiter vorgesehen sein, dass der Mittenring mindestens
eine stufenförmige Eindrehung zur Bildung der zylindrischen
Sitzfläche aufweist. Der Mittenring weist dabei gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung zwei stufenförmige
Eindrehungen zur Bildung der beiden zylindrischen Sitzflächen
auf. Weiterhin kann vorgesehen werden, dass die eine stufenförmige
Eindrehung eine radial nach außen gerichtete Oberfläche
und eine stufenförmige Eindrehung eine radial nach in nen
gerichtete Oberfläche aufweist. Die stufenförmigen
Eindrehungen können dabei auf verschiedenen Durchmessern liegen.
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Eine
alternative Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass mindestens
ein hülsenförmiger Ring, vorzugsweise beide hülsenförmigen
Ringe, an Stirnseiten des Mittenrings stoßend angrenzen.
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Der
Mittenring kann mit einer Stirnseite an einer eine stirnseitige
Anlagefläche bildenden Stufe des Gehäuses anliegen,
was die axiale Festlegung der Lageranordnung in einer Richtung erleichtert. Ferner
kann vorgesehen werden, dass ein hülsenförmiger
Ring axial an einer eine stirnseitige Anlagefläche bildenden
Stufe des Gehäuses anliegt.
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Ein
hülsenförmiger Ring kann axial mittels eines in
einer Ringnut im Gehäuse eingesetzten Sprengrings im Gehäuse
festgelegt sein. Dies erleichtert eine axiale Festlegung der Lageranordnung in
die andere Richtung.
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Mindestens
ein Lagerinnenring der Radialwälzlager, vorzugsweise beide
Lagerinnenringe, kann als Ring mit im Radialschnitt L-förmiger
Kontur ausgebildet sein. In diesem Falle kann in dem sich radial
erstreckenden Schenkel der L-förmigen Kontur mindestens
eine Laufbahn der Axialwälzlager eingearbeitet sein.
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Weiterhin
kann vorgesehen werden, dass die beiden Lagerinnenringe der Radialwälzlager
mittels eines hülsenförmigen, vorzugsweise kompressiblen, Abstandshalters
auf axialem Abstand gehalten werden. Die beiden Lagerinnenringe
der Radialwälzlager und der hülsenförmige
Abstandshalter können in diesem Falle einen kraftschlüssigen
Verbund bilden. Die beiden Lagerinnen ringe können Eindrehungen
aufweisen, an oder in denen die axialen Enden des Abstandshaltes
mit Presspassung sitzen.
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Mit
dem Abstandshalter kann eine einstellbare Vorspannung in der Lageranordnung
realisiert werden. Die radiale Dicke der Abstandshülse
liegt hierzu vorzugsweise zwischen 1 mm und 5 mm.
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Die
beiden Radialwälzlager sind vorzugsweise als Zylinderrollenlager
ausgebildet; die beiden Axialwälzlager sind vorzugsweise
als Kugellager ausgebildet.
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Da
der Betrag der zu übertragenden Axialkräfte in
der Regelanwendung in den beiden Achsrichtungen (stark) unterschiedlich
ist, ist vorzugsweise das eine Axialwälzlager nur als einreihiges
Lager ausgebildet, während das andere Axialwälzlager
als zweireihiges Lager ausgebildet sein kann, d. h. es weist zwei
auf unterschiedlichen Radien liegende Wälzkörperreihen
auf.
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Die
beiden Radialwälzlager können dabei unterschiedlich
groß dimensioniert sein. In diesem Falle kann weiter vorgesehen
werden, dass die Wälzkörper, insbesondere die
Zylinderrollen, der beiden Radialwälzlager auf unterschiedlichen
Durchmessern angeordnet sind.
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Die
Lageranordnung ist vorzugsweise Bestandteil eines Fahrzeugachsgetriebes,
insbesondere eines Fahrzeughinterachsgetriebes. Dabei ist die zu
lagernde Welle bevorzugt die eines Kegelritzels.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zur Montage der oben
beschriebenen Lageranordnung zeichnet sich durch die Abfolge der
folgenden Montageschritte aus:
- a) Einpressen
eines Lageraußenrings in einen ersten zylindrischen Sitz
des Gehäuses;
- b) Einpressen des Mittenrings in einen zweiten zylindrischen
Sitz des Gehäuses, bis dieser den bereits eingepressten
Lageraußenring kontaktiert;
- c) Einpressen des weiteren Lageraußenrings in einen
zylindrischen Sitz des Gehäuses, insbesondere in den zweiten
zylindrischen Sitz, bis dieser den Mittenring kontaktiert;
- d) Montage der Wälzkörper des einen Axialwälzlagers,
der Lagerinnenrings sowie der Wälzkörper des einen
Radialwälzlagers; und
- e) Montage der Wälzkörper des anderen Axialwälzlagers,
der Lagerinnenrings sowie der Wälzkörper des anderen
Radialwälzlagers.
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Dabei
sieht eine bevorzugte Ausgestaltung des Montageverfahrens vor, dass
zwischen obigen Schritten d) und e) eine Radialwellendichtung im
axialen Endbereich des Lagerinnenrings montiert wird.
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Ferner
kann zur axialen Lagesicherung des einen Lageraußenrings
vorgesehen werden, dass nach obigem Schritt e) ein Sprengring montiert
wird.
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Um
die Montage unter Nutzung der Gewichtskraft der Komponenten einfach
zu gestalten, sieht eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens vor,
dass nach obigem Schritt c) und vor Schritt d) die teilmontierte
Lageranordnung um eine horizontal verlaufende Drehachse um 180° gedreht
wird. Dies kann gleichermaßen nach Schritt d) und vor Schritt
e) erfolgen.
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Die
vorgeschlagene Lageranordnung zeichnet sich durch die Möglichkeit
aus, in vereinfachter Weise die relativ komplexe Kontur insbesondere
des Lageraußenrings herzustellen, so dass dies preisgünstig
möglich ist. Die technologischen Vorteile der Lageranordnung
hinsichtlich eines günstigen Reibungsverhaltens bleiben
dabei vollumfänglich erhalten. Es ergibt sich daher ein
relativ verschleißarmer Betrieb, d. h. die Lagergebrauchsdauer
ist relativ hoch.
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Es
ergibt sich eine einfach aufgebaute Anordnung, die sowohl wirtschaftlich
zu fertigen als auch zu montieren ist. Die vorgesehenen Teile können
unter logistischen Gesichtspunkten einfach gehandhabt werden. Auch
hat die vorgeschlagene Lageranordnung ein relativ geringes Gewicht.
Es ergibt sich schließlich eine kompakte Bauweise mit geringen
Leistungsverlusten und hohen radialen und axialen Steifigkeiten.
Auch die Gebrauchsdauer ist infolge günstiger Schmiereigenschaften
hoch, was auch die benötigten Wartungsintervalle groß werden
lässt.
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In
der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
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1 den
Radialschnitt durch eine Lageranordnung für eine Kegelritzelwelle
in einem Hinterachsgetriebe eines Kraftfahrzeugs,
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2 eine
zu 1 alternative Lösung mit geringfügigen
Modifikationen,
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3 einen
ersten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung,
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4 einen
zweiten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung,
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5 einen
dritten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung,
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6 einen
vierten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung,
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7 einen
fünften Montageschritt während der Montage der
Lageranordnung,
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8 einen
sechsten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung,
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9 einen
siebten Montageschritt während der Montage der Lageranordnung
und
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10 die
fertig montierte Lageranordnung.
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In
den Figuren ist eine Lageranordnung 1 dargestellt, die
ein Wellenteil 2 in Form einer Kegelritzelwelle mit Kegelritzel 27 relativ
zu einem Gehäuse 3 radial und axial lagert. Die
Lageranordnung 1 befindet sich in einer gestuften Bohrung
im Gehäuse 3. Die Lageranordnung 1 hat
zwei als Zylinderrollenlager ausgebildete Radialwälzlager 4 und 5 sowie zwei
als Kugellager ausgebildete Axialwälzlager 6 und 7.
Sowohl die Zylinderrollenlager 4, 5 als auch die
Axialkugellager 6, 7 sind jeweils in axialem Abstand
zueinander angeordnet.
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Der
Lageraußenring 8', 8'', 8''' der
Lageranordnung 1 weist eine erste, zylindrische Laufbahn 9 des
Zylinderrollenlagers 4 und eine zweite, zylindrische Laufbahn 10 des
Zylinderrollenlagers 5 auf. Ferner hat der Lageraußenring 8', 8'', 8''' Laufbahnen 11' und 11'' des
Axialkugellagers 6 und eine Laufbahn 12 des Axialkugellagers 7.
Die beiden zylindrischen Laufbahnen 9 und 10 der
beiden Zylinderrollenlager 4, 5 befinden sich
in den beiden axialen Endbereichen des Lageraußenrings 8', 8'', 8'''.
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Wesentlich
ist, dass der Lageraußenring 8', 8'', 8''' aus
drei Teilen zusammengesetzt ist. Es handelt sich dabei um einen
ersten hülsenförmigen Ring 8' mit der
Laufbahn 9 des einen Zylinderrollenlagers 4 sowie
um einen zweiten hülsenförmigen Ring 8'' mit
der Laufbahn 10 des anderen Zylinderrollenlagers 5.
Weiterhin ist – als drittes Teil des Lageraußenrings – ein
zwischen den beiden hülsenförmigen Ringen 8', 8'' angeordneter
Mittenring 8''' vorgesehen, der mit den Laufbahnen 11', 11'', 12 der
beiden Axialwälzlager 6, 7 versehen ist.
Die drei Teile des Lageraußenrings 8', 8'', 8''' sind
separat gefertigt und dann miteinander verbunden.
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Wenngleich
für die Verbindung der Ringe 8', 8'', 8''' beliebige
kraft-, form- oder stoffschlüssige Verfahren zum Einsatz
kommen können, insbesondere auch das Verschweißen
oder Verlöten der Ringe, ist in den Ausführungsbeispielen
vorgesehen, dass die hülsenförmigen Ringe 8', 8'' mit
dem Mittenring 8''' über zusammenwirkende zylindrische
Sitzflächen 13', 13'', 14' und 14'' verbunden
sind, wobei die Teile 8' und 8''' bzw. 8'' und 8''' mit
einer Presspassung aneinander liegen.
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Die
axiale Festlegung des Lageraußenrings 8', 8'', 8''' im
Gehäuse 3 erfolgt vorliegend über eine Bohrung
im Gehäuse 3, die wie erwähnt stufenförmig ausgebildet
ist, d. h. die eine stirnseitige Anlagefläche 16 bildet.
Eine entsprechende Gegenkontur wird durch die Ringteile 8', 8'', 8''' geschaffen,
wonach der Mittenring 8''' eine stirnseitige Anlagefläche 15 bildet, die
an der Anlagefläche 16 anliegt.
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Die
axiale Festlegung des Lageraußenrings 8', 8'', 8''' in
der anderen Achsrichtung erfolgt in den Ausführungsbeispielen
durch einen Sprengring 17, der in eine ringförmige
Eindrehung im Gehäuse 3 eingesetzt wird und so
den hülsenförmigen Ring 8' an der axialen
Verschiebung im Gehäuse 3 hindert.
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Die
Lagerinnenringe 18 und 19 der beiden Radiallager 5, 6 sind
im Radialschnitt L-förmig ausgebildet und weisen die Laufbahnen 20', 20'' und 21 der Axiallager 6, 7 auf.
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Die
axiale Vorspannung in der Lageranordnung 1 kann in vorteilhafter
Weise durch einen Abstandshalter 22 erfolgen, der als zylindrische
Hülse ausgebildet ist. In den Innenringen 18, 19 sind
vorliegend Eindrehungen 23 bzw. 24 eingearbeitet,
in denen der Abstandshalter 22 mit Presspassung sitzt.
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Im
Ausführungsbeispiel sind die Radialwälzlager 4, 5 als
Zylinderrollenlager ausgebildet, d. h. die Wälzkörper 25, 26 sind
Zylinderrollen.
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Im
Falle eines Achsgetriebes, insbesondere bei Ritzellagereinheiten
für Fahrzeughinterachsgetriebe bzw. für Verteilergetriebe,
wirken zwischen dem nicht dargestellten Tellerrad und dem Kegelritzel 27 Kräfte,
die also von den beiden Zylinderrollenlagern 4, 5 und
den beiden Axialkugellagern 6, 7 aufgenommen werden.
Bei der Anordnung und Dimensionierung der vier Lagerreihen bzw.
Lagerstellen sind die unterschiedlich hohen Beträge und
Richtungen der Verzahnungskräfte zwischen Kegelritzel 27 und Tellerrad
berücksichtigt.
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Die
Wahl der Lagerbauformen und deren Montage erlauben dabei eine nahezu
reibungsfreie Kraftübertragung und damit im Fahrzeugbetrieb
eine erhebliche Verringerung der Verlustleistung. Auch die bei der
Lagerung von Kegeltrieben wichtige Kenngröße der
Steifigkeit ist vor allem in axialer Richtung durch den Einsatz
von Axialkugellagern berücksichtigt.
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Die
dargestellte Kegelritzelwelle 2 eines Achsgetriebes weist
einen schulterlosen Schaft auf, an dessen linken Ende das Kegelritzel 27 sitzt.
Das dem Kegelritzel 27 benachbarte Zylinderrollenlager 4 ist
wegen der zwischen Kegelritzel 27 und Tellerrad wirkenden
hohen Radialkraft stärker ausgebildet als das am anderen
Ende der Kegelritzelwelle 2 angeordnete Zylinderrollenlager 5.
Im Zugbetrieb wird die in der Verzahnung wirkende Axialkraft von
dem zweireihigen Axialkugellager 6 aufgenommen und über die
Stirnseite 15 des Rings 8''' in das Getriebegehäuse 3 eingeleitet.
Umgekehrt wird bei Schubbetrieb die in entgegengesetzter Richtung
wirkende Axialkraft von dem kleineren einreihigen Axialkugellager 7 aufgenommen
und über die den Sprengring 17 in das Getriebegehäuse 3 geleitet.
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Die
vorgeschlagene Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass eine
sehr wirtschaftliche Herstellung der Lageranordnung und insbesondere
des Lageraußenrings 8', 8'', 8''' möglich
wird. Dabei handelt es sich bei den Teilen 8' und 8" um
sehr einfache Bauteile (zylindrische Hülsen). Aber auch
der Teil 8''' ist als einfacher zylindrischer Ring mit
Stufung ausgebildet, der einfach und preiswert hergestellt werden
kann. Das Teil 8''' hat eine gestufte Außen- und eine
gestufte Innenfläche. Die gestufte Außenfläche nimmt über
einen Presssitz kraftschlüssig das Teil 8' auf,
die gestufte Innenfläche übernimmt gleichermaßen
mit Presspassung das Teil 8''.
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Die
drei Ringe 8', 8'', 8''' werden also
nach ihrer Fertigbearbeitung über zwei Presssitze miteinander
verbunden. Dies erfolgt bevorzugt zur Reduzierung der Aufpresskräfte
durch ein Erwärmen bzw. Abkühlen der Teile 8', 8'' vor
dem Aufpressen.
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Der
Außendurchmesser des Teils 8''' ist dabei geringfügig
kleiner ausgeführt als der Außendurchmesser des
Teils 8', da das Teil 8''' nur Kräfte
in axialer Richtung übertragen soll.
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Nach
der Montage aller Komponenten der Lageranordnung 1 erfolgt
das „Schließen" der Lagereinheit über
den hülsenförmigen Abstandshalter 22 zwischen
den beiden Innenringen 18, 19, der die Ringe 18, 19 wie
erwähnt mittels zweier Presssitze miteinander verbindet.
Die axiale Breite des Abstandshalters 22 ist entscheidend
für die Größe der minimal notwendigen
axialen Vorspannung nach der Montage auf der Ritzelwelle 2 nach
Anziehen einer Ritzelmutter 29, die einen Antriebsflansch 28 auf
der Welle 2 festlegt. Der Abstandshalter 22 kann
aus Leichtmetall bestehen.
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Bei
der Montage des Kegelritzels 27 mit seiner Welle 2 mit
der selbsthaltenden Lageranordnung 1 werden die beiden
Innenringe 18 und 19 zusammen mit dem dazwischen
angeordneten hülsenförmigen Abstandshalter 22 gemeinsam
mit einer gewissen Überdeckung auf die Ritzelwelle 2 gepresst.
Der Kraftfluss erfolgt hierbei nur über die beiden Innenringe 18, 19 und
den Abstandshalter 22. Durch das Anziehen der Ritzelmutter 29 wird über
den Antriebsflansch 28 die Lagereinheit mit der Ritzelwelle 2 axial verspannt.
Die Steifigkeitscharakteristik des Abstandshalters 22,
dessen axiale Breite und das Anzugsmoment der Ritzelmutter 29 sorgen
für die gewünschte Minimalbelastung der Axialkugellager 6 und 7.
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Die
radialen Betriebskräfte werden ausschließlich
von den beiden Zylinderrollenlagern 4 und 5 aufgenommen,
die sich radial direkt am Gehäuse 3 abstützen.
Die axiale Betriebskraft wird im Zugbetrieb über die Stirnseite 15 des
Rings 8''' direkt an der stirnseitigen Anlagefläche 16 im
Gehäuse 3 abgestützt. Im Schubbetrieb
erfolgt die axiale Abstützung am Gehäuse 3 über
die kleinere Schulter des Rings 8''' und den Ring 8' an
dem Sprengring 17.
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Die
Abdichtung erfolgt im Ausführungsbeispiel gemäß 1 mittels
eines Radialwellendichtringes 30. Alternativ kann – und
dies ist in 2 zu sehen – die Abdichtfunktion
bereits in das Lager selber integriert sein. In diesem Falle sind
der Innenring 19 und der Außenring 8" zur
Aufnahme eines Radialwellendichtringes 30 verlängert.
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Zur
statischen Abdichtung kann am Außendurchmesser des Teils 8'' ein
Dichtring 31, insbesondere ein O-Ring, eingelegt werden.
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In
den 3 bis 9 ist eine bevorzugte Vorgehensweise
bei der Montage der vorgeschlagenen Lageranordnung illustriert. 10 zeigt
die fertig montierte Lageranordnung.
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In 3 ist
ein erster Montageschritt zu sehen, bei dem der eine Teil des insgesamt
dreiteiligen Lageraußenrings, nämlich der hülsenförmige
Ring 8'', in einen ersten zylindrischen Sitz 32 (in
Pfeilrichtung) eingepresst wird, d. h. zwischen dem Ring 8'' und
dem Sitz 32 liegt im montierten Zustand Presspassung vor.
Der Ring 8'' wird dabei axial eingepresst, bis er an einer
stirnseitigen Anlagefläche 16' im Gehäuse 3 anliegt.
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Im
zweiten Montageschritt gemäß 4 wird
der Mittenring 8''' (in Pfeilrichtung) eingepresst; er
sitzt dann mit Presspassung in einem zweiten zylindrischen Sitz 33.
Für die Anlage der einen Stirnseite 15 des Mittenrings 8''' ist
die stirnseitige Anlagefläche 16 im Gehäuse 3 vorgesehen.
Dabei sind die Abmessungen so ausgeführt, dass bei eingepresstem Mittenring 8''' dieser
mit seiner Stirnseite 15 das axiale Ende des Rings 8'' kontaktiert.
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Die
zylindrischen Sitze 32, 33 können, müssen
aber nicht unterschiedliche Nenndurchmesser haben.
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Gemäß eines
dritten Montageschritts nach 5 wird der
letzte der drei Teile des Lageraußenrings (in Pfeilrichtung)
eingepresst, nämlich der hülsenförmige
Ring 8'. Dieser sitzt im Ausführungsbeispiel wie
der Mittenring 8''' im zweiten zylindrischen Sitz 33.
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In
einem vierten Montageschritt gemäß 6 wird
der Kugelkranz des Axialwälzlagers 7 eingesetzt
und der Lagerinnenring 19 samt Wälzkörpersatz 26 montiert.
Dabei ist zu bemerkten, dass zwischen den Schritten gemäß 5 und 6 die
gesamte teilmontierte Einheit um eine horizontal verlaufende Achse
um 180° verdreht wurde.
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Wie
in 7 zu sehen ist, wird in einem fünften
Montageschritt ein Radialwellendichtring 30 (in Pfeilrichtung)
in den axialen Endbereich des Lagerrings 8'' bzw. des Lagerrings 19 eingepresst,
so dass diese Seite der Lageranordnung abgedichtet ist.
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Nunmehr
wird die gesamte vormontierte Lageranordnung erneut um 180° um
eine horizontale Achse gedreht, um in die in 8 skizzierte
Position zu gelangen. In dieser wird in einem sechsten Montageschritt
der Kugelkranz des Axialwälzlagers 6 sowie der
Lagerinnenring 18 samt Wälzkörpersatz 25 montiert.
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Gemäß 9 erfolgt
in einem siebten Montageschritt das Einsetzen des Sprengrings 17 in
eine Nut im Gehäuse 3, so dass der Lagerring 8' und
damit die gesamte Lageranordnung axial gesichert ist.
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Die
fertige montierte Lageranordnung ist in 10 dargestellt,
wobei hier auch bereits das Wellenteil 2 des Kegelritzels
ebenfalls montiert ist.
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Beim
Anstoßenlassen der Lagerringe 8' und 8'' am
Mittenring 8''' – wie es insbesondere in 5 gezeigt
ist – kann auf den Einsatz eines Dichtrings 31 (O-Ring)
wie in 2 zu sehen verzichtet werden. Es ergibt sich hier
auch so ein dichtender Verbund zwischen den Lagerringen 8', 8'' und 8''',
insbesondere wenn diese mit Presspassung in den zylindrischen Sitzen 32 und 33 sitzen,
wie es bevorzugt vorgesehen ist.
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Das
bevorzugte Material für das Gehäuse 3 ist
Leichtmetall wie z. B. Aluminium; aber auch Stahl ist als Gehäusematerial
möglich. Das Gehäuse 3 kann dabei mit
entsprechenden Befestigungsflanschen versehen sein.
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- 1
- Lageranordnung
- 2
- Wellenteil
- 3
- Gehäuse
- 4
- Radialwälzlager
(Zylinderrollenlager)
- 5
- Radialwälzlager
(Zylinderrollenlager)
- 6
- Axialwälzlager
(Axialkugellager)
- 7
- Axialwälzlager
(Axialkugellager)
- 8',
8'', 8'''
- Lageraußenring
- 8'
- Teil
des Lageraußenrings (hülsenförmiger Ring)
- 8''
- Teil
des Lageraußenrings (hülsenförmiger Ring)
- 8'''
- Teil
des Lageraußenrings (Mittenring)
- 9
- Laufbahn
- 10
- Laufbahn
- 11'
- Laufbahn
- 11''
- Laufbahn
- 12
- Laufbahn
- 13'
- Sitzfläche
- 13''
- Sitzfläche
- 14'
- Sitzfläche
- 14''
- Sitzfläche
- 15
- Stirnseite
- 15'
- Stirnseite
- 16
- stirnseitige
Anlagefläche
- 16'
- stirnseitige
Anlagefläche
- 17
- Sprengring
- 18
- Lagerinnenring
- 19
- Lagerinnenring
- 20'
- Laufbahn
- 20''
- Laufbahn
- 21
- Laufbahn
- 22
- Abstandshalter
- 23
- Eindrehung
- 24
- Eindrehung
- 25
- Wälzkörper
- 26
- Wälzkörper
- 27
- Kegelritzel
- 28
- Antriebsflansch
- 29
- Ritzelmutter
- 30
- Radialwellendichtring
- 31
- Dichtring
(O-Ring)
- 32
- erster
zylindrischer Sitz
- 33
- zweiter
zylindrischer Sitz
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102005058396
B3 [0002]