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Technisches Gebiet
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Die
Erfindung bezieht sich auf einen medizinischen Clip zum Verschliessen
einer Gewebeöffnung mit zwei getrennt ausgebildeten, im
Wesentlichen länglich geformten Greifarmen, die jeweils
ein erstes und zweites Greifarmende aufweisen, sowie mit einem Wirkmechanismus,
der beide Greifarme um eine im Bereich des ersten Greifarmendes
durchsetzende Drehachse unter Ausbildung einer sich zwischen beiden
zweiten Greifarmenden ausbildenden Greifkraft schwenkbar lagert.
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Stand der Technik
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Medizinische
Clips zum Verschließen von Gewebeöffnungen, die
beispielsweise durch Verletzungen oder chirurgische Eingriffe herrühren,
sind vielfach bekannt und dienen einer beschleunigten und schonenden
Wundheilung. Typischerweise verfügen derartige medizinische
oder chirurgische Clips oder Klammern, wie sie auch häufig
genannt werden, über ein plastisch verformbares, U- oder
V-förmig ausgebildetes Metallprofil mit zwei sich gegenüberliegenden
Klemmarmen, die je nach Ausbildung über spitze Endkonturen
verfügen und im Wege plastischer Verformung zu Zwecken
des Abdrückens eines Gefäßkanals oder
zum Verschließen einer Gewebeöffnung in eine Greif-
oder Schließstellung überführt werden
können. In nicht abschließender Weise wird zur
weiteren Erläuterung derartiger bekannter chirurgischer
Clips auf folgende Druckschriften verwiesen:
DE 298 12 967 U1 ,
DT 26 25 991 A1 ,
DE 195 20 158 C2 sowie
DE 198 58 581 C2 .
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Eine
chirurgische Klammer in Art einer Wäscheklammer, die jedoch
einstückig aus einem vorzugsweise metallischen Material
hergestellt ist, ist in der
DE 691 22 002 T2 beschrieben.
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Aus
der
DE 102 59 411
A1 ist ein medizinischer Clip zu entnehmen, der als gekrümmtes
Metallplättchen bestehend aus elastischem biokompatiblen Material
ausgebildet ist, in dem ein Durchbruch unter Bildung zweier Laschen
mit je einer Stirnseite als Greifelemente eingebracht ist, wobei
sich die beiden Stirnseiten gegenüberstehen und die beiden
Laschen von dem Plättchen abgebogen sind. Ein derartiger
Clip lässt sich leicht am oder im Gewebe applizieren und
ist darüber hinaus einfach und kostengünstig herzustellen.
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Aus
der
DE 299 23 545
U1 ist eine vom Körper resorbierbare chirurgische
Klammer zur intraoperativen Anwendung in der Chirurgie zu entnehmen, deren
spitz ausgebildete Greiferbacken mittels eines Kniehebelmechanismuses
betätigbar sind.
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Im
Gegensatz zu den vorstehend beschriebenen, bekannten Klammertechniken,
die durch direkte Handhabung an Gewebestellen von einem Operateur
applizierbar sind, geht aus der
US 7,094, 245 B2 eine endoskopische Vorrichtung
zur intrakorporalen, minimalinvasiven Platzierung chirurgischer Clips
zu Zwecken einer lokalen Blutstillung hervor. Die zumeist drahtförmig,
mit unterschiedlichen Konturen gebogenen Klammern werden mit einer
elastischen Vorspannung durch das endoskopische Hohlinstrument hindurchgeführt,
so dass sie nach Durchführen durch die distalseitige Öffnung
des Endoskops zur Aufnahme eines Blut zustillenden Gewebebereiches
aufspreizen. Mit Hilfe eines Führungsringes, der über
die aufgespreizte Klammer distalseits geführt wird, werden
die drahtförmigen Klammerbacken zusammengepresst und im
Weiteren intrakorporal belassen. Eine ähnliche Anordnung
ist darüber hinaus der
US 2004/0092978 A1 zu entnehmen.
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Darstellung der Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen medizinischen Clip zum
Verschließen einer Gewebeöffnung mit zwei getrennt
ausgebildeten, im Wesentlichen länglich geformten Greifarmen,
die jeweils ein erstes und ein zweites Greifarmende aufweisen, sowie
mit einem Wirkmechanismus, der beide Greifarme um eine im Bereich
des ersten Greifarmendes durchsetzende Drehachse unter Ausbildung einer
sich zwischen beiden zweiten Greifarmenden ausbildenden Greifkraft
schwenkbar lagert, derart weiterzubilden, dass mit möglichst
einfachen Mitteln der Einsatz in der minimal invasiven Chirurgie
unter Nutzung endoskopischer Operationstechniken möglich
wird, d. h. ein Operateur soll in der Lage sein, derartige medizinische
Clips durch ein Endoskop hindurch intrakorporal zu positionieren
und entsprechend an einer zu verschließenden Wundstelle
in Form einer Gewebeöffnung zu applizieren. Zudem soll
eine beliebige Skalierbarkeit des medizinischen Clips möglich
sein ohne dessen Funktionalität zu beeinträchtigen.
Insbesondere für minimal invasive endoskopische Applikationen
gilt es den medizinischen Clip möglichst klein, d. h. mit
einer Größe von nur wenigen Millimetern auszubilden.
Auch soll es möglich sein, den medizinischen Clip extrakorporal
ohne zu Hilfenahme von Instrumenten, rein manuell zu applizieren.
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Die
Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe ist
im Anspruch 1 angegeben. Eine Vorrichtung zur intrakorporalen Positionierung
eines lösungsgemäß ausgebildeten medizinischen
Clips ist Gegenstand des Anspruches 11. Den Erfindungsgedanken vorteilhaft
weiterbildende Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche
sowie der Beschreibung und insbesondere unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele
zu entnehmen.
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Lösungsgemäß zeichnet
sich ein medizinischer Clip zum Verschließen einer Gewebeöffnung, der
nach den gattungsbildenden Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches
1 ausgebildet ist, dadurch aus, dass der Wirkmechanismus wenigstens zwei
axial zur Drehachse in gegenseitigen Eingriff bringbare und jeweils
einstückig mit den Greifarmen ausgebildete Wirkelemente
vorsieht, die im Falle des gegenseitigen Eingriffes eine auf Federkraft
beruhende oder vermittels eines Rastmechanismus hervorgerufene Greifkraft
zu erzeugen in der Lage sind.
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Die
dem lösungsgemäßen medizinischen Clip
zugrunde liegende Idee basiert auf der Erkenntnis die Greifarme
des Clips jeweils einstückig mit einem Wirkelement zu verbinden
und die Wirkelemente beider Greifarme in einem Ausgangszustand derart
relativ zueinander zu positionieren, so dass zwischen den Greifarmenden,
die für eine Halte- oder Verschlussfunktion in Eingriff
mit intra- oder extrakorporalen Gewebebereichen zu bringen sind,
keine Greifkraft wirkt. Erst durch Verdrehen beider Greifarme um
eine die Wirkelemente der einzelnen Greifarme koaxial durchsetzenden
Drehachse in eine Position, in der die Wirkelemente miteinander
in Wirkverbindung treten, bildet sich eine zwischen den Greifarmenden
wirkende Greifkraft aus.
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Beim Überführen
des lösungsgemäß ausgebildeten medizinischen
Clips aus der vorstehend geschilderten ersten Position, in der keine
Greifkraft zwischen den Greifarmen des medizinischen Clips herrscht,
in die zweite Position nähern sich die Wirkelemente aus
einer axial voneinander beabstandeten Position gegenseitig an und
gelangen über entsprechende Berührflächen
gegenseitig derart in Kontakt, so dass ein die Greifkraft initiierendes
Drehmoment zwischen beiden Wirkelementen erzeugt wird, das auf einer
elastischen Verformung der Wirkelemente und/oder eines von beiden
Greifarmen ergriffenen Gewebebereiches herrührt. Der besondere
Vorteil des Clips besteht insbesondere darin, den Clip in einem
Spannungs- oder Kräftefreien Zustand an eine Gewebestelle
zu positionieren und die Greifkraft vor Ort durch bloßes
Verdrehen beider Greifarme zu erzeugen und dies mit einfachsten
Mitteln, die dem Operateur beim Umgang mit Endoskopen ohnehin zur
Verfügung stehen.
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Im
Falle eines minimalinvasiven chirurgischen Eingriffes wird wenigstens
ein lösungsgemäß ausgebildeter medizinischer
Clip durch ein starres oder flexibles medizinisches Hohlinstrument
hindurchgeführt, das über eine Instrumentenlänge
verfügt, die es ermöglicht von extrakorporal das
distalseitige Instrumentenende intrakorporal zu positionieren, und
das einen Instrumentendurchmesser aufweist, der ein Einführung
und Durchführen des medizinischen Clips in und durch das
Hohlinstrument erlaubt. Zum Durchführen des medizinischen
Clips ist dieser in der vorstehend beschriebenen ersten Position
vorzusehen, wozu ein in das Hohlinstrument einführbares
Führungselement zur Übertragung axialer Schub-
und Zugkräfte verwendet wird, das mit dem Wirkmechanismus
eines innerhalb des Hohlinstrumentes eingebrachten medizinischen
Clips in eine lösbare Verbindung derart bringbar ist, dass
der medizinische Clip nach vollständigem Durchführen durch
das Hohlinstrument vermittels des Führungselementes in
eine Relativlage zur distalseitigen Austrittsöffnung des
Hohlinstrumentes überführt werden kann, aus der
der medizinische Clip mit voneinander gespreizten Greifarmen partiell
in das Hohlinstrument distalseitig wieder eingezogen werden kann, wodurch
die Greifarme durch die distalseitige Öffnung zusammengedrückt
werden, d. h. die Greifarme rotieren samt ihrer Wirkelemente um
die vorstehend beschriebene Drehachse, so dass die Wirkelemente in
gegenseitigen Eingriff gebracht werden, wodurch letztlich die sich
zwischen den Greifarmen ausbildende Greifkraft erzeugt wird.
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Wie
die nachstehenden konkreten Ausführungsbeispiele zeigen
werden, existieren grundsätzlich zwei alternative Wirkmechanismen
zur Realisierung eines lösungsgemäß ausgebildeten
medizinischen Clips, nämlich ein auf Federkraft und ein
auf einem Rastmechanismus basierender Wirkmechanismus.
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Kurze Beschreibung der Erfindung
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Die
Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen
Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch beschrieben. Es zeigen:
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1a–d
Illustration eines medizinischen Clips mit auf einem Rastmechanismus
basierenden Wirkelementen,
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2a–f
Illustrationen zur Darstellung eines medizinischen Clips mit einem
auf Federkraft beruhenden Wirkmechanismus,
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3 Darstellung
zur minimalinvasiven Applikation eines medizinischen Clips gemäß 1,
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4a–c
Darstellung einer ersten Variante zur minimalinvasiven Applikation
eines medizinischen Clips gemäß 2,
sowie
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5a–e
Sequenzbilddarstellungen zur minimalinvasiven Applikation eines
medizinischen Clips gemäß 2.
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Wege zur Ausführung der Erfindung,
gewerbliche Verwendbarkeit
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Die
Figuren 1a–d illustrieren einen
medizinischen Clip, dessen Greifkraft auf Basis eines Rastmechanismus
beruht. In der Teilbilddarstellung gemäß 1a sind
zwei getrennt voneinander ausgebildete Greifarme 1, 2 dargestellt,
von denen jeder einzelne Greifarm einstückig, beispielsweise
aus einem metallischen Werkstoff gefertigt ist. Jeder einzelne Greifarm
verfügt über einen länglich ausgebildeten
Greifarmbereich 3, dessen greiferseitiges Ende, das so
genannte zweite Greifarmende 4, in Form einer Greiferspitze 5 ausgebildet
ist, deren Längserstreckung gegenüber der Längserstreckung
des länglich ausgebildeten Greifarmbereiches 3 um
einen Winkel α ≥ 0 angewinkelt ist.
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Am
so genannten ersten Greifarmende 4' ist einstückig
ein Wirkelement in Form einer außengezahnten Fächerscheibe 6 vorgesehen.
Fächerscheiben sind nach DIN 6798 entsprechend
standardisiert. Selbstverständlich können auch
alternative gleichwirkende Rastmechnismen eingesetzt werden, im
Weiteren wird jedoch das konkrete Ausführungsbeispiel mit
außengezahnten Fächerscheiben 6 näher
erläutert. Die außengezahnte Fächerscheibe 6 weist
an ihrem Umfangsrand jeweils eine Vielzahl von gegen eine der jeweiligen
Fächerscheibe zuordenbare Scheibenebene geneigte Fächerelemente 7 auf,
die durch koaxiales Aneinanderfügen beider Fächerscheiben
längs der Drehachse D in unmittelbare Anlage zu den Fächerelementen
der jeweils anderen Fächerscheibe gebracht werden. In 1b in
Verbindung mit der rechten Darstellung gemäß 1c ist
ein derartiger Zustand illustriert. In diesem Zustand befinden sich
die Fächerscheiben 6 beider Greifarme 1, 2 längs
zur Drehachse D in koaxialer Überlappung, wobei die Fächerelemente 7 im
gegenseitigen Eingriff gemäß Bilddarstellung gemäß 1c rechte
Darstellung gelangen, die eine seitliche Teilansicht in der Scheibenebene
der jeweiligen Fächerscheiben zeigt.
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Damit
einerseits gewährleistet ist, die Fächerelemente 7 beider
Fächerscheiben 6 in innigen Flächenkontakt
zu bringen, andererseits jedoch eine Verdrehbarkeit beider Fächerscheiben
und damit verbunden beider Greifarme 1, 2 in eine
Drehrichtung zu ermöglichen, gilt es die Fächerscheiben 6 beider Greifarme 1, 2 axial,
d. h. längs der Drehachse D unter gegenseitige Vorspannung
zu bringen. Hierzu ist zusätzlich ein Federelement in Form
einer Federscheibe 8 vorgesehen, die gemeinsam mit den
außengezahnten Fächerscheiben 6 auf einer
innenliegenden Welle 9 zentriert ist. Nicht in 1 dargestellt ist ein festes Gegenlager,
das beidseitig zu der in der 1c dargestellten
Anordnung längs der Welle 9, vorzugsweise in Form
einer Schraub- oder Nietverbindung für eine axiale Verpressung
der Fächerscheiben 6 sowie der vorhandenen Federscheibe 8 sorgt,
so dass die Fächerelemente 7 der Fächerscheiben 6 unter
Vorspannung im axialen gegenseitigen Eingriff gelangen.
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Die
axiale Vorspannung sollte gerade so gewählt sein, dass
ein gegenseitiges Verdrehen beider Fächerscheiben 6 relativ
zur Achse D in der in der linken Darstellung gemäß 1c angegebenen
Drehrichtung möglich ist (siehe Pfeile). Durch die konstruktive
Ausbildung der außengezahnten Fächerscheibe ist
leicht ersichtlich, dass eine entgegen der in 1c linken
Darstellung angedeuteten Relativdrehrichtung orientierte Verdrehung
beider Fächerscheiben nicht möglich ist. In diesem
Falle wirkt der gegenseitige Rastmechanismus.
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Werden
die Greifarme 1, 2 in der gemäß 1d dargestellten
Weise gegenseitig zusammengedrückt (siehe Pfeile) und gelangen
dabei die Greiferspitzen 5 in Eingriff mit einem zu verschließenden Gewebebereich 10,
so vermag der wirksam werdende Rastmechanismus der gegenseitig in
Eingriff stehenden Fächerscheiben einer im Gewebebereich 10 wirkenden
Greifkraft F Stand zu halten, die im Wesentlichen auf der Elastizität
des Gewebes und einer damit verbundenen elastischen Rückstellkraft
beruht.
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Aus
den Bilddarstellungen gemäß 1 ist der
einfache Aufbau eines medizinischen Clips zu entnehmen, dessen Greifkraft
auf Basis eines Rastmechanismus beruht. Zur Herstellung eines derartigen
Clips bietet es sich an, die einzelnen Greifarme aus einem metallischen
Flachmaterial, vorzugsweise mittels Stanz- oder Schneidtechnik einstückig
herauszuarbeiten. Der länglich ausgebildete Greifarmbereich 3 ist
anstelle der Ausbildung eines einzigen Flächenelementes 7 mit
der außengezahnten Fächerscheibe einstückig
verbunden.
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Eine
weitere Alternative zur Ausbildung des lösungsgemäßen
medizinischen Clips ist in 2 dargestellt.
In diesem Fall basiert der Wirkmechanismus zwischen beiden Greifarmen
auf einer torsionalen Schraubenfederspannkraft. 2a zeigt
in axialer Draufsicht zwei in koaxialer Überdeckung gebrachte
Greifarme 1, 2 deren Greiferspitzen 5 in
Art von Aufsteckhülsen ausgebildet sind, die auf den ansonsten
stumpf ausgebildeten zweiten Greifarmenden 4 festgefügt
sind. Die Greifarmspitzen 5 sind aus einem im Körperinneren
eines Individuums abbaubaren und resorbierbaren Material, vorzugsweise
Magnesium, gefertigt, so dass sie sich im Laufe der Zeit innerhalb
des Körpers von alleine aufzulösen vermögen.
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Das
den zweiten Greifarmenden 4 gegenüberliegende
erste Greifarmende 4' ist im Falle des Ausführungsbeispiels
in 2 in Art eines Schraubenfederabschnittes 11 mit
jeweils einem stirnseitig stumpfen Federende 12 ausgebildet.
Zur Illustration sei auf 2b verwiesen,
die eine Detailseitenansicht der Schraubenfederabschnitte 11 der
axial voneinander beabstandeten Greifarme 1, 2 zeigt.
In diesem Fall weisen die Schraubenfederabschnitte 11 beider
Greifarme 1, 2 jeweils einen halben Schraubenfedergang
auf, der jeweils stirnseitig mit einem stumpfen Federende 12 abschließt.
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Wieder
sei angenommen, dass im Bereich der Schraubenfederabschnitte 11 beide
Greifarme 1, 2 mit Hilfe eines axialen Gegenlagers,
beispielsweise in Form einer Schraub- oder Nietverbindung unter axialer
Vorspannung gegenseitig zur Anlage gebracht werden. In 2c ist
eine Ansicht der beiden in axiale Anlage gebrachte Schraubenfeder
dargestellt, bei der die stumpfen Federenden 12 nicht in gegenseitige
Anlage gebracht sind, d. h. die Schraubenfederabschnitte vermögen
in dieser Position keine torsionale Vorspannung zu generieren. Einen
derartigen Zustand nimmt der medizinische Clip in der in 2e dargestellten
Form ein. In diesem Fall lagern die spitzen Greiferbackenenden 5 kraftfrei
um die Drehachse D.
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Verdreht
man jedoch beide Greifarme 1, 2 in Richtung der
in 2f dargestellten Stellung, so gelangen die stumpfen
Federenden 12 einerseits in gegenseitigen Eingriff und
ein Zusammendrücken beider Greiferspitzen 5 in
die Stellung gemäß 2f generiert
eine torsionale Vorspannung zwischen beiden in Eingriff stehenden
Schraubenfederabschnitten 11 beider Greifarme 1, 2.
Zur Aufrechterhaltung der torsionalen Vorspannung gilt es die nicht
weiter in 2 dargestellten axialseitig
vorzusehenden mechanischen Gegenlager entsprechend von außen
gegen die Schraubenfederabschnitte zu verpressen.
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Eine
Möglichkeit zur minimalinvasiven intrakorporalen Applikation
eines lösungsgemäßen medizinischen Clips
gemäß dem Ausführungsbeispiel in 1 ist in 3 schematisiert
dargestellt. Mit Hilfe eines starren oder flexibel ausgebildeten
medizinischen Hohlinstrumentes 13 können die einzelnen medizinischen
Clips MC längs des Hohlkanals des Instrumentes 13 an
eine intrakorporale Position mit Hilfe eines Führungselementes 14 geführt
werden. In dem in 3 mit I gekennzeichneten Zustand
erstrecken sich die Greifarme 1, 2 diametral entgegengesetzt
zu den außengezahnten, im gegenseitigen Eingriff befindlichen
Fächerscheiben 6, so dass der medizinische Clip
MC einen maximalen Durchmesser aufweist, der durch den Fächerscheibendurchmesser
selbst gegeben ist. Der medizinische Clip MC wird mit Hilfe des
Führungselementes 14 vollständig distalseits
aus dem Hohlinstrument 13 vorgeschoben und anschließend
teilweise in das Hohlinstrument zurückgezogen, so dass
der Öffnungsrand 15 des Hohlinstrumentes 13 in
Eingriff mit den länglich ausgebildeten Greifarmbereichen 3 beider
Greifarme 1, 2 gerät, die aufeinander
zugerastet werden. In Abhängigkeit der Einzugtiefe des
medizinischen Clips MC in das medizinische Hohlinstrument 13 können
die Greifarmspitzen 5 aufeinander zu bewegt werden.
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4 zeigt Sequenzbilddarstellungen zur intrakorporalen
Applikation eines medizinischen Clips gemäß dem
Ausführungsbeispiel in 2.
In 4a befinden sich medizinische Clips MC in einer
mit den Greifarmen aufgespreizten Stellung längs eines
medizinischen Hohlinstrumentes 13. Gleichfalls werden die
medizinischen Clips MC mit Hilfe eines Führungselementes 14 längs
des Hohlinstrumentes 13 geschoben. In 4b ist
der Fall illustriert, in dem ein medizinischer Clip MC distalseitig
durch die Öffnung des medizinischen Hohlinstrumentes 13 vorgeschoben
wird und nachfolgend derart gegenüber dem distalseitigen
Ende des Hohlinstrumentes 13 positioniert wird, so dass
der medizinische Clip MC eine in 4c dargestellte
Position einnimmt. In diesem Fall wird der medizinische Clip MC
gleichfalls mit Hilfe des Führungselementes 14 teilweise
in Richtung des Hohlinstrumentes 13 zurückgezogen,
wodurch die Schraubenfederabschnitte beider Greifarme 1, 2 in Eingriff
geraten und eine torsionale Vorspannung gemäß den
vorstehenden Erläuterungen generiert wird.
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In 5 ist eine alternative Applikationsweise
eines medizinischen Clips MC gemäß dem in 2 illustrierten Ausführungsbeispiel
dargestellt. In 5a wird ein medizinischer Clip
MC durch den Hohlkanal eines Hohlinstrumentes 13 mit Hilfe
eines Führungselementes 14 geschoben. Die Spitzen
der beiden Greiferarme 1, 2 überlappen
sich in der in 4a ersichtlichen Weise, d. h.
die koaxial angeordneten Schraubenfederabschnitte beider Greifarme 1, 2 befinden
sich nicht im gegenseitigem Eingriff, sondern vielmehr in einem
Zustand der in 2c gezeigt ist. Mit Hilfe des
in den Sequenzbildern 5b bis e dargestellten Führungselementes 14 wird
der medizinische Clip MC gleichfalls zunächst aus dem Hohlinstrument 13 distalseits
geschoben, wobei die Greifarme 1, 2 gemäß 5b auseinanderspreizen,
anschließend wird der medizinische Clip MC mit Hilfe des
Führungselementes 14 proximalwärts in
das Hohlinstrument 13 zurückgezogen, wobei die Schraubenfederabschnitte
in gegenseitige Anlage gebracht werden und sich so eine torsionale
Vorspannung ausbildet, durch die die Greiferspitzen 5 aneinander
gedrückt werden. In 5d löst
sich das Führungselement 14 vom medizinischen
Clip MC, so dass gemäß 5e das
Hohlinstrument samt Führungselement 14 extrakorporal
entnommen werden kann.
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In
vorteilhafter Weise lässt sich am medizinischen Clip im
Bereich der beiden in gegenseitigen Eingriff bringbaren Schraubenfederabschnitten
ein faden- oder bandförmiges Mittel, vorzugsweise in Form
eines sterilen Fadens, anbringen, der gemeinsam mit dem medizinischen
Clip durch das Hohlinstrument hindurch intrakorporal verbracht werden
kann und der, nachdem das Hohlinstrument extrakorporal entfernt
worden ist, einseitig an dem am Gewebebereich fixierten medizinischen
Clip verbleibt. Das andere Ende des Fadens ragt durch eine Körperöffnung,
bspw. in Form einer frisch vernähten oder geklammerten
Szissur, extrakorporal nach außen. Da intrakorporale Verletzungen
bereits innerhalb weniger Stunden einem initialen Heilungsprozess
unterliegen, können die medizinischen Clips fallweise bereits
nach wenigen Stunden wieder entfernt werden. Hierzu bietet der Faden
für den Operateur ein einfaches Mittel den Clip extrakorporal
wieder zu entfernen. Dies erfolgt in einfacher Weise durch Ziehen längs
des Fadens, so dass der medizinische Clip durch die vernähte
oder geklammerte Szissur an der Körperdecke, die jedoch
noch nicht verwachsen ist, entfernt werden kann.
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Ein
weiterer Vorteil des medizinischen Clips gemäß dem
in den 2, 4 und 5 beschriebenen Ausführungsbeispiel
betrifft die Möglichkeit der Ausbildung und Bevorratung
einer Vielzahl von medizinischen Clips, die über unterschiedliche
Federhärten in den jeweiligen Schraubenfederabschnitten
verfügen, die je nach Federhärte z. B. individuell
farblich codiert sein können. Je nach Gewebeart und Verletzungssituation
kann der Arzt aus einem Sortiment von medizinischen Clips mit unterschiedlichen
Federhärten, die jeweils unterschiedlich große
Klammerkräfte zu generieren in der Lage sind, einen geeigneten
Clip auswählen. Der lösungsgemäße
Clip bietet somit durch geeignete Materialwahl für die
Ausbildung des Schraubenfederabschnittes einen hohen Variantenreichtum
an unterschiedlichen Ausbildungsformen ohne dabei das einfache Funktionsprinzip
des Clips zu beeinträchtigen.
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- 1,
2
- Greifarme
- 3
- länglich
ausgebildeter Greifarmbereich
- 4
- zweite
Greifarmenden
- 4'
- Erstes
Greifarmende
- 5
- Greiferspitze
- 6
- außengezahnte
Fächerscheibe
- 7
- Fächerelemente
- 8
- Federscheibe
- 9
- Welle
- 10
- Gewebebereich
- 11
- Schraubenfederabschnitt
- 12
- stumpfes
Federende
- 13
- medizinisches
Hohlinstrument
- 14
- Führungselement
- MC
- Medizinischer
Clip
- D
- Drehachse
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 29812967
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- - DT 2625991 A1 [0002]
- - DE 19520158 C2 [0002]
- - DE 19858581 C2 [0002]
- - DE 69122002 T2 [0003]
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- - DE 29923545 U1 [0005]
- - DE 102006031092 D3 [0006]
- - DE 202004015274 U1 [0006]
- - DE 19935418 C2 [0006]
- - EP 1196094 B1 [0006]
- - US 7094245 B2 [0007]
- - US 2004/0092978 A1 [0007]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
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