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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Antrieb und zur Federungsbeeinflussung
eines Antriebsrades eines Fahrzeugs nach den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Antrieb und zur Federungsbeeinflussung
eines Antriebsrades eines Fahrzeugs nach den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 5.
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Aus
dem Stand der Technik ist, wie in
DE 103 20 053 A1 beschrieben, ein Verfahren
zum Betreiben eines Dämpferelementes für ein Fahrwerk
eines Kraftfahrzeuges sowie eine Vorrichtung zum Betreiben des Verfahrens
bekannt. Bei dieser Vorrichtung ist ein Hydraulikzylinder über
eine hydraulische Verbindung mit einem Hydraulikspeicher verbunden,
wobei eine in der hydraulischen Verbindung angeordnete Pumpe einer
elektrischen Maschine zugeordnet ist, welche die Bewegungsenergie
der Pumpe in Energie umwandelt und in einem Energiespeicher speichert.
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Die
Drehzahl der Pumpe und/oder der elektrischen Maschine wird als Maß für
die Relativgeschwindigkeit zwischen Fahrzeugrad und Fahrzeugaufbau
zur Darstellung einer adaptiven Dämpfung in einer Steuerelektronik
erfasst.
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Diese
Vorrichtung bzw. dieses Verfahren nutzt, um eine adaptive Dämpfung
eines Fahrzeugs zu realisieren, eine Kombination aus Hydraulik und Elektrik,
d. h. es muss kinetische Energie in elektrische Energie umgewandelt, zwischengespeichert und
später wieder zum Betrieb der Hydraulikpumpe genutzt werden.
Diese Umwandlungsprozesse sind wenig effizient, so dass dabei Energieverluste
auftreten.
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Aus
DE 196 00 420 C1 ist
ein Einzelradantrieb für ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug
bekannt. Der voll abgefederte Antrieb weist einen neben dem Treibrad
angeordneten Innenläufer-Motor auf, dessen Rotor auf einer
Hohlwelle sitzt, die über eine winkel- und axial-nachgiebige
Kupplung mit einer Kupplungs- und Getriebewelle in Drehmomentverbindung
steht, wobei der Stator mit dem Motorgehäuse am Fahrwerk
befestigt ist und wobei ein Planeten-Standgetriebe oder ein Planeten-Umlaufgetriebe vorgesehen
ist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Federungs-
und Antriebseinheit anzugeben.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 6 gelöst.
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Bevorzugte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
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Vorzugsweise
werden mindestens zwei Elektromotoren über eine Getriebeanordnung
sowohl mit einem Radantrieb als auch mit einer Federungsanordnung
gekoppelt.
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In
einer Vorrichtung zum Antrieb und zur Federungsbeeinflussung eines
Antriebsrades eines Fahrzeugs und einem Verfahren zum Betrieb dieser Vorrichtung
sind erfindungsgemäß mindestens zwei Elektromotoren über
eine Getriebeanordnung sowohl mit einem Radantrieb als auch mit
einer Federungsanordnung koppelbar.
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Diese
Vorrichtung ist als eine integrierte Baueinheit ausgeführt,
so dass beispielsweise zum Einsatz in Fahrzeugen vier dieser Vorrichtungen,
d. h. eine Vorrichtung für jedes Rad des Fahrzeugs, verwendbar
sind, die mittels einer Zentraleinheit geregelt werden.
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Besonders
vorteilhaft ist, dass ein mit dieser Vorrichtung ausgerüstetes
Fahrzeug nicht nur über Elektromotoren angetrieben wird,
sondern auch über ein so genanntes adaptives Federungssystem
verfügt, d. h. eine dynamische Beeinflussung der Bewegungen
eines Fahrzeugaufbaus mittels eines aktiven Federungssystems ermöglicht
ist. Die Vorspannung der Federung des Fahrzeugs ist für
jedes einzelne Rad mittels der Elektromotoren der jeweiligen Fahrsituation
anpassbar, da die Federung des Fahrzeuges in der integrierten Baueinheit
dieser Vorrichtung angeordnet ist, welche an jedem Antriebsrad des
Fahrzeugs angeordnet ist.
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Auf
diese Weise wird Kippbewegungen des Fahrzeugs um die Querachse beispielsweise
während Brems- und Beschleunigungsvorgängen sowie Rollbewegungen
des Fahrzeuges um die Längsachse beispielsweise während
Kurvenfahrten entgegengewirkt, wodurch die Fahrstabilität
des Fahrzeugs sowie die Effizienz des Antriebs, der Bremsen sowie aktiver
Sicherheitssysteme wie beispielsweise eines elektronischen Stabilitätsprogramms
erhöht werden.
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Des
Weiteren ist auch das Niveau, d. h. die Bodenfreiheit des Fahrzeugs
im Stand bzw. bei Geradeausfahrt regulierbar. Auf diese Weise kann
das Fahrzeug zum Beispiel bei hohen Geschwindigkeiten abgesenkt
werden, was den Luftwiderstand und damit auch den Energieverbrauch
senkt. Im Stand ist das Fahrzeug beispielsweise absenkbar, um das
Be- und Entladen des Fahrzeugs zu erleichtern bzw. die Höhe
des Fahrzeugs ist auf eine zum erleichterten Ein- und Aussteigen
optimale Höhe einstellbar.
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Bei
der erfindungsgemäßen Lösung erfolgt eine
Veränderung der Vorspannung der Federung, im Gegensatz
zu ähnlichen Systemen nach dem Stand der Technik, direkt
mittels der in der Vorrichtung integrierten Elektromotoren, welche
auch zum Antrieb des Fahrzeugs verwendet werden. Eine Energieumwandlung,
wie beispielsweise eine elektrisch betriebene Hydraulikpumpe, und
die damit verbundenen Energieverluste entfallen.
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Systeme
nach dem Stand der Technik, auch beispielsweise elektrisch betriebene
translatorische Federungsaktuatoren, sind mit einem großen
Bauraumbedarf und hohem Gewicht verbunden, da Speicherelemente zur
Energiezwischenspeicherung sowie Leitungselemente zum Energietransport
benötigt werden. Damit ist die erfindungsgemäße
Lösung wesentlich effizienter als Systeme nach dem Stand
der Technik.
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Andere
Möglichkeiten einer direkten Beeinflussung eines aktiven
Federungssystems, d. h. ohne eine verlustreiche Energieumwandlung,
beispielsweise mittels eines zum Antrieb eines Fahrzeugs verwendeten
Verbrennungsmotors, wären mit einem sehr hohen technischen
Aufwand verbunden und würden einen großen Bauraum
beanspruchen, weshalb solche Systeme sehr kostenintensiv wären
und nicht effizient einsetzbar sind.
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Mittels
der erfindungsgemäßen Lösung wird die
geregelte Leistung der Elektromotoren über Planeten-Überlagerungsgetriebe
entsprechend der jeweiligen Fahrsituation auf den Antrieb und die
Veränderung der Vorspannung der Federung aufgeteilt, wobei
auch die volle Leistung der Elektromotoren jeweils ausschließlich
für den Antrieb bzw. zur Einstellung der Federung einsetzbar
ist. Energieverluste, beispielsweise durch schleifende Kupplungen,
entfallen. Zur weiteren Effizienzsteigerung wird mittels der erfindungsgemäßen
Lösung auch eine Energierückgewinnung aus Fahrzeugverzögerung
und Federungsleistung ermöglicht.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
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Dabei
zeigen:
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1 einen
horizontalen Schnitt durch eine erfindungsgemäße
Vorrichtung,
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2 ein
Diagramm eines Vierquadrantenbetriebs eines geregelten Elektromotors,
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3 ein
Flussdiagramm einer Leistungsaufteilung,
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4 eine
schematische Darstellung eines ersten Betriebszustandes,
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5 eine
schematische Darstellung eines zweiten Betriebszustandes,
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6 eine
schematische Darstellung eines dritten Betriebszustandes,
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7 eine
schematische Darstellung eines vierten Betriebszustandes,
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8 eine
schematische Darstellung eines fünften Betriebszustandes
und
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9 einen
horizontalen Schnitt durch eine vertikal geschnittene weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Lösung.
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Einander
entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
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1 zeigt
einen horizontalen Schnitt durch eine erfindungsgemäße
Vorrichtung 1. Ein Gehäuse 2 der Vorrichtung 1 ist
an einer hier nicht näher dargestellten Fahrzeugkarosserie
angeordnet. Eine Federschwinge 3, die ein Antriebsrad 4 trägt,
ist über Wälzlager 5 mit dem Gehäuse 2 verbunden.
Das Gehäuse 2 ist in diesem Bereich mittels einer
Dichtung 6 gegen von außen eindringende Verunreinigungen abgedichtet.
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Eine
erste Spiralfeder 7 für die passive Federung des
Fahrzeugs sowie für die Niveaueinstellung, d. h. die Einstellung
der Fahrzeughöhe, ist mit einem Ende an der Federschwinge 3 und
mit dem anderen Ende an einer zentralen Welle 8 angeordnet.
Durch Drehung dieser zentralen Welle 8 wird die Spannung dieser
ersten Spiralfeder 7 erhöht bzw. reduziert, was zu
einer Bewegung der Federschwinge 3 und damit zu einer Anhebung
oder Absenkung des Fahrzeugs führt. Auf diese Weise kann
die Fahrzeughöhe beispielsweise zur Erleichterung des Be-
und Entladens abgesenkt oder für ein bequemes Ein- und
Aussteigen angepasst werden. Während der Fahrt kann die Fahrzeughöhe
reduziert werden, um den Luftwiderstand und somit den Energieverbrauch
zu reduzieren.
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Die
zentrale Welle 8 ist über ein Schneckengetriebe 9 mit
einer Kupplungsscheibe 10 einer ersten Kupplung 11 und über
diese mit einem ersten Sonnenrad 12 eines ersten Planetengetriebes
der Vorrichtung 1 verbunden. An diesem ersten Sonnenrad 12 ist
ein erster Rotor RE1 eines ersten Elektromotors
E1 angeordnet. Ein zweiter Rotor RE2 eines
zweiten Elektromotors E2 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel über
mindestens zwei Planetenräder 13 des ersten Planetengetriebes
mit diesem ersten Sonnenrad 12 verbunden. Der zweite Rotor
RE2 des zweiten Elektromotors E2 stellt
also ein erstes Hohlrad 14 des ersten Planetengetriebes
dar.
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Die
Drehbewegung der Rotoren RE1, RE2 ist bei
geschlossener erster Kupplung 11 über das Schneckengetriebe 9 auf
die zentrale Welle 8 übertragbar und dadurch die
Spannung der ersten Spiralfeder 7 mittels der Elektromotoren
E1, E2 einstellbar.
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Das
erste Sonnenrad 12 des ersten Planetengetriebes ist über
eine zweite Kupplung 15 mit einer außerhalb des
Gehäuses 2 angeordneten großen Riemenscheibe 16 verbunden,
so dass die Drehbewegung des ersten Sonnenrades 12 bei
geschlossener zweiter Kupplung 15 auf die große
Riemenscheibe 16 und mittels eines Treibriemens 17 auf eine
kleine Riemenscheibe 18 übertragen wird. Diese
ist mittels einer Antriebswelle 19 mit dem Antriebsrad 4 des
Fahrzeugs verbunden, so dass dieses von den beiden Elektromotoren
E1, E2 angetrieben wird.
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Zwei
Statoren SE1, SE2 der
beiden Elektromotoren E1, E2 sind nicht fest mit dem Gehäuse 2 der Vorrichtung 1 verbunden,
sondern mit einem zweiten Sonnenrad 20 eines zweiten Planetengetriebes
und über Planetenräder 21 des zweiten
Planetengetriebes mit einem zweiten Hohlrad 22 des zweiten
Planetengetriebes. Dieses zweite Hohlrad 22 ist im dargestellten
Ausführungsbeispiel mit einem Ende einer zweiten Spiralfeder 23 verbunden.
Das andere Ende dieser zweiten Spiralfeder 23 ist mit der
Federschwinge 3 verbunden.
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Auf
diese Weise können je nach Fahrsituation und daraus resultierender
Neigung der Fahrzeugkarosserie von einer hier nicht dargestellten
zentralen Regeleinheit die Elektromotoren E1, E2 derart gesteuert
werden, dass von den Statoren SE1, SE2 ein Gesamtstützmoment MSG erzeugt wird, welches mittels des zweiten
Planetengetriebes auf die zweite Spiralfeder 23 übertragen
wird, so dass der Neigungsbewegung der Fahrzeugkarosserie beispielsweise
durch Erhöhung der Federspannung der zweiten Spiralfeder 23 entgegengewirkt
wird.
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In
einem weiteren, hier nicht dargestellten Ausführungsbeispiel
sind statt der zweiten Spiralfeder 23 weitere Planetengetriebe
anordbar, so dass das Gesamtstützmoment MSG der
Statoren SE1, SE2 der
Elektromotoren E1, E2 über diese Planetengetriebe direkt
auf die Federschwinge 3 übertragen wird.
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Die
erfindungsgemäße Lösung ermöglicht den
Antrieb eines Fahrzeugs mittels Elektromotoren E1, E2 und zugleich
eine Beeinflussung des Federungssystems des Fahrzeugs mittels dieser
Antriebsmotoren E1, E2. Damit ist ein Fahrzeug mit einem energieeffizient
arbeitenden adaptiven Federungssystem ausrüstbar, da keine
mit Verlusten verbundene Energieumwandlung mehr nötig ist,
beispielsweise mittels einer elektrisch betriebenen Hydraulikpumpe.
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Die
erfindungsgemäße Lösung ermöglicht eine
kompakte und Bauraum sparende Bauform, da die Elektromotoren E1,
E2, die Planetengetriebe und die Federung in einer intergrierten
Baueinheit angeordnet sind.
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2 zeigt
ein Diagramm eines Vierquadrantenbetriebs eines allgemeinen geregelten
Elektromotors. Ein solcher Elektromotor kann auch als Generator,
d. h. zur Energierückgewinnung verwendet werden.
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Ist
ein Motordrehmoment ME und eine Motordrehzahl
nE des geregelten Elektromotors positiv,
wie im ersten Quadranten I dargestellt, gibt der Motor Leistung
ab, beispielsweise zum Antrieb bei der Vorwärtsfahrt des
Fahrzeugs. Ist die Motordrehzahl nE negativ,
d. h. die Drehrichtung des geregelten Elektromotors ist entgegengesetzt,
aber das Drehmoment ME des geregelten Elektromotors
positiv, wie im zweiten Quadranten II dargestellt, so gibt
der geregelte Elektromotor ebenfalls Leistung ab, beispielsweise
an den Antrieb bei Rückwärtsfahrt des Fahrzeugs.
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Ist
das Drehmoment ME negativ, wie im dritten
und vierten Quadranten III, IV dargestellt, so
wirkt der geregelte Elektromotor als Generator, d. h. er wirkt als
Bremse für das Fahrzeug und nimmt, entsprechend der positiven
oder negativen Drehzahl nE bei Vorwärtsfahrt
oder Rückwärtsfahrt, Energie auf. Die kinetische
Energie des Fahrzeugs wird nicht mittels herkömmlicher
Bremsen vernichtet, sondern kann zurück gewonnen werden,
indem sie mittels des nun als Generator fungierenden Elektromotors
in elektrische Energie umgewandelt und beispielsweise in einer Batterie
gespeichert wird.
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3 zeigt
ein Flussdiagramm einer Leistungsaufteilung der beiden Elektromotoren
E1, E2 der erfindungsgemäßen Lösung mittels
einer Getriebeanordnung G. Beide Elektromotoren E1, E2 können
so geregelt werden, dass ihre Leistungsabgabe PE1,
PE2 jeweils zwischen null Prozent und 50
Prozent der maximalen Gesamtleistung der Vorrichtung 1 beträgt.
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Über
die in der Vorrichtung 1 integrierte Getriebeanordnung
G kann die erbrachte Leistung PE1, PE2 der Elektromotoren E1, E2 variabel als
Leistung PR auf den Antrieb des Antriebsrades 4 des
Fahrzeugs oder als Leistung PF zur Veränderung
der Federspannung der zweiten Spiralfeder 23 verteilt werden,
so dass beispielsweise die gesamte Leistung PE1,
PE2 beider Elektromotoren E1, E2 für
den Antrieb des Antriebsrades 4 zur Verfügung
steht, oder die gesamte Leistung PE1, PE2 zur Erhöhung der Federspannung
der zweiten Spiralfeder 23, oder die Leistung auf beide
Verbraucher anteilig verteilt wird.
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Mittels
dieser erfindungsgemäßen Anordnung ist also eine
sehr flexible und effiziente Leistungsbereitstellung für
alle Fahrsituationen des Fahrzeugs gegeben. Dabei steht insbesondere
genug Leistung für ein effizient arbeitendes Federungssystem
zur Verfügung, da dieses mit der Leistung der zum Fahrzeugantrieb
verwendeten Elektromotoren E1, E2 betrieben wird.
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In
den 4 bis 9 sind mehrere mögliche
Betriebszustände der erfindungsgemäßen
Lösung in vereinfachter Form dargestellt.
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4 zeigt
eine schematische Darstellung eines ersten Betriebszustandes. Die
Drehrichtungen D1, D2 der Rotoren RE1, RE2 der beiden Elektromotoren E1, E2 sind
entgegengesetzt. Die elektromagnetischen Antriebsmomente, d. h.
die Drehmomente MRE1, MRE2 der
Rotoren RE1, RE2 stützen
sich an den Statoren SE1, SE2 ab.
Dabei ist die Größe des Drehmomentes eines Rotors
gleich der Größe des Stützmomentes des
zugehörigen Stators. Die Richtung von Drehmoment und zugehörigem
Stützmoment ist entgegengesetzt.
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Die
Statoren SE1, SE2 sind
jedoch nicht fest mit dem Gehäuse 2 der Vorrichtung 1 verbunden, sondern
an dem zweiten Sonnenrad 20 des zweiten Planetengetriebes
angeordnet, also wie die Rotoren RE1, RE2 drehbar gelagert. Ein Gesamtstützmoment MSG der Statoren SE1,
SE2 wirkt über das zweite Sonnenrad 20 auf
die Planetenräder 21 des zweiten Planetengetriebes
und von diesen auf das zweite Hohlrad 22 des zweiten Planetengetriebes,
welches mit einem Ende der zweiten Spiralfeder 23 verbunden ist.
Das zweite Ende dieser zweiten Spiralfeder 23 ist mit der
Federschwinge 3 zur Federung des Fahrzeugs verbunden. Die
Spannung dieser zweiten Spiralfeder 23 wird über
dieses Planetengetriebe durch das Gesamtstützmoment MSG der Statoren SE1,
SE2 verändert.
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In 4 sind
die Momente MRE1, MSE1 des ersten
Elektromotors E1 größer als die Momente MRE2, MSE2 des zweiten
Elektromotors E2. Mittels der Getriebeübersetzung durch
die Planetenräder 13 des ersten Planetengetriebes
zwischen den Rotoren RE1, RE2 summieren
sich die Drehmomente MRE1, MRE2 und ergeben
ein Gesamtdrehmoment MRG für den
Antrieb des Antriebsrades 4.
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Die
Stützmomente MSE1, MSE2 der
beiden Statoren SE1, SE2 wirken
entgegengesetzt zueinander, da beide Statoren SE1,
SE2 direkt mit dem zweiten Sonnenrad 20 des
zweiten Planetengetriebes verbunden sind. Das Stützmoment
MSE1 des Stators SE1 des
ersten Elektromotors E1 wird also teilweise vom gegensätzlichen,
aber kleineren Stützmoment MSE2 des
Stators SE2 des zweiten Elektromotors E2
aufgehoben. Das verbleibende Gesamtstützmoment MSG wirkt über das Planetengetriebe
auf die zweite Spiralfeder 23, in dem hier dargestellten
Betriebszustand reduziert es die Spannung der zweiten Spiralfeder 23.
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5 zeigt
eine schematische Darstellung eines zweiten Betriebszustandes. Die
Momente MRE1, MSE1,
MRE2, MSE2 beider
Elektromotoren E1, E2 sind gleich groß, d. h. die Stützmomente
MSE1, MSE2 der Statoren
SE1, SE2 neutralisieren
sich, so dass keine Einwirkung auf die Federung des Fahrzeugs erfolgt.
Die Drehmomente MRE1, MRE2 der
Rotoren RE1, RE2 summieren
sich, so dass ein maximales Gesamtdrehmoment MRG für
den Antrieb des Antriebsrades 4 zur Verfügung
steht.
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6 zeigt
eine schematische Darstellung eines dritten Betriebszustandes. Die
Momente MRE1, MSE1 des
ersten Elektromotors E1 sind kleiner als die Momente MRE2,
MSE2 des zweiten Elektromotors E2. Das Stützmoment
MSE2 des Stators SE2 des
zweiten Elektromotors E2 wird vom Stützmoment MSE1 des Stators SE1 des
ersten Elektromotors E1 teilweise aufgehoben. Das verbleibende Gesamtstützmoment MSG wirkt auf die Federung, d. h. die Spannung
der zweiten Spiralfeder 23 wird erhöht.
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Dieser
Betriebszustand tritt beispielsweise ein, wenn das Fahrzeug durch
eine Rechtskurve fährt und diese Vorrichtung 1 auf
der linken Seite des Fahrzeugs angeordnet ist. Das Fahrzeug neigt
sich in Rechtskurven zur linken Seite. Um dieser Neigung entgegenzuwirken,
wird die Spannung der Federung auf der linken Seite des Fahrzeugs
erhöht. Damit bleibt das Fahrzeug in einer stabilen Straßenlage, was
die Gefahr eines Überschlags des Fahrzeugs erheblich reduziert
und die auftretenden Kräfte auf alle Reifen des Fahrzeugs
gleichmäßig verteilt, so dass die Effizienz der
Kraftübertragung vom Fahrzeug auf die Straße erheblich
gesteigert wird.
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Lenk-,
Brems- und Seitenführungskräfte können
von allen Rädern gleichmäßig auf die
Straße übertragen werden. Dadurch sowie durch
die damit verbundene Effizienssteigerung aktiver Sicherheitssysteme
des Fahrzeugs wird die Fahrsicherheit des Fahrzeugs erhöht.
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7 zeigt
eine schematische Darstellung eines vierten Betriebszustandes. Der
erste Elektromotor E1 hat kein Drehmoment MRE1 und
demzufolge auch kein Stützmoment MSE1,
er läuft also im Leerlauf. Das Drehmoment MRE2 des
Rotors RE2 des zweiten Elektromotors E2
wird zum Antrieb des Antriebsrades 4 verwendet. Das Stützmoment
MSE2 des Stators SE2 des
zweiten Elektromotors E2 wirkt vollständig auf das Federungssystem,
d. h. auf die zweite Spiralfeder 23, ein. Dies bewirkt
eine maximal mögliche Ausfederung dieses Antriebsrades 4 bei
gleichzeitig wirkendem Drehmoment MRG auf
das Antriebsrad 4. Das Moment MRE2 des
Elektromotors E2 wird zum Antrieb des Antriebsrades 4 und
auf das Stützmoment S2 zur Erhöhung der Spannung
der zweiten Spiralfeder 23 aufgeteilt.
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Dieser
Betriebszustand tritt beispielsweise ein, wenn diese Vorrichtung 1 an
der linken Seite des Fahrzeugs angeordnet ist und dieses Fahrzeug
eine Rechtskurve weiterhin beschleunigend durchfährt. Ohne
diese erfindungsgemäße Vorrichtung 1 würde sich
das Fahrzeug in dieser Situation möglicherweise bereits überschlagen
oder zumindest eine deutlich instabilere Fahrweise aufweisen, da
bei einer starken Neigung nach links die Räder auf der
rechten Seite des Fahrzeugs nur noch sehr wenig Kräfte
auf die Straße übertragen können, da
aufgrund der Entlastung dieser Räder der Haftreibungskoeffizient
zwischen dem Rad und der Fahrbahn nur noch sehr gering ist.
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Mit
der erfindungsgemäßen Lösung wird auch
in dieser Situation der Neigung des Fahrzeugs entgegengewirkt, so
dass diese aufgehoben oder zumindest deutlich reduziert sind.
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8 zeigt
eine schematische Darstellung eines fünften Betriebszustandes.
Die Drehmomente MRE1, MRE2 beider
Rotoren RE1, RE2 wirken
in die gleiche Richtung. Da die Rotoren RE1,
RE2 jedoch über Planetenräder 13 des
ersten Planetengetriebes gekoppelt sind, heben sich die Drehmomente
MRE1, MRE2 in dieser
Situation auf. Es steht also kein Gesamtdrehmoment MRG für
den Antrieb des Antriebsrades 4 zur Verfügung.
Das Fahrzeug rollt also beispielsweise mit weitgehend konstanter
Geschwindigkeit auf ebener Strecke.
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Die
Stützmomente MSE1, MSE2 der
Statoren SE1, SR2 wirken
ebenfalls in die gleiche Richtung. Da die Statoren SE1,
SE2 nicht über Planetengetriebe
gekoppelt, sondern beide am zweiten Sonnenrad 20 des zweiten
Planetengetriebes angeordnet sind, summieren sich die Stützmomente
MSE1, MSE2 in diesem
Betriebszustand zu einem maximal möglichen Gesamtstützmoment
MSG, welches auf die zweite Spiralfeder 23 wirkt
und zu einer maximal möglichen Ausfederung des Antriebsrades 4 führt.
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Dies
ist beispielsweise der Fall, wenn das Fahrzeug, an dessen linker
Seite diese Vorrichtung 1 angeordnet ist, eine enge Rechtskurve
mit sehr hoher Geschwindigkeit durchfährt, ohne zu beschleunigen.
Um die Neigung des Fahrzeugs nach links zu verhindern, wird die
Spannung der Federn auf der linken Seite des Fahrzeugs erhöht.
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9 zeigt
einen horizontalen Schnitt durch eine vertikal geschnittene weitere
Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Lösung. In dieser Ausführungsform sind die Statoren
SE1, SE2 der beiden
Elektromotoren E1, E2 fest mit dem Gehäuse 2 der
Vorrichtung 1 verbunden.
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Das
Gesamtdrehmoment MRG der Rotoren RE1, RE2 der beiden
Elektromotoren E1, E2 wird hier über ein erstes Planetengetriebe
zum Antrieb des Antriebsrades 4 verwendet und über
ein zweites Planetengetriebe mit zugehörigen Planetenrädern 21 und
zugehörigem Hohlrad 22 sowie ein drittes Planetengetriebe
mit zugehörigen Planetenrädern 24 und zugehörigem
Hohlrad 25 zur Veränderung der Spannung der zweiten
Spiralfeder 23 verwendet.
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Die
Stärke der Veränderung der Spannung der zweiten
Spiralfeder 23 wird durch einen Differenzverdrehwinkel,
hervorgerufen durch die unterschiedlichen Drehzahlen der beiden
Rotoren RE1, RE2,
bestimmt. Je größer der Unterschied der Drehzahlen
der beiden Rotoren RE1, RE2 ist,
desto größer ist auch die Änderung der
Spannung der zweiten Spiralfeder 23.
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Der
Mittelwert der Drehzahlen der beiden Rotoren RE1,
RE2 ergibt die Drehzahl des ersten Sonnenrades 12 des
ersten Planetengetriebes und bestimmt somit die Drehzahl des Antriebsrades.
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- 1
- Vorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Federschwinge
- 4
- Antriebsrad
- 5
- Wälzlager
- 6
- Dichtung
- 7
- erste
Spiralfeder
- 8
- zentrale
Welle
- 9
- Schneckengetriebe
- 10
- Kupplungsscheibe
- 11
- erste
Kupplung
- 12
- erstes
Sonnenrad
- 13
- Planetenräder
des ersten Planetengetriebes
- 14
- erstes
Hohlrad
- 15
- zweite
Kupplung
- 16
- große
Riemenscheibe
- 17
- Treibriemen
- 18
- kleine
Riemenscheibe
- 19
- Antriebswelle
- 20
- zweites
Sonnenrad
- 21
- Planetenräder
des zweiten Planetengetriebes
- 22
- zweites
Hohlrad
- 23
- zweite
Spiralfeder
- 24
- Planetenräder
des dritten Planetengetriebes
- 25
- drittes
Hohlrad
- I
- erster
Quadrant
- II
- zweiter
Quadrant
- III
- dritter
Quadrant
- IV
- vierter
Quadrant
- E1
- erster
Elektromotor
- E2
- zweiter
Elektromotor
- G
- Getriebeanordnung
- PE1
- Leistung
des ersten Elektromotors
- PE2
- Leistung
des zweiten Elektromotors
- PR
- Leistung
für den Antrieb
- PF
- Leistung
für die Federung
- RE1
- erster
Rotor
- RE2
- zweiter
Rotor
- SE1
- erster
Stator
- SE2
- zweiter
Stator
- MRE1
- Drehmoment
des ersten Rotors
- MSE1
- Stützmoment
des ersten Stators
- MRE2
- Drehmoment
des zweiten Rotors
- MSE2
- Stützmoment
des zweiten Stators
- MRG
- Gesamtdrehmoment
- MSG
- Gesamtstützmoment
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10320053
A1 [0002]
- - DE 19600420 C1 [0005]