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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufwickeln von Metallband,
mit
- – einem Haspeldorn mit einem Dornkörper,
- – mit einer Mehrzahl radial aufweitbarer bzw. aufspreizbarer,
um den Dornkörper herum angeordneter, Segmente,
- – einer Mehrzahl von hydraulischen Zylindern, durch
welche die Segmente radial bewegbar sind.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Aufwickeln von
Metallband.
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In
Walzwerken werden Metallbänder zu Tafeln oder zu gewickelten
Bunden, den sogenannten Coils, geformt, um den Transport sowie die
Weiterverarbeitung innerhalb eines Werks bzw. bei einem Kunden zu
ermöglichen. Coils oder Metallbunde entstehen, wenn gerades
Metallband in einer Haspelanlage radial aufgewickelt wird. Das Metallband
ist ein Produkt aus einer Warmbandstraße oder einer Kaltbandstraße.
Dies bedeutet, dass die Temperatur des Metallbandes, je nach Anlagentyp
und Wärmebehandlung, unter oder über 100°C
bzw. weit darüber liegen kann.
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Haspelanlagen
funktionieren prinzipiell derart, dass das Metallband auf einen
rotierenden Dorn, den sogenannten Haspeldorn, geführt wird.
Das Führen des Metallbandes um den Haspeldorn erfolgt mit Hilfe
von Führungselementen wie z. B. Umlenkschalen, Umlenkrollen,
Riemenbändern usw., die radial beweglich um die Längsachse
des Haspeldorns angeordnet sind. Wenn der Haspeldorn nach dem Anwickeln
in die Lage versetzt worden ist, einen Zug im Metallband aufzubauen,
werden die o. g. Führungselemente vom Metallband weg in
eine Ruheposition bewegt, beispielsweise geschwenkt. Die Führungselemente
können bei Bedarf, etwa wenn das Metallband den Zug durch
Ausfädeln z. B. aus dem Walzgerüst oder dem Treibapparat
der Haspelanlage zu verlieren droht, wieder angeschwenkt werden.
Dadurch wird verhindert, dass das Coil seine Form verliert bzw.
aufspringt.
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Eine
Haspelanlage nach dem Stand der Technik besteht beispielsweise,
wie in 1 und 2 dargestellt, aus:
- – einem Motor 1 und einem Getriebe 3,
zum Antrieb des Haspeldorns,
- – einer Kupplung 4, die den Antrieb mit dem
Dorn verbindet,
- – einem rotierenden oder stehenden Hydraulikzylinder 5,
der mit einer Spreizstange 13 oder Spreizeinheit verbunden
ist,
- – einem Wegmesssystem zum Messen des Zylinderhubs (nicht
dargestellt),
- – einem hinteren Dornlager 6 und einem vorderen Dornlager 7,
- – einem Wickelteil 8,
- – einem Dornkörper 12 der die Spreizstange 13 sowie
einen Druckkörper 14 trägt,
- – aus Segmenten 15, die mit Laschen (nicht
dargestellt) des Dornkörpers 12 gehalten werden
und mit Hilfe der Druckkörper 14 innen oder außen
bewegt werden, und
- – einem Dornstützlager 9.
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Die
Funktionsweise des Haspeldorns nach dem Stand der Technik ist in 2 genauer
dargestellt. Beim Wickeln umschlingt das Metallband 10 den
Haspeldorn spiralförmig und bildet Windungen 11.
Haspeldorne sind in der Lage, im Wickelteil 8 ihre Außenabmessung 8.1 zu
vergrößern und zu verkleinern (zu spreizen und
zu entspreizen). Diese Funktion wird erreicht, indem die außen
liegenden Segmente 15 radial bewegt werden. Zum Anwickeln
wird das Metallband 10 um einen gespreizten Haspeldorn geführt.
Nach dem Aufwickeln des Metallbandes 10 zu einem Coil/Metallbund
muss es vom Haspeldorn gelöst werden, um einen Abtransport
zu ermöglichen. Hierzu wird der Haspeldorn entspreizt,
d. h. die Segmente 15 werden zur Längsachse des
Haspeldorn hin bewegt und die Außenabmessung 8.1 des Wickelteils 8 wird
verkleinert. Der Haspeldorn gibt das Coil frei.
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Der
Spreizmechanismus ist in 2 dargestellt. Die Spreizstange 13 besitzt
mindestens eine schiefe Ebene 13.1, vorzugsweise mehrere.
Durch die Bewegung 13.2 der Spreizstange 13 in
Achsrichtung des Haspeldorns nach links oder rechts wird die schiefe
Ebene 13.1 bewegt und der Druckkörper 14 wird
radial gehoben oder gesenkt und hebt oder senkt das radial weiter
außen liegende Segment 15. Da sich die Segmente 15 des
Wickelteils 8 möglichst gleichmäßig
spreizen und entspreizen sowie die auftretenden Kräfte
aufnehmen müssen, sind sowohl über den Umfang
als auch über die Länge des Wickelteils 8 mehrere
schiefe Ebenen, vorzugsweise gleichmäßig, angeordnet.
Die Spreizstange 13 ist mit dem Hydraulikzylinder 5 gekoppelt
und erfährt durch diesen einen translatorischen Antrieb
bzw. eine Haltekraft.
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Den
bekannten Haspeldornen ist gemeinsam, dass die Segmente 15 über
eine schiefe Ebene 13.1 bewegt werden. Es ist dabei nicht
erforderlich, dass ein Druckkörper 14 die Kraft-
bzw. die Bewegungsübertragung übernimmt. Oft werden
an die Segmente 15 schiefe Ebenen 13.1 angearbeitet,
so dass ein direkter Kontakt zwischen Spreizstange 13 und
Segment 15 besteht. Um die Segmente 15 bei Rotation
gegen die Fliehkraft und die Gewichtskraft im Haspeldorn zu halten,
werden beispielsweise Laschen vorgesehen, die drehbar in der Spreizstange 13 und
drehbar in den Segmenten 15 gelagert sind. Mit Hilfe von
Führungen, gegen die sich die Segmente 15 abstützen,
können die Segmente 15 in einer anderen Ausführungsform
in dem Haspeldorn gehalten werden.
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Da
die Spreizstange 13 im Inneren des Dornkörpers 12 montiert
ist, ist hierfür eine Öffnung im Dornstützlager 9 vorgesehen.
Durch diese Öffnung wird die Spreizstange 13 in
den Dornkörper 12 eingeführt. Um das
Stützlager an den Dornkörper 12 anbinden
zu können, ist hier eine Verbindungsstelle 9.1 vorgesehen.
Diese wird vorzugsweise als Schraubenverbindung ausgeführt.
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Ein
Haspeldorn in einer Warmbandstraße kann üblicherweise
zum Wickeln von Metallbändern mit Dicken von 0,8 mm bis
25,4 mm eingesetzt werden. Hierbei können die Festigkeiten
zwischen gering wie z. B. für Low Carbon und hoch wie z.
B. für Rohrgüten (X80, X100, usw.) schwanken.
Bei einem Haspeldorn nach dem oben beschriebenen Stand der Technik
kann allerdings keine gezielte und genaue Krafteinstellung erfolgen.
Grund hierfür ist die bzw. sind die schiefen Ebenen, die
auf Grund ihrer hohen und nicht reproduzierbaren Reibung eine entsprechende
Hysterese bewirken. Die Schwierigkeit der Nicht-Reproduzierbarkeit
der Reibung begründet sich im Vorhandensein von Verschleiß am
Druckkörper, an den Segmenten und an der Spreizstange.
Der Verschleiß zeigt sich in Form von Materialabtrag, Deformation,
Veränderungen der Oberflächenrauhigkeiten usw..
Erschwerend kommt hinzu, dass die Schmierungsbedingungen ungünstig
sein können, da beispielsweise Fett auf Grund von hohem
Druck auf die Fettaustrittbohrung nicht austreten kann oder das
Fett bei auftretenden hohen Temperaturen verbrennt oder verkokelt.
Auch ist es möglich, dass Fett durch Kühlwasser
weggewaschen wird. Ungünstig wirkt sich auf die Gleitflächen
eindringender Schmutz und Zunder aus, wenn dieser das Fett kontaminiert und/oder
zwischen die Gleit- bzw. Reibflächen gelangt. Deformationen
und Materialabtrag führen dazu, dass die Segmente nicht
mehr die gewünschte Außenabmessung anfahren können.
D. h. der maximale Haspeldorndurchmesser und die Wasserlage (waagerechte)
der Segmente sind nicht mehr zu erreichen. Entscheidend für
die Belastbarkeit des Haspeldorns ist die konstruktive Ausführung
der Verbindungsstelle 9.1 für das Dornstützlager.
Prinzipiell stellt die Verbindungsstelle 9.1 (bzw. Trennstelle) eine
Schwachstelle dar.
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Aus
dem Stand der Technik nach der
österreichischen
Patentschrift 219 940 ist eine Einrichtung zur Steuerung
von Aufwickeltrommeln bekannt, mit einem Trommelkörper
und zwei an diesem schwenkbar angebrachten Spannsegmenten, an denen
eine Reihe hydraulisch betätigter, sie auseinanderspreizender
Kolben, Bolzen oder dgl. angreift, die im Trommelkörper
oder in einem mit diesem mittelbar oder unmittelbar verbundenen
Teil gelagert sind. An jedem der beiden Spannsegmente greift zwischen seinem
freien, dem anderen Spannsegment zugewendeten Ende und seinem angelenkten
Teil eine Reihe hydraulisch betätigter Kolben. Bolzen oder
dgl. an. Weiterhin ist ein Drucksegment vorgesehen, welches zwischen
die auseinander gespreizten Spannsegmente eingesetzt wird.
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Aus
der
EP 0 017 675 B1 ist
ein aufweitbarer Haspeldorn mit einem Kern, mit einer Anzahl radial aufweitbarer
bzw. aufspreizbarer, um den Kern herum angeordneter Segmente und
für jedes Segment mit jeweils einer Anzahl von hydraulischen
Kolben-Zylindereinheiten, durch welche die Segmente radial bewegbar
sind, bekannt. Die Segmente sind mit den hydraulischen Einheiten
im Kern verbunden. Weiterhin sind die Segmente an den Kolben der
hydraulischen Einheiten befestigt, die Kolben sind ringförmig
ausgebildet und um Zapfen herum montiert, die ihrerseits am Kern
befestigt sind und Köpfe zur Begrenzung der radialen Aufwärtsbewegung
der Segmente aufweisen. An den radialen Innen- und Außenseiten
der Kolben sind erste und zweite Kammern für Hydraulikflüssigkeit
vorgesehen, so dass die hydraulischen Einheiten zum Einfahren und
Ausfahren der Segmente betätigbar sind. Die Ersten Kammern
der hydraulischen Einheiten (zum Ausfahren der Segmente) sind mit
einer Anzahl von Druckzylindern verbunden, deren Kolben für
gemeinsame Verschiebung angeordnet sind, so dass die einem einzigen
Seg ment zugeordneten ersten Kammern jeweils mindestens mit mindestens
zwei verschiedenen Druckzylindern verbunden sind.
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Nachteilig
bei den bekannten Haspeldornen ist, dass die radial ausfahrbaren
Zylinder alle miteinander hydraulisch gekoppelt sind. D. h. sie
besitzen eine gemeinsame Zuführleitung (Druckleitung) für mindestens
zwei, meist aber für mehr als zwei Zylinder. Bei den bekannten
Haspeldornen werden immer nur die Endlagen der Zylinder angefahren
(voll gespreizt oder entspreizt). Das Nachspreizen der Segmente
aus einer vorgespreizten Stellung (Zwischenstellung der Segmente)
ist nicht möglich, da die Reibung bzw. die Belastung von
Zylinder zu Zylinder unterschiedlich ist. Somit würden
die Zylinder die Segmente unterschiedlich ausfahren und das Coilauge, welches
durch die Außenkontur des Haspeldorns gebildet wird, würde
nicht zylindrisch ausgeformt sein. Eine derartige unrunde Ausbildung
führt zu Problemen beim weiteren Handling des Coils.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben,
durch das die genannten Nachteile vermieden werden.
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Weiterhin
soll eine Vorrichtung zum Aufwickeln von Metallband angegeben werden.
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Diese
Aufgabe wird verfahrensspezifisch dadurch gelöst, dass
jeder Zylinder aus der Mehrzahl individuell geregelt wird.
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Die
beanspruchte individuelle Regelung der einzelnen Zylinder ermöglicht
vorteilhafterweise eine Einstellung jedes einzelnen Zylinders auf
individuell für jeden Zylinder vorgegebene Sollwerte. Die
beanspruchte individuelle Regelung der einzelnen Zylinder ermöglicht
außerdem eine individuelle Nachregelung der einzelnen Zylinder
auf neue vorgegebene Sollwerte ausgehend von einem bereits vorgespreizten
Haspeldorn. Insbesondere können dann auch beliebige Sollwerte
vorge geben werden, die zwischen systembedingten maximal möglichen
Sollwerten (Endwerten) liegen.
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Gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden alle Zylinder
bzw. Ausbalancierzylinder des Haspeldorns individuell auf eine gleiche
vorbestimmte Position, insbesondere einen gleichen radialen Abstand
von der Längsachse des Haspeldorns geregelt, auch dann,
wenn die Reibung bzw. die Belastung von Zylinder zu Zylinder unterschiedlich
sein sollte. Mit dieser Regelung wird vorteilhafterweise sichergestellt,
dass alle Zylinder radial gleich weit ausfahren und dass das Coilauge
zylindrisch bzw. kreisförmig ausgebildet wird.
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Alternativ
zu einer Positionsregelung können die Zylinder auch druck-
bzw. kraftgeregelt werden. Durch das Einstellen bzw. Einregeln jedes
Zylinders aus der Mehrzahl der Zylinder des Haspeldorns auf eine
gleiche vorgegebene Kraft kann ebenfalls ein symmetrisches, insbesondere
kreisförmiges Coilauge realisiert werden.
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Das
Nachspreizen erfolgt durch geregelten Druck und/oder geregelte Positionierung
der Segmente, wobei, ebenfalls durch Feststellen des Motordrehmomentes,
die Korrelation von Zugkraft im Metallband zur Spreizung des Haspeldorns
hergestellt wird. Die Abstimmung beider Größen,
Zugkraft im Metallband und Spreizkraft im Haspeldorn, gewährleistet
das sichere Anwickeln und sie hilft bei der Verwendung der minimalen
Spreizkraft, die Beschädigungen des Metallbandes zu minimieren
und die Lebensdauer der Bauteile des Haspeldorns zu maximieren.
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Die
Erfindung wird außerdem durch eine Vorrichtung zum Aufwinkeln
von Metallband gemäß Anspruch 5 gelöst.
Die Vorteile dieser Vorrichtung entsprechen den oben mit Bezug auf
das Verfahren genannten Vorteilen. Eine Synchronisierungseinrichtung
dient dazu, sicherzustellen, dass für die Regelung der
einzelnen Zylinder jeweils dieselben Sollwerte vorgegeben werden,
falls gewünscht.
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Weitere
Vorteile des beanspruchten Verfahrens und der beanspruchten Vorrichtung
sind Gegenstand der diesbezüglichen Unteransprüche.
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Durch
den erfindungsgemäßen Haspeldorn wird auf einen
relativ großen Spreizzylinder, eine Spreizstange, Druckkörper,
die Verbindungsstelle sowie die Bohrung im Dornkörper verzichtet.
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Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer sehr
schematischen Zeichnung näher beschrieben.
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Es
zeigt:
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1 in
Längsansicht, teilweise geschnitten, einen Haspeldorn nach
dem Stand der Technik;
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2 im
Teilschnitt den Haspeldorn in Längsansicht einen Haspeldorn
mit Spreizsegment, Dornkörper und Zugstange aus 1;
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3 einen
Haspeldorn gemäß der Erfindung in geschnittenem
Querschnitt;
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4 in
Längsansicht, teilweise geschnitten, einen Haspeldorn nach 3;
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5 im
Teilschnitt den Haspeldorn nach 3 in Längsansicht
mit Spreizsegment, Zylinder, Dornkörper und Positionsgeber;
und
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6 der
Regelkreis der Vorrichtung.
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Ein
erfindungsgemäßer Haspeldorn 100, wie in
den 3 bis 5 dargestellt, ist im Wickelteil 120 mit
Zylindern 116 und Ausbalancierzylindern 121 ausgebildet.
Die Zylinder 116 und Ausbalancierzylinder 121 bewegen
und/oder halten die Segmente 115. Die Zylinder 116 und
Ausbalancierzylinder 121 werden beispielsweise hydraulisch
betätigt. Außer Öl können auch
andere Medien, wie z. B. Fett, zur Anwendung kommen. Für
die Übertragung bzw. die Erzeugung der Spreizkraft und
der Bewegung der Segmente 115 sind die Zylinder 116 verantwortlich.
Die Zylinder 116 werden wie dargestellt mit ihrem Zylinderdeckel 116.1 sowie
mit ihrem Zylinderkolben 116.2 direkt im Dornkörper 119 eingesetzt.
Es ist aber auch vorstellbar, dass ein kompletter Zylinder 116 als Einheit
in den Haspeldorn 100 montiert wird. Vorzugsweise ist jeder
Zylinder 116 mit einem Positionsgeber 117 ausgerüstet,
so dass die genaue Position des Zylinderkolbens 116.2 festgestellt
und gesteuert oder geregelt wird. Die Kabel 117.1 der Positionsgeber 117 werden
durch den Kabelkanal 118 zum Drehübertrager 123 (siehe 4)
und von dort zur Steuer-, Regel- und/oder Auswerteeinheit (nicht
dargestellt) übertragen. Die Medienversorgung der Zylinder 116 und
Ausbalancierzylinder 121 erfolgt durch die Medienzuführung 122.
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Die
Medienzuführung 122 versorgt die Zylinder 116 bzw.
Ausbalancierungszylinder 121 mit den notwendigen Medien
sowie den Dornkörper 119 mit einer Kühl-
und/oder Reinigungsflüssigkeit wie Wasser zum Kühlen
und Reinigen. Weiterhin wird der Haspeldorn 100 an den
Schmierstellen über die Medienzuführung 122 mit
Schmierstoff versorgt. Wasser zum Kühlen und Reinigen wird
ebenfalls über die Medienzuführung 122 zur
Verbrauchsstelle am Haspeldorn 100 transportiert. Der Drehübertrager 123 versorgt
die Positionsgeber 117 mit Spannung bzw. Strom.
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Analog
zum Zylinder 116 wird der Ausbalancierzylinder 121 mit
seinem Zylinderkolben 121.1 und seinem Zylinderdeckel 121.2 direkt
oder als komplette Wechseleinheit im Dornkörper 119 eingebaut.
Der Ausbalancierzylinder 121 hat die Aufgabe das bzw. die
Segmente 115 gegen die Fliehkraft und die Gewichtskraft
derart zu halten, dass immer ein Kontakt zwischen dem Zylinderkolben 116.2 und
dem Segment 115 vorhanden ist. Auch dieser Zylinder 121 kann
mit einem Positionsgeber 117 ausgerüstet sein. Eine
andere Ausbildung sieht vor, den Zylinder 121 mit Hilfe
eines Drucksensors auf eine vorgegebene Kraft anzusteuern oder zu
regeln, so dass auf einen Positionsgeber 117 verzichtet
werden kann.
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Die
Zylinder 116 und die Ausbalancierungszylinder 121 werden über
Drucksensoren, die den Druck in den Zu- oder Abführleitungen
messen und/oder über die Positionsgeber 117 geregelt
oder gesteuert. Der Ausbalancierzylinder 121 ist derart gestaltet,
dass er mit dem Segment 115 vorzugsweise eine formschlüssige
Verbindung bildet. Eine andere Ausführung besteht in einer
kraftschlüssigen Verbindung.
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Zum
Kalibrieren des Außendurchmessers des Haspeldorns 100 mit
den Segmenten 115 werden mindestens zwei Kalibrierringe
in einem vorgegebenen Abstand in Richtung der Längsachse
aufgeschoben und positioniert. Durch die Kalibrierung werden der
Außendurchmesser und die Positionsgeber eingestellt. Zusätzlich
kann die Wasserlage der Segmente 115 mit geeigneten Mess-
oder Prüfeinrichtungen festgestellt werden. Mit Hilfe der
Zylinder 116 kann der Verschleiß der Segmente 115 ausgeglichen werden.
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In 6 ist
beispielhaft einen Regelkreis für die Vorrichtung dargestellt,
mit dem jeder einzelne Zylinder der Vorrichtung individuell geregelt
wird. Der dargestellte Regelkreis zeigt eine Positionsregelung mit
einer unterlagerten Kraftregelung. Die überlagerte Positionsregelung
bewirkt, dass alle Zylinder des Haspeldorns auf eine gleiche Soll-Position,
d. h. einen gleichen radialen Abstand von der Längsachse des
Haspeldorns, geregelt werden. Dabei wird durch den unterlagerten
Kraftregelkreis gewährleistet, dass eine für die
Zylinder individuell vorgegebenen Soll-Kraft eingehalten, insbesondere
nicht überschritten wird.
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Alternativ
oder zusätzlich kann die erfindungsgemäße
Regelungseinrichtung für jeden Zylinder eine individuelle
Kraftregelung mit unterlagerter Positionsregelung aufweisen. Die
Kräfte, mit denen die Zylinder gegen das aufgewickelte
Band drücken, werden dann mit Hilfe der überlagerten
Kraftregelung auf vorgegebene, vorzugsweise gleiche Kräfte
geregelt. Gleichzeitig gewährleistet die unterlagerte Positionsregelung,
dass bei der Kraftregelung eine vorgegebene Soll-Position der Zylinder
eingehalten wird.
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Bei
beiden Regelmechanismen, d. h. Positionsregelung mit unterlagerter
Kraftregelung oder Kraftregelung mit unterlagerter Positionsregelung kann
ein Kraftbegrenzer vorgesehen sein, um bei Ausfall der Kraftregelung
ein Überschreiten einer vorgegebenen Maximalkraft und damit
mögliche Schäden am Haspeldorn oder an dem aufgewickelten Band
zu vermeiden. Wenn beide Regelmechanismen verfügbar sind,
empfiehlt sich – je nach Arbeitssituation – evtl.
ein Umschalten zwischen den beiden Mechanismen. Die Positionsregelung,
vorzugsweise mit unterlagerter Kraftregelung, wird insbesondere
beim Anfahren des Haspeldorns, d. h. zu Beginn eines Aufwickelvorganges
verwendet. Danach, d. h. während eines stationären
Aufwickelvorganges, d. h. nachdem bereits ein paar Windungen aufgewickelt sind,
empfiehlt sich ein Umschalten auf eine überlagerte Kraftregelung
mit unterlagerter Positionsregelung.
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Mit
den beiden vorgestellten Regelmechanismen sind die Position und
der Arbeitsdruck im Rahmen der Systemgrenzen für jeden
Zylinder individuell beliebig wählbar/regelbar. Hierdurch
ergibt sich die Möglichkeit, das Metallband auf einen vorgespreizten
Haspeldorn zu wickeln. Die bedeutet, dass der Haspeldorn beim Anwickelvorgang
seinen Durchmesser – nachdem eine bestimmte Windungszahl
aufgewickelt wurde – weiter vergrößert,
wenn die Windungen lose sind bzw. möglichst früh
ein Zug aufgebaut werden soll.
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Die
Vorrichtung nach der Erfindung besitzt keinen Hauptzylinder, sondern
eine Drehzuführung, die in der Lage ist, vorzugsweise mit
hohem Druck jeden einzelnen Zylinder mit dem nötigen Fluid
zu versorgen. Es ist durch die Regelung gewährleistet, dass
die Zylinder 116 die Segmente 115 synchron bewegen,
so dass diese immer in Wasserlage verfahren werden. Dieses vermeidet
ein Verkanten und Verklemmen der Segmente 115, so dass
die Betriebssicherheit immer gewährleistet ist.
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Durch
den Wegfall der schiefen Ebene 13.1, wie aus dem Stand
der Technik gemäß 2 bekannt,
entfällt auch eine Fettschmierung für diese. Mit dem
erfindungsgemäßen Haspeldorn ist es nun möglich,
dass dieser mit Wasser versorgt und somit gekühlt wird.
Durch eine geeignete Wasserführung wird der Haspeldorn
ständig von Verschmutzungen gereinigt bzw. frei gespült.
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- 1
- Motor
- 2
- Getriebe
- 3
- Kupplung
- 4
- Hydraulikzylinder
- 5
- hinteres
Dornlager
- 6
- vorderes
Dornlager
- 7
- Wickelteil
- 8
- Dornstützlager
- 9
- Metallband
- 10
- Windungen
- 11
- Dornkörper
- 12
- Spreizstange
- 13
- Druckkörper
- 14
- Segment
- 15
- Zylinder
- 100
- Haspeldorn
- 101
- Motor
- 103
- Kupplung
- 104
- Hydraulikzylinder
- 106
- vorderes
Dornlager
- 107
- hinteres
Dornlager
- 110
- Windungen
- 111
- Metallband
- 115
- Segment
- 116
- Zylinder
- 117
- Positionsgeber
- 117.1
- Kabel
- 118
- Kabelkanal
- 119
- Dornkörper
- 120
- Wickelteil
- 121
- Ausbalancierzylinder
- 121.1
- Zylinderkolben
- 121.2
- Zylinderdeckel
- 122
- Medienzuführung
- 123
- Drehübertrager
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - AT 219940 [0011]
- - DE 2620926 A1 [0012]
- - US 3273817 [0012]
- - US 3414210 [0012]
- - EP 0017675 B1 [0013]