DE102008039952A1 - Verfahren zum Einsetzen und Befestigen einer Platte in eine Öffnung eines Bauteils, insbesondere zum Einsetzen und Befestigen einer Fensterscheibe aus Glas in eine Fensteröffnung einer Fahrzeugkarosserie - Google Patents
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Einsetzen und Befestigen einer Platte in eine Öffnung eines Bauteils, insbesondere zum Einsetzen und Befestigen einer Fensterscheibe aus Glas in eine Fensteröffnung einer Fahrzeugkarosserie, wird auf eine im Verbindungsbereich mit dem Bauteil befindliche Fügefläche der Platte ein die Befestigungsfunktion ausübender viskoser Kleber aufgetragen und die derart vorbereitete Platte anschließend in der Öffnung positioniert und mit wenigstens einem Fixiermittel in der vorbestimmten Position in der Öffnung fixiert, bis eine zur Erfüllung der Befestigungsfunktion erforderliche Aushärtung des Klebers erfolgt ist. Neben dem eine Befestigungsfunktion ausübenden Kleber wird ein zusätzliches viskoses Klebemittel aufgetragen, wobei als zusätzliches Klebemittel ein lediglich eine Fixierfunktion ausübendes, schnellaushärtendes Klebemittel verwendet wird.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einsetzen und Befestigen einer Platte in eine Öffnung eines Bauteils, insbesondere zum Einsetzen und Befestigen einer Fensterscheibe aus Glas in eine Fensteröffnung einer Fahrzeugkarosserie, bei dem auf eine im Verbindungsbereich mit dem Bauteil befindliche Fügefläche der Platte ein die Befestigungsfunktion ausübender, viskoser Kleber aufgetragen wird und die derart vorbereitete Platte anschließend in der Öffnung positioniert und mit wenigstens einem Fixiermittel in der vorbestimmten Position in der Öffnung fixiert wird, bis eine zur Erfüllung der Befestigungsfunktion erforderliche Aushärtung des Klebers erfolgt ist.
- Eine Klebeverbindung umfaßt zwei Fügeteile und eine dazwischen liegende Kleberschicht. Für die Haftkraft der Klebeverbindung ist unter anderem die Benetzung der Fügeflächen der Fügeteile von erheblicher Bedeutung. Für eine optimale Benetzung bedarf es der Verwendung viskoser, bzw. flüssiger Kleber, die ihre innere Festigkeit dann durch Aushärtung gewinnen. Damit die Fügeteile während der Zeit der Aushärtung in der ihnen zugedachten Position bleiben, bedarf es der Anwendung von geeigneten Fixiermitteln.
- Fensterscheiben aus Glas für Fahrzeuge werden üblicherweise in die Fensteröffnung der Fahrzeugkarosserie eingeklebt. Dazu werden Polyurethan-Kleber verwendet, die beim Auftragen auf die Fensterscheibe mehr oder weniger pastenförmig sind. Erst durch die Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit härtet der Kleber aus und gewinnt seine innere Festigkeit, sodaß er auch nur dann die ihm zugedachte Befestigungsfunktion für die Fensterscheibe aus Glas ausüben kann.
- Bis zum Erreichen des für die Befestigungsfunktion ausreichenden Aushärtegrades haben die eingesetzten Fixiermittel die Fensterscheibe aus Glas in der vorbestimmten Position in der Fensteröffnung der Karosserie zu halten.
- Als Fixiermittel werden üblicherweise Clipse eingesetzt, die in dafür anzubringende Bohrungen in der Karosserie einrasten können. Auch doppelseitige Klebebänder, Klettbänder oder spezielle Abstützungen, wie Einbaukeile oder dergleichen, sind als Fixiermittel üblich.
- Die bekannten Fixiermittel verlieren ihre Funktion, sobald der Kleber ausreichende Festigkeit durch Aushärtung aufgebaut hat und können danach gegebenenfalls entfernt werden.
- Das Bereitstellen, Anbringen bzw. Montieren und gegebenenfalls wieder Demontieren der Fixiermittel bedingt die Entstehung eines unerwünschten Kostenfaktors.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Fügen von Fügeteilen, insbesondere zum Fügen von Fensterscheiben aus Glas in eine Fensteröffnung einer Kraftfahrzeug-Karosserie, zu finden, welches es ermöglicht, auf bisher übliche Fixierhilfsmittel zu verzichten.
- Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 10.
- Dadurch, daß neben dem viskosen Kleber unmittelbar vor der Zusammenfügung der Fügeteile ein zusätzliches, ebenfalls viskoses Klebemittel aufgetragen wird, welches jedoch nach seinem Auftragen so rasch aushärtet, daß es die bisher verwendeten Fixiermittel ohne weiteres ersetzen kann, erübrigt sich die Bereitstellung und der Einsatz vorgefertigter Fixiermittel. Zusätzliche Klebemittel, welche, erfindungsgemäß eingesetzt die vorgenannte Fixierfunktion ausüben können, sind sämtliche Materialien, die Ihren Aggregatzustand von flüssig in fest innerhalb einer vorbestimmten Zeit ändern, und somit eine Grundhaftung zur Scheibe oder Karosserie aufbaut. Derartige Eigenschaften weist zum Beispiel ein Schmelzkleber auf, aber insbesondere auch ein Cyanacrylatkleber, ein sogenannter „Sekundenkleber”.
- An den Fügeflächen der Fügeteile können die benötigten Fixierpunkte festgelegt werden, die dann anschließend durch geeignete Betriebsmittel mit dem zusätzlichen Klebemittel, welches lediglich die Fixierfunktion ausübt, benetzt werden. Unmittelbar danach werden die Fügeteile zusammengefügt und sind dann durch das zusätzliche Klebemittel in der Einbaulage fixiert. Da der eigentliche, die Haltefunktion bzw. Befestigungsfunktion ausübende Kleber bereits auf eine Fügefläche eines der Fügeteile, insbesondere der Glasscheibe, aufgetragen ist, kann seine Aushärtung zwischen den gefügten Fügeteilen ohne Probleme abgewartet werden.
- Das zusätzliche Klebemittel kann auch auf eine Klebebank aufgetragen werden. Die Klebebank kann z. B. ein Distanzstück oder ein Abstandshalter sein, der an der Fensterscheibe und/oder der Fahrzeugkarosserie befestigt ist und einen nicht unerheblichen Teil des Abstandes zwischen Fensterscheibe und Karosserie überbrückt. Das zusätzliche Klebemittel kann dadurch dünn aufgetragen werden und reagiert demzufolge auch schneller.
- Das zusätzliche Klebemittel kann sowohl raupenförmig als auch punktförmig aufgetragen werden. Selbstverständlich ist auch ein flächiger Auftrag ohne weiteres möglich. Es kommen alle Auftragungsformen in Frage, die geeignet sind, daß das zusätzliche Klebemittel seine zugedachte Fixierfunktion erfüllen kann.
- Die punktförmigen Auftragungen des zusätzlichen Klebemittels können auch in Reihen hintereinander bzw. nebeneinander angeordnet werden.
- Sobald der Kleber auf die jeweils vorbestimmte Fügefläche, insbesondere die Fügefläche an der Glasscheibe, aufgetragen ist, kann das zusätzliche Klebemittel daneben an die Fügefläche appliziert werden, was zum Beispiel auch direkt am Einbauort der Glasscheibe in die Fahrzeugkarosserie vorgenommen werden kann.
- Unmittelbar nach Auftrag des fixierenden zusätzlichen Klebemittels, können die Fügeteile dann zusammengefügt werden, wobei sie anschließend in der Einbaulage bzw. Einbauposition durch das fixierende, zusätzliche Klebemittel gehalten werden, welches verhältnismäßig rasch abbindet bzw. aushärtet, und dann seine Fixierfunktion erfüllt.
- Es reicht aus, beispielsweise bei einem „Sekundenkleber” als zusätzliches Klebemittel, die einzubauende Glasscheibe in der jeweiligen Position zu halten, bis das zusätzliche Klebemittel die entsprechende Abbindung bzw. Klebewirkung zeigt.
- Die entsprechende Haltezeit in der jeweiligen Position kann ohne weiteres durch Versuche bestimmt werden. Eine erforderliche Haltezeit bis zum Erreichen der Fixierfunktion mit dem zusätzlichen Klebemittel dürfte jedoch in vorteilhafter Weise kürzer sein als die bisher benötigten Montagezeiten für zum gleichen Zweck verwendete, vorgefertigte Fixiermittel.
- Neben der zeitversetzten Auftragung von Kleber einerseits und zusätzlichem Klebemittel andererseits ist es in besonders vorteilhafter Art und Weise auch möglich, daß Kleber und Klebemittel an vorbestimmten Stellen, z. B. mit dafür entsprechend ausgebildeten Düsen, gemeinsam und zeitgleich auf wenigstens eine der Fügeflächen gesetzt werden.
- Für einen zeitgleichen Auftrag von Kleber und Klebemittel ist ein Mehrfachdüsenkopf mit koaxial zueinander angeordneten Düsen verwendbar, der, beispielsweise durch einen Roboter gesteuert, den zeitgleichen Auftrag von Kleber und Klebemittel auf eine Fensterscheibe aus Glas durchführt.
- Das erfindungsgemäße Verfahren ist stets dann vorteilhaft, wenn es gilt Bauteile an Glasscheiben zu kleben, wie z. B. Spiegelaufnahmen, Kamerahalteplatten, dritte Bremsleuchte, Antennenverstärker usw.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
-
1 : eine schematische Seitenansicht eines Heckbereichs eines Kraftfahrzeugs mit Tür und mit einem eine Fensterscheibe aus Glas aufweisenden Heckseitenfenster, -
2 : eine Ansicht der Fensterscheibe für das Heckseitenfenster gemäß1 in vergrößertem Maßstab, -
3 : eine Ansicht eines Fügebereichs zwischen Kraftfahrzeug-Karosserie und Fensterscheibe im Schnitt entlang den Linien A-A, B-B und C-C in2 , -
4 : eine Ansicht des Fügebereichs zwischen Kraftfahrzeug-Karosserie und Fensterscheibe aus Glas im Schnitt entlang der Linie D-D in2 , -
5 : eine Ansicht einer Fensterscheibe im Schnitt mit einer ersten Ausführungsform des gemeinsamen Auftrags von Klebemittel und Kleber, -
6 : eine zweite Ausführungsform des gemeinsamen Auftrags von Klebemittel und Kleber auf eine Fensterscheibe aus Glas und -
7 : eine weitere Ausführungsform bei der auf der Fensterscheibe eine Klebebank angeordnet ist. - In
1 ist der Heckbereich eines Personenkraftwagens in einer schematischen Heckseitenfenster dargestellt. Das dargestellte Fahrzeug weist im Heckbereich ein Heckseitenfenster1 auf. Die für das Seitenfenster1 vorgesehene Karosserieöffnung ist mit einer Fensterscheibe4 aus Glas verschlossen, die im vergrößerten Maßstab in2 dargestellt ist. - Für das Zusammenfügen von Kraftfahrzeugkarosserie und Fensterscheibe
4 aus Glas, ist auf die entsprechende Fügefläche der Fensterscheibe4 an vorbestimmten Fixierpunkten ein zusätzliches Klebemittel3 punktförmig aufgebracht. Das zusätzliche Klebemittel3 ist ein lediglich eine Fixierfunktion ausübender, schnell aushärtender Klebstoff. Als schnellaushärtender Klebstoff, der die entsprechende Fixierfunktion optimal ausfüllen kann, ist ein Cyanacrylatkleber geeignet. Auch ein Schmelzkleber kann eingesetzt werden. -
3 zeigt eine Seitenansicht der Fügebereiche zwischen Kraftfahrzeugkarosserie5 und Fensterscheibe4 aus Glas im Schnitt entlang der Linien A-A, B-B und C-C in den1 und2 . -
3 verdeutlicht, wie der Kleber2 zwischen den Fügeflächen von Kraftfahrzeugkarosserie5 einerseits und Fensterscheibe4 aus Glas andererseits angeordnet ist, um die zugedachte Befestigungsfunktion auszuüben. -
4 zeigt eine Ansicht entsprechend3 , jedoch im Schnitt D-D in2 .4 läßt somit erkennen, daß neben dem Kleber2 noch ein zusätzliches Klebemittel3 angeordnet ist, welches schnell aushärtet und somit zunächst eine Fixierfunktion ausübt. Das schnellaushärtende Klebemittel hält Karosserie5 und Fensterscheibe4 so lange in der Einbau-Position, bis der Kleber2 den ausreichenden Härtegrad erreicht hat, in der er die Fensterscheibe4 aus Glas in der Einbaulage in der Fensteröffnung der Karosserie ausreichend sicher hält. -
5 zeigt die Fensterscheibe4 aus Glas mit einer ersten Ausführungsform der Aufbringung des Klebers2 in Form einer im Querschnitt keilförmigen Raupe, deren Kern aus einem koextrudierten zusätzlichen Klebemittel besteht. -
6 zeigt eine Ansicht entsprechend5 , mit einer zweiten Ausführungsform von gleichzeitig aufgebrachtem Kleber2 und zusätzlichem Klebemittel3 . Bei dieser Ausführungsform ist das zusätzliche Klebemittel3 eine Beschichtung der Flanken der äußeren Oberflächen der keilförmigen Raupe aus Kleber2 . -
7 zeigt eine Ansicht entsprechend4 mit einer weiteren Ausführungsform, bei der auf der Fensterscheibe4 neben der Raupe aus Kleber2 eine Klebebank6 angeordnet ist. Auf die die Fügefläche bittende freie Oberseitenfläche der Klebebank6 ist das zusätzliche viskose Klebemittel3 aufgetragen. - Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Klebebank
6 an der Fensterscheibe4 befestigt. Die Klebebank6 kann auch an der Karosserie befestigt sein.
Claims (11)
- Verfahren zum Einsetzen und Befestigen einer Platte in eine Öffnung eines Bauteils, insbesondere zum Einsetzen und Befestigen einer Fensterscheibe aus Glas in eine Fensteröffnung einer Fahrzeugkarosserie, bei dem auf eine im Verbindungsbereich mit dem Bauteil befindliche Fügefläche der Platte ein die Befestigungsfunktion ausübender viskoser Kleber aufgetragen wird und die derart vorbereitete Platte anschließend in der Öffnung positioniert und mit wenigstens einem Fixiermittel in der vorbestimmten Position in der Öffnung fixiert wird, bis eine zur Erfüllung der Befestigungsfunktion erforderliche Aushärtung des Klebers erfolgt ist, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem eine Befestigungsfunktion ausübenden Kleber (
2 ) ein zusätzliches viskoses Klebemittel (3 ) aufgetragen wird, wobei als zusätzliches Klebemittel (3 ) ein lediglich eine Fixierfunktion ausübendes, schnellaushärtendes Klebemittel (3 ) verwendet wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliches Klebemittel (
3 ) ein Schmelzkleber verwendet wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliches Klebemittel (
3 ) ein Cyanacrylatkleber verwendet wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche Klebemittel (
3 ) an mit vorbestimmten Fixierpunkten kongruenten Stellen auf wenigstens eine der an der Verbindung zwischen Platte und Bauteil beteiligten Fügeflächen aufgetragen wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche Klebemittel (
3 ) in Form einer Klebemittel-Raupe aufgetragen wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche Klebemittel (
3 ) punktförmig aufgetragen wird. - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die punktförmigen Auftragungen des zusätzlichen Klebemittels (
3 ) reihenförmig hintereinander bzw. nebeneinander angeordnet werden. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem eine Befestigungsfunktion ausübenden Kleber (
2 ) eine einen wesentlichen Teil des Abstandes zwischen Fensterscheibe (4 ) und Fahrzeugkarosserie (5 ) ausfüllende Klebebank (6 ) gesetzt wird und daß das zusätzliche viskose Klebemittel (3 ) auf die die Fügefläche bittende freie Oberseitenfläche der Klebebank (6 ) aufgetragen wird. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Kleber (
2 ) und zusätzliches Klebemittel (3 ) mit jeweils zugeordneten Düsen an den jeweils vorbestimmten Stellen auf die jeweilige Fügefläche gesetzt werden. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Kleber (
2 ) und Klebemittel (3 ) an vorbestimmten Stellen mit dafür entsprechend ausgebildeten Düsen gemeinsam und zeitgleich auf wenigstens eine der Fügeflächen gesetzt werden. - Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß für einen zeitgleichen Auftrag von Kleber (
2 ) und Klebemittel (3 ) ein Mehrfaach-Düsenkopf mit koaxial zueinander angeordneten Düsen verwendet wird.
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|---|---|---|---|
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