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Es
ist bekannt, dass man ein Tiefenprofil einer Oberflächenstruktur
unter Verwendung von interferometrischen Effekten ermittelt. Die
Ermittlung des Tiefenprofiles ermöglicht es die Bildung einer
Oberflächenstruktur
einer Schicht oder eines Verbunds von Schichten, wie zum Beispiel
einer Halbleiterschicht oder eines Verbunds von Halbleiterschichten, zu
steuern.
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In
den Zeichnungen beziehen sich Bezugszeichen im Allgemeinen auf dieselben
Teile durchgehend über
alle unterschiedlichen Ansichten. Die Zeichnungen geben nicht notwendigerweise
die tatsächlichen
Größenverhältnisse
wieder, sondern dienen allgemein dazu, die Prinzipien der Erfindung
darzustellen. In der folgenden Beschreibung werden verschiedene
Ausführungsformen
der Erfindung beschrieben mit Bezug auf die folgenden Zeichnungen, in
welchen:
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1 eine
schematische Zeichnung zeigt, die ein Verfahren zur Ermittlung eines
Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur
darstellt;
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2A eine
Prozessphase eines Verfahrens zum Ermitteln einer Entwicklungskurve
während
der Bildung der Oberflächenstruktur
zeigt;
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2B eine
Prozessphase eines Verfahrens zum Ermitteln einer Entwicklungskurve
während
der Bildung einer Oberflächenstruktur
zeigt;
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2C eine
Prozessphase eines Verfahrens zum Ermitteln einer Entwicklungskurve
während
der Bildung der Oberflächenstruktur
zeigt;
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3 ein
Verfahren zur Ermittlung des Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur
gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung zeigt;
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4 ein
System zum Ermitteln des Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zeigt;
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5A eine
Entwicklungskurve zeigt, die man bei Verwendung von Bestrahlungslicht
einer festen Wellenlänge
erhält;
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5B eine
Entwicklungskurve zeigt, die man bei Verwendung von Bestrahlungslicht
mit mehreren Wellenlängen
erhält;
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1 zeigt
ein Verfahren zum Ermitteln eines Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur
unter Nutzung von interferometrischen Effekten.
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Hier
wird angenommen, dass die in 1 gezeigte
Oberflächenstruktur 100 ein
Graben 101 ist, der in einer Schicht 102 ausgebildet
wurde, zum Beispiel einer Substratschicht eines Halbleiter-Bauteils. Die
Oberflächenstruktur 100 wird
bestrahlt mit Bestrahlungslicht 103. Das Bestrahlungslicht 103 wird an
der Oberflächenstruktur 100 reflektiert
und dabei (zumindest teilweise) in Reflexionslicht 104 umgewandelt.
Das Bestrahlungslicht 103 ist kohärentes Licht, d. h. Licht bestehend
aus Lichtkomponenten, die eine feste Phasendifferenz zueinander
haben. In der Ausführungsform,
die in 1 gezeigt wird, wird angenommen, dass die Phasendifferenz
zwischen unterschiedlichen Lichtkomponenten des Bestrahlungslichts 103,
zum Beispiel zwischen einer ersten Lichtkomponente 105 und
einer zweiten Lichtkomponente 106, Null ist. Diese Phasendifferenz ändert sich,
wenn das Bestrahlungslicht 103 an der Oberflächenstruktur 100 reflektiert
wird und Reflexionslicht 104 wird. Also ist die Phasendifferenz
zwischen der ersten Lichtkomponente 105 und der zweiten
Lichtkomponente 106 innerhalb des Reflexionslichts 104 im
Gegensatz zum Bestrahlungslicht 103 von Null verschieden.
In der Ausführungsform,
die in 1 gezeigt ist, wird angenommen, dass die Phasendifferenz,
die von der Reflexion des Bestrahlungslichts 103 an der
Oberflächenstruktur 100 verursacht
wird, λ/4
ist. Das ergibt sich aus einem optischen Gangunterschied zwischen
der ersten Lichtkomponente 105 und der zweiten Lichtkomponente 106.
Die zweite Lichtkomponente 106 hat einen längeren Weg 102, bevor
sie zum Reflexionslicht 104 wird, und hat denselben Weg 102 zurück, bevor
sie denselben Punkt wie die erste Lichtkomponente 105 als
Reflexionslicht 104 erreicht. Da die Phasendifferenz zwischen der
ersten Lichtkomponente 105 und der zweiten Lichtkomponente 106 innerhalb
des Reflexionslichts 104 verschieden von Null ist, ändert sich
die Intensität
des Reflexionslichts (104) in Abhängigkeit des optischen Gangunterschieds.
Die Intensität
des Reflexionslichts 104 hat ihr Maximum, falls die „Optische Phasendifferenz" (OPD – die Differenz
der Weglängen
multipliziert mit dem Brechungsindex beider Lichtkomponenten 105, 106)
Null ist (z. B. falls die Tiefe des Grabens 101 Null ist)
oder ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge ist, und ihr Minimum, falls die
Tiefe des Grabens ein ganzzahliges Vielfaches und ein Halbes der
Wellenlänge
ist. Deshalb ist es durch Bestimmen der Intensität des Reflexionslichts 104 möglich, Daten
zu erhalten, die das Tiefenprofil der Oberflächenstruktur 100 betreffen.
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Das
Verfahren, welches in 1 dargestellt wird, wird verwendet,
um den Prozess zum Erzeugen einer Oberflächenstruktur, wie in 2A bis 2C gezeigt,
zu steuern.
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2A zeigt
eine Prozessphase A, in welcher eine Oberflächenstruktur 200 gebildet
wurde. Die Oberflächenstruktur 200 weist
einen Graben 201 mit einer ersten Tiefe 202 auf.
Es wird angenommen, dass der Graben 201 in einer Substratschicht 203 unter
Verwendung eines Ätzprozesses
gebildet wird. In der Prozessphase A, die in 2A gezeigt
ist, besteht das Reflexionslicht 104 aufgrund der Tiefe 202 des
Grabens 201 aus Lichtkomponenten mit einer Phasendifferenz
von Null zueinander. Deswegen hat die Intensität des Reflexionslichts 104 einen
Maximalwert 204, wie im rechten Teil von 2A gezeigt.
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2B zeigt
eine Prozessphase B, in welcher eine Oberflächenstruktur 200' gebildet wurde. Die
Oberflächenstruktur 200' weist einen
Graben 201 auf, dessen Tiefe 202' größer ist im Vergleich zu dem Graben 201,
der in der Prozessphase A gezeigt wurde, aufgrund des fortgeführten Ätzprozesses.
Wegen der vergrößerten Tiefe 202' haben die Lichtkomponenten
des Reflexionslichts 104 eine von Null verschiedene Phasendifferenz
zueinander (hier: eine Phasendifferenz von λ/2). Deswegen ist die Intensität des Reflexionslichts 104 auf
ein Minimum 204' reduziert,
wie es im rechten Teil von 2B gezeigt
wird.
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2C zeigt
eine Prozessphase C, in welcher eine Oberflächenstruktur 200'' gebildet wurde. Die Oberflächenstruktur 200'' weist einen Graben 201 auf,
dessen Tiefe 202''aufgrund des
fortgeschrittenen Ätzprozesses
größer ist
im Vergleich zu dem Graben 201, der in der Prozessphase
B gezeigt ist. Deswegen haben die Lichtkomponenten innerhalb des Reflexionslichts 104 wieder
eine Phasendifferenz von Null zueinander. Als Folge davon ist die
Intensität
des Reflexionslichts 104 auf einen Maximalwert 204'' erhöht, wie es im rechten Teil
von 2C gezeigt wird.
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Auf
diese Weise wird eine Entwicklungskurve 205 erzeugt, die
die Intensität
des Reflexionslichts 104 während der Bildung des Grabens 201 angibt. Die
Tiefe 202 des Grabens 201 zu einem gegebenen Zeitpunkt
kann ermittelt werden durch Ermitteln der Anzahl und der Positionen
von Minima/Maxima 204, 204', 204'' und
Wendepunkten zwischen den Minima/Maxima 204, 204', 204'' innerhalb der Entwicklungskurve 205 zu
dem Zeitpunkt. Die Geschwindigkeit des Grabenbildung-Prozesses (z.
B. die Geschwindigkeit eines Ätzprozesses,
welcher den Graben 201 ausbildet) kann ermittelt/gesteuert
werden mittels wiederholtem Ermitteln der Tiefe des Grabens 201.
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Je
größer die
Anzahl an Minima/Maxima (oder Wendepunkten) 204 innerhalb
der Entwicklungskurve 205 ist, desto höher ist die Präzision des Ermittelns
der Tiefe 202 des Grabens 201. Deshalb wird gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Ermitteln des Tiefenprofils
einer Oberflächenstruktur
bereitgestellt, wobei die verwendeten Entwicklungskurven eine erhöhte Anzahl
an Maxima/Minima (oder Wendepunkten) im Vergleich zu üblichen
Tiefenprofil-Ermittlungsverfahren
aufweisen.
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Alternativ
ist eine höhere
Präzision
des Ermittelns der Tiefe 202 des Grabens 201 erreichbar, falls
ein Extremwert (Minimum/Maximum) oder Wendepunkt innerhalb der Entwicklungskurve 205 einer Tiefe
entspricht, welche der Zieltiefe so nah wie möglich kommt (jedoch kleiner
ist). Deswegen wird gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ein Verfahren zum Ermitteln des Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur
bereitgestellt, wobei die verwendeten Entwicklungskurven ein optimiertes
Auftreten an Minima/Maxima (oder Wendepunkten) im Vergleich zu üblichen
Tiefenprofil-Ermittlungsverfahren
aufweisen (Die Minima/Maxima oder Wendepunkte entsprechen einer
Tiefe, welche so nah wie möglich
an die Zieltiefe kommt (jedoch kleiner ist)). Falls ein Minimum/Maximum
oder Wendepunkt einer Tiefe entspricht, welche sehr nah an die Zieltiefe
kommt, ist ein Minimum/Maximum oder ein Wendepunkt innerhalb einer
Entwicklungskurve ausreichend.
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3 zeigt
ein Verfahren 300 zum Ermitteln des Tiefenprofils einer
Oberflächenstruktur
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung. In 301 wird die Oberflächenstruktur mit Bestrahlungslicht
bestrahlt, welches Lichtkomponenten unterschiedlicher Wellenlängen aufweist.
In 302 wird das Tiefenprofil der Oberflächenstruktur in Abhängigkeit
von interferometrischen Effekten ermittelt, welche durch die Reflexion
des Bestrahlungslichts an der Oberflächenstruktur verursacht werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird in 301 die Oberflächenstruktur während der
Bildung der Oberflächenstruktur
mit Bestrahlungslicht bestrahlt, um eine entsprechende Entwicklungskurve
zu erzeugen, welche die Änderung
des Tiefenprofils über
der Zeit widerspiegelt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden in 302 die Intensitäten der
Lichtkomponenten des Reflexionslichts in Abhängigkeit der entsprechenden
Lichtkomponenten-2Gewichtsfaktoren gewichtet.
Das heißt,
dass Licht ausgestrahlt und ohne jegliche Manipulation reflektiert
wird, wobei vom Reflexionslicht unter Verwendung eines Detektors
Reflexions-Intensität-Rohdaten
erhalten werden. Die Reflexions-Intensität-Rohdaten werden dann gewichtet,
d. h. die Reflexionsintensitäten
unterschiedlicher Wellenlängen
werden gewichtet.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren unter
Verwendung des folgenden Prozesses bestimmt: a) Erzeugen einer Hilfsoberflächenstruktur, die
identisch oder ähnlich
der zu messenden Oberflächenstruktur
ist; b) Bestrahlen der Hilfsoberflächenstruktur mit Licht einer
festen Wellenlänge
während ihrer
Bildung; c) Messen des Lichts, das von der Hilfsoberflächenstruktur
reflektiert wird; d) Erzeugen einer entsprechenden Hilfsentwicklungskurve
in Abhängigkeit
des gemessenen Reflexionslichts; e) Mehrfaches Ausführen der
Schritte b) bis d), wobei jedes Mal Licht einer anderen festen Wellenlänge verwendet
wird; und f) Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren in Abhängigkeit
der ermittelten Hilfsentwicklungskurven, wobei Schritt e) für alle gewünschten
Wellenlängen
gleichzeitig durchgeführt werden
kann.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren in 302 in
Abhängigkeit
von Daten gewählt,
die das Tiefenprofil der Oberflächenstruktur
betreffen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird die Oberflächenstruktur
unter Verwendung eines Ätzprozesses
erzeugt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird die Oberflächenstruktur
unter Verwendung eines Ätzprozesses
mit konstanter Ätzgeschwindigkeit
erzeugt. Jedoch braucht die Ätzgeschwindigkeit nicht
konstant zu sein.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren für eine Anwendung
in 302 unter Verwendung einer Hauptkomponentenanalyse (PCA:
principal component analysis) ermittelt.
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Mit
dem PCA-Verfahren wird das volle Spektrum in seine linear unabhängigen Komponenten
zerlegt. Die resultierenden Gewichtsvektoren vereinen die einzelnen
Wellenlängen-Kanäle in Gruppen (Komponenten)
mit ähnlichen
Interferenzsignalen. Dieser Satz von rauschreduzierten Komponentensignalen
wird in einem zweiten Schritt verwendet, um eine passende lineare Überlagerung
zu bilden, welche das endgültige
Interferenz-Zeit-Signal
liefert. Für beliebige
Ziel-Oszillations-Frequenzen
wird die Zielphase unter Verwendung eines nichtlinearen Optimierungsverfahrens
mit einer zu Grunde liegenden linearen Gewichtsabschätzung für die PCA-Komponentensignale
optimiert. Die Ziel-Oszillations-Frequenz wird erhöht werden,
bis keine passende Modulation mehr möglich ist. Dies liefert letztendlich
eine Spektral-Kanalkombination, welche ein schnelles, oszillierendes
rauscharmes Interferenzsignal ausführt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so ermittelt,
dass die Entwicklungskurve so viele Extremwerte und Wendepunkte
(Minima/Maxima) wie möglich
hat.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so ermittelt,
dass die Entwicklungskurve ein optimiertes Auftreten von Extremwerten
und Wendepunkten aufweist. Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung heißt „optimiertes
Auftreten", dass
die Minima/Maxima oder Wendepunkte einer Tiefe entsprechen, welche
der Zieltiefe so nah wie möglich
kommt (jedoch kleiner ist).
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so in 301 ermittelt,
dass die Rauschkomponenten oder Driftkomponenten des reflektierten
Strahlungslichts kompensiert oder reduziert werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird ein Verfahren zum Ermitteln des Tiefenprofils
einer Oberflächenstruktur
bereitgestellt, wobei das Verfahren aufweist: Bilden einer Oberflächenstruktur
innerhalb einer Schicht oder eines Verbunds von Schichten, der eine
Mehrzahl an Schichten aufweist; Bestrahlen der Oberflächenstruktur
während ihrer
Bildung mit Bestrahlungslicht, welche Lichtkomponenten unterschiedlicher
Wellenlängen
aufweist, dabei Erstellen einer Entwicklungskurve in Abhängigkeit
von interferometrischen Effekten, die verursacht werden durch die
Reflexion von Bestrahlungslicht an der Oberflächenstruktur, wobei die Entwicklungskurven
die Änderung
des Tiefenprofils über
die Zeit widerspiegeln.
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4 zeigt
ein System 400 zum Ermitteln des Tiefenprofils einer Oberflächenstruktur.
Das System 400 weist auf: eine Lichtbestrahlungseinheit 401, die
so eingerichtet ist, dass sie die Oberflächenstruktur 100 mit
Bestrahlungslicht 103 bestrahlt, welches Lichtkomponenten
unterschiedlicher Wellenlängen aufweist;
eine Lichtempfangseinheit 402, die so eingerichtet ist,
dass sie Reflexionslicht 104 empfängt, welches erzeugt wird durch
Reflexion des Bestrahlungslichts 103 an der Oberflächenstruktur 100;
eine Ermittlungseinheit 403, die mit der Lichtempfangseinheit 402 gekoppelt
ist und die das Tiefenprofil der Oberflächenstruktur 100 in
Abhängigkeit
von interferometrischen Effekten ermittelt, die innerhalb des Reflexionslichts 104,
das von der Empfangseinheit 402 empfangen wird, auftreten.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung weist das System 400 eine Entwicklungskurven-Erzeugungseinheit
(welche zum Beispiel innerhalb der Ermittlungseinheit 403 angeordnet
werden kann) auf, die eine Entwicklungskurve der Oberflächenstruktur 100 mittels
Verarbeiten von interferometrischen Effekten erzeugt, die innerhalb
des Reflexionslichts 104 während der Bildung der Oberflächenstruktur 100 detektiert
werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Ermittlungseinheit 403 eingerichtet
zum Ermitteln des Tiefenprofils der Oberflächenstruktur 100 in
Abhängigkeit
der ermittelten Entwicklungskurve.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Ermittlungseinheit 403 eingerichtet
zum Gewichten der Intensitäten
des Reflexionslichts 104 in Abhängigkeit von entsprechenden
Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung weist das System 400 eine Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren-Ermittlungseinheit
auf, welche eingerichtet ist zum Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren
in Abhängigkeit
von zusätzlichen
Entwicklungskurven, wobei jede zusätzliche Entwicklungskurve die Änderung
des Tiefenprofils der Oberflächenstruktur 100 über der
Zeit widerspiegelt und wobei jede zusätzliche Entwicklungskurve erzeugt
wurde unter Verwendung von Bestrahlungslicht, welches nur ungewichtete
Wellenlängen
des gewünschten
Wellenlängenbereichs
hat.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren-Ermittlungseinheit
eingerichtet zum Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren mittels Anwenden einer
Hauptkomponentenanalyse auf die zusätzlichen Entwicklungskurven.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren-Ermittlungseinheit
eingerichtet zum Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so, dass die resultierende
Entwicklungskurve so viele Extremwerte (Minima/Maxima) und Wendepunkte
wie möglich
hat.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren-Ermittlungseinheit
eingerichtet zum Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so, dass die resultierende
Entwicklungskurve ein optimiertes Auftreten von Extremwerten und
Wendepunkten aufweist. Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung heißt „optimiertes
Auftreten", dass
die Minima/Maxima oder Wendepunkte einer Tiefe entsprechen, welche
der Zieltiefe so nah wie möglich
kommt (jedoch kleiner ist). In diesem Fall ist nur ein Minimum oder
Maximum oder Wendepunkt innerhalb der resultierenden Entwicklungskurve
erforderlich.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren-Ermittlungseinheit
eingerichtet zum Ermitteln der Lichtkomponenten-Gewichtsfaktoren so, dass die Rauschkomponenten
oder Driftkomponenten, die die resultierende Entwicklungskurve aufweist,
kompensiert oder reduziert werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird ein System zum Ermitteln des Tiefenprofils einer
Oberflächenstruktur
bereitgestellt, welches aufweist: Bestrahlungsmittel, die die Oberflächenstruktur
mit Bestrahlungslicht bestrahlen, welches Lichtkomponenten unterschiedlicher
Wellenlängen
aufweist; Empfangsmittel, die Reflexionslicht empfangen, welches
erzeugt wurde durch die Reflexion des Bestrahlungslichts an der
Oberflächenstruktur;
und Ermittlungsmittel, die das Tiefenprofil der Oberflächenstruktur
in Abhängigkeit
von interferometrischen Effekten des Reflexionslichts ermittelt,
welches von den Empfangsmitteln empfangen wurde.
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Die
Bestrahlungsmittel können
zum Beispiel eine Lichtbestrahlungseinheit sein, die Empfangsmittel
können
zum Beispiel eine Lichtempfangseinheit sein und die Ermittlungsmittel
können
zum Beispiel eine Ermittlungseinheit sein.
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5A zeigt
eine Entwicklungskurve 501, die beim Bestrahlen einer Oberflächenstruktur
während
ihrer Bildung unter Verwendung von Bestrahlungslicht einer festen
Wellenlänge
erhalten wurde. Im Gegensatz dazu zeigt 5B eine
Entwicklungskurve, die beim Bestrahlen derselben Oberflächenstruktur
während
ihrer Bildung, jedoch unter Verwendung von Bestrahlungslicht unterschiedlicher
Wellenlängen,
erhalten wurde. Wie aus 5A und 5B abgeleitet
werden kann, hat die Entwicklungskurve 501 nur zwei Extremwerte 5031 und 5032 ,
wohingegen die Entwicklungskurve 502, die in 5B gezeigt
wird, vier Extremwerte 5041 , 5042 , 5043 und 5044 hat. Da die Bildung des Tiefenprofils
der Oberflächenstruktur
besser gesteuert werden kann, falls die Entwicklungskurve mehr Extremwerte
aufweist, ermöglicht
die Entwicklungskurve 502 eine bessere Steuerung der Bildung
des Tiefenprofiles.
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Wie
aus 5A und 5B abgeleitet
werden kann, hat der letzte Extremwert (Maximum) 5032 der Entwicklungskurve 501,
die in 5A gezeigt ist, eine größere Entfernung
zum Zielpunkt auf der rechten Seite der Kurve im Vergleich zum letzten
Maximum 5044 der Entwicklungskurve 502,
die in 5B gezeigt ist. Die größere Entfernung
des letzten Extremwerts (Maximum) 5032 impliziert
eine verringerte Präzision,
verglichen mit der kleineren Entfernung des letzten Maximums 5044 .
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In
der folgenden Beschreibung werden weitere Aspekte von exemplarischen
Ausführungsformen
der Erfindung erklärt.
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Tiefensteuerung
von Löchern
oder Gräben ist
bei der Herstellung von Bauteilen erforderlich. Die Tiefensteuerung
kann unter Verwendung von interferometrischen Effekten ausgeführt werden.
Im Allgemeinen entspricht die kleinste Tiefe, die gemessen werden
kann, der halben Wellenlänge
des verwendeten Bestrahlungslichts. Jedoch ist es wegen technischer
Gründe
oftmals nicht möglich,
solche Wellenlängen
zu verwenden.
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Ein
erstes Beispiel der Verwendung von der auf interferometrischen Effekten
basierten Tiefensteuerung ist Geräteüberwachung, die während Tiefgraben-Ätzprozessen
angewendet wird. Die Geräteüberwachung
wird unter Verwendung eines sogenannten chemisch-mechanischen Schleif "Short-loop"-Wafer-Entwicklungsverfahrens angewendet.
Der Tiefgraben-Ätzprozess
wird angewendet auf strukturierte Wafer. Die strukturierten Wafer
werden dann auf 2 bis 6 Mikrometer herunter geschliffen, um die
kritischen Dimensionsparameter der jeweiligen Tiefen an einigen
Testpunkten steuern zu können.
Ein Kriterium zum Überwachen
von CMP(chemical mechanical polishing)-Geräten ist die (Rest-)Tiefenmessung
der Löcher
unter Verwendung von Fouriertransformation-Infrarot-Spektroskopie (FTIR).
Die Messung kann durchgeführt
werden bei 6 Mikrometern unter Verwendung einer IR-Wellenlänge von
800 Nanometern, da die Resttiefe möglicherweise kleiner als 500
Nanometer und deswegen nahe der halben Wellenlänge sein kann.
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Ein
zweites Beispiel der Verwendung von der auf interferometrischen
Effekten basierten Tiefensteuerung ist Endpunktsteuerung von flachen
Polysilizium-Aussparungsätzungen,
welche unter Verwendung von interferometrischer Tiefenüberwachung durchgeführt wird.
Die UV-Wellenlänge
von 229 Nanometern, die auch verwendet wird, liegt innerhalb des
Grenzbereichs der zu ermittelnden Gesamttiefe (um die 190 Nanometer).
Die Zuverlässigkeit
dieser Tiefenmessung erfüllt
nicht die Anforderungen der Prozesssteuerung. Die verwendete Wellenlänge ist die
kleinste, für
das verwendete System verfügbare Wellenlänge.
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Um
ein Tiefenprofil zu ermitteln, wird normalerweise eine einzige Wellenlänge verwendet.
Danach wird ein aussagekräftiger,
reproduzierbarer Punkt innerhalb der Entwicklungskurve der Intensität der Wellenlänge gesucht
(d. h. direkt im Interferenzsignal oder in einer seiner Ableitungen),
die für
die Ermittlung des Tiefenprofils unter Verwendung eines Glättungsprozesses,
oder einer oder mehrerer Ableitungen und Korrekturen, verwendet
werden kann. Diese charakteristischen Punkte sind Extremwerte, wie
Minimalwerte, Maximalwerte oder Wendepunkte. Die diesen Extremwerten
entsprechenden Tiefen sind von Anfang an bekannt und können beispielsweise
unter Verwendung vergleichbarer Messungen von anderen Messverfahren
ermittelt werden. Von dort wird zu unbekannten Tiefen extrapoliert,
welche so nah wie möglich
an diesem Extremwert liegen sollten. Je mehr Extremwerte bestimmt
werden können, desto
exakter ist die Messung.
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Weiterhin
ist die Messung exakter, falls der letzte charakteristische Punkt
der Kurve nah an der Zieltiefe liegt. Das Grenz-Zählverfahren,
welches als Standardverfahren für
Aussparungstiefenermittlung bereitgestellt wird, ist nur möglich für tiefere
Aussparungsätzungen.
Für flache
Aussparungen ist dieses Verfahren nicht exakt genug.
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Falls
das zu messende Tiefenprofil ein flaches Tiefenprofil ist, kann
es möglich
sein, kleine Wellenlängen
zu verwenden, um ein Interferenzsignal zu erzeugen, welches so viele
Extremwerte wie möglich
aufweist. Jedoch können
beim Versuch dies zu tun technische Probleme für sehr kleine Wellenlängen (tiefes
UV (ultraviolett)) auftreten, da Materialien verwendet werden müssen, die
diese Wellenlängen
nicht absorbieren, jedoch gleichzeitig ätz-resistent sein müssen. Deswegen
sind solche Interferenz-Apparate sehr teuer. Zum Beispiel sind UV-Systeme, welche fähig sind
zur Endpunktdetektion Wellenlängen
kleiner als 200 Nanometer zu verwenden, nicht bekannt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden einige Wellenlängen zur Tiefenprofilerkennung
verwendet bei der Verwendung von nur einer Wellenlänge. Die
Zeitentwicklungskurven des Interferenzsignals dieser Wellenlängen werden
gemessen. Dies ist unter Verwendung bekannter Systeme möglich. Die
Interferenzsignale der einzelnen Wellenlängen werden zu einem resultierenden
Interferenzsignal unter Verwendung positiver oder negativer Gewichte
kombiniert. Die resultierende Entwicklungskurve der kombinierten
Interferenzsignale hat weist mehr verwendbare Extremwerte auf als
jede der einzelnen Entwicklungskurven.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird ein passender Gewichtungsvektor (Muster) unter
Verwendung einer Hauptkomponentenanalyse ermittelt. Um dies zu tun,
werden einige verwendete Datensätze
(ein Datensatz besteht aus einer Matrix, welche die zeitabhängigen Intensitäten der entsprechenden
Wellenlängen
des reflektierten Lichts aufweist) einer Hauptkomponentenanalyse unterzogen,
wobei der Gewichtungsvektor von den Ergebnissen der Hauptkomponentenanalyse
abgeleitet wird. Das Skalarprodukt aus dem Gewichtungsvektor und
dem Interferenzsignal ergibt die resultierende Entwicklungskurve
des kombinierten Interferenzsignals. Falls ein passender Vektor
verwendet wird, zeigt die resultierende Entwicklungskurve das gewünschte Interferenzsignal.
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Ein
Effekt dieser Ausführungsform
ist, dass übliche
Geräte
verwendet werden können,
um Interferenzsignale zu erzeugen. Würden im Gegensatz dazu nur
einzelne Wellenlängen
verwendet, wären Hardwarekomponenten-Modifikationen
erforderlich, welche in erhöhten
Kosten resultieren würden.
Im schlimmsten Fall wären
solche Hardwarekomponenten nicht verfügbar. Gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung ist eine interferometrische Tiefenprofilermittlung von
flachen Tiefen mit einer hohen Präzision und ohne zu hohe resultierende
Kosten möglich. Weiterhin
ist es gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung möglich,
Rauschkomponenten und Driftkomponenten zu kompensieren, und Interferenzkomponenten
unter Verwendung eines geeigneten Superpositionsprozesse zu verstärken. Auf
diese Art kann eine Verbesserung des Signal-Rausch-Verhältnisses
erreicht werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird ein Gewichtungsvektor unter Verwendung einer
Hauptkomponentenanalyse ermittelt. Es kann ein Interferenzsignal
erzeugt werden, das die Bestimmung eines Tiefenprofils mit ausreichender
Genauigkeit ermöglicht,
indem man ein Skalarprodukt aus dem Spektrum erzeugt, welches sich
mit der Zeit und dem Gewichtungsvektor ändert. In anderen Worten wird
ein Skalarprodukt aus den Gewichtungsfaktoren und den Zeitentwicklungskurven
des Interferenzsignals der entsprechenden Wellenlängen gebildet,
so dass ein kombiniertes Interferenzsignal erzeugt wird.
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Die
Ausführungsformen
des Verfahrens gemäß der Erfindung
können
zum Beispiel in einem Endpunkt-Ermittlungsverfahren während eines
Polysilizium-Aussparungs-Ätzschrittes
für flache
Zieltiefen in der Produktion von DRAM-Speicherbausteinen verwendet
werden: Mittels Verdopplung der Extremwerte (entsprechend einer
tiefen (deep) UV-Wellenlänge
von 170 Nanometern) kann die Entfernung, die „blind" abgedeckt werden muss, auf ein Drittel
reduziert werden (von 75 Nanometer auf 25 Nanometer), was in 5A und 5B gezeigt
wird. 5A zeigt die Situation ohne Verwendung der Ausführungsform
gemäß der Erfindung.
In diesem Fall müssen
etwa 75 Nanometer „blind" geätzt werden,
wobei währenddessen
angenommen wird, dass die Umstände,
die die Ätzgeschwindigkeit
beeinflussen, konstant sind. Die 75 Nanometer entsprechen zu 40%
der Gesamttiefe. 5B zeigt den Fall, bei dem die
Ausführungsformen
gemäß der Erfindung
eingesetzt worden sind. Dieselbe Struktur wir in 5A ist geätzt worden.
Jedoch mussten nur 25 Nanometer „blind" geätzt
werden, d. h. es musste angenommen werden, dass während des Ätzens der
25 Nanometer die Umstände,
die die Ätzgeschwindigkeit
beeinflussen, konstant sind. Die 25 Nanometer entsprechen in etwa
15% der gesamten Tiefe.
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Weitere
Anwendungsbeispiele der Ausführungsformen
der Erfindungen sind z. B. eine Tiefgrabenüberwachung oder ein Endpunkt-Beendigung
für einen
L90 Deglaze-Prozess. Des Weiteren können die Ausführungsformen
der Erfindung z. B. auf eine Endpunkt-Erkennung eines weich-Landeschritts
in einem Gate-Kontakt-Ätzverfahren
angewendet werden, der zur Anfertigung von allen Arten von Technologien
und Produkten verwendet wird.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung kann ein Tiefgraben-Ätzprozess
zum Beispiel ein Ätzen
von Gräben
mit einer Tiefe von etwa 7 Mikrometer in einen Wafer bedeuten. Gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind flache Polysilizium-Aussparungs-Ätzverfahren
zum Beispiel Verfahren, in welchen polykristallines Silizium, das
in tiefe Gräben
gefüllt
wurde, bis auf eine vorbestimmte Tiefe zurückgeätzt wurde. Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann „L90" zum Beispiel eine Logik-Technologie
in einer 90 Nanometer-Technologie sein. Gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung ist unter einem „Deglaze"-Prozess zum Beispiel
ein Zurück-Ätzverfahren
eines Oxids in einer flachen Grabenisolation (STI – shallow
trench isolation) auf eine vorbestimmte Tiefe zu verstehen, um die
STI-Stufenhöhe
einzustellen.
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Obwohl
die Erfindung teilweise mit Bezug auf spezifische Ausführungsformen
gezeigt und beschrieben wurde, sollte es von Fachleuten verstanden
werden, dass darin verschiedene Veränderungen der Form und im Detail
gemacht werden können ohne
vom Sinn und Geltungsbereich der Erfindung abzuweichen, so wie es
in den beigefügten
Ansprüchen
erklärt
wird. Der Geltungsbereich der Erfindung ist daher kenntlich gemacht
durch die beigefügten Ansprüche und
alle Änderungen,
die der Bedeutung der Ansprüche
entsprechen, sollen mit umfasst werden.