-
Die
Erfindung betrifft eine elektrische Anlage.
-
Komplexe
elektrische Anlagen, wie zum Beispiel medizinische Diagnose- und
Bildgebungseinheiten, umfassen in der Regel eine Vielzahl von Elektronikkomponenten
zur Steuerung und Regelung einzelner Untereinheiten der Anlage.
Aus Platz-, Kosten- und Logistikgründen besteht ein deutlicher
Trend hin zu einer Bündelung der einzelnen Elektronikkomponenten
in kompakte Elektronik-Einheiten. Eine solche Elektronik-Einheit
ist sinnvoll nahe der Anlage, d. h. nahe den zu steuernden bzw.
zu regelnden Untereinheiten der Anlage angeordnet.
-
Dies
ist auch bei MR-Anlagen (MR: „Magnetresonanz”)
der Fall, wo die einzelnen Elektronikkomponenten zunehmend in Elektronik-Einheiten
zusammengefasst werden, die, zum Beispiel aus logistischen Gründen,
meist an einer Außenseite eines Magneten des Magnetresonanzgeräts
der MR-Anlage angeordnet werden. Der Magnet befindet sich dabei
innerhalb einer, den gesamten Untersuchungsraum, in dem sich das
Magnetresonanzgerät befindet, umgebenden HF-Schirmkabine
(HF: „Hochfrequenz”), die eine Übertragung
von Störungen von innen nach außen als auch umgekehrt
verhindert.
-
Verschiedene
Elektronikkomponenten, auch in einer Elektronik-Einheit zusammengefasste,
benötigen in der Regel unterschiedliche Versorgungsspannungen.
Gleichzeitig werden die benötigten Versorgungsspannungen
vor allem im Digitalbereich bei steigendem Stromverbrauch immer
kleiner. Somit wird die Spannungsversorgung, insbesondere für Verbraucher
in Form von Elektronikkomponenten einer Elektronik-Einheit, immer
komplexer.
-
Wegen
der Magnetfeldempfindlichkeit von netzspannungsversorgten Linearnetzteilen
scheidet insbesondere bei MR-Anlagen ei ne Verwendung solcher netzspannungsversorgter
Linearnetzteile innerhalb der HF-Schirmkabine nahe dem Magneten
aus. Weiterhin sind netzspannungsversorgte Linearnetzteile zur Versorgung
von Elektronikkomponenten insbesondere in einer Elektronik-Einheit
wegen ihres vergleichsweise kleinen Wirkungsgrads, ihres Platzbedarfs
und ihrer Kosten eher nachteilig.
-
Beispielsweise
bei MR-Anlagen wird oft ein außerhalb der HF-Schirmkabine
angeordnetes Schaltnetzteil als Spannungsversorgung eingesetzt, das
jede einzelne, einer zu versorgenden Elektronikkomponente entsprechende,
Versorgungsspannung U1...Un außerhalb
der HF-Schirmkabine erzeugt. Die so erzeugten Versorgungsspannungen
U1...Un müssen
dann durch je eine Filtereinheit in das Innere der HF-Schirmkabine
geleitet werden. Gegebenenfalls ist es dabei nötig, dass
die Versorgungsspannungen U1...Un von je einem Linearregler nachgeregelt
werden. Dies ist insbesondere bei versorgungsspannungskritischen
Verbrauchern erforderlich. Die gegebenenfalls nachgeregelten Versorgungsspannungen U1...Un werden schließlich,
zum Beispiel über einen Verteiler, an zugehörige
analoge Elektronikkomponenten Ea1...Eap und/oder digitale Elektronikkomponenten
Ed1...Edq geleitet.
-
Eine
derartige Lösung ist somit sehr kostenintensiv, da Verkabelungsaufwand
und Filteraufwand in Abhängigkeit der nötigen
Versorgungsspannungen U1...Un extrem
hoch werden können. Bei n benötigten Versorgungsspannungen
sind mindestens n + 1 (+1 wg. Rückleitung für
gemeinsames Bezugspotential) Durchführungsfilter erforderlich.
Darüber hinaus besitzen die, für eine Nachstabilisierung
nötigen, linearen Längsregler einen niedrigen
Wirkungsgrad. Insbesondere bei MR-Anlagen können diese
linearen Längsregler wegen des hohen statischen Magnetfelds
und aus EMV-Gründen („EMV”: elektromagnetische
Verträglichkeit) auch nicht durch konventionelle elektromagnetische
DC/DC-Wandler ersetzt werden.
-
Um
den Verkabelungsaufwand der eben beschriebenen Lösung zu
reduzieren, ist es möglich, mittels des außerhalb
der HF- Schirmkabine angeordneten Netzteils nur eine Spannung je
Polarität zu erzeugen und die erforderlichen (kleineren)
Versorgungsspannungen U1...Un erst
mittels der Längsregler innerhalb der HF-Schirmkabine zu
erzeugen. Dabei müssen jedoch hohe Verlustleistungen, insbesondere
bei großen Spannungsunterschieden und hohen Strömen
(z. B. 3,3 V/10 A für typische Digitalelektronik), in Kauf
genommen werden, was zusätzlich zumeist eine Wasserkühlung
erforderlich macht.
-
Aus
der Offenlegungsschrift
DE
196 03 634 A1 ist ein DC-DC-Wandler zu potentialfreien
Energieversorgung einer Ansteuerschaltung eines Leistungshalbleiterschalters
einer Stromrichtung bekannt, der eingangsseitig über einen
Eingangsfilter mit einem Gleichspannungs-Zwischenkreis mit hoher Eigenspannung
und ausgangsseitig über einen einen piezoelektrischen Übertrager
aufweisenden Schwingkreis und eine sekundärseitige Gleichrichterschaltung
mit der Ansteuerschaltung elektrisch leiten verbunden ist.
-
Z.
B. von der Firma EPCOS („Electronic Parts and Components”)
sind leistungsstarke Piezo-Transformatoren bekannt, die sich für DC-DC-Wandler
eignen.
-
Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine elektrische Anlage
mit einem fortschrittlichen Spannungsversorgungskonzept anzugeben, das
die oben geschilderten Anforderungen einfach und kosten- sowie platzsparend
erfüllt.
-
Eine
erfindungsgemäße elektrische Anlage umfasst mindestens
einen in einer HF-Schirmkabine angeordneten elektrischen Verbraucher
und eine außerhalb der HF-Schirmkabine angeordnete Stromversorgung,
wobei der mindestens eine Verbraucher über einen piezoelektrischen
Gleichspannungswandler über eine Zwischenkreisspannungsleitung
mit der Stromversorgung elektrisch verbunden ist. Die elektrische
Anlage hat somit ein Spannungsversorgungskonzept, dessen Stromversorgung
durch die Anordnung außerhalb der HF-Schirmkabine EMV-mäßig von
dem mindestens einen Verbraucher innerhalb der HF-Schirmkabine entkoppelt
ist. Gleichzeitig genügt es, wenn die Stromversorgung eine
einzige Zwischenkreisspannung erzeugt und über die Zwischenkreisspannungsleitung
an den piezoelektrischen Gleichspannungswandler leitet, da der Gleichspannungswandler
die Zwischenkreisspannung in eine dem Verbraucher angepasste Versorgungsspannung und
Polarität umwandeln kann.
-
Vorteilhaft
ist der piezoelektrische Gleichspannungswandler in der nahen Umgebung
des mindestens einen Verbrauchers angeordnet. Somit kann die bei
dem Verbraucher ankommende Versorgungsspannung hochgenau mittels
des piezoelektrischen Gleichspannungswandlers geregelt werden, ohne dass
Abfälle in der Zuleitung zu befürchten sind. Darüber
hinaus können Spannungsabfälle in der Zwischenkreisspannungsleitung
vernachlässigt werden, da diese von dem piezoelektrischen
Gleichspannungswandler ausgeglichen werden. Damit erübrigt sich
auch eine Sense-Funktion zur Überprüfung der Zwischenkreisspannung
und/oder der Versorgungsspannung. Auch bei Lastschwankungen ist
wegen den an den Gleichspannungswandlerausgängen nicht,
oder nur geringfügig erforderlichen Tiefpassfiltern eine
gute Regeldynamik erreichbar, da durch die Tiefpassfilter hier Schwankungen
wenn überhaupt, dann wegen ihrer geringen Dämpfung
nur geringfügig verzögert weitergegeben werden.
-
In
einem besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel werden
mehrere Verbraucher der elektrischen Anlage über mehrere
piezoelektrische Gleichspannungswandler über die Zwischenkreisspannungsleitung
mit der Stromversorgung verbunden. Dies erlaubt eine einfache Stromversorgung mehrerer
Verbraucher über die eine Stromversorgung.
-
In
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der
mindestens eine Verbraucher über einen Verteiler mit dem
piezoelektrischen Gleichspannungswandler elektrisch verbunden. Der
Verteiler ermöglicht eine besonders flexible Verteilung
der mit dem piezoelektrischen Gleichspannungswandler erzeugten Versorgungsspannung.
-
Weitere
Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen
sowie anhand der Zeichnungen. Die aufgeführten Beispiele stellen
keine Beschränkung der Erfindung dar. Es zeigen:
-
1 schematisch
eine beispielhafte erfindungsgemäße elektrische
Anlage am Beispiel eines Magnetresonanzgeräts und
-
2 eine
schematische Darstellung des prinzipiellen Aufbaus eines piezoelektrischen
Gleichspannungswandlers.
-
1 zeigt
eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen
elektrischen Anlage am Beispiel einer MR-Anlage 1. Dabei
sind nur die für die Erfindung wesentlichen Bestandteile
der MR-Anlage 1 dargestellt. Weitere Bestandteile, wie
zum Beispiel Gradientenspulen, HF-Spulen, eine Patientenpositioniervorrichtung
und dergleichen sind bekannt und der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellt.
-
Ein
Magnetresonanzgerät (hier anhand dessen Magneten 50,
der z. B. hohlzylinderförmig oder aus zwei gegenüberliegenden
Polschuhen ausgeführt ist, skizziert) einer MR-Anlage 1 ist,
wie auch hier dargestellt, in der Regel mit einer HF-Schirmkabine 13 umgeben,
um EMV-Störungen aufgrund der bei Betrieb eines Magnetresonanzgeräts 1 verwendeten
elektromagnetischen Wechselfelder und Hochfrequenzfelder zu vermeiden.
Die HF-Schirmkabine 13 verhindert Störaussendungen
des Magnetresonanzgeräts der MR-Anlage 1, also
einen Einfluss auf andere Geräte außerhalb der
HF-Schirmkabine 13. Gleichzeitig verhindert sie, dass das
Magnetresonanzgerät der MR-Anlage 1 von anderen
Geräten außerhalb der HF-Schirmkabine 13 in
seiner Funktion beeinflusst wird (Störfestigkeit). Dies
gilt auch für jede andere elektrische Anlage 1 mit
HF-Schirmkabine 13.
-
Die
elektrische Anlage 1 umfasst weiter eine außerhalb
der HF-Schirmkabine 13 angeordnete Stromversorgung 15 und
mindestens einen innerhalb der HF-Schirmkabine 13 angeordneten
elektrischen Verbraucher 11a.1,...,11a.p, 11d.1,
..., 11d.q. Die Stromversorgung 15 wird auf herkömmliche
Art und Weise mit einer Eingangswechselspannung ~Ue versorgt
und liefert an ihrem Ausgang eine Gleichspannung, die Zwischenkreisspannung
UZ.
-
Der
mindestens eine elektrische Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q ist hierbei über mindestens einen piezoelektrischen
Gleichspannungswandler 17.1, 17.2, ... 17.n,
der über eine Zwischenkreisspannungsleitung 19 mit
der Zwischenkreisspannung UZ beaufschlagt
wird, mit der Stromversorgung 15 verbunden.
-
Im
dargestellten Beispiel eines Magnetresonanzgeräts 1 ist
der mindestens eine Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q eine Elektronikkomponente zur Steuerung und/oder
Regelung einer Untereinheit, wie z. B. einer Gradienten- oder Hochfrequenzeinheit,
des Magnetresonanzgeräts der MR-Anlage 1.
-
In
vorteilhafter Weise sind Elektronikkomponenten des Magnetresonanzgeräts 1 an
einer Außenseite eines Magneten 50 des Magnetresonanzgeräts 1 und
damit unweit der zu steuernden und/oder zu regelnden Einheiten der
MR-Anlage 1 angeordnet und befinden sich somit innerhalb
des Magnetfeldes des Magneten 50. Insbesondere sind sie
dort platzsparend in einer Elektronik-Einheit zusammengefasst.
-
Vorteilhaft
sind alle am Magneten 50 angeordnete bzw. innerhalb der
HF-Schirmkabine 13 angeordnete Elektronikkomponenten des
Magnetresonanzgeräts 1 als elektrische Verbraucher über
den mindestens einen piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n und die Zwischenkreisspannungsleitung 19 mit
der Stromversorgung 15 verbunden.
-
Besonders
vorteilhaft ist der mindestens eine piezoelektrische Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n in der nahen Umgebung des mindestens einen Verbrauchers
angeordnet. ”Nahe Umgebung” meint hierbei, dass
ein piezoelektrischer Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n derart angeordnet ist, dass auf dem Weg zwischen
einem piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n und einem Verbraucher kein signifikanter Spannungsabfall
relativ zur Höhe der Versorgungsspannung auftritt.
-
Wie
in dem Ausführungsbeispiel der 1 gezeigt,
ist es besonders vorteilhaft mehrere Verbraucher 11a.1,
..., 11a.p, 11d.1, ..., 11d.q über
mehrere piezoelektrische Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n und die Zwischenkreisspannungsleitung 19 mit
der Stromversorgung 15 zu verbinden. Dabei genügt
bereits die eine Stromversorgung 15, um über die
eine Zwischenkreisspannungsleitung 19 die n piezoelektrischen
Gleichspannungswandler 17.1, 17.2, ... 17.n mit
einer Zwischenkreisspannung UZ zu versorgen,
und weiter über die piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n alle Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q mit Spannung zu versorgen. Dabei können
sowohl analoge Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p als
auch digitale Verbraucher 11d.1, ..., 11d.q mit
Spannung versorgt werden, da mittels der piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n jeweils für die einzelnen Verbraucher 11a.1,
..., 11a.p, 11d.1, ..., 11d.q passende
Versorgungsspannungen geliefert werden können.
-
Vorteilhaft
sind die Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q über einen Verteiler 21 mit dem
mindestens einen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n verbunden. So kann eine von einem piezoelektrischen
Gleichspannungswandler 17.1, 17.2, ... 17.n erzeugte
Ausgangsspannung Ua1, ..., Uan als Versorgungsspannung an verschiedene
Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q verteilt werden.
-
An
der Stelle, an der die Zwischenkreisspannungsleitung 19 von
der Stromversorgung 15 kommend durch die HF-Schirmkabine 13 hindurch
tritt, um die piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n im Inneren der HF-Schirmkabine 13 mit
der Zwischenkreisspannung UZ zu versorgen, ist
vorteilhaft ein Filterelement 23 angeordnet. Somit wird
die Zwischenkreisspannungsleitung 19 über das Filterelement 23,
das je einen Filter 23.1 für die Spannungsversorgung
und die Rückleitung für ein gemeinsames Bezugspotential
der Zwischenkreisspannungsleitung 19 umfasst, geführt.
Auf diese Weise können Störeinkopplungen, insbesondere
in die MR-Bildgebung, verhindert werden.
-
Eine
besonders platzsparende und somit vorteilhafte Anordnung kann dann
erreicht werden, wenn die Stromversorgung 15 das Filterelement 23 baulich
umfasst.
-
Vorteilhaft
kann als Stromversorgung 15 ein herkömmliches,
kostengünstiges Schaltnetzteil verwendet werden, das wegen
seiner Anordnung außerhalb der HF-Schirmkabine keine weiteren Schirm-Vorrichtungen
benötigt. Weiterhin, da die Stromversorgung 15 insbesondere
nur eine einzige Zwischenkreisspannung UZ zu
erzeugen braucht, wird der Versorgungsaufwand der Stromversorgung 15 und
gleichzeitig ein nötiger Filter- und Materialaufwand, insbesondere
bezüglich einer nötigen Verkabelung, deutlich
reduziert.
-
Da
eine für einen jeweiligen Verbraucher 11a.1, ..., 11a.p, 11d.1,
..., 11d.q benötigte Versorgungsspannung jeweils
in Verbrauchernähe innerhalb der HF-Schirmkabine 13 erzeugt
wird, können Schwankungen der Versorgungsspannungen auf dem
Weg vom piezoelektrischen Gleichspannungswandler zu einem Verbraucher
ausgeschlossen werden. Wegen der hochgenauen Ausgangspannungen der
piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n kann auf eine Überwachung der Zwischenkreisspannung
UZ verzichtet werden.
-
Insbesondere
bei einer MR-Anlage 1 als elektrische Anlage 1 ist
weiterhin von Vorteil, dass die piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17.1, 17.2,
... 17.n im Gegensatz zu elektromag netischen Gleichspannungswandlern
unempfindlich auf das Magnetfeld des Magneten 50 und verwendete HF-Frequenzen
(MR-Sendefrequenzen) des Magnetresonanzgeräts der MR-Anlage 1 sind.
-
2 zeigt
schematisch den prinzipiellen Aufbau eines piezoelektrischen Gleichspannungswandlers 17.
Der Gleichspannungswandler 17 wird eingangsseitig mit einer
Gleichspannung, z. B. der Zwischenkreisspannung UZ beaufschlagt.
Diese Gleichspannung UZ wird in einer Steuerelektronik 103 mit
Resonanz-Inverter-Elektronik 105 in eine Wechselspannung
~UEp gewandelt und in einen Piezo-Transformator 101 gespeist.
-
Vorteilhaft
liegt die Zwischenkreisspannung in einem Bereich von unter 100 V.
Somit kann auch die Steuerelektronik 103 direkt aus der
Zwischenkreisspannung UZ mit Energie versorgt
werden und eine separate Energieversorgung der Steuerelektronik 103 kann
entfallen.
-
Die
Resonanz-Inverter-Elektronik 105 erzeugt für die
Ansteuerung der beiden Halbbrücken-Leistungstransistoren
V1 und V2 geeignete Gegentakt-Ansteuersignale. Die mittels der Halbbrücken-Leistungstransistoren
V1 und V2 realisierte und über die Serieninduktivität
LS geführte periodische Ansteuerung
des Piezo-Transformators 101 bewirkt über das
piezoelektrische und das inverse piezoelektrische Prinzip eine Erzeugung
einer Ausgangswechselspannung ~UAp. Für
die Serieninduktivität LS, wie auch
für eventuelle EMV-Filter, wird vorteilhaft keine ferromagnetische
Induktivität eingesetzt, sondern es kann eine ggf. geschirmte
Luftspule verwendet werden.
-
Der
Piezo-Transformator 101 wandelt also die Wechselspannung
~UEp in eine andere Wechselspannung um.
Dabei geschieht die Umwandlung nicht wie bei herkömmlichen
Transformatoren über eine magnetische Kopplung von Primär-
und Sekundärwicklungen des Transformators, sondern rein
mechanisch, über das piezoelektrische und das inverse piezoelektrische
Prinzip. Somit sind EMV-Probleme, wie sie bei elektromagnetischer
Kopplung auftreten, deutlich reduziert.
-
Die
am Ausgang des Piezo-Transformators 101 anliegende Wechselspannung
~UAp wird in dem piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17 weiter
an einen Ausgangskreis 107 geleitet, der Gleichrichter
umfasst. So wird die Wechselspannung ~UAp durch
den Ausgangskreis 107 wieder in eine Gleichspannung, die
Ausgangsspannung Ua, gewandelt und am Ausgang
des piezoelektrischen Gleichspannungswandlers 17 ausgegeben.
Vorteilhaft wird die Ausgangsspannung Ua in
dem Ausgangkreis 107 zusätzlich z. B. mit einem
Siebkondensator Cp geglättet.
-
Weiterhin
vorteilhaft ist der Ausgangskreis 107 mit der Resonanz-Inverter-Elektronik 105 verbunden,
um einen Ausgangsspannungs-Istwert mittels des Signals Ua,sense an die Resonanz-Inverter-Elektronik 105 rückzuführen.
Somit kann die durch die Resonanz-Inverter-Elektronik 105 erzeugte Frequenz
für die Gegentakt-Ansteuersignale entsprechend der aktuellen
Ausgangslast des Piezo-Transformators 101 nachgeregelt
werden und so die Schwingfrequenz des Piezo-Transformators 101. Somit
umfasst der piezoelektrische Gleichspannungswandler 17 eine
aktive Spannungsregelung, mit der eine aktive Regelung der Ausgangsspannungen
~UAp und damit Ua möglich
ist. Die Rückführung kann vorteilhaft mit einer
opto-entkoppelten Leitung des Signals Ua,sense erzielt
werden. Dies ist insbesondere für eine problemlose Realisierung
potentialfreier Ausgangsspannungen günstig.
-
Mit
einem Piezo-Transformator 101 lassen sich Leistungsdichten
von über 50 W/cm3 erzielen. Bereits
ein Piezo-Transformator 101 mit baulichen Abmessungen kleiner
als 2 cm3 kann somit eine Ausgangsleistung
von über 100 W erreichen. Ein piezoelektrischer Gleichspannungswandler 17 mit
einem solchen Piezo-Transformator 101 kann somit selbst bei
Verkleinerung der Abmessungen des piezoelektrischen Gleichspannungswandlers 17 eine
höhere Leistungsdichte erzielen als ein herkömmlicher
elektromagnetischer Gleichspannungswandler.
-
Somit
ist für piezoelektrische Gleichspannungswandler 17 auch
eine kompaktere Bauform realisierbar als für herkömmliche
Gleichspannungswandler, da insbesondere der Piezo-Transformator mit
erreichbaren Übersetzungsverhältnissen von über
1 zu 1000 bereits mit einer Bauhöhe von unter 1 Millimeter
realisiert werden kann. Weiterhin können somit nahezu beliebige
Ausgangsspannungen Ua erzeugt werden, und
die am piezoelektrischen Gleichspannungswandler 17 anliegende
Zwischenkreisspannung UZ kann aus einem
großen Variationsbereich gewählt werden. Dies
wiederum erlaubt die Verwendung von kostengünstigen Steckern
für Kabelverbindungen, weil bereits geringe Kabelquerschnitte zufriedenstellend
eingesetzt werden können.
-
Auch
ein mit Piezo-Transformatoren erreichbarer Wirkungsgrad ist mit
bis über 90 Prozent größer als der erreichbare
Wirkungsgrad elektromagnetischer Transformatoren.
-
Die
Ausgangsspannungen Ua des piezoelektrischen
Gleichspannungswandlers 17 können sowohl potentialgebunden
als auch potentialfrei und mit beliebiger Polarität erzeugt
werden. Somit sind auch floatende Versorgungsspannungen erzeugbar.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-