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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schätzen einer Emission mindestens einer Abgaskomponente, insbesondere einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, mittels eines Emissionsmodells.
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Immer strengere gesetzliche Vorschriften bezüglich zulässiger Schadstoffemissionen in Kraftfahrzeugen, in denen Brennkraftmaschinen angeordnet sind, machen es erforderlich die Schadstoffemissionen bei einem Betrieb der Brennkraftmaschine so gering wie möglich zu halten. Dies kann zum einen dadurch erfolgen, dass die Schadstoffemissionen verringert werden, die während der Verbrennung des Luft/Kraftstoff-Gemisches in den jeweiligen Zylindern entstehen. Zum anderen sind in Brennkraftmaschinen Abgasnachbehandlungssysteme im Einsatz, die die Schadstoffemissionen, die während des Verbrennungsprozesses des Luft/Kraftstoff-Gemisches in dem jeweiligen Zylinder erzeugt werden, in unschädliche Stoffe umwandeln. Insbesondere bei Benzin-Brennkraftmaschinen kommen als Abgaskatalysatoren Dreiwege-Katalysatoren zum Einsatz. In diesem Zusammenhang muss sichergestellt werden, dass die Komponenten des Abgasnachbehandlungssystems auch in der gewünschten Art und Weise über eine lange Betriebsdauer funktionieren und Fehler zuverlässig erkannt werden.
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Aus der
US 2008/0098725 A1 ist ein Abgassystem bekannt, das einen ersten und zweiten Katalysator umfasst, wobei der zweite Katalysator stromabwärts des ersten Katalysators angeordnet ist. Ein Sensor, dessen Signal repräsentativ für eine Konzentration einer Abgaskomponente ist, ist zwischen dem ersten und zweiten Katalysator angeordnet. Ein Controller ist vorgesehen, der ausgebildet ist abhängig von dem Signal des Sensors eine Konzentration der Abgaskomponente stromabwärts des zweiten Katalysators zu bestimmen.
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Aus der
DE 19810483 A1 ist bekannt einen Sensor-Offset eines HC- oder NOx-Sensor, der im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine mit einem Katalysator angeordnet ist, zu bestimmen. Das Sensorsignal wird dazu in Betriebszuständen der Brennkraftmaschine ausgelesen, in denen keine HC- und/oder NOx-Emissionen auftreten. Ferner wird es dann abgespeichert als Offset-Signal zum Beseitigen von Offset-Verfälschungen.
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Die Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schätzen einer Emission mindestens einer Abgaskomponente zu schaffen, das beziehungsweise die eine zuverlässige Diagnose ermöglicht.
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Gemäß einem ersten Aspekt zeichnet sich die Erfindung aus durch ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung zum Schätzen einer Emission mindestens einer Abgaskomponente. Ein Abgassensorsignal eines Abgassensors wird erfasst, der in einem Abgasstrang stromabwärts mindestens eines ersten Katalysatorvolumens und stromaufwärts mindestens eines zweiten Katalysatorvolumens angeordnet ist. Ein Schätzwert einer Zwischenemission für eine Position des Abgassensors wird ermittelt abhängig von dem Abgassensorsignal. Ein Schätzwert der Emission stromabwärts des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens wird ermittelt abhängig von dem Schätzwert der Zwischenemission und abhängig von mindestens einer vorgegebenen Korrekturkennlinie oder mindestens einem vorgegebenen Korrekturkennfeld zum Korrigieren des Schätzwerts der Zwischenemission in Bezug auf einen Einfluss des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens auf die Emission der mindestens einen Abgaskomponente.
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Der Vorteil ist, dass ein Vergleich der geschätzten Emission mit gesetzlichen Emissionsgrenzen, die sich auf die Emissionen am Ende des Abgasstrangs beziehen, das heißt sich insbesondere auf die Emissionen nach dem mindestens einen zweiten Katalysatorvolumen beziehen, einfach möglich ist, und zwar auch dann, wenn stromabwärts des Abgassensors noch mindestens ein zweites Katalysatorvolumen vorgesehen ist, insbesondere ein Unterbodenkatalysator. Ferner kann so ein Erkennen einer Einzelzylindervertrimmung ermöglicht werden. So kann eine neue Diagnosemöglichkeit geschaffen werden. Eine zuverlässige On-Board-Diagnose ist möglich, ohne dass zusätzliche Komponenten in der Abgasanlage erforderlich sind und ohne dass für die Diagnose ein aktiver Eingriff in das Luft/Kraftstoffverhältnis der Brennkraftmaschine erforderlich ist. Die Diagnose kann dadurch emissionsneutral erfolgen.
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Die mindestens eine Abgaskomponente umfasst insbesondere Kohlenmonoxid (CO) und/oder Stickoxide (NOx) und/oder Kohlenwasserstoffe (HC). Der Einfluss des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens auf die Emission der mindestens einen Abgaskomponente ist insbesondere ein geschätzter oder angenommener Einfluss, das heißt ein insbesondere aus Erfahrungswerten abgeleiteter Einfluss, wie er zum Beispiel durch Versuche ermittelbar ist.
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Es wird mindestens eine Kenngröße des Abgassensors ermittelt, die repräsentativ ist für Signaleigenschaften des Abgassensorsignals, abhängig von dem Abgassensorsignal und mindestens einem Referenzsignal. Der Schätzwert der Emission wird ermittelt abhängig von der ermittelten mindestens einen Kenngröße des Abgassensors. Der Vorteil ist, dass Veränderungen des Abgassensors bezüglich seiner mindestens einen Kenngröße, die sich zum Beispiel durch thermische oder chemische Belastung oder durch Alterung des Abgassensors verändert, einfach zu berücksichtigen sind bei dem Schätzen der Emission. Insbesondere kann eine Signaldynamik und/oder ein Dynamikbereich des Abgassensorsignals Veränderungen unterliegen. Dadurch kann eine hohe Robustheit gegenüber Veränderungen der mindestens einen Kenngröße erzielt werden. Ferner ist eine hohe Genauigkeit möglich bei der Schätzung der Emission. Eine zuverlässige On-Board-Diagnose ist möglich. Die Signaleigenschaften des Abgassensorsignals umfassen insbesondere dynamische Signaleigenschaften.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird eine Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens und/oder eine Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens erfasst oder ermittelt. Der Schätzwert der Zwischenemission wird auf den Schätzwert der Emission korrigiert abhängig von der Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens und/oder der Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens. Ein jeweiliger Zusammenhang der jeweiligen Korrektur mit der Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens und/oder der Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens ist dabei durch die mindestens eine vorgegebene Korrekturkennlinie oder das mindestens eine vorgegebene Korrekturkennfeld vorgegeben.
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Die Sauerstoffspeicherfähigkeit wird im Allgemeinen ohnehin zu Diagnosezwecken für das mindestens eine erste Katalysatorvolumen ermittelt und steht somit für das Schätzen der Emissionen zur Verfügung. Dadurch kann die ermittelte Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens bevorzugt extrapoliert werden auf eine Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens, vorzugsweise aufgrund von Erfahrungswerten, die beispielsweise durch Versuche ermittelbar sind. Dies ermöglicht einen Schluss auf den Einfluss, den das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen auf die Emissionen hat. Dadurch ist ein zuverlässiges Schätzen der Emissionen möglich. Ferner ist die Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens einfach erfassbar mittels eines Temperatursensors oder ist als ein Modellwert ermittelbar. Diese Temperatur beeinflusst den Einfluss, den das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen auf die Emissionen hat. Beispielsweise kann der Einfluss des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens bei geringer Temperatur geringer sein als bei höherer Temperatur. Daher ist durch Berücksichtigen der Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens ein zuverlässiges Schätzen der Emissionen möglich.
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In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn ein jeweiliger vorgegebener Korrekturfaktor ermittelt wird abhängig von der Sauerstoffspeicherfähigkeit des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens und/oder der Temperatur des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens. Der Schätzwert der Emission wird ermittelt, indem der Schätzwert der Zwischenemission mit dem jeweils ermittelten vorgegebenen Korrekturfaktor multipliziert wird. Der Vorteil ist, dass dies sehr einfach ist.
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Gemäß einem zweiten Aspekt zeichnet sich die Erfindung aus durch ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung zum Schätzen einer Emission mindestens einer Abgaskomponente. Ein Abgassensorsignal eines Abgassensors wird erfasst, der in einem Abgasstrang stromabwärts mindestens eines ersten Katalysatorvolumens angeordnet ist. Mindestens eine Kenngröße des Abgassensors wird ermittelt, die repräsentativ ist für Signaleigenschaften des Abgassensorsignals, abhängig von dem Abgassensorsignal und mindestens einem Referenzsignal. Der Schätzwert der Emission wird ermittelt abhängig von der ermittelten mindestens einen Kenngröße des Abgassensors. Der Vorteil ist, dass Veränderungen des Abgassensors bezüglich seiner mindestens einen Kenngröße, die sich zum Beispiel durch thermische oder chemische Belastung oder durch Alterung des Abgassensors verändert, einfach zu berücksichtigen sind bei dem Schätzen der Emission. Insbesondere kann eine Signaldynamik und/oder ein Dynamikbereich des Abgassensorsignals Veränderungen unterliegen. Dadurch kann eine hohe Robustheit gegenüber Veränderungen der mindestens einen Kenngröße erzielt werden. Ferner ist eine hohe Genauigkeit möglich bei der Schätzung der Emission. Eine zuverlässige On-Board-Diagnose ist möglich. Die Signaleigenschaften des Abgassensorsignals umfassen insbesondere dynamische Signaleigenschaften.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umfasst die mindestens eine Kenngröße des Abgassensors einen Wertebereich und/oder eine Verzugszeitdauer und/oder eine Anstiegszeitdauer und/oder eine Abfallzeitdauer des Abgassensorsignals umfasst. Der Vorteil ist, dass diese einfach ermittelbar sind und dass ein Berücksichtigen solcher Kenngrößen, die Veränderungen zum Beispiel durch Alterung des Abgassensors unterliegen können, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Schätzung der Emissionen verbessern kann.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird das mindestens eine Referenzsignal durch ein Lambdasollwertsignal einer Lambdaregelung gebildet. Der Vorteil ist, dass dies einfach ist. Das Lambdasollwertsignal ist im Allgemeinen im Rahmen einer Lambdaregelung verfügbar.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird abhängig von der mindestens einen Kenngröße mindestens eine Kenngrößen-Korrekturkennlinie oder mindestens ein Kenngrößen-Korrekturkennfeld adaptiert. Der Schätzwert der Emission wird ermittelt abhängig von der mindestens einen Kenngrößen-Korrekturkennlinie oder dem mindestens einen Kenngrößen-Korrekturkennfeld. Dies hat den Vorteil, dass dies besonders einfach ist.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird der Schätzwert der Emission der mindestens einen Abgaskomponente abhängig von einem Emissionsmodell geschätzt abhängig von dem Abgassensorsignal, einem Gradientensignal, das als zeitliche Ableitung des Abgassensorsignals ermittelt wird, und einem Luftmassenstromsignal. Die Korrekturkennlinien oder Korrekturkennfelder bilden einen Teil des Emissionsmodells. Durch ein solches Emissionsmodell ist ein zuverlässiges Schätzen der Emission möglich.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im Folgenden anhand der schematischen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
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1 ein Teil eines Abgasstrangs und ein Emissionsmodell,
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2 ein Teil des Emissionsmodells,
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3 eine Darstellung von Alterungseffekten eines Abgassensors und
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4 eine Adaption des Emissionsmodells.
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Elemente gleicher Konstruktion oder Funktion sind figurenübergreifend mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Ein Abgasnachbehandlungssystem einer Brennkraftmaschine, zum Beispiel eines Kraftfahrzeugs, umfasst mindestens ein erstes Katalysatorvolumen V1 und mindestens ein zweites Katalysatorvolumen V2, die in einem Abgasstrang des Abgasnachbehandlungssystems nacheinander angeordnet sind (1). Das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen V2 ist in dem Abgasstrang stromabwärts des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1 angeordnet. Stromaufwärts des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1 ist vorzugsweise ein erster Abgassensor AS1 angeordnet, der beispielsweise als eine lineare Lambdasonde ausgebildet ist zum Erfassen eines Restsauerstoffgehalts in dem Abgas stromaufwärts des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1 und der beispielsweise für eine Lambdaregelung genutzt wird. Der erste Abgassensor AS1 kann jedoch beispielsweise auch als eine binäre Lambdasonde ausgebildet sein. Stromabwärts des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1 und stromaufwärts des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 ist ein zweiter Abgassensor AS2 angeordnet, der beispielsweise als eine binäre Lambdasonde ausgebildet ist, der jedoch auch anders ausgebildet sein kann. Der zweite Abgassensor AS2 kann beispielsweise genutzt werden für eine Diagnose des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1.
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Das mindestens eine erste und das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen V1, V2 können in einem Abgaskatalysator des Abgasnachbehandlungssystems ausgebildet sein. Vorzugsweise sind das mindestens eine erste und das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen V1, V2 jedoch in separaten Abgaskatalysatoren ausgebildet. Das mindestens eine erste Katalysatorvolumen V1 ist vorzugsweise nahe an der Brennkraftmaschine angeordnet, so dass es nach einem Start der Brennkraftmaschine in kurzer Zeit die für die Abgasnachbehandlung erforderliche Betriebstemperatur erreichen kann. Das mindestens eine zweite Katalysatorvolumen V2 ist beispielsweise in einem Unterbodenkatalysator ausgebildet und ist somit weiter entfernt von der Brennkraftmaschine und erreicht daher gegebenenfalls erst später die erforderliche Betriebstemperatur als das mindestens eine erste Katalysatorvolumen V1.
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Zum Ermitteln einer Emission E mindestens einer Abgaskomponente stromabwärts des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 ist ein Emissionsmodell MOD vorgesehen. Die mindestens eine Abgaskomponente umfasst insbesondere Kohlenmonoxid (CO) und/oder Stickoxide (NOx) und/oder Kohlenwasserstoffe (HC), kann jedoch auch andere oder weitere Stoffe umfassen. Mit Hilfe des Emissionsmodells MOD wird abhängig von einem Abgassensorsignal vls_down des zweiten Abgassensors AS2 die Emission E geschätzt. Dabei wird ein Einfluss des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 auf die Emission E berücksichtigt. Der Einfluss ist insbesondere ein geschätzter oder angenommener Einfluss, das heißt ein insbesondere aus Erfahrungswerten abgeleiteter Einfluss, wie er zum Beispiel durch Versuche ermittelbar ist.
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Die Emission E wird mittels des Emissionsmodells MOD bevorzugt ermittelt als Produkt des Abgassensorsignals vls_down, einer vorgegebenen Abgassensorsignal-Korrekturkennlinie fac_cor_vls, eines Gradientensignals grd_vls_down, einer vorgegebenen Gradientensignal-Korrekturkennlinie fac_cor_grd_vls, einer vorgegebenen Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2, eines Luftmassenstromsignals MAF und eines vorgegebenen Normierungsfaktors F_norm. Als weiterer Faktor ist vorzugsweise eine Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts vorgesehen. Ferner kann die Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts auch alternativ zu der vorgegebenen Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 in dem Emissionsmodell vorgesehen sein. Die jeweiligen Korrekturkennlinien können alternativ auch als jeweiliges Korrekturkennfeld ausgebildet sein. Das Emissionsmodell MOD kann auch anders ausgebildet sein und kann insbesondere auch weitere, andere oder nur eine Untermenge der genannten Faktoren umfassen.
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Das Gradientensignal grd_vls_down repräsentiert eine zeitliche Ableitung des Abgassensorsignals vls_down. Die vorgegebene Abgassensorsignal-Korrekturkennlinie fac_cor_vls und die vorgegebene Gradientensignal-Korrekturkennlinie fac_cor_grd_vls sind insbesondere vorgesehen zum Herausschneiden und gegebenenfalls Skalieren von vorgegebenen Signalbestandteilen, zum Beispiel einem jeweils vorgegebenen Wertebereich, aus dem Abgassensorsignal vls_down beziehungsweise dem Gradientensignal grd_vls_down. Vorzugsweise sind die vorgegebene Abgassensorsignal-Korrekturkennlinie.
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fac_cor_vls und die vorgegebene Gradientensignal-Korrekturkennlinie fac_cor_grd_vls abhängig von der jeweils zu ermittelnden Abgaskomponente vorgegeben, das heißt, für jede Abgaskomponente, für die die Emission E geschätzt werden soll, wird die jeweils zugehörige vorgegebene Abgassensorsignal-Korrekturkennlinie fac_cor_vls und vorgegebene Gradientensignal-Korrekturkennlinie fac_cor_grd_vls genutzt.
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Das Luftmassenstromsignal MAF ist repräsentativ für einen Abgasdurchfluss durch den Abgasstrang und somit durch das mindestens eine erste und mindestens eine zweite Katalysatorvolumen V1, V2. Der vorgegebene Normierungsfaktor F_norm ist beispielsweise vorgesehen zum Bereitstellen der geschätzten Werte der Emission E in einer Form und insbesondere einer Skalierung, die geeignet ist für eine Weiterverarbeitung und insbesondere für einen Vergleich mit zum Beispiel Emissionsgrenzwerten und insbesondere gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerten. Vorzugsweise wird die geschätzte Emission E für die jeweilige Abgaskomponente integriert und als integrierte Emission EI bereitgestellt. Bei der Emission E und der integrierten Emission EI handelt es sich im Wesentlichen um unterschiedliche Darstellungsweisen, so dass Aussagen, die in Bezug auf die Emission E gemacht werden, grundsätzlich analog auch für die integrierte Emission EI gelten und umgekehrt. Es werden daher im Folgenden nicht immer sowohl die Emission E als auch die integrierte Emission EI explizit genannt, wenn Aussagen sich auf beide beziehen.
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2 zeigt eine detailliertere Darstellung der vorgegebenen Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2. Eine Zwischenemission oder integrierte Zwischenemission ZEI wird gemäß dem Emissionsmodell MOD ohne Berücksichtigung der vorgegebenen Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 abhängig von dem Abgassensorsignal vls_down für eine Position des zweiten Abgassensors AS2 in dem Abgasstrang ermittelt. In 2 sind beispielhaft Verläufe der integrierten Zwischenemission ZEI verschiedener Abgaskomponenten über eine Zeit t dargestellt. Die integrierten Zwischenemissionen ZEI der jeweiligen Abgaskomponente wird mit der vorgegebenen Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 multipliziert, so dass die integrierte Emission EI der jeweiligen Abgaskomponente an einer Position stromabwärts des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 resultiert.
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Die vorgegebene Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 ist gebildet abhängig von einer vorgegebenen Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturkennlinie fac_cor_osc und/oder abhängig von einer vorgegebenen Temperatur-Korrekturkennlinie fac_cor_temp_ufc. Die vorgegebene Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturkennlinie fac_cor_osc ist ausgebildet zum Extrapolieren einer Konvertierungseffizienz des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1 abhängig von dessen Sauerstoffspeicherfähigkeit OSC auf eine Konvertierungseffizienz des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass Veränderungen der Konvertierungseffizienz des mindestens einen ersten Katalysatorvolumens V1, zum Beispiel durch Alterung, im Allgemeinen mit entsprechenden Veränderungen der Konvertierungseffizienz des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 einhergehen, die jedoch im Allgemeinen geringer ausfallen aufgrund der geringeren thermischen Belastung des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2. Für das jeweilige Abgasnachbehandlungssystem ist daher der Zusammenhang zwischen den Konvertierungseffizienzen des mindestens einen ersten und des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V1, V2 und somit auch die Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturkennlinie fac_cor_osc einfach durch Versuche ermittelbar.
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Die vorgegebene Temperatur-Korrekturkennlinie fac_cor_temp_ufc ist ausgebildet zum Berücksichtigen einer Temperatur temp_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass die Temperatur temp_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 dessen Konvertierungseffizienz beeinflusst. Im Allgemeinen steigt die Konvertierungseffizienz mit der Temperatur temp_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2.
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Die Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturkennlinie fac_cor_osc oder die Temperatur-Korrekturkennlinie fac_cor_temp_ufc können jeweils die Korrekturkennlinie fac_cor_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 bilden. Bevorzugt ist jedoch vorgesehen, dass diese gemeinsam ein Korrekturkennfeld des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 bilden, das anstatt der Korrekturkennlinie fac_cor_ufc in dem Emissionsmodell MOD berücksichtigt wird. Bevorzugt wird abhängig von der für das mindestens eine erste Katalysatorvolumen V1 ermittelten Sauerstoffspeicherfähigkeit OSC ein vorgegebener Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturfaktor aus der vorgegebenen Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturkennlinie fac_cor_osc ermittelt. Alternativ oder zusätzlich wird bevorzugt abhängig von der Temperatur temp_ufc des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 ein vorgegebener Temperatur-Korrekturfaktor aus der vorgegebenen Temperatur-Korrekturkennlinie fac_cor_temp_ufc ermittelt. Ein resultierender Korrekturfaktor des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 ist beispielsweise gebildet abhängig von einem Produkt des Sauerstoffspeicherfähigkeits-Korrekturfaktors und des Temperatur-Korrekturfaktors. Dieser resultierende Korrekturfaktor ist vorzugsweise in dem Korrekturkennfeld des mindestens einen zweiten Katalysatorvolumens V2 gespeichert.
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3 zeigt beispielhafte Verläufe eines Abgassensorsignals vls_ down_a eines neuwertigen zweiten Abgassensors AS2 und eines Abgassensorsignals vls_down_b eines gealterten zweiten Abgassensors AS2. Werden die integrierten Emissionen EI abhängig von diesen unterschiedlichen Abgassensorsignalen mittels eines weiteren Emissionsmodell MOD' ermittelt, das die Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts nicht aufweist, dann können erhebliche Abweichungen entstehen zwischen den geschätzten integrierten Emissionen EI, also einem geschätzten oder simulierten Emissionsverlauf SIM, und den tatsächlichen Emissionen, also einem tatsächlichen oder gemessenen Emissionsverlauf MES. Dies gilt insbesondere für den gealterten zweiten Abgassensor AS2.
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4 zeigt ein Adaptieren ADAPT der Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts abhängig von dem Abgassensorsignal vls_down, das abhängig von einem Zustand und insbesondere von einem Alterungszustand des zweiten Abgassensors AS2 dem Abgassensorsignal vls_down_a des neuwertigen zweiten Abgassensors AS2 oder dem Abgassensorsignal vls_down_b des gealterten zweiten Abgassensors AS2 ähneln kann. Mindestens eine Kenngröße des zweiten Abgassensors AS2 wird adaptiert abhängig von dem Abgassensorsignal vls_down und mindestens einem Referenzsignal ref, das vorzugsweise durch ein Lambdasollwertsignal lsp gebildet ist, also einem Vorsteuersignal eines Lambdawerts in einer Lambdaregelung. Die mindestens eine Kenngröße ist insbesondere repräsentativ für Signaleigenschaften des Abgassensorsignals vls_down und ist insbesondere repräsentativ für dynamische Signaleigenschaften des Abgassensorsignals vls_down. Die mindestens eine Kenngröße umfasst beispielsweise einen Wertebereich und/oder eine Verzugszeitdauer und/oder eine Anstiegszeitdauer und/oder eine Abfallzeitdauer des Abgassensorsignals vls_down. Der Wertebereich betrifft insbesondere einen maximalen und/oder minimalen Wert, den das Abgassensorsignal vls_down einnimmt. Die Verzugszeitdauer betrifft insbesondere diejenige Zeitdauer, die verstreicht, bis das Abgassensorsignal vls_down nach einem Sprung des Referenzsignals ref beginnt diesem zu folgen. Die Anstiegszeitdauer und die Abfallzeitdauer betreffen insbesondere diejenigen Zeitdauern, die verstreichen, bis das Abgassensorsignal vls_down nach einem sprunghaften Anstieg beziehungsweise Abfall des Referenzsignal ref seinen jeweiligen Endwert erreicht hat. Es können auch andere oder weitere Kenngrößen vorgesehen sein. Die mindestens eine Kenngröße ist durch die Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts repräsentiert, so dass das Adaptieren ADAPT der mindestens einen Kenngröße dem Adaptieren ADAPT der Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts entspricht, die vorzugsweise in dem Emissionsmodell MOD berücksichtigt wird. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der geschätzte oder simulierte Emissionsverlauf SIM dauerhaft dem tatsächlichen oder gemessenen Emissionsverlauf MES entspricht oder zumindest hinreichend nahe kommt, um die Emissionen E zuverlässig auswerten zu können. Vorzugsweise erfolgt die Adaption ADAPT zyklisch, das heißt zum Beispiel in vorgegebenen Intervallen, zum jeweiligen Aktualisieren der Kenngrößen-Korrekturkennlinie fac_cor_ts.