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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines bahnförmigen
Trägermaterials mit einer in Wasser dispergierten Masse.
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Haftklebemassen
oder nicht klebende Beschichtungen werden üblicherweise
als 100%-System, aus Lösung oder wässrig auf die
betreffenden Trägermaterialien aufgetragen.
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Übliche
Auftragswerke für die Beschichtung von höherviskosen
wässrigen Schichten sind Rakel-Dosiersysteme oder Streichbalken
mit Kommarakel oder Streichmesser. Im Falle von niederviskosen Medien kann
auf Rasterwalzenauftragswerke, Curtain-Coating oder Sprühdüsen-Beschichtung
zurückgegriffen werden. Übliche Auftragswerke
für 100%-Systeme sind Walzen- oder Düsenauftragswerke.
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Eine
ausführliche Beschreibung bekannter Beschichtungstechniken
ist in D. Satas, Handbook of Pressure Sensitive Adhesive
Technology, 1999, Kapitel „Coating Equipment",
Seite 896 ff. zusammengefasst.
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100%-Systeme
können aufgrund des Viskositätsverhaltens häufig
völlig problemlos in hohen Schichtdicken beschichtet werden.
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Im
Falle von wasserbasierenden Systemen kann über den Feststoffgehalt
Einfluss auf die Viskosität genommen werden. Ergänzend
dazu besteht die Möglichkeit, die Viskosität über
zugesetzte Verdicker zu erhöhen.
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Im
Falle der lösungsmittelbasierenden Systeme steigt die zur
quantitativen Entfernung des Lösungsmittels notwendige
Trocknungszeit stark an. Mit der heute üblichen Trocknungstechnologie
ist die Trocknung von lösungsmittelbasierenden Schichten
mit einem Masseauftrag größer 100 g/m2 nicht
wirtschaftlich realisierbar. Ergänzend dazu verbleiben
bei hohen Masseaufträgen nicht unerhebliche Mengen an Restlösungsmittel in
der Beschichtung. Man verfährt daher häufig so,
dass dicke Schichten durch Kaschierprozesse einzelner dünner
Schichten hergestellt werden.
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Die
Trocknung wässriger und lösungsmittelbasierender
Beschichtungen erfolgt üblicherweise in Beschichtungsanlagen
mit nachgeschalteten Trockenkanälen, mit Hilfe derer das
Lösungsmittel oder das Wasser aus der Beschichtung entfernt
werden kann. Das entfernte Lösungsmittel wird entweder
regeneriert oder einer Nachverbrennung zugeführt.
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Durch
eine gezielte Einstellung der Temperaturen der Trockenkanäle
kann Einfluss auf das Maß der Trocknung genommen. Eine
kontrollierte Trocknung ist letztlich Voraussetzung für
das Erzielen eines einwandfreien Beschichtungsbildes und die Qualität
einer von Wasser, Lösungsmittel oder schwerflüchtigen
Bestandteilen befreiten Beschichtung. Übliche Trocknungsanlagen
für lösungsmittel- oder wasserbasierende Beschichtungen
sind mit ca. sechs bis zwölf Trockenzonen konzipiert, wobei
eine Trockenzone eine Länge von ca. einem bis drei Meter
hat.
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Bei
der Herstellung von Klebebändern wird eine von einer Vorratsrolle
abgezogene Grundmaterialbahn mit einer Wasser- oder lösungsmittelbasierten
Klebemasse beschichtet und diese beschichtete Bahn in einem Konvektionstrockner
getrocknet. Als Konvektionstrockner werden vielfach Hängetrockner
verwendet. Hängetrockner für beschichtete Materialbahnen
sind Anlagen mit einer Trockenkammer, in denen die beschichteten
Materialbahnen zum Trocknen in große nach unten durchhängende
Hängeschlaufen über bewegte Tragstäbe
vorzugsweise aus Metall gelegt werden, die mit Hilfe eines Kreisförderers,
insbesondere Kettenförderers, langsam durch die Trocknungskammer
gefördert werden. Getrocknet wird bei mäßigen
Luftgeschwindigkeiten und milden Trocknungsbedingungen. Je nach
Stärke der Beschichtung sind Trocknungszeiten zwischen
30 Minuten bis hin zu mehreren Stunden erforderlich. Der Hängetrockner
ist dabei in mehrere Trockenzonen unterteilt, in den unterschiedliche
Temperaturen eingestellt werden können.
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Die
Trocknungsgeschwindigkeit ist generell eine Funktion der Trocknungstemperatur
und der Luftgeschwindigkeit, sofern diese gleichmäßig über
das Trocknungsgut verteilt wird.
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Bekannt
sind Hängetrockner, bei welchen oberhalb der Bewegungsbahn
von durch den Trockner bewegten Tragstäben, über
welche die Materialbahn in Schlaufen gehängt ist, feststehende
Düsen für die Zufuhr von Trocknungsluft vorgesehen
sind, durch die die Trocknungsluft abwechselnd in die Zwischenräume
und auf den Bereich der Materialbahn, der direkt auf den Tragstäben
aufliegt, gerichtet wird. Für die Trocknungsluftzuführung
sind oberhalb der ortsfest angeordneten Düsen zwei in Längsrichtung
des Trockners verlaufende Zuführungskanäle vorgesehen.
Bei einem anderen bekannten Hängetrockner, bei dem die
Trocknungsluft in die Schlaufen geleitet wird, ist jedem Schlaufenschenkel
jeder Hängeschlaufe mindestens eine Düse zugeordnet, die
zur zugehörigen Materialbahnschlaufe im spitzen Winkel
geneigt, also schräg gestellt ist. Die Anordnung der Düsen
ist so gewählt, dass die Trocknungsluft im Wesentlichen
im Bereich der Tragstäbe oder kurz darunter unmittelbar
auf die Materialbahn gerichtet wird.
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Übliche
Trocknungsverfahren und Trocknungstechnologien, insbesondere für
Haftklebemassen sind in D. Satas, Handbook of Pressure Sensitive
Adhesive Technology, 1999, Kapitel „Drying", Seite
937 ff. ausführlich beschrieben.
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Die
Herstellung dünner Schichten aus lösungsmittelbasierenden
oder wasserbasierenden Materialien mit den beschriebenen Technologien
kann als Stand der Technik aufgefasst werden. Die Herstellung entsprechender
Produkte bereitet dem Fachmann überhaupt keine Probleme.
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Die
Herstellung dicker Schichten aus lösungsmittelbasierenden
Materialien ist aufgrund der notwendigen Kaschiervorgänge
häufig wirtschaftlich wenig interessant.
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Von
hohem Interesse ist dagegen die Herstellung dicker wasserbasierender
Schichten, insbesondere zur Herstellung von Haftklebebändern
mit hohem Klebemasseauftrag.
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Unter
Berücksichtigung der beschriebenen üblichen Technologien
und Anlagen gelingt die Herstellung einlagiger dicker Schichten
aus einer in Wasser dispergierten Masse in einem nicht ausreichenden
Maße, da die Anzahl und Länge der Trockenkanäle
nicht ausreicht, um das Wasser aus der Beschichtung zu verdrängen und
einen über die Schichtdicke homogenen Verfilmungsprozess
zu realisieren.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und ein Verfahren
zur Verfügung zu stellen, das die beschriebenen Mängel
nicht oder nur in untergeordnetem Maße aufweist.
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Gelöst
wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Beschichten eines bahnförmigen
Trägermaterials mit einer in Wasser dispergierten Masse.
Gegenstand der Unteransprüche sind vorteilhafte Fortbildungen
des Erfindungsgegenstandes. Weiterhin vom Erfindungsgedanken umfasst
sind die nach diesem Verfahren hergestellten Produkte.
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Demgemäß betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Beschichten eines bahnförmigen
Trägermaterials mit einer in Wasser dispergierten Masse,
wobei die Masse mit einem geeigneten Auftragswerk mit einem Masseauftrag
von zumindest 10 g/m2 (trocken) auf das
Trägermaterial aufgebracht und die anschließende
Trocknung des beschichteten Trägermaterials in einer Hängetrocknungsanlage
erfolgt.
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Die
Hängetrocknung ist als nachgeschaltete Trocknungstechnologie
zur Vakuumtrocknung ein etabliertes Trocknungsverfahren aus der
Lederherstellung. Für die Trocknung von wasserbasierenden
klebenden und nicht klebenden Beschichtungen ist diese Technologie
aber neuartig und völlig unbekannt.
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Der
Masseauftrag der klebenden oder nicht klebenden Beschichtung auf
dem bahnförmigen Trägermaterial kann zwischen
10 und 1000 g/m2 (trocken), vorzugsweise
zwischen 20 und 300 g/m2 (trocken) betragen.
Weiter bevorzugt sind Masseaufträge größer
150 g/m2 (trocken) und/oder bis zu 300 g/m2 (trocken), besonders zwischen 190 g/m2 und 220 g/m2 (trocken).
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Die
angegebenen Zahlen entsprechen dabei auch ungefähr der
Dicke in μm der sich ergebenden Masseschicht.
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Für
die Beschichtungen bevorzugt sind als Masse in Wasser dispergierte
Gerüstpolymere oder Compounds mit hohem Feststoffgehalt
und einer höheren Viskosität, um ein Abfließen
des beschichteten Materials von dem bei der Hängetrocknung
in Schlaufen liegenden Trägermaterial zu vermeiden. Die
wasserbasierenden Gerüstpolymeren beziehungsweise die entsprechenden
Compounds können auch mit handelsüblichen synthetischen
oder natürlichen Verdickern modifiziert werden, so dass
die so modifizierte Viskosität den verfahrenstechnischen
Anforderungen entspricht.
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Die
Viskositäten der in Wasser dispergierten Gerüstpolymere
beziehungsweise der entsprechenden Compounds liegen in einem Bereich
zwischen 0,001 Pa·s und 1000 Pa·s, bevorzugt zwischen
0,1 Pa·s und 100 Pa·s, gemessen bei Raumtemperatur
und einer Scherrate von 100 s–1.
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Die
Feststoffgehalte der zu beschichteten Dispersionen der Gerüstpolymere
beziehungsweise der entsprechenden Compounds liegen in einem Bereich
zwischen 25 Gew.-% und 75 Gew.-%, bevorzugt zwischen 50 Gew.-% und
70 Gew.-%.
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Die
aufzutragende Masse kann als Primär- oder Sekundärdispersion
vorliegen. Unter Primärdispersionen (Latices) versteht
man durch Emulsionspolymerisation hergestellte Polymerdispersionen.
Dabei werden die Monomere in Gegenwart eines Emulgators in wässrigem
Medium polymerisiert.
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Sekundärdispersionen
entstehen aus Polymeren, die konventionell hergestellt und dann
in einem Folgeschritt aus Lösung oder Schmelze in die wässrige
Dispersion überführt werden.
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Vorzugsweise
beschichtet werden klebende in Wasser dispergierte Gerüstpolymere
oder Oligomere in reiner Form oder als Compound, die mit Klebharzen,
Weichharzen, Alterungsschutzmitteln, Kautschuken, Füllstoffen,
Flammschutzmitteln, Ölen, Emulgatoren oder weiteren Additiven
abgemischt sein können.
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Als
wasserbasierende Gerüstpolymere können zum Beispiel
eingesetzt werden Polyacrylsäureester, Copolymere aus Polyacrylsäureester
und Acrylsäure, Styrol-Butadiene, Styrol-Acrylate, Butadien-Acrylate, Butadienmethacrylate, Butadienmethylmethacrylate,
Polyvinylacetat-Styrol-Acrylate, Ethylen-Vinylacetat-Acrylate, Acrylnitril-Butadiene,
Acrylnitril-Butadien-Styrole, Polyvinylacetate, Polyvinylacetat-Acrylate,
Vinylacetat-Vinylchlorid-Ethylen-Acrylate, Vinylacetat-Vinylchlorid-Ethylene,
Vinylacetat-Versatat-Copolymere, Vinylacetat-Maleinsäureester,
Polychloroprene, Acrylnitril-Butadien-Styrole, Polyesterharze, Polyurethane, Polyurethan-Acrylate,
Epoxi-Polyurethan, Polyurethan-Epoxi-Acrylate, Polyethylene und
Polypropylene, Polyvinylchloride und deren Copolymere.
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Weiterhin
können eingesetzt werden Naturkautschuklatex und weitere
wasserbasierende synthetische Kautschuke in reiner Form oder als
Compound mit anderen synthetischen Kautschuken.
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Wasserbasierende
Styrolblockcopolymere auf Basis von Styrol-Isopren-Styrol, Styrol-Butadien-Styrol, Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol,
Styrol-Butadien-Butylen-Styrol, Styrol-Ethylen-Propylen-Styrol und
weiteren Copolymeren sind ebenfalls als Gerüstpolymere
geeignet.
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Bevorzugt
ist, wenn die beschichtete Masse physikalisch vernetzt werden kann,
insbesondere durch Elektronenstrahlen.
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Bevorzugt
wird als Träger eine Folie, ein Papier oder ein Gewebe,
auf das einseitig die Beschichtung aufgebracht wird.
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Im
Falle der Folien handelt es sich im Wesentlichen um Polyethylen,
Polypropylen, Polyamid, Polyester, Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid
und andere für die Anwendung als Klebebandträger üblichen
Polymere und Copolymere, die sowohl einschichtig als auch mehrschichtig
eingesetzt werden können. Bei mehrschichtigen Systemen
können auch die Zusammensetzung und die Dicke der einzelnen
Schichten variieren.
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Monoaxial
und biaxial gereckte Polypropylene werden häufig für
Anwendungen eingesetzt, bei denen eine definierte Reißfestigkeit
von nicht unerheblicher Bedeutung ist.
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Monoaxial
gereckte Polypropylene zeigen eine besonders gute Reißfestigkeit
und geringe Dehnung in Längsrichtung. Zur Erzielung gleichmäßiger
Festigkeitswerte in Längs- und Querrichtung müssen
Folien biaxial gereckt werden. Sowohl mono- als auch biaxial gereckte
Polypropylene und Polyethylene sind als Trägermaterial
besonders geeignet. Die Reckverhältnisse orientieren sich
dabei an den entsprechenden Anforderungen.
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Es
können sowohl Blas- als auch Flachfolien eingesetzt werden.
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Um
eine ausreichende Haftung der vorzugsweise als Masse gewählten
Klebemasse auf dem Trägermaterial sicherzustellen, sollte
die Oberflächenenergie der zu beschichtenden Seite innerhalb
eines definierten Bereiches liegen. Dieses kann entweder über
eine zusätzliche Beschichtung mit einem Primer gewährleistet werden
oder über eine Oberflächenbehandlung. Bevorzugt
wird eine Corona- oder Flammenvorbehandlung, mit der die gewünschten
Oberflächenenergien erreicht werden können. Die
Oberflächenenergie sollte in einem Bereich von 25 bis 50
mN/m, bevorzugt 30 bis 45 mN/m liegen.
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Als
Trägermaterial können weiterhin alle bekannten
textilen Träger wie eine Schlingenware, ein Velour, ein
Gelege, ein Gewebe, ein Gewirke, ein PET-Filamentgewebe, ein Polyamid-Gewebe
oder ein Vlies eingesetzt werden, wobei unter „Vlies” zumindest
textile Flächengebilde gemäß EN
29092 (1988) sowie Nähwirkvliese und ähnliche
Systeme zu verstehen sind.
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Ebenfalls
können Abstandsgewebe und -gewirke mit Kaschierung verwendet
werden. Abstandsgewebe sind mattenförmige Schichtkörper
mit einer Deckschicht aus einem Faser- oder Filamentvlies, einer
Unterlagsschicht und zwischen diesen Schichten vorhandene einzelne
oder Büschel von Haltefasern, die über die Fläche
des Schichtkörpers verteilt durch die Partikelschicht hindurchgenadelt
sind und die Deckschicht und die Unterlagsschicht untereinander
verbinden. Die durch die Partikelschicht hindurchgenadelten Haltefasern
halten die Deckschicht und die Unterlagsschicht in einem Abstand
voneinander und sie sind mit der Deckschicht und der Unterlagsschicht
verbunden.
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Als
Vliesstoffe kommen besonders verfestigte Stapelfaservliese, jedoch
auch Filament-, Meltblown- sowie Spinnvliese in Frage, die meist
zusätzlich zu verfestigen sind. Als mögliche Verfestigungsmethoden
sind für Vliese die mechanische, die thermische sowie die
chemische Verfestigung bekannt. Werden bei mechanischen Verfestigungen
die Fasern meist durch Verwirbelung der Einzelfasern, durch Vermaschung
von Faserbündeln oder durch Einnähen von zusätzlichen
Fäden rein mechanisch zusammengehalten, so lassen sich durch
thermische als auch durch chemische Verfahren adhäsive
(mit Bindemittel) oder kohäsive (bindemittelfrei) Faser-Faser-Bindungen
erzielen. Diese lassen sich bei geeigneter Rezeptierung und Prozessführung
ausschließlich oder zumindest überwiegend auf
Faserknotenpunkte beschränken, so dass unter Erhalt der
lockeren, offenen Struktur im Vlies trotzdem ein stabiles, dreidimensionales
Netzwerk gebildet wird.
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Besonders
vorteilhaft haben sich Vliese erwiesen, die insbesondere durch ein Übernähen
mit separaten Fäden oder durch ein Vermaschen verfestigt
sind.
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Derartige
verfestigte Vliese werden beispielsweise auf Nähwirkmaschinen
des Typs „Malivlies” der Firma Karl Mayer, ehemals
Malimo, hergestellt und sind unter anderem bei den Firmen Naue Fasertechnik
und Techtex GmbH beziehbar.
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Ein
Malivlies ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Querfaservlies durch
die Bildung von Maschen aus Fasern des Vlieses verfestigt wird.
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Als
Träger kann weiterhin ein Vlies vom Typ Kunitvlies oder
Multiknitvlies verwendet werden. Ein Kunitvlies ist dadurch gekennzeichnet,
dass es aus der Verarbeitung eines längsorientierten Faservlieses
zu einem Flächengebilde hervorgeht, das auf einer Seite
Maschen und auf der anderen Maschenstege oder Polfaser-Falten aufweist,
aber weder Fäden noch vorgefertigte Flächengebilde
besitzt. Auch ein derartiges Vlies wird beispielsweise auf Nähwirkmaschinen
des Typs „Kunitvlies” der Firma Karl Mayer schon
seit längerer Zeit hergestellt. Ein weiteres kennzeichnendes
Merkmal dieses Vlieses besteht darin, dass es als Längsfaservlies in
Längsrichtung hohe Zugkräfte aufnehmen kann. Ein
Multiknitvlies ist gegenüber dem Kunitvlies dadurch gekennzeichnet,
dass das Vlies durch das beidseitige Durchstechen mit Nadeln sowohl
auf der Ober- als auch auf der Unterseite eine Verfestigung erfährt.
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Schließlich
sind auch Nähvliese als Vorprodukt geeignet, ein erfindungsgemäßes
Klebeband zu bilden. Ein Nähvlies wird aus einem Vliesmaterial
mit einer Vielzahl parallel zueinander verlaufender Nähte
gebildet. Diese Nähte entstehen durch das Einnähen
oder Nähwirken von durchgehenden textilen Fäden.
Für diesen Typ Vlies sind Nähwirkmaschinen des
Typs „Maliwatt” der Firma Karl Mayer, ehemals
Malimo, bekannt.
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Sodann
ist das Caliweb® hervorragend geeignet.
Das Caliweb® besteht aus einem
thermisch fixierten Abstandsvliesstoff Multiknit mit zwei außenliegenden
Maschen schichten und einer innenliegenden Polschicht, die senkrecht
zu den Maschenschichten angeordnet sind.
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Weiterhin
besonders vorteilhaft ist ein Stapelfaservlies, das im ersten Schritt
durch mechanische Bearbeitung vorverfestigt wird oder das ein Nassvlies
ist, das hydrodynamisch gelegt wurde, wobei zwischen 2% und 50%
der Fasern des Vlieses Schmelzfasern sind, insbesondere zwischen
5% und 40% der Fasern des Vlieses.
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Ein
derartiges Vlies ist dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern nass
gelegt werden oder zum Beispiel ein Stapelfaservlies durch die Bildung
von Maschen aus Fasern des Vlieses oder durch Nadelung, Vernähung
beziehungsweise Luft- und/oder Wasserstrahlbearbeitung vorverfestigt
wird.
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In
einem zweiten Schritt erfolgt die Thermofixierung, wobei die Festigkeit
des Vlieses durch das Auf- oder Anschmelzen der Schmelzfasern nochmals
erhöht wird.
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Die
Verfestigung des Vliesträgers lässt sich auch
ohne Bindemittel beispielsweise durch Heißprägen mit
strukturierten Walzen erreichen, wobei über Druck, Temperatur,
Verweilzeit und die Prägegeometrie Eigenschaften wie Festigkeit,
Dicke, Dichte, Flexibilität und ähnliches gesteuert
werden können.
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Als
Ausgangsmaterialien für die textilen Träger sind
insbesondere Polyester-, Polypropylen-, Viskose- oder Baumwollfasern
vorgesehen. Die Wahl ist aber nicht auf die genannten Materialien
beschränkt, sondern es können, für den
Fachmann erkenntlich ohne erfinderisch tätig werden zu
müssen, eine Vielzahl weiterer Fasern zur Herstellung des
Vlieses eingesetzt werden. Insbesondere finden verschleißfeste
Polymere wie Polyester, Polyolefine, Polyamide oder Glas- oder Carbonfasern
Verwendung.
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Als
Trägermaterial eignen sich auch Träger aus imprägnierten
oder hochgeleimten Papier (gekreppt und/oder ungekreppt), aus einem
Laminat oder aus bahnförmigen Schaumstoffen (beispielsweise
aus Polyethylen und Polyurethan).
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In
Abhängigkeit der gewünschten Anwendung können
sowohl Papiere mit höherer Längs-Dehnbarkeit als
Quer-Dehnbarkeit eingesetzt werden, als auch Papiere mit höherer
Quer-Dehnbarkeit als Längs-Dehnbarkeit, sowohl in gebleichter,
als auch in der umweltfreundlichen ungebleichten Version.
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Auf
der Streichseite können die Oberflächen der Träger
chemisch oder physikalisch vorbehandelt sein, sowie die Rückseite
derselben einer antiadhäsiven physikalischen Behandlung
oder Beschichtung unterzogen sein.
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Schließlich
kann das bahnförmige Trägermaterial ein beidseitig
antiadhäsiv beschichtetes Material sein wie ein Trennpapier
oder eine Trennfolie, auch Liner oder Releasematerial genannt, wenn
die Klebmassenschicht, insbesondere nach Vernetzung, als trägerloses
doppelseitig klebendes Selbstklebeband eingesetzt werden soll.
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Besonders
vorteilhaft ist somit das Verfahren zur Herstellung von Haftklebebändern
geeignet, indem Haftklebemassen ein- oder beidseitig auf Trägermaterialien
aufgebracht werden.
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Eine
geeignete Anlage, um das erfindungsgemäße Verfahren
auszuführen, besteht aus einem in Abhängigkeit
von der Viskosität der zu beschichtenden Masse auszuwählenden
Beschichtungswerk, vorzugsweise ein Rakel-Dosiersystem oder Streichbalken
mit Kommarakel oder Streichmesser, an das sich vorzugsweise ein
horizontal angeordneter Vortrocknungskanal, insbesondere ein Infrarottrockner
anschließen kann. Durch eine Vortrocknung kann erreicht
werden, dass die Beschichtung in ihrer Viskosität in einem
Maße verändert wird, so dass sie nicht vom Trägermaterial
ablaufen kann.
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Eine
Coronavorbehandlung des Trägermaterials kann vor dem Auftragswerk
stattfinden.
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Nach
dem gegebenenfalls vorhandenen Vortrockner wird das beschichtete
Trägermaterial in einen Hängetrockner mit mehreren
Trockenzonen, vorzugsweise um die zehn, mit unterschiedlichen Trocknungstemperaturen,
vorzugsweise zwischen 30°C und 70°C, eingefahren.
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An
die Trockenkanäle kann sich gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsform eine Elektronenstrahl-
oder UV-Härtung anschließen, mit der Einfluss
auf die Kohäsion der Beschichtung genommen werden kann.
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Nach
der Hängetrocknung und der gegebenenfalls vorhandenen Elektronenstrahl-
oder UV-Härtung kann über ein Kaschierwerk ein
Träger zukaschiert werden.
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Bei
diesem Träger kann es sich um ein antiadhäsiv
ausgerüstetes Trägermaterial handeln. Wenn die Beschichtung
auf einem antiadhäsiv ausgerüsteten Trägermaterial
erfolgt, kann in dem Kaschierwerk auch ein nicht antiadhäsiv
ausgerüsteter Träger zukaschiert werden.
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Das
für die Trocknung in die Hänge eingefahrene Trägermaterial
kann eine Länge von 50 bis 5000 m, bevorzugt 500 bis 2000
m haben. Die Verweilzeit in der Hänge beträgt
in Abhängigkeit der Geschwindigkeit bevorzugt 0,2 bis 5
Stunden, besonders bevorzugt 0,5 bis 2 Stunden. Übliche
Beschichtungsgeschwindigkeiten liegen in einem Bereich zwischen
5 und 500 m/min, bevorzugt 20 und 200 m/min.
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Bevorzugt
wird das erfindungsgemäße Verfahren kontinuierlich
in einem Arbeitsgang durchgeführt.
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Folgende
Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne deren Umfang
zu beschränken:
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Prüfmethoden
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Scherstandzeiten
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Die
Prüfung erfolgte in Anlehnung an PSTC-7. Ein 1,3 cm breiter
Streifen des Haftklebebandes wird auf einem polierten Stahlplättchen
auf einer Länge von 2 cm mit einer 2 Kg-Rolle durch zweimaliges
doppeltes Überrollen verklebt. Dies entspricht einer Verklebungsfläche
von 260 mm2. Die Plättchen werden
für 30 min unter Testbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit),
aber ohne Last equilibriert. Dann wird das Testgewicht angehängt
(beispielsweise 1 Kg), so dass eine Scherbeanspruchung parallel
zur Verklebungsfläche entsteht, und die Zeit gemessen,
bis die Verklebung versagt. Ist eine Haltezeit von 10.000 min erreicht,
so wird der Versuch vor Versagen der Klebbindung abgebrochen.
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Dynamische Viskositätsmessung
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Die
Viskositätsmessung der Beschichtungsmasse wird mit einem
Rheometrics ARES bei Raumtemperatur oder 40°C und bei einer
Scherrate von 100 s–1 mit einem
Kegel-Platte-System mit einem Durchmesser von 50 mm durchgeführt.
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Klebkräfte
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Die
Klebkräfte werden bei einem Abzugswinkel von 180° nach AFERA
4001 an (nach Möglichkeit) 20 mm breiten Teststreifen
bestimmt. Hierbei werden Stahlplatten nach AFERA-Norm als Prüfuntergrund
verwendet. In einer Variante kommt Polyethylen als Prüfgrund
zum Einsatz.
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Beispiele
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Beispiel 1
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Acronal
V205 (wässrige Dispersion eines carboxylhaltigen Acrylestercopolymers
basierend auf Butylacrylat mit einem Feststoffgehalt von 69 Gew.-%,
BASF) wird mit 0,3 Gew.-% (bezogen auf Feststoffgehalt) Latekoll
D (Dispersion eines carboxylgruppenhaltigen Acrylsäureester-Copolymers
in Wasser, BASF), ein Verdickungsmittel, gemischt. Der so erhaltene
Compound wird mit Ammoniak leicht alkalisch eingestellt, so dass die
verdickenden Eigenschaften von Latekoll D wirksam werden.
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Die
so erhaltene Dispersionshaftklebemasse wird mit einem Streichmesser
mit einem Spalt von 50 μm auf einer 25 μm dicken
coronavorbehandelten Polyethylenterephtalat-Folie mit einer Schichtdicke
von 250 g/m2 (trocken) beschichtet.
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Das
beschichtete Material wird in einen Vortrockenkanal eingefahren
und mittels einer Infrarotquelle vorgetrocknet.
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Anschließend
erfolgt die Haupttrocknung in einem Hängetrockner mit unterschiedlichen
Trockenzonen. Im Anschluss an die Haupttrocknung wird das beschichtete
Material in eine Elektonenstrahlhärtungsanlage eingefahren.
Das so vernetzte Material wird anschließend mit silikonisiertem
Trennpapier kaschiert und zur Rolle aufgewickelt.
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Technische Bedingungen:
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- Maschine: Produktionsbeschichtungsanlage
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| Trägerbahngeschwindigkeit: |
50
m/min |
| Zugkraft
Abwicklung: |
600
N |
| Auftragswerk: |
Streichtisch
mit Streichmesser |
- Trocknung: Vortrocknung Infrarot
- Haupttrocknung: Hängetrocknung mit 10 Trockenzonen
- 1. Zone 30°C
- 2. Zone 30°C
- 3. Zone 40°C
- 4. Zone 40°C
- 5. Zone 50°C
- 6. Zone 50°C
- 7. Zone 60°C
- 8. Zone 70°C
- 9. Zone 70°C
- 10. Zone 50°C
| Vernetzung: |
Beschleunigungsspannung. |
230
KV |
| |
Dosis: |
10
KGy |
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Klebtechnische Daten:
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- Klebkraft Stahl (300 mm/min): 7,5 N/cm
- Klebkraft Polyethylen (30 mm/min): 4,2 N/cm
- Scherstandzeit bei Raumtemperatur (RT) (1 Kg/260 mm2):
55 min
- Scherstandzeit bei 40°C (1 Kg/260 mm2):
36 min
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Beispiel
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Polytex
WP 5000 (wässrige Dispersion eines carboxylhaltigen Acrylsäureestercopolymers
mit einem Feststoffgehalt von 65 Gew.-%, Avery Dennison) wird mit
0,3 Gew.-% (bezogen auf Feststoffgehalt) Latekoll D gemischt. Der
so erhaltene Compound wird mit Ammoniak leicht alkalisch eingestellt,
so dass die verdickenden Eigenschaften von Latekoll D wirksam werden.
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Die
so erhaltene Dispersionshaftklebemasse wird mit einem Streichmesser
mit einem Spalt von 65 um auf ein silikonisiertes Trennpapier mit
einer Schichtdicke von 220 g/m2 (trocken)
beschichtet. Anschließend erfolgt die Haupttrocknung in
einem Hängetrockner mit unterschiedlichen Trockenzonen.
Der Haupttrocknung schließt sich ein Kaschierprozess an,
bei dem eine 25 μm dicke coronavorbehandelte Polyethylenterephtalat-Folie
aufkaschiert wird. Das kaschierte Material wird zur Rolle aufgewickelt.
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Technische Bedingungen:
-
| Maschine: |
Produktionsbeschichtungsanlage |
| Trägerbahngeschwindigkeit: |
60
m/min |
| Zugkraft
Abwicklung: |
600
N |
| Auftragswerk: |
Streichtisch
mit Streichmesser |
- Trocknung: Vortrocknung Infrarot
- Haupttrocknung: Hängetrocknung mit 10 Trockenzonen
- 1. Zone 30°C
- 2. Zone 30°C
- 3. Zone 40°C
- 4. Zone 40°C
- 5. Zone 50°C
- 6. Zone 50°C
- 7. Zone 60°C
- 8. Zone 70°C
- 9. Zone 70°C
- 10. Zone 50°C
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Klebtechnische Daten:
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- Klebkraft Stahl (300 mm/min): 12 N/cm
- Klebkraft Polyethylen (30 mm/min): 5,5 N/cm
- Scherstandzeit bei RT (1 Kg/260 mm2):
29 min
- Scherstandzeit bei 40°C (1 Kg/260 mm2):
7 min
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Beispiel 3
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Orgal
AX 1203 (Polyacrylatdispersion auf Basis von Butylacrylat mit einem
Feststoffgehalt von 67 Gew.-%, Organik Kimya) wird mit 0,3 Gew.-%
(bezogen auf Feststoffgehalt) Collacral HP (wässrige Lösung eines
Copolymers auf der Basis von Acrylsäure und Acrylamid,
emulgiert in aliphatischer Erdölfraktion mit einem Feststoffgehalt
von 29 Gew.-%, BASF) gemischt.
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Die
so erhaltene Dispersionshaftklebemasse wird mit einem Streichmesser
mit einem Spalt von 80 μm auf einer 25 μm dicken
coronavorbehandelten Polyethylenterephtalat-Folie mit einer Schichtdicke
von 400 g/m2 (trocken) beschichtet. Das
beschichtete Material wird in einen Vortrockenkanal eingefahren
und mittels einer Infrarotquelle vorgetrocknet. Anschließend
erfolgt die Haupttrocknung in einem Hängetrockner mit unterschiedlichen
Trockenzonen. Das beschichtete Material wird anschließend
mit silikonisiertem Trennpapier kaschiert und zur Rolle aufgewickelt.
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Technische Bedingungen:
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| Maschine: |
Produktionsbeschichtungsanlage |
| Trägerbahngeschwindigkeit: |
60
m/min |
| Zugkraft
Abwicklung: |
600
N |
| Auftragswerk: |
Streichtisch
mit Streichmesser |
- Trocknung: Vortrocknung Infrarot
- Haupttrocknung: Hängetrocknung mit 10 Trockenzonen
- 1. Zone 30°C
- 2. Zone 30°C
- 3. Zone 40°C
- 4. Zone 40°C
- 5. Zone 50°C
- 6. Zone 50°C
- 7. Zone 60°C
- 8. Zone 70°C
- 9. Zone 70°C
- 10. Zone 50°C
-
Klebtechnische Daten:
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- Klebkraft Stahl (300 mm/min): 6,6 N/cm
- Klebkraft Polyethylen (300 mm/min): 4,5 N/cm
- Scherstandzeit bei RT (1 Kg/260 mm2):
687 min
- Scherstandzeit bei 40°C (1 Kg/260 mm2):
11 min
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Patentliteratur
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- - DE 2427355
A1 [0013]
- - DE 1629026 [0013]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - D. Satas,
Handbook of Pressure Sensitive Adhesive Technology, 1999, Kapitel „Coating
Equipment”, Seite 896 ff. [0004]
- - D. Satas, Handbook of Pressure Sensitive Adhesive Technology,
1999, Kapitel „Drying”, Seite 937 ff. [0014]
- - EN 29092 (1988) [0041]
- - AFERA 4001 [0071]