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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen und Verfahren
zum Bestimmen einer Übereinstimmung
einer Position mit einer Referenzposition, wie sie insbesondere
zum Lokalisieren oder Navigieren von mobilen Endgeräten in einem
drahtlosen Kommunikationsnetz eingesetzt werden können.
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Für ein Auffinden
von Personen mit mobilen Endgeräten
stehen verschiedene Ortungstechnologien zur Verfügung. Das wohl bekannteste
System zur Lokalisierung bzw. Navigation im Outdoorbereich ist das
satellitengestützte
Global Positioning System (GPS). Für die Lokalisierung bzw. Navigation
innerhalb von Gebäuden
bzw. in einem Indoorbereich sind verschiedene Ansätze bekannt,
wie beispielsweise Infrarotsysteme, RFID-Systeme oder auch Feldstärkeauswertungen
von IEEE 802.11 WLAN-Netzwerken (WLAN = wireless local area network).
Das GPS-System ist momentan nur für den Outdoorbereich zuverlässig verfügbar. Neuere Erweiterungen,
wie hochsensible Empfänger
oder das so genannte A-GPS (assisted GPS) stellen Versuche dar,
die Technologie auch innerhalb von Gebäuden nutzbar zu machen. A-GPS
kombiniert dabei die Nutzung des satellitenbasierten GPS-Systems
mit einem Empfang so genannter Assistenzinformationen aus zellularen Mobilfunknetzen.
Zurzeit weisen diese Technologien aber noch nicht die gewünschten
mittleren Genauigkeiten auf. Infrarotsysteme und RIFD-Systeme stehen
im Allgemeinen nicht flächendeckend
zur Verfügung
und sind an spezifische Voraussetzungen gebunden.
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Aufgrund
der zunehmenden Verbreitung von drahtlosen Funknetzen, die beispielsweise
auf dem WLAN-Standard basieren, bieten sich diese drahtlosen Netze
als eine Basis für
neue Lokalisierungsverfahren an.
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Gängige, bisher
verwendete Lokalisierungsverfahren basieren beispielsweise auf Triangulation,
Nachbarschaftsbeziehungen, Lateration mittels Zeitmessung oder Lateration
mittels Feldstärkeauswertung.
Bei diesen Verfahren handelt es sich um Lokalisationsverfahren,
bei denen entweder eine Position ortsfester Sender bzw. Basisstationen
bekannt sein muss, oder bei denen vorher an typischen Positionen
in einer von dem Lokalisationsverfahren abzudeckenden Umgebung trainiert
werden muss.
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Bei
WLAN-basierten Ortungssystemen kommt als Basisverfahren oft ein
so genanntes Received-Signal-Strength (RSS) Fingerprinting zum Einsatz.
Dieses Verfahren basiert auf der Annahme, dass an einem aktuellen
Ort empfangene bzw. empfangbare Signalstärken von Funksignalen mehrerer
Funkstationen den Ort bzw. die Position eindeutig charakterisieren.
Existiert eine Datenbasis, die für
eine Anzahl von Referenzorten bzw. Referenzpositionen Kennungen
von dort empfangenen bzw. empfangbaren Funkstationen sowie die Signalstärken entsprechender
Funksignale enthält,
so kann aus einem Satz aktueller Messwerte (Senderkennungen und
Signalstärkenwerte)
auf die aktuelle Position geschlossen werden, indem ein Abgleich
zwischen aktuell gemessenen Messwerten und den Referenzwerten der
Datenbasis erfolgt. Dieser Abgleich (Matching) bewertet für jeden
Referenzpunkt, wie ähnlich
dessen vorher aufgezeichnete Messwerte bzw. Referenzwerte zu den
aktuellen Messwerten der aktuellen Position sind. Der oder die ähnlichsten
Referenzpunkte bestimmen dann einen Schätzwert für den aktuellen Aufenthaltsort.
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Für eine Referenz-Datenbasis
wird durch Testmessungen die Signalstärke an hinreichend vielen Punkten
experimentell ermittelt. Dadurch entsteht eine Datenbasis, die zu
jeder Position, an der eine Testmessung durchgeführt wurde, eine Liste von Basisstationen
(Access Points) mit der jeweilig zugeordneten Empfangsfeldstärke und
-qualität
enthält.
Bei einer WLAN-Implementierung kann eine solche Referenzdaten-Basis beispielsweise
die folgenden Parameter enthalten:
| RID | MAC | RSSI | PGS | X | Y | Z | MAPNR | CREATED |
| 1 | 00.0D.54.9E.17.81 | 46530 | 100 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0D.54.9E.1A.BA | 67260 | 90 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0D.54.9E.1D.64 | 72002 | 88 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0E.6A.D3.B9.8B | 59531 | 100 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0F.A3.10.07.6C | 46464 | 96 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0F.A3.10.07.FB | 74488 | 94 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 1 | 00.0F.A3.10.09.SF | 72375 | 97 | 5795 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:42 |
| 2 | 00.0D.54.9E.17.81 | 54138 | 100 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0D.54.9E.18.1D | 76560 | 11 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0D.54.9E.1A.BA | 62318 | 94 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0D.54.9E.1D.64 | 71348 | 96 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0E.6A.D3.B9.8B | 45393 | 100 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0F.A3.10.07.6C | 66853 | 96 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0F.A3.10.07.FB | 72251 | 100 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 2 | 00.0F.A3.10.09.5F | 70990 | 90 | 14399 | 15451 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0D.54.9E.17.81 | 58291 | 100 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0D.54.9E.18.1D | 78610 | 68 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0D.54.9E.1A.BA | 62153 | 98 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0D.54.9E.1D.64 | 64187 | 90 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0E.6A.D3.B9.8B | 32851 | 100 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0F.A3.10.07.6C | 69006 | 96 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0F.A3.10.07.FB | 71749 | 92 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0F.A3.10.09.5F | 71482 | 83 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
| 3 | 00.0F.A3.10.09.80 | 71000 | 40 | 24583 | 15627 | 150 | 0 | 12.03.07
12:43 |
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Dabei
enthält
die Tabelle die folgenden Informationen:
- – die Referenzpunkt-Identifikation
(RID)
- – die
MAC-Adressen der empfangenen Stationen
- – die
Empfangsfeldstärken
der Access Points (RSSI; 46560 bedeutet –46,560 dBm)
- – die
Position in kartesischen, metrischen Koordinaten (x, y, z; 24583
bedeutet 245,83 m) sowie
- – den
Zeitpunkt der Messwertaufnahme.
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WLAN-Signale,
die theoretisch nur mit einer relativ geringen Feldstärke zu messen
sind, zeigen ein relativ unzuverlässiges Verhalten bzgl. „messbar" oder „nicht
messbar". Die Spalte
PGS („Percentage
Seen") gibt an,
wie häufig
diese Station bei der Messwertaufnahme prozentual gesehen wurde
(d. h. PGS = 90 bedeutet, dass im Schnitt die Station bei 9 von
10 Messungen gemessen wurde). Der PGS-Wert wird beim Trainieren
der Referenzpositionen bzw. der Referenzmesspakete für jeden
Funksender ermittelt und ist als Maß für dessen Zuverlässigkeit
zu verstehen. Innerhalb eines bestimmten Messzeitfensters besteht
durch ein festes Abtastintervall von z. B. 200 ms eine definierte
Anzahl an möglichen
Messwerten von einem Funksender. Der PGS-Wert ist ein Prozentwert
der tatsächlich
innerhalb des Messzeitfensters gemessenen (RSSI-)Werte eines Funksenders
im Verhältnis
zu den potentiell möglichen.
Referenzpunkte werden beim Einmessen im Idealfall über ein
längeres
Zeitfenster (z. B. 6 bis 10 s) hinweg z. B. alle 200 ms aufgenommen. 5 zeigt
dazu einen exemplarischen Signalverlauf eines Empfangssignals eines
bestimmten Funksenders, der an der Messposition nur relativ unzuverlässig empfangen
werden kann. Über
ein Messzeitfenster von 10 s ist der bestimmte Funksender lediglich
ca. 3 s empfangbar, woraus sich ein PGS-Wert von ca. 30% für diesen
Funksender ergibt.
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Für die Lokalisierung
werden aktuell aufgenommene Messwerte mit der Datenbasis verglichen.
Der ähnlichste
oder eine Integration der ähnlichsten
Referenzpunkte werden als aktuelle Position angenommen. Für den Abgleich
sind mehrere Verfahren denkbar; das am weitesten verbreitete ist
Least-Distance-in-Signal-Space.
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RSS
Fingerprinting liefert gute Ergebnisse im Innen- und Außenbereich.
Dadurch, dass die Aufstellorte der ortsfesten Funksender nicht bekannt
sein müssen,
eignet sich das Verfahren auch für
unbekannte Umgebungen mit fremder Infrastruktur. Fingerprinting-Ansätze für den Abgleich
gehen von einer festen, unveränderlichen
Infrastruktur aus. Viele bekannte Lösungen gehen darüber hinaus
von einem begrenzten Areal aus, in dem Signale jedes Funksenders überall zu
empfangen sind.
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Um
eine Übereinstimmung
einer aktuellen Position mit einer Referenzposition zu bestimmen,
werden bei herkömmlichen
Verfahren oftmals RSSI-Werte einer Anzahl von Funksendern, von denen
vorher aufgezeichnete Senderkennungen an der Referenzposition mit
an der Position gelieferten Senderkennungen identisch sind, miteinander
verglichen. Je geringer die Abweichung der RSSI-Werte zwischen den
Funksendern mit identischer Senderkennung, desto höher die Übereinstimmung
der aktuellen Position und der Referenzposition. Allerdings birgt
diese Vorgehensweise auch die Gefahr einer fehlerhaften Positionsschätzung – nämlich beispielsweise
dann, wenn die Anzahl der Funksender, von denen vorher aufgezeichnete
Senderkennungen an der Referenzposition mit an der Position gelieferten
Senderkennungen identisch sind, gering ist und dadurch eine ebenfalls
geringe RSSI-Wert-Abweichung ermittelt wird, was zu einer fälschlicherweise
gut eingeschätzten Übereinstimmung
führen
kann.
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Ausgehend
von diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, ein gegenüber
dem Stand der Technik verbessertes Konzept für den Abgleich zwischen aktuell
gemessenen Werten und vorher aufgezeichneten Referenzwerten bereitzustellen.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1, ein Navigationsgerät
gemäß Patentanspruch
19 und ein Verfahren gemäß Patentanspruch
22 gelöst.
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Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung besteht in einem Computerprogramm zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Die
Erkenntnis der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass der Abgleich
zwischen an einer aktuellen (geografischen) Position aktuell gelieferten
bzw. gemessenen Werten bzw. Eigenschaften (z. B. Senderkennungen
und Signalstärkenwerten)
fest positionierter Funksender und vorher aufgezeichneten Referenzwerten
bzw. Eigenschaften an einer betrachteten (geografischen) Referenzposition
durch eine Art Filterung der aktuell gemessenen Eigenschaften der
Funksignale an der Position und der Referenzwerte der vorher aufgezeichneten
Funksignale an der Referenzposition erreicht werden kann. Dabei
werden die Funksignale in eine erste Anzahl von Funksendern aufgeteilt,
von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen an der Referenzposition
mit an der aktuellen Position gelieferten Senderkennungen identisch
sind, und in eine zweite Anzahl von Funksendern, von denen vorher
aufgezeichnete Senderkennungen an der Referenzposition und an der
Position gelieferte Senderkennungen verschieden sind, d. h., deren
Senderkennungen entweder nur an der aktuellen Position geliefert
werden und vorher an der Referenzposition nicht aufgezeichnet wurden,
oder, deren Senderkennungen vorher nur an der Referenzposition aufgezeichnet
wurden und nicht an der aktuellen Position geliefert werden.
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Ein
Satz von an der aktuellen Position gemessenen Messwerten, umfassend
Funksender identifizierende Senderkennungen (z. B. MAC Adressen)
und dazu gehörige
Signalstärkewerte
(RSSI = Received Signal Strength Indicator), soll im Folgenden als
Messpaket (MP) bezeichnet werden. Gemäß bevorzugten Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung werden gelieferte Messwerte an der aktuellen
Position und vorher aufgezeichnete Messwerte an der Referenzposition
in drei Gruppen vorgefiltert. Zum einen werden sämtliche Funksender aus einem
Messpaket separiert, die auch in dem dem Abgleich zugrunde liegenden
Referenzmesspaket enthalten sind. Abweichend von dem Referenzmesspaket
an der aktuellen Position empfangene Funksender (heard too much)
sind ein Zeichen dafür,
dass man sich nicht an der Referenzposition befinden kann. Diese
an der aktuellen Position zu viel empfangenen Funksender können bei
einem direkten Abgleich (Matching), d. h. bei einem Abgleich zwischen
Funksendern mit gleichen Senderkennungen im aktuellen Messpaket
und im Referenzmesspaket, nicht verwendet werden. Des Weiteren können in
den Referenzdaten der Referenzposition bzw. dem Referenzmesspaket
Funksender gelistet sein, die an der aktuellen Position nicht empfangen
wurden (not heard). Auch diese an der aktuellen Position zu wenig
empfangenen Funksender bzw. deren Messwerte benötigen eine besondere Bearbeitung
und werden daher dem direkten Matching, d. h. dem Abgleich zwischen
Funksendern mit gleichen Senderkennungen im aktuellen Messpaket
und im Referenzmesspaket, nicht zugeführt.
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Eine
Matchingeinheit gleicht die aktuellen Messwerte an der aktuellen
Position mit jedem in Frage kommenden Referenzpunkt der Referenzdaten
ab, d. h. es wird ein Übereinstimmungsmaß zwischen
der aktuellen Position und jedem in Frage kommenden Referenzpunkt
ermittelt. Eine Menge der Referenzpunkte bzw. -positionen, die abgeglichen
werden, kann optional auch eingeschränkt werden, beispielsweise
indem eine letzte Position des mobilen Endgeräts als Ausgangspunkt genommen
wird, mit der Annahme, dass sich der Benutzer seither nicht weiter
als eine feste Maximaldistanz von der letzten Position entfernt
hat. Eine Einschränkung
der zu vergleichenden Referenzpunkte kann dynamisch aufgrund eines
Bewegungsmodells, einer Güte
der aktuellen Positionsermittlung, begrenzter Rechenleistung oder
begrenztem Speicher etc. erfolgen.
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Bei
jedem Vergleich eines aktuellen Messpakets mit einem Referenzmesspaket
wird ein Übereinstimmungsmaß berechnet, welches
festlegt, wie gut die empfangenen Messwerte an der aktuellen Position
mit den vorher aufgezeichneten Messwerten der Referenzposition zusammenpassen.
Die Ermittlung des Übereinstimmungsmaßes für die Position
erfolgt basierend auf den gelieferten Eigenschaften der Funksignale,
wobei sowohl Eigenschaften der ersten Anzahl von Funksendern als
auch Eigenschaften der zweiten Anzahl von Funksendern bei der Bestimmung
des Übereinstimmungsmaßes berücksichtigt
werden, und wobei die Eigenschaften der ersten Anzahl von Funksendern
und die Eigenschaften der zweiten Anzahl von Funksendern unterschiedlich
in das Übereinstimmungsmaß eingehen.
Bei der ersten Anzahl von Funksendern sind vorher aufgezeichnete
Senderkennungen an der Referenzposition mit an der aktuellen Position
gelieferten Senderkennungen identisch. Bei der zweiten Anzahl von
Funksendern werden Senderkennungen entweder nur an der aktuellen
Position geliefert und wurden vorher an der Referenzposition nicht
aufgezeichnet, oder, Senderkennungen wurden vorher nur an der Referenzposition
aufgezeichnet und werden nicht an der aktuellen Position geliefert.
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Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
werden die Eigenschaften der ersten Anzahl von Funksendern höher gewichtet
als die Eigenschaften der Funksignale der zweiten Anzahl von Funksendern. Das
heißt,
die Anzahl von Funksendern, von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen
an der Referenzposition mit an der Position gelieferten Senderkennungen
identisch sind, geht stärker
in die Berechnung des Übereinstimmungsmaßes ein
als die zweite Anzahl von Funksendern, von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen
an der Referenzposition und an der Position gelieferte Senderkennungen
verschieden sind, also von Funksendern, deren Senderkennungen entweder
nur an der Position geliefert werden und vorher an der Referenzposition
nicht aufgezeichnet wurden, oder, deren Senderkennungen vorher nur
an der Referenzposition aufgezeichnet wurden und nicht an der Position
geliefert werden. Die Gewichte der Eigenschaften der ersten und
der zweiten Anzahl ergänzen
sich beispielsweise komplementär
zu Eins.
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Weitere
bevorzugte Ausführungsformen
und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Durch
ein Einbeziehen der Messwerte von Funksendern, deren Senderkennungen
nur an der aktuellen Position empfangen werden und vorher an der
Referenzposition nicht aufgezeichnet wurden und ein Einbeziehen
der Funksender, deren Senderkennungen vorher nur an der Referenzposition
aufgezeichnet wurden und nicht an der aktuellen Position empfangen
werden, kann eine Genauigkeit bei der Bestimmung des Übereinstimmungsmaßes zwischen
der aktuellen Position und der Referenzposition deutlich gesteigert
werden. Dies kann zu deutlichen Verbesserungen der Lokalisations-
bzw. Navigationsergebnisse führen.
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug nehmend auf
die beiliegenden Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 ein
Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zum Bestimmen
einer Übereinstimmung
zwischen einer aktuellen Position und einer Referenzposition gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
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2 eine
beispielhafte Folge von Messpaketen;
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3 eine
schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Bestimmen einer Übereinstimmung
einer aktuellen Position mit einer Referenzposition gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
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4 ein
Blockdiagramm einer Einrichtung zum Ermitteln eines Übereinstimmungsmaßes für die Position
ge mäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung; und
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5 einen
typischen Signalverlauf eines unzuverlässig empfangbaren Funksenders.
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Bezüglich der
nachfolgenden Beschreibung sollte beachtet werden, dass bei den
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
gleiche oder gleichwirkende Funktionselemente gleiche Bezugszeichen
aufweisen und somit die Beschreibungen dieser Funktionselemente
in den verschiedenen nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispielen
untereinander austauschbar sind.
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Im
Nachfolgenden wird anhand der 1 bis 4 das
erfindungsgemäße Konzept
zum Bestimmen einer Übereinstimmung
zwischen einer aktuellen geografischen Position mit einer geografischen
Referenzposition beschrieben.
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Um
Referenzpositionen zu erhalten, zeichnet ein Nutzer in einer Trainingsphase
beispielsweise Radiofingerabdrücke
auf, um sie in einer späteren
Lokalisierungsphase als Teil einer Datenbasis zu nutzen. Praktisch
kann das Trainieren beispielsweise mit einem PDA oder Smartphone
erfolgen. Ein geografischer Plan der Zielumgebung kann zum Beispiel
als Bitmap hinterlegt sein. Beim Trainieren markiert der Nutzer
seine aktuelle Position auf dem Plan und stößt dann die Messwertaufnahme
an. In der Praxis hat sich gezeigt, dass dichtere Trainingspunkte
das Ergebnis kaum merklich verbessern, aber den Rechenaufwand beim
Lokalisieren deutlich erhöhen.
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Ein
manuelles Sammeln von Fingerabdrücken
ist jedoch nur in begrenzten Arealen praktikabel. In Innenstädten können für diesen
Zweck sogenannte Einmessboxen eingesetzt werden. Sie verfügen jeweils über eine
hochgenaue GPS-Einheit (sogenanntes Differential GPS) in Kombination
mit hochgenauen Innertialsensoren (zum Beispiel Beschleunigungssensoren
und elektronische Kompasse). Diese Einmessboxen können ohne
manuellen Eingriff Fingerabdrücke
sammeln, wenn man sie durch die Stadt bewegt. Die Lokalisierung über Differential
GPS erlaubt auch im städtischen
Umfeld eine Positionsbestimmung mit einer mittleren Genauigkeit
von wenigen Dezimetern, die durch die hochgenaue Innertialsensorik
auch bei Ausfall des GPS Signals noch bis zu 20 Minuten weiterbesteht. Überdachte
Passagen beispielsweise stellen damit für die Einmessbox kein Problem
dar.
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1 zeigt
zunächst
ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung eines Verfahrens zum Bestimmen
der Übereinstimmung
der aktuellen Position, an der sich ein mobiles Endgerät befindet,
mit der Referenzposition.
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Das
in 1 schematisch dargestellte Verfahren zum Bestimmen
der Übereinstimmung
weist einen ersten Schritt S1 des Ermittelns bzw. Lieferns von Eigenschaften
von Funksignalen fest positionierter Funksender an der aktuellen
Position auf, wobei die ermittelten bzw. gelieferten Eigenschaften
der Funksignale die Funksender identifizierende Senderkennungen
umfassen. Das heißt,
in dem Schritt S1 werden u. a. Senderkennungen der Funksender ermittelt.
Zusätzlich
werden bei bevorzugten Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung elektromagnetische Eigenschaften der
Funksignale, wie z. B. eine Empfangsfeldstärke, ein Empfangsleistungsspektrum,
ein Signal-zu-Rauschleistungsverhältnis (SNR = Signal-to-Noise
Ratio), Einfallswinkel, Laufzeit, Polarisation oder Phasenlage der
Funksignale ermittelt.
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In
einem zweiten Schritt S2 werden die Funksignale bzw. die den Funksignalen
zugeordneten Funksender getrennt bzw. gefiltert in eine erste Anzahl
Neq von Funksendern, von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen
an der Referenzposition mit an der aktuellen Position gelieferten
Senderkennungen identisch sind, und in eine zweite Anzahl Nneq von Funksendern, von denen vorher aufgezeichnete
Sen derkennungen an der Referenzposition und an der Position gelieferte
Senderkennungen verschieden sind, also von Funksendern, deren Senderkennungen
entweder nur an der aktuellen Position geliefert werden und vorher
an der Referenzposition nicht aufgezeichnet wurden, oder, deren
Senderkennungen vorher nur an der Referenzposition aufgezeichnet
wurden und nicht an der aktuellen Position geliefert werden. Gemäß Ausführungsbeispielen
umfasst der zweite Schritt S2 zusätzlich einen Unterschritt,
um aus der zweiten Anzahl Nneq von Funksendern
eine Anzahl Nnh von an der aktuellen Position
zuwenig empfangenen Funksendern auszuwählen, d. h. von Funksender,
von denen vorher aufgezeichnete Eigenschaften an der Referenzposition
vorhanden sind, von denen jedoch keine an der aktuellen Position
gelieferte Eigenschaften vorhanden sind. Je höher die Anzahl Nnh der
an der aktuellen Position zuwenig empfangenen Funksender ausfällt, desto
wahrscheinlicher ist es, daß die
aktuelle Position nicht der Referenzposition entspricht. Ferner
umfasst der Schritt S2 einen weiteren Unterschritt, bei dem aus
der zweiten Anzahl Nneq von Funksendern
eine Anzahl Nhtm von an der aktuellen Position
zuviel empfangenen Funksendern ausgewählt werden, von denen keine
vorher aufgezeichnete elektromagnetische Eigenschaften an der Referenzposition
vorhanden sind, vor denen jedoch an der aktuellen Position gelieferte
elektromagnetische Eigenschaften vorhanden sind. Je höher die
Anzahl Nhtm der an der aktuellen Position
zuviel empfangenen Funksender ausfällt, desto wahrscheinlicher
ist es, daß die
aktuelle Position nicht der Referenzposition entspricht. Die zweite
Anzahl Nneq von Funksendern ergibt sich
also aus der Anzahl Nnh von an der aktuellen
Position zuwenig empfangenen Funksendern und der Anzahl Nhtm von an der aktuellen Position zuviel
empfangenen Funksendern gemäß Nneq = (Nnh + Nhtm).
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Basierend
auf den aus Schritt S1 gelieferten Eigenschaften der Funksignale
wird in einem dritten Schritt S3 ein Übereinstimmungsmaß bzw. ein
Distanzwert acc für
die aktuelle Position ermittelt, wobei sowohl Eigenschaften der
ersten Anzahl Neq von Funksendern als auch
Eigenschaften der zweiten Anzahl Nneq von Funksendern
bei der Bestimmung des Übereinstimmungsmaßes berücksichtigt
werden, und wobei die Eigenschaften der ersten Anzahl Neq der
Funksender und die Eigenschaften der zweiten Anzahl Nneq der
Funksender unterschiedlich in das Übereinstimmungsmaß eingehen.
Gemäß Ausführungsbeispielen
werden die Eigenschaften der ersten Anzahl Neq der
Funksender höher
gewichtet als die Eigenschaften der zweiten Anzahl Nneq der
Funksender, worauf im Nachfolgenden noch näher eingegangen wird.
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Der
Schritt S1 des Ermittelns bzw. Lieferns der Eigenschaften von Funksignalen
wird gemäß Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung von einem mobilen Endgerät bzw. einem
Client durchgeführt,
wie beispielsweise einem WLAN-fähigen PDA,
einem Bluetooth-fähigen
PDA oder z. B. auch einem Mobiltelefon. Dazu weist der Client eine
Einrichtung zum Ermitteln bzw. Liefern der Eigenschaften der Funksignale
der fest positionierten Funksender auf, wobei die Eigenschaften
im Allgemeinen gekennzeichnet sind durch eine Kennung eines fest
positionierten Funksenders und dessen elektromagnetische Signalcharakteristik,
wie beispielsweise eine Empfangsfeldstärke, ein Empfangsspektrum oder
ein empfangener Signalrauschabstand. Die Kennung bzw. ein identifizierendes
Merkmal eines fest positionierten Funksenders kann beispielsweise seine
MAC-Adresse (MAC = Media Access Control), Basisstationskennung oder
eine Zellkennung sein.
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Die
Eigenschaften der Funksignale der fest positionierten Funksender
werden zu so genannten Messpaketen MP(i) zusammengefasst. Dieser
Sachverhalt ist beispielhaft in 2 gezeigt.
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2 zeigt
beispielhaft drei zeitlich aufeinander folgende Messpakete aus einem
WLAN-Netzwerk MP(1), MP(2), MP(3), d. h. i = 1, 2, 3, wobei ein
Messpaket MP(i) jeweils eine Mehrzahl von MAC-Adressen 22 und
zugehörigen
RSSI-Werten RSSIk(i) aufweist, wobei der
Index k auf einen k-ten Funksender hindeutet. Das heißt, pro
Zeitintervall werden die MAC-Adressen der fest positionierten Funksender,
sowie deren vom Client empfangene RSSI-Werte in einem Messpaket
MP(i) zusammengefasst.
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3 zeigt
eine Vorrichtung 30 zum Bestimmen einer Übereinstimmung
zwischen einer aktuellen Position mit einer Referenzposition gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Dabei sind an der aktuellen Position
Funksignale von fest positionierten Funksendern bzw. Basisstationen
empfangbar.
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Die
Vorrichtung 30 weist dazu eine Einrichtung 32 zum
Liefern von Eigenschaften der Funksignale der fest positionierten
Funksender an der aktuellen Position auf, wobei die gelieferten
Eigenschaften der Funksignale die Funksender identifizierende Senderkennungen,
wie z. B. MAC-Adressen, umfassen. Dazu kann die Einrichtung 32 mit
einer Empfangsantenne 33 gekoppelt sein, um die Eigenschaften
der Funksignale, wie z. B. auch elektromagnetische Eigenschaften,
zu empfangen. Insbesondere können
unter den Eigenschaften der Funksignale die vorher beschriebenen
Messpakete MP(i) verstanden werden. Die ermittelten bzw. gelieferten Eigenschaften
MP(i) werden an eine Einrichtung 34 zum Trennen der Funksignale
bzw. ihrer zugeordneten Funksender in eine erste Anzahl Neq von Funksendern und eine zweite Anzahl
Nneq von Funksendern geliefert. Dabei umfasst
die erste Anzahl Neq von Funksendern diejenigen
Funksender, von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen an der
betrachteten Referenzposition mit an der aktuellen Position ermittelten
Senderkennungen identisch sind. Die zweite Anzahl Nneq =
(Nnh + Nhtm) von
Funksendern umfasst diejenigen Funksender, deren Senderkennungen
entweder nur an der Position geliefert werden und vorher an der
Referenzposition nicht aufgezeichnet wurden, oder, deren Senderkennungen
vorher nur an der Referenzposition aufgezeichnet wurden und nicht
an der Position geliefert werden. Um die erste Anzahl Neq und
die zweite Anzahl Nneq von Funksendern zu
ermitteln, kann die Einrichtung 34 zum Trennen mit einer
Datenbasis 35 gekoppelt sein, in der vorher aufgezeichnete
Eigenschaften von Funksignalen von einer Mehrzahl von Referenzpositionen,
d. h. Referenzmesspakete, gespeichert sind. Das heißt, die
Datenbasis 35 umfasst beispielsweise eine Vielzahl von
vorher aufgezeichneten Messpaketen, die jeweils einer Referenzposition
zugeordnet sind. Diese vorher aufgezeichneten Messpakete sollen
im Nachfolgenden auch als Referenzmesspakete RP bezeichnet werden. Die
Einrichtung 34 trennt die Funksignale also in wenigstens
zwei Gruppen auf. Eine erste Gruppe 36 umfasst Eigenschaften
von Funksignalen der ersten Anzahl Neq von
Funksendern, wohingegen eine zweite Gruppe 37, 38 Eigenschaften
von Funksignalen der zweiten Anzahl Nneq von
Funksendern umfasst. Wie vorhin schon beschrieben wurde, kann die
zweite Gruppe 37, 38 noch unterteilt werden in
eine Gruppe von Eigenschaften von Funksignalen von an der aktuellen
Position zu wenig empfangenen Funksendern und in eine Gruppe von
Eigenschaften 38 von Funksignalen von an der Position zu
viel empfangenen Funksendern.
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Die
Vorrichtung 30 weist ferner eine Einrichtung 39 zum
Ermitteln eines Übereinstimmungsmaßes für die aktuelle
Position auf, die sowohl mit der Einrichtung 34 zum Trennen
als auch mit der Datenbasis 35 gekoppelt sein kann. Die
Einrichtung 39 ist ausgebildet, um das Übereinstimmungsmaß basierend
auf den gelieferten Eigenschaften 36, 37, 38 der
Funksignale zu ermitteln, wobei sowohl Eigenschaften 36 der
ersten Anzahl Neq von Funksendern als auch
Eigenschaften 37, 38 der zweiten Anzahl Nneq von Funksendern bei der Bestimmung des Übereinstimmungsmaßes bzw.
des Distanzwertes acc berücksichtigt
werden, und wobei die Eigenschaften 36 der ersten Anzahl
Neq von Funksendern und die Eigenschaften 37, 38 der
zweiten Anzahl Nneq von Funksendern unterschiedlich
in das Übereinstimmungsmaß eingehen,
d. h. unterschiedlich gewichtet werden.
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Die
Einrichtung 32 liefert an jedem Ort bzw. jeder Position
Signale mehrerer Basisstationen bzw. Funksender mit unterschiedlicher
Signalstärke
zusammen mit den zugehörigen
Senderkennungen. Im Falle von WLAN-Netzen umfasst ein derartiger
elektronischer Fingerabdruck eine Liste von für jedes WLAN-Gerät bzw. WLAN-Funksendern
eindeutigen MAC-Adressen
und den dazu gehörigen
Empfangssignalstärken
und charakterisiert damit die aktuelle Position. Wo die WLAN-Funksender stehen,
spielt keine Rolle.
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Eine
Lokalisierung besteht nun im Wesentlichen aus zwei Schritten: Erstens,
einem Abgleich der aktuell gemessenen Messpakete mit den Fingerabdrücken bzw.
den Referenzmesspaketen in der Datenbank 35 und zweitens,
einer Auswahl passender Positionskandidaten einerseits sowie andererseits
der Gewichtung und Kombination der Kandidatenpositionen zu einer
Positionsschätzung.
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In
einer Abgleichphase werden Abweichungen eines aktuell gemessenen
Messpakets MP(i) zu Referenzmesspaketen RP in der Datenbank 35 ermittelt.
Dazu dienen insbesondere die Einrichtungen 34 und 39 der
erfindungsgemäßen Vorrichtung 30.
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Um
in der Abgleichphase mögliche
Kandidatenpositionen für
die aktuelle Position aus der Vielzahl von gespeicherten Referenzpositionen
zu finden, ermittelt die Einrichtung 39 das Übereinstimmungsmaß zwischen aktuell
gemessenen Messpaketen und vorher an Referenzpositionen aufgezeichneten
Referenzmesspaketen. Ein schematisches Blockschaltbild der Einrichtung 39 zum
Ermitteln des Übereinstimmungsmaßes bzw.
des Distanzwertes acc ist in 4 gezeigt.
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Wie
vorher bereits beschrieben wurde, wird die Einrichtung 39 eingangsseitig
mit elektromagnetischen Eigenschaften 36, z. B. RSSI-Werten,
der ersten Anzahl Neq von Funksendern gespeist.
Ferner liegen vom Eingang der Einrichtung 39 elektromagnetische
Eigenschaften 37, 38, wie z. B. RSSI-Werte, der zweiten
Anzahl Nneq von Funksendern an. Dabei umfassen
die Eigenschaften 36 der ersten Anzahl Neq von
Funksendern sowohl die an der aktuellen Position gemessenen Signaleigenschaften
sowie die vorher an der Referenzposition aufgezeichneten Signaleigenschaften.
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In
einem Block 41 werden gemäß Ausführungsbeispielen Differenzen
zwischen den vorher aufgezeichneten elektromagnetischen Eigenschaften
an der Referenzposition und den an der aktuellen Position gelieferten
elektromagnetischen Eigenschaften der ersten Anzahl Neq von
Funksendern gebildet. Beispielsweise werden Differenzen von RSSI-Werten
von Funksendern gebildet, von denen vorher aufgezeichnete Senderkennungen
an der Referenzposition mit an der aktuellen Position gelieferten
Senderkennungen identisch sind. Diese Differenz-RSSI-Werte ΔRSSI1 bis ΔRSSINeq werden an einen Summationsblock 42 geliefert,
welcher die Neq Differenz-RSSI-Werte ΔRSSIn (n = 1, ..., Neq)
zu einer Summe ΣΔRSSIn aufsummiert. Neq ist
die erste Anzahl der Funksender, die sowohl im Messpaket als auch
im Referenzpaket vorkommen. Die Funktion ΔRSSI berechnet eine Distanz
zwischen zwei Signalstärkewerten.
Als Distanzfunktion kann beispielsweise der euklidische Abstand
der Messwerte in dB gewählt
werden. Distanz heißt
in diesem Zusammenhang also nicht räumlicher Abstand, sondern mathematische
Abweichung. Nach der Summation durch den Block 42 wird
die Summe ΣΔRSSIn mit einem Gewichtungsfaktor EQW gewichtet,
d. h. EQW·ΣΔRSSIn. EQW definiert dabei ein Gewicht zwischen
0 und 1, das angibt, wie stark die Distanz der Messwerte bzw. die
Distanz der Signalstärkewerte ΣΔRSSIn im Vergleich zu den an der aktuellen Position
gegenüber
den zuviel oder zuwenig gehörten Funksendern
gewertet werden soll.
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Würde man
an dieser Stelle mit der Berechnung des Übereinstimmungsmaßes aufhören, so
wäre es möglich, dass
eigentlich schlechter zu der aktuellen Position passende Referenzpositionen
als Kandidaten ausgewählt
würden
als besser passende. Dafür
ein Beispiel: Angenommen, für
einen ersten Referenzpunkt ergibt sich im Vergleich zu der aktuellen
Position Neq = 1, d. h. lediglich eine Funksendersenderkennung
zwischen Referenzmesspaket und aktuellem Messpaket stimmt überein.
Liegen die entsprechenden RSSI-Werte der übereinstimmenden Messpakete
nun beispielsweise zufällig
2,5 dB auseinander, so ergibt sich ΣΔRSSIn/Neq = 2,5 dB. Weiter angenommen, für einen
zweiten Referenzpunkt ergibt sich im Vergleich zu der aktuellen
Position Neq = 3, d. h. drei Funksendersenderkennungen
stimmen zwischen Referenzmesspaket und aktuellem Messpaket überein.
Liegen die entsprechenden RSSI-Werte nun beispielsweise 2 dB, 3
dB und 4 dB auseinander, so ergibt sich insgesamt ΣΔRSSIn/Neq = 3 dB. In
der Folge würde
der zweite Referenzpunkt schlechter bewertet werden als der erste,
was zu einem Schätzfehler
führen
würde.
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung können
derartige Schätzfehler
vermeiden bzw. wenigstens reduzieren.
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Das
Bezugszeichen 37 kennzeichnet Eigenschaften von Funksignalen
von einer Anzahl Nnh von an der aktuellen
Position zuwenig empfangenen Funksendern, d. h. von Funksendern,
von denen vorher aufgezeichnete Eigenschaften an der Referenzposition
vorhanden sind, von denen jedoch keine an der Position gelieferte
Eigenschaft vorhanden ist, also von Funksendern, die an der aktuellen
Position nicht empfangen werden können. In einem Block 43 kann
für jede
der zuwenig empfangenen Funksender eine Malusfunktion bzw. ein Maluswert
Mnh,m() (m = 1, ..., Nnh)
definiert werden. Das heißt,
für jede
Station, die in den Referenzwerten vorhanden ist, jedoch nicht in
den aktuellen Messwerten, kann ein Maluswert Mnh,m()
(m = 1, ..., Nnh) definiert werden. Dieser
kann beispielsweise davon abhängen,
wie zuverlässig
die entsprechend zuwenig empfangene Station in der Vergangenheit
an der Referenzposition empfangbar war. Bei einer bisher guten Empfangbarkeit der
zuwenig empfangenen Station, d. h. hoher RSSI-Wert, resultiert beispielsweise
ein hoher Maluswert. Der Maluswert Mnh,m()
(m = 1, ..., Nnh) kann also gemäß Ausfüh rungsbeispielen
direkt proportional zum Referenz-RSSI-Wert der an der aktuellen
Position zuwenig empfangenen Station sein. Des Weiteren kann die
Malusfunktion Mnh,m() (m = 1, ..., Nnh) mit einem PGS-Wert des entsprechenden
zuwenig empfangenen Funksenders verknüpft sein. Ein kleiner PGS-Wert in der Referenzdatenbasis
kann beispielsweise auch nur zu einem kleinen Wert der entsprechenden
Malusfunktion Mnh,m() führen. Dies kann z. B. durch
die folgende Formel errechnet werden: Mnh,m(PGS)
= FixMalus + DynamicMalus, wobei DynamicMalus = FixMalus·PGS/100.
Die Funktion Mnh,m() (m = 1, ..., Nnh) für
einen Maluswert für
einen zuwenig empfangenen Funksender ist also gemäß Ausführungsbeispielen
abhängig
von einer mit einer Empfangsfeldstärke in Beziehung stehenden
vorher am Referenzpunkt aufgezeichneten Eigenschaft, sowie von Modellen,
beispielsweise für
die Umgebung, der Güte
der Messwerte etc.. Die Nnh Maluswerte Mnh,m (m = 1, ..., Nnh)
für die
an der aktuellen Position zuwenig empfangenen Funksender werden
einem Summationsblock 44 übergeben, um eine erste Summe
Mnh,m() der Nnh Maluswerte
der zuwenig empfangenen Funksender zu bestimmen.
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Mit
dem Bezugszeichen 38 sind Eigenschaften von Funksignalen
von einer Anzahl Nhtm von an der aktuellen
Position zuviel empfangenen Funksendern versehen. Damit sind Funksender
gemeint, von denen keine vorher aufgezeichneten elektromagnetischen
Eigenschaften an der Referenzposition vorhanden sind, von denen
jedoch an der aktuellen Position gelieferte elektromagnetische Eigenschaften
vorhanden sind. In einem Block 45 kann jedem der an der
aktuellen Position zuviel empfangenen Funksender eine Malusfunktion
Mhtm,r() (r = 1, ..., Nhtm)
bzw. ein Maluswert zugeordnet werden. Das heißt, für jeden Funksender, der in
den Referenzwerten fehlt, jedoch in den aktuell gemessenen Messwerten
enthalten ist, kann ein Maluswert Mhtm,r()
(r = 1, ..., Nhtm) definiert werden. Auch
hier kann die Funktion für
den Maluswert Mhtm,r() (r = 1, ..., Nhtm) abhängig
vom aktuellen RSSI-Messwert des Funksenders, sowie von Modellen,
beispielsweise für
die Umgebung, der Güte der
Messwerte, dem Alter der Referenzda ten etc., sein. Das heißt, gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist die Einrichtung 39 zum Bestimmen
ausgebildet, um einem der an der aktuellen Position zuviel empfangenen
Funksender einen Maluswert Mhtm,r() (r =
1, ..., Nhtm) abhängig von einer zu der Empfangsfeldstärke seines
Funksignals in Beziehung stehenden Eigenschaft, beispielsweise dem
RSSI-Wert, zuzuordnen. Der Maluswert Mhtm,r()
(r = 1, ..., Nhtm) ist also gemäß Ausführungsbeispielen
direkt proportional zum Referenz-RSSI-Wert der an der aktuellen
Position zuviel empfangenen Station. Des Weiteren kann die Malusfunktion
Mhtm,r() (r = 1, ..., Nhtm)
mit einem PGS-Wert des entsprechenden zuviel empfangenen Funksenders verknüpft sein.
Ein kleiner PGS-Wert in der Referenzdatenbasis kann beispielsweise
auch nur zu einem kleinen Wert der entsprechenden Malusfunktion
Mhtm,r() (r = 1, ..., Nhtm)
führen.
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Die
Nhtm Maluswerte der zuviel empfangenen Funksender
werden an einen Summationsblock 46 übergeben, um die Nhtm Maluswerte
zu einer zweiten Summe ΣMhtm,r() aufzusummieren.
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Die
erste Summe ΣMnh,m() der Maluswerte der zuwenig empfangenen
Funksender und die zweite Summe ΣMhtm,r() der zuviel empfangenen Funksender
werden gemäß Ausführungsbeispielen
aufsummiert und mit einem Gewichtungsfaktor (1 – EQW) gewichtet, d. h. (1 – EQW)·(ΣMnh,m() + ΣMhtm,r()).
-
Schließlich werden
gemäß einem
Ausführungsbeispiel
die gewichtete Summe ΣQW·ΣΔRSSI
n der Differenzen zwischen vorher aufgezeichneten
elektromagnetischen Eigenschaften an der Referenzposition und den
an der Position gelieferten elektromagnetischen Eigenschaften der
ersten Anzahl N
eq von Funksendern und die
gewichtete Summe (1 – EQW)·(ΣM
nh,m() + ΣM
htm,r()) der Maluswerte aufsummiert und mit
(N
eq + N
nh + N
htm) normiert, um den Distanzwert acc zwischen
der aktuellen Position und der betrachteten Referenzposition zu
erhalten. Der Distanzwert acc berechnet sich also beispielsweise
gemäß
-
Wird
der Distanzwert acc gemäß Gl. (1)
bestimmt, so ist eine Übereinstimmung
zwischen der aktuellen Position und der betrachteten Referenzposition
umso größer, je
kleiner der Distanzwert acc ist. Das heißt, die Übereinstimmung ist umso größer, je
kleiner die Summe ΣΔRSSIn der Differenzen ist und je kleiner die
Summen ΣMnh,m(), ΣMhtm,r() der Maluswerte sind. Gemäß einem
Ausführungsbeispiel
entspricht der Distanzwert acc dem Übereinstimmungsmaß.
-
Das Übereinstimmungsmaß könnte gemäß anderen
Ausführungsbeispielen
auch invers zu dem Distanzwert acc sein, oder es könnte sich
gemäß (1 – acc) berechnen
lassen, falls acc nicht größer als
1 werden kann. D. h., je kleiner die Distanz acc, desto größer das Übereinstimmungsmaß. Natürlich sind
auch andere Berechnungsvorschriften denkbar, bei denen die Eigenschaften
der ersten Anzahl Neq von Funksendern und die
Eigenschaften der zweiten Anzahl Nneq =
(Nnh + Nhtm) von
Funksendern unterschiedlich in das Übereinstimmungsmaß eingehen.
-
Bei
Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung erhöht
also jede zuviel oder zuwenig empfangene Station die Distanz acc.
Die Behandlung unterschiedlicher Stationen im Fingerabdruck und
in aktuellen Messwerten beeinflusst die Genauigkeit stark: eine
Station, die im gespeicherten Referenz-Fingerabdruck fehlt, doch
in der aktuellen Messung auftaucht, ist ein starkes Indiz dafür, dass
dieser Fingerabdruck nicht passt.
-
In
großen
Arealen kann die Distanzberechnung gemäß Gl. (1) zu sämtlichen
gespeicherten Referenz-Fingerabdrücken viel Zeit in Anspruch
nehmen. Eine Vorauswahl von Referenz- Fingerabdrücken ist daher vorteilhaft.
Die letzte berechnete Position des Endgeräts kann bereits einen Anhaltspunkt
für die
aktuelle Position geben. Digitale Umgebungskarten können die
Zahl der Kandidaten weiter einschränken. Eine solche Bereichseinschränkung birgt
jedoch auch Gefahren. Liegt die geschätzte Position grob daneben,
kann sich die Positionierung nicht mehr erholen und bleibt an der „besten
falschen" Position
hängen.
Daher gilt es immer, auch die absolute Qualität der Kandidatenpositionen
zu prüfen.
Ist die absolute Qualität
des besten Kandidaten zu schlecht, z. B. aufgrund sehr schwacher
RSSI-Werte, sollte der Abgleich ohne Bereichseinschränkung neu gestartet
werden. Am Ende der Abgleichsphase erhält man eine Menge wahrscheinlicher
Aufenthaltsorte bzw. Kandidatenpositionen, aus denen dann ein Schätzwert für die aktuelle
Position ermittelt werden kann.
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Der
oder die besten in der Abgleichphase ermittelten Positionskandidaten
kommen für
eine so genannte Positionsberechnungsphase (Position Calculation
Phase) in einem Navigationsgerät,
welches eine erfindungsgemäße Vorrichtung 30 umfasst,
zum Einsatz. Dazu umfasst ein erfindungsgemäßes Navigationsgerät zusätzlich eine
Einrichtung zum Ausgeben eines Schätzwertes für die aktuelle Position basierend
auf dem durch die Vorrichtung 30 übermittelten Übereinstimmungsmaß bzw. der
Distanz acc.
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Die
Einrichtung zum Ausgeben des Schätzwerts
für die
Position berechnet aus Kandidatenpositionen, welche einen vorgegebenen
Grenzwert für
das Übereinstimmungsmaß bzw. die
Distanz acc nicht über-
bzw. unterschreiten, die Position bzw. den Schätzwert für die Position des mobilen
Endgeräts.
Dabei werden weniger Einzelpositionen betrachtet, sondern diese
werden vielmehr in einem Kontext einer Gesamtbewegung gesetzt. Das
Ergebnis stellt den Schätzwert
für die
aktuelle Position des Endgeräts
dar.
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Eine
einfache Realisierung ist beispielsweise eine Berechnung eines gewichteten
Mittelwerts aus den Kandidatenpositionen. Von den Übereinstimmungsmaßen der
Kandidatenpositionen abhängige
Werte, z. B. inverse Übereinstimmungsmaße, bilden
dabei Gewichte der Kandidatenposition in der Mittelung. Dieses so genannte
k-Weighted-Nearest-Neighbor genannte Verfahren liefert durchaus
respektable Ergebnisse. Die mittleren Positionierungsfehler liegen
bei wenigen Metern.
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Der
Schätzwert
für die
aktuelle Position kann aber auch mittels komplexeren Verfahren bestimmt
werden, beispielsweise mittels Methoden aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung,
wie beispielsweise mittels des Bayes'sche Verfahren oder Markov-Ketten. Eine
Grundidee dabei ist, Fehler in einzelnen Positionsschätzungen
auszugleichen, indem man einen gesamten Laufweg im Nachhinein betrachtet
und optimiert. Die Berechnung des wahrscheinlichsten Laufwegs kann
darüber
hinaus Zusatzdaten wie Umgebungskarten einbeziehen. Auch Bewegungsschätzfilter
wie z. B. ein Kalman-Filter können
zum Einsatz kommen. Ein derartiges Filter schätzt auf Basis der letzten Positionen
die Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Beschleunigung und erstellt
eine Prognose für
die Zukunft. Ein Abgleich zwischen Prognose und berechneter Position
kann unplausible Bewegungen und Sprünge erkennen und korrigieren.
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In
der Abgleich- und der Positionsberechnungsphase können digitale
Umgebungskarten wichtige Zusatzinformationen liefern. Eine digitale
Karte der Umgebung, aus der mögliche
Laufwege hervorgehen, kann helfen, unmögliche Bewegungen zu erkennen
und auf zulässige
Wege zu korrigieren. Die Genauigkeit der Lokalisierung kann sich
dadurch signifikant erhöhen.
Digitale Karten können
entweder aus möglichen
Laufwegen bestehen (Positivkarten), nur nichtbetretbare Bereiche
enthalten (Negativkarten) oder die baulichen Bedingungen wie Stockwerke,
Wände oder
Türen repräsentieren
(Realkarten). Im Bereich der Fahrzeugnavigation ist es üblich, Positivkarten
einzusetzen. Diese enthalten Straßen und Wege sowie wichtige
Metadaten (beispielsweise die Fahrrichtung in Einbahnstraßen sowie
Geschwindigkeitsbegrenzungen). Positivkarten sind hier sinnvoll,
da die befahrbaren Straßen
und Wege nur einen Bruchteil der Fläche eines Landes einnehmen.
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In
Gebäuden,
Hallen oder auf Werksgeländen
sind Laufwege dagegen nur durch wenige Hindernisse begrenzt. Hier
bieten sich Negativ- oder Realkarten an. Während Positivkarten für die Fahrzeugnavigation
in mehreren Standardformaten (wie beispielsweise GDF, SIF oder ArcView)
kommerziell erhältlich
sind, hat sich für
Karten in und um Gebäude
bisher kein Standard entwickelt. Bisherige WLAN-Lokalisierungslösungen überlassen es dem Anwender,
eine Umgebungskarte im passenden Format zu erstellen und unterstützen dabei
mit proprietären
Werkzeugen. Basisinformationen können
oft aus Bitmaps oder CAD-Plänen übernommen
werden. Die Entwicklung von stadt- und landesweiten, navigationstauglichen
3D-Karten, die neben Straßen
und öffentlichen
Bauwerken auch Gebäudedetails
enthalten, ist daher ein wichtiger Schritt zur Vereinheitlichung der
Kartenformate.
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Zusammenfassend
wird darauf hingewiesen, dass, abhängig von den Gegebenheiten,
das erfindungsgemäße Konzept
auch in Software implementiert sein kann. Die Implementierung kann
auf einem digitalen Speichermedium, insbesondere einer Diskette,
einer CD oder einer DVD mit elektronisch auslesbaren Steuersignalen
erfolgen, die so mit einem programmierbaren Computersystem und/oder
Mikrocontroller zusammenwirken können,
dass das entsprechende Verfahren ausgeführt wird. Allgemein besteht
die Erfindung somit auch in einem Computerprogrammprodukt mit einem
auf einem maschinenlesbaren Träger
gespeicherten Programmcode zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Rechner und/oder Mikrocontroller
abläuft.
In anderen Worten ausgedrückt
kann die Erfindung somit als ein Computerprogramm mit einem Programmcode
zur Durchführung
des Verfahrens realisiert werden, wenn das Computerprogramm auf
einem Computer und/oder Mikrocontroller abläuft.