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Die
Erfindung bezieht sich auf einen Flaschendosierer, bestehend aus
einen Behälter, mit einer Standfläche, mit welcher
er in seiner Abstellposition auf einer horizontalen Ebene aufstellbar
ist und mit einer Flüssigkeit, die in den Behälter
eingefüllt ist und mit einer Öffnung, die in Abstellposition
oberhalb des Spiegels der Flüssigkeit angeordnet ist und
mit einem Röhrchen, das in Abstellposition oberhalb der Öffnung
auf den Behälter aufgesetzt ist und dessen Innendurchmesser
im Verhältnis zur Viskosität der Flüssigkeit
so klein ist, dass es als Kapillare wirkt.
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Behälter
zum Aufbewahren und Verteilen von Flüssigkeiten sind bereits
seit tausenden von Jahren bekannt, zu erst aus Ton, später
auch als Glas und Metall und seit dem 20. Jahrhundert aus Kunststoff.
Seitdem es technisch machbar ist, Flüssigkeiten in Behältern
aufzubewahren und auch zu vermischen, ergibt sich daraus die Aufgabe,
Flüssigkeitsmengen zu dosieren. Bei flüssigen
Gewürzen, Waschmitteln oder medizinisch wirksamen Flüssigkeiten
muss die Flüssigkeit auf einige ml genau – umgangssprachlich
auch als „Tropfen” bezeichnet – dosiert
werden.
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Ein
sehr bekanntes Beispiel für eine solche Dosieraufgabe ist
die seit 1887 bekannte „braune Flasche” mit „Maggi® Würze”. Von
diesem Würzmittel sind nur einige „Tropfen” oder „Spritzer” für
ein Gericht erforderlich. Zu deren Dosierung ist in den Deckel der
Flasche ein Röhrchen eingearbeitet, dessen Durchmesser
im Verhältnis zur Viskosität der Flüssigkeit
so klein ist, dass es als Kapillare wirkt. Dieses Röhrchen
weist in der Abstellposition der Flasche auf einer Ebene senkrecht
nach oben.
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Wenn
die Flasche langsam um 180° verschwenkt wird, sodass das
Röhrchen nach unten weist, läuft trotzdem die
in der Flasche enthaltene Flüssigkeitsmenge nicht aus,
da die Kohäsion der Flüssigkeit am Austritt des
Röhrchens so stark ist, dass die Flüssigkeit in
der Kapillare als Pfropf wirkt, der das Herausfließen der
Flüssigkeit durch das Röhrchen verhindert.
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Zum
Herausdrücken einer Portion der Flüssigkeit wird
die mit der Spitze nach unten weisende Flasche angehoben und dann
beschleunigt, wobei die Spitze des Röhrchens auf die Zielposition
der Flüssigkeitsdosis weist. Diese Abwärtsbewegung wird
vor dem Erreichen des Zielpunktes der Flüssigkeit abrupt
verzögert. Durch ihre Massenträgheit angetrieben
setzt sich daraufhin die Flüssigkeitsmenge innerhalb der
Flasche in Bewegung, wodurch sich wiederum der Druck innerhalb der
Flüssigkeit erhöht und so hoch ansteigt, dass
die in der Kapillare befindliche Flüssigkeit die Kohäsionsspannung
am offenen Ende des Röhrchens überwindet und sich
als Tropfen vom Röhrchen löst.
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Es
ist ein Vorteil dieses Prinzips, dass sich der Tropfen dabei vollständig
vom Röhrchen löst und praktisch kein Rest an der
Außenfläche des Röhrchens zurückbleibt
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Bei
der Benutzung einer solchen Flasche ist es prinzipiell durchaus
möglich, dass Maß der Verzögerung durch
den Nutzer zu steigern oder auch zu reduzieren. Dadurch kann bei
einer ganz vollen Flasche der, während der Verzögerung
auftretende Druck auf die Kapillare so weit reduziert werden, dass
die Geschwindigkeit des abreisenden Tropfens einen bestimmten Wert
nicht überschreitet. Dadurch kann- bei sehr kräftigen
und muskulösen Nutzern – der von der Flasche abreißende
Tropfen mit so hoher Geschwindigkeit auf treffen, dass Teile des
auftreffenden Tropfens als „Spritzer” wieder abprallen
und – nachteiligerweise – anderswo als Verunreinigungen aufschlagen.
Wenn der Tropfen auf eine Flüssigkeit, wie z. B. eine Suppe,
auftrifft kann er aus dieser Suppe weitere Tropfen heraus lösen.
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Wenn
die Füllmenge der Flasche langsam sinkt, dann ist gegen
Ende des Flüssigkeitsbestandes in der Flasche die Ausstoßmenge
oft so gering, dass die Verzögerung deutlich erhöht
werden muss, um auch diesen letzten Rest der Flüssigkeit
aus der Flasche herauszubringen.
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Ein
wesentlicher Nachteil ist also, dass die abgesetzte Flüssigkeitsmenge
in ihrer Geschwindigkeit nicht sehr genau bestimmbar ist, sodass
sie bei zu geringer Verzögerung nicht – wie gewünscht – austritt
und bei zu hoher Austrittsgeschwindigkeit an ihrem Auftreffpunkt
wieder abprallt und in eine vorher nicht bestimmbare Richtung weiter
fliegt. Diese reflektierte Flüssigkeitsmenge verursacht
dann am Ort ihres letztendlichen Auftreffens unerwünschte
Flecken oder sogar Schäden. Überdies fehlt die
reflektierte Flüssigkeitsmenge an ihrem eigentlichen Zielort.
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Auf
aktuellem Stand der Technik bekannte Flaschendosiervorrichtungen
sind meist nicht vergleichbar, da sie die gewünschte Dosis
in kleinen Kammern zwischen lagern und in einem weiteren Schritt
diese Kammer entleeren. So beschreibt z. B. die Patentschrift
AU 92654 , Gerpart eine kleine
Dosierkammer, die in die Spitze einer Flasche hineingesenkt und
dort fixiert wird. Ihre Oberkante ist gegenüber dem Spiegel
der Flüssigkeit geneigt, sodass bei einer Schwenkbewegung
Flüssigkeit in diese Dosierkammer hineinlaufen kann. Mit
einer weiteren Schwenkbewegung wird diese Flüssigkeits menge zum
größten Teil in ein Dosierrohr weitergeleitet,
das in die Dosierkammer hineinragt und sich am Eintritt trichterartig
erweitert.
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Ein
Nachteil dieser Dosiervorrichtung ist, dass die Schwenkbewegung
nicht so schnell durchgeführt werden kann, als dass kein
Tropfen der Flüssigkeit mehr am Austritt haften bleibt.
Deshalb ist dieses Prinzip nur für die Dosierung von Flüssigkeitsmengen
im Bereich einiger Dutzend ml oder Hunderter von ml geeignet.
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Auf
diesem Hintergrund hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt,
eine Dosiervorrichtung zu entwickeln, die die Dosierung durch ein
Kapillarrohr auf der Spitze der Flasche weitestgehend vom Füllstand
der Flasche und damit vom Druck beim Verzögern der Flasche
unabhängig macht.
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Als
Lösung dieser Entwicklungsaufgabe präsentiert
die Erfindung, dass im Behälter vor dem Röhrchen
eine Strömungsbremse angeordnet ist. Für diese
Strömungsbremse sind verschiedene Ausführungsformen
möglich. In einer Variante ist die Strömungsbremse
eine Kammer, die einerseits mit dem Röhrchen verbunden
ist und andererseits wenigstens einen Durchlass aufweist, der mit
dem Innenraum des Behälters verbunden ist. Nach dem Verschwenken
der Flasche strömt die Flüssigkeit zuerst durch
den Durchlass in der behälterseitigen Wandung der Kammer
und nur aus der Kammer heraus in das Röhrchen.
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Wenn
der Durchlass so groß dimensioniert ist, dass mehr Flüssigkeit
in die Kammer eintritt als durch das Kapillarröhrchen wieder
austritt, ist die Kammer während des Ausstoßens
der Flüssigkeitsdosis fast vollständig befüllt.
Das Auslassverhalten der Flüssigkeit wird dann vor allem
vom Druck innerhalb der Kammer bestimmt. In dieser Aus führungsvariante
ist also der Durchlass zur Kammer die eigentliche Strömungsbremse.
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Um
diese Kammer bei nach unten weisender Flasche möglichst
schnell zu befüllen und um die in der Kammer verbliebenen
Flüssigkeitsreste beim Wiederaufrichten der Flasche möglichst
schnell in den Behälter zurücklaufen zu lassen,
wird in einer weiter verfeinerten Variante ein Luftloch vorgesehen, das
in Abstellposition des Behälters oberhalb der ersten Bohrung
angeordnet ist. Durch dieses Luftloch entweicht die in der Kammer
enthaltene Luftmenge beim Befüllen der Kammer. Beim Ablaufen
der Flüssigkeit strömt wiederum Luft in die Kammer
nach.
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In
einer weiteren Verfeinerung dieser Ausführungsform wird
der Durchlass durch eine Blende zumindest teilweise abgedeckt. Das
Maß der Abdeckung ist durch die Verschwenkung oder die
Verschiebung der Blende einstellbar. Dabei sind verschiedene Richtungen
für das Verschwenken oder das Verschieben der Blende denkbar.
In einer möglichen Ausführungsform ist die Blende
parallel zur oder direkt in Richtung der Kapillare im Rechen verschwenkbar.
Diese Verschwenkung oder Verschiebung kann z. B. vor dem Ausstoß der
Flüssigkeitsdosis manuell eingestellt werden.
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In
einer anderen Variante kann die Verstellung der Blende jedoch auch
zusammen mit dem Ausstoßvorgang erfolgen. Dazu soll die
Blende an einer zur Standfläche weisenden Seite der Kammer angeordnet
sein, also in Abstellposition der Flasche nach unten weisen. Wenn
die Verschwenkachse der Blende einen Abstand zum Durchlass hat und über einen
schlanken und in Schwenkrichtung strömungsgünstig
geformten Stab mit der Blende verbunden ist, wird die Blende als
bewegtes Teil mit in den Ablauf der Dosierung aufgenommen.
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Dabei
ist es ein wichtiges Merkmal, dass der Stab, über den die
Blende mit der Verschwenkachse verbunden ist, schlank und in Schwenkrichtung
strömungsgünstig geformt ist, sodass er während
des Verschwenkens kaum von der Flüssigkeit beeinflusst wird
und auch selbst die Flüssigkeit nicht beeinflusst.
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Ferner
soll die Blende selbst eine nennenswerte Masse haben, sodass sie
durch ihre Masse beim Schwenken und Bewegen der Flasche automatisch
mit bewegt wird. Unter diesen Bedingungen gibt sich der folgende
Ablauf:
In der Abstellposition der Flasche – also
vor dem Ausstoßen einer Flüssigkeitsdosis – ist
die Blende durch die Wirkung der Schwerkraft auf ihre Masse vom
Durchlass abgeklappt und hängt an der nach unten weisenden
Seite der Kammer nach unten.
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Wenn
im ersten Schritt die Flasche abgehoben und langsam verdreht wird,
dann ist die Blende zu Beginn der Verschwenkbewegung immer noch vom
Durchlass entfernt, sodass Flüssigkeit durch den Durchlass
hindurch in die Kammer eindringen kann. Erst gegen Ende der Verschwenkbewegung, wenn
die Flasche beginnt, nach unten zu weisen, schließt die
Blende durch ihre Schwerkraft allmählich den Durchlass.
Nunmehr weist der Behälter mit seinem Röhrchen
nach unten.
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Im
zweiten Schritt wird das Röhrchen auf den Punkt ausgerichtet,
auf den die Flüssigkeitsposition auftreffen soll und wird
in dieser Richtung beschleunigt. Dabei wird die Blende durch ihre
Massenträgheit wieder vom Durchlass abgehoben, sodass weitere Flüssigkeit
in die Kammer eindringen kann, falls diese im ersten Schritt noch
nicht vollständig befüllt sein sollte.
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Im
dritten Schritt wird der Behälter abrupt verzögert,
wodurch die Blende von ihrer Massenträgheit auf den Durchlass
gedrückt wird und ihn verschließt. Dadurch wird
das Nachströmen weiterer Flüssigkeit in die Kammer
gestoppt. Die richtungs- und beschleunigungsabhängige Absperrung
des Flüssigkeitszuflusses in die Strömungsbremse
der Dosierkammer ist das wesentliche Merkmal dieser Ausführungsform.
Dadurch wird während der abrupten Verzögerung
ausschließlich die in der Kammer gespeicherte Flüssigkeitsmenge
durch das Röhrchen hindurch entleert. Damit ist die Dosis
der Flüssigkeitsmenge exakt festgelegt.
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Ein
weiterer Vorteil ist, dass der Druck von eventuell noch weiterer
im Behälter vorhandener Flüssigkeit von der Flüssigkeitsdosis
in der Kammer vollständig fern gehalten wird. Dadurch ist
der Druck aufgabengemäß vom Füllstand
der Flüssigkeit im Behälter vollkommen unabhängig.
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Nach
Beendigung des Ausstoßes wird im vierten Schritt der Behälter
wieder in die Ausgangsposition vor dem Beginn des ersten Schrittes
zurückbewegt. Ein neuerlicher Zyklus kann ablaufen. Dadurch
wird es möglich, ganzzahlige Vielfache der in der Kammer
abspeicherbaren Dosis abzugeben und bei jedem Ausstoß eine
von dem Füllstand unabhängige Charakteristik des
Flüssigkeitsausstoßes zu erreichen.
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Als
eine andere Ausführungsform für die Strömungsblende
war zuvor bereits eine verschwenkbare oder verschiebbare Blende
genannt worden, die entweder direkt die Öffnung abdeckt,
an die das Röhr chen auf der Spitze der Flasche anschließt
oder die den Durchlass in der behälterseitigen Wandung
der als Strömungsbremse wirkenden Kammer verschließt.
Für die Variante der Festeinstellung dieser Blende vor
dem jeweiligen Ausstoßhub ist es sinnvoll, dass die Anpassung
an den jeweiligen Füllstand des Behälters händisch
vorgenommen wird. Dazu sind Markierungen mit den Bezeichnungen „voll” und „fast
leer” und wenigstens ein Zwischenwert wie z. B. „halb
voll” sehr hilfreich. Weitere Zwischenwerte wie „3/4
voll” oder „1/4 voll” erleichtern die
Arbeit weiter.
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Für
jede der gewählten Bauformen der Strömungsbremse
ist es sinnvoll, sie mit dem Röhrchen zu einer Baugruppe
zusammenzufassen, die vom Behälter 1 trennbar
ist. Das ist z. B: beim Befüllen der Flasche sehr hilfreich,
weil durch das Entfernen der Baugruppe eine relativ große Öffnung
in der Flasche frei wird, die ein schnelles Befüllen ermöglicht.
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Eine
weitere, interessante Alternative ist es, die Baugruppe aus Strömungsbremse
und Röhrchen getrennt vom dazu passenden Behälter
zu vertreiben. Dann kann der jeweilige Behälter nur mit
einem schlichten Deckel verschlossen werden. Dieser Deckel wird
erst bei Gebrauch des Flascheninhaltes gegen die getrennt erworbene
oder bereits vorhandene Baugruppe aus Strömungsbremse und
Röhrchen ausgewechselt.
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Eine
weitere Alternative ist, dass der Deckel genügend Raum
bietet, um nach dem Einsetzen der Baugruppe dennoch die gesamte
Flasche zu verschließen. Damit wird ein mögliches
Eintrocknen oder Antrocknen von Resten der Flüssigkeit
in der Strömungsbremse oder im Röhrchen verzögert
oder unterdrückt.
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Eine
andere Ausführungsform für die Strömungsbremse
ist die Zusammenfassung mit dem Behälter zu einer Baueinheit.
Ein Vorteil dieser Variante ist, dass kein weiteres Bauteil erforderlich
ist, sondern nur die Form für die Herstellung der Flasche geändert
werden muss. Nach dieser einmaligen Investition in die Form ist
der laufende Aufpreis für die zusätzliche Strömungsbremse
sehr gering.
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Eine
weitere Alternative für die Ausführung der Strömungsbremse
ist die Gestaltung als ein flächiges Element, das um eine
in seiner Fläche verlaufende Achse verschwenkbar ist. Wenn
die Flasche z. B. einen kreisförmigen Querschnitt aufweist,
dann ist auch die Strömungsbremse sinnvoller Weise eine kreisförmige
Scheibe, die um eine in radialer Richtung verlaufende Achse geschwenkt
werden kann.
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Für
maximale Bremswirkung des Stromes ist die Scheibe quer zur Hauptstromrichtung
orientiert; für minimale Sperrwirkung verläuft
die Scheibe parallel zur Strömungsrichtung. Daraus ergibt
sich ein Verschwenkungswinkel von 90°. Ein Vorteil dieser
Konfiguration ist, dass die bremsende Wirkung in einem sehr weiten
Bereich einstellbar ist. Von nahezu vollständiger Blockade
bis hin zu kaum mehr gebremsten Strömungsverlauf.
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Auch
für diese Ausführungsvariante ist es vorteilhaft,
dass das flächige Element in mehreren Positionen einrastbar
ist. Wie zuvor schon erwähnt, ist es hilfreich, diese Positionen
mit den Bezeichnungen „voll” und „fast
leer” und wenigstens einem Zwischenwert, wie z. B. „halb
voll” zu kennzeichnen. Es sollte ohne weiteres verständlich
sein, dass sich diese Adjektive auf den Flascheninhalt beziehen.
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Eine
weitere Ausführungsform für die Strömungsbremse
ist ein Deckel, der auf oder in der Öffnung des Behälters
angeordnet ist. Er muss dort so fixiert sein, dass er gegenüber
dem Behälter nicht verdreht werden kann. Dieser Deckel
muss einen Durchlass aufweisen, der in nächster Nähe
zum Eintritt des Röhrchens angeordnet ist. Diese Ausführungsvariante
hat den Vorteil, dass die Gestaltung der Flasche und die Gestaltung
des Röhrchens und dessen Befestigung nicht geändert
werden muss.
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Der
zusätzliche Deckel mit dem als Strömungsbremse
wirkenden Durchlass kann z. B. mit einem Presssitz im Behälter
fixiert werden, was nach aktuellem Stand der Technik durch ein Kunststoffspritzteil,
das in den Hals einer Flasche eingepresst wird, ohne Probleme möglich
ist Als zusätzliche Verdrehsicherung kann an den Deckel
eine Nase angeformt werden, die in eine dazu komplementäre
Kerbe im Behälter eingreift.
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Die
Ausführungsform der Strömungsbremse als zusätzlicher
Deckel in oder nahe der Öffnung des Behälters
kann mit sehr geringem Mehraufwand in ihrer Wirkung verstellbar
konstruiert werden: Wenn der Eintritt des Röhrchens trichterartig
aufgeweitet ist und diese Eintrittsfläche etwa der Fläche
des Durchlasses im Deckel gleicht, muss für eine Verstellbarkeit
der Strömungsbremse das Röhrchen gegenüber dem
Deckel so weit verschwenkbar sein, dass die Eintrittsfläche
den Durchlass im Deckel entweder vollständig oder gar nicht überdeckt.
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Dafür
reicht es z. B. aus, wenn das Röhrchen in dem runden Deckel
eines Behälters außerhalb dessen Drehachse angeordnet
ist. Dann reicht je nach Abstand des Röhrchens von der
Drehachse des Deckels bereits eine geringe Verschwenkung des Deckels
aus, um die Eintrittsfläche des Röhrchens vom
Durchlass im Deckel weg zu verschwenken.
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Je
weiter das Röhrchen vom Mittelpunkt des Drehverschlusses
entfernt ist, desto geringer wird der Verschwenkwinkel um das Röhrchen
von der Position voller Deckungsgleichheit mit dem Durchlass in die
Position der vollständigen Blockade des Durchlasses zu
verschwenken.
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Wenn
das Röhrchen recht nahe zum Mittelpunkt des Drehverschlusses
angeordnet ist, so hat diese Anordnung den Vorteil, dass die Verstellung sehr
genau ist.
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Wenn
der Drehverschluss des Behälters zumindest im Bereich des
Durchlasses transparent ist, kann bei der Verstellung genau der
Effekt der Justage kontrolliert werden.
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Im
Folgenden sollen weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung
anhand eines Beispieles näher erläutert werden.
Dieses soll die Erfindung jedoch nicht einschränken, sondern
nur erläutern. Es zeigt in schematischer Darstellung:
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1 Schnitt
durch einen Flaschendosierer
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In 1 ist
ein Behälter 1 im Schnitt gezeichnet, wobei das
Mittelteil des Behälters zeichnerisch herausgeschnitten
wurde, um das obere und das untere Ende des Behälters besonders
groß zeigen zu können. Am unteren Ende des Behälters
ist die Standfläche 11 zu erkennen, mit der der
Behälter auf einer Ebene 2 aufgestellt werden kann.
Diese Position ist die sogenannte „Abstellposition” des
Behälters 1.
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In
der Mitte des Behälters ist mit Wellenlinien die Flüssigkeit 3 symbolisiert,
mit der der Behälter gefüllt ist. Dabei ist zeichnerisch
der größte Teil der Flüssigkeitsmenge
weggelassen.
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In
der Praxis sind Dimensionierungen des Behälters üblich,
die im Verhältnis zur Größe der Öffnung 12 ein
Zehnfaches der hier zeichnerisch dargestellten Flüssigkeitsmenge
enthalten. Im Vergleich zum Durchmesser der Öffnung 12 an
der Oberseite der Flasche und dem Innendurchmesser 41 des Röhrchens 4 ist
also die Flüssigkeitsmenge in der Praxis deutlich größer
als sie auf der Zeichnung mit dem „herausgeschnittenen
Mittelteil” im ersten Moment zu sein scheint.
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Das
ist insbesondere dann zu beachten, wenn sich der Betrachter in der „Dosierposition” des Behälters 1 – mit
nach unten weisendem Röhrchen 4 – den
relativ großen Druck vorstellen soll, mit dem die Menge
der Flüssigkeit 3 in der Flasche auf dem Röhrchen 4 lastet.
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Die Öffnung 12 im
Behälter 1 oberhalb des Spiegels der Flüssigkeit 3 ist
i. d. R. nur deshalb so groß, damit die gesamte Füllmenge
der Flüssigkeit 3 in ganz kurzer Zeit in den Behälter
einströmen kann.
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Im
dargestellten Ausführungsbeispiel ist auf die Öffnung 12 des
Behälters 1 ein Deckel aufgeschraubt, in den ein
Röhrchen 4 integriert ist, das den – sehr
kleinen – Innendurchmesser 41 aufweist. Dieser
Innendurchmesser 41 ist so gewählt, dass er im Verhältnis
zur Viskosität der Flasche und dem maximalen Druck der
Flüssigkeit auf das Röhrchen bei vollständig
gefüllter Flasche, die in „Dosierposition” steht,
also mit dem Röhrchen nach unten weist, ein Ausströmen
der Flüssigkeit verhindert.
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Diese
Funktion des Röhrchens 4 ist in 1 nur
dann nachzuempfinden, wenn sich der Betrachter den Querschnitt nicht
in der dargestellten – extrem vergrößerten – Dimension
vorstellt, sondern in einer praxisnahen, deutlich kleineren Dimension.
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Die
bis hierhin geschilderten Bestandteile entsprechen dem bekannten
Stand der Technik. Das Merkmal der Erfindung ist ausschließlich
die Strömungsbremse 5 mit dem Durchlass 41.
Wenn sich der Betrachter diese Elemente, ebenso wie auch die Blende 53 mit
ihrem Stab 52 und ihrer Verschwenkachse 54 wegdenkt,
wird der bisherige Stand der Technik und dessen Nachteil nachvollziehbar:
Nach
bisherigem Stand der Technik wurde der Behälter 1 aus
seiner Abstellposition, in der die Standfläche 11 auf
der Ebene 2 steht, angehoben und langsam um 180° verdreht,
sodass das Röhrchen 4 nach unten weist und dabei
auf den gewünschten Zielpunkt der Flüssigkeitsdosis
gerichtet ist.
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Zur
Entnahme einer Dosis der Flüssigkeit 3 wurde nach
bisherigem Stand der Technik der Behälter 3 – manuell – in
Richtung auf den Auftreffpunkt der Flüssigkeitsdosis beschleunigt.
Kurz vor dem Erreichen dieses Punktes wurde der Behälter
abrupt verzögert. Durch die Massenträgheit der
Flüssigkeit 3 im Behälter 1 folgt
die Flüssigkeit dieser abrupten Verzögerung nicht,
sondern bewegt sich innerhalb des Behälters 1 weiter
auf das Röhrchen 4 zu. Dadurch steigt der Flüssigkeitsdruck
sehr stark an und überschreitet die Grenze, bis zu der
die Kapillarwirkung in dem engen Innendurchmesser 41 des
Röhrchens 4 das Austreten von Flüssigkeit
noch verhindern kann.
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Dadurch
tritt schlagartig Flüssigkeit aus dem Röhrchen 4 aus
und trifft als scharfer Strahl auf den Zielpunkt. Dabei kann die
Geschwindigkeit so hoch sein, dass ein Teil der ausgestoßenen
Flüssigkeitsdosis am Zielpunkt reflektiert wird und als
unerwünschter „Spritzer” an einem anderen
Ort auftrifft.
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Der
artige „Spritzer” können auch dadurch entstehen,
dass während der gesamten Verzögerung die Flüssigkeit 3 mit
hohem Druck weiter in die Kapillare mit dem Innendruchmesser 41 einströmt,
dort nicht mehr gehalten werden kann und am anderen Ende wieder
austritt.
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Diese
Nachteile des aktuellen Standes der Technik werden durch die erfindungsgemäße
Strömungsbremse in ihren verschiedenen Ausführungsformen
vermindert oder voll kompensiert.
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In 1 wird
die Funktion der erfindungsgemäßen Strömungsbremse
deutlich: In der einfachsten Variante besteht die Strömungsbremse
aus einer Verengung des Weges der Flüssigkeit 3 vom
Behälter 1 zum Röhrchen 4. Im
gezeichneten Ausführungsbeispiel ist die Verengung der
Durchlass 51 in dem deckelartigen Teil, das in den Hals
des flaschenförmigen Behälters 1 eingerastet
ist.
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Der
einfachsten Variante fehlt die Blende 53. Stattdessen ist
in dieser einfachen Version der Durchlass 51 so klein dimensioniert,
dass er bei der Verzögerungsphase des Behälters 1 die
Beschleunigung der darin enthaltenen Flüssigkeit 3 so
weit abbremst, dass sich die Austrittsgeschwindigkeit der Flüssigkeitsdosis
reduziert und auch die austretende Menge geringer ist.
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Als
weiter verfeinerte Ausführungsform ist in 1 die
Blende 53 eingezeichnet. Sie ist an einer Seite komplementär
zum Durchlass 51 geformt und kann ihn verschließen,
indem sie mittels des Stabes 52 um eine Verschwenkachse 54 verschwenkt
wird und auf den Durchlass 51 geklappt wird.
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In 1 ist
nachvollziehbar, dass als eine mögliche Ausführungsform
die Schwenkbewegung der Blende 53 über das Beschleunigen
und Verzögern des Behälters 1 gesteuert
wird, der dabei auf die Masse der Blende 53 einwirkt. Deshalb
unterscheidet sich die Bewegung des Benutzers nicht von dem gewohnten
Bewegungsablauf, der für die Entnahme einer Flüssigkeitsdosis
aus einer Flasche nach dem bisherigen Stand der Technik erforderlich
ist.
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Zusammen
mit einer erfinderischen Strömungsbremse 5, die
mit einem Durchlass 51 versehen ist, der durch eine Blende 53 verschossen
werden kann, indem diese über einen Stab 52 mit
einer Verschwenkachse 54 verbunden ist, läuft
wie folgt ab:
Vor dem ersten Schritt befindet sich der Behälter 1 in der
Abstellposition. Die Blende 53 ist dann durch ihre Schwerkraft
zum Durchlass 51 beabstandet. Die Blende 53 hängt „nach
unten” und der Durchlass 51 ist „offen”.
Diese Position ist in 1 dargestellt:
Wenn im
ersten Schritt der Flüssigkeitsdosierung der Behälter 1 aus
seiner Abstellposition auf der Ebene 2 angehoben wird und
langsam um 180° verschwenkt wird, bleibt der Durchlass 51 noch
geöffnet, sodass Flüssigkeit 3 in die
Kammer zwischen der Strömungsbremse 5 und dem
Röhrchen 4 einströmt. Erst wenn der Behälter 1 so
weit verschwenkt wird, dass das Röhrchen 4 nahezu
senkrecht nach unten weist, fällt die Blende 53 durch
ihre Schwerkraft auf den Durchlass 51 und verschließt
ihn. Falls die Kammer zwischen der Strö mungsbremse 5 und
dem Röhrchen 4 noch nicht befüllt ist,
wird die Befüllung unterbrochen.
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Wenn
im zweiten Schritt der Dosierung der Behälter 1 in
Richtung seiner Spitze beschleunigt wird, wird die Blende 53 durch
ihre Massenträgheit vom Durchlass 51 abgehoben.
Dadurch kann – die weniger träge – Flüssigkeit
durch den Durchlass 51 hindurch in die Kammer einströmen
und diese vollständig auffüllen.
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Wenn
im dritten Schritt der Behälter 1 abrupt verzögert
wird, wird die Blende 53 von ihrer Massenträgheit
wieder auf den Durchlass 51 gedrückt und verschließt
ihn. Dadurch wird das Nachströmen weiterer Flüssigkeit
in die Kammer zwischen Strömungsbremse 5 und Röhrchen 4 verhindert.
Deshalb kann nur die in der Kammer befindliche Flüssigkeitsmenge durch
das Röhrchen 4 austreten. Ein Nachströmen von
Flüssigkeit 3 wird blockiert, da der Durchlass 51 geschlossen
ist.
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Die
austretende Flüssigkeitsdosis tritt also unabhängig
vom Füllstand des Behälters 1 immer mit einer
Geschwindigkeit aus, die von der – stets gleichen – Flüssigkeitsmenge
in der Kammer zwischen Strömungsbremse 5 und Röhrchen 4 bestimmt
wird. Die weiteren Parameter für die Austrittsgeschwindigkeit,
wie Höhe der Endgeschwindigkeit und Höhe der Verzögerung
entsprechen dem schon bisher bekannten Stand der Technik.
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1 verdeutlichlicht
das erfinderische Merkmal, dass während des Austretens
der Flüssigkeitsdosis kein wechselnder Druck durch die
wechselnde Füllmenge des Behälters 1 die
Dosierung der Flüssigkeit 3 beeinflusst.
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- 1
- Behälter
für Flüssigkeit 3
- 11
- Standfläche
des Behälters 1 zum Aufstellen auf der Ebene 2
- 12
- Öffnung
im Behälter 1 oberhalb des Spiegels der Flüssigkeit 3
- 2
- Ebene
auf der der Behälter 1 mit seiner Standfläche 11 aufgestellt
werden kann
- 3
- Flüssigkeit
im Behälter 1
- 4
- Röhrchen
auf Behälter 1, oberhalb der Öffnung 12
- 41
- Innendurchmesser
des Röhrchens 4
- 5
- Strömungsbremse
im Behälter 1
- 51
- Durchlass
zwischen der als Strömungsbremse 5 dienenden Kammer
und dem Behälter 1
- 52
- Stab,
verbindet Blende 53 mit Verschwenkachse 54
- 53
- Blende,
verschließt den Durchlass 51
- 54
- Verschwenkachse
für Blende 53 und Stab 52
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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