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Um
in ariden oder semi-ariden Gebieten Trinkwasser zu gewinnen, sind
verschiedene Technologien bekannt, um Wasser aus der in der Umgebungsluft
enthaltenen Luftfeuchtigkeit zu gewinnen.
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Von
den bekannten Technologien, nämlich Kältekondensation,
Kapillarkondensation, Feststoffsorption und Sorption mit einem flüssigen
Absorbens, ist die letztgenannte am Erfolg versprechendsten.
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Ein
wichtiger Vorteil der Sorption mit einem flüssigen Absorbens
ist, dass sie relativ einfach und zuverlässig zu betreiben
ist.
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Aus
Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird nachfolgend
im Zusammenhang mit der Erfindung immer das Begriffspaar „Absorption” und „Absorbens” verwandt.
Damit sind immer auch eine „Adsorption” beziehungsweise
ein „Adsorbens” gemeint.
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Aus
der
DE 10 2004 026 334 ,
auf die hiermit inhaltlich Bezug genommen wird, ist eine sehr vorteilhafte
Vorrichtung bekannt, um den in der Umgebungsluft enthaltenen Wasserdampf
in einem flüssigen Absorbens zu absorbieren.
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Die
Absorption erfolgt, indem Luftfeuchtigkeit von dem flüssigen
Absorbens absorbiert wird. Dabei wird der Absorbens, in aller Regel
eine stark salzhaltige Lösung, verdünnt.
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Da
die Wasseraufnahme über die Grenzfläche zwischen
dem Absorbens und der Umgebungsluft erfolgt, wird eine große
Grenzfläche angestrebt. Je größer diese
Grenzfläche ist, desto effektiver ist die Absorption der
in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit.
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Aus
der genannten
DE
10 2004 026 334 A1 sind dazu im Wesentlichen vertikal ausgerichtete Führungselemente
vorgesehen, die ähnlich einem Turm in die Höhe
ragen oder in einer Turmartigen Konstruktion integriert sind. Oberhalb dieser
Führungselemente ist ein Speicher für flüssigen
Absorbens angeordnet. Aus dem Speicher wird kontrolliert Absorbens
abgegeben, so dass der Absorbens an diesen Führungselementen
von der Schwerkraft angetrieben herunterfließt. Dabei nimmt
der Absorbens Feuchtigkeit aus der Luft auf und verdünnt
sich dadurch.
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Unterhalb
des unteren Endes der Führungselemente ist ein Auffangbehälter
vorhanden, in dem der verdünnte Absorbens aufgefangen wird.
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Es
versteht sich von selbst, dass diese Absorption besonders effektiv
ist, wenn die Führungselemente beziehungsweise der auf
den Führungselementen befindliche Absorbens von der Umgebungsluft
umströmt wird und dadurch ein intensiver Kontakt zwischen
der feuchten Umgebungsluft und dem Absorbens stattfindet.
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Dieser
erste Teilprozess „Absorption” der Wassergewinnung
aus der Luftfeuchtigkeit kann mit der aus der
DE 10 2004 026 334 Alt beschriebenen Vorrichtung
in sehr vorteilhafter Weise und mit geringen Kosten durchgeführt
werden.
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Der
zweite Teilprozess „Desorption” besteht darin,
das in dem verdünnten Absorbens enthaltene Wasser vom Absorbens
zu trennen und dadurch reines Wasser zu gewinnen. Diese Trennung
erfolgt üblicherweise durch Verdampfung.
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Für
diese Verdampfung können viele Technologien eingesetzt
werden. Jedoch ist es für den erfolgreichen Einsatz einer
Vorrichtung zur Wassergewinnung aus feuchter Luft in ariden und
semi-ariden Gebieten erforderlich, dass der apparative Aufbau einer
solchen Desorptions-Vorrichtung, nachfolgend als „Desorber” bezeichnet,
gering ist. Die gesamte Vorrichtung und damit auch der Desorber,
muß außerdem robust sein und noch dazu möglichst
wenig thermische oder elektrische Energie benötigen. Bevorzugt
sollte eine Versorgung aus regenerativen Energiequellen erfolgen.
Nur dann sind solche Anlagen zur Wassergewinnung wirtschaftlich
und ohne großen Ressourcenverbrauch zu betreiben.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Wassergewinnung aus feuchter Umgebungsluft bereitzustellen, das
bevorzugt durch regenerative Energien, insbesondere Solarstrahlung
und/oder Abwärme angetrieben wird. Des Weiteren soll das
System einfach im Aufbau und im Betrieb sein, so dass es mit wenig Wartungsaufwand
und geringen Unterhaltskosten zuverlässig arbeitet.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 und dem nebengeordneten Vorrichtungsanspruch
4 gelöst.
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Die
in den abhängigen Unteransprüchen offenbarten
und beanspruchten Merkmale beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
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Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen sind der nachfolgenden
Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen
entnehmbar. Alle in der Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen
offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in
beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
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In
der Zeichnung zeigen:
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1 den
prinzipiellen Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 ein
Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit einstufiger Verdampfung,
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3 ein
weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit zweistufiger Verdampfung,
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4 ein
weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung ebenfalls mit zweistufiger Verdampfung und
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5 mehrere übereinander
angeordnete erfindungsgemäße Vorrichtung ebenfalls
mit zweistufiger Verdampfung.
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In
1 ist
ein aus der
DE
10 2004 026 334 A1 bekannter Absorber
1 schematisch
dargestellt. Bezüglich der Funktionsweise des Absorbers
1 wird daher
auf diese Druckschrift Bezug genommen.
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Ein
Bauteil des Absorbers 1 ist ein Speicher 3 für
das konzentrierte Absorbens, der oberhalb von mehreren Führungselemente 5 angeordnet
ist. In dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 bestehen
die Führungselemente 5 aus einer Vielzahl von
Kugeln, die auf einem Stahlseil oder auf einer Schnur aufgereiht
sind. Wenn nun der konzentrierte Absorbens aus dem Speicher 3 auf
die Führungselemente 5 strömt, sorgen
die Kugeln der Führungselemente 5 dafür,
dass sich die Oberfläche des Absorbens vergrößert,
die Strömungsgeschwindigkeit des Absorbens verlangsamt
und dadurch die Absorption der die Führungselemente 5 umstreichenden
Umgebungsluft von Wasser, aus der die Führungselemente 5 umstreichenden
Umgebungsluft verbessert wird.
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Unterhalb
der Führungselemente 5 ist ein Auffangbehälter 7 vorgesehen,
in den das nunmehr verdünnte Absorbens von den Führungselementen 5 hineintropft.
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Damit
der Absorbens möglichst eine ausreichend lange Zeit in
Kontakt mit der Umgebungsluft gelangt, ist es vorteilhaft, wenn
der Absorber 1 eine große Abmessung in vertikaler
Richtung hat. Insbesondere ist die Länge der Führungselemente 5 in
vertikaler Richtung ein wichtiger Parameter zur Beeinflussung der
Leistungsfähigkeit des Absorbers 1. Grundsätzlich
gilt: je länger die Führungselemente 5 sind, desto
größer ist die Grenzfläche zwischen dem Absorbens
und der Umgebungsluft und desto mehr Feuchtigkeit kann aus der Umgebungsluft
unter sonst gleichen Bedingungen aufgenommen werden.
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Der
zweite Teilprozess, nämlich die Desorption, findet bevorzugt
oberhalb des Absorbers 1 statt, so dass der Desorber 9 bei
ausgeführten Anlagen etwa 6 m bis 12 m über dem
Boden angeordnet ist.
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Der
Desorber 9 arbeitet mit einer Vakuumverdampfung. Damit
in den Desorber 9 der verdünnte Absorbens aus
dem Behälter 7 wieder aufkonzentriert und das
Destillat, nämlich Wasser, abgetrennt werden kann, wird
der verdünnte Absorbens durch eine erste Leitung 11 vom
Auffangbehälter 7 in den Desorber 9 gefördert.
Weil im Desorber 9 ein Unterdruck herrscht, wird der flüssige
Absorbens durch die erste Leitung 11 angesaugt. Ein eventuell
erforderliche weitere Förderpumpen und Absperrorgane sind nicht
dargestellt.
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Der
Desorber 9 ist in der 1 lediglich
als ”Black Box” dargestellt. Die Funktionsweise
des Desorbers 9 wird nachfolgend anhand der weiteren Figuren
noch detaillierter erläutert.
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Wichtig
ist jedoch, dass der Desorber 9 ein dampf- und luftdichtes
Gehäuse umfasst. In dieses Gehäuse mündet
die erste Leitung 11. Des Weiteren gehen von diesem Gehäuse
eine zweite Leitung 13 ab, mit deren Hilfe der konzentrierte
Absorbens aus dem Desorber 9 abgezogen und in einen Sammelbehälter 15 abgeführt
wird.
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Eine
dritte Leitung 17 geht vom Desorber 9 ab und mündet
in einen zweiten Sammelbehälter 19 für
das Destillat, nämlich das aus der Luftfeuchtigkeit gewonnene
Wasser.
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Die
Wasserstände in den Behältern 15 und 19 liegen
etwa auf der gleichen geodätischen Höhe und um
einen Betrag ΔH unterhalb des Desorbers 9. Der
geodätische Höhenunterschied ΔH zwischen dem
Desorber 9 sowie den Sammelbehältern 15 und 19 kann
typischerweise 6 m bis 10 m betragen, so dass sich aufgrund der
in den Leitungen 13 und 17 befindlichen Flüssigkeitssäule
und der auf die Flüssigkeitssäulen wirkenden Schwerkraft
ein Druck im Gehäuse des Desorbers 9 von 0,4–0
bar absolut, entsprechend einem Unterdruck von 0,6 bar bis nahezu 1
bar, einstellt.
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Bevorzugt
liegt der Flüssigkeitsspiegel in den Sammelbehältern 15 und 19 unterhalb
des Auffangbehälters 7. dadurch wird es möglich,
dass in der Desorption der Zustrom des konzentrierten Absorbens'
durch die erste Leitung 11 angesaugt wird und anschließend
in die Leitungen 13 und 17 abfliessen kann.
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Nicht
dargestellt ist in den 1 bis 4 ein Entlüftungsventil,
welches an der Oberseite des Desorbers 9 vorgesehen ist.
Bei mehrstufigen Desorbern ist für jede Stufe ein Entlüftungsventil
vorgesehen. Über das Entlüftungsventil kann der
gewünschte Unterdruck vor dem beginn des regulären
Betriebs eingestellt werden. Außerdem können bei
Bedarf nicht kondensierbare Gase aus dem Desorber abgezogen werden.
Diese Gase werden mit dem flüssigen Absorbens in den Desorber 9 eingetragen.
Alternativ ist es auch möglich, eine Vakuumpumpe einzusetzen.
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Schon
aus dieser Beschreibung wird deutlich, dass sowohl die erfindungsgemäße
Erzeugung eines schwerkraftunterstützten Vakuums im Desorber 9 als
auch der Absorber 1 eine gewisse Bauhöhe erfordern,
so dass durch die erfindungsgemäße Kombination
dieser beiden Teilprozesse, ein nicht dargestelltes Gestell „doppelt” genutzt
werden kann, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt.
In anderen Worten: die Baukosten für ein hoch aufragendes
Gestell von 6–10 m Höhe fallen nur einmal an und
können sowohl vom Absorber 1 als auch vom Desorber 9 nutzbringend
eingesetzt werden.
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Des
Weiteren sind an den Desorber 9 eine optionale Vorlaufleitung 21 und
eine optionale Rücklaufleitung 23 angeschlossen,
die Kühlwasser für ein im Desorber 9 befindlichen
Wärmetauscher oder Kondensator bereitstellen. Eine in aller
Regel erforderliche Umwälzpumpe ist nicht dargestellt.
Wie sich bereits aus der Prinzipskizze gemäß 1 ergibt, sind
die meisten Bauteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung
passive Bauteile. Es wird lediglich eine Pumpe 25 benötigt,
um den konzentrierten Absorbens aus dem ersten Sammelbehälter 15 in
den Speicher 3 zu befördern und den geodätischen
Höhenunterschied zwischen Sammelbehälter 15 und Speicher 3 zu überwinden.
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Des
Weiteren wird in manchen Fällen [m1] eine Pumpe 27 benötigt,
um den verdünnten Absorbens aus dem Auffangbehälter 7 in
den Desorber 9 zu fördern. Wenn möglich,
versucht man den Einsatz der Pumpe 27 zu vermeiden. Die
Antriebsleistungen dieser beiden Pumpen ist jedoch relativ gering.
In der Regel wird aufgrund des im Desorber 9 herrschenden
Vakuums der verdünnte Desorber ohne Zuhilfenahme der Pumpe 27 aus
dem Auffangbehälter 7 in den Desorber 9 gefördert.
Auf jeden Fall unterstützt das im Desorber 9 herrschende
Vakuum die Pumpe 27, so dass deren Leistungsbedarf sehr
gering ist.
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Die
Vorlaufleitung 21 und die Rücklaufleitung 23 sind
optional.
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In
der 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Leitungen 21 und 23 nicht
dargestellt. Ansonsten werden gleiche Bauteile mit dem gleichen
Bezugszeichen versehen und es werden lediglich die Unterschiede
zu der 1 erläutert. Ansonsten gilt das bezüglich 1 Gesagte
entsprechend.
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Bei
dem in 2 dargestellten Ausführungsbeispiel des
Desorbers 9 findet eine einstufige Verdampfung statt.
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Der
Desorber 9 besteht aus einem Verdampferteil 29,
in dem Absorbens in flüssiger Form vorhanden ist. Oberhalb
eines Flüssigkeitsspiegels ist in dem Verdampferteil 29 ebenso
wie in einem Destillatbehälter 31 des Desorbers 9 eine
Wasserdampfatmosphäre vorhanden. Der Verdampferteil 29 und
der Destillatbehälter 31 sind über einen
Verbindungsteil 33, der oberhalb des Flüssigkeitsspiegels
im Verdampferteil 29 liegt, miteinander verbunden. Bevorzugt
verläuft der Verbindungsteil 33 schräg
gegenüber der Horizontalen geneigt und zwar so, dass der Verbindungsteil 39 auf
einer niedrigeren geodätischen Höhe in den Destillatbehälter 31 mündet
als in den Verdampferteil 29.
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In
dem Verdampferteil 29 ist ein erster Wärmetauscher 35 angeordnet,
der über [m2] Leitungen, beispielsweise mit einem Solarkollektor,
einer Abwärmequelle und/oder einer anderen Wärmequelle
verbunden ist. Über diesen ersten Wärmetauscher 35 wird
der im Verdampferteil 29 befindliche Absorbens so weit
erwärmt, bis er eine dem im Desorber 9 herrschenden
Unterdruck entsprechende Siedetemperatur erreicht beziehungsweise überschritten
hat, so dass das im durch Wasser verdünnten flüssigen
Absorbens enthaltene Wasser verdampft.
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Im
Verbindungsteil 33 ist ein zweiter Wärmetauscher 37 beziehungsweise
Kondensator angeordnet, der durch ein Kühlmedium, beispielsweise
Wasser, gekühlt wird, so dass sich an seiner kalten, in Kontakt
mit dem im desorber befindlichen Dampf stehenden Oberfläche
[m3] kondensierter Wasserdampf niederschlägt. Es ist auch
denkbar, dass die Außenwand des Desorbers 9 selbst
als Kondensator dient. Dann entsteht das Kondensat auf der Innenfläche des
Destillatbehälters 31.
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Da
der zweite Wärmetauscher 37 ebenfalls zum Destillatbehälter 31 hin
abfallend angeordnet ist, läuft das Destillat an der Oberfläche
des zweiten Wärmetauschers in Richtung Destillatbehälter 31 und
tropft, sobald es das unterste Ende des zweiten Wärmetauschers 37 erreicht
hat, in den Destillatbehälter 31. Aus dem Destillatbehälter 31 fließt
das Destillat über die dritte Leitung 17 in den
zweiten Sammelbehälter 19.
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Es
ist auch möglich die Behälterwand direkt mit einer
Luftkühlung zu versehen, die z. B. mit einem Ventilator
permanent Wärme durch einen Luftstrom abführt.
Solarthermische Kühlaggregate könnten noch genannt
werden, da sie den Vorteil hätten, dass man die dafür
benötigten Solarkollektoren auch zur Energieversorgung
der Vakuumverdampfung nutzen könnte. Weitere Möglichkeiten,
die je nach Aufstellort auch sehr Vorteilhaft sein können
mit Photovoltaik betriebene Kühlaggregate oder Boden/Luft
Wärmetauscher. Bei Aufstellorten wo es Nachts zu einer starken
Abkühlung der Lufttemperaturen kommt kann die Kälte
der Nacht für die Kondensation am Tag gespeichert werden.
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Des
Weiteren ist es möglich Adsorptionsstrecke zum Wärmetausch
zu nutzen. Wenn die Führungselemente 5 der Absorptionsstrecke
wie ein Rohr ausgeführt sind, kann das in der Vakuumverdampfung
im Desorber entstehende Destillat im inneren der Führungselemente
geführt werden und somit dazu genutzt werden, das außen über
die Führungselemente 5 strömende Absorbens
zu kühlen und dadurch eine höhere Wasserausbeute
zu erreichen. Wie der Fachmann weiß vermindert sich die
Hygroskopizität vieler Absorbens wie z. B. einer Salzlösung (z.
B. LiCl) mit steigender Temperatur, da der Dampfdruckunterschied
zwischen der Lösung und der Umgebungsluft geringer wird.
Somit ist es effektiver, wenn der Absorbens sich nicht zu stark
erwärmt. Versuche mit LiCl haben gezeigt, dass die Temperatur unter
40°C, am besten sogar unter 30°C, gehalten werden
sollte um einen effektiven Stoffübergang des Wassers in
die Salzlösung gewährleisten zu können. Die
Temperatur des Destillats liegt in einem Temeperaturbereich von
15°C bis 25°C bewegen, so dass hier ein Wärmetausch
möglich ist.
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Der
Luftstrom durch die Absorptionsanlage kann darüber hinaus
genutzt werden, um die Kondensation im Desorber 9 zu unterstützten,
indem Wärme auzs dem Desorber 9 abgeführt
wird. Dies bringt einen weiteren energetischen Vorteil
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Da
der Absorbens im Kreislauf geführt wird ist die einzige
Quelle für Verschmutzungen die Luft selbst. Partikel, wie
Sand und Staub können kontinuierlich auf einfache mechanische
Weise (z. B. Filter) abgeschieden werden. Bei richtiger Wahl des
Absorbens (z. B. Salz und Destilliertes Wasser als Ausgangslösung)
wird außerdem vermieden, dass es zu Ablagerungen auf den
Wärmetauscheroberflächen kommen, die vornehmlich
durch Kalzium oder Magnesiumverbindungen entstehen. Die Ablagerungsproblematik
ist bei Verdampferanlagen ein generelles Problem, dessen Vermeidung
die Standzeiten und die Prozessstabilität stark erhöht.
Wegen des erwähnten geodätischen Höhenunterschieds ΔH
zwischen dem Destillatbehälter 31 und dem zweiten Sammelbehälter 19 bildet
sich auch in der dritten Leitung 17 eine Wassersäule
aus, welche den gewünschten Unterdruck im Desorber 9 aufrechterhält. Die
Kühlung des zweiten Wärmetauschers 37 kann beispielsweise
mit Hilfe der in 1 dargestellten Vor- und Rücklaufleitungen 21 und 23 erfolgen.
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Wie
sich aus der 2 ergibt, ist die erfindungsgemäße
Vorrichtung sehr einfach und nahezu wartungsfrei zu betreiben. Sie
arbeitet wie folgt:
Mit Hilfe der ersten Pumpe 25 wird
konzentrierter Absorbens aus dem ersten Sammelbehälter 15 in
den Speicher 3 des Absorbers 1 gefördert.
Von dort rieselt der Absorbens über die Führungselemente 5 langsam
nach unten und nimmt dabei Feuchtigkeit aus der die Führungselemente 5 umgebenden
Luft auf. Dadurch verdünnt sich der Absorbens und tropft schließlich
in den Auffangbehälter 7 unterhalb der Führungselemente 5.
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Von
dort gelangt der nunmehr verdünnte Absorbens über
die erste Leitung 11 in den Verdampferteil 29 des
Desorbers. Im Desorber 9 herrscht, wegen der in den Leitungen 13 und 17 vorhandenen
Wassersäule und des geodätischen Höhenunterschieds ΔH
zwischen dem Desorber 9 und den Enden der Leitungen 13 und 17 ein
Unterdruck, so dass der Siedepunkt des im verdünnten Absorbens
gelösten Wassers auf beispielsweise 40°C bis 60°C
erniedrigt ist.
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In
dem Verdampferteil 29 des Desorbers 9 ist ein
erster Wärmetauscher, der beispielsweise über einen
Solarkollektor 36 mit solar erzeugter Wärme versorgt
wird. Dadurch erwärmt sich der im Verdampferteil 29 befindliche
flüssige Absorbens und das im flüssigen Absorbens
gelöste Wasser verdampft. Dieser Wasserdampf wird mit Hilfe
des durch ein Kühlmedium gekühlten Kondensators 37 kondensiert
und an der Außenfläche des zweiten Wärmetauschers 37 niedergeschlagen.
Danach tropft das Destillat, nämlich Wasser, in den Destillatbehälter 31 und
fließt über die dritte Leitung 19 in
den zweiten Sammelbehälter 19 für das
Destillat.
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Es
versteht sich von selbst, dass für den kontinuierlichen
Betrieb der Anlage sowie für das Anfahren derselben noch
Absperrorgane, wie Ventile, oder Pumpen erforderlich sein können,
die hier nicht dargestellt sind. Ebenso sind eine Steuerung sowie
verschiedene Sensoren erforderlich, die hier nicht dargestellt sind.
Diese Bauteile können nach Bedarf eingebaut werden.
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Selbstverständlich
ist es auch möglich, zwischen dem Solarkollektor 36 und
dem ersten Wärmetauscher 35 eine elektrisch angetriebene
Förderpumpe (nicht dargestellt) vorzusehen. Entsprechendes gilt
auch für den Wärmeträgerkreislauf, mit
dem (nicht dargestellt) der zweite Wärmetauscher 37 mit einem
kalten Wärmeträger versorgt wird.
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In 3 ist
ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Desorbers dargestellt, bei dem der Desorber zweistufig ausgebildet
ist [m4].
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Bei
diesem zweistufigen Desorber 9 gibt es einen ersten Verdampferteil 29.1 sowie
einen ersten Destillatbehälter 31.1 und einen
zweiten Verdampferteil 29.2 und einen zweiten Destillatbehälter 31.2.
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Der
zweiter Verdampferteil 29.2 ist beispielsweise mit dem
ersten Destillatbehälter 31.1 oder mit dem Verbindungsstück 33.1 [m5]
wärmeleitend verbunden. In der ersten Stufe des Desorbers
herrscht ein etwas höherer Druck als in der zweiten Stufe
des Desorbers. Dies bedeutet, dass die Siedetemperatur des im ersten
Verdampferteils 29.1 vorhandenen Absorbens höher
ist als die des im zweiten Verdampferteil 29.2 vorhandenen
Absorbens.
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Wenn
nun das im ersten Verdampferteil 29.1 befindliche Absorbens
mit Hilfe des ersten Wärmetauschers 35 erwärmt
wird, verdampft das im Absorbens enthaltene Wasser und füllt
den gesamten oberhalb des Flüssigkeitsspiegels befindlichen
Raum aus. Da der zweiten Verdampferteil 29.2 in den ersten
Destillatbehälter 31.1 reicht und die Siedetemperatur
des im zweiten Verdampferteil 29.2 befindlichen Absorbens
niedriger ist als die Temperatur des im ersten Destillatbehälter 31.1 befindlichen
Dampfs, kondensiert der im ersten Destillatbehälter 31.1 befindliche
Dampf an der Außenfläche des zweiten Verdampferteils 29.1 und
wird über die Leitung 17 in den zweiten Sammelbehälter 19 abgeführt.
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Gleichzeitig
wird die bei der Kondensation des im ersten Destillatbehälters 31 kondensierten Dampfes
frei gewordene Wärme zum Beheizen des im zweiten Verdampferteil 29.2 befindlichen
Absorbens genutzt. Dadurch verdunstet auch das in diesem Absorbens
enthaltene Wasser, wird mit Hilfe des zweiten Wärmetauschers 37 kondensiert
und gelangt anschließend in den zweiten Destillatbehälter 31.2. Von
dort gelangt das Destillat ebenfalls durch die dritte Leitung 17 in
den zweiten Sammelbehälter 19 für das
Destillat.
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Es
ist selbstverständlich möglich und in vielen Fällen
auch sinnvoll, eine mehr als zweistufige Desorption vorzunehmen.
Die Zahl der Stufen innerhalb des Desorbers 9 hängt
letztendlich von den äußeren Bedingungen sowie
einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ab. Thermodynamisch ist eine möglichst hohe
Zahl von Stufen wünschenswert, während aus Wirtschaftlichkeitsgründen
die Zahl der Stufen begrenzt ist.
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Bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß 3 mündet
die erste Leitung 11 in den zweiten Verdampferteil 29.2.
Zwischen dem zweiten Verdampferteil 29.2 und dem ersten
Verdampferteil 29.1 ist eine Verbindungsleitung 39 vorhanden.
Die Abfuhr des durch Verdampfung aufkonzentrierten Absorbens erfolgt aus
dem ersten Verdampferteil 29.1 über die zweite Leitung 13.
Dies kann beispielsweise durch den Höhenunterschied in
beiden Behältern erfolgen. Alternativ kann auch eine kleine
Pumpe, nicht dargestellt, benutzt werden.
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Bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß 4 werden
der erste Verdampferteil 29 und der zweite Verdampferteil 29.2 direkt über
die erste Leitung 11 mit verdünntem Absorbens
versorgt. Ebenso erfolgt die Abfuhr des aufkonzentrierten Absorbens
direkt und nicht über die zweite Leitung 13. Eine
Verbindungsleitung zwischen dem ersten Verdampferteil 29.1 und
dem zweiten Verdampferteil 29.2 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
nicht vorhanden. Es gibt auch noch eine weitere Option, nämlich
für jede Stufe jeweils eine separate Leitung zu 17, 11 und 13 zu
nutzen.
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Der
Vorteil an der Schaltungsvariante gemäß 3 ist
der einfacherer konstruktive Aufbau und die einfachere Verrohrung.
Vorteilhaft an der Variante gemäß 4 ist
die einfachere Steuerung der Abfuhr des aufkonzentrierten Absorbens.
Außerdem sind die Konzentration des Absorbens im ersten
Verdampferteil 29.1 und im zweiten Verdampferteil 29.2 nicht
miteinander gekoppelt.
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In 5 ist
der schematische Aufbau einer „Kaskade” mehrerer übereinander
angeordneter erfindungsgemäßer Vorrichtung zu
Wassergewinnung dargestellt. Dieser Aufbau mit mehreren Modulen, umfassend
jeweils die Teilprozesse Absorption und Desorption, übereinander
führt zu weiteren Einsparungen von Pumpen und Behältern,
da z. B. Konzentratablauf eines Moduls jeweils in das darunter fließt und
nur der des untersten wieder ganz nach oben gepumpt wird. Zur Bewegung
des Absorbens und des Destillats wäre somit in der Gesamtanlage
lediglich eine Pumpe nötig, was den Gesamtaufbau stark
vereinfacht. Ebenso würden weitere Vorlage-, Vorrats- und
Zwischenbehälter eingespart.
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Das
Destillat könnte außerdem genutzt werden um jeweils
die Kondensation des darunterliegenden Desorptionsmoduls 9 durch
einen Wärmetauscher zu unterstützten. Dazu müssten
allerdings entweder unterschiedliche Kondensationstemperaturen in
den einzelnen Desorptionsmodulen 9 realisierbar sein, oder
das Destillat müsste weiter abgekühlt werden,
als nötig, um auch im nächsten Modul Kondensation
zu ermöglichen. Insgesamt liegt dann der Vorteil darin,
dass der Aufbau sich weiter vereinfacht, weil nicht für
jedes Modul ein eigenes Kühlaggregat und ein Kühlkreislauf
vorgesehen werden muss.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004026334 [0005, 0011]
- - DE 102004026334 A1 [0008, 0024]