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Die
Erfindung bezieht sich auf einen Erdkollektor mit einer in in Erdloch
einsetzbaren, mehrere schraubenförmige Windungen bildenden
Leitung für einen Wärmeträger und mit
einer den gegenseitigen axialen Abstand der Windungen der Leitung
begrenzenden Halterung.
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Um
einen platzsparenden Erdkollektor vorzusehen, mit dessen Hilfe im
Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger
dem umgebenden Erdreich Wärme entzogen oder Wärme
in das Erdreich eingespeichert werden kann, ist es bekannt (
DE 39 13 429 A1 ,
EP 1 006 331 A1 ),
eine Leitung für den Wärmeträger, vorteilhaft
ein Kunststoffrohr, in mehreren schraubenförmigen Windungen
um einen Kern aus einem Drahtgitter zu wickeln und zusammen mit
dem Drahtgitter in ein Erdloch einzusetzen, das wieder zumindest
teilweise mit dem Aushubmaterial gefüllt wird. Nachteilig
bei diesen bekannten Erdkollektoren ist vor allem die Handhabung,
wenn der Erdkollektor in einer Werkstatt vorgefertigt und anschließend
zur Baustelle gebracht werden soll, weil der Kern aus dem Drahtgitter
mit den daran befestigten Leitungswindungen ein erhebliches Transportvolumen
darstellt und das Kollektorgewicht vergrößert.
Zur Vermeidung dieses Nachteils ist es darüber hinaus bekannt
(
US 5 054 541 A ),
auf einen tragenden Kern für die schraubenförmigen
Leitungswindungen zu verzichten und die einzelnen Windungen miteinander durch
Zugbänder zu verbinden, die über den Umfang der
Windungen verteilt angeordnet und an den einzelnen Windungen der
Leitung befestigt sind, so daß die Länge der Zugbandabschnitte
zwischen den einzelnen Windungen deren größten
axialen Abstand bestimmt. Da die schraubenförmigen Windungen
in ihrem Durchmesser von oben nach unten abnehmen, bilden die aufeinanderliegenden
Windungen einen Kegelstumpf, der ein vergleichsweise kleines Transportvolumen
sicherstellt. Zum Einsetzen in das Erdloch sind die Windungen der
Leitung lediglich durch ein Anheben der freien Zugbandenden schrittweise axial
auseinanderzuziehen, bevor der Leiter mit seinen aufgrund ihres
Eigengewichtes auseinandergezogen gehaltenen Windungen in das Erdloch
eingesetzt und hinterfüllt wird. Der Fertigungsaufwand
verringert sich allerdings im Vergleich mit auf einem Kern befestigten
Leiterwindungen kaum, weil die einzelnen vorgeformten Windungen
je für sich mit den Zugbändern verbunden werden
müssen. Außerdem besteht die Gefahr einer Verformung
der Leiterwindungen, bevor der Erdkollektor in das Erdloch eingebracht
werden kann. Die die Windungen in axialer Richtung miteinander verbindenden
Zugbänder stellen ja im Gegensatz zu einem tragenden Kern
keinen wirksamen Verformungsschutz dar.
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Der
Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Erdkollektor der
eingangs geschilderten Art so auszugestalten, daß sich
eine einfache Fertigung mit einer weitgehenden Sicherheit gegen eine
Verformung ergibt, ohne auf die Vorteile eines geringen Gewichtes
und eines kleinen Transportvolumens verzichten zu müssen.
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Die
Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die
Halterung als die Windungen unter einer radialen Vorspannung umschließende,
zwischen den Windungen eingeschnürte, biegeweiche Hülle ausgebildet
ist.
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Da
die Halterung für die einzelnen Windungen der Leitung für
den Wärmeträger des Erdkollektors als biegeweiche
Hülle ausgebildet ist, die die Windungen unter einer radialen
Vorspannung umschließt, so daß sich zwischen den
einzelnen Windungen eine schraubenförmig um den Umfang
der Hülle verlaufende Einschnürung ergibt, werden
die Windungen durch die Hülle in einem axialen Abstand voneinander
gehalten, der zwar verkleinert, nicht aber vergrößert
werden kann. Damit sind in einfacher Weise die konstruktiven Voraussetzungen
für eine einfache Halterung geschaffen, die nicht nur das
axiale Auseinanderziehen der Windungen aus einer gedrängten
Transportstellung in eine Gebrauchsstellung mit einer vorgegebenen
maximalen Ganghöhe der schraubenförmigen Windungen
erlaubt, sondern auch einen Schutz vor einer Verformung mit sich bringt,
weil die Windungen von der Hülle über den gesamten
Umfang umschlossen und unter einer radialen Vorspannung gehalten
werden. Die Herstellung solcher Erdkollektoren ist besonders einfach,
weil über die um einen Kern gewundenen Leitungswindungen
lediglich eine entsprechend Materialbahn unter einer ausreichenden
Zugspannung gewickelt werden muß, bevor der auf diese Weise
gefertigte Erdkollektor vom Kern abgezogen werden kann. Es entfallen
die sonst erforderlichen Befestigungen der einzelnen Windungen an
einem Drahtgitter bzw. an Zugbändern.
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Der
erfindungsgemäße Erdkollektor bietet neben den
geschilderten Konstruktionsvorteilen auch die Möglichkeit,
Einfluß auf Grundwasserströmungen in seinem Bereich
zu nehmen, weil die Hülle als Strömungskanal dienen
kann. Durch diesen Strömungskanal kann sich eine konvektionsbedingte
Kreislaufströmung ausbilden. Es hat sich außerdem
herausgestellt, daß in das Erdreich einsickerndes Regenwasser
bevorzugt entlang der Hülle in den Grundwasserbereich abfließt
und Grundwasser entlang der Hülle in den Kollektorbereich
aufsteigt, was bei einem Wärmeentzug aus dem Erdreich zu
einer Verringerung der Vereisungsgefahr bzw. zu einem rascheren Abtauen
vereister Bereiche des Kollektors führt. Bei einem Wärmeeintrag
in das Erdreich wird die Wärme durch diese Wasserströmungen
im Bereich der Hülle schneller abgeleitet.
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Um
Querströmungen zuzulassen, kann die Hülle aus
einer gelochten Folie bestehen. Es ist aber auch möglich,
als Hülle ein Gewebe oder eine andere Materialbahn einzusetzen.
Kann auf einen Strömungseinfluß auf das Grundwasser
verzichtet werden, so kann die Hülle auch aus einem verrottbaren Material
bestehen. Nach dem Einsetzen der von der Hülle umschlossenen,
schraubenförmig gewundenen Leitung des Erdkollektors in
ein Erdloch und dem Füllen des Erdloches innerhalb und
außerhalb der Hülle werden ja die einzelnen Windungen
der Leitung für den Wärmeträger durch
das Füllmaterial in ihrer gegenseitigen Lage festgehalten.
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Besonders
günstige Konstruktionsverhältnisse ergeben sich,
wenn die Windungen der Leitung 1 eine zweigängige
Schraubenlinie bilden, weil in diesem Fall wegen der parallelen
Führung der Leitungsabschnitte für den Zu- und
Rücklauf des Wär meträgers die beiden
anschlußseitigen Enden der Leitung beliebig mit dem Vor-
und Rücklauf einer Wärmepumpe verbunden werden
können.
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Zur
einfacheren Handhabung kann an wenigstens einer der untersten Windungen
der schraubenförmig verlaufenden Leitung zumindest ein
Zugmittel, vorzugsweise ein Zugband, angreifen, über das
das Kollektorgewicht aufgenommen werden kann, so daß der
Erdkollektor aus der Transportstellung mit Hilfe des Zugbandes in
das ausgehobene Erdloch abgesenkt werden kann, wobei selbstverständlich
das obere Ende des Erdkollektors festgehalten werden muß.
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In
der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt.
Es zeigen
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1 einen
erfindungsgemäßen Erdkollektor in seiner Gebrauchsstellung
in einem vereinfachten Längsschnitt,
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2 diesen
Erdkollektor in einer Draufsicht und
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3 den
Erdkollektor in einem Axialschnitt, jedoch in einer Transportstellung.
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Wie
den 1 und 2 entnommen werden kann, wird
der Erdkollektor durch eine Leitung 1 für einen
Wärmeträger gebildet, die in Windungen 2 entlang
einer zweigängigen Schraubenlinie verläuft. Dies
bedeutet, daß die je einen Schraubengang bildenden Leitungsabschnitte
an ihrem unteren Ende miteinander verbunden sind. Die Verbindung 3 kann durch
einen Leitungsbogen gebildet werden, wie dies im Ausführungsbeispiel
dargestellt ist. Die beiden Leitungsabschnitte können aber
auch durch ein gesondertes Übergangsstück miteinander
verbunden werden, was in manchen Fällen vorteilhafte Konstruktionsbedingungen
mit sich bringt, beispielsweise dann, wenn zwei oder mehrere Erdkollektoren
gemeinsam hergestellt werden sollen, wobei die einzelnen Kollektoren
erst nachträglich voneinander getrennt werden. Die zweigängige
Windungsanordnung bringt den Vorteil mit sich, daß die
Anschlußenden 4 der Leitung 1 beliebig
mit dem Vor- und dem Rücklauf einer Wärmepumpe
verbunden werden können, weil es in diesem Fall nicht auf
die Durchflußrichtung des Wärmeträgers
durch den Erdkollektor ankommt.
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Die
Windungen 2 der Leitung 1 werden durch eine sie
unter einer radialen Vorspannung umschließende, biegeweiche
Hülle 5 in Form gehalten. Die Hülle 5,
vorteilhaft eine gelochte Kunststoffolie, weist nämlich
zwischen den einzelnen Windungen 2 eine Einschnürung 6 auf,
so daß sich die einzelnen Windungen 2 nicht in
axialer Richtung gegenüber der Hülle 5 verschieben
lassen. Es ist aber möglich, die Windungen 2 aus
der in der 1 dargestellten, auseinandergezogenen
Gebrauchsstellung in eine gedrängte Transportstellung axial
zusammenzudrücken, wie dies in der 3 dargestellt
ist, in der die Hülle 5 im Bereich der Einschnürungen 6 Falten 7 bildet.
Die in der Transportstellung verringerte Baulänge stellt
eine einfache Handhabung des Erdkollektors mit einem vergleichsweise
niedrigen Transportvolumen sicher. Vor Ort brauchen die Windungen 2 des Erdkollektors
lediglich auseinandergezogen zu werden, bis die Hülle 5 nach
einem Strecken der Einfaltungen 7 den Abstand der Windungen 2 voneinander begrenzt,
wie dies in der 1 angedeutet ist. Um dieses Auseinanderziehen
der einzelnen Windungen 2 zu erleichtern, können
im Bereich der untersten Windungen 2 Zugbänder
an wenigstens einer Windung befestigt werden, damit der Erdkollektor über die
Zugbänder in das vorbereitete Erdloch abgesenkt werden
kann. Dabei werden gewichtsbedingt die einzelnen Windungen 2 ausgehend
vom oberen Ende des Erdkollektors nacheinander auseinandergezogen.
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Wie
der 2 entnommen werden kann, können die obersten
Windungen des Erdkollektors radial auseinandergezogen werden, um
einen größeren Oberflächenbereich des
Erdreiches in den Wärmeaustausch einbeziehen zu können.
Zu diesem Zweck braucht die Hülle 5 lediglich über
einen axialen Abschnitt von oben eingeschnitten zu werden, um die
eingeschnittenen Umfangsabschnitte 8 sternförmig
radial nach außen über den Rand des Erdloches umzuschlagen,
wie dies in der 2 strichpunktiert angedeutet
ist. Auf diesen Abschnitten 8 der Hülle 5 können
dann die radial auseinandergezogenen Windungen 2a verlegt
werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 3913429
A1 [0002]
- - EP 1006331 A1 [0002]
- - US 5054541 A [0002]