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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine selbst fahrende Erntemaschine,
insbesondere einen Mähdrescher, mit einem Schrägförderer.
Der Schrägförderer stellt ein Bindeglied zwischen
einem Erntevorsatz, der auf einem Feld stehendes Erntegut, insbesondere
Getreidehalme, schneidet, und inneren Arbeitsorganen der Erntemaschine,
insbesondere einem Dreschwerk, dar, welches das geschnittene Erntegut
vom Erntevorsatz übernimmt und den inneren Arbeitsorganen
zuführt.
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Herkömmliche
Schrägförderer, wie zum Beispiel aus
DE 10 2004 036 183 A1 und
DE 10 2005 027 841
A1 bekannt, haben einen stationären Förderboden
und ein oberhalb dieses Förderbodens umlaufendes Endlosband
in Form von an endlosen umlaufenden Ketten montierten Förderleisten,
die das vom Erntevorsatz zugeführte Material greifen und
unterschlächtig zwischen sich und dem Förderboden hindurch
zum Dreschwerk ziehen.
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Um
den Erntevorgang zu beschleunigen, sind in der letzten Zeit immer
breitere Erntevorsätze entwickelt worden, und proportional
zur Breite des Erntevorsatzes wächst die von einem Schrägförderer verlangte
Förderleistung. Es zeigt sich jedoch, dass die Förderleistung
der Schrägförderer des oben beschriebenen Typs
nicht beliebig durch Erhöhen der Umlaufgeschwindigkeit
steigerbar ist, ohne dass gleichzeitig Abscheideverluste an Erntegut
zunehmen. Auch die Menge des von einem Mähdrescher im Erntebetrieb
abgegebenen Staubes nimmt mit zunehmender Umlaufgeschwindigkeit
der Bänder des Schrägförderers erheblich
zu. Es besteht daher erhebliches Interesse an Schrägförderern,
die eine schonendere Fördertechnik einsetzen.
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Ein
Schrägförderer nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1, bei dem ein Förderkanal oben und unten durch umlaufende
Endlosbänder begrenzt ist, ist aus
EP 1 849 352 A1 bekannt.
Die Endlosbänder sind aus einem faser- oder gewebeverstärkten
Elastomer gebildet und weisen eingeformte Vorsprünge auf,
die von den Umlenkrollen abstehen, um Erntegut mit sich und in den
Förderkanal hinein zu ziehen. Im Förderkanal üben
die von oben und unten in das Erntegut eindringenden Vorsprünge
wie die herkömmlichen Stegketten eine Dreschwirkung aus,
und die sich auf dem Weg durch das Förderkanal versetzt
gegenüberliegenden Vorsprünge des oberen und unteren
Endlosbandes bewirken eine Vorzerkleinerung der geförderten
Halme. Lässt man die Vorsprünge weg, so lässt
sich zwar die Dresch- bzw. Vorzerkleinerungswirkung reduzieren,
doch fällt gleichzeitig auch die Einziehwirkung am Eingang
des Schrägförderers weg, und es besteht die Gefahr,
dass sich das Erntegut am Eingang des Schrägförderers
staut.
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Fremdkörper
im Erntegut wie insbesondere Steine werden, wenn sie von den Stegen
erfasst werden, unweigerlich in den Förderkanal eingezogen. Um
in einem solchen Fall eine Beschädigung des herkömmlichen
Schrägförderers zu vermeiden, ist das obere Endlosband
in einem Rahmen gehalten, der in Bezug auf das Gehäuse
des Schrägförderers vorn und hinten gefedert aufgehängt
ist. Dies macht den Schrägförderer schwer und
seinen Aufbau kompliziert und störanfällig.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist daher, einen Schrägförderer
für eine Erntemaschine anzugeben, der die Probleme herkömmlicher
Schrägförderer bei der Erntegutannahme vermeidet,
und der insbesondere einen einfachen Aufbau hat und bei schonender
Behandlung des Ernteguts in der Lage ist, eine hohe Förderleistung
zu erzielen.
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Die
Aufgabe wird gelöst, indem bei einem Schrägförderer
für eine Erntemaschine mit einem oberen und einem unteren
Endlosband, die jeweils an Rollen umgelenkt sind, wobei einander
gegenüberliegende Stränge der Endlosbänder
gemeinsam einen Förderkanal begrenzen, das untere Endlosband
eine über eine vordere Rolle des oberen Endlosbandes entgegen
der Förderrichtung vorspringende Auflagefläche
bildet. Durch das vorspringende untere Förderband ist von
einem Erntevorsatz her zugeführtes Erntegut bereits einer
Zugwirkung durch den Schrägförderer ausgesetzt,
noch bevor es tatsächlich in den beiderseits von den Strängen
der Endlosbänder begrenzten Förderkanal eingetreten
ist. Bereits diese Maßnahme ist wirksam, um den Eintritt des
Erntematerials in den Kanal zu fördern und die Neigung
zur Verstopfung zwischen Erntevorsatz und Förderkanal zu
reduzieren.
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Erheblich
weiter verbessert wird der Eintritt des Ernteguts in den Förderkanal
durch eine Annahmewalze, die über der Auflagefläche
angeordnet ist und mit dem unteren Endlosband zusammenwirkt. Von
einem Walzenkörper dieser Annahmewalze abstehende Förderelemente
sind wirksam, um vor der Annahmewalze anstehendes Erntegut zusammen
zu raffen, zu verdichten und einem Spalt zwischen der Annahmewalze
und dem unteren Endlosband zuzuführen.
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Die
Förderelemente können die Form von sich in axialer.
Richtung über den gesamten Walzenkörper oder nur
einen Teil desselben erstreckender Rippen, von Paddeln, Fingern
oder dergleichen, haben.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Förderelemente am Walzenkörper
radial beweglich sind, so dass sie im Laufe einer Drehung des Walzenkörpers
weit in einen vor dem Walzenkörper liegenden Raum ausgreifen
können, um darin Erntegut zu erfassen, und sich anschließend
soweit wie nötig in den Walzenkörper zurückziehen
können, um den Spalt zwischen diesem und dem unteren Endlosband
zu passieren. Zweckmäßig ist auch, wenn sie im
Laufe einer Umdrehung der Annahmewalze wenigstens einmal vollständig
in den Walzenkörper eintauchen, um zu verhindern, dass
Erntegut an den Förderelementen hängen bleibt
und sich an der Annahmewalze sammelt, anstatt weiter gefördert
zu werden.
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Vorzugsweise
ist die Annahmewalze als Fingerwalze ausgebildet. Eine solche Fingerwalze
kann, wie zum Beispiel aus
EP
0 567 192 A1 oder
EP
1 050 206 B1 bekannt, einen um eine erste Achse drehbaren
Zylinder und Öffnungen des Zylinders radial durchsetzende,
um eine zur Achse der Walze versetzte Achse rotierende Finger umfassen.
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Vorteilhaft
ist auch, wenn die Aufnahmewalze mit einer Umfangsgeschwindigkeit
antreibbar ist, die von der Geschwindigkeit der Endlosbänder,
insbesondere des unteren Endlosbandes, abweicht. Durch eine schnelle
Drehung der Aufnahmewalze wird davor anstehendes Erntegut wirksam
zusammengerafft und in den Schrägförderer eingezogen. Eine
im Vergleich zum unteren Endlosband beschleunigte Drehung der Annahmewalze
führt ferner dazu, dass am Ausgang des Spalts zwischen
Endlosband und Förderwalze das Erntegut zusätzlich
gegen das Endlosband gedrückt wird. Die Neigung des Erntegutes,
sich nach Durchgang durch den Spalt wieder zu spreizen, ist dadurch
verringert, und der Übergang des Ernteguts in den Förderkanal
ist erleichtert.
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Da
das Erntegut nach dem Eintritt in den Förderkanal des erfindungsgemäßen
Schrägförderers keiner bremsenden Reibung mehr
ausgesetzt ist, können die einander zugewandten Wirkoberflächen der
Endlosbänder im Wesentlichen eben sein, um die mechanische
Beanspruchung des Ernteguts beim Durchgang durch den Förderkanal
auf eine Minimum zu reduzieren. Genauer gesagt ist die Wirkoberfläche wenigstens
eines der Endlosbänder vorzugsweise frei von in das Erntegut
eingreifenden Vorsprüngen wie etwa Förder rippen,
deren Höhe größer ist als ca. 1 cm und
deren Abstand mit typischerweise mehreren cm groß genug
ist, um einen Kontakt des Ernteguts mit zwischen den Vorsprüngen
liegender Oberfläche des Endlosbandes zuzulassen. Schmale
Vertiefungen in der Oberfläche des Endlosbandes, mit einer
Breite von typischerweise nicht mehr als 1 cm, in die das Erntegut
bei seiner Beförderung durch den Kanal nicht nennenswert
eindringt, führen dem gegenüber zu keiner nennenswerten
mechanischen Beanspruchung des Ernteguts. Vielmehr kann eine Struktur
des Endlosbandes in Form einer flexiblen Materialbahn, die an ihrer
dem Erntegut zugewandten Seite mit eng benachbarten Blöcken
besetzt ist, durchaus hilfreich sein, da die Spalte zwischen den Blöcken
weit werden, wenn sie eine vordere Umlenkrolle umlaufen. Erntegut,
das in diese erweiterten Spalte eingreift, wird effizient mitgezogen
und dem Förderkanal zugeführt. Sobald jedoch die
Blöcke die Umlenkrolle passiert haben, schließen
sich die Spalte zwischen ihnen, so dass das Endlosband während des
Durchgangs durch den Förderkanal eine im wesentlichen ebene
Oberfläche darbietet.
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Um
auch feine Bruchstücke des Ernteguts im Wesentlichen verlustfrei
den inneren Arbeitsorganen der Erntemaschine zuzuführen,
weist vorzugsweise wenigstens eines, besser noch jedes der Endlosbänder
eine geschlossen Oberfläche auf.
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Um
den Austritt kleiner Partikel aus dem Förderkanal entlang
seiner seitlichen Ränder zu vermeiden, liegt vorzugsweise
ein ortsfester Randstreifen auf den Längsrändern
des unteren Endlosbandes auf.
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Vorzugsweise
ist wenigstens einem ersten, vorzugsweise beiden Endlosbändern
eine Bürste zugeordnet, die sich über eine vom
Förderkanal abgewandte Oberfläche des Endlosbandes
erstreckt, um dorthin vorgedrungene Erntegutpartikel zu beseitigen.
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Einer
ersten Ausgestaltung zufolge kann es sich bei der Bürste
um eine drehangetriebene Bürstenwalze handeln. Eine solche
Bürstenwalze kann vorteilhafterweise mit zwei Stellen des
ersten Endlosbandes gleichzeitig in Kontakt sein, vorzugsweise einer
Stelle des den Förderkanal begrenzenden Strangs dieses
Endlosbands und einer seines rücklaufenden Strangs.
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Des
Weiteren kann die Bürstenwalze auch in Kontakt mit einer
das erste Endlosband umlenkenden Rolle sein. Dabei ergibt sich auf
einfache Weise eine gegenläufige Bewegungsrichtung der
von der Bürstenwalze berührten Oberflächen
des Endlosbandes einerseits und der Rolle andererseits, so dass
ein einfacher Reibkontakt genügt, um die Bürste
so anzutreiben, dass sowohl das Endlosband als auch die umlenkende
Rolle wirksam gereinigt werden.
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Bei
der in dieser Weise gereinigten Rolle kann es sich zweckmäßigerweise
um eine das Endlosband antreibende Rolle handeln, da hier zwischen Rolle
und Band eindringende Partikel die Antriebskraftübertragung
zwischen Rolle und Band stören könnten.
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Einer
zweiten Ausgestaltung zufolge erstreckt sich die Bürste
schräg über die Oberfläche, um von der
Bürste abgestreifte Partikel kontinuierlich zum Rand des
Endlosbandes zu befördern. Um den Weg der Partikel zu dem
Rand zu minimieren, umfasst die Bürste vorzugsweise zwei
V-förmig angeordnete Abschnitte.
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Es
kann zweckmäßig sein, die Endlosbänder mit
voneinander verschiedenen Geschwindigkeiten anzutreiben, um auf
diese Weise die Austrittsrichtung des Ernteguts an einem Auslass
des Schrägförderers zu steuern und die effiziente Übernahme
durch die nachgeordneten Arbeitsorgane zu begünstigen.
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Zweckmäßigerweise
ist die Steuerung der Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den Endlosbändern
an die Neigung des Schrägförderers gekoppelt. Herkömmlicherweise
ist bei einer Erntemaschine wie etwa einem Mähdrescher
der Erntevorsatz zur Anpassung an unterschiedliche Arten von Erntegut
und an Bodenunebenheiten höhenverstellbar, wobei mit der
Höhenverstellung eine Veränderung der Neigung des
Schrägförderers einhergeht. Die Regelung der Geschwindigkeitsdifferenz
entsprechend der Neigung des Schrägförderers bietet
die Möglichkeit, die Richtung, in der das Erntegut am Ausgang
des Schrägförderers austritt, von dessen Neigung
unabhängig zu machen und so die Übergabe an nachgeordnete
Verarbeitungsorgane wie etwa eine Dreschtrommel zu vergleichmäßigen.
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Da
die Annahmewalze eine Vorverdichtung des Ernteguts vor dessen Eintritt
in den von den Endlosbändern begrenzten Förderkanal
bewirkt und grobe Fremdkörper durch sie von dem Förderkanal
fern gehalten werden, ist es möglich, die eingangsseitigen
umlenkenden Rollen beider Endlosbänder wenigstens quer
zur Förderrichtung unbeweglich zu lagern.
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Dies
ermöglicht eine erhebliche Vereinfachung des Aufbaus des
Schrägförderers, da ein separater Rahmen, in dem
die umlenkenden Rollen des oberen Endlosbandes auslenkbar gehalten
sind, entfallen kann.
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Um
das zwischen dem unteren Endlosband und der Annahmewalze vorverdichtete
Erntegut sicher aufzunehmen und zu fördern, ist vorzugsweise die
Höhe des Förderkanals an dessen eingangsseitigem
Ende größer als die Höhe des Spalts zwischen dem
unteren Endlosband und dem Walzenkörper, und sie nimmt
in Förderrichtung ab. So wird das Erntegut während
des Durchgangs durch den Förderkanal allmählich,
bei minimaler Bruch- und Stauberzeugung, erneut verdichtet.
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Die
Auslassöffnung des Schrägförderers ist vorzugsweise
von einer Blende umgeben, die einen zum Einlass zurücklaufenden
Strang des oberen Förderbandes verdeckt, um zu verhindern,
dass von den nachgeordneten Verarbeitungsorganen ausgestoßene
Bruchstücke des Erntguts auf den zurücklaufenden
Strang gelangen und von diesem wieder aus der Erntemaschine herausbefördert
werden.
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Die
Blende kann, insbesondere an ihren seitlichen Enden, wenigstens
zum Teil durch nachgiebige Elemente gebildet sein, die zwar Bruchstücke
daran hindern, von den Verarbeitungsorganen zurück in den
Förderkanal zu gelangen, die aber dem Druck von über
den Förderkanal zugeführtem Erntegut nachgeben
und ausweichen können. Bei den nachgiebigen Elementen kann
es sich insbesondere um Bürsten handeln.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
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1 einen
schematischen Längsschnitt durch einen Mähdrescher
gemäß der Erfindung;
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2 einen
schematischen Längsschnitt durch einen Schrägförderer
des Mähdreschers aus 1; und
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3 einen
Querschnitt durch den Schrägförderer entlang der
Linie III-III aus 2.
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Der
in 1 gezeigte Mähdrescher umfasst als Karosserieinterne
Einrichtungen zur Verarbeitung von Erntegut in dem Fachmann an sich
bekannter Weise eine Dreschtrommel 1, die drehangetrieben ist,
um Erntegut durch einen Spalt zwischen ihr und einem ortsfesten
Dreschkorb 2 zu befördern und dabei durch Schlagen
und Reiben Körner aus dem Erntegut zu lösen, eine
Wendetrommel 3, einen oder mehrere nebeneinander angeordnete
Schüttler 4, die von der Dreschtrommel 1 abgegebenes
und von der Wendetrommel 3 weiterbefördertes Stroh
aufnehmen und durch Schwingbewegungen zum Heck des Mähdreschers
weiter befördern, wobei sich im Laufe der Bewegung aus
den Strohhülsen das Korn durch die Schüttler 4 hindurchtritt,
einen Rücklaufboden 5, der das hindurchgetretene
Korn auffängt und durch Schüttelbewegungen zu
einem Vorbereitungsboden 6 weiter fördert, der
auch durch den Dreschkorb 2 hindurchge tretenes Korn auffängt,
ein Gebläse 7 und Siebe 8 zum Abscheiden
von Nicht-Kornbestandteilen wie Spelzen und Ährenbruchstücken
aus dem vom Vorbereitungsboden 6 abgegebenen Korn, sowie
einen Elevator 9 zum Überführen des gereinigten Korns
in einen Korntank 10.
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Ein
Erntevorsatz 11 zum Schneiden des Ernteguts und ein Schrägförderer 12 zum
Zuführen des geschnittenen Ernteguts zur Dreschtrommel 1 sind der
Karosserie des Mähdreschers abnehmbar vorgebaut. Erntevorsatz 11 und
Schrägförderer 12 sind mit Hilfe eines
hydraulischen oder pneumatischen Stellglieds 13 anhebbar.
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Der
Aufbau des Schrägförderers 12 ist in 2 in
einem vergrößerten Längsschnitt dargestellt.
Der Schrägförderer 12 hat ein quaderähnliches Gehäuse
mit geschlossenen Ober- und Unterseiten 14, 15 und
Flanken 16, eine Vorderseite 17 mit einer mit
dem Erntevorsatz 11 kommunizierenden Einlassöffnung
und eine Rückseite 18 mit einer Auslassöffnung 19.
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Im
Inneren des Schrägförderers 12 sind zwei Endlosbänder 23, 24 aus
einem faser- oder gewebeverstärkten Elastomermaterial um
Rollen 25, 26, 27, 28 geschlungen,
so dass einander gegenüberliegende Stränge 29, 30 der
Endlosbänder 23, 24 einen Förderkanal 31 begrenzen.
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Die
Achse der Rolle 28 stellt gleichzeitig eine Schwenkachse
dar, um die der Schrägförderer 12 angetrieben
durch das Stellglied 13 schwenkt, wenn die Höhe
des Erntevorsatzes 11 verstellt wird.
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Das
untere Endlosband 24 steht deutlich weiter nach vorn, in
Richtung des Erntevorsatzes 11, vor, als das obere 23,
so dass über dem unteren Endlosband 24 und vor
dem oberen 23 Platz ist für eine Fingerwalze 32.
Die Fingerwalze 32 umfasst eine hohle Trommel 33,
die um eine ortsfeste Welle 34 drehbar ist. Die Welle 34 ist
im Inneren der hohlen Trommel 33 gekröpft, um
einen Drehmittelpunkt 35 für gelenkig aufgehängte
Finger 36 zu bilden, die Löcher 37 der
Trommel 33 durchsetzen.
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In
der 2 ist nur eine Gruppe von vier Fingern 36 gezeigt,
die im Wesentlichen in der Schnittebene der Figur liegen. In der
Praxis sind zahlreiche derartige Gruppen, die mehr oder weniger
Finger haben können, über die gesamte Länge
der Trommel 33 verteilt. Die Finger 36 können
als einfache zylindrische Stifte ausgebildet sein, sie können
aber auch schaufelförmig verbreitert sein, wobei dann die
Löcher 37 zu achsparallelen Schlitzen langgezogen sind.
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Infolge
des Versatzes der Achsen der Finger 36 und der Trommel 33 stehen
die Finger 36 nach vorn, zum Erntevorsatz 11 hin
weit über den Umfang der Trommel 33 über,
um von dem Erntevorsatz 11 zugeführtes Erntegut
bei ihrer Drehung mitzuziehen und einem Spalt zwischen der Trommel 33 und
dem Endlosband 24 zuzuführen. Mit zunehmender
Annäherung an den Spalt ziehen sich die Finger 36 immer weiter
ins Innere der Trommel 33 zurück, so dass das Erntegut
zwischen dem oberen Strang 30 des Endlosbandes 24 und
der Trommel 33 zusammengedrückt wird. Das in dieser
Weise zu einer Matte verdichtete Erntegut tritt oh ne Schwierigkeiten
und ohne Neigung zum Verstopfen in den Förderkanal 31 ein.
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Die
Endlosbänder 23, 24, z. B. faser- oder gewebeverstärkte
Elastomerbänder, sind an ihrer dem Erntgut zugewandten
Seite im Wesentlichen eben und frei von vorstehenden Mitnehmern.
Dadurch kann der Abstand zwischen den oberen Umlenkrollen 26, 28 und
darauf folgenden Führungs-, Verarbeitungs- oder Fördereinrichtungen
im Innern des Mähdreschers sehr klein gehalten und eine
störungsfreie Gutübergabe sichergestellt werden.
Die Endlosbänder 23, 24 haben eine geschlossene Oberfläche,
durch die keine Bruchstücke des Ernteguts hindurch treten
können. Erntegutpartikel können daher nur dann
zwischen die gegenläufigen Stränge 29, 30 bzw. 38, 39 der
Endlosbänder 23, 24 gelangen, wenn sie
deren Längsränder passieren. Wenn allerdings Erntegutteilchen
zwischen die Stränge eindringen, können sie aufgrund
der geschlossenen Oberfläche auch nicht wieder ohne Weiteres
herausgelangen, und Störungen in der Bewegung der Bänder 23, 24 können
auftreten, wenn Fremdmaterial in zu großer Menge zwischen
ihnen und den Umlenkrollen 25 bis 28 zirkuliert.
Um Erntegut am Eindringen zwischen das in dieser Beziehung besonders
gefährdete untere Endlosband 24 und dessen Rollen 27, 28 zu
hindern, sind an den Flanken 16 des Gehäuses des
Schrägförderers in U-Profilen 40, wie
in 3 gezeigt, nachgiebige Streifen 41 befestigt,
die aus dem gleichen Material wie die Endlosbänder 23, 24 bestehen
können und deren von dem U-Profil 40 abgewandter
Rand lose auf dem oberen Strang 30 des Endlosbandes 24 aufliegt.
Wie in 1 zu sehen, sind die Streifen 41 über die
Rollen 27, 28 hinaus bis zur Einlassöffnung
der Vorderseite 17 bzw. der Auslassöffnung 19 an
der Rückseite 18 verlängert.
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Um
eventuell dennoch eindringendes Fremdmaterial zu beseitigen, sind
zwischen den Strängen 29, 38 bzw. 30, 39 Bürsten 42, 43 angebracht.
Die Bürste 42 des oberen Endlosbandes 23 wirkt
auf dessen den Förderkanal 31 begrenzenden unteren
Strang 29, und die Spitze des V ist entgegen der Umlaufrichtung
des Strangs 29 dem Erntevorsatz 11 zugewandt. 44 bezeichnet
eine Befestigungslasche, von denen jeweils zwei an den seitlichen
Enden der Bürste 42 vorhanden sind, um diese an
den beiden Flanken 16 zu befestigen. Aufgrund der V-Form
wird Material, das die Bürste 42 von der Innenseite
des Strangs 29 abstreift, im Lauf der Zeit immer weiter
zur Seite verdrängt, bis es den Rand des Strangs 29 passiert
und in den Förderkanal 31 zurückfällt.
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Auf
dem gleichen Prinzip beruht die Wirkung der Bürste 43 des
unteren Endlosbandes 24. Da diese an den vom Förderkanal 31 abgewandten,
rücklaufenden Strang 39 des Endlosbandes 24 angeordnet
ist, ist ihre Spitze 45 zur Auslassöffnung 19 hin orientiert,
und von ihr ausgekehrtes Material fällt auf die Unterseite 15 des
Gehäuses des Schrägförderers.
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Die
Bürsten 42, 43 können auch durch
Stege aus Kunststoff oder Metall ersetzt sein, über die
die Bänder bei ihrer Förderbewegung hinwegstreichen, so
dass die Stege anhaftendes Fremdmaterial von den Bändern 23, 24 abstreifen.
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Zur
Freihaltung des Zwischenraums zwischen den Strängen 29, 38 von
Verunreinigungen dient auch eine benachbart zu der Rolle 25 angeordnete
Bürstenrolle 46. Wie in 2 angedeutet,
sind die Borsten dieser Rolle 46 jeweils in Kontakt mit
dem Strang 29 bzw. 38 bzw. der Rolle 25 leicht
gestaucht. Während der Reibkontakt der Borsten mit den
umlaufenden Strängen 29, 38 eine Drehung
der Bürstenrolle 46 im Uhrzeigersinn antreibt,
erzeugt der Kontakt mit der Rolle 25 eine Bremswirkung.
Die Bürstenrolle 46 rotiert daher mit Schlupf
sowohl in Bezug auf das Endlosband 23 als auch auf die
Rolle 25 und reinigt so beide. Von der Bürstenrolle 46 gelöste
Partikel erreichen mit dem Strang 29 die Bürste 42 und
werden von dieser zur Seite abgeführt.
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Wie
in 3 zu erkennen ist, ist auch die Auslassöffnung 19 seitlich
jeweils von Bürsten 47 begrenzt. Deren etwa in
Höhe der Längsränder der Stränge 29, 30 angeordnete
Borsten geben nach, wenn Erntegut aus dem Förderkanal 31 zur
Dreschtrommel 1 fließt. Wenn sie jedoch nicht
von nachströmendem Material beiseite gedrängt
sind, stellen sie sich von der Dreschtrommel zurück geschleuderten Teilchen
in den Weg und verhindern so, dass diese zwischen die Stränge
geraten.
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Um
die Rückförderung von ausgeschleudertem Material
von der Dreschtrommel 1 über den Schrägförderer 12 ins
Freie zu verhindern oder zumindest zu begrenzen, ist ein oberer
Rand der Auslassöffnung 19 so angeordnet, dass
er aus der Dreschtrommel zurück geschleuderten Teilchen
den Weg auf den rücklaufen den Strang 38 des oberen Endlosband 23 versperrt.
Solche Teilchen gelangen daher nicht zurück zum Erntevorsatz 11 und über
diesen ins Freie, sondern fallen zurück in den aus dem Schrägförderer 12 austretenden
Erntegutstrom und werden so der Dreschtrommel 1 unmittelbar
wieder zugeführt.
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Um
den Übertritt des Ernteguts vom Schrägförderer
in den Spalt zwischen Dreschtrommel 1 und Dreschkorb 2 auf
einen leicht nach unten abknickenden Weg zu erleichtern, ist das
untere Endlosband 24 etwas langsamer angetrieben als das
obere Endlosband 23. Dies hat zur Folge, dass der Erntegutstrom den
Förderkanal 31 nicht auf geradem Wege verlässt,
sondern beim Passieren der Rolle 28 dem Verlauf des Bandes 24 folgend
merklich nach unten abknickt. Um dies zu erreichen, können
die Endlosbänder 23, 24 von zwei Motoren
mit geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten angetrieben
sein, oder ein Übersetzungsgetriebe ist zwischen der antreibenden
Rolle wenigstens eines der Endlosbänder 23, 24 und
dem Motor angeordnet, um einen etwas langsameren Lauf des unteren
Endlosbandes 24 einzustellen.
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Einer
bevorzugten Ausgestaltung zufolge ist jedem der Endlosbänder 23, 24 und
eventuell auch der Fingerwalze 32 ein eigener (nicht dargestellter) Motor
zugeordnet, und eine Steuerschaltung regelt die Geschwindigkeiten
der Endlosbänder 23, 24 in Abhängigkeit
von der Stellung des Stellgliedes 13. Die Geschwindigkeitsdifferenz
zwischen den Bändern 23, 24 ist umso
geringer, je weiter das Stellglied 13 ausgefahren ist,
d. h. je geringer die Neigung des Schrägförderers
ist. Auf diese Weise reduziert sich der Winkel, unter dem das Erntegut
am Ende des Förderkanals 31 abgelenkt wird, mit
abnehmender Neigung des Schrägförderers, so dass
die Richtung, in der es auf die Dreschtrommel 1 stößt
beziehungsweise in den Spalt zwischen Dreschtrommel 1 und Dreschkorb 2 eindringt,
unabhängig von der Neigung des Schrägförderers
stets dieselbe ist. Ungleichmäßigkeiten in der Übergabe
des Ernteguts vom Schrägförderer 12 auf
die Dreschtrommel 1, die ansonsten bei einer Höhenanpassung
des Erntevorsatzes 11 auftreten können, werden
so vermieden.
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Die
obere Rolle 26 am stromabwärtigen Ende des Förderkanals 31 ist
in vertikaler Richtung federnd aufgehängt, so dass sie,
wenn – zum Beispiel aufgrund zu hohen Erntegutdurchsatzes – schlecht
verdichtbares Erntematerial den Förderkanal 31 passiert,
die Rolle 27 und mit ihr das Endlosband 23 nach
oben ausweichen kann, um einen dichten Ballen Erntematerial passieren
zu lassen. Die Rolle 25 hingegen hat eine am Gehäuse
des Schrägförderers 12 ortsfeste Achse.
Da das Erntegut bereits beim Eintritt in den Kanal 31 von
der Fingerwalze 32 zu einer Matte vorverdichtet ist, ist
eine bewegliche Aufhängung für die Rolle 25 nicht
erforderlich.
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- 1
- Dreschtrommel
- 2
- Dreschkorb
- 3
- Winkeltrommel
- 4
- Schüttler
- 5
- Rücklaufboden
- 6
- Vorbereitungsboden
- 7
- Gebläse
- 8
- Siebe
- 9
- Elevator
- 10
- Kontakt
- 11
- Erntevorsatz
- 12
- Schrägförderer
- 13
- Stellglied
- 14
- Oberseite
- 15
- Unterseite
- 16
- Flanke
- 17
- Vorderseite
- 18
- Rückseite
- 19
- Auslassöffnung
- 20
-
- 21
-
- 22
-
- 23
- Oberes
Endlosband
- 24
- Unteres
Endlosband
- 25
- Rolle
- 26
- Rolle
- 27
- Rolle
- 28
- Rolle
- 29
- Strang
- 30
- Strang
- 31
- Förderkanal
- 32
- Fingerwalze
- 33
- Trommel
- 34
- Welle
- 35
- Drehmittelpunkt
- 36
- Finger
- 37
- Loch
- 38
- Strang
- 39
- Strang
- 40
- U-Profil
- 41
- Streifen
- 42
- Bürste
- 43
- Bürste
- 44
- Befestigungslasche
- 45
- Spitze
- 46
- Bürstenrolle
- 47
- Bürste
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004036183
A1 [0002]
- - DE 102005027841 A1 [0002]
- - EP 1849352 A1 [0004]
- - EP 0567192 A1 [0011]
- - EP 1050206 B1 [0011]