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Die Erfindung betrifft ein steuerbares Krankenbett, ein Verfahren zur Steuerung eines steuerbaren Krankenbetts sowie ein Computerprogrammprodukt, das eine Steuerung für ein steuerbares Krankenbett implementiert.
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Krankenbetten sind beispielsweise für die stationäre Aufnahme von Patienten in Krankenhäusern bekannt. Ein solches Krankenbett weist ein Bettgestell auf, auf dem sich eine Matratze befindet. Durch mechanisches Verstellen des Bettgestells kann beispielsweise das Kopfteil, des Bettes hochgestellt werden, was ein Anlehnen des Oberkörpers ermöglicht. Ebenso kann durch das Bettgestell beispielsweise das Fußteil der Matratze angehoben werden, so dass Blut aus den unteren Extremitäten, den Beinen, leichter Richtung Oberkörper fließen kann. Dies kann beispielsweise nach einer Verletzung an einem Bein medizinisch sinnvoll sein. Ein solches mechanisches Krankenbett erfordert, dass eine Person, beispielsweise ein Pfleger oder eine Krankenschwester, die Einstellung des Krankenbetts vornimmt. Es ist hier beispielsweise wünschenswert, die Zeit, die das Krankenhauspersonal zur Einstellung eines mechanischen Krankenbettes benötigt, zu verkürzen. Weiterhin ist es wünschenswert, die Kraftanstrengung, die für die Verstellung nötig ist, zu verringern.
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Schwer kranke Patienten, insbesondere durch Schlaganfall oder Querschnittslähmung gelähmte Patienten, sind häufig, in ihrer Beweglichkeit im Krankenbett extrem eingeschränkt. Dass sie überwiegend bewegungslos im Bett liegen hat zur Folge, dass sich die Auflagepunkte ihres Körpers auf der Oberfläche des Bettes nicht ändern. Für eine Änderung der Auflagepunkte wäre eine äußere Krafteinwirkung durch beispielsweise das Krankenhauspersonal erforderlich. An den Auflagepunkten des Körpers drückt ein Knochen auf die Haut, so dass diese komprimiert wird und so den Blutfluss in diesem Bereich einschränkt bzw. verhindert. Als Folge werden diese Auflagepunkte nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auf diese Art kann es zum Absterben von Gewebeteilen kommen. Dies ist als Dekubitus bekannt. Der Dekubitus kann sich infizieren und kann sogar bei Schwerkranken und somit abwehrgeschwächten Patienten zum Tode führen. Um dem Dekubitus vorzubeugen, müssen entsprechend gefährdete Patienten vom Krankenhauspersonal im Bett bewegt werden, damit sich die Auflageflächen häufiger ändern und so eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung aller Gewebeteile gewährleistet ist. Es wäre wünschenswert, eine qualitativ hochwertige Vorsorge zum Vermeiden des Dekubitus automatisch durchzuführen. In
DE 100 01 687 A1 ist ein Krankenbett für die Dekubitusprophylaxe offenbart. Dabei wird ausgenutzt, dass ein Bewegen des Bettrahmens in verschiedene Positionen die Auftrittswahrscheinlichkeit eines Dekubitus verringert. Dabei ist der Bettrahmen auf vier hydraulisch beaufschlagbaren Arbeitszylindern gelagert. Mit diesen Zylindern ist der Bettrahmen so bewegbar, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Dekubitus verringert wird. Die
WO 2006/061 834 A betrifft ein Rehabilitationsgerät zur physischen Rehabilitation und zur Integration in den täglichen Lebensablauf. Die
DE 83 045 60 U betrifft eine mehrteilige, mehrfach verstellbare Liege. Die
DE 196 03 318 A1 betrifft ein Steuerungssystem für elektromotorisch betätigte Verstelleinrichtungen für ein Krankenbett.
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Bei der Behandlung komatöser Patienten bildet der Erhalt der Vitalfunktionen einen Schwerpunkt. Der komatöse Patient befindet sich in einem immobilen Zustand und erfährt reduzierte Sinnesreizgebungen. Bewegung stellt jedoch für viele Funktionen des menschlichen Körpers einen grundlegenden Faktor dar. Die Funktionen beziehen sich dabei nicht nur auf die Muskulatur, sondern können beispielsweise auch Organfunktionen einschließen. Länger andauernde Immobilität, wie sie insbesondere bei komatösen Patienten vorliegt, kann zu Arthrose, zu Inaktivitätsosteoporose, zu Veränderungen von Knorpeln und des Band-/Kapselapparates oder zu Muskelatrophie führen. In diesem Zusammenhang stellen Druck, Zug, Biegung und Torsion wichtige mechanische Reize mit strukturerhaltender Wirkung für den Patienten dar. Weitere Folgen der Immobilität des komatösen Patienten sind beispielsweise die Steigerung des Thromboserisikos sowie der Ödemneigung oder das Verlernen von Bewegungsabläufen. Es wäre wünschenswert, die Behandlung von komatösen Patienten durch die Bereitstellung geeigneter technischer Mittel zu verbessern.
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Ausgehend von dem genannten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein steuerbares Krankenbett, ein Steuerungsverfahren und ein Computerprogrammprodukt bereit zu stellen, dass das Krankenhauspersonal möglichst umfangreich entlasten und unterstützen kann. Insbesondere soll dabei eine Vielzahl von Funktionalitäten bereitgestellt werden.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem steuerbaren Krankenbett, umfassend ein Bettgestell, das bewegbare Teile aufweist, mindestens einer Antriebseinheit für das Bewegen der bewegbaren Teile und/oder zum Fahren der bewegbaren Teile in bestimmte Positionen, mindestens einer Steuereinheit zum Steuern der mindestens einen Antriebseinheit und mindestens eine Speichereinheit zur Speicherung einer Vielzahl von bestimmten Positionen und Funktionen, wobei die bestimmten Positionen eine Schockposition, eine Herzposition, eine Zerebralposition, eine Sitzposition, eine Rückenposition, eine Wiederbelebungsposition und/oder eine horizontale Position umfassen, wobei die Funktionen ein kontinuierliches Bewegen von Extremitäten und/oder eines Rumpfes, eine Vibrationsfunktion, eine Druckgeschwürprophylaxefunktion, eine Auswahl von verschiedenen Positionen mittels einer schnellen und direkten Einstellung und/oder eine Gewichtskontrollfunktion umfassen, wobei die Steuereinheit eine Mehrzahl der bestimmten Positionen und Funktionen zum Auswählen bereitstellt. Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch ein Steuerungsverfahren eines Krankenbetts und ein Computerprogrammprodukt.
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Als Bettgestell wird ein Gestell verstanden, das beispielsweise eine Matratze enthält, aber auch andere Vorrichtungen, die beispielsweise für das Halten von Extremitäten eines Patienten vorgesehen sind, umfassen kann. Um beispielsweise die Matratze oder genannte Vorrichtungen bewegen zu können, weist das Bettgestell bewegbare Teile auf. Ein solches bewegbares Teil kann beispielsweise eine bewegbare Kopfstütze sein. Die bewegbaren Teile des Bettgestells können über Antriebseinheiten bewegt werden und/oder in bestimmte Positionen gefahren werden. Die Antriebseinheit bzw. die Antriebseinheiten können elektrisch und/oder hydraulisch ausgestattet sein. Beispielsweise kann ein Bettgestell Gelenke in dem Bereich des Kniegelenkes und im Hüftbereich aufweisen und somit das Bettgestell in drei bewegbare Teile aufteilen. Durch ein Bewegen des unteren Teils um einen bestimmten Winkel sowie durch ein Bewegen des oberen Teils um einen bestimmten Winkel kann das Bett aus einer Liegeposition in eine Sitzposition gefahren werden. Eine solche definierte Einstellung der bewegbaren Teile kann als eine bestimmte Position, hier beispielsweise die Sitzposition, gespeichert werden. Um beispielsweise die Dekubitusprophylaxe vorzunehmen, kann beispielsweise ein Bettrahmen gemäß einem vorgegebenen Bewegungsprofil bewegt werden. Ein solches Bewegungsprofil kann durch vorgegebene Positionen sowie Zeitpunkte, zu denen das Bettgestell in die vorgegebene Position gefahren wird, definiert werden. Eine solche Definition einer Druckgeschwürprophylaxefunktion kann ebenfalls gespeichert werden. Eine Steuereinheit kann die Antriebseinheiten dann so bewegen, dass das steuerbare Krankenbett in eine definierte Position fährt oder eine definierte Funktion ausführt. Dabei greift die Steuereinheit auf eine Speichereinheit zurück, auf der eine Vielzahl von Positionen und Funktionen gespeichert sein kann. Über eine Benutzerschnittstelle stellt die Steuereinheit einem Benutzer eine Mehrzahl von bestimmten Positionen und Funktionen bereit. Bei der Steuereinheit handelt es sich vorzugsweise um eine elektronische Steuerung. Zusätzlich zu den Positionen und Funktionen, die ein Bewegen von bewegbaren Teilen über Antriebseinheiten nutzen, kann das steuerbare Bett auch weitere Funktionen, wie beispielsweise eine Gewichtskontrollfunktion, bereitstellen. Mit dieser Gewichtskontrollfunktion kann das Gewicht eines Patienten, der sich auf dem steuerbaren Krankenbett befindet, gemessen werden. Dann liefert ein entsprechender Sensor die gemessene Gewichtsinformation an eine zentrale Steuereinheit. Von der Steuereinheit wird das gemessene Gewicht beispielsweise gespeichert oder zu einer Bildschirmausgabe weitergeleitet. Ebenso ist es denkbar, eine Gewichtsmessreihe aufzunehmen und damit die Gewichtsentwicklung des Patienten wiederzugeben. Die Schockposition beschreibt eine Position, in der die Beine eines Patienten höher als der Rumpf liegen und der Rumpf höher als der Kopf. Die Arme weisen vorzugsweise leicht nach oben. Eine Herzposition beschreibt beispielsweise eine Position, bei der der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel größer als 90 Grad ist sowie der Winkel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel, an der Kniekehle gemessen, größer als 90 Grad ist. Die Sitzposition unterscheidet sich von der Herzposition insbesondere dadurch, dass der Oberkörper weiter aufgerichtet ist. Die Zerebralposition beschreibt eine Position, in der der Patient im Wesentlichen liegt, jedoch die Kniekehle leicht angewinkelt ist und der Oberschenkel gegenüber dem Oberkörper leicht angewinkelt ist. Die horizontale Position beschreibt eine Position, bei der der Patient im Wesentlichen ganz ausgestreckt liegt. Die Rückenposition beschreibt eine Position, in der der Patient mit dem Rücken gerade liegt, die Beine angewinkelt sind und die Unterschenkel im Wesentlichen parallel zum Rücken liegen. Die Wiederbelebungsposition ist eine Position, in der das Bettgestell den Patienten – ausgestreckt auf dem Rücken liegend – möglichst tief Richtung Boden fährt. Die Mehrzahl von bestimmten Positionen und Funktionen umfasst mindestens zwei Positionen und mindestens eine Funktion, insbesondere bevorzugt mindestens vier Positionen und mindestens zwei Funktionen, besonders bevorzugt mindestens 5 Positionen und mindestens 4 Funktionen.
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In einem Rumpfbereich des steuerbaren Krankenbettes werden Materialien verwendet, die eine Röntgenmessung im Wesentlichen nicht beeinträchtigen. Insbesondere bei Röntgenmessungen im Rumpfbereich von Menschen, die sich nicht oder nur eingeschränkt bewegen können, ist es wünschenswert, dass für die Röntgenmessung kein Umzug des Patienten von seinem Krankenbett zu einer anderen Liege nötig ist. Durch die Verwendung o. g. Materialien können Röntgenmessungen durchgeführt werden, ohne dass der Patient sein Bett verlassen muss.
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Die Positionen und/oder die Funktionen des Krankenbettes sind individuell konfigurierbar. Die Positionen sind beispielsweise durch die Lage der verschiedenen beweglichen Teile definiert. Damit die Antriebseinheiten die beweglichen Teile in die Positionen fahren können, greift das Steuergerät auf eine Speichereinheit zu, in der die entsprechenden Positionen gespeichert sind. Es kann nun sinnvoll sein – beispielsweise abhängig von der Größe des Patienten oder anderen Eigenarten des Patienten – die Definition einer Position zu verändern. Ebenso kann es sinnvoll sein, weitere definierte Positionen hinzuzufügen. Das Ändern und Hinzufügen der Positionen werden hier durch Konfigurieren der Positionen beschrieben. Ebenso können Definitionen der Positionen verändert werden oder neue Funktionen hinzugefügt werden. Beides ist im Begriff „Funktionen konfigurieren” enthalten.
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Für die Dekubitusprophylaxe kann das steuerbare Krankenbett beispielsweise gekammerte Luftkissen aufweisen, die jeweils mit wechselndem Druck gefüllt werden. Der Druck in den gekammerten Luftkissen kann dann über die Steuereinheit gesteuert werden.
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Die Vibrationsfunktion kann mit Hilfe der Steuerung so eingestellt werden, dass für die rechte Hand, die linke Hand, den rechten Fuß und den linken Fuß ein eigener Vibrationswert eingestellt werden kann. Das steuerbare Krankenbett kann so eingestellt werden, dass einzelne Gelenke – wie z. B. das Hüftgelenk, das Kniegelenk, das Ellbogengelenk, das Schultergelenk – um bestimmte Winkel, die einstellbar sind, bewegt werden.
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Ein solches steuerbares Krankenbett lässt sich auch für Therapiezwecke, Diagnosezwecke und Mess- und Kontrollzwecke an dem Patienten einsetzen. Es kann somit den Komfort des Patienten vergrößern, das Krankenhauspersonal entlasten sowie Therapien unterstützen oder durchführen. Beispielsweise kann ein solches steuerbares Krankenbett einem komatösen Patienten sensorische Reize – wie beispielsweise taktile Reize, Bewegungsreize oder akustische Reize – zufügen und somit bei der Behandlung von komatösen Patienten unterstützen bzw. die Behandlung verbessern. Spezifische Bewegungen für die Extremitäten können für die Steuereinheit definiert sein, oder aber die entsprechenden Bewegungsmuster und Zeitdauern können der Steuereinheit eingegeben werden. Letzteres ermöglicht ein individuelles Einstellen der Bewegungsfunktionen. Ebenso sind die Bewegungen des Rumpfes und des Nackens bezüglich eines Bewegungsmusters und der zugehörigen Bewegungszeit einstellbar. Die zeitliche Dauer der jeweiligen Bewegungen einschließlich Anfangszeit und Endzeit eines Bewegungsmusters kann ebenso eingestellt werden. Ein Bewegungsmuster kann beispielsweise durch die Angabe einer maximalen Beugung eines Gelenkes genauer spezifiziert werden. In einer Weiterbildung der Erfindung weist das Bettgestell des steuerbaren Krankenbettes ein erstes bewegbares Teil zum Halten und Bewegen eines Kopf- und Rumpfbereiches eines Patienten und ein zweites, ein drittes, ein viertes und ein fünftes bewegbares Teil zum Halten und Bewegen jeweils einer Extremität des Patienten auf. Mit einem entsprechenden steuerbaren Krankenbett wird eine kontinuierliche passive Bewegung der vier Extremitäten und des Rumpfes ermöglicht. Auf diese Weise können auch taktile Reize vermittelt werden.
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In einer Weiterbildung der Erfindung weist das steuerbare Krankenbett mindestens eine Sensoreinheit auf. Die Sensoreinheiten können dazu benutzt werden, Kontrollinformationen – wie zum Beispiel Daten des Bettes, Gewichtsmessungen und/oder Ergebnisdaten über durchgeführte Bewegungen – an die Steuer- und/oder Speichereinheit zu übertragen. Diese Kontrollinformationen können auch anderen Überwachungseinheiten oder Computereinheiten bereitgestellt werden. Wird beispielsweise von einer Messeinheit oder von einer externen Überwachungseinheit, die beispielsweise Blutdruck, Herzfrequenz oder Sauerstoffsättigung misst, ein Notfall festgestellt, so kann dieses Notfallsignal der Steuereinheit übermittelt werden, worauf die Steuerung einen sofortigen Stillstand der Bewegung des Krankenbettes und eine Positionierung des Patienten in Notfalllage durchführt. Beispielsweise können Extremitäten und/oder der Rumpf mit Klettverschlüssen an beweglichen Teilen des Bettgestells befestigt werden. Dabei weisen die Klettverschlüsse Sensoren auf, die einen mangelhaften Verschluss anzeigen, wenn der Klettverschluss nicht ordnungsgemäß verschlossen ist. Dieses Sensorsignal wird dann beispielsweise der Steuereinheit bereitgestellt, die daraufhin ein Warnsignal ausgeben kann.
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In einer Weiterbildung der Erfindung weist das steuerbare Krankenbett ein akustisches System zur Ausgabe akustischer Reize auf. Neben taktilen Signalen sind auch akustische Signale zur Reizgebung an einen komatösen Patienten geeignet. Beispielsweise können über die Steuereinheit die zeitliche Dauer von Hörsignalen sowie die Lautstärke der Hörsignale, die das akustische System abgibt, von der Steuereinheit gesteuert und an der Steuereinheit eingestellt werden. Das akustische System weist beispielsweise einen Kopfhörer und einen Speicher für Tondaten auf. Die Steuereinheit kann dem Kopfhörer beispielsweise über eine drahtlose Verbindung die Tondaten bereitstellen. An der Steuereinheit können dann auch Lautstärkenregelungen sowie Zeitdauereinstellungen vorgenommen werden.
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In einer Weiterbildung der Erfindung weist das steuerbare Krankenbett ein Thermosystem zur Regulierung einer Körpertemperatur auf. Das Thermosystem kann beispielsweise über die Steuereinheit gesteuert werden. Der Steuereinheit können dann über eine Kommunikationsschnittstelle individuelle Einstellungen oder Standardeinstellungen, die für die Regulation der Körpertemperatur eines Patienten notwendig sind, mitgeteilt werden. Das Thermosystem kann beispielsweise auch eine Thermosonde aufweisen, die zur Messung der Körpertemperatur rektal an einem Patienten eingelegt werden kann. Die Messung der Körpertemperatur wird dann der Steuereinheit bereitgestellt, die das Thermosystem steuert. Auf diese Weise ist ein Regelkreis für die Körpertemperatur entstanden. Die Temperatur des Thermosystems kann auch manuell eingestellt werden.
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In einer Weiterbildung der Erfindung weist das steuerbare Krankenbett mindestens einen Notfall-Stopp-Schalter auf. Ein solcher Notfall-Stopp-Schalter dient dem Patienten oder beispielsweise dem Krankenhauspersonal, um bei unvorhergesehenen Notfällen das steuerbare Bett sofort abschalten bzw. stoppen zu können. Auf diese Weise wird die Sicherheit eines entsprechenden steuerbaren Bettes erhöht.
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In einer Weiterbildung der Erfindung stellt das erfindungsgemäße steuerbare Krankenbett eine Alarmfunktion bereit. Beispielsweise können Körperteile des Patienten oder der Patient selbst an dem steuerbaren Krankenbett fixiert werden. Das Lösen einer Fixierung kann über einen entsprechenden Sensor gemessen werden, und dieses Messsignal kann der Steuereinheit bereitgestellt werden. Löst sich die Fixierung ungewollt, so kann die Steuereinheit auf Basis des empfangenen Messsignals einen Alarm auslösen, der diesen Zustand angibt. Weitere Alarmfunktionen können auf dem Prinzip beruhen, dass Kontrollmechanismen oder Messeinheiten Signale an die Steuereinheit liefern, diese Signale von der Steuereinheit ausgewertet werden und daraufhin ein entsprechender Alarm ausgelöst wird.
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In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen steuerbaren Krankenbettes ist die Steuereinheit über einen Berührungsbildschirm bedienbar. Grundsätzlich ist jede Benutzerschnittstelle, beispielsweise Maus, Tastatur, Sprachsteuerung etc. für die Steuereinheit denkbar. Insbesondere die Verwendung eines Berührungsbildschirmes, der mit einem Berührungsstift bedienbar ist, ist besonders vorteilhaft, da hygienische Anforderungen in einem Krankenhaus gut erfüllt werden können. Die Benutzerschnittstelle kann so ausgestaltet sein, dass viele der Positionen und Funktionen, deren Definitionen in der Speichereinheit gespeichert sind, mit einer eigenen Schaltfläche einzeln ausgewählt werden können, d. h. ein einzelnes Drücken auf einer Bedienoberfläche genügt, um das steuerbare Bett in eine ausgewählte Position zu fahren bzw. eine ausgewählte Funktion auszuführen.
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In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen steuerbaren Krankenbettes weist das steuerbare Krankenbett mindestens eine Kommunikationsschnittstelle auf. Diese Kommunikationsschnittstelle kann dazu dienen, aufgenommene Messwerte – wie beispielsweise das Gewicht des Patienten – zu verschiedenen Zeiten an eine Rechnereinheit weiterzuleiten. Bei der Kommunikationsschnittstelle kann es sich beispielsweise um eine USB-Schnittstelle oder um eine Schnittstelle für einen Drucker handeln.
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In einer Weiterbildung der Erfindung stellt die Steuereinheit eine Timingfunktion bereit. Mittels einer Timingfunktion können beispielsweise Funktionen nur zu bestimmten Tageszeiten durchgeführt werden, oder nach einer gewissen Zeit können Funktionen automatisch abgestellt werden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung umfasst ein Steuerungsverfahren eines erfindungsgemäßen Krankenbetts mindestens die folgenden Schritte
- – Fahren des steuerbaren Krankenbettes in eine ausgewählte Position, nachdem die ausgewählte Position konfiguriert und ausgewählt ist,
- – Durchführen einer ausgewählten Funktion des steuerbaren Krankenbettes, nachdem die ausgewählte Funktion konfiguriert und ausgewählt ist,
- – Durchführen von Kontrollfunktionen und Bereitstellen eines Alarmsignals.
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Die Kontrollfunktionen können beispielsweise die Messung des Gewichts eines Patienten oder die Überprüfung einer Fixierung bedeuten. Das Konfigurieren von Positionen bzw. das Konfigurieren von Funktionen kann dadurch geschehen sein, dass bestimmte Positionen bereits in einem Speicher, auf den die Steuerung zugreifen kann, gespeichert sind. Es kann ebenfalls bedeuten, dass bestimmte Positionen und/oder Funktionen von einem Nutzer, beispielsweise von einem Patienten oder einem Krankenhausmitarbeiter, in die Steuereinheit eingegeben werden und von dieser auf einen Speicher abgelegt werden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist in einem Computerprogrammprodukt ein Steuerungsverfahren eines erfindungsgemäßen Krankenbettes implementiert. Die Steuereinheit ist beispielsweise als Software in einem Prozessor realisiert. Ein solches Computerprogrammprodukt kann beispielsweise über eine Kommunikationsschnittstelle an dem steuerbaren Krankenbett auf einem Prozessor, der zu dem steuerbaren Krankenbett gehört, geladen werden.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die 1 bis 4 näher erläutert.
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1 zeigt ein Funktionsschema eines erfindungsgemäßen steuerbaren Krankenbetts 1.
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Eine Steuereinheit 4 ist über einen Berührungsbildschirm 7 bedienbar. Die Steuereinheit 4 kann auf eine Speichereinheit 5 zugreifen. Mit einem Notfallschalter 6 kann das steuerbare Bett 1 jederzeit sofort abgeschaltet werden. Die Steuereinheit 4 kann eine Antriebseinheit 3 steuern. Die Antriebseinheit 3 dient dem Bewegen von beweglichen Teilen eines Bettgestells 2. An dem Bettgestell sind Messeinheiten 9 angebracht, die Messwerte an die Steuereinheit 4 liefern. Messwerte können beispielsweise Gewichtsmessungen sein. Erhält die Steuereinheit 4 über den Berührungsbildschirm 7 den Befehl, das Bett 2 in eine vorgegebene Position zu fahren, beispielsweise in eine Sitzposition, dann lädt es die entsprechenden Daten zu der gewünschten Position aus der Speichereinheit 5. Auf Basis der geladenen Daten steuert die Steuereinheit 4 die Antriebseinheit 3 so, dass die Teile des Bettgestells in die vordefinierte und ausgewählte Position fahren. Ebenso kann über den Berührungsbildschirm eine Position ausgewählt werden. Die Daten der ausgewählten Funktionen werden von der Steuerung aus Speichereinheit 5 geladen. Entsprechend den geladenen Daten werden die Antriebseinheiten so gesteuert, dass das Bettgestell 2 bzw. das steuerbare Krankenbett 1 die gewünschte Funktion ausführt. Ebenso können die Messwerte der Messeinheit 9 in der Steuereinheit 4 verarbeitet werden. Ein Ergebnis dieser Verarbeitung wird beispielsweise über die Kommunikationsschnittstelle 8 an einen Rechner oder einen Drucker ausgegeben.
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2 zeigt einen Berührungsbildschirm 7, der als Benutzerschnittstelle des steuerbaren Krankenbetts verwendet wird. Er weist Funktionalitäten auf, die durch Berühren eines entsprechend gekennzeichneten Teils einer Berührungsfläche ausgewählt werden können. Die Berührungsfläche weist einen Auswahlbereich für eine Bewegungseinrichtung 11, für eine Vibrationseinrichtung 12, für aktuelle Einstellungen 13, für eine Druckgeschwürprophylaxe 14, für ein akustisches System 29, für ein Thermosystem 27 und für eine Systemkontrolle 16 auf. Ein Verlust einer Fixierung wird in einem Alarmbereich 15 angezeigt. Diese Auswahlbereiche dienen der Auswahl einer Einrichtungsfunktionalität. Weitere Auswahlbereiche sind ein Auswahlbereich für einen Notfall-Stopp 17, für eine Schockposition 18, für eine Herzposition 19, für eine Zerebralposition 20, für eine Sitzposition 21, für eine Rückenposition 22, für eine Wiederbelebungsposition 23 und für eine horizontale Position 24. Weiterhin ist ein Auswahlbereich für eine Gewichtsmessfunktion 25 und ein OK-Bereich 26 vorhanden. Ein manuelles Steuern eines steuerbaren Krankenbetts wird über Pfeile 27 und 28 zur Einstellung der Bettposition ermöglicht. Durch Berühren der Auswahlbereiche führt eine Steuerung eines steuerbaren Krankenbetts die ausgewählte Funktionalität aus. Wird eine Einrichtungsfunktionalität gewählt, wird der Berührungsbildschirm ein entsprechendes Einrichtungsmenü anzeigen, in dem weitere Eingaben getätigt werden können.
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3 zeigt einen Patienten 35, der auf bewegbaren Teilen eines Bettgestells liegt bzw. an diesen fixiert ist. Bei den bewegbaren Teilen handelt es sich um ein erstes bewegbares Teil 36 zum Bewegen eines Kopf- und Rumpfbereiches eines Patienten 35 und um ein zweites bewegbares Teil 31, ein drittes bewegbares Teil 32, ein viertes bewegbares Teil 33 und ein fünftes bewegbares Teil 34. Die bewegbaren Teile 31 bis 34 dienen dem Bewegen der vier Extremitäten des Patienten. Die fünf dargestellten bewegbaren Teile können über Antriebseinheiten bewegt werden. Durch eine geeignete Steuerung der Antriebseinheiten können bestimmte Funktionen und Bewegungsmuster ausgeführt werden. So kann beispielsweise durch geeignetes Bewegen des bewegbaren Teils 33 ein Beugen des rechten Ellbogengelenkes um einen bestimmten Winkel erreicht werden.
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4 zeigt schematisch einige Teile des steuerbaren Krankenbetts. Das Schema zeigt eine Schale 41 aus ultraleichtem Material, z. B. Glasfaser, auf der ein Anti-Dekubituselement 42, das gekammerte Luftkissen aufweist, angeordnet ist. Ein Thermosystem 43 ist seitlich an dem Dekubituselement angeordnet. Eine wasserdichte Matratzenauflage 44 dient dazu, zu vermeiden, dass Flüssigkeiten von einer Matratze zu dem Thermosystem 43 oder dem Anti-Dekubituselement gelangen. Ein Teleskoparmsystem 45 dient der Einstellung von Abmessungen des Bettes, so dass das Bett an verschiedene Patientengrößen angepasst werden kann. Unterhalb des ersten bewegbaren Teils 36 zum Bewegen eines Kopf- und Rumpfbereiches ist eine Kassettenhalterung verschiebbar angeordnet. Diese Kassettenhalterung dient der Aufnahme von Röntgenaufnahmen der Lunge oder des Bauchraumes.