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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Golfschuhpaar.
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Golfschuhe
sind speziell für
den Golfsport entwickelte und ausgestattete Sportschuhe. Sie zeichnen
sich in der Regel dadurch aus, dass auf der Lauffläche rutschhemmende
Elemente wie zum Beispiel Spikes oder andere Perforierungen vorgesehen sind,
um den sicheren Stand des Spielers auf dem Golfplatz zu unterstützen, insbesondere
in Verbindung mit der Schwungausführung zum Spielen des Balles.
Eine insbesondere für
Golfschuhe nutzbare Laufsohle ist zum Beispiel in dem Dokument
DE 37 41 015 A1 beschrieben.
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Aus
dem Dokument
DE
10 2005 017 654 A1 ist ein Golfschuheinlagenpaar bekannt,
bei dem Verstärkungslagen
gebildet sind. Die Verstärkungslagen der
beiden Golfschuheinlagen haben zur schwungrichtungsselektiven Unterstützung des
Spielers beim Golfschwung unterschiedlich ausgeformte Verstärkungsabschnitte.
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In
dem Dokument
DE 37
15 451 A1 ist ein Golfschuh beschrieben, bei dem die Schuhsohle
in zwei Stützzonen
aufgeteilt ist, die sich nebeneinander erstrecken und eine erste
passive Zone, die aus einem Material bestimmter Härte besteht
und die Hauptunterlage für
den Fuß des
Benutzers bildet, sowie eine zweite aktive Zone umfassen, die ein
Dämpfungselement
aufweist, dessen Material eine geringere Härte als das Material der passiven
Zone hat und dem eine Laufsohle zugeordnet ist. Im Fall der Nutzung
des bekannten Golfschuhs durch einen Rechtshänder ist der linke Golfschuh
mit einer Fußauflagenfläche versehen,
die zur Schuhinnenseite hin geneigt ist. In einer Ausgestaltung
ist weiterhin eine Abschrägung
an der Schuhsohle im Bereich des Außenrandes des linken Schuhs
gebildet.
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Ein
Golfschuh mit einer äußeren Abrollfläche ist
aus den Dokumenten
JP
2003 070 505 A sowie
GB 2 000 014 A bekannt. Auch in dem Dokument
US 4,149,324 A eine äußere Abrollfläche an einem
Golfschuh vorgesehen. Eine äußere Abrollfläche an einem
Golfschuh zeigt auch das Dokument
WO 87/07480 A1 .
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein verbessertes Golfschuhpaar zu schaffen,
bei dem linker und rechter Schuh als Gesamtsystem schwungunterstützend gebildet
sind.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Golfschuhpaar mit schwungunterstützenden
Abrollflächen
gemäß Anspruch
1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.
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Die
Erfindung umfasst den Gedanken eines Golfschuhpaares mit schwungunterstützenden
Abrollflächen,
wobei an dem einen Golfschuh entlang seines äußeren Schuhrandes eine äußere Abrollfläche und
an dem anderen Golfschuh in seinem Großzehenbereich bis in seinen
Schuhspitzenbereich hinein entlang des inneren Schuhrandes eine
innere Abrollfläche
gebildet sind.
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Mit
Hilfe des vorgeschlagenen Golfschuhpaares ist ein Schuhsystem geschaffen,
welches die beim Golfschwung von den Füßen des Spielers möglichst
korrekt auszuführenden
Bewegungen unterstützt
und erleichtert. Während
die äußere Abrollfläche das
Abrollen über
den Außenrist
erleichtert und unterstützt,
erfüllt
die innere Abrollfläche
die gleiche Funktion für
das mit dem anderen Fuß auszuführende Abrollen
und Drehen über
die Fußspitze.
Die Golfschuhe sind ungleichartig ausgebildet, was insoweit auch
als „asymmetrisch” konstruiertes
Golfschuhpaar bezeichnet werden kann.
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Beim
Golfschwung handelt es sich um einen physikalischen Prozess, der
durch den menschlichen Körper
biomechanisch umgesetzt wird. Physikalisch gesehen funktioniert
der Schwung nach dem Prinzip eines Pendels, das mit Hilfe eines
Hebels (Schläger) einen
Gegenstand (Golfball) richtungsgebunden forttransportiert. Biomechanisch
wird durch das Zurückpendeln
der Arme und das Drehen der Schultern und des Rumpfes zunächst eine
muskuläre
Spannung im gesamten Körper
aufgebaut (Aufschwung). Beim Rechtshänder erfolgt hierbei eine Gewichtsverlagerung
auf das rechte Bein, die am Aufschwungende oder dem Energieumkehrpunkt
(Totpunkt des Pendels) maximal ist. Das nun folgende Vorpendeln
der Arme bewirkt ein Lösen
der aufgebauten Muskelspannung sowie eine Horizontalrotation des
gesamten Körpers
(Durchschwung), wobei der linke Fuß stehen bleibt und der rechte
Fuß auf
seine Spitze dreht. Während
des Vorpendelns erfolgt eine erneute Gewichtsverlagerung auf das
linke Bein. Am Ende des Golfschwungs eines Rechtshänders befindet sich
so das gesamte Körpergewicht
auf dem linken Bein.
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Für eine gleich
bleibende Schwungbewegung ist es notwendig, während des Aufschwungs die Vertikalachse
des Körpers
beizubehalten. Die horizontale Rotation des Körpers während des Aufschwungs und der
hiermit verbundenen Gewichtsverlagerung auf das rechte Bein, ruft
im rechten Kniegelenk einen wesentlichen Instabilitätsfaktor
hervor. Durch das rotationsbedingte nach rechts Schieben des rechten
Kniegelenkes entsteht die Gefahr, die Vertikalachse zu verlassen,
was eines der häufigsten Probleme
bei der Ausführung
des Golfschwungs ist. Das für
die Einleitung des Durchschwungs notwendige nach links Drehen des
rechten Kniegelenkes wird durch das vorherige Verlassen der Vertikalachse
unmöglich.
Mit der nach links Drehung des rechten Kniegelenkes beim Durchschwung
sowie der erneuten Horizontalrotation des Körpers dreht auch der rechte
Fuß auf
die Spitze, was eine weitere Problemzone des Golfschwungs darstellt.
Hier wirkt nun die vorgesehene innere Abrollfläche den Golfspieler unterstützend. Aufgrund
der rotationsbedingten Gewichtsverlagerung um die Vertikalachse
schiebt der linke Fuß bei
voller Bodenhaftung über
den Außenrist auf
seine äußere linke
Kante, wo nun die äußere Abrollfläche den
Golfspieler unterstützend
zum Tragen kommt.
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Die äußere Abrollfläche kann über die
gesamte Schuhlänge
gebildet sein. Aber auch eine Ausgestaltung nur über einen Teilbereich des Schuhaußenrandes
kann vorgesehen sein, beispielsweise vom Zehenbereich bis in den
Nackenbereich, wobei die äußere Abrollfläche schon
am Beginn oder vor dem Ende des Schuhabsatzes aufhören kann.
Es kann in Kombination hiermit oder alternativ hierzu auch vorgesehen
sein, dass die äußere Abrollfläche sich
nicht bis in den Zehenbereich erstreckt, sondern im Wesentlichen
im Hinterschuhbereich bis zum Mittelschuhbereich oder zum Beginn
des Zehenbereiches ausgebildet ist.
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Eine
bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die innere
und die äußere Abrollfläche jeweils
einen Flächenübergang
zwischen Schuhsohle und Seitenschuhfläche bildend ausgeführt sind.
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Bei
einer zweckmäßigen Ausgestaltung
der Erfindung kann vorgesehen sein, dass zumindest eine der Abrollflächen als
eine abgerundete Abrollfläche
gebildet ist. Die innere oder die äußere Abrollfläche oder
beide Abrollflächen
können
als abgerundete Abrollflächen
gebildet sein, wobei insbesondere eine durchgehende Rundung geschaffen
sein kann, um das schwungbedingte Abrollen weiter zu optimieren.
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Eine
vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass zumindest eine der Abrollflächen mit
einer Abschrägung
gebildet ist. Sowohl die innere als auch die äußere Abrollfläche oder
beide Abrollflächen
können
mit einer oder mehreren An- oder Abschrägungen ver sehen sein. Auch
eine Kombination von Abschrägung
und abgerundeten Abrollteilflächen kann
in einer Ausgestaltung vorgesehen sein.
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Bevorzugt
sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass der andere Golfschuh
mit Hilfe einer außenseitigen
Fußstützung mit
einer nach innen geneigten Fußauflagefläche gebildet
ist. Mit Hilfe der außenseitigen
Fußstützung wird
beim Rechtshänder das
rechte Kniegelenk stabilisiert. Der so ausgebildete andere Golfschuh
unterstützt
deshalb weitergehend den biomechanisch und physikalisch vorgegebenen
Ablauf des Golfschwungs. Der Golfschuh ist im Unterschied hierzu
neigungsfrei ausgeführt.
Es fehlt ihm also an einer vergleichbaren Neigung der Fußauflagefläche.
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Bei
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass eine Neigung für die
nach innen geneigte Fußauflagenfläche für unterschiedliche
Fußbereiche
verschieden ist. So kann die Neigung in einem Nackenbereich größer als
in einem Vorderfußbereich
sein, oder umgekehrt. Die Neigung der Fußauflagenfläche kann vom Vorderfußbereich zum
Nackenbereich kontinuierlich zunehmend gebildet sein, was bei umgekehrtem
Neigungsverlauf auch vorgesehen sein kann. Auch kann eine gleich bleibende
Neigung vorgesehen sein.
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Eine
Weiterbildung der Erfindung kann vorsehen, dass die außenseitige
Fußstützung eine
einlegesohlenseitige Stützung
umfasst. Die außenseitige
Fußstützung zur
Neigungsausbildung wird wenigstens teilweise mittels einer entsprechend
gestalteten Einlegsohle gebildet.
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Eine
bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die außenseitige
Fußstützung eine schuhsohlenseitige
Stützung
umfasst. Die schuhsohlenseitige Stützung kann in die Schuhsohle
selbst integriert sein. Alternativ oder ergänzend hierzu kann auch die
Schuhsohle ein hiermit fest verbundenes Stützelement aufgearbeitet sein.
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Bei
einer zweckmäßigen Ausgestaltung
der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Golfschuh mit einer
Fersenunterstützung
gebildet ist.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf Figuren einer Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:
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1 eine
perspektivische Darstellung eines rechten Golfschuhs für einen
Rechtshänder,
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2 eine
Seitenansicht des rechten Golfschuhs aus 1 von links,
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3 eine
Vorderansicht des rechten Golfschuhs aus 1,
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4 eine
Rückansicht
des rechten Golfschuhs aus 1,
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5 eine
perspektivische Darstellung eines linken Golfschuhs für einen
Rechtshänder,
welcher mit dem rechten Golfschuh aus 1 ein Golfschuhpaar
bildet,
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6 eine
Vorderansicht des linken Golfschuhs aus 5 und
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7 eine
Rückansicht
des linken Golfschuhs aus 5.
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1 zeigt
eine perspektivische Darstellung eines rechten Golfschuhs 1,
bei dem eine außenseitige
Fußstützung 2 gebildet
ist, mit welcher eine Fußauflagenfläche 3 eine
Neigung zur Innenseite 4 hin erhält. In einem Großzehenbereich 5 ist
entlang eines Schuhinnenrandes 6 eine innere Abrollfläche 7 gebildet.
Gemäß 2 beginnt
die innere Abrollfläche 7 im
Bereich einer Schuhsohle 8 und erstreckt sich bis in den
Bereich einer Innenseite 9 des rechten Golfschuhs 1.
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3 zeigt
eine Vorderansicht des rechten Golfschuhs 1 aus 1.
Es ergibt sich, dass die innere Abrollfläche 7 sich bis in
den Bereich einer Schuhspitze 10 erstreckt. Die innere
Abrollfläche 7 verbindet
eine Seitenschuhfläche 11 mit
einer Lauffläche 12.
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4 zeigt
eine Rückansicht
des rechten Golfschuhs 1 aus 1. Die Fußstützung 2 ist
mittels eines Einlegeelementes 13 gebildet. In einer anderen Ausgestaltung
(nicht dargestellt) ist die Fußstützung mit
Hilfe der Schuhsohle selbst gebildet.
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5 zeigt
eine perspektivische Darstellung eines linken Golfschuhs 20,
bei dem entlang eines Schuhaußenrandes 21 eine äußere Abrollfläche 22 gebildet
ist. Die äußere Abrollfläche 22 erstreckt
sich über
die gesamte Schuhlänge
von einem Nackenbereich 23 bis zur Schuhspitze 24.
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Gemäß 6 ist
die äußere Abrollfläche 22 als
eine durchgehend abgerundete Fläche
von einer Laufsohle 25 zur Schuhseitenfläche 26 gebildet.
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7 zeigt
eine Rückansicht
des linken Golfschuhs 20 aus 5.
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Im
Fall eines Linkshänders
gelten die vorangehenden Erläuterungen
entsprechend, wobei sich rechter und linker Schuh vertauschen.