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DE102008029817A1 - Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche - Google Patents

Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche Download PDF

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DE102008029817A1
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substrate
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Karsten Dr. Büscher
Janett Zimmer
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Heidelberger Druckmaschinen AG
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Heidelberger Druckmaschinen AG
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Abstract

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche, z. B. eines Papierbogen führenden, antiadhäsiven und verschleißfesten Aufzugs für einen Gegendruckzylinder einer Offsetdruckmaschine, wobei ein strukturiertes Metallsubstrat (4), vorzugsweise ein Nickelsubstrat, oberflächenbehandelt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit einem Polyelektrolyten (8) behandelt (15, 16, 17) wird und danach mit einer amphiphilen Substanz (9) behandelt (19, 20, 21) wird. Vorzugsweise umfasst das Metallsubstrat (4) einen Chromüberzug (6) und eine amorphe Siliziumschicht (7), welche die Anbindung des Polyelektrolyten (8) verbessert.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 8.
  • In Maschinen der so genannten grafischen Industrie (Druckvorstufe, Druckherstellung und Druckweiterverarbeitung) werden Bedruckstoffe, z. B. Papier, Karton oder Folie, gefördert und verarbeitet. Das Fördern der Bedruckstoffe in Druckmaschinen kann mittels rotierender Zylinder erfolgen, welche zu diesem Zweck Bedruckstoff kontaktierende Oberflächen aufweisen, vorzugsweise im Form von wechselbaren Zylinderaufzügen („Jackets”). Diese Oberflächen sind in der Regel mit zwei Eigenschaften ausgestattet: zu einem sind sie antiadhäsiv (farb-, lack- und schmutzabweisend) und zum anderen aufgrund der verwendeten zumeist sehr harten Materialien verschleißbeständig. Weiterhin weisen diese Oberflächen in der Regel eine zumeist mikroskopische Struktur auf, d. h. sie sind nicht glatt, sondern (mikro-) rau ausgebildet. Diese Rauheit verringert die Auflagefläche für den Bedruckstoff und somit die Möglichkeit der Farbablage auf der Oberfläche. Beispielsweise werden seit einigen Jahren thermisch gespritzte (daher mikroraue), keramische Beschichtungen mit Versiegelungen von geringer Oberflächenenergie wie etwa Silikon eingesetzt (Produkt „PerfectJacket” der Heidelberger Druckmaschinen AG).
  • Die JP 08-12151 A beschreibt eine Beschichtung aus poröser, thermisch gespritzter Keramikschicht und niederenergetischer Lackschicht auf einem flexiblem Metallsubtrat.
  • Die DE 39 31 479 A1 beschreibt eine Folie als Aufzug mit chemisch beständiger, verschleißfester, inkompressibler Trägerschicht, z. B. Nickel und/oder Chrom, gleichhohen Kugelkalotten oder Aufrauhung als Struktur und mit einer Silikonbeschichtung.
  • Die DE 102 41 671 A1 beschreibt ein Bedruckstoff kontaktierendes Element mit mikrostrukturiertem Träger und farbabweisender Beschichtung aus amphiphiler Verbindung. Der Träger kann nativ oxidiertes Titan umfassen. Als amphiphile Verbindung werden Hydroxamsäure oder Phosphonsäure genannt.
  • Die DE 102 27 758 A1 beschreibt eine innerhalb der Druckmaschine angeordnete Beschichtungseinheit zum Beschichten eines bogenführenden Zylinders mit einer Beschichtungsflüssigkeit, wobei die Flüssigkeit im fixierten Zustand eine feste farbabweisenden und/oder verschleißhemmende Schicht bildet.
  • Die DE 42 28 975 A1 beschreibt ein zweistufiges Verfahren zur oleophoben und/oder permanent hydrophoben Modifizierung von polymeren Oberflächen wie Fasern oder textilen Materialien und zur Bildung von Membranen. Zunächst wird ein Polykation aus wässriger Lösung auf der polymeren Oberfläche adsorbiert. Danach erfolgt eine Komplexbildung, z. B. mit einem aliphatischen, längerkettigen, anionaktiven Fluortensid.
  • Problematisch ist die Kombination der gewünschten Eigenschaften. Oftmals sind Materialien oder Substanzen mit guten antiadhäsiven Eigenschaften nicht ausreichend verschleißbeständig (z. B. Silikon) und umgekehrt. Schnell verschmutzende Oberflächen müssen oft gewaschen werden. Schnell verschleißende Oberflächen müssen oft ausgetauscht oder oft regeneriert werden. Beides sind Nachteile, die es aufgrund der damit verbundenen Zeitaufwendungen und Kosten zu vermeiden gilt.
  • Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, welches die Herstellung Bedruckstoff kontaktierender Oberflächen mit gegenüber dem Stand der Technik verbesserter Antiadhäsivität (insbesondere gegenüber ungetrockneten Lacken) und Verschleißbeständigkeit/Standzeit ermöglicht. Es ist darüber hinaus eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche zu schaffen, welche eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Antiadhäsivität (insbesondere gegenüber ungetrockneten Lacken) und Verschleißbeständigkeit/Standzeit aufweist. Es ist darüber hinaus eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, regenerierbare Bedruckstoff kontaktierende Oberflächen sowie ein Regenerationsverfahren zur Herstellung, d. h. ein mehrfach wiederholbares Herstellverfahren zu schaffen.
  • Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 und eine Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche mit den Merkmalen von Anspruch 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
  • Eine erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche, wobei ein strukturiertes Metallsubstrat oberflächenbehandelt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass das strukturierte Metallsubstrat mit einem Polyelektrolyten und danach mit einer amphiphilen Substanz behandelt wird. Erfindungsgemäß hergestellte Oberflächen weisen in vorteilhafter Weise eine gute Verschleißbeständigkeit/lange Standzeit bei gleichzeitig guter Antihafteigenschaft auf. Sie sind zudem regenerierbar.
  • Eine aufgrund der erreichbaren hohen Verschleißbeständigkeit bzw. langen Standzeit der erzeugten Oberfläche vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass das strukturierte Metallsubstrat mit einer Schicht aus amorphem Silizium versehen wird, z. B. CVD-beschichtet wird.
  • Eine im Hinblick auf eine gute Anhaftung der Polyelektrolytschicht und damit verbundenen verbesserten Verschleißbeständigkeit/Standzeit vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass die Schicht aus amorphem Silizium mit UV-Strahlung oder mit einem Plasma aktiviert wird.
  • Eine weitere, wegen der guten Anhaftung der Polyelektrolytschicht vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass das strukturierte Metallsubstrat mit Polyethylenimin behandelt wird.
  • Eine weitere, hinsichtlich der erzielbaren guten Antihafteigenschaft vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass das strukturierte Metallsubstrat mit fluorierten amphiphilen Molekülen behandelt wird.
  • Eine ebenfalls hinsichtlich der erzielbaren guten Antihafteigenschaft vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass das strukturierte Metallsubstrat mit einem anionischen Tensid behandelt wird.
  • Eine aufgrund der einfachen Durchführbarkeit und der Vermeidung teurer und gefährlicher Lösemittel vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass das strukturierte Metallsubstrat mit wässrigen Lösungen behandelt wird.
  • Eine erfindungsgemäße Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche, mit einem strukturierten Metallsubstrat, zeichnet sich durch eine erste nanoskopische Belegung mit einem Polyelektrolyten und eine auf der ersten Belegung angeordneten, zweiten nanoskopische Belegung mit einer amphiphilen Substanz aus. Eine solche Oberfläche weist in vorteilhafter Weise eine gute Verschleißbeständigkeit/lange Standzeit bei gleichzeitig guter Antihafteigenschaft auf. Sie ist zudem regenerierbar.
  • Eine aufgrund der erreichbaren hohen Verschleißbeständigkeit bzw. langen Standzeit der erzeugten Oberfläche vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Oberfläche kann sich durch eine auf dem strukturierten Metallsubstrat angeordnete Schicht aus amorphem Silizium auszeichnen.
  • Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen, vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung stellen auch in Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung dar. Eine bevorzugte Kombination ist z. B. ein Verfahren mit i) Versehen mit amorphem Silizium, ii) Aktivieren des Siliziums, iii) Behandeln mit Polyelektrolyten, iv) Behandeln mit einer amphiphilen Substanz und v) Trocknen.
  • Im Rahmen der Erfindung ist auch eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine – z. B. Druckmaschine, insbesondere Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck, oder Druckweiterverarbeitungsmaschine – zu sehen, welche sich durch wenigstens eine wie oben mit Bezug zur Erfindung beschriebene Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche auszeichnet.
  • Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.
  • 1 Ausschnitt eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche;
  • 2 Vergrößerter Ausschnitt II aus 1;
  • 3 Ablaufplan eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
  • 4a Strukturformel; und
  • 4b Strukturformel.
  • 1 zeigt einen Ausschnitt eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche 1, z. B. eines Zylinderaufzugs oder eines Zylindermantels. Bevorzugt werden erfindungsgemäße Oberflächen als antiadhäsive und verschleißfeste Aufzüge (so genannte „Jackets”) für Gegendruckzylinder 2 im Schön- und Widerdruck in lithografischen Offsetdruckmaschinen 3 verwendet. Alternative Anwendungen sind: Transfer- und Wendezylinderoberflächen sowie Greifer- und Greiferbrückenoberflächen.
  • Auf einem Metallsubstrat 4, welches eine Oberflächenstrukturierung 5, d. h. eine bevorzugt unregelmäßige Verteilung von Strukturerhebungen, aufweist, kann optional eine erste Beschichtung 6 und optional eine zweite Beschichtung 7 vorgesehen sein. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Metallsubstrat 4 um Nickel, bei der ersten optionalen Beschichtung 6 um Chrom und bei der zweiten optionalen Beschichtung 7 um haftvermittelndes amorphes Silizium.
  • 2 zeigt stark vergrößert den Ausschnitt II aus 1. Auf dem Metallsubstrat 4 oder auf der äußeren Beschichtung 6 oder 7, vorzugsweise auf dem amorphen Silizium 7, ist eine erste Belegung 8 als Polyelektrolytschicht 8 aufgebracht. Auf dieser ist eine zweite, nanoskopische Belegung 9 mit amphiphilen, bevorzugt fluorierten amphiphilen Molekülen 9 aufgebracht, d. h. eine Funktionsschicht im molekularen Maßstab.
  • 3 zeigt einen Ablaufplan eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei das Substrat 4 bereitgestellt und für zwei folgende Behandlungen vorbehandelt wird. Der Verfahrensschritt des Bereitstellens 10 umfasst das Bereitstellen eines von einer strukturierten Ausgangsoberfläche galvanisch abgeformten und somit ebenfalls strukturierten Nickelblechs 4 mit einem Chrom-Überzug 6. Das Blech 4 ist vorzugsweise etwa 0,3 mm dick, der Überzug 6 etwa 5 bis etwa 10 μm. Die Rauheit der Oberfläche beträgt bevorzugt RZ ≈ 25 ± 5 μm.
  • Optional wird das bereitgestellte Substrat 4 in einem Verfahrensschritt 11 zur besseren Anbindung eines Polyelektrolyten (siehe Verfahrensschritt 16) mit einer Schicht 7 aus amorphem Silizium versehen. Die Schicht 7 weist vorzugsweise eine Dicke von etwa 300 bis etwa 500 nm, bevorzugt etwa 400 nm auf. Das Erzeugen der Schicht 7 erfolgt bevorzugt mittels eines CVD-Verfahrens („Chemical Vapour Deposition”, englisch für chemische Gasphasenabscheidung).
  • In einem Verfahrensschritt 12 einer Vorbehandlung 24 wird das bereitgestellte Substrat 4 gereinigt, vorzugsweise mit Isopropanol und Aceton und anschließend in einem Verfahrensschritt 13 mit vollentsalztem Wasser (VE-Wasser) gespült. In einem optionalen Verfahrensschritt 14 kann das optional vorgesehene amorphe Silizium mittels UV-Strahlung oder eines Plasmas aktiviert werden, wobei sich OH-Gruppen bilden.
  • Danach folgt eine erste Behandlung 15 mit einem Verfahrensschritt 16, bei welchem das vorbehandelte Substrat 4 in eine erste Lösung getaucht wird und mit einer nanoskopischen Schicht 8 versehen wird. Das Eintauchen erfolgt bevorzugt für etwa 20 bis etwa 30 Minuten. Alternativ kann die Lösung auch ohne Tauchen auf das Substrat 4 aufgebracht werden, z. B. durch Auftropfen, Sprühen oder Walzen, wobei das Sprühen den Vorteil kürzerer Prozesszeiten bietet. Durch das Tauchen wird eine vorteilhaft homogene Schicht 8 erzeugt. Die erste Lösung wird in einem Verfahrensschritt 17 hergestellt und für das Aufbringen 16 bereitgestellt. Hierzu wird VE-Wasser mit dem kationischen Polyelektrolyten bzw. dem Polykation Polyethylenimin (PEI, MW ≈ 60.000 g/mol, Hersteller: Acros Organics) versetzt. Die Konzentration des PEI kann dabei zwischen etwa 0,6 und 4,2 g/100 ml betragen. Die Strukturformel von PEI ist in 4a widergegeben. Die Dicke der dabei entstehenden PEI-Schicht 8 beträgt etwa 0,5 bis etwa 1 nm. In Verfahrensschritt 18 wird das soweit behandelte Substrat 4 mit VE-Wasser gespült. Die Anbindung des Polyelektrolyten erfolgt über elektrostatische Adsorption an OH-Gruppen des Substrats 4, bevorzugt der optionalen Siliziumschicht 7.
  • Nun erfolgt eine zweite Behandlung 19 mit einem Verfahrensschritt 20 des Eintauchens des Substrates 4 in eine zweite Lösung. Das Eintauchen erfolgt bevorzugt für etwa 12 Stunden, wobei eine dicht belegte molekulare Schicht entsteht. Alternativ kann die Lösung auch ohne Tauchen auf das Substrat aufgebracht werden, z. B. durch Auftropfen, Sprühen oder Walzen, wobei das Sprühen den Vorteil kürzerer Prozesszeiten bietet. Die zweite Lösung wird in einem Verfahrensschritt 21 hergestellt und für das Aufbringen 20 bereitgestellt. Hierzu wird VE-Wasser mit amphiphilen, bevorzugt fluorierten amphiphilen Molekülen, z. B. mit einem anionischen Tensid versetzt (bevorzugt Zonyl® FSP, MW ≈ 600 g/mol, Hersteller: DuPont). Die Konzentration des Zonyl® FSP kann dabei etwa 0,17 g/100 ml betragen. Die Strukturformel des Zonyl® FSP ist in 4b widergegeben. In Verfahrensschritt 22 wird das soweit behandelte Substrat erneut mit VE-Wasser gespült. Abschließend wird das Substrat 4 in Verfahrensschritt 23 an der Luft bei Raumtemperatur für etwa 12 Stunden getrocknet.
  • Das Behandlungsverfahren umfasst somit die sequentielle Adsorption einer ersten und einer zweiten Substanz (Polyelektrolyt und amphiphile Substanz) aus deren jeweiliger wässrigen Lösung auf einem strukturierten und bevorzugt vorbehandelten Substrat.
  • Eine nach diesem Ausführungsbeispiel (mit aktivierter Siliziumschicht 7) hergestellte Oberfläche 1 weist einen Kontaktwinkel θ = 132 ± 16° gegen Wasser auf. Die Oberflächenenergie beträgt σ = 8,9 ± 4,7 mN/m mit einem polaren Anteil von σpol ≈ 1 mN/m.
  • Das beschriebene erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl zur einmaligen Herstellung erfindungsgemäßer Oberflächen 1 angewendet werden, als auch im Zuge eines Kreisprozesses, d. h. verschmutzte oder verschlissene Oberflächen 1 können mehrfach wiederbehandelt und in einen antiadhäsiven Zustand zurückversetzt werden. Zumeist wird es bereits ausreichen, bei nachlassender Antihafteigenschaft nur die Belegung mit amphiphilen Molekülen 9 zu erneuern bzw. zu regenerieren. Die Durchführung des Verfahrens ist außerhalb und – aufgrund der vorteilhaften Verwendung von Wasser als Lösemittel – innerhalb der Bedruckstoff verarbeitenden Maschine 3 möglich.
  • 1
    Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche
    2
    Zylinder
    3
    Druckmaschine
    4
    Substrat/Nickel
    5
    Strukturierung
    6
    erste Beschichtung/Chrom
    7
    zweite Beschichtung/Silizium
    8
    erste Belegung/Polyelektrolyt
    9
    zweite Belegung/amphiphile Moleküle
    10
    Bereitstellen
    11
    Beschichten/Silizium
    12
    Reinigen
    13
    Spülen/VE-Wasser
    14
    Aktivieren
    15
    erste Behandlung
    16
    Aufbringen/Polyelektrolyt
    17
    Herstellen/Polyelektrolyt-Lösung
    18
    Spülen/VE-Wasser
    19
    zweite Behandlung
    20
    Aufbringen/amphiphile Moleküle
    21
    Herstellen/amphiphile Moleküle-Lösung
    22
    Spülen/VE-Wasser
    23
    Trocknen
    24
    Vorbehandlung
    II
    Ausschnitt
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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  • Zitierte Patentliteratur
    • - JP 08-12151 A [0003]
    • - DE 3931479 A1 [0004]
    • - DE 10241671 A1 [0005]
    • - DE 10227758 A1 [0006]
    • - DE 4228975 A1 [0007]

Claims (10)

  1. Verfahren zum Herstellen einer Bedruckstoff kontaktierenden Oberfläche, wobei ein strukturiertes Metallsubstrat (4) oberflächenbehandelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) – mit einem Polyelektrolyten (8) behandelt (15, 16, 17) wird, und danach – mit einer amphiphilen Substanz (9) behandelt (19, 20, 21) wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit einer Schicht aus amorphem Silizium (7) versehen (11) wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht aus amorphem Silizium (7) mit UV-Strahlung oder mit einem Plasma aktiviert (14) wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit Polyethylenimin (8) behandelt (15, 16, 17) wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit fluorierten amphiphilen Molekülen (9) behandelt (19, 20, 21) wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit einem anionischen Tensid (9) behandelt (19, 20, 21) wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturierte Metallsubstrat (4) mit wässrigen Lösungen behandelt (15, 16, 17, 19, 20, 21) wird.
  8. Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche, mit einem strukturierten Metallsubstrat (4), gekennzeichnet durch eine erste nanoskopische Belegung (8) mit einem Polyelektrolyten (8) und eine auf der ersten Belegung (8) angeordneten, zweiten nanoskopische Belegung (9) mit einer amphiphilen Substanz (9).
  9. Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine auf dem strukturierten Metallsubstrat (4) angeordnete Schicht (7) aus amorphem Silizium (7).
  10. Bedruckstoff verarbeitende Maschine – z. B. Druckmaschine, insbesondere Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck, oder Druckweiterverarbeitungsmaschine –, gekennzeichnet durch eine Bedruckstoff kontaktierende Oberfläche (1) nach einem der Ansprüche 8 oder 9.
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DE102013208723B4 (de) * 2012-05-14 2021-04-01 Koenig & Bauer Ag Strukturierte Kontaktfläche einer Greiferpaarung einer Bogendruckmaschine und Verfahren zu deren Herstellung

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