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DE102008029317A1 - Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung - Google Patents

Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung Download PDF

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DE102008029317A1
DE102008029317A1 DE200810029317 DE102008029317A DE102008029317A1 DE 102008029317 A1 DE102008029317 A1 DE 102008029317A1 DE 200810029317 DE200810029317 DE 200810029317 DE 102008029317 A DE102008029317 A DE 102008029317A DE 102008029317 A1 DE102008029317 A1 DE 102008029317A1
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road surface
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driven wheels
wheels
acceleration
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DE200810029317
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Hiroshi Ogawa
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Subaru Corp
Original Assignee
Fuji Jukogyo KK
Fuji Heavy Industries Ltd
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    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
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    • B60T8/172Determining control parameters used in the regulation, e.g. by calculations involving measured or detected parameters
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Abstract

Durch die vorliegende Erfindung wird eine Straßenoberflächenzustandsschätzvorrichtung bereitgestellt, in der eine Vorderradgeschwindigkeit als Radgeschwindigkeit von Antriebsrädern, eine Hinterradgeschwindigkeit als Radgeschwindigkeit angetriebener Räder, eine Hinterradbeschleunigung als Radbeschleunigung der angetriebenen Räder, ein Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert als ein Geschwindigkeitsdifferenzwert der Antriebsräder, ein Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert als ein Geschwindigkeitsdifferenzwert der angetriebenen Räder, ein Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert als ein Beschleunigungsdifferenzwert der angetriebenen Räder und eine Vorderrad-Bodenkraft als auf die Antriebsräder wirkende Bodenkraft berechnet wird. Basierend auf diesen berechneten Werten wird ein Gradient einer Reifenkennlinie berechnet, der ein Änderungsmaß eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich eines Änderungsmaßes einer Schlupfrate anzeigt, und der berechnete Gradient der Reifenkennlinie wird mit vorgegebenen Schwellenwerten verglichen, wodurch ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient als ein Straßenoberflächenzustand bestimmt werden kann.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung zum Schätzen eines Straßenoberflächenzustands mit hoher Genauigkeit auf der Basis einer Beziehung zwischen einem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten und einer Schlupfrate eines Fahrzeugrades.
  • In den vergangenen Jahren sind verschiedenartige Steuerungstechniken für Fahrzeuge entwickelt und in die Praxis umgesetzt worden, wie beispielsweise eine Traktionssteuerung, eine Bremskraftsteuerung und eine Drehmomentverteilungssteuerung. Diese Techniken verwenden im Allgemeinen einen einen Straßenoberflächenzustand anzeigenden Straßenoberflächenreibungskoeffizienten zum Berechnen oder Korrigieren erforderlicher Steuerparameter. Zum geeigneten Ausführen der Steuerung muss ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient mit hoher Genauigkeit geschätzt werden.
  • Beispielsweise wird in der JP-A-7-159308 eine Technik zum Schätzen eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten beschrieben. Insbesondere wird die Schätzung implementiert durch Berechnen einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Vorder- und Hinterrädern, sequenzielles Integrieren der Geschwindigkeitsdifferenz in vorgegebenen Intervallen, um einen integrierten Wert zu erhalten, Berechnen eines mittleren Gradienten des integrierten Wertes innerhalb einer vorgegebenen Zeitdauer, Bestimmen, ob dies eine geeignete Zeit zum Schätzen eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten vom berechneten mittleren Gradienten innerhalb der vorgegebenen Zeitdauer ist, und Schätzen eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten vom mittleren Gradienten der fein veränderlichen Radgeschwindigkeiten innerhalb der vorgegebenen Zeitdauer, wenn das Bestimmungsergebnis anzeigt, dass die Zeit eine geeignete Zeitdauer zum Schätzen eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten ist.
  • Gemäß der in der JP-A-7-159308 beschriebenen Technik ist die Beziehung zwischen einem Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ und einer Schlupfrate λ des Rades beispielsweise eine in 4 dargestellte Beziehung. Insbesondere verwendet diese Technik eine Charakteristik gemäß der, wenn die Schlupfrate λ einen Wert λs annimmt und ein Änderungsmaß des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich eines Änderungsmaßes der Schlupfrate (dμ/dλ) null wird, ein Wert eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ in diesem Zustand schließlich der Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ wird. D. h., dass der Wert des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ nur dann geschätzt werden kann, wenn das Rad sich in der Nähe der Griffigkeits- oder Haftungsgrenze befindet. Weil die Schätzung des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ in anderen Fahrbereichen, die außerhalb des Bereichs liegen, in dem das Rad sich in der Nähe der Haftungsgrenze befindet, nicht möglich ist, ist diese Technik hinsichtlich einer geringen Flexibilität problematisch. Bei den meisten Fahrzeugsteuerungen muss die Stabilität des Fahrzeugs durch geeignetes Steuern des Fahrzeugverhaltens gewährleistet werden, bevor das Rad die Haftungsgrenze erreicht, so dass es schwierig ist, die Technik auf derartige Fahrzeugsteuerungen anzuwenden. Außerdem ist es, obwohl die Schätzung des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ in der JP-A-7-159308 basierend auf einer Theorie implementiert wird, die beinhaltet, dass das Produkt aus dem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ und der Bodenkraft des Rades der Gesamtantriebskraft gleicht, wenn das Fahrzeug auf einer geneigten Straße fährt, nicht möglich, einen Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ mit hoher Genauigkeit zu erhalten, falls durch die Neigung verursachte Fehler nicht berücksichtigt werden.
  • Hinsichtlich des vorstehend beschriebenen Sachverhalts ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung für ein Fahrzeug bereitzustellen, die dazu geeignet ist, einen Straßenoberflächenzustand über einen breiten Fahrbereich zu schätzen und einen Straßenoberflächenzustand auch dann mit hoher Genauigkeit zu schätzen, wenn das Fahrzeug auf einer geneigten Straßenoberfläche fährt. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Patentansprüche gelöst.
  • Die erfindungsgemäße Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung ermöglicht eine Schätzung eines Straßenoberflächenzustands über einen breiten Fahrbereich und kann einen Straßenoberflächenzustand auch dann mit hoher Genauigkeit schätzen, wenn das Fahrzeug auf einer geneigten Straßenoberfläche fährt.
  • Nachstehend werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
  • 1 zeigt ein Funktionsblockdiagramm einer Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung;
  • 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Straßenoberflächenzustandschätzprogramms;
  • 3 zeigt verschiedene Parameter in einem Fahrzeugmodell; und
  • 4 zeigt ein Diagramm zum Darstellen von Kennlinien von Beziehungen zwischen einem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten und einer Schlupfrate.
  • Die vorliegende Ausführungsform bezieht sich auf ein Fahrzeug mit Zweiradantrieb, z. B. ein Fahrzeug mit vorne liegendem Motor und Vorderradantrieb (d. h. ein Fahrzeug, in dem die Vorderräder als Antriebsräder und die Hinterräder als angetriebene Räder dienen) als Beispiel eines mit der Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung ausgestatteten Fahrzeugs. Die in den nachstehenden Gleichungen zu verwendenden verschiedenen Parameter sind in 3 dargestellt.
  • In 1 bezeichnet Bezugszeichen 1 eine in einem Fahrzeug installierte Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung zum Schätzen eines Straßenoberflächenzustands. Die Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung 1 weist eine Steuereinheit 2 auf, die mit einem Geschwindigkeitssensor 3FL für das linke Vorderrad zum Erfassen einer Radgeschwindigkeit ωFL des als ein Antriebsrad dienenden linken Vorderrades, einem Geschwindigkeitssensor 3FR für das rechte Vorderrad zum Erfassen einer Radgeschwindigkeit ωFR des ebenfalls als ein Antriebsrad dienenden rechten Vorderrades, einem Geschwindigkeitssensor 3RL für das linke Hinterrad zum Erfassen einer Radgeschwindigkeit ωRL des als ein angetriebenes Rad dienenden linken Hinterrades, einem Geschwindigkeitssensor 3RR für das rechte Hinterrad zum Erfassen einer Radgeschwindigkeit ωRR des ebenfalls als ein angetriebenes Rad dienenden rechten Hinterrades und einem Längsbeschleunigungssensor 4 zum Erfassen einer Längsbeschleunigung Ax des Fahrzeugs verbunden ist.
  • Die Steuereinheit 2 der Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung 1 empfängt von diesen Sensoren Signale, die die Radgeschwindigkeiten ωFL, ωFR, ωRL und ωRR und die Längsbeschleunigung Ax anzeigen und führt basierend auf diesen Eingangssignalen ein nachstehend beschriebenes Straßenoberflächenzustandschätzprogramm aus, um einen Straßenoberflächenzustand zu berechnen und auszugeben (in der vorliegenden Ausführungsform einen Straßenoberflächenreibungs koeffizienten μ). Insbesondere weist die Steuereinheit 2, wie in 1 dargestellt, hauptsächlich einen Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a, einen Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b, einen Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c, einen Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2d, einen Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e, einen Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f, einen Vorderrad-Bodenkraftberechnungsabschnitt 2g, einen (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h und einen Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i auf.
  • Der Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a empfängt die Radgeschwindigkeiten ωFL und ωFR des linken und des rechten Vorderrades von den Geschwindigkeitssensoren 3FR und 3FL für das linke und das rechte Vorderrad, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (1) eine Vorderradgeschwindigkeit ωF als Radgeschwindigkeit der Antriebsräder und gibt dann die berechnete Vorderradgeschwindigkeit ωF an den Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2d und den (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h aus. D. h., der Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a dient als Vorderradgeschwindigkeitserfassungseinrichtung. Ein jedem Symbol nachgestellter zusätzlicher Ausdruck (n) zeigt an, dass der Wert sich auf einen aktuellen Zustand bezieht, wohingegen ein einem Symbol nachgestellter zusätzlicher Ausdruck (n-1) anzeigt, dass der Wert sich auf einen vorangehenden Zustand bezieht (z. B. auf einen einem unmittelbar vorangehenden Abtastwert entsprechenden Wert). ωF(n) = (ωFL(n) + ωFR(n))/2 (1)
  • Der Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b empfängt die Radgeschwindigkeiten ωRL und ωRR des linken und des rechten Hinterrades von den Geschwindigkeitssensoren 3RL und 3RR für das linke und das rechte Hinterrad, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (2) eine Hinterradgeschwindigkeit ωR als Radgeschwindigkeit der angetriebenen Räder und gibt dann die berechnete Hinterradgeschwindigkeit ωR an den Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c, den Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e und den (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h aus. D. h., der Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b dient als Geschwindigkeitserfassungseinrichtung für die angetriebenen Räder. ωR(n) = (ωRL(n) + ωRR(n))/2 (2)
  • Der Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c empfängt die Hinterradgeschwindigkeit ωR vom Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (3) eine Hinterradbeschleunigung (dωR/dt) als Radbeschleunigung der angetriebenen Räder und gibt die berechnete Hinterradbeschleunigung (dωR/dt) an den Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f aus. D. h., der Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c dient als Beschleunigungserfassungseinrichtung für die angetriebenen Räder. (dωR/dt)(n) = (ωR(n) – ωR(n – 1))/Δt (3)
  • In diesem Fall bezeichnet Δt die Abtastzeit.
  • Der Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2d empfängt die Vorderradgeschwindigkeit ωF vom Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (4) einen Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωF als Geschwindigkeitsdifferenzwert der Antriebsräder und gibt den berechneten Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωF an den (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h aus. D. h., der Vorderradgeschwindigkeitsdiffe renzwertberechnungsabschnitt 2d dient als Geschwindigkeitsdifferenzwertberechnungseinrichtung für die Antriebsräder. ΔωF = ωF(n) – ωF(n – 1) (4)
  • Der Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e empfängt die Hinterradgeschwindigkeit ωR vom Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (5) einen Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωR als Geschwindigkeitsdifferenzwert für die angetriebenen Räder und gibt den berechenten Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωR an den (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h aus. D. h., der Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e dient als Geschwindigkeitsdifferenzwertberechnungseinrichtung für die angetriebenen Räder. ΔωR(n) = ωR(n) – ωR(n – 1) (5)
  • Der Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f empfängt die Hinterradbeschleunigung (dωR/dt) vom Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c, berechnet gemäß der folgenden Gleichung (6) einen Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert Δ(dωR/dt) als Beschleunigungsdifferenzwert für die angetriebenen Räder und gibt den berechneten Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert Δ(dωR/dt) an den (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h aus. D. h., der Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f dient als Beschleunigungsdifferenzwertberechnungseinrichtung. Δ(dωR/dt)(n) = (dωR/dt)(n) – (dωR/dt)(n – 1) (6)
  • Der Vorderrad-Bodenkraftberechnungsabschnitt 2g empfängt die Längsbeschleunigung Ax des Fahrzeugs vom Längsbeschleunigungssensor 4, berechnet beispielsweise gemäß der folgenden Gleichung (7) eine Vorderrad-Bodenkraft Fzf als auf die angetriebenen Räder wirkende Bodenkraft und gibt die berechnete Vorderrad-Bodenkraft Fzf an den (dμ/dλ)-Berechnungs abschnitt 2h aus. D. h., der Vorderrad-Bodenkraftberechnungsabschnitt 2g dient als Bodenkraftberechnungseinrichtung. Fzf = m·g·((Lr/L) – (H/L))·Ax (7)
  • Hierbei bezeichnen m eine Fahrzeugmasse, g eine Schwerebeschleunigung, L einen Radabstand, Lr einen Abstand zwischen dem Schwerpunkt und der Hinterachse und H die Höhe des Schwerpunkts.
  • Im Fall eines Fahrzeugs, bei dem die Vorderrad-Bodenkraft Fzf nur geringfügig schwankt, kann als Vorderrad-Bodenkraft Fzf eine im Voraus bestimmte Konstante verwendet werden. Anstatt einen vom Längsbeschleunigungssensor 4 erhaltenen Erfassungswert zu verwenden, kann die Längsbeschleunigung Ax des Fahrzeugs alternativ gemäß der folgenden Gleichung (8) berechnet werden. Ax = ((T·i/R) – Fr)/m (8)
  • Hierbei bezeichnen T ein Motordrehmoment, i ein Getriebeübersetzungsverhältnis, R einen Reifenradius und Fr einen Fahrwiderstand.
  • Der (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h empfängt die Vorderradgeschwindigkeit ωF vom Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a, die Hinterradgeschwindigkeit ωR vom Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b, den Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωF vom Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2d, den Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωR vom Hinterradgechwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e, den Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert Δ(dωR/dt) vom Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f und die Vorderrad-Bodenkraft vom Vorderrad-Bodenkraftberechnungsabschnitt 2g. Daraufhin berechnet der (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h gemäß der folgenden Gleichung (9) einen Gradient (dμ/dλ) einer Reifenkennlinie und gibt den berechneten Gradienten (dμ/dλ) an den Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i aus. Insbesondere zeigt ein Gradient (dμ/dλ) einer Reifenkennlinie ein Änderungsmaß eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich eines Änderungsmaßes der Schlupfrate an. D. h., der (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h dient als Kennlinienberechnungseinrichtung. (dμ/dλ) = ((m·R + (Ir/R))·Δ(dωR/dt)) /((Fzf/ωF)·((ωR/ωF)·ΔωF – ΔωR)) (9)
  • Hierbei bezeichnet Ir das Gesamtträgheitsmoment der beiden als angetriebene Räder dienenden Hinterräder.
  • Nachstehend wird die Herleitung von Gleichung (9) beschrieben.
  • Wenn die in der Fahrtrichtung des Fahrzeugs wirkende Antriebskraft in 3 durch Fd dargestellt wird, wird die folgende Gleichung (10) erhalten: R·Fd = (R·(dωR/dt) + g·sin(θ))·m·R + (dωR/dt)Ir (10)
  • Hierbei bezeichnet θ den Neigungswinkel der Straße.
  • Durch Berechnen von Differenzen zwischen Werten des aktuellen Zustands und Wertes eines vorangehenden Zustands (z. B. Werten eines unmittelbar vorangehenden Zustands) bezüglich Gleichung (10) und Darstellen der Differenzen durch Hinzufügen des Symbols Δ, kann die folgende Gleichung (11) erhalten werden: R·ΔFd = Δ(dωR/dt)·m·R2 + Δ(dωR/dt)·Ir (11)
  • Bei der Herleitung der Gleichung (11) fällt der Ausdruck g·sin(θ), der gemäß einer Steigung/einem Gefälle auftritt, als konstanter Ausdruck heraus, wenn die Differenzen (ΔFd) berechnet werden.
  • Wenn die Beziehung zwischen einer Schlupfrate λ und einem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ (vgl. 4) als eine Funktion μ(λ) dargestellt wird, können die Reifenkennlinien der Antriebsräder unter Verwendung der Vorderrad-Bodenkraft Fzf als auf die Antriebsräder wirkende Bodenkraft durch die folgende Gleichung (12) dargestellt werden. Fd = Fzf·μ(λ) (12)
  • Durch ähnliches Berechnen von Differenzen zwischen Werten des aktuellen Zustands und Werten eines vorangehenden Zustands (z. B. Werten eines unmittelbar vorangehenden Zustands) bezüglich Gleichung (12) und Darstellen der Differenzen durch Hinzufügen des Symbols Δ, kann die folgende Gleichung (13) erhalten werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine zeitliche Änderung ΔFzf der Vorderrad-Bodenkraft Fzf, die aufgrund einer Änderung des Steigungs-/Gefällewinkels oder einer Änderung der Beschleunigung auftritt, in Gleichung (13) ignoriert wird. Weil die zeitliche Änderung ΔFzf unter einer Fahrbedingung null wird, in der der Steigungs-/Gefällewinkel oder die Beschleunigung feste Werte haben, führt das Ignorieren dieses Ausdrucks ΔFzf kaum zu einem Problem. ΔFd = Fzf·(dμ/dλ)·Δλ + μ(λ)·ΔFzf ≈ Fzf·(dμ/dλ)·Δλ (13)
  • Aufgrund der Tatsache, dass die Vorderräder als Antriebsräder und die Hinterräder als angetriebene Räder dienen, ist die Schlupfrate λ durch die folgende Gleichung (14) definiert. Durch ähnliches Berechnen von Differenzen zwischen Werten des aktuellen Zustands und Werten eines vorangehenden Zustands (z. B. Werten eines unmittelbar vorangehenden Zustands) bezüglich Gleichung (14) und Darstellen der Differenzen durch Hinzufügen des Symbols Δ kann die folgende Gleichung (15) erhalten werden. λ = (ωE – ωR)/ωF (14) Δλ = (1/ωF)·((ωR/ωF)·ΔωF – ΔωR) (15)
  • Im Allgemeinen ist es, weil eine aktuelle Schlupfrate λ eines Reifens schwer messbar und ein Wert mit zwei Freiheitsgraden ist, der durch Berechnen von zwei Eingangs-Radgeschwindigkeiten hergeleitet wird, schwierig, ein geeignetes Filter auszuwählen. Unter Verwendung der vorstehenden Gleichung (15) können die Radgeschwindigkeiten dagegen mit hoher Genauigkeit gemessen werden, wodurch die Auswahl eines Filters erleichtert wird, das sowohl eine Rauschunterdrückungsfunktion als auch ein gutes Ansprechverhalten hat.
  • Durch Substituieren der Gleichung (11) und der Gleichung (15) in Gleichung (13) zum Herleiten eines vereinfachten Ausdrucks für (dμ/dλ) (d. h. (dμ/dλ) = ΔFd/(Fzf·Δλ)), kann die vorstehende Gleichung (9) erhalten werden. Unter Verwendung dieser Gleichung (9) kann außerdem der Gradient (dμ/dλ) beispielsweise durch Bestimmen eines Differenzwertes Δλ der Schlupfrate λ von Gleichung (15) und eines Differenzwertes ΔFd der Antriebskraft Fd von Motordrehmomentinformation direkt berechnet werden. Dieses Verfahren kann für ein Fahrzeug mit einem Motor mit Direkteinspritzung oder einem Dieselmotor geeignet sein, in dem das Motordrehmoment mit hoher Genauigkeit geschätzt werden kann. Dies ist der Fall, weil für ein derartiges Fahrzeug keine Beschleunigungsinformation über die angetriebenen Räder erforderlich ist, und weil ein derartiges Fahrzeug durch Störungen in geringerem Maße beeinflusst wird, wodurch eine stabile Schätzung ermöglicht wird.
  • Obwohl ein Gradient (dμ/dλ) durch Ausführen einer Berechnung unter Verwendung der vorstehenden Gleichung (9) für jede Abtastzeit bestimmt werden kann, kann auch eine rekursive Methode der kleinsten Quadrate oder ein Parameteridentifizierungsverfahren, z. B. eine Fixed-Trace-Methode, angewendet werden, wobei diese Verfahren als Verfahren zum Schätzen eines Gradienten (dμ/dλ) aus Zeitfolgedaten hinreichend bekannt sind. Alternativ kann ein anderes Verfahren angewendet werden, in dem eine lineare Regressionsberechnung von einem aktuellen Wert bis zu einem Wert, der p-Werte vor dem aktuellen Wert angeordnet ist, ausgeführt wird, ein Gradient (dμ/dλ) und der Reziprokwert des Gradienten (dμ/dλ) statistisch bestimmt werden und ein zum Bestimmen einer Aktualisierung eines Schätzwertes zu verwendender Korrelationskoeffizient berechnet wird.
  • Der Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i empfängt vom (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h den Gradienten (dμ/dλ) der Reifenkennlinie, der das Änderungsmaß des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich des Änderungsmaßes der Schlupfrate anzeigt. Anschließend vergleicht der Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i beispielsweise den Gradienten (dμ/dλ) der Reifenkennlinie mit vorgegebenen Schwellenwerten KCH und KCL (KCH > KCL), wie nachstehend dargestellt ist, um einen Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ als einen Straßenoberflächenzustand zu schätzen und auszugeben. D. h., der Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i dient als Straßenoberflächenzustandbestimmungseinrichtung.
  • Wenn (dμ/dλ) ≥ KCH ist, wird entschieden, dass die Straße ein Straßenoberfläche mit hohem Reibungskoeffizienten hat.
  • Wenn KCH > (dμ/dλ) ≥ KCL ist, wird entschieden, dass die Straße ein Straßenoberfläche mit mittlerem Reibungskoeffizienten hat.
  • Wenn (dμ/dλ) < KCL ist, wird entschieden, dass die Straße ein Straßenoberfläche mit niedrigem Reibungskoeffizienten hat.
  • Insbesondere ist es gemäß den beispielsweise in 4 dargestellten Kennlinien, die die Beziehungen zwischen dem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ und der Schlupfrate λ zeigen, allgemein bekannt, dass ein Gradient (dμ/dλ) einer Reifenkennlinie größer ist, wenn das Fahrzeug auf einer Straße mit hohem Reibungskoeffizienten fährt, und kleiner, wenn das Fahrzeug auf einer Straße mit niedrigem Reibungskoeffizienten fährt. Unter Verwendung dieser Kennlinienunterschiede kann ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ geschätzt werden.
  • In der vorliegenden Ausführungsform wird ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ basierend auf drei Stufen durch Vergleichen der vorgegebenen Schwellenwerte KCH und KCL mit dem Gradienten (dμ/dλ) bestimmt. Alternativ kann ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ durch Setzen nur eines Schwellenwertes basierend auf zwei Stufen bestimmt werden. Als weitere Alternative kann der Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ basierend auf einer größeren Anzahl von Stufen feiner bestimmt werden, indem mehr Schwellenwerte gesetzt und der Gradient (dμ/dλ) mit diesen Schwellenwerten verglichen wird.
  • Der durch den Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i auf die vorstehend beschriebene Weise bestimmte Straßenoberflächenzustand (Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ) wird beispielsweise an eine externe Displayeinrichtung (nicht dargestellt) ausgegeben und an einem Armaturenbrett dargestellt, so dass der Fahrer über den Zustand informiert werden kann. Alternativ kann der Straßenoberflächenzustand an eine Motorsteuerungseinheit, eine Getriebe steuerungseinheit, eine Antriebskraftverteilungssteuerungseinheit, eine Bremssteuerungseinheit, usw. (die alle nicht dargestellt sind) ausgegeben und als Basis zum Setzen der Steuerwerte in diesen Steuereinheiten verwendet werden.
  • Das durch die Steuereinheit 2 der Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung 1 ausgeführte Straßenoberflächenzustandschätzprogramm wird nachstehend unter Bezug auf das Ablaufdiagramm von 2 beschrieben.
  • Zunächst werden in Schritt S101 erforderliche Parameter gelesen, wie beispielsweise die Radgeschwindigkeiten ωFL und ωFR des linken und des rechten Vorderrades, die Radgeschwindigkeiten ωRL und ωRR des linken und des rechten Hinterrades und die Längsbeschleunigung Ax des Fahrzeugs.
  • In Schritt S102 berechnet der Vorderradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2a gemäß der vorstehenden Gleichung (1) eine Vorderradgeschwindigkeit ωF(n), und der Hinterradgeschwindigkeitsberechnungsabschnitt 2b berechnet gemäß der vorstehenden Gleichung (2) eine Hinterradgeschwindigkeit ωR(n),
  • In Schritt S103 berechnet der Hinterradbeschleunigungsberechnungsabschnitt 2c gemäß der vorstehenden Gleichung (3) eine Hinterradbeschleunigung (dωR/dt)(n).
  • In Schritt S104 berechnet der Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2d gemäß der vorstehenden Gleichung (4) einen Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωF(n).
  • In Schritt S105 berechnet der Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2e gemäß der vorstehenden Gleichung (5) einen Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωR(n).
  • In Schritt S106 berechnet der Hinterradbeschleunigungsdifferenzwertberechnungsabschnitt 2f gemäß der vorstehenden Gleichung (6) einen Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert Δ(dωR/dt)(n).
  • In Schritt S107 berechnet der Vorderrad-Bodenkraftberechnungsabschnitt 2g beispielsweise gemäß der vorstehenden Gleichung (7) eine Vorderrad-Bodenkraft Fzf.
  • In Schritt S108 berechnet der (dμ/dλ)-Berechnungsabschnitt 2h gemäß der vorstehenden Gleichung (9) einen Gradienten (dμ/dλ) einer Reifenkennlinie.
  • In Schritt S109 vergleicht der Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i den Gradienten (dμ/dλ) der Reifenkennlinie mit vorgegebenen Schwellenwerten KCH und KCL (K > KCL), um zu bestimmen, ob ein einen Straßenoberflächenzustand anzeigender Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ einer Straße mit hohem Reibungskoeffizienten μ, einer Straße mit mittlerem Reibungskoeffizienten μ oder einer Straße mit niedrigem Reibungskoeffizienten μ entspricht. Der Straßenoberflächenzustandbestimmungsabschnitt 2i gibt anschließend das Bestimmungsergebnis aus, woraufhin das Programm beendet wird.
  • Gemäß der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden eine Vorderradgeschwindigkeit ωE als eine Radgeschwindigkeit der Antriebsräder, eine Hinterradgeschwindigkeit ωR als eine Radgeschwindigkeit der angetriebenen Räder, eine Hinterradbeschleunigung (dωR/dt) als Beschleunigung der angetriebenen Räder, ein Vorderradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωF als ein Geschwindigkeitsdifferenzwert der Antriebsräder, ein Hinterradgeschwindigkeitsdifferenzwert ΔωR als ein Geschwindigkeitsdifferenzwert der angetriebenen Räder, ein Hinterradbeschleunigungsdifferenzwert Δ(dωR/dt) als ein Beschleunigungsdifferenzwert der angetriebenen Räder und eine Vorderrad-Bodenkraft Fzf als eine auf die Antriebsräder wirkende Bodenkraft berechnet. Basierend auf diesen berech neten Werten wird ein Gradient (dμ/dλ) einer Reifenkennlinie berechnet, der ein Änderungsmaß des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich eines Änderungsmaßes der Schlupfrate anzeigt, und der berechnete Gradient (dμ/dλ) der Reifenkennlinie wird mit vorgegebenen Schwellenwerten KCH und KCL (KCH > KCL) verglichen, wodurch ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ als Straßenoberflächenzustand bestimmt werden kann. Dies ermöglicht die Schätzung eines Straßenoberflächenzustandes nicht nur an der Schlupf- oder Haftungsgrenze der Reifen, sondern auch über einen breiten Fahrbereich. Auch wenn das Fahrzeug auf einer geneigten Straßenoberfläche fährt, kann der Straßenoberflächenzustand mit hoher Genauigkeit geschätzt werden, ohne dass durch die Neigung verursachte Fehler eingeführt werden. Außerdem kann, weil die Straßenoberflächenzustandschätzung hinsichtlich der Wirkung der Bodenkraft ausgeführt wird, der Straßenoberflächenzustand mit hoher Genauigkeit geschätzt werden. Darüber hinaus kann, weil der Straßenoberflächenzustand einfach durch Ausführen minimaler Rechenprozesse basierend auf Erfassungswerten von Radgeschwindigkeiten geschätzt wird, eine beispielsweise durch ein Filter verursachte Ansprechverzögerung vermindert werden, so dass eine Straßenoberflächenzustandschätzung mit gutem Ansprechverhalten ermöglicht wird.
  • Obwohl die vorliegende Erfindung beispielhaft ein Fahrzeug mit Zweiradantrieb eines Typs mit vorne liegendem Motor und Vorderradantrieb betrifft, kann die Ausführungsform ähnlicherweise auch auf ein Fahrzeug mit Zweiradantrieb mit vorne liegendem Motor und Hinterradantrieb angewendet werden. In diesem Fall ist die Beziehung zwischen den Antriebsrädern und den angetriebenen Rädern bezüglich der vorstehend beschriebenen Beziehung umgekehrt. Daher wird die folgende, der vorstehenden Gleichung (9) entsprechende Gleichung (16) verwendet. (dμ/dλ) = ((m·R + (If/R))·Δ(dωF/dt)) /((Fzr/ωR)·((ωF/wR)·ΔωR – ΔωF)) (16)
  • Hierbei bezeichnen Δ(dωF/dt)) einen Vorderradbeschleunigungsdifferenzwert als Beschleunigungsdifferenzwert der angetriebenen Räder, Fzr eine Hinterrad-Bodenkraft als eine auf die Antriebsräder wirkende Bodenkraft und If ein Gesamtträgheitsmoment der als die angetriebenen Räder dienenden beiden Vorderräder.
  • Obwohl in der vorliegenden Ausführungsform ein Straßenoberflächenzustand bezüglich des gesamten Fahrzeugs geschätzt wird, ist auch eine alternative Ausführungsform möglich, in der Straßenoberflächenzustände bezüglich der linken Seite und der rechten Seite des Fahrzeugs individuell geschätzt werden. Mit einer derartigen alternativen Ausführungsform kann eine sogenannte geteilte Straße mit verschiedenen Reibungskoeffizienten, bei der der Straßenoberflächenzustand sich zwischen der linken und der rechten Seite des Fahrzeugs unterscheidet, mit einem guten Ansprechverhalten erfasst werden.
  • Obwohl die vorliegende Ausführungsform beispielhaft ein Fahrzeug mit Zweiradantrieb betrifft, kann die Straßenoberflächenzustandschätzung gemäß der vorliegenden Ausführungsform ähnlicherweise auch im Fall eines Fahrzeugs mit Vierradantrieb mit einem einstellbaren Drehmomentverteilungsverhältnis implementiert werden, gemäß der eine Antriebskraft derart gesteurt wird, dass sie vollständig einem Radpaar zugeführt wird (z. B. den Vorderrädern).
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - JP 7-159308 A [0003, 0004, 0004]

Claims (3)

  1. Straßenoberflächenzustandschätzvorrichtung mit: einer Antriebsradgeschwindigkeitserfassungseinrichtung zum Erfassen einer Geschwindigkeit eines Antriebsrades; einer Einrichtung zum Erfassen der Geschwindigkeit eines angetriebenen Rades; einer Einrichtung zum Erfassen einer Beschleunigung des angetriebenen Rades; einer Antriebsradgeschwindigkeitsdifferenzberechnungseinrichtung zum Berechnen einer Differenz zwischen einer aktuell erfassten Geschwindigkeit der Antriebsräder und einer vorangehend erfassten Geschwindigkeit der Antriebsräder als Antriebsradgeschwindigkeitsdifferenz; einer Geschwindigkeitsdifferenzberechnungseinrichtung für die angetriebenen Räder zum Berechnen einer Differenz zwischen einer aktuell erfassten Geschwindigkeit der angetriebenen Räder und einer vorangehend erfassten Geschwindigkeit der angetriebenen Räder als Geschwindigkeitsdifferenz der angetriebenen Räder; einer Beschleunigungsdifferenzberechnungseinrichtung zum Berechnen einer Differenz zwischen einer aktuell erfassten Beschleunigung der angetriebenen Räder und einer vorangehend erfassten Beschleunigung der angetriebenen Räder als Beschleunigungsdifferenz der angetriebenen Räder; einer Bodenkraftberechnungseinrichtung zum Berechnen einer auf die Antriebsräder wirkenden Bodenkraft; einer Kennlinienberechnungseinrichtung zum Berechnen eines Änderungsmaßes eines Straßenoberflächenreibungskoeffizienten bezüglich eines Änderungsmaßes einer Schlupfrate in einer Kennlinie, die eine Beziehung zwi schen dem Straßenoberflächenreibungskoeffizienten und der Schlupfrate anzeigt, wobei die Berechnung auf der Basis der Geschwindigkeit der Antriebsräder, der Geschwindigkeit der angetriebenen Räder, dem Geschwindigkeitsdifferenzwert der Antriebsräder, dem Geschwindigkeitsdifferenzwert der angetriebenen Räder, der Beschleunigungsdifferenz der angetriebenen Räder und der Bodenkraft ausgeführt wird; und einer Straßenoberflächenzustandbestimmungseinrichtung zum Bestimmen eines Straßenoberflächenzustandes auf der Basis des Änderungsmaßes des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Kennlinienberechnungseinrichtung eine Antriebskraftdifferenz zwischen einer aktuellen Antriebskraft und einer vorangehenden Antriebskraft berechnet und die Änderungsrate des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten gemäß der Antriebskraftdifferenz dividiert durch ein Produkt aus dem Änderungsmaß der Schlupfrate und der Antriebsrad-Bodenkraft berechnet.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Straßenoberflächenzustandbestimmungseinrichtung einen vorgegebenen Schwellenwert mit der Änderungsrate des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten vergleicht, um einen Straßenoberflächenreibungskoeffizienten zu schätzen.
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