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DE102008028781A1 - Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors - Google Patents

Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors Download PDF

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DE102008028781A1
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Continental Teves AG and Co OHG
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Continental AG
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  • General Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Control Of Positive-Displacement Pumps (AREA)

Abstract

Bei einem Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors wird der Kompressor von einem Steuergerät zur Vermeidung thermischer Schäden dann abgeschaltet, wenn ein von dem Steuergerät berechneter Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert überschreitet. Hierbei berechnet das Steuergerät unter Heranziehung des Temperatur-Schätzwertes als Zustandsgröße eine Abkühlfunktion, die den zeitlichen Verlauf der Abkühlung des Kompressors repräsentiert. Erfindungsgemäß ermittelt das Steuergerät die Abkühlfunktion ausgehend von wenigstens einem mpressors zugeordnet sind, derart, dass die Abkühlfunktion ausgehend von der Temperaturdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors.
  • In Kraftfahrzeugen werden häufig Kompressoren verwendet, in denen ein gasförmiges oder flüssiges Medium auf einen Druck bringbar ist, der über dem Umgebungsdruck liegt. Das gasförmige oder flüssige Medium wird häufig als Steuerdruckmedium genutzt, mit dem beispielsweise Aktuatoren, insbesondere Kolben-Zylinder-Anordnungen, beaufschlagbar sind.
  • Ein Anwendungsfall in Kraftfahrzeugen ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Luftfedern einer Niveauregulierungsanlage derart mit Druckluft zu versorgen, dass diese die Karosserie des Fahrzeugs in einen fahrsituationsgerechten Abstand zur Fahrbahnoberfläche bringt. Da eine solche Niveauregulierungsanlage nicht ständig für eine Höhenverstellung der Karosserie des Fahrzeugs sorgt, wird ein zugehöriger Kompressor bedarfsgerecht immer nur dann in Betrieb genommen, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Die entsprechenden Kompressoren sind in der Regel als elektromotorisch betriebene Kolbenkompressoren ausgebildet. Zur Minimierung der Kosten für die verwendeten Kompressoren werden verstärkt relativ kleine Kompressoren eingesetzt, die bei einem ggf. länger dauernden Betrieb thermisch erheblich belastet werden, so dass sich Bauteile unzulässig hoch erwärmen können. Bei zu starker thermischer Beanspruchung wird in der Regel zuerst das Auslassventil oder die Kolbendichtung eines Kolbenkompressors beschä digt, was letztlich zu einem Ausfall des Kompressors und damit der Niveauregulierungsanlage führen kann.
  • Zur Vermeidung derartiger Schäden ist es beispielsweise durch DE 15 03 446 A1 , DE 19 43 936 A1 und EP 1 253 321 A2 bekannt, die Temperatur des Kompressors im Bereich der thermisch stark belasteten Bauteile direkt zu messen und bei einer thermischen Überlastung den Kompressor zur Abkühlung abzuschalten. Nachteilig hierbei ist, daß die notwendigen Temperatursensoren vergleichsweise teuer und bei kleinen Kompressoren aufgrund des beengten Bauraums im interessierenden Bereich nur schwer unterzubringen sind. Zwar deutet EP 1 253 321 A2 an, dass die Steuerung des Kompressorbetriebs auch ohne Temperatursensoren auf der Basis eines thermischen Modells erfolgen kann. Der Inhalt eines solchen Mess- bzw. Steuerungsverfahrens wird dabei jedoch nicht näher definiert.
  • Durch DE 39 19 407 A1 und DE 40 30 475 A1 ist es bekannt, die thermische Belastung eines Kompressors über die elektrische Leistungsaufnahme und/oder die Betriebsdauer des zu dem Kompressor gehörenden Elektromotors zu ermitteln. In eine ähnliche Richtung geht der aus DE 43 33 591 A1 bekannt gewordene Vorschlag, die Steuerung eines Kompressors durch Aufsummieren von dessen Einzeleinschaltzeiten und Einzelabschaltzeiten zu beeinflussen. Die Einzeleinschalt- und Abschaltzeiten stellen jeweils einen von mehreren Einflussfaktoren im Hinblick auf die thermische Belastung des Kompressors dar. Durch DE 198 12 234 C2 ist es bekannt, dass ein Kompressor hinsichtlich seiner Ein- und Ausschaltzeiten variabel betrieben werden kann. Dabei soll die jeweils aktuelle Einschaltdauer an die aktuellen Betriebsbedingungen des Kompressors angepasst werden. Als Parameter, in dessen Abhängigkeit die Einschaltdauer des Kompressors variiert wird, dienen die Wärmeübertragungsbedingungen, die zwischen dem Kompressor und der diesen umgebenden Luft herrschen. Dabei kann die Einschaltdauer beispielsweise in Abhängigkeit von der in der Umgebung des Kompressors herrschenden Lufttemperatur und Luftströmungsgeschwindigkeit derart variiert werden, dass die Einschaltdauer verkürzt wird, wenn die Umgebungstemperatur zunimmt, und verlängert wird, wenn sie abnimmt. Die Umgebungstemperatur kann dabei anhand einer Modellrechnung aus der aktuellen Fahrzeugaußenlufttemperatur und/oder der Fahrzeugmotoransauglufttemperatur bestimmt werden. Nachteilig ist hierbei, dass das bekannte Verfahren wie alle Einschaltdauermethoden durchweg ungenau ist, weil es die thermodynamischen Eigenschaften des Kompressors selbst nicht berücksichtigt. Die Steuerung nimmt dabei beispielsweise keinen Einfluss darauf, in welchem Temperaturband der Kompressor letztlich betrieben wird.
  • Durch DE 196 21 946 C2 ist ein Verfahren zur temperaturgestützten Steuerung eines Kompressors für eine Luftfederung eines Kraftfahrzeugs bekannt, das als Schätzverfahren ausgestaltet ist und ohne einen gesonderten Temperatursensor am Kompressor auskommt. Dazu ist vorgesehen, dass der Kompressor von einem Steuergerät abgeschaltet wird, wenn ein von diesem berechneter Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert überschreitet, oder eingeschaltet wird bzw. ein Einschalten gestattet wird, wenn ein unterer Schwellenwert unterschritten wird. Dazu wird der jeweils letzte Temperatur-Schätzwert beim Einschalten des Kompressors um einen bestimmten Temperatursprung erhöht, dessen Maß von der Höhe des letzten Schätzwertes abhängig ist. Weiterhin wird der Schätzwert während eines Kompressorbetriebes in vorgegebener Weise erhöht und bei Stillstand des Kompressors in vorgegebener Weise abgesenkt. Nachteilig ist hierbei, da die für das Verfahren zugrunde gelegten linearen Zusammenhänge in der Praxis in der Regel nicht vorliegen, da bei großen Temperaturdifferenzen die Temperaturänderungen größer sind als bei kleinen Temperaturdifferenzen. Der Temperatursprung findet außerdem in der Realität nicht augenblicklich statt, so daß in diesem Bereich auch die steuerungstechnische Verfügbarkeit des Kompressors nachteilig herabgesetzt ist.
  • Durch EP 1 644 640 B1 ist ein Verfahren der betreffenden Art zur Steuerung des Betriebs des Kompressors bekannt, bei dem der Kompressor von einem Steuergerät zur Vermeidung thermischer Schäden dann abgeschaltet wird, wenn ein von dem Steuergerät berechneter Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert überschreitet. Bei dem bekannten Verfahren berechnet das Steuergerät unter Heranziehung des Temperatur-Schätzwertes als Zustandsgröße eine Abkühlfunktion, die den zeitlichen Verlauf der Abkühlung des Kompressors repräsentiert.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art so weiterzubilden, dass die Abkühlfunktion präziser ermittelbar ist.
  • Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Lehre gelöst. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Abkühlfunktion in einem Falle, in dem der Kompressor so betrieben wurde, dass er sich beispielsweise ausschließlich in einem Bereich des Auslassventiles stark erwärmt hat, im übrigen jedoch nicht vollständig oder weitgehend ”durchgewärmt” ist, einen anderen Verlauf hat als in einem Falle, in dem der Kompressor so betrieben wurde, dass er beispielsweise nicht nur im Bereich des Auslassventiles stark erwärmt ist, sondern vollständig oder weitgehend ”durchgewärmt” ist. Hiervon ausgehend liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, die Abkühlfunktion ausgehend von einem Temperaturgradienten zwischen den Temperaturen an wenigstens zwei zueinander räumlich beabstandeten Stellen des Kompressors zu ermitteln. Dementsprechend sieht die Erfindung vor, dass das Steuergerät die Abkühlfunktion ausgehend von wenigstens einem ersten und einem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt, die räumlich zueinander beabstandeten Stellen des Kompressors zugeordnet sind, derart, daß die Abkühlfunktion ausgehend von einer Temperaturdifferenz zwischen dem ersten Temperatur-Schätzwert und dem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt wird. Auf diese Weise lässt sich die Abkühlfunktion wesentlich genauer ermitteln. Ist der Kompressor beispielsweise so betrieben worden, dass er sich überwiegend an einer dem ersten Temperatur-Schätzwert zugeordneten Stelle erwärmt hat, beispielsweise im Bereich seines Auslassventiles, während er sich an einer dem zweiten Temperatur-Schätzwert zugeordneten Stelle, die beispielsweise einer Außenfläche des Gehäuses des Kompressors entspricht, weniger stark erwärmt hat, so ist der Temperaturgradient zwischen den herangezogenen Stellen des Kompressors relativ hoch. Dementsprechend wird sich der Kompressor nach dem Abschalten durch Wärmeabfuhr an die Umgebung relativ schnell abkühlen, so dass das Steuergerät eine Abkühlfunktion berechnet, die einer solchen relativ schnellen Abkühlung entspricht. Ist demgegenüber der Kompressor so betrieben worden, dass er sich sowohl an einer dem ersten Temperatur-Schätzwert zugeordneten Stelle als auch an einer dem zweiten Temperatur-Schätzwert zugeordneten Stelle relativ stark erwärmt hat, so ist der Temperaturgradient zwischen den betrachteten Stellen des Kompressors geringer. In einem solchen Fall wird sich der Kompressor durch Wärmeabfuhr an die Umgebung relativ langsam abkühlen. Dementsprechend berechnet das Steuergerät eine Abkühlfunktion, die einer langsameren Abkühlung des Kompressors entspricht.
  • Da sich die Abkühlfunktion mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens präziser ermitteln lässt, ist erfindungsgemäß die Reaktionsschnelligkeit der Steuerung des Betriebs des Kompressors erhöht. Insbesondere ist es möglich, den Kompressor relativ schnell wieder einzuschalten, wenn die ermittelte Abkühlfunktion einer schnelleren Abkühlung entspricht. Dadurch sind die Reaktionsmöglichkeiten der Steuerung beim Betrieb des Kompressors erweitert. Beispielsweise ist es möglich, den Kompressor nach einer relativ schnellen Abkühlung sofort wieder in Betrieb zu nehmen, wenn beispielsweise eine Niveauregulierungsanlage eines Kraftfahrzeugs zum Schutz von Fußgängern eine Absenkung der Karosserie des Kraftfahrzeugs erfordert.
  • Auf diese Weise ist die Betriebssicherheit eines mit einer solchen Niveauregulierungsanlage ausgestatteten Kraftfahrzeugs wesentlich erhöht.
  • Die grundsätzliche Art und Weise der Ermittlung der Abkühlfunktion ist dem Fachmann aus der EP 1 644 640 B1 bekannt und wird daher hier nicht näher erläutert. Der Inhalt der EP 1 644 640 B1 wird hiermit durch Bezugnahme vollständig in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
  • Die dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert räumlich zugeordneten Stellen des Kompressors sind entsprechend den jeweiligen Anforderungen, baulichen Gegebenheiten und Betriebszuständen des Kompressors innerhalb weiter Grenzen wählbar. Ausgehend von dem Gedanken, dass sich eine Abkühlung des Prozessors vor allem durch Wärmeabfuhr an die Umgebung vollzieht, sieht eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lehre vor, dass eine dem zweiten Temperatur-Schätzwert räumlich zugeordnete Stelle des Kompressors näher an einem auf Umgebungstemperatur befindlichen Bereich liegt als eine dem ersten Temperatur-Schätzwert räumlich zugeordnete Stelle. Auf diese Weise ist die Präzision bei der Ermittlung der Abkühlfunktion weiter erhöht. Die den Temperatur-Schätzwerten zugeordneten Stellen werden hierbei beispielsweise und insbesondere so gewählt, dass sich zwischen diesen Stellen bei einer vorwiegend lokalen Erwärmung des Kompressors, beispielsweise im Bereich des Auslassventiles, ein hoher Temperaturgradient ergibt.
  • Dieser Temperaturgradient ist dann besonders hoch, wenn der erste Temperatur-Schätzwert einer Stelle des Kompressors zugeordnet ist, an der sich der Kompressor im Betrieb relativ schnell erwärmt und/oder wenn der zweite Temperatur-Schätzwert einer Stelle des Kompressors zugeordnet ist, an der sich der Kompressor im Betrieb relativ langsam erwärmt, wie dies vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lehre vorsehen.
  • Da sich der Kompressor erfahrungsgemäß im Bereich seines Auslassventiles oder seiner Kolbendichtung am schnellsten und an einer Außenfläche seines Gehäuses relativ langsam erwärmt, sehen zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung vor, dass die erste Stelle im Bereich eines Auslassventiles oder einer Kolbendichtung des Kompressors angeordnet ist und/oder dass die zweite Stelle im Bereich einer Außenfläche des Gehäuses des Kompressors, insbesondere im Bereich seines Zylinderkopfes, angeordnet ist. Das Steuergerät kann die Abkühlfunktion unter Heranziehung beliebiger weiterer Zustandsgrößen ermitteln. Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht insoweit vor, dass das Steuergerät die Abkühlfunktion unter Heranziehung weiterer Zustandsgrößen, insbesondere der Umgebungstemperatur und/oder der Kompressorspannung und/oder eines Vor- und Gegendruckes des Kompressors, ermittelt. Eine andere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass nach einem Einschalten und Wiedereinschalten des Steuergerätes dasselbe unter Heranziehung der ermittelten Abkühlfunktion und der zwischen dem Einschalten und Wiedereinschalten ermittelt, zu welchem Zeitpunkt ein unterer Temperatur-Schwellenwert unterschritten wird und der Kompressor wiedereingeschaltet werden kann.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
  • Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors wird der Kompressor zunächst in einem Prüfaufbau verschiedenen Betriebszuständen, insbesondere hinsichtlich der Dauer seines Betriebes, der Umgebungstemperatur, der Kompressorspannung und des Vor- und Gegendruckes des Kompressors, unterworfen. Hierbei wird mittels eines ersten Temperatursensors der zeitliche Verlauf der Temperatur des Kompressors an einer ersten Stelle, die bei diesem Ausführungsbeispiel im Bereich eines Auslassventiles des Kompressors angeordnet ist, gemessen und abgespeichert, insbesondere während der Abkühlung des Kompressors im ausgeschalteten Zustand. Darüber hinaus wird mittels eines zweiten Temperatursensors der zeitliche Verlauf der Temperatur des Kompressors an einer zweiten Stelle gemessen, die bei diesem Ausführungsbeispiel im Bereich des Zylinderkopfes des Kompressors angeordnet ist. Die auf diese Weise für verschiedene Betriebszustände ermittelten Temperaturverläufe werden abgespeichert und in eine Software des Steuergerätes des Kompressors eingespeist, so dass im Einbauzustand des Kompressors, beispielsweise an einer Niveauregulierungsanlage eines Kraftfahrzeuges, von dem Steuergerät Temperatur-Schätzwerte ermittelt werden können, und dementsprechend im Einbauzustand des Kompressors ein Temperatursensor nicht erforderlich ist.
  • Im Einbauzustand des Kompressors wird derselbe durch das Steuergerät derart gesteuert, dass das Steuergerät den Kompressor zur Vermeidung thermischer Schäden dann abschaltet, wenn ein von dem Steuergerät berechneter Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert überschreitet.
  • Während des Betriebs des Kompressors errechnet das Steuergerät zeitlich kontinuierlich oder in Intervallen anhand seiner Software einen ersten Temperatur-Schätzwert, der bei dem Ausführungsbeispiel einer Stelle im Bereich des Auslassventiles des Kompressors zugeordnet ist, und einen zweiten Temperatur-Schätzwert, der bei dem Ausführungsbeispiel einer Stelle im Bereich des Zylinderkopfes des Kompressors zugeordnet ist. Ausgehend von diesen Temperatur-Schätzwerten berechnet das Steuergerät zusätzlich eine Abkühlfunktion, die den zeitlichen Verlauf der Abkühlung des Kompressors nach einem Abschalten repräsentiert. Hierbei ermittelt das Steuergerät die Abkühlfunktion erfindungsgemäß ausgehend von dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert, derart, dass die Abkühlfunktion ausgehend von der Temperaturdifferenz zwischen dem ersten Temperatur-Schätzwert und dem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt wird.
  • Überschreitet der erste Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert, so schaltet das Steuergerät den Kompressor zur Vermeidung thermischer Schäden ab. Bleibt das Steuergerät nach dem Abschalten des Kompressors eingeschaltet, so errechnet es ausgehend von den Temperatur-Schätzwerten die Abkühlfunktion, aus der abgeleitet werden kann, zu welchem Zeitpunkt der Kompressor wieder eingeschaltet werden kann, ohne dass thermische Schäden in dem Kompressor entstehen. Ist die Temperaturdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert relativ groß, so bedeutet dies, dass der Kompressor vor allem lokal im Bereich seines Auslassventiles relativ stark erwärmt ist, ohne dass der Kompressor relativ stark ”durchgewärmt” ist. Daraus ergibt sich eine Abkühlfunktion, die einer schnelleren Abkühlung entspricht, so dass ein unterer Schwellenwert der Temperatur relativ schnell unterschritten wird und der Kompressor dementsprechend relativ schnell wieder eingeschaltet werden kann.
  • Ermittelt das Steuergerät demgegenüber, dass die Temperaturdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert relativ gering ist, so ergibt sich daraus, dass sich der Kompressor nicht ausschließlich im Bereich seines Auslassventiles relativ stark erwärmt, sondern relativ stark ”durchgewärmt” ist.
  • Daraus ergibt sich eine Abkühlfunktion, die einer relativ langsamen Abkühlung entspricht, so dass der untere Schwellenwert, bei dem der Kompressor wieder eingeschaltet werden kann, erst nach einer längeren Zeit unterschritten wird.
  • Wird das Steuergerät beim oder kurz nach dem Abschalten des Kompressors abgeschaltet, beispielsweise beim Ausschalten der Zündung des Kraftfahrzeugs, so wird die Abkühlfunktion ausgehend von den für den Zeitpunkt des Abschaltens ermittelten Temperatur-Schätzwerten berechnet, sobald das Steuergerät wieder eingeschaltet wird, also beispielsweise beim Einschalten der Zündung des Kraftfahrzeuges. Ausgehend von der ermittelten Abkühlfunktion und der zwischen dem Ausschalten des Kompressors und dem Wiedereinschalten des Steuergerätes vergangenen Zeit kann das Steuergerät dann ermitteln, zu welchem Zeitpunkt ein unterer Schwellenwert der Temperatur des Kompressors unterschritten ist und der Kompressor dementsprechend wieder eingeschaltet werden kann.
  • Aufgrund der erfindungsgemäßen Lehre kann die Abkühlfunktion präziser ermittelt werden, da sie erfindungsgemäß nicht ausgehend von einem einzigen Temperatur-Schätzwert, sondern ausgehend von einer Temperaturdifferenz zwischen zwei Temperatur-Schätzwerten ermittelt wird.
  • Die Vorteile der erfindungsgemäßen Lehre ergeben sich bereits dann, wenn ausschließlich die Differenz zwischen zwei Temperaturwerten ermittelt wird. Es ist erfindungsgemäß jedoch auch möglich, die Abkühlfunktion ausgehend von wenigstens zwei Temperaturdifferenzen aus wenigstens drei Temperatur-Schätzwerten zu ermitteln. Eine Heranziehung von zwei oder mehreren Temperaturdifferenzen ermöglicht entsprechen den jeweiligen Anforderungen noch genauere Aussagen über die räumliche Wärmeverteilung in dem Kompressor.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
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    • - DE 1943936 A1 [0004]
    • - EP 1253321 A2 [0004, 0004]
    • - DE 3919407 A1 [0005]
    • - DE 4030475 A1 [0005]
    • - DE 4333591 A1 [0005]
    • - DE 19812234 C2 [0005]
    • - DE 19621946 C2 [0006]
    • - EP 1644640 B1 [0007, 0012]
    • - EP 1644640 B [0012]

Claims (8)

  1. Verfahren zur Steuerung des Betriebs eines Kompressors, bei dem der Kompressor von einem Steuergerät zur Vermeidung thermischer Schäden dann abgeschaltet wird, wenn ein von dem Steuergerät berechneter Temperatur-Schätzwert einen oberen Schwellenwert überschreitet, und bei dem das Steuergerät unter Heranziehung des Temperatur-Schätzwertes als Zustandsgröße eine Abkühlfunktion berechnet, die den zeitlichen Verlauf der Abkühlung des Kompressors nach dem Abschalten des Kompressors repräsentiert, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät die Abkühlfunktion ausgehend von wenigstens einem ersten und einem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt, die räumlich zueinander beabstandeten Stellen des Kompressors zugeordnet sind, derart, dass die Abkühlfunktion ausgehend wenigstens von einer Temperaturdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Temperatur-Schätzwert ermittelt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine dem zweiten Temperatur-Schätzwert räumlich zugeordnete Stelle des Kompressors näher an einem auf Umgebungstemperatur befindlichen Bereich liegt als eine dem ersten Temperatur-Schätzwert räumlich zugeordnete Stelle.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Temperatur-Schätzwert einer Stelle des Kompressors zugeordnet ist, an der sich der Kompressor im Betrieb relativ schnell erwärmt.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, 2, oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Temperatur-Schätzwert einer Stelle des Kompressors zugeordnet ist, an der sich der Kompressor im Betrieb relativ langsam erwärmt.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Temperatur-Schätzwert einer Stelle zugeordnet ist, die im Bereich eines Auslassventiles oder einer Kolbendichtung des Kompressors angeordnet ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Temperatur-Schätzwert einer Stelle zugeordnet ist, die im Bereich einer Außenfläche des Gehäuses des Kompressors, insbesondere eines Zylinderkopfes des Kompressors, angeordnet ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät die Abkühlfunktion unter Heranziehung weiterer Zustandgrößen, insbesondere der Umgebungstemperatur und/oder der Kompressorspannung und/oder eines Vor- und/oder Gegendrucks des Kompressors, ermittelt.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Ausschalten und Wiedereinschalten des Steuergerätes dasselbe unter Heranziehung der ermittelten Abkühlfunktion und der zwischen dem Ausschalten und Wiedereinschalten vergangenen Zeit ermittelt, zu welchem Zeitpunkt ein unterer Temperatur-Schwellenwert unterschritten wird und der Kompressor wieder eingeschaltet werden kann.
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