[go: up one dir, main page]

DE102008027941A1 - Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie - Google Patents

Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie Download PDF

Info

Publication number
DE102008027941A1
DE102008027941A1 DE102008027941A DE102008027941A DE102008027941A1 DE 102008027941 A1 DE102008027941 A1 DE 102008027941A1 DE 102008027941 A DE102008027941 A DE 102008027941A DE 102008027941 A DE102008027941 A DE 102008027941A DE 102008027941 A1 DE102008027941 A1 DE 102008027941A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
workpiece
tool
rotary milling
cutting edge
rotation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE102008027941A
Other languages
English (en)
Other versions
DE102008027941B4 (de
Inventor
Bernd Faigle
Helmut Glocar
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Gebrueder Heller Maschinenfabrik GmbH
Original Assignee
Gebrueder Heller Maschinenfabrik GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Family has litigation
First worldwide family litigation filed litigation Critical https://patents.darts-ip.com/?family=41010543&utm_source=google_patent&utm_medium=platform_link&utm_campaign=public_patent_search&patent=DE102008027941(A1) "Global patent litigation dataset” by Darts-ip is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.
Application filed by Gebrueder Heller Maschinenfabrik GmbH filed Critical Gebrueder Heller Maschinenfabrik GmbH
Priority to DE200810027941 priority Critical patent/DE102008027941B4/de
Priority to PCT/EP2009/003551 priority patent/WO2009149812A1/de
Publication of DE102008027941A1 publication Critical patent/DE102008027941A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE102008027941B4 publication Critical patent/DE102008027941B4/de
Expired - Fee Related legal-status Critical Current
Anticipated expiration legal-status Critical

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B23MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B23CMILLING
    • B23C3/00Milling particular work; Special milling operations; Machines therefor
    • B23C3/06Milling crankshafts
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B23MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B23CMILLING
    • B23C2220/00Details of milling processes
    • B23C2220/08Milling with the axis of the tool perpendicular to the workpiece axis
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B23MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B23CMILLING
    • B23C2220/00Details of milling processes
    • B23C2220/48Methods of milling not otherwise provided for
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B23MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B23CMILLING
    • B23C2220/00Details of milling processes
    • B23C2220/64Using an endmill, i.e. a shaft milling cutter, to generate profile of a crankshaft or camshaft

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Milling Processes (AREA)

Abstract

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Drehfräsen von runden Abschnitten von Werkstücken benutzt beim Anschneiden, d. h. zu Beginn des Drehfräsvorgangs eine spezielle Eintauchstrategie. Die Bewegung erfolgt weder rein tangential (radial bezogen auf das Drehfräswerkzeug) noch rein axial (radial bezogen auf das Werkstück). Vielmehr wird eine Überlagerung zwischen aus Sicht des Werkzeugs radialer und axialer bzw. aus Sicht des Werkstücks tangentialer und radialer Zustellbewegung gewählt. Dies ergibt eine Eintauchbahn, die um einen Winkel von wenigen Grad gegen die Tangentiale der Werkstückfläche geneigt ist. Vorteilhafte Verhältnisse liegen vor, wenn der erste Werkstückkontakt kurz nach der Schneidenecke im Bereich des Werkzeugaußendurchmessers bzw. im Schneidradiusauslauf erfolgt. Das Verfahren erbringt eine hohe Werkzeugstandmenge bei hoher Vearbeitungsqualität und Präzision.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Drehfräsen von runden Abschnitten von Werkstücken, wie insbesondere Hubzapfen und/oder Lagerzapfen von Kurbelwellen oder auch nicht kreisförmigen runden Werkstückabschnitten, wie beispielsweise Nocken von Nockenwellen oder andere im Drehfräsverfahren zugängliche Flächen. Die Erfindung betrifft auch eine Werkzeugmaschine, die z. B. durch eine geeignete Steuerungssoftware oder sonstige Maßnahmen zur Durchführung des Verfahrens eingerichtet ist.
  • Prinzipiell ist es bekannt, runde Werkstückflächen, wie beispielsweise Hauptlagerflächen oder Hubzapfen von Kurbelwellen, im Drehfräsverfahren zu bearbeiten. Beispielsweise befasst sich die AT 286067 C mit einem solchen Fräsverfahren. Zur Durchführung des Verfahrens dient ein Walzenstirnfräser, der sowohl Stirnschneidkanten als auch Umfangsschneidkanten aufweist. Die Drehachse des Walzenstirnfräsers ist mit einer definierten Exzentrizität radial zu der Drehachse des Werkstücks eingestellt. Das Drehfräsverfahren dient sowohl zum Vorschneiden als auch zum Fertigschneiden. Beim Vorschneiden wird die Exzentrizität anders eingestellt als beim Fertigschneiden. Dadurch wird erreicht, dass das Vorschneiden vor allem mit dem Umfangsschneidkanten ausgeführt wird, während zum Fertigschneiden die Stirnschneiden genutzt werden.
  • Aus der DE 10 2006 024 715 A1 ist darüber hinaus ein Verfahren zum Bearbeiten von Lagersitzen von Haupt- und Hublagern von Kurbelwellen bekannt, das als Drehfräsverfahren ausgebildet ist und sowohl einen Vorschnitt-Drehfrässchritt als auch einen Fertigschnitt-Drehfrässchnitt umfasst. Der dort beschriebene Drehfräsvorgang arbeitet mit einem Achsversatz zwischen der Drehachse des Werkstücks und der Drehachse des Werkzeugs. Dieser Achsversatz wird als Exzentrizität bezeichnet. Er ist einschließlich der Phase des Eintauchens und des Ausfahrens des Werkzeugs konstant. Während des Drehfräsens erfolgt keine Vorschubbewegung quer zu einer Längsachse des Fingerfräsers.
  • Dieses Konzept des (bezogen auf das Werkstück) radialen Eintauchens des Werkzeugs bewirkt ein relativ plötzliches Starten des Bearbeitungsvorgangs, was zu Problemen führen kann.
  • Einen wesentlich sanfteren Beginn des Bearbeitungsvorgangs gestattet das Drehfräsverfahren gemäß WO 97/32680 . Hier wird das Drehfräswerkzeug auf einer tangentialen Bahn ohne axiale Zustellbewegung an das Werkstück herangeführt. Das Drehfräswerkzeug kommt zuerst mit seiner Eckschneidkante mit dem Werkstück in Eingriff. Der Anschnitt ist weich. Jedoch wird der Werkzeugverschleiß für den Anfräsvorgang auf die Eckschneidkante konzentriert. Die Eckschneidkante macht einen sehr kleinen Schneidkantenbereich aus, dessen Länge lediglich 0,05 bis 0,25 mm beträgt. Dies ergibt einen sehr hohen lokalen Verschleiß. Zudem ist die Schnittgeschwindigkeit an der Eckenschneidkante maximal, was zu einem hohen Schneidenverschleiß führt. Der Verschleiß kann sich nach und nach bis in dies Stirnschneidkante fortsetzen, was zu erheblichen Qualitätsproblemen und Standzeitproblemen führen kann.
  • Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, anzugeben wie sich beim Drehfräsen Werkstücke in hoher Qualität und mit hoher Werkzeugstandmenge erzeugen lassen.
  • Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren nach Anspruch 1 sowie mittels einer entsprechenden Werkzeugmaschine oder Steuerungssoftware gelöst:
    Das erfindungsgemäße Verfahren liefert insbesondere eine standzeit- bzw. standmengenoptimale Anfahrstrategie. Sie berücksichtigt das Einfahren des Werkzeugs in das Werkstück und das Verschleißverhalten des Werkzeugs. Das Verfahren ist insbesondere bei der Bearbeitung von gehärteten Werkstücken von Vorteil. Es eignet sich für labile Werkstücke, wie z. B. Kurbelwellen, und erweist sich dabei als besonders prozessstabil.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren stellt eine Kombination aus tangentialer und axialer Anfahr- oder Eintauchstrategie für den Beginn des Zerspanungsprozesses vor und vereint die Vorteile axialen und radialen Eintauchens, wobei die jeweils spezifischen Nachteile eliminiert werden. Anders als beim axialen Eintauchen beginnt das erfindungsgemäße Verfahren mit relativ kurzen Eingriffslängen, d. h. relativ kurzen Stirnschneidkantenabschnitten. Anders als das radiale Anfahren wird ein Eckschneidkantenverschleiß jedoch minimiert. Die Überlagerung von axialer und radialer Eintauchbewegung, die sich aus der kontinuierlichen Verminderung der Exzentrizität während des Eintauchvorgangs ergibt, liefert einen Eintauch winkel α, der beispielsweise auf 3° festgelegt sein kann. Eine sehr vorteilhafte Konstellation ist gegeben, wenn der erste Werkstückkontakt in Nachbarschaft der Schneidenecke bzw. im Auslauf des Schneidenradiuses erfolgt. Über den Einfahrweg wird eine maximale Verteilung des Abtragvolumens über die Stirnschneidkante erreicht. Alternativ ist es möglich, das Abtragsvolumen beim Eintauchfräsen bewusst auf bestimmte Schneidkantenbereiche zu konzentrieren, um für das nachfolgende Rundfräsen einen Verschleißvorrat zu haben, um so eine erhöhte Wirtschaftlichkeit der Werkzeuge zu erhalten.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet die Erreichung sehr hoher Rundheitsgenauigkeiten an labilen Werkstücken, wie beispielsweise Kurbelwellen. Der Übergang vom Eintauchen in das Rundfräsen erfolgt sehr weich. Dies gilt insbesondere, wenn der Eintauchvorgang über einen Werkstückdrehwinkel ab 5°, vorzugsweise von größer 15° erfolgt. Der Vorschubvektor beim Eintauchfräsen nähert sich dem Vorschubvektor beim Rundfräsen an, was ähnlich wie beim tangentialen Eintauchfräsen deutlich verbesserte Rundheitsgenauigkeiten ergibt. Jedoch wird nicht der hohe Eckschneidkantenverschleiß des tangentialen Eintauchens in Kauf genommen. Je näher die Winkellage und der Betrag des Eintauchvorschubvektors an dem Rundfräsvorschubvektor liegen, desto geringer ist der Genauigkeitsverlust beim Übergang vom Eintauchfräsen zum Rundfräsen. Außerdem ist es möglich, diesen Übergang glatt, d. h. ruckfrei zu gestalten.
  • Das erfindungsgemäße Eintauchverfahren schont die Eckschneidkante und verhindert insbesondere einen sich ausgehend von der Eckschneidkante in die Stirnschneidkante fortschreitenden übermäßigen Verschleiß. Damit liefert das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere wegen der Verteilung des Verschleißes beim Eintauchfräsen auf größere Teile der Stirnschneidkante eine erhöhte Standmenge und letztendlich für eine Vielzahl von Werkstücken eine ver besserte Genauigkeit. Die Eckschneidkante kann beim Eintauchfräsen außer Eingriff bleiben. Dies gilt für Eintauchwinkel α zwischen 0,1° und 10°. Der beste Eintauchwinkel α ist abhängig vom Werkstückdurchmesser, vom Aufmaß, vom Werkzeugdurchmesser, von der Schneidkantenverrundung, der Exzentrizität o. ä.
  • Das fortwährende Verändern der Exzentrizität ist nicht nur beim Eintauchfräsen vorteilhaft, sondern auch am Ende des Rundfräsvorgangs sinnvoll anwendbar. Das Ein- und Ausfahren des Werkzeugs erfolgt vorteilhafterweise mit kontinuierlicher veränderlicher Exzentrizität.
  • Vorteilhafterweise kann der Werkstückdrehwinkel beim Einfahren (Eintauchbewegung) mehr als 15° betragen. Es ergibt sich ein Anschnitts-Vorschubvektor, der dem Rundvorschubvektor ähnlich ist. Es wird dadurch die sich sonst beim radialen Eintauchen ergebende Unstetigkeitsstelle beim Übergang vom Eintauchen in das Rundfräsen vermieden. Es reduzieren sich regelungstechnische Einflüsse der beteiligten Vorschubachsen, die sonst auf die Werkstückgenauigkeit Einfluss nehmen.
  • Bei der Erfindung wird eine verbesserte Verteilung des Zerspanungsvolumens über die Stirnschneide des Werkzeugs erreicht.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zur Anwendung an Vollhartmetallfräsern. Es kann außerdem bei Verfahren angewendet werden, bei dem das Rundfräsen mit sehr geringer Exzentrizität erfolgt. Beispielsweise um einen Hubzapfen in einem Vorgang auf gesamter Zapfenbreite zu bearbeiten. Die Werkzeugschneidkante erstreckt sich von der äußeren Schneidkante bis zum Drehzentrum, um dies zu ermöglichen.
  • Es ist vorteilhaft während der Eintauchbewegung die Werkzeugdrehzahl und/oder die Werkstückdrehzahl zu ändern. Beispielsweise kann die Werkzeugdrehzahl zu Beginn des Eintauchfräsens geringer sein und bis zum Ende der Eintauchbewegung kontinuierlich auf Rundfräs-Drehzahl gesteigert werden. Dies entlastet den radial äußeren Stirnschneidkantenabschnitt des Werkzeugs. Alternativ kann bei sehr labilen Werkstücken ein gedämpfter Eingriff zu Beginn der Eintauchbewegung dadurch erzielt werden, dass die Schnittgeschwindigkeit zu Beginn des Eintauchvorgangs höher gewählt wird.
  • Ein ähnlicher Dämpfungseffekt wird erzielt, indem die Werkstückdrehzahl zu Beginn der Eintauchbewegung niedriger gewählt und während des Eintauchens auf die Rundfräs-Werkstückdrehzahl angehoben wird.
  • Der Eintauchwinkel α wird vorzugsweise so gewählt, dass der erste Werkstückkontakt in unmittelbarer Nähe zu den Schneidenecken im Bereich des Werkzeugaußendurchmessers bzw. im Auslauf des Schneidenradiuses erfolgt. Bei konkaver Schneidkantenausbildung, wie sie beispielsweise für ballige Lagersitze angewendet werden, kann der Eintauchwinkel α entsprechend angepasst werden, um den ersten Werkstückkontakt an der Stirnschneidkante des Werkzeugs vorteilhaft zu platzieren.
  • Eine Sonderform der Kurbelwellenbearbeitung ist die Bearbeitung der Ölbundflächen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann so eingesetzt werden, dass mit der Eintauchbewegung und gleichzeitig rotierendem Werkstück eine oder beide Ölbundflächen über eine oder mehrere Werkstückumdrehungen hinweg mit bearbeitet werden. Bei der sequentiellen Bearbeitung der Ölbundflächen kann als Fräsverfahren ein Gleichlauffräsen gewählt werden, was bei labilen Werkstücken bevorzugt wird. Alternativ kann das Gegenlauffräsen gewählt werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl für den Vorschnitt (radiales Aufmaß ca. 0,15 mm) als auch für den Fertigschnitt (radiales Aufmaß ca. 0,1 mm) bei der Schlichtbearbeitung (Feinbearbeitung) von Kurbelwellen anwendbar. Das Rundfräsen erfolgt nach Durchführung des Eintauchvorgangs vorzugsweise über einen Werkstückdrehwinkel von mindestens 360°. Das Rundfräsen kann über eine oder mehrere Umdrehungen hinweg erfolgen. Vorzugsweise wird es auf wenige, zum Beispiel zwei Umdrehungen, beschränkt.
  • Die Drehrichtung des Werkstücks kann so gewählt sein, dass die Exzentrizität zu Beginn des Eintauchvorgangs positiv oder auch negativ ist. Vorzugsweise ist sie positiv, d. h. die Drehachse des Werkstücks ist in Drehrichtung des Werkzeugs gegen die Drehachse des Werkstücks versetzt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere auch dort eingesetzt werden, wo an einem Werkstück verschieden harte Bereiche abzutragen sind, wie beispielsweise an gehärteten Kurbelwellen-Lagersitzen. Dort sind am Lagersitzrand typische Hart-Weich-Übergänge mit unterschiedlichen Zerspanungsbedingungen vorhanden. Der Eintauchwinkel α kann hier so gewählt werden, dass der Verschleiß im Außendurchmesserbereich und der Verschleiß im Stirnkantenbereich angeglichen werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich sowohl für Kurbelwellen-Lagersitze oder Hubzapfen mit Freistich wie auch ohne Freistich. Ist kein Freistich vorhanden, werden gerne besonders geringe Eckenradien an den Eckenschneidkanten des Werkzeugs vorgesehen. Durch die Schonung der Eckenschneidkante eignet sich das erfindungsgemäße Fräsverfahren insbesondere für solche Anwendungsfälle.
  • Obwohl mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine sehr hohe Werkstückqualität erzielt wird, entstehen beispielsweise im Bereich von Ölkanalbohrungen veränderte in der Regel geringere Abdrängkräfte. Diese verursachen an labilen Werkstücken Formfehler der bearbeiteten zylindrischen Fläche. Hierzu können winkelabhängige Formkorrekturen empirisch vorgehalten werden, die unter Umständen auch abhängig von der Werkzeugstandzeit zur Anwendung kom men können. Derartige Formfehler können auch im Prozess oder als Post-Prozess-Messung erfasst und entsprechend korrigiert werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist im Zusammenhang mit Wendeschneidplatten bestückten Fräsern anwendbar. Bevorzugt wird jedoch ein Hartmetallkopf vorgesehen. Der Einsatz aufgelöteter CBN-Schneiden ist möglich. Es können die für das Hochgeschwindigkeitsfräsen üblichen Schnittgeschwindigkeiten angewandt werden. Vorzugsweise weist der Fräser mehrere Schneidkanten auf. Für den Vorschnitt und den Fertigschnitt kann das gleiche Werkzeug verwendet werden. Beispielsweise können zunächst an allen zu bearbeitenden Zylinderflächen einer Kurbelwelle die Vorschnittoperationen und anschließend die Fertigschnittoperationen mit Hochgenauigkeitswerkzeugen durchgeführt werden. Für den Vorschnitt und den Fertigschnitt können unterschiedliche Schnittparameter eingesetzt werden. Zur Reduktion der Werkzeugvielfalt können alle Vorschnittoperationen mit gleichem Werkzeugdurchmesser durchgeführt werden. Eine innere Werkzeugkühlung kann vorgesehen werden.
  • Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung oder Ansprüchen. Die Erfindung wird in der Beschreibung anhand eines erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben. Die Erfindung erstreckt sich jedoch gleichermaßen auf eine Vorrichtung zur Umsetzung des Verfahrens, d. h. auf entsprechende Werkzeugmaschinen in denen das Verfahren implementiert ist, wie auch auf Software, die das Verfahren realisiert. Es zeigen:
  • 1 eine Kurbelwelle beim Drehfräsen in einer schematisierten Gesamtansicht.
  • 2 die Kurbelwelle beim Drehfräsen, in einer Schnittdarstellung in schematisierter und stark vereinfachter Darstellung.
  • 3 die Kurbelwelle und das Drehfräswerkzeug kurz vor Beginn eines Eintauch- oder Anschnittvorgangs, in stark schematisierter Darstellung.
  • 4 einen Ausschnitt aus 3, in vergrößerter Darstellung.
  • 5 den Anschnittvorgang, in schematisierter Darstellung.
  • 6 einen Ausschnitt aus 5.
  • 7 das Ende des Anschnitt oder Eintauchvorgangs, in stark schematisierter Darstellung.
  • 8 einen Ausschnitt aus 7.
  • 9 Eingriffsflächen an einem Kurbelzapfen, in verschiedenen Stadien des Eintauchvorgangs.
  • 10 bis 12 eine alternative Möglichkeit zur Durchführung des Eintauchvorgangs, in schematisierter Darstellung.
  • 1 veranschaulicht einen Drehfräsvorgang mit einem Werkzeug 1 an einer Hauptlagerfläche 2 einer Kurbelwelle 3. Das Drehfräswerkzeug 1 ist vorzugsweise ein Vollhartmetallwerkzeug, das zumindest eine Stirnschneidkante 4 aufweist. Vorzugsweise kann es mehrere Stirnschneidkanten aufweisen, die sich jeweils von dem radial äußeren Ende bis zu der Mitte erstrecken, die bei einer Werkzeugdrehachse 5 liegt. Das Drehfräswerkzeug 1 kann außerdem eine oder mehrere Umfangsschneidkanten 6 haben, die sich mit der Stirnschneidkante 4 an einer Schneidenecke 7 trifft. Die Schneidenecke 7 kann einen sehr geringen Eckenradius haben, beispielsweise im Bereich von wenigen Zehntel Millimetern.
  • Die Bearbeitung der Kurbelwelle 2 erfolgt bei drehendem Drehfräswerkzeug 1 unter rechtwinkliger Beziehung zwischen der Werkzeugdrehachse 5 und der Werkstückdrehachse 8, die hier die Symmetrieachse der Hauptlagerfläche 2 ist.
  • Wie 2 zeigt, schneiden sich die Werkzeugdrehachse 5 und die Werkstückdrehachse jedoch nicht zwangsläufig. Es kann eine Exzentrizität 9 vorgesehen sein, die als Abstand zwischen der Werkzeugdrehachse 5 und der Werkstückdrehachse 8 zu messen ist. Die Exzentrizität 9 ist in den 2 und 3 sowie 5 und 7 veranschaulicht. Zur Durchführung des Runddrehfräsvorgang ist die Exzentrizität 9 meist nahe Null, um das Drehfräswerkzeug 1 mit seinem gesamten Durchmesser mit der Hauptlagerfläche 2 in Eingriff zu halten. Die Exzentrizität 9 wird bei dem Runddrehfräsvorgang konstant gehalten. Ebenso ändert sich der axiale Abstand zwischen der Stirnschneidkante 4 und der Werkstückdrehachse 8 dabei normalerweise nicht. Eine winkelabhängig Änderung des Abstandes ist aber zur Durchführung von Formkorrekturen oder auch bei der Bearbeitung unrunder Werkstücke möglich.
  • Der erfindungsgemäße Drehfräsvorgang zeichnet sich durch spezifisch getroffene Maßnahmen aus, die den Beginn des Drehfräsvorgangs betreffen. Dieser Beginn wird auch als „Eintauchvorgang”, „Eintauchfräsen” oder ähnlich bezeichnet. Er enthält eine Zustellbewegung des Drehfräswerkzeugs 1. Diese Zustellbewegung ist eine Relativbewegung zwischen dem Drehfräswerkzeug 1 und der Kurbelwelle 3 bzw. eines sonstigen Werkstücks. Der Zustellvorgang umfasst alle Vorgänge von der ersten Berührung zwischen dem Drehfräswerkzeug 1 und der Hauptlagerfläche 2 bis zum Ende dieser Relativbewegung. Der Zustellvorgang wird synonym mit dem Eintauchvorgang verstanden. Zur Erläuterung des Zustellvorgangs wird auf die 3 bis 8 verwiesen.
  • 3 veranschaulicht die Relativposition des Werkstücks bzw. der Hauptlagerfläche 2 und des Drehfräswerkzeugs 1 bevor beide miteinander in Eingriff kommen. Die rechtwinklig zu der Werkzeugdrehachse 5 sowie ebenfalls rechtwinklig zu der Werkstückdrehachse 8 zu messende Exzentrizität 9 weist einen ersten relativ großen Wert auf. Vorzugsweise ist dieser allenfalls geringfügig größer als der Radius 10 des Drehfräswerkzeugs 1. Zur Verdeutlichung der in 3 insgesamt veranschaulichten Verhältnisse wird auf 4 verwiesen. Diese zeigt einen Ausschnitt um die Schneidenecke 7 herum. Wie ersichtlich, befindet sich die Schneidenecke 7 in der Nähe zu einer gedachten Linie 11, die parallel zu der Werkzeugdrehachse 5 in 4 eingetragen ist.
  • Die nun ablaufende Zustellbewegung folgt einer in 4 gestrichelten Linie 12. Die Linie 12 schließt mit der Radialrichtung zu der Werkzeugdrehachse 5 einen spitzen Winkel α von beispielsweise 3° ein. Die Radialrichtung stimmt in 4 mit der Richtung der Stirnschneidkante überein und die Bewegung auf der Linie 12 kommt durch eine Überlagerung zweier Bewegungen nämlich einer Axialbewegung des Drehfräserwerkzeugs 1 und einer Radialbewegung desselben zustande. Die Radialkomponente der Bewegung führt zu einer Verringerung der Exzentrizität 9, wie es in 5 sichtbar wird. Dies führt zu einer ersten Berührung zwischen der Schneidkante 4 und der Aufmaßkontur 13 des Werkstücks, wie in 6 veranschaulicht, an einer bei der Linie 11 liegenden Stelle 14. Wie ersichtlich, berührt die Stirnschneidkante 4 das Werkstück, d. h. die Aufmaßkontur 13, erstmalig an einer in Nachbarschaft zu der Schneidenecke 7 liegenden Stelle.
  • Während diese Berührung stattfindet, dreht das Werkstück, d. h. hier die Hauptlagerfläche 2, in einer der Eintauchbewegung entgegen gerichteten Bewegung. Beispielsweise findet die Eintauchbewegung gemäß 3, 5 und 7 von rechts nach links statt, während die Drehbewegung rechtsdrehend (im Uhrzeigersinn) ist.
  • Während der weiteren Eintauchbewegung folgt das drehende Drehfräswerkzeug 1 weiter dem Pfad 12, womit sich die Exzentrizität 9 weiter zum Beispiel auf den in 7 veranschaulichten geringen Wert vermindert oder auch Null oder leicht positiv wird. Gleichzeitig wird der Abstand zwischen der Stirnschneidkante 4 und der Werkstückdrehachse 8 weiter vermindert. Wie 8 zeigt, kommt die Stirnschneidkante 4 dadurch auf die in 8 gestrichelte Sollkontur 15, die etwas unter der Aufmaßkontur 13 liegt. Gerechnet von der ersten Berührung zwischen dem (schnell) drehenden Drehfräswerkzeug 1 und der Aufmaßkontur 13 und dem Erreichen der geringen Exzentrizität 9 gemäß 7 und 8 dreht sich das Werkstück, d. h. die Hauptlagerfläche 2 vorzugsweise um einen Winkel von etwa 15°. Der Eintauchwinkel α beträgt dabei 0,1° bis 10° vorzugsweise 1° bis 3°. Er kann konstant oder entlang des Wegs 12 variabel sein. Gegen Ende der Eintauchbewegung kann die Axialbewegung des Drehfräswerkzeugs 1 sanft angehalten werden. Gleichzeitig oder kurz danach kann die Radialbewegung des Drehfräswerkzeugs 1, die die Verringerung der Exzentrizität 9 bewirkt, sanft angehalten werden. Dadurch geht der Anschnitt-Vorschubvektor ruckfrei in den Rundvorschubvektor über.
  • Während der Eintauchbewegung können das Drehfräswerkzeug 1 und das Werkstück (Hauptlagerfläche 2) mit konstanten Drehzahlen drehen. Es ist auch möglich, wenigstens eine dieser Drehzahlen während des Eintauchvorgangs zu variieren. Beispielsweise kann die Drehzahl des Drehfräswerkzeugs zur Minimierung der Spandicke anfänglich erhöht sein. Andere Variationen sind möglich. Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen folgt das Drehfräswerkzeug 1 beim Eintauchen dem Linearen Pfad 12. Der Pfad kann aber auch abschnittsweise oder überall eine Krümmung aufweisen. Z. B. kann er s-förmig gekrümmt sein. Z. B. kann ein Zweig des s-förmigen Wegs glatt und ruckfrei an die Rundfräsbewegung anschließen. Um dies zu erreichen kann die Vorschubgeschwindigkeit der Linearachsen beim Eintauchen variiert werden.
  • 9 veranschaulicht die Anschnittverhältnisse an der Hauptlagerfläche 2 schematisch. Die stattfindende erste Berührung zwischen den Stirnschneidkanten 4 und der Hauptlagerfläche 2 führt zu einem Materialabtrag in einem kleinflächigen ersten Bereich 16, etwa in der Mitte der Hauptlagerfläche 2. Mit fortgesetzter Eintauchbewegung vergrößert sich der Bereich und durchläuft mehrere Stadien 17, 18 bis die Eingriffsfläche 19 erreicht ist, mit der der Runddrehfräsvorgang über mindestens eine volle Umdrehung der Hauptlagerfläche 2 oder mehrere Umdrehungen derselben fortgesetzt wird.
  • Der nachfolgende Abschlussvorgang, bei dem das Werkstück und das Drehfräswerkzeug 1 außer Eingriff gebracht werden, kann wiederum mit einer zur Tangentialrichtung geneigten Bahn analog dem Eintauchen mit einem konstanten oder entlang des Wegs variablen Austauchwinkel geschehen. Es ist möglich, dabei auf dem Pfad 12 unter Vergrößerung der Exzentrizität wiederum von der Position nach 7 über die Position nach 5 zu der Position nach 3 zu fahren. Alternativ kann aber auch die Radialbewegung des Eintauchvorgangs in gleicher Richtung fortgesetzt und nur die Axialbewegung umgekehrt werden. Dann kehrt die Exzentrizität beim Austauchen ihr Vorzeichen um. In dem Beispiel nach 3 bis 7 wäre das eine Bewegung des Drehfräswerkzeugs 1 nach links. Wiederum kann ein Auftauchwinkel von wenigen Grad zum Beispiel 0,1° bis 10°, vorzugsweise 1° bis 3° Anwendung finden.
  • Die Drehbewegung des Werkstücks kann gemäß 5 in Uhrzeigerrichtung oder alternativ auch in Gegenuhrzeigerrichtung sein.
  • Das oben beschriebene Verfahren kann auch für alle anderen runden Flächen der Kurbelwelle 3, insbesondere für seine Hubzapfen 20 oder auch für andere Werkstücke angewandt werden.
  • Um einerseits die Schneidenecke 7 des Drehfräswerkzeugs zu schonen und andererseits die Stirnschneidkante 4 möglichst auf ganzer Länge zu nutzen, wird ein möglichst flacher Eintauchwinkel α gewählt. Er kann nach folgender Formel bestimmt werden:
    Figure 00140001
    wobei:
  • αmin
    = minimaler Eintauchwinkel
    RWS
    = Werkstückradius (ohne Aufmaß), d. h. Werkstücksollradius
    AFM
    = radiales Werkstückaufmaß
    RWZ
    = Werkzeugradius
    RSK
    = Schneideckenradius des Werkzeugs
    EXZ
    = Exzentrizität beim Rundfräsen.
  • Der Schneideckenradius RSK kann zu Null oder einem kleiner als tatsächlichen Wert angenommen werden, wenn ein erster Werkstück/Werkzeugkontakt im Radiusübergang von der Schneidenecke zu der Stirnschneidkante 4 gewünscht ist. Nachfolgend sind drei Beispiele spezifiziert, die gute Ergebnisse hinsichtlich Bearbeitungsgenauigkeit und Werkzeugstandzeit liefern:
    Merkmal Einheit Beispiel 1 Beispiel 2 Beispiel 3
    RWS [mm] 20 50 25
    AFM [mm] 0,1 0,4 0,2
    RWZ [mm] 15 12 12
    RSK [mm] 0,02 1 0,05
    EXZ [mm] 2,5 4,65 3
    αmin [Grad] 0,462 6,780 1,323
  • Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde zur Durchführung der zur Tangentialrichtung geneigten Eintauchbewegung eine reine Querverstellung der Werkzeugdrehachse 5 in Kombination mit einer geringen Vorschubbewegung genutzt. Ist keine Querverstellmöglichkeit, dafür aber eine Neigemöglichkeit der Antriebsachse des Drehfräswerkzeugs 1 gegeben, kann der oben beschrieben Schrägeintauchvorgang, auch gemäß 10 bis 12, durch ein Neigen der Werkzeugdrehachse 5 erfolgen. 10 zeigt die Ausgangsposition des Drehfräswerkzeugs 1 und der Hauptlagerfläche 2. Die Verhältnisse entsprechen der 3. Unter fortgesetzter Axialzustellung des Drehfräswerkzeugs 1 kann nun die Werkzeugdrehachse 5 so geneigt werden, dass sich die Exzentrizität 9 gemäß 11 verringert. Es kann eine erste Berührung zwischen der Schneidkante 4 und der Hauptlagerfläche 2 stattfinden. Die Verhältnisse entsprechend der 6. ein fortgesetzter Axialvorschub des Drehfräswerkzeugs 1 kombiniert mit einer fortgesetzten Vergrößerung der Neigung der Werkzeugdrehachse 5 führt zu der minimalen Exzentrizität 9 gemäß 12 und den Eingriffsverhältnissen gemäß 8.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zum Drehfräsen von runden Abschnitten von Werkstücken benutzt beim Anschneiden, d. h. zu Beginn des Drehfräsvorgangs eine spezielle Eintauchstrategie. Die Bewegung erfolgt weder rein tangential (radial bezogen auf das Drehfräswerkzeug) noch rein axial (radial bezogen auf das Werkstück). Vielmehr wird eine Überlagerung zwischen aus Sicht des Werkzeugs radialer und axialer bzw. aus Sicht des Werkstücks tangentialer und radialer Zustellbewegung gewählt. Dies ergibt eine Eintauchbahn, die um einen Winkel von wenigen Grad gegen die Tangentiale der Werkstückfläche geneigt ist. Vorteilhafte Verhältnisse liegen vor, wenn der erste Werkstückkontakt kurz nach der Schneidenecke im Bereich des Werkzeugaußendurchmessers bzw. im Schneidenradiusauslauf erfolgt. Das Verfahren erbringt eine hohe Werkzeugstandmenge bei hoher Bearbeitungsqualität und Präzision.
  • 1
    Drehfräswerkzeug
    2
    Hauptlagerfläche
    3
    Kurbelwelle
    4
    Stirnschneidkante
    5
    Werkzeugdrehachse
    6
    Umfangsschneidkante
    7
    Schneidenecke
    8
    Werkstückdrehachse
    9
    Exzentrizität
    10
    Radius
    11
    Linie
    12
    Weg
    13
    Aufmaßkontur
    14
    Stelle
    15
    Sollkontur
    16
    Bereich
    17, 18
    Stadien
    19
    Eingriffsfläche
    20
    Hubzapfen
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - AT 286067 C [0002]
    • - DE 102006024715 A1 [0003]
    • - WO 97/32680 [0005]

Claims (16)

  1. Verfahren zum Drehfräsen von runden Abschnitten von Werkstücken, insbesondere Hubzapfen (20) und/oder Lagerzapfen (2) von Kurbelwellen (3), bei dem: ein Drehfräswerkzeug (1) mit mindestens einer Stirnschneidkante (4) um eine Werkzeugdrehachse (5) drehend angetrieben wird, die eine Exzentrizität (9) bezüglich einer Werkstückdrehachse (8) aufweist, und das Drehfräswerkzeug (1) unter fortwährender Verringerung der Exzentrizität (9) durch Zustellung in Richtung der Werkzeugdrehachse (5) mit dem Werkstück (3) in Eingriff gebracht wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Zustellbewegung die erste Berührung zwischen dem Drehfräswerkzeug (1) und dem Werkstück (3) an der Stirnschneidkante (4) des Werkstücks (3) stattfindet.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Zustellbewegung die erste Berührung zwischen dem Drehfräswerkzeug (1) und dem Werkstück (3) an einem radial äußeren Abschnitt der Stirnschneidkante (14) des Drehfräswerkzeugs (1) stattfindet.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die radial äußere Schneidkantenecke (7) bei der ersten Berührung zwischen dem Werkstück (3) und dem Drehfräswerkzeug (1) außer Eingriff bleibt.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Zustellbewegung die erste Berührung zwischen dem Drehfräswerkzeug (1) und dem Werkstück (3) an einem solchen Abschnitt (14) der Stirnschneidkante (4) des Drehfräswerkzeugs (1) stattfindet, dass die Stirnschneidkante (4) über ihre Länge ein weitgehend einheitliches Zerspanungsvolumen erbringt.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Überlagerung der axialen Zustellbewegung des Drehfräswerkzeugs (1) mit der Exzentrizitäts-Verringerungsbewegung eine effektive Zustellbewegung erzielt wird, die bezogen auf die Werkzeugdrehachse (8) sowohl eine Axialkomponente (y) als auch eine Radialkomponente (x) aufweist.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die effektive Zustellbewegung (V) eine Bewegungsrichtung aufweist, die mit der Radialrichtung (x) des Drehfräswerkzeugs einen Eintauchwinkel (α) von 0,1° bis 45°, vorzugsweise 1° bis 10°, weiter vorzugsweise 1° bis 3° einschließt.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (3) während der Verringerung des Zustellens und des Verringerns der Exzentrizität (9) eine Drehbewegung um seine Werkstückdrehachse (8) ausführt.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (3) dabei um einen Werkstückdreh winkel (β) gedreht wird, der mindestens 5°, vorzugsweise mindestens 15° beträgt.
  10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück nach Ende des Zustellvorgangs in einem Rundfräsvorgang mindestens um 360° gedreht wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (3) nach Beendigung des Zustellvorgangs in einem Rundfräsvorgang höchstens um 720° gedreht wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugdrehzahl und/oder die Werkstückdrehzahl während des Zustellvorgangs variiert wird.
  13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des Zustellvorgangs die Zustellgeschwindigkeit variiert wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehfräswerkzeug (1) unter fortwährender Vergrößerung der Exzentrizität (9) durch Entfernung in Richtung der Werkzeugdrehachse (6) von dem Werkstück (3) weg außer Eingriff gebracht wird.
  15. Drehfräsmaschine, eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14.
  16. Softwareprodukt zur Steuerung einer Werkzeugmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 15.
DE200810027941 2008-06-12 2008-06-12 Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie Expired - Fee Related DE102008027941B4 (de)

Priority Applications (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200810027941 DE102008027941B4 (de) 2008-06-12 2008-06-12 Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie
PCT/EP2009/003551 WO2009149812A1 (de) 2008-06-12 2009-05-19 Drehfräsen mit spezieller anfahrstrategie

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200810027941 DE102008027941B4 (de) 2008-06-12 2008-06-12 Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE102008027941A1 true DE102008027941A1 (de) 2009-12-24
DE102008027941B4 DE102008027941B4 (de) 2010-09-30

Family

ID=41010543

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE200810027941 Expired - Fee Related DE102008027941B4 (de) 2008-06-12 2008-06-12 Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie

Country Status (2)

Country Link
DE (1) DE102008027941B4 (de)
WO (1) WO2009149812A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
JP2016159388A (ja) * 2015-02-27 2016-09-05 株式会社牧野フライス製作所 フライス工具

Families Citing this family (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102013222359B4 (de) 2013-11-04 2018-05-09 Gebr. Heller Maschinenfabrik Gmbh Verfahren zur Feinbearbeitung von Wellen, insbesondere Kurbelwellen, sowie Feinbearbeitungsanlage dafür
ES2932423T3 (es) * 2016-12-12 2023-01-19 Martin Huber Procedimiento para producir una pieza de restauración dental y máquina de mecanizado dental
CN109496284B (zh) * 2016-12-30 2021-07-09 深圳配天智能技术研究院有限公司 一种用位图记录加工轨迹的方法及数控设备

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
AT286067B (de) 1968-06-21 1970-11-25 Skoda Np Fraesmaschine fuer kurbelwellen od. dgl
WO1997032680A1 (de) 1996-03-09 1997-09-12 Naxos-Union Schleifmittel- Und Schleifmaschinenfabrik Ag Verfahren und vorrichtung zum bearbeiten der lagersitze von kurbelwellen
DE10344549B3 (de) * 2003-09-24 2005-03-17 Federal-Mogul Burscheid Gmbh Fräser
DE102006024715A1 (de) 2006-05-26 2007-11-29 Niles-Simmons Industrieanlagen Gmbh Verfahren zum Bearbeiten der Lagersitze der Haupt- und Hublager von Kurbelwwellen

Family Cites Families (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102006014972B4 (de) * 2005-12-20 2018-06-21 Gebr. Heller Maschinenfabrik Gmbh Kombiniertes Bearbeitungsverfahren und Bearbeitungseinrichtung

Patent Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
AT286067B (de) 1968-06-21 1970-11-25 Skoda Np Fraesmaschine fuer kurbelwellen od. dgl
WO1997032680A1 (de) 1996-03-09 1997-09-12 Naxos-Union Schleifmittel- Und Schleifmaschinenfabrik Ag Verfahren und vorrichtung zum bearbeiten der lagersitze von kurbelwellen
DE10344549B3 (de) * 2003-09-24 2005-03-17 Federal-Mogul Burscheid Gmbh Fräser
DE102006024715A1 (de) 2006-05-26 2007-11-29 Niles-Simmons Industrieanlagen Gmbh Verfahren zum Bearbeiten der Lagersitze der Haupt- und Hublager von Kurbelwwellen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
JP2016159388A (ja) * 2015-02-27 2016-09-05 株式会社牧野フライス製作所 フライス工具

Also Published As

Publication number Publication date
DE102008027941B4 (de) 2010-09-30
WO2009149812A1 (de) 2009-12-17

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP2021144B1 (de) Verfahren zum bearbeiten der lagersitze der haupt- und hublager von kurbelwellen
DE10144649C5 (de) Verfahren zur drallfreien spanenden Bearbeitung von rotationssymmetrischen Flächen
DE19626627C1 (de) Fräsmaschine
EP2551055A2 (de) Verfahren und Bearbeitungsanlage zum Feinbearbeiten einer Kurbelwellenlagerbohrung
DE10218630A1 (de) Fräser mit Feineinstellung
DE102018001477A1 (de) Anfaswerkzeug und Verfahren zum Anfasen von Verzahnungen
DE102010010901A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Feinbearbeiten einer Kurbelwellenlagerbohrung
DE202016103064U1 (de) Vorrichtung zur spanenden Bearbeitung eines rotierenden Werkstücks
DE112017000520T5 (de) Schaftfräser und Verfahren des Herstellens eines maschinell-bearbeiteten Produkts
EP1422005A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Randbearbeitung einer optischen Linse aus Kunststoff sowie Kombinationswerkzeug dafür
EP2091681B2 (de) Schneidplatte für ein Drehwerkzeug und Bearbeitungsverfahren mit dieser Schneidplatte
EP1824627B1 (de) Verfahren und Werkzeugmaschine zum Bearbeiten der Lagersitze von Wellen
DE102008027941B4 (de) Drehfräsen mit spezieller Anfahrstrategie
EP0868242B1 (de) Verfahren und vorrichtung zum drehfräsen
CH712809B1 (de) Verfahren und Schleifmaschine zum Spanen eines Werkstücks.
DE102004022360B4 (de) Verfahren zur Feinbearbeitung, vorzugsweise zur Feinstschlichtbearbeitung, von Werkstücken vorzugsweise von Kurbelwellen
EP2087959B1 (de) Verfahren zur Fräsbearbeitung räumlicher Kurven
EP2976174B1 (de) Reibelement, reibwerkzeug und verfahren zu dessen herstellung
DE102017102473A1 (de) Fräswerkzeug, insbesondere Tannenbaumfräser, und Herstellungsverfahren für ein Fräswerkzeug
EP0912282B2 (de) Mehrfachfräsen an kurbelwellen
DE3734734A1 (de) Nachlaufsetzstock fuer schleifmaschinen
DE102015009481B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Feinbearbeiten von vorbearbeiteten Lagersitzen der Hauptlager und Hublager von Kurbelwellen
EP1052049A2 (de) Verfahren, Werkzeug und Einrichtung zur spanabhebenden Bearbeitung
EP3684533A1 (de) Drehen von werkstücken auf einer werkzeugmaschine
DE19520058A1 (de) Schneideinsatz

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8363 Opposition against the patent
R031 Decision of examining division/federal patent court maintaining patent unamended now final

Effective date: 20140218

R119 Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee