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Technischer Bereich
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Der
mit der vorliegenden Offenbarung in Beziehung stehende Bereich beinhaltet
allgemein Verfahren und Systeme für eine Verdunstungsemissionssteuerung
für Hybrid-
und Nicht-Hybridfahrzeuge und insbesondere Verfahren und Systeme
zum Vermindern und Verhindern von Verdunstungsemissionen von Kraftstofftanks
in derartigen Fahrzeugen.
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Hintergrund der Erfindung
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Benzin
enthält
typischerweise ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen im Bereich von
Butanen (C4) mit höherer Flüchtigkeit bis hin zu Kohlenwasserstoffen
(C8 bis C10) mit
geringerer Flüchtigkeit. Wenn
der Dampfdruck im Kraftstofftank aufgrund von Bedingungen, wie beispielsweise
einer höheren
Umgebungstemperatur oder einer Verdrängung von Dampf während eines
Betankungsvorgangs, zunimmt, strömt
Kraftstoffdampf durch Öffnungen
im Kraftstofftank. Um einen Kraftstoffdampfverlust in die Atmosphäre zu verhindern,
wird der Kraftstofftank in einen (als Verdunstungsbehälter oder
Adsorptionsmittelbehälter
bekannten) Behälter
entlüftet,
der ein Adsorptionsmaterial enthält,
wie beispielsweise Aktivkohlegranulat oder -pellets. Der Verdunstungsbehälter ist
Teil eines Systems, das mit der Steuerung von Kraftstoffdampfemissionen
in Beziehung steht, die durch im Kraftstoffsystem eines Fahrzeugs
transportierten Kraftstoff erzeugt werden. Diese Verdunstungsemissionssteuerungssysteme
("EVAP"- Systeme) werden als ein parallel zum
Kraftstoffsystem laufendes System implementiert.
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Wenn
der Benzintank befüllt
wird, sammelt sich Kraftstoffdampf im Behälter. Der Kraftstoffdampf ist
ein Gemisch aus Benzindampf (der in der vorliegenden Beschreibung
auch als seine Hauptkomponente, Kohlenwasserstoffdampf, bezeichnet
wird) und Luft. Die Anfangsbeladung kann am Einlassende des Behälters stattfinden,
aber im Verlauf der Zeit verteilt sich der Kraftstoffdampf allmählich entlang des
gesamten Adsoptionsmaterialbetts. Wenn der Kraftstoffdampf am Einlass
des Behälters
eintritt, wird der Kohlenwasserstoffdampf auf dem Aktivkohlegranulat
adsorbiert, und Luft entweicht in die Atmosphäre. Die Größe des Behälters und das Volumen des Aktivkohle-Adsorptionsmittels
oder Adsorbens werden derart ausgewählt, dass die voraussichtlich
erzeugte Benzindampfmenge aufgenommen werden kann.
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Nachdem
der Motor gestartet wurde, nutzt das Steuersystem den Ansaugunterdruck
des Motors zum Ansaugen von Luft durch das Adsorptionsmittel zum
Desorbieren des Kraftstoffs. Ein Spülluftventil zwischen dem Kraftfahrzeugmotor
und dem EVAP-System öffnet
sich, so dass Luft durch den Behälter
gesaugt wird. Die Luft entfernt im Adsorptionsmaterial gespeicherten
Kraftstoffdampf. Der desorbierte Kraftstoffdampf wird einem Luftansaugsystem des
Motors als ein im normalen Verbrennungsprozess zu verbrauchendes
Sekundärluft-Kraftstoffgemisch
zugeführt.
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In
einem Hybridfahrzeug, das sowohl einen Verbrennungs(IC)motor als
auch einen Elektromotor aufweist, ist der Verbrennungsmotor während des Fahrzeugbetriebs
nahezu für
die Hälfte
der Zeit abgeschaltet. Weil der Reinigungs- oder Spülvorgang nur
während
des Betriebs des Verbrennungsmotors stattfindet, d. h., wenn der
desorbierte Dampf bei der Motor verbrennung verbraucht werden kann,
wird in einem Hybridfahrzeug der Adsorptionsmittelbehälter für weniger
als die Hälfte
der Zeit mit Frischluft ausgespült.
Ein Hybridfahrzeug erzeugt nahezu die gleiche Menge verdunsteten
Kraftstoffdampf wie ein herkömmliches
Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor. Daher ist die niedrigere Spülungsrate
des Hybridfahrzeugs zum Ausspülen
des adsorbierten Kraftstoffs aus dem Adsorptionsmittelbehälter unzureichend.
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Zusammenfassung exemplarischer
Ausführungsformen
der Erfindung
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung werden ein Adsorptionsmittelbehälter in einem Fahrzeug und
ein im Adsorptionsmittelbehälter
angeordnetes Adsorptionsmittel mit einer im Wesentlichen linearen
Isothermen bereitgestellt.
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Andere
exemplarische Ausführungsformen der
Erfindung werden anhand der nachstehenden ausführlichen Beschreibung exemplarischer
Ausführungsformen
deutlich. Die ausführliche
Beschreibung und spezifische Beispiele, die exemplarische Ausführungsformen
der Erfindung darstellen, dienen lediglich zur Erläuterung
und sollen den Umfang der Erfindung nicht einschränken.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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Nachstehend
werden exemplarische Ausführungsformen
der Erfindung anhand der ausführlichen
Beschreibung und der beigefügten
Zeichnungen verdeutlicht.
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1 zeigt
eine Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verdunstungssteuerungssystems für ein Fahrzeug;
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2 zeigt
eine Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verdunstungssteuerungssystems für ein Fahrzeug;
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3 zeigt
eine Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verdunstungssteuerungssystems für ein Fahrzeug;
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4 zeigt
die Isothermen für
Aktivkohle und für
ein Adsorptionsmittel mit einer linearen oder nahezu linearen Isothermen;
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5 zeigt
eine Kohlenwasserstoffausspülung
für Aktivkohle
und ein Adsorptionsmittel mit einer linearen oder nahezu linearen
Isothermen;
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6 zeigt
Kohlenwasserstoffspeicherkapazitäten
für Aktivkohle
und ein Adsorptionsmittel mit einer linearen oder nahezu linearen
Isothermen; und
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7 zeigt
eine Ansicht eines mit einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdunstungssteuerungssystems
ausgestatteten Fahrzeugs
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Ausführliche Beschreibung exemplarischer
Ausführungsformen
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Die
folgende Beschreibung der Ausführungsformen
ist lediglich exemplarischer Natur und soll die Erfindung, ihre
Anwendung oder ihren Gebrauch in keiner Weise einschränken.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist ein Adsorbtionsmittelbehälter in einem Fahrzeug angeordnet.
Kraftstoffverdunstungsdämpfe (hauptsächlich Dämpfe, die
sich nur tagsüber
und beim Nachtanken entwickeln) werden im Adsorptionsmittelbehälter gespeichert,
wobei das Adsorptionsmittel die Kohlenwasserstoffe von den Kraftstoffdämpfen aufnimmt.
Die Kraftstoffverdunstungsdämpfe
werden durch Umgebungsluft aus dem Behälter gespült und bei der Motorverbrennung
verbraucht. Im Adsorptionsmittelbehälter wird ein Adsorptionsmittel mit
einer nahezu linearen Isothermen verwendet. Der hierin verwendete
Ausdruck "nahezu
lineare Isotherme" bedeutet,
dass die in einem vorgegebenen Volumen des Adsorptionsmaterials
adsorbierte Dampfmenge für
einen Partialdruck von 0–50,66
kPa (0–0,5 Atm)
bei einer vorgegebenen Temperatur (z. B. 25°C in 4) nicht
mehr als 40% von einer geraden Linie abweicht. Die in einem typischen
Fahrzeug erzeugte Kraftstoffdampfmenge kann beispielsweise etwa
30 g/Tag für
tägliche
Kraftstoffverdunstungsverluste, 80 g/Füllung beim Nachtanken und 10
g/Fahrt für
Kraftstoffverdunstungsverluste im Fahrbetrieb betragen.
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Nachstehend
wird unter Bezug auf 1 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdunstungssteuerungssystems 10 für ein Hybridfahrzeug
mit einem Verbrennungs(IC)motor 12 und einem (nicht dargestellten)
Elektromotor beschrieben. In Hybridfahrzeugen sind ein benzinbetriebener Verbrennungsmotor
und ein Elektromotor kombiniert, um einen Hybridantrieb mit einem
sparsameren Kraftstoffverbrauch bereitzustellen. Ein häufiger Ein/Aus-Betrieb
des Verbrennungsmotors führt
zu einem kleineren Behälterspülluftvolumen
für ein
Hybridfahrzeug. Weil der Verbrennungsmotor häufig nicht einmal für 50% der
Zeit in Betrieb ist, findet die Behälterspülung mit Frischluft während des
Fahrzeugbetriebs für
weniger als 50% der Zeit statt. Gemäß einer Ausführungsform
wird der Verbrennungsmotor 12 durch einen Controller 14 gesteuert.
Der Controller 14 kann ein separater Controller oder Teil eines
Motorsteuerungsmoduls (ECM), eines Antriebssteuerungsmoduls (PCM)
oder eines anderen Fahr zeugcontrollers sein. In verschiedenen Ausführungsformen
kann der Verbrennungsmotor 12 Benzin, Ethanol oder andere
flüchtige
Kraftstoffe auf Kohlenwasserstoffbasis verbrennen.
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Wenn
der Verbrennungsmotor 12 gestartet wird, kann der Controller 14 Signale
von einem oder mehreren Motorsensoren, Getriebesteuerungseinrichtungen
und/oder Emissionssteuerungseinrichtungen empfangen. Eine Linie 16 vom
Verbrennungsmotor 12 zum Controller 14 stellt
schematisch den Fluss von Sensorsignalen dar. Während des Betriebs des Verbrennungsmotors 12 wird
Benzin von einem Kraftstofftank 18 durch eine (nicht dargestellte)
Kraftstoffpumpe über
eine (nicht dargestellte) Kraftstoffleitung einer (nicht dargestellten)
Kraftstoffverteilerleitung zugeführt.
Kraftstoffeinspritzeinrichtungen (nicht dargestellt) spritzen Benzin
in Zylinder des Verbrennungsmotors 12 oder in Ports ein,
die Zylindergruppen versorgen. Der Controller 14 managt
den Einspritzzeitpunkt und den Betrieb der Kraftstoffeinspritzeinrichtungen
sowie die eingespritzte Kraftstoffmenge.
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Der
Kraftstofftank 18 ist typischerweise, mit Ausnahme einer
ersten Entlüftungsleitung 20,
ein geschlossener Behälter.
Der Kraftstofftank 18 wird häufig aus blasgeformtem hochdichtem
Polyethylen hergestellt und weist eine oder mehrere benzinundurchlässige Innenschicht(en)
auf. Der Kraftstofftank 18 ist mit einem Einfüllrohr 22 verbunden.
Ein Tankdeckel 24 verschließt ein Benzineinfüllende 26 des
Einfüllrohrs 22.
Das Auslassende 28 des Einfüllrohrs 22 ist im
Inneren des Kraftstofftanks 18 angeordnet. Ein Einwegeventil 30 verhindert,
dass Benzin 32 aus dem Einfüllrohr 22 herausspritzt.
Die Oberfläche
des Benzins ist durch Bezugszeichen 34 bezeichnet. Ein Schwimmer-Kraftstoffpegelanzeiger 36 führt dem Controller 14 ein
Kraftstoffpegelsignal zu, wie durch Bezugszeichen 38 dargestellt
ist. In verschiedenen Ausführungsformen
werden dem Controller 14 durch ei nen Drucksensor 40 und
einen Temperatursensor 42 optional Druck- und Temperatursignale
zugeführt, wie
durch die Bezugszeichen 44 und 46 dargestellt ist.
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Der
Kraftstofftank 18 weist eine sich von einer Dichtung 48 auf
dem Kraftstofftank 18 zu einem Behälter 50 erstreckende
erste Entlüftungsleitung 20 auf.
Ein Schwimmerventil 52 im Kraftstofftank 18 verhindert,
dass Benzin in die erste Dampfentlüftungsleitung 20 eintritt.
Der Kraftstoffdampfdruck nimmt mit zunehmender Temperatur des Benzins
zu. Dampf strömt
unter Druck über
die erste Entlüftungsleitung 20 zum
Dampfeinlass des Behälters 50.
Der Dampf tritt in einen Behälterdampfeinlass 54 ein,
strömt über ein
Halterelement (nicht dargestellt) und diffundiert in den Behälter 50.
Der Behälter 50 enthält ein Adsorptionsmaterial 56 mit
einer nahezu linearen oder einer linearen Isothermen. Das Adsorptionsmaterial 56 kann
ein schwaches Adsorptionsmittel sein, eine hohe Sättigungskapazität (von beispielsweise
mehr als 20 g/100 cm3), ein großes Porenvolumen
(von beispielsweise mehr als 600 cm3 pro
Liter im Vergleich zum Porenvolumen von Aktivkohle von 400 cm3 pro Liter), eine vorteilhafte Isotherme
(z. B. eine nahezu lineare Isotherme im Vergleich zu einer hochgradig
nichtlinearen Isothermen von Aktivkohle) und eine niedrige Wechselwirkungsenergie
(von beispielsweise weniger als die Hälfte der Wechselwirkungsenergie
von Kohle) aufweisen.
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Der
Behälter 50 kann
aus einem beliebigen geeigneten Material hergestellt sein, z. B.
aus geformten oder gegossenen Thermoplastpolymeren, wie beispielsweise
aus Nylon. Gemäß einer
Ausführungsform
kann der Behälter 50 separate
Kammern aus Adsorptionsmaterial 56 aufweisen, die durch eine
vertikale Innenwand 64 und eine horizontale Innenwand 92 definiert
sind. Die Wände 64 und 92 können porös sein,
so dass Dampf durch die Wände
hindurchdringen kann. Der Dampf kann alle Kammern des Ad sorptionsmaterials 56 durchströmen, wobei die
Luft über
eine erste Entlüftungsöffnung 68 an
der Oberseite des Behälters 50 austritt.
Die erste Entlüftungsöffnung 68 dient
während
des Ausspülens
des adsorbierten Kraftstoffdampfes vom Adsorptionsmaterial 56 auch
als Einlass für
die Luftströmung über ein
Halterelement (nicht dargestellt). Außerdem ist in der Oberseite
des Behälters
ein Spülluftauslass 70 ausgebildet, über den
ein Strom aus Spülluft
und gespültem
Kraftstoffdampf aus dem Behälter 50 austreten
kann.
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Mit
der Entlüftungsöffnung 68 können eine zweite
Entlüftungsleitung 72 und
ein solenoidbetätigtes
Entlüftungsventil 74 verbunden
sein. Das Entlüftungsventil 74 ist
normalerweise offen, wie dargestellt, aber bei Aktivierung eines
Solenoids 76 bewegt der Solenoid 76 einen Stopper 78,
um eine zweite Entlüftungsöffnung 80 zu
verschließen.
Der Solenoid 76 wird durch den Controller 14 über eine
Signalleitung 79 aktiviert. Das Entlüftungsventil 74 wird
normalerweise nur für
Diagnosezwecke geschlossen. Wenn ein Luft-Kraftstoffgemisch vom
Kraftstofftank 18 über
eine erste Entlüftungsleitung 20 und
durch den Behälterdampfeinlass 54 in
den Behälter 50 strömt, wird
Kraftstoffdampf auf dem Adsorptionamaterial 56 im Behälter adsorbiert.
Wenn das Entlüftungsventil 74 offen
ist und das Adsorptionsmaterial 56 mit Dampf gesättigt wird,
wird zusammen mit der am ersten Entlüftungsauslass 68 aus
dem Behälter austretenden
Luft auch Dampf austreten und durch eine zweite Entlüftungsleitung 72 und
durch das offene solenoidbetätigte
Ventil 74 strömen.
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Der
Spülluftauslass 70 ist
durch eine Spülluftleitung 82 über ein
solenoidbetätigtes
Spülluftventil 84 mit
dem Verbrennungsmotor 12 verbunden. Das Spülluftventil 84 weist
einen Solenoid 86 und einen Stopper 88 auf, die
eine dritte Entlüftungsöffnung 90 selektiv
schließen.
Das Spülluftventil 84 wird
durch den Controller 14 über eine Signalleitung 91 betä tigt, wenn
der Verbrennungsmotor 12 läuft, und kann einen durch den
Behälter 50 angesaugten
kraftstoffbeladenen Luftstrom aufnehmen. Wenn der Verbrennungsmotor
in Betrieb ist, öffnet
der Controller 14 das Spülluftventil 84, um
zu ermöglichen,
dass Luft über das
Entlüftungsventil 74 angesaugt
wird. Die Luft strömt
durch die zweite Entlüftungsleitung 71 in
den Entlüftungsöffnungseinlass 68.
Im Behälter 50 wird die
Luft mit desorbiertem Kraftstoffdampf beladen und tritt über den
Spülluftauslass 70 aus.
Die kraftstoffbeladene Luft wird durch die Spülluftleitung 82 und
das Spülluftventil 84 in
den Motor 12 gesaugt.
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Gemäß 2 ist
in einer anderen Ausführungsform
ein optionaler Luftwäscher 95,
der ein Kohlenstoffmaterial 98 enthält, mit der ersten Entlüftungsöffnung 68 verbunden.
Das Kohlenstoffmaterial 98 kann beispielsweise Aktivkohlefasermaterial
oder ein monolithisches Kohlenstoffmaterial sein. Der Luftwäscher kann
aus einem beliebigen geeigneten Material hergestellt sein, z. B.
aus geformten oder gegossenen Thermoplastpolymeren, wie beispielsweise
Nylon oder Polycarbonat. Aus dem Behälter 50 austretende
Luft kann durch den Luftwäscher
strömen.
Das Kohlenstoffmaterial 98 adsorbiert in der Luft enthaltene
Emissionen. Am dem Behälter 50 gegenüberliegenden
Ende ist der Luftwäscher 95 über eine
dritte Entlüftungsöffnung 96 mit
der zweiten Entlüftungsleitung 72 und
dem solenoidbetätigten
Entlüftungsventil 74 verbunden.
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In
der in 2 dargestellten Ausführungsform werden, wenn ein
Luft-Kraftstoffgemisch
vom Kraftstofftank 18 über
die erste Entlüftungsleitung 20 und
den Behälterdampfeinlass 54 in
den Behälter 50 strömt, Kohlenwasserstoffe
vom Dampf durch das Adsorptionsmaterial 56 im Behälter 50 adsorbiert. Kohlenwasserstoffe
mit niedrigerem Molekulargewicht, wie beispielsweise Butane und
Pentane, können
aufgrund ihrer geringeren Größe und höheren Flüchtigkeit
als sogenannte flüchtige
oder Bleed-Emissionen verloren gehen. Die die erste Entlüftungsöffnung 68 durchlaufende
Luft und die flüchtigen
oder Bleed-Emissionen durchströmen
den Luftwäscherbehälter 95,
wo die flüchtigen
oder Bleed-Emissionen durch das Kohlenstoffmaterial 98 adsorbiert
werden.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung, in der der optionale Luftwäscher 95 vorgesehen
ist, wird, während
der Verbrennungsmotor 12 des Hybrid-Fahrzeugs in Betrieb ist, Spülluft durch
den Lufwäscher 95 angesaugt,
um desorbierten Dampf für eine
Verbrennung in den Motor 12 zu saugen. Während des
Spülvorgangs öffnet der
Controller 14 das Spülluftventil 84,
um zu ermöglichen,
dass Luft durch das Entlüftungsventil 74 angesaugt
wird. Die Luft strömt
durch die zweite Entlüftungsleitung 72,
den Luftwäscher 95,
die erste Entlüftungsöffnung 68 und den
Behälter 50.
D. h., Luft wird durch das Kohlenstoffmaterial 98 und das
Adsorptionsmaterial 56 gesaugt. Die Luft wird mit desorbierten
Kohlenwasserstoffen beladen und tritt über den Spülluftauslass 70 aus.
Die kraftstoffbeladene Luft wird durch die Spülluftleitung 82 und
das Spülluftventil 84 in
den Verbrennungsmotor 12 gesaugt.
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Gemäß 3 wird
in einer anderen Ausführungsform
durch ein passives Spüllungssystem
eine einfache und kostengünstige
Weise zum Steuern von Emissionen bereitgestellt. Wenn eine Kraftstofftanktemperatur
eines Fahrzeugs abnimmt, wenn das Fahrzeug nicht fährt, z.
B. wenn das Fahrzeug parkt, nimmt der Druck im Tank 18 ab.
Der Druck im Tank nimmt aufgrund der Wärmekontraktion der Gasphase
und aufgrund der Abnahme des Kraftstoffdampfdrucks im Tank ab. Durch
die Abnahme des Kraftstofftankdrucks wird veranlasst, dass ein Teil
der Luft vom Behälter 50 in
den Kraftstofftank strömt,
was zu einer Behälterrückspülung führt. Die
zurückgespülten Kohlenwasserstoffe
können
im Kraftstofftank kondensieren. Das Maß der Behälterrückspülung kann von der Menge der
Dämpfe im
Behälter,
dem Dampfraumvolumen im Tank, dem Reid-Dampfdruck (RVP) des Kraftstoffs
im Tank und der Abnahme der Tanktemperatur abhängen. Wenn die Umgebungstemperatur
zunimmt, kann der Kraftstofftank 18 Kraftstoffdämpfe ausstoßen, die
dann im Behälter 50 gespeichert
werden.
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Eine
passive Spülung
kann zu einer partiellen Emissionssteuerung von beispielsweise etwa 50%
führen.
Das Adsorptionsmaterial 56 kann die Wirksamkeit der passiven
Spülung
durch Erhöhen der
mit der gleichen Spülluftmenge
zurückgespülten Dampfmenge
erhöhen.
Die passive Behälterspülung kann
beispielsweise in Rasenmähermotoren
und Off-Highway-Freizeitfahrzeugen
verwendet werden, die keinerlei Dampfemissionssteuerungssysteme aufweisen.
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Das
Adsorptionsmaterial 56 kann zu Verbesserungen des Verdunstungsemissionssteuerungssystems
führen,
indem die Größe des Behälters um mehr
als 50% vermindert und der Spülluftstrombedarf
um mehr als 75% reduziert wird. Die Adsorptions-/Desorptions- und
Lade-/Spülungseigenschaften eines
Adsorptionsmaterials können
durch seine Isotherme beschrieben werden. Das Adsorptionsmaterial 56 hat
eine nahezu lineare oder eine lineare Isotherme.
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4 zeigt
die Isothermen eines herkömmlich
verwendeten Adsorptionsmittels (Aktivkohle) und des Adsorptionsmaterials 56.
Weil das Adsorptionsmaterial 56 eine nahezu lineare oder
eine lineare Isotherme aufweist, kann es eine größere Menge von Kraftstoffdämpfen adsorbieren,
weil der Partialdruck für
die Adsorption von Kraftstoffdampf bei einer konstanten Temperatur
zunimmt. Das Adsorptionsmaterial 56 kann beispielsweise
Sorbead H sein, das von Engelhard Corporation (Iselin, New Jersey)
erhältlich ist.
Sorbead H is ein Aluminiumsilikatgel, das zu harten, kugel förmigen Perlen
geformt ist. Sorbead H enthält
97 Gew.-% SiO2 und 3 Gew.-% Al2O3. Sorbead H hat eine Oberfläche von
750 m2/g, ein Porenvolumen von 0,5 cm3/g, eine Packungs-Raumdichte von 44 lb/ft3, eine Druckfestigkeit von > 200 N und eine Verschleißrate von < 0,05 Gew.-%. Adsorptionsmittel
mit den Eigenschaften des Adsorptionsmaterials 56 sind auch
von anderen Unternehmen, wie beispielsweise Air Products, kommerziell
erhältlich.
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Das
Adsorptionsmaterial 56 kann einige oder alle der folgenden
Eigenschaften aufweisen: ein hohes Porenvolumen, eine niedrige Wechselwirkungsenergie
mit Kohlenwasserstoffen, eine hohe Sättigungskapazität, schwach
adsorbierende Eigenschaften und eine nahezu lineare oder eine lineare
Isotherme, die eine leicht favorisierte Isotherme darstellt. Aufgrund
dieser Eigenschaften wird durch das Adsorptionsmaterial 56 ein
einfacher Spülvorgang
ermöglicht,
und das Adsorptionsmaterial führt
nur zu sehr geringen oder keinen Rückständen, die die auf dem Adsorptionsmittel
verbleibenden Rest-Kohlenwasserstoffe darstellen und große Spülluftmengen für einen
Spülvorgang
erfordern. Durch Vermindern des Spülluftvolumens kann das Luft-Kraftstoffsteuerungsproblem
des Motors verbessert werden, das beispielsweise in Hybridfahrzeugen
auftritt, die aufgrund des Ein-Ausschaltbetriebes des Verbrennungsmotors
mit einer verminderten Spülleistung
arbeiten.
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Es
wurden mathematische Modelle zum Vorhersagen der Leistungsfähigkeit
eines Behälters
mit dem Adsorptionsmaterial 56 in einer Verdunstungsemissionssteuerung
für ein
Fahrzeug verwendet. In 4 sind die Kohlenwasserstoffspeicherkapazitäten von
Aktivkohle und des Adsorptionsmaterials 56 im Vergleich
dargestellt. In 5 sind die Kohlenwasserstoffreinigungskapazitäten von
Aktivkohle und des Adsorptionsmaterials 56 im Vergleich dargestellt.
Durch Aktivkohle werden Rückstände gebil det,
die Verwendung des Adsorptionsmaterials 56 führt jedoch
zu keinen oder allenfalls zu geringen Rückständen. Daher ist das Volumen
eines für
ein typisches Verdunstungssystem für ein Fahrzeug erforderlichen
Adsorptionsmittelbehälters
für das
Adsorptionsmaterial 56 mit beispielsweise 800 cm3 im Vergleich zu einem Behältervolumen
von 1850 cm3 für Aktivkohle sehr klein. Beispielsweise
können
für einen 57 1-(15
Gallonen) Kraftstofftank 800 cm3 Sorbead
H in einem Behälter
ausreichend sein, um Emissionen vom Tank zu adsorbieren. In 6 sind
die Adsorptions- oder Dampfspeichereigenschaften der gleichen beiden
Adsorptionsmittelbehälter
bei einer Beladung mit Butan, das 50% Luft enthält, bis zum 2-g-Emissionsdurchbruch
im Vergleich dargestellt. Beide Adsorptionsmittel adsorbierten etwa
die gleiche Dampfmenge. Wie in 5 dargestellt
ist, wird der Adsorptionsmittelbehälter mit dem Adsorptionsmaterial 56 jedoch
sehr schnell ausgespült
und gereinigt, wobei weniger als 0,113 m3 (4
ft3) Luft zum Ausspülen von 100 g Butan erforderlich
sind. Der Adsorptionsmittelbehälter
mit der Aktivkohle wird dagegen nur langsam ausgespült und gereinigt,
wobei mehr als 0,425 m3 (15 ft3)
Spülluft
zum Ausspülen von
100 g Butan erforderlich sind.
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Gemäß 7 wird
in einer Ausführungsform das
Verdunstungsemissionssteuerungssystem in einem Fahrzeug 100 verwendet.
Das Verdunstungsemissionssteuerungssystem weist einen Kraftstofftank 18 auf,
der durch eine erste Entlüftungsleitung 20 mit dem
Behälter 56 verbunden
ist, und der Behälter 56 ist über eine
Spülluftleitung 82 und
die zweite Entlüftungsleitung 72 mit
dem Verbrennungsmotor 12 verbunden. Gemäß einer Ausführungsform
ist das Fahrzeug 100 ein Hybridfahrzeug. Gemäß einer
anderen Ausführungsform
ist das Fahrzeug 100 ein Partial Zero Emissions Vehicle
(PZEV). Gemäß einer
noch anderen Ausführungsform
ist das Fahrzeug 100 ein herkömmliches benzinbetriebenes
Fahrzeug.
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Die
vorstehende Beschreibung von Ausführungsformen der Erfindung
ist lediglich exemplarischer Natur, und innerhalb des Schutzumfangs
der Erfindung sind Änderungen
und Modifikationen möglich.