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DE102008026192A1 - Hydraulische Lenkeinrichtung für ein Kraftfahrzeug - Google Patents

Hydraulische Lenkeinrichtung für ein Kraftfahrzeug Download PDF

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DE102008026192A1
DE102008026192A1 DE200810026192 DE102008026192A DE102008026192A1 DE 102008026192 A1 DE102008026192 A1 DE 102008026192A1 DE 200810026192 DE200810026192 DE 200810026192 DE 102008026192 A DE102008026192 A DE 102008026192A DE 102008026192 A1 DE102008026192 A1 DE 102008026192A1
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DE
Germany
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bypass
pump
volume flow
control valve
steering
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Withdrawn
Application number
DE200810026192
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English (en)
Inventor
Martin Dipl.-Ing. Rothmund (FH)
Andreas Dr.-Ing. Schwarzhaupt
Urs Dipl.-Ing. Wiesel
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Mercedes Benz Group AG
Original Assignee
Daimler AG
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Publication date
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D5/00Power-assisted or power-driven steering
    • B62D5/06Power-assisted or power-driven steering fluid, i.e. using a pressurised fluid for most or all the force required for steering a vehicle
    • B62D5/065Power-assisted or power-driven steering fluid, i.e. using a pressurised fluid for most or all the force required for steering a vehicle characterised by specially adapted means for varying pressurised fluid supply based on need, e.g. on-demand, variable assist
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
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    • B62D5/063Pump driven by vehicle engine

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  • Combustion & Propulsion (AREA)
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydraulische Lenkeinrichtung (1) für ein Kraftfahrzeug, umfassend einen Hydraulikkreis (2), in den eine Pumpe (3), ein hydraulisches Lenkgetriebe (4) und ein Reservoir (5) eingebunden sind, einen die Pumpe (3) umgehenden Bypass (11) und ein elektrisch betätigbares Regelventil (14) zum bedarfsabhängigen Einstellen eines Volumenstroms eines Hydraulikmittels. Der Energieverbrauch der Lenkeinrichtung (1) lässt sich reduzieren, wenn das Regelventil (14) im Bypass (11) angeordnet ist und zum Einstellen des den Bypass (11) durchströmenden Volumenstroms ausgestaltet ist.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydraulische Lenkeinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
  • Aus der DE 102 39 143 A1 ist eine hydraulische Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug bekannt, die in einem Hydraulikkreis eine Lenkhelfpumpe sowie ein Lenkgetriebe mit Drehschieberventil und Lenkzylinder aufweist. Ferner ist ein Regelventil zum bedarfsabhängigen Einstellen eines Volumenstroms eines Hydraulikmittels vorgesehen. Bei der bekannten Lenkeinrichtung ist das Regelventil druckseitig in oder an der Pumpe so angeordnet, dass das Regelventil den von der Pumpe kommenden Volumenstrom in einen Basisteilstrom und einen Regelteilstrom aufteilt, wobei der Basisteilstrom unabhängig vom Betriebszustand des Regelventils ist, während der Regelteilstrom abhängig vom Betriebszustand des Regelventils ist. Ferner ist ein die Pumpe umgehender Bypass vorgesehen, in dem ein Druckbegrenzungsventil angeordnet ist. Aus einem Reservoir saugt die Pumpe das Hydraulikmittel an. Der Hydraulikkreis führt vom Lenkgetriebe zum Reservoir zurück.
  • Die Pumpe ist üblicherweise mit einer Brennkraftmaschine des mit der Lenkeinrichtung ausgestatteten Fahrzeugs antriebsgekoppelt, derart, dass die Pumpe im Betrieb der Brennkraftmaschine permanent angetrieben ist. Der von der Pumpe geförderte Hydraulikmittelvolumenstrom hängt somit von der Drehzahl der Brennkraftmaschine ab. Die Auslegung der Pumpe erfolgt so, dass sie bei Leerlaufdrehzahl der Brennkraftmaschine einen Volumenstrom bereitstellt, der eine für den Rangierbetrieb benötigte Lenkkraftunterstützung durch die Lenkeinrichtung ermöglicht. Bei höheren Drehzahlen der Brennkraftmaschine und/oder bei Geradeausfahrt fördert die Pumpe daher regelmäßig einen zu großen Volumenstrom. Dies ist mit Reibungsverlusten verbunden, die einerseits eine Kühlung des Hydraulikmittels erforderlich machen können und die andererseits vergleichsweise viel Leistung von der Brennkraftmaschine abziehen. Durch das bedarfsabhängige Einstellen des Regelteilstroms kann bei der bekannten Lenkeinrichtung ein Teil des Druckverlusts beim Durchströmen des Lenkgetriebes reduziert werden, was den Energieverbrauch der Pumpe senkt. Dennoch wird bei der bekannten Lenkeinrichtung der Basisteilstrom permanent durch das Lenkgetriebe gefördert, auch wenn keine Lenkkraftunterstützung erforderlich ist.
  • Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Lenkeinrichtung der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass die Lenkeinrichtung weniger Antriebsenergie benötigt, so dass ein damit ausgestattetes Kraftfahrzeug einen reduzierten Kraftstoffverbrauch besitzt.
  • Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
  • Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, das Regelventil in dem die Pumpe umgehenden Bypass anzuordnen.
  • Durch Entfernen des Regelventils aus der die Pumpe mit dem Lenkgetriebe verbindenden Druckleitung, können Strömungsverluste, die bereits durch das Regelventil verursacht werden, vermieden werden, wodurch die Pumpe weniger Energie benötigt. Des Weiteren kann der zum Lenkgetriebe geförderte Volumenstrom durch die vorgeschlagene Anordnung indirekt durch Steuern des durch den Bypass geleiteten Volumenstroms eingestellt werden. Da der Bypass einen deutlich niedrigeren Durchströmungswiderstand besitzt als das Lenkgetriebe, führt ein Öffnen des durchströmbaren Querschnitts des Bypasses zu einer Zunahme des Volumenstroms durch den Bypass, während gleichzeitig proportional dazu der Volumenstrom durch das Lenkgetriebe abnimmt, ohne dass hier der durchströmbare Querschnitt der zum Lenkgetriebe führenden Druckleitung beeinflusst werden muss. Diese indirekte Volumenstromsteuerung für das Lenkgetriebe führt somit zu reduzierten Strömungswiderständen. Die Pumpe kann insgesamt kleiner dimensioniert werden. Ihre Leistungsaufnahme lässt sich reduzieren, was auch zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs genutzt werden kann.
  • Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann eine Druckleitung des Hydraulikkreises die Pumpe direkt mit dem Lenkgetriebe verbinden. Aufgrund der direkten Verbindung zwischen Pumpe und Lenkgetriebe entfallen zusätzliche Komponenten, die in der Druckleitung zwischen Pumpe und Lenkgetriebe angeordnet sind und nur eine indirekte Verbindung ermöglichen würden. Durch den Wegfall derartiger zwischengeschalteter Komponenten, reduziert sich der Druckverlust zwischen Pumpe und Lenkgetriebe im Wesentlichen auf den Leitungsverlust der Druckleitung.
  • Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann die Pumpe ungedrosselt bzw. ventilfrei mit dem Lenkgetriebe verbunden sein. Das heißt, in der Druckleitung selbst ist kein Ventil angeordnet, das auch im geöffneten Zustand eine Drosselstelle bilden könnte. Somit kann die Pumpe im Bedarfsfall den Volumenstrom quasi verlustfrei zum Lenkgetriebe fördern.
  • Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
  • Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
  • Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
  • Die einzige 1 zeigt eine stark vereinfachte, schaltplanartige Prinzipdarstellung einer Lenkeinrichtung.
  • Entsprechend 1 umfasst eine hydraulische Lenkeinrichtung 1, die in einem Kraftfahrzeug zur Lenkkraftunterstützung verwendet werden kann, einen Hydraulikkreis 2, in dem ein Hydraulikmittel, insbesondere ein Öl, zirkuliert und in den eine Pumpe 3, ein hydraulisches Lenkgetriebe 4 sowie ein Reservoir 5 eingebunden sind. Die Pumpe 3 ist mit einer Brennkraftmaschine 6 des mit der Lenkeinrichtung 1 ausgestatteten Fahrzeugs antriebsverbunden, was hier durch eine Welle 7 angedeutet ist. Diese Antriebsverbindung arbeitet permanent, so dass die Pumpe 3 bei arbeitender Brennkraftmaschine 6 permanent Hydraulikmittel im Hydraulikkreis 2 antreibt. Eine Saugseite der Pumpe 3 ist über eine Saugleitung 8 mit dem Reservoir 5 verbunden. Eine Druckseite der Pumpe 3 ist über eine Druckleitung 9 mit dem Lenkgetriebe 4 verbunden. Das Lenkgetriebe 4 kann beispielsweise ein Drehschieberventil und/oder ein Kolben-Zylinder-Aggregat aufweisen, um die Lenkhelfkräfte beispielsweise auf eine Lenkstange der Fahrzeuglenkung zu übertragen. Eine Rücklaufleitung 10 fördert das Hydraulikmittel vom Lenkgetriebe 4 zum Reservoir 5 zurück.
  • Die Lenkeinrichtung 1 weist einen Bypass 11 auf, der die Pumpe 3 umgeht. Hierzu besitzt der Bypass 11 eine Bypassleitung 12, die druckseitig der Pumpe 3 beginnt und saugseitig der Pumpe 3 endet. Im gezeigten Beispiel ist die Bypassleitung 12 über eine Entnahmestelle 13 von der Druckleitung 9 abgezweigt. Ferner ist sie ausgangsseitig an das Reservoir 5 angeschlossen. Ebenso ist es möglich, die Entnahmestelle 13 unmittelbar an der Saugseite der Pumpe 3 anzuordnen. Ebenso ist es grundsätzlich möglich, die Bypassleitung 12 an die Saugleitung 8 oder unmittelbar an die Saugseite der Pumpe 3 anzuschließen.
  • In diesem Bypass 11 ist ein Regelventil 14 angeordnet, das elektrisch betätigbar ist und mit dem der Volumenstrom des Hydraulikmittels im Bypass 11 bzw. durch die Bypassleitung 12 einstellbar ist. Zur Betätigung des Regelventils 14 dient ein Stellglied 15, das mit Hilfe eines Steuergeräts 16 betätigbar ist bzw. angesteuert werden kann. Ferner ist eine Rückstelleinrichtung 17 vorgesehen, die das Regelventil 14, zum Beispiel bei Stromausfall, in eine unbetätigte Ausgangsstellung antreibt, in welcher das Regelventil 14 den durchströmbaren Querschnitt des Bypasses 11 bzw. der Bypassleitung 12 sperrt. Insoweit ist die Lenkeinrichtung 1 ausfallsicher ausgestaltet (Fail-Safe-Prinzip), da bei Stromausfall der Bypass 11 gesperrt ist und folglich der gesamte von der Pumpe 3 geförderte Volumenstrom dem Lenkgetriebe 3 zur Verfügung steht.
  • Die Pumpe 3 ist über die Druckleitung 9 direkt mit dem Lenkgetriebe 4 verbunden. Insbesondere finden sich somit keinerlei zusätzliche Komponenten, wie Ventile und Drosselstellen, zwischen dem Ausgang der Pumpe 3 und dem Eingang des Lenkgetriebes 4. Auf diese Weise kann die Pumpe 3 im Wesentlichen ungedrosselt und/oder ventilfrei mit dem Lenkgetriebe 4 verbunden werden. Hierdurch entsteht eine weitgehend verlustfreie Verbindung der Pumpe 3 mit dem Lenkgetriebe 4, was den Leistungsbedarf der Lenkeinrichtung 1 reduziert.
  • Das Steuergerät 16 ist zweckmäßig so programmiert bzw. ausgestaltet, dass es den Volumenstrom des Hydraulikmittels zum Lenkgetriebe 4 in Abhängigkeit wenigstens eines Betriebsparameters des mit der Lenkeinrichtung 1 ausgestatteten Fahrzeugs einstellt. Die Einstellung des Volumenstroms durch die Druckleitung 9 zum Lenkgetriebe 4 erfolgt dabei durch Einstellen des durch den Bypass 11 geführten Volumenstroms. Je größer der durch den Bypass 11 geführte Volumenstrom, desto geringer ist der durch die Druckleitung 9 zum Lenkgetriebe 4 geführte Volumenstrom. Wenn das Regelventil 14 die Bypassleitung 12 sperrt, wird der gesamte von der Pumpe 3 geförderte Volumenstrom dem Lenkgetriebe 4 zugeführt. Ist dagegen das Regelventil 14 so betätigt, dass es den durchströmbaren Querschnitt des Bypasses 11 vollständig freigibt, strömt der von der Pumpe 3 geförderte Volumenstrom weitgehend und im Idealfall vollständig durch den Bypass 11. Hierzu ist keine Sperrung des Hydraulikkreises 2 stromab der Entnahmestelle 13 erforderlich, da das Hydraulikmittel automatisch den Weg des geringsten Widerstands strömt. Der Bypass 11 ist dabei gezielt so ausgelegt, dass sein Durchströmungswiderstand bei geöffnetem Regelventil 11 deutlich niedriger ist als der Durchströmungswiderstand des Lenkgetriebes 4. Somit kann durch direktes Steuern des durch den Bypass 11 geführten Volumenstroms der Volumenstrom zum Lenkgetriebe 4 indirekt gesteuert werden.
  • Die Betriebsparameter, in deren Abhängigkeit das Steuergerät 16 das Regelventil 14 bzw. dessen Stellglied 15 betätigt, sind exemplarisch die Fahrzeuggeschwindigkeit, der Lenkradwinkel und die Lenkradwinkelgeschwindigkeit. Das Steuergerät 16 erhält die erforderlichen Betriebsparameter beispielsweise über eine geeignete Sensorik 18 und/oder von einem Motorsteuergerät 19.
  • Die Pumpe 3, die auch als Lenkhilfepumpe bezeichnet werden kann, ist somit permanent von der Brennkraftmaschine 6 angetrieben und kann bei stationären Betriebszuständen einen nahezu konstanten Volumenstrom fördern. Das variabel einstellbare Regelventil 14, das insbesondere als Proportionalventil ausgestaltet sein kann und das über das Stellglied 15 elektromagnetisch ansteuerbar ist, ermöglicht es, direkt den Volumenstrom durch den Bypass 11 und somit indirekt den Volumenstrom durch das Lenkgetriebe 4 zu regeln bzw. einzustellen. Aus Sicherheitsgründen ist das Regelventil 14 so gestaltet, dass sich bei stromlosem Zustand das Regelventil 14 in einem Sperrzustand befindet. Im Falle eines Fehlers in der Steuerelektronik bzw. bei einem Stromausfall kann somit der gesamte Volumenstrom durch das Lenkgetriebe 4 geleitet werden.
  • Die Volumenstromverhältnisse sind neben der Stellung des Regelventils 14 stark abhängig vom Druck im Hydraulikkreis 2 stromab der Entnahmestelle 13. Diese Zusammenhänge können vereinfacht mit der Bernoulli-Gleichung beschrieben werden. Dabei ergibt sich für die abfließenden Volumenströme, also für die Aufteilung des von der Pumpe 3 geförderten Volumenstroms auf die durch das Lenkgetriebe 4 und durch den Bypass 11 geförderten Teilströme ein physikalisch bzw. mathematisch beschreibbarer Zusammenhang. Der Bypassvolumenstrom hängt neben dem Durchflussdruckverlust des Hydraulikkreises 2 stromab der Entnahmestelle 13 und dem Durchflussdruckverlust durch die Bypassleitung 12 stark vom Durchflussdruckverlust des Lenkgetriebes 4 ab. Letzterer ist von einer Kennlinie eines hier nicht dargestellten Lenkungsventils abhängig. Während der Druckverlust näherungsweise vom Lenkmoment des Fahrers unabhängig ist, steigt der Druck im Lenkgetriebe mit zunehmendem Handmoment am Lenkrad an. Unter Berücksichtigung der Kontinuitätsgleichung kann die Volumenstromaufteilung auf den Bypass 11 und auf den Hydraulikkreis 2 stromab der Entnahmestelle 13 in mathematischer bzw. physikalischer Form beschrieben werden.
  • Nimmt man nun an, dass der Druck im Bypass 11 konstant ist und durch das Regelventil 14 die Öffnungsquerschnittsfläche der Bypassleitung 12 kontinuierlich mittels einer Steuerspannung am Stellglied 15 verändert werden kann, lässt sich der Volumenstrom in Abhängigkeit eines vom Fahrzeugführer am Lenkhandrad aufgebrachten Handmoment sowie in Abhängigkeit der Stellung des Regelventils 14 steuern. Der Zusammenhang zwischen dem Volumenstrom im Hydraulikkreis und den anderen Parametern kann nach Durchführung einer Parameteridentifikation entweder durch das Lösen einer mathematischen bzw. physikalischen Gleichung im Steuergerät 16 erfolgen oder alternativ mit Hilfe eines im Steuergerät 16 abgespeicherten Kennfelds. Besagtes Kennfeld kann beispielsweise mit Hilfe von Stützpunkten im Steuergerät abgespeichert werden, zum Beispiel in Form eines Lookup-Tables.
  • Um die Parameter identifizieren zu können, müssen zunächst die Verlustdrücke im Bypass und im Hydraulikkreis 2 stromab der Entnahmestelle 13 identifiziert, also gemessen werden. Ferner muss der Zusammenhang zwischen Lenkgetriebedruck und Handmoment (Ventilkennlinie) verifiziert werden. Außerdem muss der Zusammenhang zwischen Steuerspannung und Öffnungsquerschnitt des Regelventils 14 ermittelt werden. Des Weiteren sind konstruktive Parameter zu erfassen, wie zum Beispiel die durchströmbaren Querschnitte der Pumpe 3, der Druckleitung 9, der Bypassleitung 12 etc. Im Hinblick auf die jeweilige Ausführung der Pumpe 3 ist beispielsweise noch die jeweilige Nennvolumenstromvariante zu erfassen.
  • Für die Erstellung des Kennfelds sind Messungen zur Erstellung von Stützpunkten notwendig. Beispielsweise können Volumenstrommessungen in Abhängigkeit vom Lenksystemdruck (Handmoment) für verschiedene Ventilstellungen durchgeführt werden.
  • Die mit Hilfe der vorgeschlagenen Lenkeinrichtung 1 realisierbare Regelstrategie sieht vor, das Regelventil 14 in jenen Situationen zu öffnen, in denen auf die Hydraulikunterstützung der Fahrzeuglenkung verzichtet werden kann, beispielsweise bei Geradeausfahrt auf Autobahnen und Landstraßen. Für die Erfassung der Situation sind dabei die Fahrgeschwindigkeit, der Lenkradwinkel und die Lenkradwinkelgeschwindigkeit ausreichend, um auf die erforderliche Lenkleistungsunterstützung bzw. Lenkkraftunterstützung zurückzuschließen.
  • Mittels eines Versuchsfahrzeugs, das mit einem Messlenkrad und einer Drucksensorik im Lenkgetriebe 4 sowie zur Erfassung der fahrdynamischen Größen wie Fahrgeschwindigkeit, Lenkradwinkel und Lenkradwinkelgeschwindigkeit ausgestattet ist, lässt sich der Bedarf an minimalem Volumenstrom im Hydraulikkreis 2 stromab der Entnahmestelle 13 experimentell ermitteln. Unter der Berücksichtigung des jeweiligen Baumusters des Fahrzeugs (maximale Achslast, Lenkgetriebeübersetzung, Lenkkinematikübersetzung) lässt sich im quasi-stationären Zustand (Lenkgeschwindigkeit gleich Null) die Lenkunterstützungsleistung (Lenkgetriebedruck × Volumenstrom im Lenksystem) für verschiedene Geschwindigkeiten ermitteln. Bei kleinen Geschwindigkeiten sowie beim Lenken im Stand spielen Reibungseffekte zwischen Straße und Reifenlatsch eine dominierende Rolle, während bei hohen Fahrgeschwindigkeiten die Fliehkräfte dominieren und zu einem Rückstellmoment führen. Neben dieser quasi stationären Betrachtung sind für verschiedene Fahrsituationen Lenkgeschwindigkeitsänderungen zu untersuchen. Zur Sicherstellung des Servodrucks im Lenkgetriebe 4 ist in Abhängigkeit von der Verstellgeschwindigkeit des Lenkgetriebeservokolbens ein bestimmter additiver Durchflussvolumenstrom erforderlich. Der Zusammenhang zwischen Lenkwinkelgeschwindigkeit und additivem Volumenstrom ist experimentell zu ermitteln, wobei es zu keinem starken Druckabfall im Lenkgetriebe kommt.
  • Für die Volumenstromregelung kann folgender ganzheitlicher Ansatz realisiert werden. In Abhängigkeit der jeweiligen Fahrsituation werden der Systemdruck, also der Hydraulikdruck im Hydraulikkreis 2 stromab der Entnahmestelle 13 und der minimale Volumenstrom, bestehend aus einem quasi stationären und einem dynamischen additiven Anteil ermittelt. In Abhängigkeit des Systemdrucks können die Druckverhältnisse im Lenksystem und im Bypass 11 abgeleitet werden. Daraus kann nun die jeweils erforderliche Ventilstellung ermittelt werden. Mit anderen Worten, aus den Betriebsparametern Fahrzeuggeschwindigkeit und Lenkwinkel wird über ein Berechnungsmodell oder über ein Kennfeld ein quasi-stationärer minimal notwendiger Volumenstrom ermittelt, während gleichzeitig in Abhängigkeit des Betriebsparameters Lenkwinkelgeschwindigkeit anhand von Berechnungen und/oder eines Kennfelds ein additiver bzw. dynamischer Volumenstrom ermittelt wird. In einem Additionsglied werden der quasistationäre Volumenstrom und der dynamische Volumenstrom aufaddiert, um den jeweils aktuell erforderlichen Volumenstrom zu erfassen. Mit Hilfe von Berechnungsmodellen bzw. mit Hilfe eines Kennfelds kann nun das Regelventil 14 in Abhängigkeit des aktuellen Volumenstroms entsprechend betätigt werden.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 10239143 A1 [0002]

Claims (5)

  1. Hydraulische Lenkeinrichtung für ein Kraftfahrzeug, – mit einem Hydraulikkreis (2), in den eine Pumpe (3), ein hydraulisches Lenkgetriebe (4) und ein Reservoir (5) eingebunden sind, – mit einem die Pumpe (3) umgehenden Bypass (11), – mit einem elektrisch betätigbaren Regelventil (14) zum bedarfsabhängigen Einstellen eines Volumenstroms eines Hydraulikmittels, dadurch gekennzeichnet, dass das Regelventil (14) im Bypass (11) angeordnet ist und zum Einstellen des den Bypass (11) durchströmenden Volumenstroms ausgestaltet ist.
  2. Lenkeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckleitung (9) des Hydraulikkreises (2) die Pumpe (3) direkt mit dem Lenkgetriebe (4) verbindet.
  3. Lenkeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (3) ungedrosselt und/oder ventilfrei mit dem Lenkgetriebe (4) verbunden ist.
  4. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuergerät (16) vorgesehen ist, das so ausgestaltet ist, dass es den Volumenstrom des Hydraulikmittels zum Lenkgetriebe (4) in Abhängigkeit wenigstens eines Betriebsparameters des Fahrzeugs durch Einstellen des durch den Bypass (11) geführten Volumenstroms einstellt.
  5. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, – dass eine Saugleitung (8) die Saugseite der Pumpe (3) mit dem Reservoir (5) verbindet, – dass der Bypass (11) mit der Saugleitung (8) oder mit dem Reservoir (5) verbunden ist.
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