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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Maleinsäureanhydrid durch katalytische Gasphasenoxidation
von Butan mit Sauerstoff, worin die Umsetzung in 10 bis 60 hintereinander
geschalteten Reaktionszonen unter adiabaten Bedingungen durchgeführt
wird, sowie ein Reaktorsystem zur Durchführung des Verfahrens.
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Maleinsäureanhydrid
wird allgemein unter katalytischem Einfluss von Metalloxidkatalysatoren
z. B. Vanadiumphosphoroxid (vgl. z. B.
EP 0 071 140 B1 ) aus gasförmigen
Butan und Sauerstoff in einer exothermen, katalytischen Reaktion
gemäß Formel (I) hergestellt:
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Das
mittels der Reaktion nach Formel (I) hergestellte Maleinsäureanhydrid
bildet einen wesentlichen Ausgangsstoff für viele andere
Synthesen in der chemischen Industrie. Insbesondere findet Maleinsäureanhydrid
Anwendung in der Herstellung ungesättigter Polyester sowie
zur Synthese von Tensiden, Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden
u. a. Ein Teil wird zu 1,4-Butandiol und zu Tetrahydrofuran reduziert.
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Die
Abfuhr und Verwendung der Reaktionswärme ist wichtig bei
der Durchführung der Maleinsäureanhydrid-Synthese.
Ein unkontrollierter Temperaturanstieg, kann zu einer dauerhaften
Schädigung des Katalysators führen. Außerdem
existiert bei hohen Temperaturen die Möglichkeit von Nebenreaktionen
unter Bildung mehr oder weniger großer Mengen an Kohlenmonoxid
und Kohlendioxid. Es ist daher vorteilhaft die Temperatur der Reaktionszonen
im Laufe des Verfahrens kontrolliert auf einem Niveau zu halten,
das einen schnellen Umsatz unter Minimierung der Nebenreaktionen
und/oder Katalysatorinaktivierung ermöglicht.
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In
EP 0 326 536 B1 wird
ein Verfahren zur Herstellung von Maleinsäureanhydrid offenbart,
in dem in einer Reaktionszone bei Temperaturen von 300°C
bis 600°C ein Umsatz eines nicht aromatischen Kohlenwasserstoffes
mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen mit Sauerstoff durchgeführt
wird. Die Reaktionszone ist weiter dadurch gekennzeichnet, dass
in ihr der Katalysator mit Inertmaterial verdünnt vorliegt,
wobei auch das Vorhandensein verschiedener Verdünnungen
des Katalysators in der Reaktionszone offenbart wird. Weiter wird
offenbart, dass die Reaktionszone sich in einem Festbett-Rohrreaktor
befindet, der gekühlt wird. Der Eingangsdruck des offenbarten
Verfahrens wird mit 1 bis 3,45 bar offenbart. Vorzugsweise soll
sich an der Stelle des „Hot-Spot” die Höchste
Verdünnung des Katalysators, bzw. die geringste Menge Katalysator
in der Reaktionszone befinden. Der „Hot-Spot” wird
als jener Ort in der Reaktionszone offenbart, an dem die höchste
Temperatur herrscht und wo üblicherweise die höchste
Oxidationsrate des nicht aromatischen Kohlenwasserstoffs zu Maleinsäureanhydrid
vorliegt. Der nicht aromatische Kohlenwasserstoff wird offenbarungsgemäß mit
Anteilen von 1 bis 10 mol-% am Prozessgas der Reaktionszone zugeführt.
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Es
wird nicht offenbart, dass mehr als eine Reaktionszone im Verfahren
verwendbar wäre.
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Das
in der
EP 0 326 536
B1 offenbarte Verfahren ist nachteilig, weil es bei einer
konstanten maximalen Kühlrate betrieben wird, die durch
Geometrie und Wärmeaustauschmedium vorgegeben wird. Sollte
also im Betrieb des Verfahrens der offenbarte „Hot-Spot” durch äußere
Einflüsse, wie etwa Fehldosierung der Edukte nicht mehr
an der Stelle der höchsten Katalysatorverdünnung
liegen, so kommt es zu einer nicht mehr kompensierbaren Überhitzung
und damit mindestens zu ungewünschten Nebenprodukten der
Reaktion, schlimmstenfalls zu sicherheitstechnisch bedenklichen
Betriebsparametern, die zu einem Stillstand, oder einer Zerstörung
der Anlage führen können, in der das offenbarte
Verfahren ausgeführt wird. Eine genaue Temperaturkontrolle
des Verfahrens ist aus den gerade genannten Gründen ausgeschlossen,
da bewusst ein „Hot-Spot” toleriert wird und somit
mindestens Teile der Reaktionszone unter nachteiligen Bedingungen
betrieben werden, was zu einer nachteiligen Selektivität
führt.
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In
der
EP 1 007 499 B1 wird
ein Verfahren offenbart, bei dem in der Gasphase unter Verwendung
hoher Sauerstoffanteile im Prozessgas in Gegenwart eines Phosphor-Vanadium-Mischoxid-Katalysators
aus n-Butan Maleinsäureanhydrid erzeugt wird. Die offenbarten
Reaktionstemperaturen liegen im Bereich von 300°C bis 550°C,
während die Drücke eingangs der Reaktionszone
zwischen 2,03 und 6,03 bar liegen. Das Verfahren ist durch eine
mindestens teilweise Wiederverwendung der Prozessgase nach Austritt
aus der Reaktionszone, sowie durch einen hohen Anteil an Kohlendioxid
und Kohlenmonoxid in den Prozessgasen gekennzeichnet.
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Es
wird eine Reaktionszone zur Umsetzung zu Maleinsäureanhydrid,
eine nachfolgende Kühlung der Prozessgase zur Absorption
des Maleinsäureanhydrids in einem Lösungs mittel,
ein Waschen, eine Kompression der verbleibenden Prozessgase, ein
teilweises Ablassen von Inertgasen und Kohlenstoffoxiden, ein nachfolgendes
Waschen derselben mit einem organischen Lösungsmittel und
ein Wiederzuführen zusammen mit frischem n-Butan in die
Reaktionszone offenbart. Es wird keine weitere Reaktionszone für
einen Umsatz zu Maleinsäureanhydrid und keine Maßnahme
zur Kontrolle der Reaktionstemperatur offenbart.
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Das
in der
EP 1 007 499
B1 offenbarte Verfahren ist nachteilig, weil ein hoher
apparativer und verfahrenstechnischer Aufwand getrieben wird. Verursacht
wird der Aufwand maßgeblich durch den geringen Umsatz und
den hohen Anteil an nicht an der Reaktion gemäß Formel
(I) beteiligten Prozessgase. Der offenbarten hohen Selektivität
des Gesamtverfahrens steht eine geringe Ausbeute und ein geringer
Umsatz, sowie auch ein hoher Energieaufwand für die einzelnen
Trenn- und Aufreinigungsschritte entgegen, was das Verfahren weiter
wirtschaftlich nachteilig macht.
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Eine ähnliches
Verfahren wie jenes der
EP
1 007 499 B1 offenbart die
US 6,194,587 B1 . In einer ersten Reaktionszone,
die gekühlt wird, wird Luft mit 0,5 bis 3 mol-% n-Butan
zu Maleinsäureanhydrid umgesetzt. Das aus der Reaktionszone
austretende Prozessgas wird gekühlt, um Teile des gebildeten
Maleinsäureanhydrids zu kondensieren und/oder in Wasser
zu absorbieren. Das verbleibende Prozessgas wird zusammen mit weiterem
n-Butan einer weiteren Reaktionszone zugeführt. Es wird
weiter offenbart, dass diese Kombination von Reaktionszone mit Kühlen
und Absorbieren, sowie nachfolgendem Zudosieren von weiterem n-Butan
in das verbleibende Prozessgas auch mehr als zweimal hintereinander
ausgeführt werden kann. Es wird auch darauf hingewiesen,
dass mehr als 3 mol-% Anteil an n-Butan Explosionsgefahren birgt;
lediglich in Fließbettreaktoren seien 4 bis 5 mol-% möglich.
Im gleichen Zusammenhang wird offenbart, dass das Verfahren bei
einer maximalen Temperaturdifferenz zwischen Kühlmedium
und Reaktionstemperatur von 100°C betrieben werden sollte.
Die Reaktionstemperatur kann zwischen 365°C und 550°C
betragen. Es wird weiter offenbart, dass die Reaktionstemperatur
nicht für längere Zeiten einen Wert von 475°C überschreiten
soll, da sonst Ausbeuteverluste und Verluste an Katalysatoraktivität
befürchtet werden müssen.
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Das
in der
US 6,194,587
B1 offenbarte Verfahren ist aus ähnlichen Gründen
wie jenen, die bereits im Zusammenhang mit der Offenbarung der
EP 1 007 499 B1 diskutiert
wurden, nachteilig, wenngleich es aufgrund der vereinfachten Verfahrensweise
bereits eine Verbesserung darstellt. Die Tatsache, dass die Reaktionszone
analog zu der Offenbarung der
EP 0 326 536 B1 bei einer konstanten maximalen
Kühlrate betrieben wird, die durch Geometrie und Wärmeaustauschmedium
vorgegeben wird, führt aber zu den gleichen Nachteilen,
wie sie dort bereits dargelegt worden sind.
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In
EP 1 251 951 (B1) wird
eine Vorrichtung und die Möglichkeit der Durchführung
chemischer Reaktionen in der Vorrichtung offenbart, wobei die Vorrichtung
durch eine Kaskade aus miteinander in Kontakt stehenden Reaktionszonen
und Wärmetauschervorrichtungen gekennzeichnet ist, die
stoffschlüssig miteinander im Verbund angeordnet sind.
Das hierin durchzuführende Verfahren ist also gekennzeichnet
durch den Kontakt der verschiedenen Reaktionszonen mit einer jeweiligen
Wärmetauschervorrichtung in Form einer Kaskade. Eine Offenbarung
hinsichtlich der Verwendbarkeit der Vorrichtung und des Verfahrens
zur Synthese von Maleinsäureanhydrid aus gasförmigem
Sauerstoff und Butan findet nicht statt. Es bleibt also unklar,
wie ausgehend von der Offenbarung der
EP 1 251 951 (B1) eine solche Reaktion
mittels der Vorrichtung und des darin ausgeführten Verfahrens
durchgerührt werden soll. Weiter muss aus Gründen
der Einheitlichkeit davon ausgegangen werden, dass das in der
EP 1 251 951 (B1) offenbarte
Verfahren in einer Vorrichtung gleich oder ähnlich der
Offenbarung bezüglich der Vorrichtung ausgeführt
wird. Hieraus resultiert, dass durch den offenbarungsgemäßen
großflächigen Kontakt der Wärmeaustauschzonen
mit den Reaktionszonen eine signifikante Menge an Wärme
durch Wärmeleitung zwischen den Reaktionszonen und den
benachbarten Wärmeaustauschzonen stattfindet. Die Offenbarung
hinsichtlich des oszillierenden Temperaturprofils kann also nur
so verstanden werden, dass die hier festgestellten Temperaturspitzen
stärker ausfallen würden, wenn dieser Kontakt
nicht bestehen würde. Ein weiteres Indiz hierfür
ist der exponentielle Anstieg der offenbarten Temperaturprofile
zwischen den einzelnen Temperaturspitzen. Diese deuten an, dass
eine gewisse Wärmesenke mit merklicher, aber begrenzter
Kapazität in jeder Reaktionszone vorhanden ist, die den
Temperaturanstieg in derselben reduzieren kann. Es kann nie ausgeschlossen
werden, dass eine gewisse Abfuhr von Wärme (z. B. durch
Strahlung) stattfindet. Allerdings würde sich bei einer
Reduktion der möglichen Wärmeabfuhr aus der Reaktionszone
ein linearer oder in seiner Steigung degressiver Temperaturverlauf
andeuten, da keine Nachdosierung von Edukten vorgesehen ist und
somit nach exothermer Abreaktion die Reaktion immer langsamer und
sich somit die erzeugte Wärmetönung verringern
würde. Somit offenbart die
EP 1 251 951 (B1) mehrstufige Verfahren in
Kaskaden von Reaktionszonen, aus denen Wärme in undefinierter Menge
durch Wärmeleitung abgeführt wird. Demnach ist
das offenbarte Verfahren dahingehend nachteilig, als dass eine genaue
Temperaturkontrolle der Prozessgase der Reaktion nicht möglich
ist.
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Ausgehend
vom Stand der Technik wäre es daher vorteilhaft, ein Verfahren
bereitzustellen, das in einfachen Reaktionsvorrichtungen durchgeführt
werden kann und das eine genaue, einfache Temperaturkontrolle ermöglicht,
so dass es hohe Umsätze bei möglichst hohen Reinheiten
des Produktes erlaubt. Solche einfachen Reaktionsvorrichtungen wären
leicht in einen technischen Maßstab zu übertragen
und sind in allen Größen preiswert und robust.
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Für
die katalytische Gasphasenoxidation von Butan mit Sauerstoff zu
Maleinsäureanhydrid wurden wie gerade dargestellt bisher
weder geeignete Reaktoren beschrieben, noch werden geeignete Verfahren
aufgezeigt, die diese erlauben.
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Es
besteht daher die Aufgabe, ein Verfahren zur katalytischen Gasphasenoxidation
von Butan und Sauerstoff zu Maleinsäureanhydrid bereitzustellen,
das unter genauer Temperaturkontrolle in einfachen Reaktionsvorrichtungen
durchführbar ist und das hierdurch hohe Umsätze
bei hohen Reinheiten des Produktes erlaubt, wobei die Reaktionswärme
entweder zu Gunsten der Reaktion oder in anderer Weise genutzt werden kann.
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Es
wurde überraschend gefunden, dass ein Verfahren zur Herstellung
von Maleinsäureanhydrid aus Butan und Sauerstoff in Gegenwart
heterogener Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, dass es 10 bis
60 hintereinander geschaltete Reaktionszonen mit adiabaten Bedingungen
umfasst, diese Aufgabe zu lösen vermag.
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Butan
bezeichnet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ein Prozessgas,
das in das erfindungsgemäße Verfahren eingeführt
wird und das Butan umfasst. Üblicherweise liegt der Anteil
an Butan an den dem Verfahren zugeführten Prozessgasen
zwischen 1 und 5 mol-%, bevorzugt zwischen 1 und 3 mol-%.
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Sauerstoff
bezeichnet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ein Prozessgas,
das in das erfindungsgemäße Verfahren eingeführt
wird und das Sauerstoff umfasst. Üblicherweise liegt der
Anteil an Sauerstoff an den dem Verfahren zugeführten Prozessgasen
zwischen 10 und 60 mol-%, bevorzugt zwischen 15 und 50 mol-%.
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Neben
den wesentlichen Komponenten der Prozessgase Butan und Sauerstoff
können diese auch noch Nebenkomponenten umfassen. Nicht
abschließende Beispiele für Nebenkomponenten,
die in den Prozessgasen enthalten sein können sind etwa
Argon, Stickstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und/oder Wasser.
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Allgemein
werden im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung Prozessgase
als Gasgemische verstanden, die Sauerstoff und/oder Butan und/oder
Maleinsäureanhydrid und/oder Nebenkomponenten umfassen.
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Erfindungsgemäß bedeutet
die Durchführung des Verfahrens unter adiabaten Bedingungen,
dass der Reaktionszone von außen im Wesentlichen weder
aktiv Wärme zugeführt noch Wärme entzogen
wird. Es ist allgemein bekannt, dass eine vollständige
Isolation gegen Wärmezu- oder Abfuhr nur durch vollständige
Evakuierung unter Ausschluss der Möglichkeit des Wärmeübergangs
durch Strahlung möglich ist. Daher bezeichnet adiabat im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, dass keine Maßnahmen
zur Wärmezu- oder Abfuhr ergriffen werden.
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In
einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann aber z. B. durch Isolation mittels allgemein bekannter
Isolationsmittel, wie z. B. Polystyroldämmstoffen, oder
auch durch genügend große Abstände zu
Wärmesenken oder Wärmequellen, wobei das Isolationsmittel
Luft ist, ein Wärmeübergang vermindert werden.
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Ein
Vorteil der erfindungsgemäßen adiabaten Fahrweise
der 10 bis 60 hintereinander geschalteten Reaktionszonen gegenüber
einer nicht adiabaten Fahrweise besteht darin, dass in den Reaktionszonen
keine Mittel zur Wärmeabfuhr bereitgestellt werden müssen,
was eine erhebliche Vereinfachung der Konstruktion mit sich bringt.
Dadurch ergeben sich insbesondere Vereinfachungen bei der Fertigung
des Reaktors sowie bei der Skalierbarkeit des Verfahrens und eine
Steigerung der Reaktionsumsätze. Außerdem kann
die Wärme, die im Zuge des exothermen Reaktionsfortschrittes
erzeugt wird in der einzelnen Reaktionszone zur Steigerung des Umsatzes
in kontrollierter Weise genutzt werden.
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Ein
weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die Möglichkeit der sehr genauen Temperaturkontrolle,
durch die enge Staffelung von adiabaten Reaktionszonen. Es kann
somit in jeder Reaktionszone eine im Reaktionsfortschritt vorteilhafte
Temperatur eingestellt und kontrolliert werden.
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Die
im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Katalysatoren
sind üblicherweise Katalysatoren, die aus einem Material
bestehen, das neben seiner katalytischen Aktivität für
die Reaktion gemäß Formel (I) durch ausreichende
chemische Resistenz unter den Bedingungen des Verfahrens, sowie
durch eine hohe spezifische Oberfläche gekennzeichnet ist.
Katalysatormaterialien, die durch eine solche chemische Resistenz
unter den Bedingungen des Verfahrens gekennzeichnet sind, sind zum
Beispiel Katalysatoren, die Vanadium und Phosphor umfassen, dass
auf Aluminiumoxid geträgert ist.
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Spezifische
Oberfläche bezeichnet im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung die Fläche des Katalysatormaterials, die vom
Prozessgase erreicht werden kann bezogen auf die eingesetzte Masse
an Katalysatormaterial.
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Eine
hohe spezifische Oberfläche ist eine spezifische Oberfläche
von mindestens 10 m2/g, bevorzugt von mindestens
20 m2/g.
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Die
erfindungsgemäßen Katalysatoren befinden sich
jeweils in den Reaktionszonen und können in allen an sich
bekannten Erscheinungsformen, z. B. Festbett, Fließbett,
Wirbelbett vorliegen.
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Bevorzugt
sind die Erscheinungsformen Festbett und Fließbett.
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Die
Festbettanordnung umfasst eine Katalysatorschüttung im
eigentlichen Sinn, d. h. losen, geträgerten oder ungeträgerten
Katalysator in beliebiger Form sowie in Form von geeigneten Packungen.
Der Begriff der Katalysatorschüttung, wie er hier verwendet
wird, umfasst auch zusammenhängende Bereiche geeigneter Packungen
auf einem Trägermaterial oder strukturierte Katalysatorträger.
Dies wären z. B. zu beschichtende keramische Wabenträger
mit vergleichsweise hohen geometrischen Oberflächen oder
gewellte Schichten aus Metalldrahtgewebe, auf denen beispielsweise
Katalysatorgranulat immobilisiert ist. Als eine Sonderform der Packung
wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung das Vorliegen
des Katalysators in monolithischer Form betrachtet.
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Wird
eine Festbettanordnung des Katalysators verwendet, so liegt der
Katalysator bevorzugt in Schüttungen von Partikeln mit
mittleren Partikelgrößen von 1 bis 10 mm, bevorzugt
1,5 bis 8 mm, besonders bevorzugt von 2 bis 6 mm vor.
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Ebenfalls
bevorzugt liegt der Katalysator bei Festbettanordnung in monolithischer
Form vor. Besonders bevorzugt ist bei Festbettanordnung ein monolithischer
Katalysator, der aus einem auf Aluminiumoxid geträgerten
Vanadium-Phosphor-Mischoxid besteht.
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Wird
ein Katalysator in monolithischer Form in den Reaktionszonen verwendet,
so ist in einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung der
in monolithischer Form vorliegende Katalysator mit Kanälen
versehen, durch die die Prozessgase strömen. Üblicherweise
haben die Kanäle einen Durchmesser von 0,1 bis 3 mm, bevorzugt
einen Durchmesser von 0,2 bis 2 mm, besonders bevorzugt von 0,5
bis 1,5 mm.
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Ein
monolithischer Katalysator mit Kanälen der angegeben Durchmesser
ist besonders vorteilhaft, da hierdurch ein Explosionsschutz gewährleistet
werden kann. Dies geschieht durch die Aufnahme der Enthalpie durch
die Wandung des Monolithen und damit wird eine weitere Ausbreitung
von Flammen unterdrückt.
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Wird
eine Fließbettanordnung des Katalysators verwendet, so
liegt der Katalysator bevorzugt in losen Schüttungen von
Partikeln vor, wie diese zuvor auch für die Festbettanordnung
beschrieben worden sind.
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Schüttungen
von solchen Partikeln sind vorteilhaft, weil die Größe
der Partikel eine hohe spezifische Oberfläche des Katalysatormaterials
gegenüber den Prozessgasen Sauerstoff und Butan besitzen
und damit eine hohe Umsatzrate erreicht werden kann. Es kann also
die Stofftransportlimitierung der Reaktion durch Diffusion gering
gehalten werden. Zugleich sind die Partikel damit aber noch nicht
so klein, dass es zu überproportional erhöhten
Druckverlusten bei Durchströmung des Festbettes kommt.
Die Bereiche der in der bevorzugten Ausführungsform des
Verfahrens, umfassend eine Reaktion in einem Festbett, angegebenen
Partikelgrößen sind somit ein Optimum zwischen
dem erreichbaren Umsatz aus der Reaktion gemäß Formel
(I) und dem erzeugten Druckverlust bei Durchführung des
Verfahrens. Druckverlust ist in direkter Weise mit der notwendigen
Energie in Form von Kompressorleistung gekoppelt, so dass eine überproportionale
Erhöhung desselben in einer unwirtschaftlichen Betriebsweise
des Verfahrens resultieren würde.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens umfasst 12 bis 50, besonders bevorzugt 14 bis 40 hintereinander
geschaltete Reaktionszonen unter adiabaten Bedingungen.
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Eine
bevorzugte weitere Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass das aus mindestens einer Reaktionszone austretende
Prozessgas anschließend durch wenigstens eine dieser Reaktionszone
nachgeschalteten Wärmeaustauschzone geleitet wird.
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In
einer besonders bevorzugten weiteren Ausführungsform des
Verfahrens befindet sich nach jeder Reaktionszone wenigstens eine,
bevorzugt genau eine Wärmeaustauschzone, durch die das
aus der Reaktionszone austretende Prozessgas geleitet wird.
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Die
Reaktionszonen können dabei entweder in einem Reaktor angeordnet
oder in mehreren Reaktoren aufgeteilt angeordnet werden. Die Anordnung
der Reaktionszonen in einem Reaktor führt zu einer Verringerung
der Anzahl der verwendeten Apparaturen.
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Die
einzelnen Reaktionszonen und Wärmeaustauschzonen können
auch zusammen in einem Reaktor oder in beliebigen Kombinationen
von jeweils Reaktionszonen mit Wärmeaustauschzonen in mehreren
Reaktoren aufgeteilt angeordnet werden.
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Liegen
Reaktionszonen und Wärmeaustauschzonen in einem Reaktor
vor, so befindet sich in einer alternativen Ausführungsform
der Erfindung zwischen diesen eine Wärmeisolationszone,
um den adiabaten Betrieb der Reaktionszone erhalten zu können.
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Zusätzlich
können einzelne der in Reihe geschalteten Reaktionszonen
unabhängig voneinander auch durch eine oder mehrere parallel
geschaltete Reaktionszonen ersetzt oder ergänzt werden.
Die Verwendung von parallel geschalteten Reaktionszonen erlaubt
insbesondere deren Austausch bzw. Ergänzung bei laufendem
kontinuierlichen Gesamtbetrieb des Verfahrens.
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Parallele
und hintereinander geschaltete Reaktionszonen können insbesondere
auch miteinander kombiniert sein. Besonders bevorzugt weist das
erfindungsgemäße Verfahren aber ausschließlich
hintereinander geschaltete Reaktionszonen auf.
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Die
im erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt verwendeten
Reaktoren können aus einfachen Behältern mit einer
oder mehreren Reaktionszonen bestehen, wie sie z. B. in Ullmanns
Encyclopedia of Industrial Chemistry (Fifth, Completely Revised
Edition, Vol B4, Seite 95–104, Seite 210–216) beschrieben
werden, wobei jeweils zwischen den einzelnen Reaktionszonen und/oder
Wärmeaustauschzonen Wärmeisolationszonen zusätzlich
vorgesehen sein können.
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In
einer alternativen Ausführungsform des Verfahrens, befindet
sich also zwischen einer Reaktionszone und einer Wärmeaustauschzone
mindestens eine Wärmeisolationszone. Bevorzugt befindet
sich um jede Reaktionszone eine Wärmeisolationszone.
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Die
Katalysatoren bzw. die Festbetten daraus werden in an sich bekannter
Weise auf oder zwischen gasdurchlässigen Wandungen umfassend
die Reaktionszone des Reaktors angebracht. Insbesondere bei dünnen
Festbetten können in Strömungsrichtung vor den
Katalysatorbetten technische Vorrichtungen zur gleichmäßigen
Gasverteilung angebracht werden. Dies können Lochplatten,
Glockenböden, Ventilböden oder andere Einbauten
sein, die durch Erzeugung eines geringen, aber gleichmäßigen
Druckverlusts einen gleichförmigen Eintritt des Prozessgases
in das Festbett bewirken.
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Bei
einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird vorzugsweise ein Stoffmengenüberschuss
von zwischen 0 und 300 mol-% Sauerstoff bezogen auf den Stoffmengenstrom
Butan vor Eintritt in die erste Reaktionszone verwendet. Durch eine
Erhöhung des Verhältnisses von Sauerstoff pro Butan
kann zum einen die Reaktion beschleunigt und somit die Raumzeitausbeute
(Produzierte Maleinsäureanhydridmenge pro Masse Katalysatormaterial)
gesteigert werden, zum anderen wird hierdurch eine Zusammensetzung
des Prozessgases erzielt, die von der für eine Explosion
kritischen Grenzzusammensetzung weiter entfernt ist.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens
beträgt die Eingangstemperatur des in die erste Reaktionszone
eintretenden Prozessgases von 10 bis 360°C, bevorzugt von
50 bis 390°C, besonders bevorzugt von 100 bis 410°C.
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In
noch einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens beträgt der absolute Druck am Eingang der
ersten Reaktionszone zwischen 1 und 7 bar, bevorzugt zwischen 1,5
und 6 bar, besonders bevorzugt zwischen 2 und 5 bar.
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In
einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des
Verfahrens beträgt die Verweilzeit des Prozessgases in
einer Reaktionszone zwischen 0,1 und 30 s, bevorzugt zwischen 0,2
und 15 s, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und 7 s.
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Das
Butan und der Sauerstoff werden bevorzugt nur vor der ersten Reaktionszone
zugeführt. Dies hat den Vorteil, dass das gesamte Prozessgas
für die Aufnahme und Abfuhr der Reaktionswärme
in allen Reaktionszonen genutzt werden kann. Außerdem kann
durch eine solche Verfahrensweise die Raum-Zeit-Ausbeute gesteigert
werden, bzw. die notwendige Katalysatormasse verringert werden.
Es ist aber auch möglich vor einer oder mehreren der nach
der ersten Reaktionszone folgenden Reaktionszonen nach Bedarf Butan
und/oder Sauerstoff in das Prozessgas einzudosieren. Über
die Zufuhr von Gas zwischen den Reaktionszonen kann zusätzlich
die Temperatur des Umsatzes gesteuert werden.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Prozessgas nach mindestens einer der verwendeten
Reaktionszonen, besonders bevorzugt nach jedem der verwendeten Katalysatorbetten
abgekühlt. Dazu leitet man das Prozessgas nach Austritt
aus einer Reaktionszone durch eine oder mehrere der oben genannten
Wärmeaustauschzonen, die sich hinter den jeweiligen Reaktionszonen
befinden. Diese können als Wärmeaustauschzonen
in Form der dem Fachmann bekannten Wärmetauscher, wie z.
B. Rohrbündel-, Platten-, Ringnut-, Spiral-, Rippenrohr-,
Mikrowärmetauscher ausgeführt sein. Bevorzugt
sind die Wärmetauscher mikrostrukturierte Wärmetauscher.
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Mikrostrukturiert
bezeichnet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, dass
der Wärmetauscher zum Zweck der Wärmeübertragung
Fluid-führende Kanäle umfasst, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass sie einen hydraulischen Durchmesser zwischen 50 μm
und 5 mm aufweisen. Der hydraulische Durchmesser berechnet sich
aus dem Vierfachen der durchströmten Querschnittsfläche
des Fluid-führenden Kanals dividiert durch den Umfang des
Kanals.
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In
einer besonderen Ausführungsform des Verfahrens wird beim
Abkühlen des Prozessgases in den Wärmeaustauschzonen
durch den Wärmetauscher Dampf erzeugt.
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Innerhalb
dieser weiteren Ausführungsform ist es bevorzugt in den
Wärmetauschern, die die Wärmeaustauschzonen beinhalten,
auf der Seite des Kühlmediums eine Verdampfung, bevorzugt
Teilverdampfung auszuführen.
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Teilverdampfung
bezeichnet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung eine Verdampfung, bei
der ein Gas-/Flüssigkeitsgemisch eines Stoffes als Kühlmedium
verwendet wird und bei der auch nach Wärmeübergang
in dem Wärmetauscher noch ein Gas-/Flüssigkeitsgemisch
eines Stoffes vorliegt.
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Das
Ausführen einer Verdampfung ist besonders vorteilhaft,
weil hierdurch der erzielbare Wärmeübergangskoeffizient
von/zu Prozessgasen auf/von Kühl-/Heizmedium besonders
hoch wird und somit eine effiziente Kühlung erreicht werden
kann.
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Das
Ausführen einer Teilverdampfung ist besonders vorteilhaft,
weil die Aufnahme/Abgabe von Wärme durch das Kühlmedium
hierdurch nicht mehr in einer Temperaturänderung des Kühlmediums
resultiert, sondern lediglich das Gas-/Flüssig Gleichgewicht
verschoben wird. Das hat zur Folge, dass über die gesamte Wärmeaustauschzone
das Prozessgas gegenüber einer konstanten Temperatur gekühlt
wird. Dies wiederum verhindert sicher das Auftreten von Temperaturprofilen
in der Strömung der Prozessgase, wodurch die Kontrolle über
die Reaktionstemperaturen in den Reaktionszonen verbessert wird
und insbesondere das Ausbilden von lokalen Überhitzungen
durch Temperaturprofile verhindert wird.
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In
einer alternativen Ausführungsform kann anstelle einer
Verdampfung/Teilverdampfung auch eine Mischzone vor dem Eingang
einer Reaktionszone vorgesehen werden, um die gegebenenfalls bei
der Abkühlung entstehenden Temperaturprofile in der Strömung
der Prozessgase durch Vermischung quer zur hauptsächlichen
Strömungsrichtung zu vereinheitlichen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden
die nacheinander geschalteten Reaktionszonen bei von Reaktionszone
zu Reaktionszone steigender oder sinkender Durchschnittstemperatur
betrieben. Dies bedeutet, dass man innerhalb einer Folge von Reaktionszonen
die Temperatur von Reaktionszone zu Reaktionszone sowohl ansteigen
als auch absinken lassen kann. Dies kann beispielsweise über
die Steuerung der zwischen die Reaktionszone geschalteten Wärmeaustauschzonen
eingestellt werden.
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Die
Dicke der durchströmten Reaktionszonen kann gleich oder
verschieden gewählt werden und ergibt sich nach dem Fachmann
allgemein bekannten Gesetzmäßigkeiten aus der
oben beschriebenen Verweilzeit und den jeweils im Verfahren durchgesetzten
Prozessgasmengen. Die erfindungsgemäß mit dem
Verfahren durchsetzbaren Massenströme an Produktgas (Maleinsäureanhydrid),
aus denen sich auch die einzusetzenden Prozessgasmengen ergeben,
liegen üblicherweise zwischen 0,01 und 35 t/h, bevorzugt
zwischen 0,1 und 30 t/h, besonders bevorzugt zwischen 1 und 25 t/h.
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Die
maximale Austrittstemperatur des Prozessgases aus den Reaktionszonen
liegt üblicherweise in einem Bereich von 370°C
bis 500°C, bevorzugt von 400°C bis 485°C,
besonders bevorzugt von 420°C bis 470°C. Die Steuerung
der Temperatur in den Reaktionszonen erfolgt bevorzugt durch mindestens
eine der folgenden Maßnahmen: Dimensionierung der adiabaten
Reaktionszone, Steuerung der Wärmeabfuhr zwischen den Reaktionszonen,
Zusatz von Gas zwischen den Reaktionszonen, molares Verhältnis
der Edukte/Überschuss an verwendetem Sauerstoff, Zusatz
von Inertgasen, insbesondere Stickstoff, Kohlendioxid, vor und/oder
zwischen den Reaktionszonen.
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Die
Zusammensetzung der Katalysatoren in den erfindungsgemäßen
Reaktionszonen kann gleich oder verschieden sein. In einer bevorzugten
Ausführungsform werden in jeder Reaktionszone die gleichen
Katalysatoren verwendet. Man kann aber auch vorteilhaft verschiedene
Katalysatoren in den einzelnen Reaktionszonen verwenden. So kann
insbesondere in der ersten Reaktionszone, wenn die Konzentration
der Reaktionsedukte noch hoch ist, ein weniger aktiver Katalysator
verwendet werden und in den weiteren Reaktionszonen die Aktivität
des Katalysators von Reaktionszone zu Reaktionszone gesteigert werden.
Die Steuerung der Katalysatoraktivität kann auch durch
Verdünnung mit Inertmaterialien bzw. Trägermaterial
erfolgen. Ebenfalls vorteilhaft ist die Verwendung eines Katalysators
in der ersten und/oder zweiten Reaktionszone, der besonders stabil
gegen eine Desaktivierung bei den Temperaturen des Verfahrens in
diesen Reaktionszonen ist.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren können
pro 1 kg Katalysator 0,01 kg/h bis 1 kg/h, bevorzugt 0,03 kg/h bis
0,5 kg/h, besonders bevorzugt 0,05 kg/h bis 0,2 kg/h Maleinsäureanhydrid
hergestellt werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich somit
durch hohe Raumzeitausbeuten aus, verbunden mit einer Verringerung
der Apparategrößen sowie einer Vereinfachung der
Apparaturen bzw. Reaktoren. Diese überraschend hohe Raum-Zeit-Ausbeute
wird durch das Zusammenspiel der erfindungsgemäßen
und bevorzugten Ausführungsformen des neuen Verfahrens
ermöglicht. Insbesondere das Zusammenspiel von gestaffelten,
adiabaten Reaktionszonen mit dazwischen befindlichen Wärmeaustauschzonen
und den definierten Verweilzeiten ermöglicht eine genaue
Steuerung des Verfahrens und die daraus resultierenden hohen Raum-Zeit-Ausbeuten,
sowie eine Verringerung der gebildeten Nebenprodukte, wie etwa CO2 und Wasser.
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Weiterer
Gegenstand der Erfindung ist ein Reaktorsystem zur Umsetzung von
Butan und Sauerstoff zu Maleinsäureanhydrid, dadurch gekennzeichnet,
dass es Zuleitungen (Z) für ein Prozessgas umfassend Butan
und Sauerstoff oder für mindestens zwei Prozessgase, von
denen mindestens eines Butan und mindestens eines Sauerstoff umfasst
und 10 bis 60 hintereinander geschaltete Reaktionszonen (R) in Form
von Festbetten eines heterogenen Katalysators umfasst, wobei sich
zwischen den Reaktionszonen Wärmeisolationszonen (I) in
Form von Isolationsmaterial und zwischen diesen Wärmeaustauschzonen
(W) in Form von Plattenwärmetauschern befinden, die mit
den Reaktionszonen über Zu- und Ableitungen für
die Prozessgase verbunden sind und die Zu- und Ableitungen für
ein Kühlmedium umfassen.
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Das
Reaktorsystem kann auch 12 bis 50, bevorzugt 14 bis 40 Reaktionszonen
in Form von Festbetten umfassen.
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Das
Isolationsmaterial der Wärmeisolationszonen ist bevorzugt
ein Material mit einem Wärmeleitkoeffizient λ kleiner
oder gleich 0,08 [ W / m·K] Besonders bevorzugt sind etwa Polystyrol, Polyurethane,
Glaswolle oder Luft.
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Die
vorliegende Erfindung wird anhand der Abbildungen erläutert,
ohne sie jedoch hierauf zu beschränken.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Reaktorsystems, wobei in der
Abbildungen die folgenden Bezugszeichen verwendet werden:
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- Z:
- Zuleitung(en)
- R:
- Reaktionszone(n)
- I:
- Wärmeisolationszone(n)
- W:
- Wärmeaustauschzone(n)
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2 zeigt
Reaktortemperatur (T), Butan-Umsatz (U) und Maleinsäureanhydrid-Selektivität
(Y) über einer Anzahl von 21 Reaktionszonen (S) mit nachgeschalteten
Wärmeaustauschzonen (gemäß Beispiel 1).
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3 zeigt
Reaktortemperatur (T), Butan-Umsatz (U) und Maleinsäureanhydrid-Selektivität
(Y) über einer Anzahl von 24 Reaktionszonen (S) mit nachgeschalteten
Wärmeaustauschzonen (gemäß Beispiel 2).
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Die
vorliegende Erfindung wird weiterhin anhand der nachfolgenden Beispiele
1 und 2 näher erläutert, ohne sie hierauf zu beschränken.
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Beispiele
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Beispiel 1:
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In
diesem Beispiel strömt das Prozessgas über insgesamt
21 Katalysatorfestbetten aus Vanadiumphosphoroxid, das auf einem
Träger aus Aluminiumoxid aufgebracht ist, also durch 21
Reaktionszonen. Jeweils nach einer Reaktionszone befindet sich eine
Wärmeaustauschzone, in der das Prozessgas gekühlt
wird, bevor es in die nächste Reaktionszone eintritt. Das
eingangs der ersten Reaktionszone verwendete Prozessgas enthält
2 mol-% Butan, 20 mol-% Sauerstoff, und 78 mol-% Inertgase (Stickstoff,
Wasserdampf). Der absolute Eingangsdruck des Prozessgases direkt
vor der ersten Reaktionszone beträgt 3,13 bar. Die Länge
der Katalysatorfestbetten, also der Reaktionszonen, beträgt
stets 0,23 m. Es erfolgt keine Nachdosierung von Gas vor den einzelnen
Katalysatorstufen. Die Verweilzeit in der Anlage insgesamt beträgt
1,6 Sekunden.
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Die
Ergebnisse sind in 2 gezeigt. Hierbei sind auf
der x-Achse die einzelnen Reaktionszonen aufgeführt, so
dass ein räumlicher Verlauf der Entwicklungen im Verfahren
sichtbar wird. Auf der linken y-Achse ist die Temperatur des Prozessgases
angegeben. Der Temperaturverlauf über die einzelnen Reaktionszonen hinweg
ist als dicke, durchgezogene Linie dargestellt. Auf der rechten
y-Achse ist der Gesamtumsatz an Butan, sowie die Selektivität
von Maleinsäureanhydrid angegeben. Der Verlauf des Umsatzes über
die einzelnen Reaktionszonen hinweg ist als dicke gestrichelte Linie
dargestellt. Der Verlauf der Selektivität, als dünne
durchgezogene Linie.
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Man
erkennt, dass die Eingangstemperatur des Prozessgases vor der ersten
Reaktionszone etwa 405°C beträgt. Durch die exotherme
Reaktion zu Maleinsäureanhydrid unter adiabaten Bedingungen
steigt die Temperatur in der ersten Reaktionszone auf etwa 440°C,
bevor das Prozessgas in der nachgeschalteten Wärmeaustauschzone
wieder abgekühlt wird. Die Eingangstemperatur vor der nächsten
Reaktionszone beträgt etwa 400°C. Durch exotherme
adiabate Reaktion steigt sie wieder auf etwa 440°C. Die
Abfolge aus Erwärmung und Kühlung setzt sich weiter
fort. Die Eingangstemperaturen des Prozessgases vor den einzelnen
Reaktionszonen ändert sich im Verfahrensverlauf hin zu
einem Wert von etwa 420°C.
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Es
wird ein Umsatz an Butan von 80,3 mol-% erhalten. Die Selektivität
wird zu 73,6 mol-% erhalten. Die erzielte Raum-Zeit-Ausbeute bezogen
auf die eingesetzte Masse Katalysator beträgt 0,07 kgMaleinsäureanhydrid/kgKath.
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Beispiel 2:
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In
diesem Beispiel strömt das Prozessgas durch insgesamt 24
Reaktionszonen, in Form von Monolithen mit Kanaldurchmessern der
Monolithe von 1 mm, die mit dem im Beispiel 1 verwendeten Katalysator
beschichtet sind. Jeweils nach einer Reaktionszone befindet sich
eine Wärmeaustauschzone, in der das Prozessgas gekühlt
wird, bevor es in die nächste Reaktionszone eintritt. Das
eingangs verwendete Prozessgas enthält nun 2 mol-% Butan,
48 mol-% Sauerstoff und lediglich 50 mol-% Inertgase. Der Eingangsdruck
vor der ersten Reaktionszone ist identisch zu jenem aus Beispiel
1. Die Länge der Reaktionszonen beträgt konstant 0,2
m. Die Katalysatormenge gemäß Beispiel 1 beschichtet
auf den Monolithen beträgt 35 Gew.-%. Es erfolgt keine
Nachdosierung von Gas vor den einzelnen Katalysatorstufen. Die Verweilzeit
in der Anlage beträgt insgesamt 5,2 Sekunden.
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Die
Ergebnisse sind in 3 gezeigt. Hierbei sind auf
der x-Achse die einzelnen Reaktionszonen aufgeführt, so
dass ein räumlicher Verlauf der Entwicklungen im Verfahren
sichtbar wird. Auf der linken y-Achse ist die Temperatur des Prozessgases
angegeben. Der Temperaturverlauf über die einzelnen Reaktionszonen hinweg
ist als dicke, durchgezogene Linie dargestellt. Auf der rechten
y-Achse ist der Gesamtumsatz an Butan, sowie die Selektivität
von Maleinsäureanhydrid angegeben. Der Verlauf des Umsatzes über
die einzelnen Reaktionszonen hinweg ist als dicke gestrichelte Linie
dargestellt. Der Verlauf der Selektivität, als dünne
durchgezogene Linie.
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Man
erkennt, dass die Eingangstemperatur des Prozessgases vor der ersten
Reaktionszone etwa 395°C beträgt. Durch die exotherme
Reaktion zu Maleinsäureanhydrid unter adiabaten Bedingungen
steigt die Temperatur in der ersten Reaktionszone auf etwa 470°C,
bevor das Prozessgas in der nachgeschalteten Wärmeaustauschzone
wieder abgekühlt wird. Die Eingangstemperatur vor der nächsten
Reaktionszone beträgt etwa 425°C. Durch exotherme
adiabate Reaktion steigt sie wieder auf etwa 470°C. Die
Abfolge aus Erwärmung und Kühlung setzt sich weiter
fort. Die Eingangstemperaturen des Prozessgases vor den einzelnen
Reaktionszonen ändert sich im Verfahrensverlauf auf einen
Wert von etwa 455°C. Es kann weiter unter Verwendung eines
höheren Anteils an Sauerstoff gearbeitet werden, ohne Explosionsgefahr
befürchten zu müssen, da die Verwendung von Monolithen
mit den ausgewählte Kanaldurchmesser dies zu unterdrücken
vermögen.
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Es
wird ein Umsatz von 90,8% des eingangs der ersten Reaktionszone
eingesetzten Butan, errechnet aus der verbleibenden Masse ausgangs
der letzten Reaktionszone, erhalten. Die Selektivität beträgt
bezüglich Maleinsäureanhydrid etwa 71,6 mol-%.
Die erzielte Raum-Zeit-Ausbeute bezogen auf die eingesetzte Masse Katalysator
beträgt 0,07 kgMaleinsäureanhydrid/kgKath.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 0071140
B1 [0002]
- - EP 0326536 B1 [0005, 0007, 0012]
- - EP 1007499 B1 [0008, 0010, 0011, 0012]
- - US 6194587 B1 [0011, 0012]
- - EP 1251951 (B1) [0013, 0013]
- - EP 1251951 B1 [0013, 0013]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Ullmanns Encyclopedia
of Industrial Chemistry (Fifth, Completely Revised Edition, Vol
B4, Seite 95–104, Seite 210–216) [0046]