-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Messung
der Form elektrisch leitender Objekte. Die Messung der Form betrifft
beispielsweise die Messung des Rundlaufs oder der Rundheit eines
Halbzeugs.
-
Im
Produktionsprozess eines Metallverarbeitungswerks, wie z. B. eines
Walzwerkes, werden Metallstäbe entlang einer Förderstraße
befördert. Die Metallstäbe unterschiedlichster
Legierung werden in glühendem Zustand oberhalb der Curie-Temperatur verformt
und dann Schritt für Schritt in Abhängigkeit des
gewünschten Endproduktes im Prozess abgekühlt,
geformt und weiterbehandelt. Typische Produkte sind z. B. Halbzeuge
aus Edelstahl oder Baustahl.
-
Es
besteht ein Bedarf, die Form derartiger Halbzeuge in präziser
Weise ermitteln zu können, bevorzugt noch während
diese sich auf der Förderstraße befinden. Beispielsweise
ist die Einhaltung vorgegebener Fertigungstoleranzen zu überprüfen.
-
Hierbei
ist es grundsätzlich denkbar, optische Messsysteme einzusetzen.
Der Einsatz optischer Messsysteme ist jedoch unter industriellen
Umgebungsbedingungen mit dem möglichen Auftreten von Wasserdämpfen, Ölnebeln
und dergleichen nicht zuverlässig realisierbar.
-
Aus
der
EP-A-1 710 534 ist
eine Sensoranordnung zur Identifizierung und Ortung von Metallstäben
in einem Metallverarbeitungswerk bekannt, die ein Messverfahren
zur Bestimmung des Ortes eines Metallstabes verwendet, das auf hochfrequenten Wirbelströmen
basiert. Zur Berechnung einer durch einen Metallstab ausgelösten
Induktivitätsänderung wird dabei eine Änderung
der Resonanzfrequenz erfasst und ausgewertet.
-
Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung bereitzustellen, die es ermöglichen,
die Form eines Objektes auch in rauen industriellen Umgebungsbedingungen
zuverlässig und dabei berührungsfrei ermitteln zu
können.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Anordnung mit den Merkmalen
des Anspruchs 20 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
-
Danach
sieht die Erfindung vor, ein Objekt in einem elektromagnetischen
Wechselfeld anzuordnen. Das Objekt wird relativ zu dem elektromagnetischen
Feld bewegt und/oder umgekehrt. Es werden Messsignale erfasst, die
durch die Relativbewegung erzeugt werden und die Messsignale zur
Bestimmung der Form des Objekts ausgewertet. Die Erfindung beruht
dabei auf dem Gedanken, dass die Form des zu messenden Objektes
bei einer Relativbewegung zwischen dem zu messenden Objekt und dem elektromagnetischen
Feld die Induktivität einer Spule beeinflusst, die das
elektromagnetische Feld erzeugt. Aus der Änderung der Resonanzfrequenz und/oder
der Impedanz der Spule kann daher auf die Form des Objekts geschlossen
werden.
-
In
einer Ausgestaltung wird das elektromagnetische Feld durch mindestens
einen Oszillator erzeugt, der eine Spule umfasst, und das Objekt
relativ zu der Spule gedreht und/oder umgekehrt. Die erfassten Messsignale
betreffen dann eine vom Drehwinkel abhängige Induktivität
der Spule, die zu einer Verschiebung der Resonanzfrequenz des Oszillators und
einer Impedanzänderung führt.
-
Das
Objekt ist in einer Ausgestaltung länglich ausgebildet
und die Spule weist mindestens eine Windung auf, wobei das Objekt
die mindestens eine Windung der Spule durchgreift und von dem Magnefeld
der Spule erfasst wird. Dabei kann vorgesehen sein, dass das Objekt
asymmetrisch in der Spule angeordnet ist, um ein stärker
differenziertes Signal zu erhalten.
-
Es
kann des Weiteren vorgesehen sein, dass eine Drehung der Spule relativ
zu dem Objekt durch eine Mehrzahl von Spulen simuliert wird, die
jeweils in Positionen fest angeordnet sind, die durch Drehung der
Spulen ineinander überführbar sind. Hierdurch
kann auf eine tatsächliche Drehung einer Spule oder des
Objektes verzichtet werden.
-
Auch
kann vorgesehen sein, dass die Spule relativ zu dem Objekt eine
Schüttelbewegung als Relativbewegung ausführt
oder umgekehrt. Bei dieser Ausgestaltung wird vermieden, dass die
Spule oder das Objekt insgesamt rotieren müssen. Die Schüttelbewegung
erfolgt dabei in einer Ausgestaltung in radialer Richtung, d. h.
in der Ebene der Spule, in ein oder zwei Dimensionen.
-
In
einer anderen Ausgestaltung wird das elektromagnetische Feld durch
mindestens eine Spule bereitgestellt, die an einem Haltering befestigt ist,
wobei die Ausrichtung der Spulenachse senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Objekts erfolgt. Insbesondere sind mehrere Spulen an dem Haltering befestigt,
die zur Erfassung von Messignalen beispielsweise sequenziell angesteuert
werden.
-
Die
Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren der
Zeichnung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher
erläutert. Es zeigen:
-
1 schematisch
eine Messanordnung zur Messung der Umfangslinie eines länglichen
Transportobjektes unter Verwendung einer rotierenden Spule;
-
2 ein
Diagramm, das die Abhängigkeit der Resonanzfrequenz vom
Rotationswinkel einer rotierenden Spule gemäß der 1 darstellt;
-
3 einen
alternativen Messaufbau, bei dem ein asymmetrisches Objekt sich
relativ zu einer Spule dreht;
-
4 ein
Diagramm, dass in Polardarstellung und in Abhängigkeit
von der Winkelposition die Resonanzfrequenz der Spule der Anordnung
der 3 zeigt;
-
5 ein
Ersatzschaltbild der Messanordnung der 1 und 3;
-
6a–6f typische
Formfehler beim Walzen und bei Profilen;
-
7 eine
nichtzentrische Anordnung eines im Querschnitt runden Objektes in
einer Spule;
-
8 die
Anordnung von drei Spulen mit einem Überlappungsbereich,
in dem sich das im Querschnitt runde Objekt der 7 befindet,
zur Simulation von drei Winkelpositionen der Spule der 7;
-
9 in
Explosionsdarstellung und schematisch die drei Spulen der 8 und
-
10 eine
Messanordnung zur Messung der Form elektrisch leitender Objekte,
die einen kreisförmigen Haltering mit daran angeordneten
Spulen aufweist.
-
Die 1 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel einer Messanordnung zur
Messung der Form elektrisch leitender Objekte. Bei dem elektrisch
leitenden Objekt 1a handelt es sich beispielsweise um ein
Halbzeug, beispielsweise ein stabförmiges metallisches
Werkstück, das in einer Förderstraße
eines Walzwerks entlang seiner Längsrichtung befördert wird.
Der Querschnitt des länglichen Objektes ist näherungsweise
kreisförmig. Es besitzt jedoch gemäß seiner
Umfangslinie 11a eine schematisch dargestellte Abweichung
von einer exakten Kreisform. Beispielsweise zur Überprüfung
der Einhaltung einer Fertigungstoleranz des Halbzeugs ist es anzustreben,
die Form oder Umfangslinie 11a des Halbzeuges 1a möglichst
präzise zu erfassen. Erstrebenswert ist es dabei, Formabweichungen
von der Idealform (hier: der Kreisform) von 0,1 bis 1 mm erfassen zu
können.
-
Es
wird darauf hingewiesen, dass die näherungsweise kreisrunde
Form des Objektes 1 in der 1 nur beispielhaft
zu verstehen ist. Grundsätzlich kann das Halbzeug eine
beliebige Form aufweisen und diese, wie nachfolgend beschrieben,
erfasst werden.
-
Die
Messanordnung weist des Weiteren eine Spule 2a auf, die
eine oder mehrere Windungen besitzt. In einer Ausgestaltung der
Spule 2a besitzt diese genau eine Windung. Die Spule 2a stellt
die Induktivität eines Resonanzschwingkreises bzw. Oszillators
dar. Die Kapazität des Schwingkreises wird durch eine nicht
dargestellte Kapazität und/oder die Kapazität
der Spule selbst bereitgestellt. Über einen elektrischen
Anschluss 22 liegt an der Spule 2a ein hochfrequenter
Wechselstrom an, der von einer nicht dargestellten Hochfrequenzstromquelle
erzeugt wird und im Spuleninneren der Spule 2a ein hochfrequentes
elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt.
-
Die
Resonanzfrequenz des leer laufenden Systems liegt in einer Ausgestaltung
oberhalb 1 MHz, insbesondere zwischen 10 und 100 MHz, insbesondere
bei mehr als 25 MHz.
-
Die
Spule 2a ist im Ausführungsbeispiel der 1 elliptisch
ausgebildet. Diese Form ist aber nur beispielhaft zu verstehen.
Die Spule 2a kann auch beispielsweise kreisförmig
sein oder jede beliebige andere Form aufweisen.
-
Die
Spule 2a ist rotierend ausgebildet und wird hierzu in einer
Spulenführung 3 geführt. Die Spulenführung 3 erlaubt
es, dass die Spule 2a mit einer bestimmten Winkelgeschwindigkeit
rotiert. Auch die Spulenführung 3 ist lediglich
schematisch dargestellt.
-
Das
längliche Objekt 1a befindet sich innerhalb der
Spule 2a und wird in Transportrichtung A relativ zur Spule 2a bewegt.
Dabei rotiert die Spule 2a.
-
Die
Rotation der Spule 2a ermöglicht es, in Abhängigkeit
von der Längsposition des länglichen Objektes 1a die
Umfangslinie 11a des länglichen Objektes 1 zu
bestimmen.
-
Hierzu
wird eine Änderung der Resonanzfrequenz des die Spule 2 umfassenden
Schwingkreises ausgewertet, der beispielsweise ein Parallelschwingkreis
ist. Dies ist anhand der 2 dargestellt, die die Resonanzfrequenz
in Abhängigkeit von der Winkelposition der Spule darstellt.
Das Messergebnis ist die vom Rotationswinkel abhängige
Induktivität der Spule 2a bzw. des Schwingkreises.
Als Messeffekt, der die von einer symmetrischen Form abweichende Form
des Objektes kodiert, dient dabei die Induktivitätsänderung
der Erregerspule 2a des Resonanzkreises.
-
Die
physikalischen Zusammenhänge sind dabei wie folgt. Das
elektrisch leitende Objekt 1a bewirkt in der Spule 2a eine Änderung
der Induktivität. Diese verursacht eine Resonanzfrequenzverschiebung
und eine Impedanzänderung, die beide messbar sind. In der
Ausgestaltung der 2a wird die Resonanzfrequenzverschiebung
gemessen. Ebenso ist eine Messung der Impedanzänderung
möglich. Die Induktivität der Spule 2a wird
durch das leitende Objekt 1a dabei insofern geändert,
als das elektromagnetische Wechselfeld der Spule 2a zu
Wirbelströmen in dem leitenden Objekt 1a führen.
Die Wirbelströme sind dabei abhängig von der Lage,
der Form und den Materialeigenschaften des Messobjekts 1a.
Diese Wirbelströme führen zu einer Induktivitätsänderung,
die wie erläutert zu einer Impedanzänderung und
einer Resonanzfrequenzverschiebung (auch als Frequenzänderung
bezeichnet) führt.
-
Bedeutsam
ist nun, dass bei einem nicht vollständig kreissymmetrischen
Objekt die Impedanzänderung, die in der Spule 2a herbeigeführt
wird, von der Winkelposition der Spule 2a abhängt.
Bei einer Rotation der Spule 2a um das Transportobjekt 1a ist daher
die Resonanzfrequenzverschiebung von der Winkelposition der Spule 2a abhängig.
-
Eine
Messkurve gemäß der 2 kann nun auf
vielfache Weise zur Bestimmung der Umfangslinie des Messobjekts 1a in
einer Auswertvorrichtung ausgewertet werden.
-
Eine
erste Auswertmöglichkeit besteht darin, dass an dem gemessenen
Signal eine Symmetrieuntersuchung durchgeführt wird. Beispielsweise
verhält es sich bei der Messkurve der 2 so,
dass der stete Abfall der Resonanzfrequenz hin zu Winkeln zwischen
150 und 230° und der sich daran anschließende
Anstieg der Resonanzfregenz zum Ausgangswert bei 0° auf
eine bestimmte Unwucht hinweisen.
-
Eine
solche Symmetrieuntersuchung kann ergänzt oder auch vollständig
ersetzt werden durch ein intelligentes Auswertesystem, das die erfasste Messkurve
mit einer Mehrzahl zuvor erfasster Messkurven zu Objekten mit bekannter
Form vergleicht. Beispielsweise sind zu einer Vielzahl bekannter
Formen, die beispielsweise durch berührende Abstandssensoren
oder optische Messsysteme in Laborumgebung erfasst wurden, entsprechende
Kurven der Winkelabhängigkeit der Resonanzfrequenz aufgenommen
worden. Das intelligente System vergleicht die aktuelle Messkurve
mit den zuvor gespeicherten Messkurven. Dem aktuell gemessenen Objekt
wird dann die bekannte Form zugeordnet, deren Messsignale unter
mindestens einem mathematischen Gesichtspunkt den geringsten Unterschied
zu den erfassten Messsignalen aufweisen. Ein solcher mathematischer
Gesichtspunkt ist beispielsweise die Summe der Abstände
oder die Summe der Quadrate der Abstände der jeweiligen
Messpunkte der jeweiligen Messkurven.
-
Eine
dritte Möglichkeit der Bestimmung der Umfangslinie des
Messobjektes besteht schließlich darin, eine inverse mathematische
Operation entsprechend Verfahren einzusetzen, wie sie bei der Computertomografie
eingesetzt werden. Es wird also ein tomografisches Rekonstruktionsverfahren
eingesetzt.
-
Es
wird darauf hingewiesen, dass es für die Erfassung einer
Messkurve gemäß der 2 selbstverständlich
nur darauf ankommt, dass das Messobjekt 1a und die Spule 2a relativ
zueinander rotieren. Die Rotation kann statt über die Spule 2a ebenso durch
das Objekt 1a erfolgen. Ein Ausführungsbeispiel
einer solchen alternativen Messanordnung ist schematisch in der 3 dargestellt.
Die 3 zeigt eine wiederum ovale Spule 2b mit
einer oder mehreren Windungen, wobei in einer Ausgestaltung nur eine
einzige Windung eingesetzt wird, durch die ein Messobjekt 1b ragt.
Dieses ist im Schnitt dargestellt und weist an seiner einen Seite
eine Abflachung 10b auf. Bei der Ausgestaltung der 3 rotiert
das Messobjekt 1b in Pfeilrichtung B.
-
Die 4 zeigt
die Resonanzfrequenz der Spule 2b in Abhängigkeit
von der Winkelposition des rotierenden Objektes 1b. Das
Messergebnis ist bei der 4 in Polardarstellung angegeben.
Die aufgenommene Messkurve wird wiederum einer Auswertung zur Bestimmung
der Umfangslinie des Objektes 1b zugeführt, gemäß mindestens
einer der in Bezug auf die 1 und 2 beschriebenen
Verfahren.
-
Es
wird darauf hingewiesen, dass bei den Meßvorrichtungen
der 1 und 3 statt einer Drehbewegung als
Relativbewegung auch eine andere Relativbewegung zwischen dem Objekt 1a, 1b und
der Spule 2a, 2b erfolgen kann. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass die Spule 2a, 2b eine Schüttelbewegung
in Bezug auf das Objekt 1a, 1b ausführt
oder umgekehrt. Im einfachsten Fall reduziert sich eine solche Schüttelbewegung
auf ein Vibrieren. Sie kann jedoch auch komplizierter, etwa kreisförmig
oder elliptisch sein. Die Schüttelbewegung erfolgt dabei
in einer Ausgestaltung in radialer Richtung, d. h. in der Ebene
der Spule und senkrecht zur Transportrichtung des länglichen
Objekts 1a, 1b. Auch bei dieser Ausgestaltung ändert
sich abhängig von der Lage des Objekts 1a, 1b in
der Spule 2a, 2b, die aufgrund der Schüttelbewegung
variiert, die Induktivität der Spule. Die Form des Objekts
einschließlich etwaige Abweichungen von einer gewünschten
Form beeinflussen dabei die Änderung der Induktivität.
Die Änderung der Induktivität verursacht wiederum
eine Resonanzfrequenzverschiebung und eine Impedanzänderung,
die beide messbar sind, und aus denen dann jeweils die Form des Objektes
bestimmbar ist.
-
Die 5 zeigt
ein elektrisches Ersatzschaltbild der in den 1 und 3 dargestellten Messanordnung.
Das Ersatzschaltbild ist eine Transformatorschaltung mit einer Primärspule
und einer Sekundärspule. Die Primärspule besteht
aus einer Induktivität L1, einer Kapazität C und
einem ohmschen Widerstand R1. Die Sekundärspule besteht aus
einer Induktivität 12 und einem ohmschen Widerstand
R2. Die Primärspule und die Sekundärspule sind
magnetisch gekoppelt (M).
-
Die
Primärspule repräsentiert den Schwingkreis/Oszillator 2.
Die Sekundärspule repräsentiert das elektrisch
leidende Objekt 1, beispielsweise einen Stahlstab. Dieser
ist elektrisch kurzgeschlossen. Auf dem Objekt 1 erzeugte
Wirbelströme werden zum einen durch eine Bewegungsinduktion
und zum anderen durch eine Flussänderung bewirkt. Insbesondere
werden durch sich ändernde Oberflächengeometrien,
wie sie durch Asymmetrien des Messobjektes bereitgestellt werden,
sich ändernde Wirbelströme erzeugt. Die Wirbelströme
beeinflussen dann wiederum die Induktivität der Primärspule,
so dass sich deren Resonanzfrequenz verschiebt und die Impedanz
sich ändert. Die Induktivitätsänderung
kann über einen Zähler erfasst werden.
-
Die 6a bis 6f zeigen
Beispiele für Formfehler, die durch das erfindungsgemäße
Messsystem erfasst werden können. Die 6a bis 6c zeigen
drei typische Formfehler beim Walzen. Gemäß der 6a ist
eine Ovalität, gemäß der 6b eine Überwalzung
und gemäß der 6c ein Walzenversatz
vorhanden. Diese Fehler können an gewalzten Halbzeugen
aus Vollmaterial auftreten. Die 6d bis 6f zeigen
drei typische Formfehler bei Profilen. So ist die Erfindung ebenso
zu Erfassung der Form von Rohren und dergleichen geeignet. Gemäß 6d liegt
eine Abweichung von der Rechtwinkligkeit vor, gemäß der 6e eine
Abweichung von der Planheit und gemäß der 6f eine
Abweichung vom Rohrdurchmesser.
-
Die
in den 6a bis 6e gezeigten Formfehler
sind jedoch nur beispielhaft zu verstehen. Ein weiteres Anwendungsfeld
ist beispielsweise die Geometrie und die Querschnittsfläche
einer Walzader einer Walzstraße. Hier können beispielsweise
im Bezug auf die Form der Kanten oder in Bezug auf die Maße
an ausgewählten Punkten Abweichungen auftreten.
-
Weitere
Anwendungsbeispiele betreffen Schälmaschinen der Blankstahlfertigung,
Drehmaschinen und das Spritzgießen elektrisch leitfähiger Kunststoffe.
-
Die
mit dem erfindungsgemäßen Messverfahren erreichte
Auflösung der Messung von Formabweichungen liegt im Bereich
zwischen 0,1 mm bis 1 mm. Es wird eine einfache und kostengünstige
Lösung für die Formprüfung von Prüfstücken
in der Halbzeugproduktion bereitgestellt.
-
Die 7 bis 9 betreffen
eine Messanordnung, bei der drei Spulen, die jeweils eine unterschiedliche
Position in Bezug auf ein Messobjekt besitzen, eingesetzt werden.
Die Verwendung mehrerer Spulen simuliert dabei bzw. ist äquivalent
zu einer Rotation einer Spule, wobei jede Spule eine bestimmte Winkelposition
repräsentiert.
-
Durch
Verwendung mehrerer Spulen kann somit eine physische Rotation der
Spule oder des Messobjektes simuliert und damit vermieden werden, wenn
z. B. eine solche Rotation aufgrund der Begebenheiten technisch
schwer zu realisieren ist.
-
Gemäß der 7 befindet
sich ein Messobjekt 1c innerhalb einer Spule 2c,
die im vorliegenden Fall kreisförmig ist. Bei der Spule 2c handelt
es sich wieder um die Induktivität eines Oszillators. Das Messobjekt 1c ist
beispielsweise ein länglicher Stahlstab. Die Rundheit und/oder
die Form dieses Stahlstabes ist zu bestimmen.
-
Gemäß der 8 werden
hierzu drei Spulen 21, 22, 23 eingesetzt.
Diese weisen einen Überlappungsbereich 24 auf,
innerhalb dessen sich der Stahlstab 1c befindet. Die drei
Spulen 21, 22, 23 sind dabei derart angeordnet,
dass jede Spule durch eine Drehung um das Objekt 1c in
die Position der anderen Spulen überführt werden
kann. Die drei Spulen repräsentieren 21, 22, 23 somit
drei Winkelpositionen einer Spule. Dies wird zusätzlich
aus der Darstellung der 9 ersichtlich.
-
Bei
der Verwendung lediglich dreier Spulen können naturgemäß nur
drei Winkelpositionen erfasst werden. Dies führt zu einer
begrenzten Auflösung bei der Bestimmung der Form des Messobjekts 1c.
Es kann mittels der Meßdaten der drei Spulen jedoch bereits
die Querschnittsfläche in guter Näherung bestimmt
werden. Die Verwendung dreier Spulen ist im übrigen nur
beispielhaft zu verstehen. Es können auch eine wesentlich
höhere Anzahl von Spulen eingesetzt werden, wobei entsprechend
der Anzahl der Spulen Messpunkte einer Messkurve bereitgestellt
werden. Jede Spule besitzt dabei – wegen einer geänderten
Induktivität aufgrund der bei der betrachteten Spule wirksamen
Abweichung der Form des Objektes 1c von der Kreisform – eine
andere Resonanzfrequenz.
-
Die 10 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel in der Messanordnung zur
Messung der Form elektrisch leitender Objekte, wobei zur Messung
der Form eine Relativbewegung zwischen dem Messobjekt und einem
elektromagnetischen Feld ausgewertet wird. Beim Ausführungsbeispiel
der 10 ist ein kreisförmiger Haltering 5 vorgesehen, an
dem kleinere Spulen 6 befestigt sind, von denen drei dargestellt
sind. Die Spulen 6 sind beispielsweise äquidistant über
den Haltering 5 verteilt. Die Ausrichtung der Spulenachsen
ist senkrecht zur Transportrichtung des Objekts 1. Die
Spulenachsen liegen in einer Ebene.
-
Jede
Spule 6 ist Teil eines Oszillators, der ein hochfrequentes
elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt, das mit dem Messobjekt 1d interagiert
und von dessen Form beeinflusst wird.
-
Zur
Erfassung einer Messkurve werden die einzelnen Spulen 6 beispielsweise
sequentiell hinsichtlich ihrer Resonanzfrequenz abgefragt. Grundsätzlich
können auch sämtliche Spulen 6 gleichzeitig angesprochen
werden, sofern ausreichende Ansteuermittel für die jeweiligen
Oszillatoren vorhanden sind.
-
In
einer weiteren Variante wird der Haltering 5 in Bezug auf
das Messobjekt 1d rotiert. Bei dieser Ausgestaltung reicht
es zur Erfassung einer Messkurve bereits aus, nur eine der Spulen
des Halteringes anzusprechen. Durch Ansprechen mehrerer Spulen des
Halteringes – entweder sequentiell oder gleichzeitig – kann
jedoch die Auflösung verbessert werden. Schließlich
ist es auch möglich, das Messobjekt 1d zu rotieren,
wobei ebenso wie bei einer Rotation des Trägers eine oder
mehrere Spulen des Halteringes 5 angesprochen werden können.
-
Die
Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausgestaltung nicht
auf die vorstehend dargestellten Ausführungsbeispiele.
Beispielsweise können Spulen mit anderer Form und mit anderen
Aufbau verwendet werden, z. B. Flachspulen, die benachbart einer
rotierenden Welle angeordnet werden. Auch kann vorgesehen sein,
dass statt der Rundheit eine andere geometrische Form, beispielsweise
eine elliptische oder rechteckige Form bzw. Abweichungen davon gemessen
wird.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-