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Die
Erfindung betrifft einen Schließzylinder der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 erwähnten Art. Solcherlei Schließzylinder
werden üblicherweise für Fahrzeuge, insbesondere
für Kraftfahrzeuge verwendet, um unbefugten Zutritt und
Verwendung des Kraftfahrzeuges zu verhindern.
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Übliche
Schließzylinder weisen daher mehrere Zuhaltungen auf, die
in Kammern im Zylinderkern angeordnet sind. Diese Zuhaltungen sind üblicherweise
federbelastet, so dass sie im normalen Zustand eine Drehbewegung
des Zylinderkerns und damit ein Betätigen des Schließmechanismus
sperren. Wird der richtige Schlüssel in den Zylinderkern
eingeführt, so wird über das Zusammenwirken der
Steuerkante der Zuhaltung mit der Steuerkurve des Schlüssels
die Zuhaltung in ihre Eingriffslage überführt, durch
welche eine Drehung des Zylinderkerns und damit ein Betätigen
des Schließmechanismus ermöglicht wird. Die Zuhaltungen
sind zumeist plattenförmig und weisen an ihrer einen Seite
eine Ansatzstelle für das Federelement auf. Dieser Aufbau
hat den Nachteil, dass bei einem unbefugten Öffnen, dem
sogenannten Picking nach der Hobb'schen Methode, das durch die Feder
auf die Ansatzstelle der Zuhaltung wirkende Drehmoment unter Einbeziehung der
Toleranzen des Zylinders und der Zuhaltung ausgenutzt werden kann,
um die richtige Position der Zuhaltung, die für ein Drehen
des Schließzylinders erforderlich ist, zu ermitteln und
somit ein unberechtigtes Betätigen herbeizuführen.
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Um
dies zu erschweren, schlägt die
DE 100 05 136 vor, wenigstens eine
bzw. ungefähr die Hälfte der Zuhaltungen so zu
gestalten, dass die Drehmomente, die durch die Federkraft auf die
Zuhaltung ausgeübt werden, den Drehmomenten der Federkräfte
an den anderen Zuhaltungen entgegengesetzt sind. Dies erhöht
jedoch die Schwierigkeit des Picking nur ein wenig. Außerdem
sind dann sämtliche Arten von Zuhaltungen in zwei verschiedenen
Ausführungsformen notwendig, was wiederum die Herstellungs-
und Lagerkosten erhöht.
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Die
DE 32 23 351 zeigt ebenfalls
einen Schließzylinder mit Zuhaltungen. Das Dokument schlägt
auch vor, zwei Zuhaltungen in einem Zuhaltungsschacht anzuordnen,
wobei jede Zuhaltung als jeweils ein Stiftpaar, welches über
ein Steg miteinander verbunden ist, ausgeführt ist. In
jeweils einem der Stifte ist dann eine Ausnehmung für die
Feder vorgesehen. Darüber hinaus weist die Zuhaltung im
Stegbereich jeweils einen Vorsprung auf, über den die Abtastung
des Schlüssels realisiert wird. Durch die Federbelastung
wirkt jedoch auch hier wiederum ein Drehmoment auf die Zuhaltungen.
Durch die für die Feder erforderliche Ausnehmung und dem
damit verbundenen Vorsprung ist die Herstellung der Zuhaltungen
vergleichsweise teuer. Bei der vorgeschlagenen Geometrie der Zuhaltungen
würde ein Schließzylinder, in welchem beispielsweise
acht Zuhaltungspaare eingebaut werden, deutlich länger
ausfallen, was bei der insbesondere in Fahrzeugbau geforderten Kompaktheit
der Bauteile nicht möglich ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, einen Schließzylinder mit plattenförmigen
Zuhaltungen zu schaffen, bei welchem die Möglichkeit des
Picking nach dem Hobb'schen Verfahren deutlich erschwert wird und
der trotzdem einfach und kostengünstig in der Herstellung
ist. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teil
des Anspruchs 1 gelöst, welchem folgende besondere Bedeutung zukommt.
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Die
Zuhaltungen sind jeweils paarweise in einem Schacht des Zylinderkerns
angeordnet und zwar derart, dass im ersten Zustand beide Zuhaltungen
in jeweils unterschiedliche Richtungen sich diametral gegenüberliegen
und aus dem Zylinderkern austreten. Des Weiteren ist die Federbelastung
der Zuhaltungen so vorgesehen, dass auf sie kein Drehmoment wirkt,
so dass das Picking nach dem Hobb'schen Verfahren nicht möglich
ist. Darüber hinaus sind bei gleicher Baugröße
zwei Zuhaltungen je Kammer möglich, so dass eine Person,
die das Schloss unberechtigt öffnen will, doppelt so viele
Zuhaltungen hat, welche sie in die richtige Position setzen und
dort halten muss. Hinzukommt noch, dass der Platz für das
Positionieren und Halten der Zuhaltungen deutlich verringert wird,
da pro Kammer nunmehr zwei Zuhaltungen vorgesehen sind, der Platz jedoch
genauso beschaffen ist, wie bei üblichen Zuhaltungen, bei
welcher sich eine in jedem Kammer befindet.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind beide
Zuhaltungen eines Zuhaltungspaares identisch zueinander. Dies reduziert
die Kosten für die Herstellung und Lagerhaltung der Zuhaltungen.
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Weiterhin
bevorzugt stützen sich die Federn an den Stirnbereichen
der Zuhaltungen ab. Hierdurch wird die ansonsten erforderliche Federbohrung
im Zylinderkern überflüssig, was wiederum die
Herstellungskosten für den Zylinderkern senkt. Vielmehr wird
zuerst die erste Zuhaltung mit Federn bestückt, dann die
zweite Zuhaltung hinzugefügt und die so gestaltete Baugruppe
in eine Kammer des Zylinderkerns eingebracht. Hierdurch vereinfacht
sich auch die Montage, was wiederum die Produktionskosten senkt.
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Weitere
Vorteile und Ausführungsformen ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, den Unteransprüchen sowie den Zeichnungen.
Es zeigen:
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1:
eine erfindungsgemäße Ausführungsform
der Zuhaltungen in perspektivischer Ansicht von seitlich oben,
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2:
die Zuhaltungen aus 1 in perspektivischer Ansicht
von seitlich unten,
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3:
die Zuhaltungen aus den 1 und 2 in Seitenansicht,
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4:
die Zuhaltungen aus 1 bis 3 in Draufsicht,
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5:
ein erfindungsgemäßer Schließzylinder
im ersten Zustand im Schnitt,
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6:
ein erfindungsgemäßer Schließzylinder
im ersten Zustand in perspektivischer Darstellung,
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7:
der Schließzylinder aus 6 im zweiten
Zustand,
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8:
der Schließzylinder aus 5 im zweiten
Zustand,
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9:
ein Schlüsselschaft mit Steuerkurve und einer Zuhaltung
in perspektivischer Darstellung.
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In
den 1 bis 4 sind acht Zuhaltungen 30, 30' gezeigt,
welche vier Zuhaltungspaare 31 bilden. Die Zuhaltungen 30, 30' sind
federbelastet 21, wobei jedes Zuhaltungspaar 31 über
zwei Federn 21 verfügt. Hierdurch ist es besonders
einfach, die Zuhaltungen 30, 30' so anzuordnen,
dass durch die Federbelastung 21 kein Drehmoment auf sie
wirkt, so dass das Picking erschwert wird. Die beiden Federn 21 stützen
sich ausschließlich an den Zuhaltungen 30, 30' ab
und zwar im Stirnbereich 34. In diesem Stirnbereich 34 sind
Aufnahmen 22 für die Federn 21 vorgesehen,
wobei jede Zuhaltung 30, 30' über zwei Aufnahmen 22 für
die Federn 21 verfügt. Die Federn 21 werden
jeweils mit ihrem Ende in die Aufnahmen 22 eingebracht.
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Einige
der Zuhaltungen 30, 30' verfügen in ihrem
Kopfbereich 35 über eine Nut 39. Durch
das Vorsehen bzw. Weglassen der Nut 39 ist es möglich, den
Schließzylinder 10 noch sicherer zu machen, da hierdurch
im ersten Zustand gleich hohe Steuerkanten 40 nicht unbedingt
im zweiten Zustand die gleiche Höhe haben müssen.
Es ist auch möglich, verschiedene Nuten 39 vorzusehen,
welche unterschiedlich tief ausgebildet sind. Die Zuhaltungen 30, 30' sind
in etwa U-förmig ausgestaltet, wobei die U-Öffnungen 36 zueinander
liegend angeordnet sind. Somit ist es möglich, einen Schlüssel 50 durch
die U-Öffnungen 36 zu führen, um den
Schließzylinder 10 betätigen zu können.
Im vorliegenden Beispiel sind die beiden U-Schenkel 37, 38 einer
Zuhaltung 30, 30' unterschiedlich lang ausgebildet.
Es wäre jedoch auch denkbar, Zuhaltungen 30, 30' vorzusehen,
bei denen die beiden U-Schenkel 37, 38 gleich
lang ausgebildet sind. Der längere U-Schenkel 38 ist
bei den hier dargestellten Zuhaltungspaaren 31, jeweils
unterschiedlich lang ausgebildet, was damit zusammenhängt, dass
die Steuerkante 40 der Zuhaltungen 30, 30' sich an
dem U-Schenkel 38 innerhalb der U-Öffnung 36 befindet.
Somit kann die Position der Steuerkante 40 einfach durch Änderung
der Länge des U-Schenkels 38 gesteuert werden.
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In 5 ist
nun der Schließzylinder 10 in seinem ersten Zustand
gezeigt. Die Zuhaltungen 30, 30' werden durch
die Federbelastung 21 aus dem Zylinderkern 11 nach
außen gedrückt und zwar in zwei sich diametral
gegenüberliegende Richtungen 32, 33.
In dieser Position sperren die Zuhaltungen 30, 30' gegen
das um den Zylinderkern 11 befindliche Zylindergehäuse 14.
Eine Drehung des Zylinderkerns 11 ist so nicht möglich.
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Einen
Zylinderkern 11 mit einigen Zuhaltungspaaren 31 im
ersten Zustand zeigt 6. Man erkennt, dass die Zuhaltungen 30 in
einer ersten Richtung 32 aus dem Umfangsbereich 12 des
Zylinderkerns 11 herausgetreten sind, während
die Zuhaltungen 30' in einer zweiten Richtung 33 aus
dem Umfangsbereich 12 des Zylinderkerns 11 heraustreten sind.
Der dargestellte Zylinderkern 11 verfügt über sieben
Kammern 20 für Zuhaltungspaare 31. Vorliegend
sind nur vier dieser Kammern 20 mit Zuhaltungspaaren 31 bestückt.
Normalerweise werden bei der Verwendung derartiger Schließzylinder 10 jedoch alle
Kammern 20 mit Zuhaltungspaaren 31 bestückt. Besonders
bewährt hat sich hierbei die Anwendung von acht Kammern 20 für
Zuhaltungspaare 31.
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Eine ähnliche
Darstellung jedoch im zweiten Zustand mit einem eingestecktem Schlüssel 50 zeigt 7.
Man erkennt, dass die Zuhaltungspaare 31 in den Umfangsbereich 12 des
Zylinderkerns 11 eingetreten sind und zwar, weil die Steuerkurve 51 des Schlüssels 50 mit
den Steuerkanten 40 der Zuhaltungen 30, 30' zusammenwirkt,
da es sich hierbei um den richtigen Schlüssel 50 handelt.
Näher ist dies jedoch aus 8 ersichtlich.
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In 8 erkennt
man, dass der Schlüssel 50 in das Innere 13 des
Zylinderkerns 11 eingedrungen ist. Die Steuerkurve 51 wirkt
mit den Steuerkanten 40 der Zuhaltungen 30, 30' zusammen
und drückt diese entgegen der Federkraft 21 in
den Umfangsbereich 12 des Zylinderkerns 11. Jetzt
lässt sich der Zylinderkern 11 drehen und der
Betätigungsvorgang des Schließzylinders 10 kann
stattfinden.
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Das
Zusammenwirken der Steuerkurve 51 eines Schlüssels 50 mit
einer Steuerkante 40 der Zuhaltungen 30, 30' wird
in 9 nochmals dargestellt. Hier erkennt man auch,
dass die Steuerkurve 51 des Schlüssels 50 verschiedene
Höhenlagen aufweist, so dass bei einem korrekten Schlüssel
alle Zuhaltungspaare 31 richtig in den Umfangsbereich 12 des Zylinderkerns 11 entgegen
ihrer Federbelastung 21 gedrückt werden, um eine
Betätigung des Schließzylinders 10 zu
ermöglichen.
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Abschließend
sei darauf hingewiesen, dass die hier dargestellten Ausführungsformen
nur beispielsweise Verwirklichungen der Erfindung sind. Diese ist
nicht darauf beschränkt. Es sind vielmehr noch weitere
Abänderungen und Abwandlungen möglich.
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- 10
- Schließzylinder
- 11
- Zylinderkern
- 12
- Umfangsbereich
von 11
- 13
- Inneres
von 11
- 14
- Zylindergehäuse
- 20
- Kammer
- 21
- Feder
- 22
- Aufnahme
für 21
- 30
- Zuhaltung
- 30'
- Zuhaltung
- 31
- Zuhaltungspaar
- 32
- Erste
Austrittsrichtung (30)
- 33
- Zweite
Austrittsrichtung (30')
- 34
- Stirnbereich
von 30, 30'
- 35
- Kopfbereich
von 30, 30'
- 36
- U-Öffnung
- 37
- Erster
U-Schenkel
- 38
- Zweiter
U-Schenkel
- 39
- Nut
- 40
- Steuerkante
- 50
- Schlüssel
- 51
- Steuerkurve
an 50
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10005136 [0003]
- - DE 3223351 [0004]