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Die
Erfindung betrifft ein Saitenmusikinstrument, wie beispielsweise
eine E-Gitarre oder
einen E-Bass, das als Schüler-
oder Standardinstrument, insbesondere für nicht professionelle Zwecke
eingesetzt wird, wobei ein Gebrauch als Profiinstrument nicht grundsätzlich auszuschließen ist.
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E-Gitarren
und E-Bässe,
die in ihrem Grundaufbau aus einem Instrumentenhals mit einer am Kopf
des Halses angeordneten Einrichtung zum Spannen und Stimmen der
Saiten und einem Korpus bestehen, an den der Hals in der Regel fest
angeschlossen und der mit einem Steg und mit Mitteln zum Einspannen
der Saiten versehen ist, sind in den vielfältigsten Ausführungsformen
bereits allgemein bekannt. Der Korpus dieser Instrumente ist zumeist als
einfaches Brett ausgebildet, auf den ferner ein oder mehrere Tonabnehmer
und weitere Einrichtungen angeordnet sind, die zum Anschluss des
Instrumentes an einen Instrumentenverstärker und zur Modulation der
mit den Saiten erzeugten Schwingungen dienen, die nach elektronischer
Verstärkung über Lautsprecher
als Ton akustisch wiedergegeben werden. Dieser Grundaufbau ist die
maßgebliche
Ursache dafür,
dass die Instrumente für
den Transport relativ sperrig sind, während das übrige elektronische Equipment,
das mit diesen Musikinstrumenten verwendet wird, im Laufe der letzten
Jahre erheblich kleiner und leichter geworden ist. Um diesen Nachteil der
Musikinstrumente zu umgehen, sind ebenfalls bereits zahlreiche Lösungen vorgeschlagen
worden.
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So
sind bereits sogenannte Haedless-E-Gitarren vorgeschlagen worden,
bei denen sich die Länge
von Hals und Kopf dadurch verkürzt,
dass der Kopf am freien Ende des Griffbrettes entfällt und
die Stimmmechanik für
die Saiten auf dem Korpus angebracht ist.
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Aus
DE 20 2004 016 934
U1 ist ferner eine als Reiseinstrument konzipierte Haedless-E-Gitarre mit
einem abklappbaren Hals bekannt. Der Hals ist über ein Scharnier, das eine
hohe Zugkraft aufnehmen kann, so mit dem Korpus des Instrumentes
verbunden, dass die Saiten des Instrumentes in der Transportstellung
auf dem Korpus aufliegen, wobei am Ende des Korpus der Stimmmechanismus
für die Saiten
angeordnet ist. Nachteil solcher Konstruktionen ist, das sich die
Seitenspannung bei jedem Klappvorgang anders setzt und die Klappmechanik, auf
Grund der angestrebten Stabilität,
schwer ist.
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Eine
als Reiseinstrument konzipierte Haedless-E-Gitarre ist ebenfalls
Gegenstand der
DE 82
32 675 U1 und der
DE
295 21 661 U1 . Kernstück
dieser Gitarre, die praktisch keinen kompakten, starren Korpus besitzt,
ist ein Hals, an dem sich eine massiv ausgebildete Verlängerung
fest anschließt.
Die sich an das Griffbrett anschließende massive Verlängerung,
an deren Ende die Stimmmechanik in Form allgemein bekannter Wirbel
angeordnet ist, besitzt an der linken und rechten Längsseite
jeweils zwei Aufnahmebohrungen. in diese Aufnahmebohrungen werden
jeweils eine Zargenhälfte
eingesteckt und mittels einer Sicherungsschraube fixiert, die den
Korpus des Instrumentes bilden und eine längsgeteilte 8-förmige Konfiguration
besitzen, wie sie von klassischen Korpusformen her bekannt ist.
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Alle
Lösungen
schöpfen
die Möglichkeiten für ein gewichtsreduziertes
Reiseinstrument mit geringeren Instrumentenabmessungen nicht aus,
da sie einerseits an einer geschlossenen Ausbildung des Instrumentenkorpus
festhalten und andererseits trotz der Headless-Ausführung durch
die Verlagerung der bisher verwendeten Stimmmechaniken an das Ende des
Instrumentenkorpus die Längenabmessungen des
Instrumentes nur bedingt eingeschränkt werden können.
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Der
Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das Gesamtgewicht eines
als Reisinstrument konzipierten Headless-Saitenmusikinstrumentes weiter
zu senken und durch Änderungen
der Stimmmechanik die Gesamtlänge
dieses Instrumentes ohne Einschränkungen
der instrumentalen und klanglichen Eigenschaften weiter zu reduzieren.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe durch ein Saitenmusikinstrument nach den Merkmalen von Anspruch
1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen
2 bis 9.
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Das
elektrische Saitenmusikinstrument nach der Erfindung besteht in
bekannter Weise aus einem Hals mit Griffbrett ohne angeschlossener
Stimmeinrichtung, statt dessen aber mit Seiteneinhängvorrichtung
und einer sich an den Hals anschließenden Verlängerung, die mit einer Stimmmechanik
abschließt, wobei
neuerungsgemäß die Verlängerung,
die eine Verbindung zwischen dem Instrumententenhals am korpusseitigen
Ende des Halses, der vorzugsweise aus einem Kohlefaserverbundwerkstoff
besteht, und der Stimmmechanik herstellt, aus zwei, parallel zur Instrumentenlängsachse
angeordneten Rohren besteht, die mit einem unterhalb des am korpusseitigen Ende
des Instrumentenhalses angeschraubten Halshalterungsblock fest verbunden
sind. Auf den freien Enden der Rohre, die vorzugsweise ebenfalls
aus einem Kohlefaserverbundwerkstoff hergestellt worden sind, ist
ein Abschlussblock aufgesteckt und lösbar mit den Rohren verbunden,
der die bisher verwendeten Stimmmechaniken ersetzt und mit einem
justierbaren Steg und einer Einrichtung zum Spannen und Stimmen
der Saiten des Instrumentes ausgestattet ist. Der gesamte (innere)
Korpus des erfindungsgemäßen Instrumentes
besteht daher lediglich aus dem Halshalterungsblock, den daraus
herausragenden Rohren und des am Ende der Rohre angeordneten Abschlussblockes.
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Durch
die erfindungsgemäße Verbindung zwischen
dem Instrumentenhals ohne angeschlossener Stimmmechanik und dem
platzsparenden Abschlussblock, der den Steg für die Auflage der Saiten und
die Saitenhalterung einschließlich
der Einrichtung zum Spannen und Stimmen der Saiten aufnimmt, entsteht
ein elektrisches Saiteninstrument mit einer entscheidend verkürzten Gesamtlänge, welches
auf Grund seiner extrem leichten und kompakten Konstruktion vor
allem als Reiseinstrument vorteilhaft eingesetzt werden kann und
in seinen spieltechnischen und klanglicher Eigenschaften den bisher
bekannten E-Gitarren oder E-Bässen
nicht nachsteht.
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Um
die Handhabung des erfindungsgemäßen Instrumentes
zu erleichtern und die spieltechnischen Anforderungen, die an ein
solches Instrument gestellt werden, zu gewährleisten, sind zwei Zargenhälften vorgesehen,
die den äußeren Korpus
des Instrumentes bilden und die in ihrer Konfiguration der äußeren Form
eines herkömmlichen
Instrumentenkorpus für
eine E-Gitarren oder für
einen E-Bass entsprechen.
Beide Zargenhälften
werden in Aufnahmebohrungen, die sich in der Längsseite des Instrumentes befinden,
eingesteckt und durch Schrauben fixiert. Vorteilhafter Weise bestehen
die Zargenhälften aus
einem mehrfach gebogenen Rohr, das in mehrere Abschnitte geteilt
ist, wobei die einzelnen Abschnitte durch Scharniere und Steckverbindungen zusammenlegbar
miteinander verbunden sind.
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Der
eigens für
das konzipierte Instrument entwickelte Abschlussblock, der vorzugsweise
aus einem Leichtmetall oder Kunststoff hergestellt ist und mit dem,
wie bereits ausgeführt,
die Gesamtlänge des
Instrumentes weiter reduziert werden konnte, weist eine Aussparung
auf, die quer zur Instrumentenlängsachse
positioniert ist und in die, korrespondierend zur Besaitung des
Instrumentes, mehrere Spannscheiben aneinanderliegend und frei dreh-
und verschiebbar angeordnet sind. Die Spannscheiben werden durch
die Saitenspannung in der Aussparung gehalten und fixiert und mit
Hilfe von Stimmschrauben um ihre horizontale Achse gedreht oder
verschoben, um die Saitenspannung zu verändern und das Instrument zu
stimmen.
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Hierzu
besitzt jede Spannscheibe eine Durchgangsbohrung, in die das Ende
einer Saite, die über
eine Bohrung im Abschlussblock der Aussparung zugeführt wird,
eingesetzt und zwischen Spannschrauben eingespannt wird. Die Spannschrauben sind
auf einer gemeinsamen horizontalen Achse rechtwinklig zur Durchgangsbohrung
angeordnet, wobei die Stirnfläche
einer der Spannschrauben, die in ihrer Gewindebohrung fest verankert
ist, als Spannfläche
dient, gegen die das Ende der eingeführten Saiten mit Hilfe der
gegenüberliegenden Spannschraube
lösbar
eingespannt wird. Außerdem besitzt
jede Spannscheibe auf ihrem Außenmantel eine
umlaufende Nut, in der die gespannte Saite geführt wird.
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In
jeder Spannscheibe ist ferner ein rechtwinkliger Ausschnitt vorgesehen,
in den die Stimmschraube eingreift, wobei eine Fläche des
Ausschnittes an der Stirnfläche
der Stimmschraube anliegt. Die Stimmschraube selbst ist aus einem geeigneten Kunststoff,
vorzugsweise Poyamid hergestellt und besitzt einen Schraubenkopf,
der durch einen gerändelten
Metallring verstärkt
ist.
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Die
Rohre, die zwischen dem Halshalterungsblock und dem Abschlussblock
angeordnet sind, dienen gleichzeitig als Führungsschienen, auf denen eine
Halterung für
die Aufnahme eines Tonabnehmers angeordnet und verschoben werden
kann. Der Gitarrist bzw. Bassist hat somit die Möglichkeit, den Klang des erzeugten
Tones durch einfaches Verschieben des Tonabnehmers nach seinen individuellen
Klangvorstellungen zu modulieren. Bei Bedarf können durchaus auch mehrere
Halterungen für
Tonabnehmer auf relativ einfache Weise angebracht werden.
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Die
Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel für eine E-Gitarre
näher erläutert werden.
in den dazugehörigen
Zeichnungen zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung der Draufsicht auf das Instrument nach
der Erfindung und eine Ansicht der Instrumentenlängsseite,
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2 die
Seitenansicht des Abschlussblockes im Teilschnitt,
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3 die
Draufsicht auf den Abschlussblock.
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Wie
aus 1 hervorgeht, besteht die E-Gitarre nach der Erfindung,
die vorrangig als Reiseinstrument konzipiert ist, aus dem Instrumentenhals mit
Griffbrett 10, der kopfseitig mit Mitteln zum Einhaken
der Saiten 11 ausgestattet ist, dem Halshalterungsblock 1,
welcher mit dem Instrumentenhals korpusseitig lösbar verbunden ist, den parallel
zur Instrumentenlängsachse
angeordneten Rohren 2, die aus dem Halshalterungsblock
fest verbunden hervorragen und einem Abschlussblock 3,
der auf die freien Enden der Rohre 2 aufgesteckt und mit
diesen lösbar verbunden
ist. In dieser vorschlagsgemäßen Ausführung bilden
der Halshalterungsblock 1, die Rohre 2 und der
Abschlussblock 3 den (inneren) Korpus des Instrumentes.
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Der
Instrumentenhals und dieser Korpus, welche wahlweise in Form einer
geschlossene Baugruppe als Reiseinstrument verwendet oder bei Bedarf
in seine einzelnen Bauelemente zerlegt und für die bestimmungsgemäße Verwendung
wieder zusammen gesetzt werden kann, wird durch zwei Zargenhälften 8 ergänzt, die
einen äußeren Korpus
bilden und das Handling mit dem Reiseinstrument erleichtern.
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Die
Zargenhälften 8 werden
in Aufnahmebohrungen eingesteckt und lösbar befestigt, die an der
Instrumentenlängsseite
in den Halshalterungsblock 1 und im Abschlussblock 3 vorgesehen
sind. Beide Zargenhälften 8 bestehen
aus einem geeigneten, mehrfach gebogenen Rohr, beispielsweise einem
Aluminiumrohr, und sind vorteilhafter Weise in mehrere Abschnitte
aufgeteilt, die über
Scharniere und/oder Steckverbindungen zusammenlegbar miteinander
verbunden sind.
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Der
Instrumentenhals 10, der Halshalterungsblock 1 und
die beiden parallel zur Instrumentlängsachse angeordneten Rohre 2 sind
aus einem Material hergestellt, das eine hohe Festigkeit besitzt und
eine hohe Biegespannung aufnehmen kann. Vorzugsweise wird für diese
Bauelemente ein Kohlefaserverbundwerkstoff eingesetzt, während der
Abschlussblock aus Aluminium oder Hartkunststoff hergestellt wird.
Durch diese Maßnahmen
kann das Gewicht des Instrumentes entschieden reduziert werden,
wobei trotz des reduzierten Gewichtes die steife Konstruktion des
Instrumentes zu einem ausreichend langen und sehr gleichmäßigen Nachklingverhalten (Sustain)
führt.
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Der
Abschlussblock 3, der neben dem Steg 5 auch die
Stimmmechanik des Instrumentes aufnimmt, besitzt eine quer zur Instrumentenlängsachse angeordnete
Aussparung 19, in der entsprechend der Besaitung des Instrumentes
mehrere Spannscheiben 6 aneinanderliegend und frei drehbar
und verschiebbar eingelegt sind – 2 und 3.
Die Spannscheiben 6 werden durch die Saitenspannung in
der Aussparung 19 gehalten, wobei sie mit einem Teil ihrer
Mantelfläche
an den Wänden 20; 21 der Aussparung 19 anliegen.
Im Zusammenwirken mit den Stimmschrauben 12, die vorzugsweise
aus einem geeigneten Kunststoff, beispielsweise Polyamid, hergestellt
sind und einen, durch einen gerändelten
Metallring 7 verstärkten
Schraubenkopf besitzen, dienen die Scheiben 6 zum Spannen
und Stimmen der Saiten 11.
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Für die Aufnahme
einer Saite 11 der Besaitung des Instrumentes besitzt jede
Spannscheibe 6 eine Durchgangsbohrung 14, in die
das Ende der Saite 11, die über die Bohrung 15 des
Abschlussblockes 3 in die Aussparung 19 eingeführt worden
ist, eingefädelt
und eingespannt wird. Das Einspannen der Saiten 11 erfolgt
mit Hilfe von Spannschrauben 9; 13, die in den
Spannscheiben 6 auf einer gemeinsamen horizontalen Achse
in einem rechten Winkel zur Durchgangsbohrung 14 angeordnet
sind. Hierbei dient die Stirnfläche
der Spannschraube 9, die in der Gewindebohrung fest verankert
ist, als Spannfläche gegen
die mit Hilfe der gegenüberliegenden
Spannschraube 13 das Ende der Saite 11 eingespannt
wird.
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Die
Spannscheiben 6 besitzen auf ihrem Außenmantel ferner eine umlaufende
Nut 18, in der die durch Drehen der Spannscheibe 6 um
ihre horizontale Achse gespannte Saite 11 geführt wird.
Gedreht werden die Spannscheiben 6 mit Hilfe der Stimmschrauben 12,
an deren gewindeseitige Stirnfläche die
Fläche 17 eines
rechtwinkligen Ausschnittes 16, der in jeder Spannscheibe 6 vorgesehen
ist, anliegt.
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Die
durch Schwingungen der gespannten und gestimmten Saiten erzeugten
Töne werden
in bekannter Weise mit einem Tonabnehmer erfasst, der auf einer
verstellbaren Halterung 4 befestigt ist. Die Rohre 2,
auf denen die Halterung 4 angeordnet ist, dienen hierbei
als Führungsschienen,
auf denen die Halterung 4 mit dem Tonabnehmer in eine beliebige
Position verschoben werden kann. Der Instrumentalist hat somit eine
weitere Möglichkeit,
den erzeugten Ton nach seinen individuellen Vorstellungen zu modulieren.
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Der
Steg 5 des Instrumentes, auf den die gespannten Saiten 11 aufliegen
und über
den die Saiten 11 zu den Spannscheiben 6 geführt werden,
ist über Schrauben
höhenverstellbar
und feinjustierbar auf dem Abschlussblock 3 gelagert.
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- 1
- Halshalterungsblock
- 2
- Rohre
- 3
- Abschlussblock
- 4
- Halterung
für Tonabnehmer
- 5
- Steg
- 6
- Spannscheibe
- 7
- Metallring
- 8
- Zargenhälfte
- 9
- Spannschraube
- 10
- Instrumentenhals
mit Griffbrett
- 11
- Saiten
- 12
- Stimmschraube
- 13
- Spannschraube
- 14
- Durchgangsbohrung
- 15
- Bohrung
- 16
- Ausschnitt
- 17
- Fläche (des
Ausschnittes)
- 18
- Nut
- 19
- Aussparung
- 20
- Wand
- 21
- Wand