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DE102008012467B3 - Abblaseventil für einen Turbolader - Google Patents

Abblaseventil für einen Turbolader Download PDF

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DE102008012467B3
DE102008012467B3 DE200810012467 DE102008012467A DE102008012467B3 DE 102008012467 B3 DE102008012467 B3 DE 102008012467B3 DE 200810012467 DE200810012467 DE 200810012467 DE 102008012467 A DE102008012467 A DE 102008012467A DE 102008012467 B3 DE102008012467 B3 DE 102008012467B3
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DE
Germany
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valve
valve body
blow
fluid passage
closing
Prior art date
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Active
Application number
DE200810012467
Other languages
English (en)
Inventor
Ekkehard Bielass
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
A Kayser Automotive Systems GmbH
Original Assignee
A Kayser Automotive Systems GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by A Kayser Automotive Systems GmbH filed Critical A Kayser Automotive Systems GmbH
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Priority to US12/378,062 priority patent/US8484970B2/en
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Active legal-status Critical Current
Anticipated expiration legal-status Critical

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F02COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
    • F02BINTERNAL-COMBUSTION PISTON ENGINES; COMBUSTION ENGINES IN GENERAL
    • F02B37/00Engines characterised by provision of pumps driven at least for part of the time by exhaust
    • F02B37/12Control of the pumps
    • F02B37/16Control of the pumps by bypassing charging air
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02TCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO TRANSPORTATION
    • Y02T10/00Road transport of goods or passengers
    • Y02T10/10Internal combustion engine [ICE] based vehicles
    • Y02T10/12Improving ICE efficiencies
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC
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    • Y10T137/00Fluid handling
    • Y10T137/7722Line condition change responsive valves
    • Y10T137/7837Direct response valves [i.e., check valve type]
    • Y10T137/7838Plural
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Abblaseventil mit: einem ersten Ventilkörper (3) zum Öffnen und Schließen eines Fluiddurchtritts (33) zwischen einem ersten Ventilanschluss (31) und einem zweiten Ventilanschluss (32); einem an dem ersten Ventilkörper (3) angeordneten zweiten Ventilkörper (4) zum Öffnen und Schließen eines in dem ersten Ventilkörper (3) angeordneten Ventildurchlasses (3A) zwischen dem ersten Ventilanschluss (31) und einem Ventilinnenraum (9); zumindest einem Fluiddurchtritt (11), der eine Verbindung zwischen dem Ventilinnenraum (9) und dem zweiten Ventilanschluss (32) schafft; einem Verschlussorgan (18) zum wahlweisen Öffnen und Schließen des Fluiddurchtritts (11); einem Aktuator (2, 7) zum Bewegen bzw. Betätigen des zweiten Ventilkörpers (4) in eine Schließrichtung, wobei ein bewegliches Glied (2) des Aktuators (2, 7) so angeordnet ist, um nach dem Schließen des zweiten Ventilkörpers (4) weiter in dieselbe Richtung beweglich zu sein, so dass über einen Eingriff des zweiten Ventilkörpers (4) mit dem an dem ersten Ventilkörper (3) angeordneten Ventilsitz (3C) der erste Ventilkörper (3) in eine Öffnungsrichtung des ersten Ventilkörpers (3) bewegbar ist, wobei ein mit dem zweiten Ventilkörper (4) und/oder dem beweglichen Glied (2) in Wirkverbindung stehendes Anschlagelement (13) mit dem ersten Ventilkörper (3) in Eingriff bringbar ist, um den ersten Ventilkörper (3) in eine Schließrichtung zu bewegen sowie ein Verfahren zum Öffnen und Schließen eines ...

Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Abblaseventil, insbesondere auf ein Abblaseventil zum Ablassen eines Ladedrucks eines Turboladers.
  • Um immer höher werdende Anforderungen an die Abgasemissionen von Kraftfahrzeugen sowie an die Senkung eines Kraftstoffverbrauchs zu erfüllen, müssen Stellglieder für die Motorsteuerung und -regelung, wie ein derartiges Abblaseventil, möglichst rasch und präzise auf ein entsprechendes Stellsignal einer Motorsteuerung reagieren. Diese Anforderung wird jedoch erschwert durch die Tatsache, daß eine Feder zum Zudrücken eines derartigen Abblaseventils eine hohe Kraft aufbringen muß, um das Ventil gegen den anstehenden Staudruck des Turboladers geschlossen zu halten.
  • Um diesen Nachteil zu überwinden, schlägt die Offenlegungsschrift DE 102 48 125 A1 ein sogenanntes balanciertes Ventil vor, bei dem Fluiddurchtritte in einem Ventilkörper angeordnet sind, um auch die Rückseite des Ventilkörpers mit dem anstehenden Fluiddruck zu beaufschlagen. Die Abdichtung der Rückseite des Ventilkörpers erfolgt über eine Membran. Da auf jeder Seite des Ventilkörpers somit dieselbe Druckkraft ansteht, können eine schwächere Feder und ein schwächerer Aktuator eingebaut werden.
  • Die Patentschrift DE 10 2004 044 439 B4 schlägt ein Abblaseventil für einen Turbolader mit einem lippenförmigen Dichtelement vor, um eine Rückseite des Ventilkörpers bei geschlossenem Ventilkörper abzudichten, so daß eine auf die Rückseite des Ventilkörpers wirkende Fluidkraft den Ventilkörper geschlossen hält, während der auf die Rückseite wirkende Fluiddruck bei sich öffnendem Ventil über einen radialen Ringspalt des Dichtelements abgelassen wird, um den Ventilkörper durch den an einer Stirnseite des Ventilkörpers anstehenden Staudruck zu öffnen. Dabei hat das lippenförmige Dichtelement einen größeren wirksamen Durchmesser als ein Dichtsitz des Ventilkörpers, so dass eine Überschußkraft in Schließrichtung erzeugt wird, die dazu benutzt wird, das Ventil geschlossen zu halten.
  • DE 10 2007 002 432 B3 beschreibt ein Abblaseventil für einen Turbolader mit einem ersten Ventilkörper und einem an dem ersten Ventilkörper angeordneten zweiten Ventilkörper zum Öffnen und Schließen eines in dem ersten Ventilkörper angeordneten Ventildurchlasses zwischen einem ersten Ventilanschluss und einem Ventilinnenraum.
  • Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines verbesserten Abblaseventils, das sehr schnell öffnen kann und eine geringe Baugröße aufweist, um vorzugsweise als Stellglied für die Steuerung bzw. Regelung eines Turboladers einer Brennkraftmaschine zu dienen.
  • Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
  • Erfindungsgemäß wird ein Abblaseventil geschaffen, mit:
    einem ersten Ventilkörper zum Öffnen und Schließen eines Fluiddurchtritts zwischen einem ersten Ventilanschluß und einem zweiten Ventilanschluß;
    wobei der erste Ventilkörper einen Ventildurchlass, der eine Verbindung zwischen dem ersten Ventilanschluß und einem Ventilinnenraum schafft, und zumindest einen Fluiddurchtritt aufweist, der eine Verbindung zwischen dem Ventilinnenraum und dem zweiten Ventilanschluß schafft;
    einem an dem ersten Ventilkörper angeordneten zweiten Ventilkörper zum Öffnen und Schließen des Ventildurchlasses;
    einem Verschlußorgan zum wahlweisen Öffnen und Schließen des Fluiddurchtritts;
    einem Aktuator zum Bewegen bzw. Betätigen des zweiten Ventilkörpers in eine Schließrichtung, wobei ein bewegliches Glied des Aktuators so angeordnet ist, um nach dem Schließen des Ventildurchlasses durch den zweiten Ventilkörper weiter in dieselbe Richtung beweglich zu sein, so dass über einen Eingriff des zweiten Ventilkörpers mit dem an dem ersten Ventilkörper angeordneten Ventilsitz der erste Ventilkörper in eine Öffungsrichtung des ersten Ventilkörpers bewegbar ist,
    wobei ein mit dem zweiten Ventilkörper und/oder dem beweglichen Glied in Wirkverbindung stehendes Anschlagelement mit dem ersten Ventilkörper in Eingriff bringbar ist, um den ersten Ventilkörper in eine Schließrichtung zu bewegen, und wobei das Verschlußorgan verschiebbar angeordnet ist, um zum Schließen des Fluiddurchtritts durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper vor eine Mündung des Fluiddurchtritts verlagerbar zu sein und zum Öffnen des Fluiddurchtritts durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper von der Mündung weg verlagerbar zu sein.
  • Indem bei geschlossenem ersten Ventilkörper der zweite Ventilkörper den Fluiddurchlaß in den Ventilinnenraum hinein freigibt, wirkt ein Fluiddruck auf eine Rückseite des ersten Ventilkörpers, um eine Schließkraft auf den ersten Ventilkörper aufzubringen. Um den ersten Ventilkörper zu öffnen, muß der Aktuator lediglich den zweiten Ventilkörper zuziehen, um den ersten Ventilanschluß von dem Ventilinnenraum zu trennen, und das Verschlußorgan öffnen, um Fluid aus dem Ventilinnenraum in den zweiten Ventilanschluß abzulassen, so daß der Druck in dem Ventilinnenraum abgebaut wird. Infolgedessen wird der erste Ventilkörper durch den am ersten Ventilanschluß anstehenden höheren Druck aufgeschoben bzw. aufgedrückt. In anderen Worten muß der Aktuator zum Öffnen des Abblaseventils lediglich eine Kraft zum Schließen des zweiten Ventilkörpers sowie zum Öffnen des Verschlußorgans aufbringen. Die erforderliche Kraft zum Öffnen des Ventilkörpers hingegen wird durch den an dem ersten Ventilanschluß anstehenden Überdruck aufgebracht. Bei geschlossenem Ventil hingegen kann der an dem ersten Ventilanschluß anstehende Druck über den zweiten Ventilanschluß in den Ventilinnenraum eindringen, um über die Druckwirkung auf die Rückseite des ersten Ventilkörpers den ersten Ventilkörper geschlossen zu halten, wenn der Fluiddruck durch das Verschlußorgan geschlossen ist, um ein Abfließen des Fluids aus dem Ventilinnenraum in den zweiten Ventilanschluß zu verhindern.
  • Vorzugsweise hat das Abblaseventil eine Vorspanneinrichtung wie beispielsweise einer Feder zum Bewegen des zweiten Ventilkörpers in eine Öffnungsrichtung des zweiten Ventilkörpers.
  • Durch Anordnen der Feder kann ein Öffnungsvorgang des zweiten Ventilkörpers 4 beschleunigt werden, um den Schließvorgang des ersten Ventilkörpers mit erhöhter Ansprechgeschwindigkeit einzuleiten.
  • Weiter bevorzugt ist das mit dem zweiten Ventilkörper und/oder dem beweglichen Glied in Wirkverbindung stehende Anschlagelement durch die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung mit dem ersten Ventilkörper in Eingriff bringbar, um den ersten Ventilkörper mit Hilfe der Vorspanneinrichtung in eine Schließrichtung zu bewegen. Somit hilft die Feder beim Schließvorgang des ersten Ventilkörpers, um diesen schneller zu schließen.
  • Vorzugsweise ist das Verschlußorgan so angeordnet, dass es durch den anstehenden Druck im Ventilinnenraum gegen eine Mündung des Fluiddurchtritts gedrückt werden kann, um den Fluiddurchtritt abzudichten.
  • Indem das Verschlußorgan vorzugsweise durch Anordnen in einer entsprechenden Aussparung bzw. Tasche des Anschlagelements und/oder des ersten Ventilkörpers derart angeordnet ist, daß es durch den in dem Ventilinnenraum anstehenden Druck gegen eine Mündung des Fluiddurchtritts gedrückt werden kann, kann ein sehr einfach gestaltetes und kostengünstig herstellbares Verschlußorgan für den Fluiddurchtritt vorgesehen werden.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Verschlußorgan verschiebbar angeordnet, um beim Öffnen des ersten Ventilkörpers durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper derart verschiebbar zu sein, dass die Mündung des Fluiddurchtritts zumindest teilweise freigegeben wird.
  • Indem des weiteren das Verschlußorgan beim Öffnen des ersten Ventilkörpers durch entsprechendes in Eingrifftreten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper verschiebbar ist, kann die Mündung des Fluiddurchtritts durch die Öffnungsbewegung des ersten Ventilkörpers freigegeben werden, um ein Austreten des Fluids aus dem Ventilinnenraum in den zweiten Ventilanschluß hinein zu ermöglichen. Derart wird ein schneller Druckabbau in dem Ventilinnenraum erzeigt, um durch den an dem ersten Ventilanschluß und somit an dem ersten Ventilkörper von unten anstehenden Fluiddruck den ersten Ventilkörper schnell aufzuschieben.
  • Vorzugsweise ist das Anschlagelement als ein Federteller ausgebildet, der an seinem Umfang Fluiddurchtritte hat und zwischen dem beweglichen Glied und dem zweiten Ventilkörper angeordnet ist.
  • Weiter bevorzugt sind die Kräfte der Vorspanneinrichtung und des Aktuators so dimensioniert, dass der erste Ventilkörper im drucklosen Zustand durch die Betätigungskraft des Aktuators nur unvollständig öffnet und eine vollständige Öffnung des ersten Ventilkörpers durch den in dem ersten Ventilanschluß herrschenden Fluiddruck bewirkt wird, indem dieser Fluiddruck gegen die Stirnseite des ersten Ventilkörpers wirkt und das Fluid aus dem Ventilinnenraum bei geschlossenem zweiten Ventilkörper über den geöffneten Fluiddurchtritt entweicht, so dass sich eine Druckdifferenz zwischen der Stirnseite und einer Rückseite des ersten Ventilkörpers einstellt (4).
  • Derart kann ein kleiner Aktuator eingesetzt werden, um eine minimale Baugröße des Abblaseventils zu erzielen und eine geringe Wärmeentwicklung des Aktuators vorzusehen.
  • Vorzugsweise weist der erste Ventilkörper an seinem Umfang ein Dichtelement auf, um den Ventilinnenraum gegenüber dem zweiten Ventilanschluß abzudichten.
  • Durch Anordnen des Dichtelements an dem Ventilkörper kann eine Leckage aus dem Ventilinnenraum in den zweiten Ventilanschluß hinein minimiert werden bzw. vollkommen verhindert werden. Ein derartiges Dichtelement kann als ein Kolbenring, eine Membran oder eine Lippendichtung gestaltet sein. Bei der Ausbildung als Lippendichtung kann diese derart gestaltet werden, daß diese nur bei im wesentlichen vollständig geschlossenem ersten Ventilkörper den Ventilinnenraum von dem zweiten Ventilanschluß abdichtet, während die Lippendichtung bei geöffnetem ersten Ventilkörper von ihrem Dichtsitz abhebt, um einen gewissen vorgegebenen Durchlaßquerschnitt freizugeben.
  • Vorzugsweise ist das Dichtelement so gestaltet, dass es durch axiales Anlegen einer Dichtlippe gegen einen korrespondierenden Dichtsitz bei geschlossenem ersten Ventilkörper zumindest nahezu vollständig abdichtet und bei geöffnetem ersten Ventilkörper eine vorgegebene Strömung zwischen dem Ventilinnenraum und dem zweiten Ventilanschluß über ein radiales Spiel der Dichtlippe zuläßt.
  • Weiter bevorzugt ist zumindest ein Außenumfangsabschnitt der Dichtlippe im wesentlichen in der Bewegungsrichtung des ersten Ventilkörpers auf federnde Weise beweglich oder elastisch und/oder flexibel verformbar, und radial außerhalb des Außenumfangsabschnitts der Dichtlippe ist vorzugsweise ein Schutzkragen angeordnet, der mit dem ersten Ventilkörper in Eingriff steht.
  • Vorzugsweise weist der Schutzkragen ein Kolbenhemd auf, das in einen Zylinder gleitend eingesetzt ist.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Abblaseventil als ein Ventil der Einsetzart gestaltet, das in ein Gehäuse einzusetzen ist und mittels eines Flansches mit Dichtung einen Innenraum des Gehäuses abdichtet, der als zweiter Ventilanschluß dient, wobei der Ventilsitz in dem Gehäuse angeordnet ist.
  • Vorzugsweise ist der erste Ventilkörper so in dem Abblaseventil geführt, dass eine Achse des ersten Ventilkörpers um einen vorgegebenen Winkel gegenüber einer Achse des Aktuators schwenkbar ist, um Toleranzen der Fertigung und des Einbaus auszugleichen, so dass eine gleichmäßige Anlage der Dichtung des ersten Ventilkörpers an einem Ventilsitz des Gehäuses gewährleistet ist.
  • Des weiteren wird ein Verfahren zum Öffnen eines Abblaseventils eines Abblaseventils, wie es vorstehend beschrieben ist, mit folgenden Schritten zur Verfügung gestellt:
    Hochziehen bzw. Verlagern eines beweglichen Glieds, so dass ein zweiter Ventilkörper einen Ventildurchlaß schließt;
    weiteres Hochziehen des beweglichen Glieds, so dass ein erster Ventilkörper durch einen Eingriff zwischen dem zweiten Ventilkörper und dem Ventilsitz des ersten Ventilkörpers angehoben bzw. verlagert wird, um den Fluiddurchtritt des ersten Ventilkörpers zumindest teilweise zu öffnen;
    Absaugen bzw. Abgeben des Fluids aus einem Ventilinnenraum über einen Fluiddurchtritt bei geöffnetem Verschlußorgan;
    Aufschieben des ersten Ventilkörpers mittels des auf eine Stirnseite des ersten Ventilkörpers wirkenden Staudrucks, um das Abblaseventil zu öffnen;
    Verschieben des Verschlußorgans zum Öffnen des Fluiddurchtritts mittels in Eingriff treten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper.
  • Des weiteren wird ein Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils eines Abblaseventils, wie es vorstehend beschrieben ist, mit folgenden Schritten geschaffen:
    Öffnen eines zweiten Ventilkörpers vorzugsweise durch Bewegen eines Anschlagelements;
    Verschieben des Verschlußorgans zum Schließen des Fluiddurchtritts mittels in Eingriff treten mit dem Anschlagelement und/oder dem ersten Ventilkörper;
    Einleiten von Fluid in einen Ventilinnenraum über den geöffneten Ventildurchlass, um eine Druckkraft auf einen ersten Ventilkörper in Schließrichtung aufzubringen;
    Zudrücken des ersten Ventilkörpers insbesondere mit Hilfe des Fluiddrucks in dem Ventilinnenraum gegen den an einer Stirnseite wirkenden Staudruck, um das Abblaseventil zu schließen.
  • Der Schließvorgang des Abblaseventils wird durch Öffnen des zweiten Ventilkörpers eingeleitet. Dieser Öffnungsvorgang des zweiten Ventilkörpers erfolgt vorzugsweise durch Unterbrechen der Stromversorgung zu dem Aktuator, um die elektromagnetische Kraft zum Hochziehen des Aktuators wegzunehmen. Dadurch liegt der zweite Ventilkörper nunmehr lose an seinem Ventilsitz an, um eine gewisse Leckage in den Ventilinnenraum hinein zuzulassen. Hierdurch kann Fluid in den Ventilinnenraum eindringen, um in dem Ventilinnenraum Druck aufzubauen und hierdurch den zweiten Ventilkörper vollständig zu öffnen, um den vollen Fluiddurchlaß des zweiten Ventilkörpers freizugeben.
  • Der Öffnungsvorgang des zweiten Ventilkörpers kann vorzugsweise durch dessen Schwerkraft oder durch eine entsprechend angeordnete Feder unterstützt werden, um den Öffnungsvorgang des zweiten Ventilkörpers zu beschleunigen. Zusätzlich oder alternativ kann der zweite Ventilkörper jedoch auch so gestaltet sein, daß dieser selbst im geschlossenen Zustand eine gewisse Leckage zuläßt, um beim Wegnehmen der Aktuatorkraft ohne zusätzliche Bewegungsvorrichtung für den zweiten Ventilkörper Fluid in den Ventilinnenraum hinein einzuleiten. Da bei vollständig geöffnetem Ventil das Verschlußorgan geöffnet ist, um die Mündung des Fluiddurchtritts freizugeben, kann sich selbst bei einer gewissen Leckage des zweiten Ventilkörpers kein Druck in dem Ventilinnenraum aufbauen, weil das an dem Sitz des zweiten Ventilkörpers hindurch leckende Fluid sofort über den Fluiddurchtritt aus dem Ventilinnenraum abgelassen wird.
  • Weiter bevorzugt hat das Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils des weiteren den Schritt des Aufbringens einer Kraft einer Vorspanneinrichtung auf den ersten Ventilkörper in Schließrichtung.
  • Vorzugsweise wird das vorstehend beschriebene Abblaseventils zum Ablassen eines Ladedrucks eines Turboladers verwendet.
  • Des weiteren wird ein Turbolader mit einem derartigen Abblaseventil zum Ablassen eines Ladedrucks zur Verfügung gestellt.
  • Schließlich wird eine Brennkraftmaschine mit einem derartigen Turbolader und einem derartigen Abblaseventil zur Verfügung gestellt, wobei ansprechend auf ein Drosselklappenschließsignal das Ventil geöffnet wird, um den Ladedruck in den Ansaugtrakt stromaufwärts des Turboladers abzulassen.
  • Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die erforderliche Kraft eines Aktuators minimiert wird, so daß das Abblaseventil selbst eine geringe Wärme erzeugt, wenn das Abblaseventil beispielsweise durch einen wärmeerzeugenden, elektromagnetischen Aktuator betätigt wird.
  • Die Erfindung wird nun anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
  • 1 zeigt einen Schnitt durch das Abblaseventil der Einsetzart, das in ein Gehäuse wie beispielsweise ein Turboladergehäuse einsetzbar ist.
  • 2 zeigt einen Schnitt durch das Abblaseventil entlang der Linie A-A von 1.
  • 3 zeigt einen Schnitt durch das Abblaseventil im vollständig geschlossenen Zustand, wobei das Abblaseventil in ein Turboladergehäuse eingebaut ist.
  • 4 zeigt den Zustand mit noch geschlossenem ersten Ventilkörper und geschlossenem zweiten Ventilkörper sowie geöffnetem Fluiddurchtritt.
  • 5 zeigt den vollständig geöffneten Zustand des Abblaseventils.
  • 6 zeigt den Schließvorgang des Abblaseventils.
  • Das Abblaseventil ist beispielsweise als ein 2/2-Wege-Magnetventil (2 Anschlüsse/2 Stellungen) der stromlos geschlossenen Art (normally closed two-way two position valve) und/oder als ein Ventil der sogenannten Einsetzart ausgebildet, wie in den 3 bis 6 gezeigt ist. Ein derartiges Magnetventil hat eine elektromagnetische Spule 7, die vorzugsweise im wesentlichen zylindrisch ausgebildet ist und über einen (nicht gezeigten) elektrischen Anschluß mit Strom versorgt werden kann. Innerhalb einer axial verlaufenden Öffnung der zylindrischen Spule 7 ist ein Magnetanker 2 angeordnet, der ansprechend auf eine Stromzufuhr zu der elektrischen Spule 7 in der Ansicht in den Figuren nach oben gezogen wird. Der Magnetanker 2 ist vorzugsweise mittels einer teflonbeschichteten Lagerschale geführt und aus einem magnetischen Material hergestellt, beispielsweise aus Eisen.
  • Vorzugsweise ist an einer oberen Anschlagposition des Magentankers 2 ein nicht gezeigter Abstandhalter angeordnet, um ein zu starkes Anhaften des Magentankers 2 an seiner oberen Anschlagposition zu verhindern, wie in der DE 10 2004 044 439 B4 offenbart ist, deren Aktuator mit Magentanker 2 und Spule 7 hierin unter Bezugnahme eingeschlossen ist. An einem distalen unteren Ende des Magnetankers 2 ist ein zweiter Ventilkörper 4 sowie ein Anschlagelement 13 vorzugsweise in der Gestalt eines Federtellers angeordnet. Der zweite Ventilkörper 4 ist aus einem geeigneten Material wie beispielsweise Metall (rostfreiem Stahl), um eine lange Lebensdauer zu haben. Der Federteller 13 ist aus einem geeigneten Material wie beispielsweise einem Kunststoff, der hohen Temperaturen standhält. Hierzu eignen sich beispielsweise glasfaserverstärkte Polyamide und/oder Mineral verstärkte Polyamide.
  • Der Federteller 13 sowie der zweite Ventilkörper 4 sind durch ein geeignetes Verbindungsverfahren wie Stecken, Kleben Nieten etc. fix mit dem Magnetanker 2 verbunden, um sich integral mit dem Magnetanker 2 zu bewegen. Alternativ kann das distale Ende des Magnetankers 2 jedoch auch einen sogenannten (nicht gezeigten) Kerbnagel aufweisen, um den Federteller 13 und den zweiten Ventilkörper 4 an dem distalen Ende des Magnetankers 2 zu befestigen. Ein derartiger Kerbnagel wird in eine Bohrung des Magnetankers 2 eingepresst, um die Elemente 13 und 4 an dem Magnetanker 2 zu befestigen. Vorzugsweise wird ein Kerbnagel nach DIN 1476 (ISO 8746) mit einer Verdickung an einem Ende verwendet. Es kann jedoch auch ein anderer Kerbnagel verwendet werden, beispielsweise ein Kerbnagel nach DIN 1471 (ISO 8744), DIN 1472 (ISO 8745) oder DIN 1473 (ISO 8740).
  • Der Federteller 13 schafft eine formschlüssige Verbindung zwischen einer Feder 10 und dem Magnetanker 2, um den Magnetanker 2 zusammen mit dem Federteller 13 und dem zweiten Ventilkörper 4 durch die Druckkraft der Feder 10 nach unten zu bewegen. Der Federteller 13 weist Unterbrechungen bzw. Fluiddurchtritte 13A auf, um eine Strömung des Fluids von dem zweiten Ventilkörper 4 zu einem Ventilinnenraum 9 zu ermöglichen.
  • Darüber hinaus wirkt der Federteller 13 als ein Anschlagelement, um über einen Eingriff des Federtellers 13 mit einem ersten Ventilkörper 3 eine Federkraft auf den ersten Ventilkörper 3 aufzubringen, so dass der erste Ventilkörper 3 in Schließrichtung, d. h. in den Figuren nach unten, bewegt werden kann. Der erste Ventilkörper 3 weist an seiner Stirnseite 3B eine Dichtung 3E auf, um mit einem Dichtsitz 52 (siehe 3 bis 6) in Eingriff zu treten, so daß ein Fluiddurchtritt 33 zwischen einem ersten Ventilanschluß 31 und einem zweiten Ventilanschluß 32 verschlossen wird.
  • Der Ventilsitz 52 ist vorzugsweise in einem Turboladergehäuse 50 ausgebildet. Das Abblaseventil ist als sogenanntes Ventil der Einsetzart konfiguriert, das über einen Flansch 6, der über eine Dichtung 5 an dem Turboladergehäuse 50 abgedichtet wird, in das Turboladergehäuse 50 eingesetzt wird. Dabei dient ein unterhalb des ersten Ventilkörpers 3 angeordneter Raum als der erste Ventilanschluß 31, der mit einer Druckseite des Turboladers verbunden ist, während ein am Außenumfang des im wesentlichen zylindrischen ersten Ventilkörpers 3 ausgebildeter Ringraum innerhalb des Turboladergehäuses 50 als der zweite Ventilanschluß 32 dient.
  • Wenn ein an der Druckseite des Turboladers anstehender Druck P1 abgelassen werden soll, muß der erste Ventilkörper 3 geöffnet werden, um den Fluiddurchtritt 33 zwischen dem ersten Ventilanschluß 31 und dem zweiten Ventilanschluß 32 zu öffnen. Das Ventil kann sowohl an der Verdichterseite zum Steuern bzw. Regeln des Ladedrucks als auch auf der Turbinenseite eingesetzt werden, um als sogenanntes Waste-Gate-Ventil zu dienen.
  • Der Ventilinnenraum 9 ist als ein Druckraum gestaltet, der einen Fluiddruck P3 auf die Rückseite 3D des ersten Ventilkörpers 3 ausüben kann, um eine Fluiddruckkraft in Schließrichtung des ersten Ventilkörpers 3 auszuüben. Hierzu ist dieser Ventilinnenraum 9 mittels eines Dichtelements 14 gegenüber dem als Ringraum gestalteten zweiten Ventilanschluß 32 abgedichtet. Diese Abdichtung kann durch eine Membran oder einen Kolbenring erfolgen.
  • Vorzugsweise wird jedoch ein lippenförmiges Dichtelement 14 eingesetzt, das bei geschlossenem ersten Ventilkörper 3 an einem axialen Dichtsitz 15 des Ventilgehäuses anliegt, um eine nahezu vollständige Abdichtung des Ventilinnenraums 9 gegenüber dem zweiten Ventilanschluß 32 zu gewährleisten. Bei geöffnetem ersten Ventilkörper 3 läßt dieses lippenförmige Dichtelement 14 über ein radiales Spiel zwischen dem axialen Dichtsitz 15 und einem Außenumfang des ersten Ventilkörpers 3 eine geringfügige, vorgegebene Strömung zwischen dem Ventilinnenraum 9 und dem zweiten Ventilanschluß 32 zu. Um diese Strömung zu begrenzen bzw. zu drosseln, ist vorzugsweise ein Schutzkragen 20 mit einem Kolbenhemd 20A angeordnet, der gleitend in einen Zylinder 25 eines Ventilgehäuses eingesetzt ist.
  • Ein wirksamer Durchmesser der Abdichtung der Dichtlippe 14A ist in etwa gleich groß wie ein wirksamer Durchmesser der Dichtung 3E des ersten Ventilkörpers 3, so daß auf die Stirnseite 3B des ersten Ventilkörpers 3 in etwa derselbe Fluiddruck P1 wirkt wie auf die Rückseite 3D des Ventilkörpers 3. Je nach Auslegung des Abblaseventils kann jedoch der wirksame Durchmesser des Dichtelements 14 auch größer oder kleiner als der wirksame Durchmesser der Dichtung 3E gestaltet werden. Im Zusammenhang mit der Betätigungskraft des Magnetankers 2 sowie der Feder 10 mit ausgewählter Federrate und Vorspannung kann der Konstrukteur die Durchmesser des Dichtelements 14 und der Dichtung 3E entsprechend gestalten, um eine gewünschte Charakteristik des Abblaseventils zu erzielen.
  • Auf die Feder 10 kann eventuell sogar vollständig verzichtet werden, wenn beispielsweise der Durchmesser des Dichtelements 14 größer gewählt wird als der Durchmesser der Dichtung 3E, um eine entsprechende Schließkraft zu erzeugen.
  • Des weiteren ist an einem Außenumfang des ersten Ventilkörpers zumindest ein Fluiddurchtritt 11 vorgesehen, um den Ventilinnenraum 9 mit dem zweiten Ventilanschluß 32 zu verbinden. Durch diesen Fluiddurchtritt 11 hindurch kann Fluid aus dem Ventilinnenraum 9 in den zweiten Ventilanschluß 32 abgelassen werden, wenn der Druck in dem Ventilinnenraum 9 zum Öffnen des Ventils abgebaut werden soll.
  • Dieser Fluiddurchtritt 11 hat vorzugsweise eine große Querschnittsfläche, um ein Verstopfen oder Zusetzen aufgrund von Ablagerungen wie Kondensat, Ölkohle, Rußpartikel oder dergleichen zu verhindern. Der Fluiddurchtritt 11 wird strömungstechnisch optimal gestaltet, um beispielsweise in dem Durchtritt 11 eine laminare Strömung zu erzeugen, die keine Abscheidung von Partikeln oder Flüssigkeitströpfchen hervorruft.
  • Darüber hinaus ist der Fluiddurchtritt 11 durch ein Verschlußorgan 18 verschließbar, um bei geschlossenem ersten Ventilkörper 3 einen Druck in dem Ventilinnenraum 9 aufzubauen, der auf den ersten Ventilkörper 3 in Schließrichtung wirkt. Der Fluidurchtritt 11 wird vorzugsweise durch Gießen des ersten Ventilkörpers 3 ausgebildet. Dies führt zu dem Vorteil einer kostengünstigen einfachen und schnellen Herstellung, weil ein anschließender Bearbeitungsvorgang wie Bohren, Fräsen etc. entfallen kann. In anderen Worten wird der Fluiddurchtritt 11 bereits beim Gießen des ersten Ventilkörpers 3 mit seiner großen Querschnittsfläche ausgebildet und eine Nachbearbeitung ist im wesentlichen nicht notwendig.
  • Das Verschlussorgan 18 kann beispielsweise mit einem schwimmend gelagerten Ring oder Rohrstück oder einem Ring- oder Rohrsegment, das in einer Tasche bzw. Aussparung des Ventilkörpers 3 lose gehalten wird, vorgesehen werden. Es kann jedoch auch eine Klappe, ein entsperrbares Rückschlagventil oder ein Membranventil als Verschlußorgan 18 eingesetzt werden.
  • Das Verschlussorgan 18 wird vorzugsweise als Blatt bzw. Plättchen gestaltet und vor einer Mündung 11A des Fluiddurchtritts 11 schwimmend gelagert. Dabei wird das Verschlußorgan 18 nur in einem Abstand von wenigen Zehntel Millimeter vor der Mündung 11A gehalten. Sobald sich ein Überdruck vom Ventilinnenraum 9 gegenüber der Niederdruckseite bzw. des zweiten Ventilanschlusses 32 einstellt, strömt eine kleine Menge Fluid durch den Fluiddurchtritt 11. Der dann quer zur Strömungsrichtung entstehende Unterdruck saugt sofort das nur einige Milligramm wiegende Verschlussorgan 18 an die Innenwand des Ventilkörpers 3 bzw. vor die Mündung 11A und verschließt den Schlitz 11. Der sich nun im Innenraum 9 aufbauende Druck sorgt weiter dafür, dass das Verschlussorgan 18 vor dem Schlitz 11 haften bleibt.
  • Wenn ein Aktuator 2 die Öffnungskraft erzeugt, wird zuerst im ausgeglichenen Druckbereich das zentrale Pilotventil bzw. der zweite Ventilkörper 4 geschlossen und gleichzeitig mit dieser Bewegung das Verschlussorgan 18 so verschoben, dass die Mündung 11A des Schlitzes 11 freigegeben wird. Das bewirkt den raschen Druckabbau im Ventilinnenraum 9 und infolgedessen eine sehr schnelle Öffnungsbewegung des ersten Ventilkörpers 3.
  • Es soll nun die Betriebsweise zum Öffnen und Schließen des Abblaseventils anhand der Figuren näher erläutert werden.
  • In dem in 3 dargestellten geschlossenen Zustand des Abblaseventils liegt die Dichtung 3E des ersten Ventilkörpers 3 an dem Dichtsitz 52 des Gehäuses 50, wie beispielsweise einem Turboladergehäuses an, um zwischen dem ersten Ventilanschluß 31 und dem zweiten Ventilanschluß 32 abzudichten, so daß kein Durchfluß zwischen den beiden Ventilanschlüssen 31, 32 möglich ist. In diesem Zustand ist der zweite Ventilkörper 4 geöffnet und ermöglicht, daß der an dem ersten Ventilanschluß 31 anstehende Überdruck P1 in den Ventilinnenraum 9 gelangt, der wiederum über das Dichtelement 14 gegenüber dem zweiten Ventilanschluß 32 abgedichtet ist.
  • Dabei liegt das Verschlußorgan 18 an der Mündung 11A des Fluiddurchtritts 11 an, um den Fluiddurchtritt 11 im wesentlichen abzudichten. Vorzugsweise ist die Kontur des Schlitzes 11 bzw. der Mündung 11A und das Verschlußorgan 18 aus hartem Material gefertigt, um ein reibungsarmes und verschleißarmes Gleiten des Verschlußorgans 18 zum Öffnen und Schließen zu ermöglichen. Darüber hinaus kann durch das harte Material eine Verschmutzung des Ventilsystems durch einen Abrieb minimiert bzw. verhindert werden.
  • Die dabei entstehende Leckage aufgrund des verwendeten harten Materials für den Schlitz 11 und das Verschlußorgan 18 liegt dabei in einem zulässigen Bereich von beispielsweise 30 bis 60 Norm-Liter Luft pro Stunde. Die Verwendung von hartem Materialien, wie beispielsweise Polyamid PA6.6 oder Polyvenylensulfid PPS für das zweite Pilotventil 11a, 18, d. h. für die Mündung 11a des Schlitzes 11 und das Verschlußorgan 18 bietet den Vorteil, daß beim Verschieben des Verschlußorgans 18 gegenüber der Mündung 11A nur eine geringe Reibung auftritt und des weiteren kein oder nur minimaler Abrieb entsteht, um eine Verschmutzung des Ventilsystems zu vermeiden. Aufgrund der geringen Reibung kann auch ein schneller Schaltvorgang des Ventilsystems gewährleistet werden sowie eine geringe Aktuatorkraft, um einen kleinen Aktuator 2, 7 einsetzen zu können bzw. um die Wärmeerzeugung eines Elektromagneten zu minimieren.
  • Ein Druckabfall in dem Ventilinnenraum 9 tritt trotz der Leckage des zweiten Pilotventils 11A, 18 nicht auf, weil im geschlossenen Zustand des ersten Ventilkörpers 3, d. h. im geschlossenen Zustand des Ventilsystems, der zweite Ventilkörper 4 geöffnet ist, um ein Nachströmen von Fluid von der Druckseite, d. h. von dem ersten Ventilanschluß 31 her zu ermöglichen. Auf diese Weise wird das Ventil immer auf sichere Weise in dem geschlossenen Zustand gehalten.
  • Auf diese Weise wirken auf die Stirnseite 3B des ersten Ventilkörpers 3 und die Rückseite 3D des ersten Ventilkörpers 3 bei gleichem Druck (P1 = P3) im wesentlichen dieselben Fluidkräfte, wenn der wirksame Durchmesser der Dichtung 3E gleich dem des Dichtelements 14 ist. Je nach Auslegung des Ventils kann der Durchmesser des Dichtelements 14 jedoch auch etwas größer oder kleiner als der Durchmesser der Dichtung 3E gestaltet werden. Auf diese Weise kann der Konstrukteur gewünschte Kräfteverhältnisse in Verbindung mit der Kraft des Aktuators 2 und der Kraft der Feder 10 (falls diese vorhanden ist) einstellen.
  • Wenn das Ventil geöffnet werden soll, wird elektrischer Strom über den (nicht gezeigten) elektrischen Anschluß zu der Spule 7 zugeführt, um die Spule 7 zu erregen. Dadurch wird der Magnetanker 2 nach oben gezogen und nimmt den zweiten Ventilkörper 4 sowie den Federteller 13 mit. Infolgedessen wird der zweite Ventilkörper 4 mit dem Ventilsitz 3C in Eingriff gebracht, der innerhalb des Ventilkörpers 3 ausgebildet ist, wie in 4 gezeigt ist.
  • Durch den Eingriff des zweiten Ventilkörpers 4 mit dem Ventilsitz 3C wird der Ventildurchlaß 3A zwischen dem ersten Ventilanschluß 31 und dem Ventilinnenraum 9 geschlossen.
  • Des weiteren wird durch in Eingrifftreten des Anschlagelements 13 und/oder des ersten Ventilkörpers 3 mit dem Verschlußorgan 18 das Verschlußorgan 18 nach oben in der Zeichnung von der Mündung 11A des Fluiddurchtritts 11 weggeschoben, um den Fluiddurchtritt 11 freizugeben. Dadurch kann das Fluid aus dem Ventilinnenraum 9 über den Fluiddurchtritt 11, wie in 4 gezeigt ist, in den zweiten Ventilanschluß 32 hinein abfließen, um den Druck in dem Ventilinnenraum 9 abzubauen bzw. mit dem Druck auf der stromabwärtigen Seite bzw. in dem zweiten Ventilanschluß 32 auszugleichen.
  • Infolgedessen entsteht eine große Druckdifferenz zwischen der Stirnseite 3B und der Rückseite 3D des ersten Ventilkörpers 3, um aufgrund dieser Druckdifferenz den Ventilkörper 3 nunmehr aufzuschieben und diesen in die in 5 gezeigte Stellung zu verbringen. Dabei wird vorzugsweise in der vollständig geöffneten in 5 gezeigten Stellung des Ventilsystems der zweite Ventilkörper 4 in der Schließstellung belassen. Alternativ kann der zweite Ventilkörper 4 jedoch auch bei vollständig geöffnetem ersten Ventilkörper 3 in eine leichte Öffnungsstellung verbracht werden. In diesem Fall würde einfach ein Teil des Fluids durch den Durchtritt des zweiten Ventilkörpers 4 über den Ventilinnenraum 9 und den Fluiddurchtritt 11 zu dem zweiten Ventilanschluß 32 abfließen, ohne einen signifikanten Druckaufbau in dem Ventilinnenraum 9 zu erzeugen.
  • Wenn durch die weitere Aufwärtsbewegung des Magnetankers 2 mit dem zweiten Ventilkörper 4 der erste Ventilkörper 3 geringfügig von seinem Sitz 52 abgehoben wird, wie in 4 dargestellt ist, kann das Fluid aus dem Ventilinnenraum 9 über den geöffneten Fluiddurchtritt 11 abströmen.
  • Aufgrund der Verringerung des Fluiddrucks P3 in dem Ventilinnenraum 9 wird nun der Ventilkörper 3 aufgrund des Überdrucks P1 an dem ersten Ventilanschluß 31 nach oben, d. h. in eine Öffnungsrichtung bewegt.
  • Der vollständig geöffnete Zustand des Abblaseventils, d. h. des Ventilkörpers 3, ist in 5 dargestellt. In diesem Zustand ist der zweite Ventilkörper 4 aufgrund der Zugkraft des Magnetankers 2 im wesentlichen geschlossen.
  • Wenn ausgehend von dem in 5 dargestellten vollständig geöffneten Zustand des Abblaseventils dieses geschlossen werden soll, erfolgt dies einfach durch Unterbrechen der Stromzufuhr zu der Spule 7. Dadurch wird die elektromagnetische Kraft auf den Magnetanker 2 aufgehoben, so daß eine zum Abdichten des zweiten Ventilkörpers 4 erforderliche Kraft entfällt, um den zweiten Ventilkörper 4 von dem Dichtsitz 3C des ersten Ventilkörpers 3 abzuheben. In anderen Worten öffnet der zweite Ventilkörper 4 den Ventildurchlaß 3A, wie insbesondere in 6 dargestellt ist.
  • Dadurch wird eine Verbindung des Ventilinnenraums 9 mit einer Staudruckseite, d. h. der Stirnseite 3B des ersten Ventilkörpers 3, geschaffen, um den Staudruck bzw. Überdruck P1 in den Ventilinnenraum 9 einzuleiten. Dieser in den Ventilinnenraum 9 eingeleitete Überdruck P1 hilft zusammen mit der Feder 10 den Ventilkörper 3 in eine Schließrichtung zu bewegen.
  • Wenn die Öffnungskraft von dem Aktuator 2 weggenommen wird, wie in 6 gezeigt ist, wird der zweite Ventilkörper 4 vorzugsweise durch die Vorspanneinrichtung 10 geöffnet, um Fluid in den Ventilinnenraum 9 einzuleiten. Das Verschlußorgan 18 wird durch das Anschlagelement 13 nach unten vor die Mündung 11A geschoben. Durch den sich einstellenden Druck im Ventilinnenraum 9 legt sich das Verschlußorgan 18 an die Mündung 11A an, um den Fluiddurchtritt 11 zu verschließen. Darüber hinaus verhindert der Schutzkragen 20 bzw. Strömungsbremsring ein schnelles Entweichen des Fluids aus dem Ventilinnenraum 9, es entsteht eine Drosselwirkung.
  • Der Druck im Ventilinnenraum 9 zusammen mit der sich im Fluiddurchtritt 33 entstehenden Bernoullikraft und der Kraft der Feder 10 drücken den ersten Ventilkörper 3 zu, um das Abblaseventil zu schließen.
  • Somit wird der erste Ventilkörper 3 zusammen mit dem Anschlagelement 13 gegenüber dem Magnetanker 2 abwärts verschoben, um das Verschlußorgan 18 durch in Eingriff treten mitzunehmen und vor die Mündung 11A des Fluiddurchtritts 11 zu schieben. Aufgrund des über das erste Pilotventil 3A, 4 eingeleitete Fluid in den Ventilinnenraum 9 baut sich in dem Ventilinnenraum 9 wiederum ein Druck auf, der das Verschlußorgan 18 gegen die Mündung 11a des Fluiddurchtritts drückt, um diesen abzudichten.
  • Aufgrund des Druckaufbaus in dem Ventilinnenraum 9 gleicht sich ein Druck an einer Stirnseite 3B und einer Rückseite 3D des ersten Ventilkörpers 3 im wesentlichen aus, um den Ventilkörper 3 nun aufgrund der Schwerkraft oder aufgrund einer höheren Druckkraft auf dessen Rückseite, wenn der Durchmesser entsprechend größer gestaltet ist, oder aufgrund einer Vorspanneinrichtung, wie beispielsweise einer Feder 10, den ersten Ventilkörper 3 zu schließen.
  • Durch entsprechendes Anpassen dieser Strömungswiderstände sowie des Strömungswiderstands an dem Ringspalt des Dichtelements 14 kann eine gewünschte Charakteristik des Abblaseventils erzielt werden.
  • Somit wird der erste Ventilkörper 3 im geschlossenen, in der 3 gezeigten Zustand durch die auf die Rückseite 3D wirkende Fluidkraft zugehalten, so daß nur eine geringe Federkraft der Feder 10 erforderlich ist, um das Abblaseventil geschlossen zu halten. Andererseits wird nur eine geringe Kraft des Aktuators 2, 7 benötigt, um zum Öffnen des Abblaseventils den kleinen zweiten Ventilkörper 4 zu schließen, weil der erste Ventilkörper 3 nach dem Ablassen des Ventilinnendrucks P3 durch den an der Stirnseite 3B anstehenden Staudruck P1 geöffnet wird.
  • Somit kann eine schwache oder gar keine Feder eingesetzt werden und/oder ein kleiner verhältnismäßig schwacher Aktuator 2, 7, der einen geringen Strombedarf sowie eine geringe Wärmeentwicklung hat. Trotzdem kann das Abblaseventil in sehr kurzer Zeit geöffnet und geschlossen werden. Darüber hinaus kann ein Flattern des ersten Ventilkörpers 3 in der Anfangsphase des Öffnens aufgrund des dynamischen Druckabfalls in dem Fluiddurchtritt aufgrund des Venturi-Effekts durch den schnellen Öffnungsvorgang aufgrund des Ablassen des Drucks aus dem Ventilinnenraum 9 verhindert werden.
  • Die in dem Abblaseventil auftretenden Öffnungs- und Schließkräfte werden vorzugsweise so ausgelegt, dass das Abblaseventil, d. h. der erste Ventilkörper 3 des Abblaseventils, zumindest bei niedriger Versorgungsspannung der Magnetspule 7 und hoher Betriebstemperatur, d. h. bei niedrigem Stromfluß durch die Magnetspule 7 hindurch, im drucklosen Zustand nur geringfügig öffnet, beispielsweise ca. 0,5 bis 2 mm und erst durch den am ersten Ventilanschluß 31 wirkenden Betriebsüberdruck P1 vollständig geöffnet wird, beispielsweise ca. 3 bis 8 mm. Es soll jedoch nicht auf diesen Bereich beschränkt sein, sondern es können je nach Einsatzzweck und Baugröße des Ventils auch andere Bereiche gewählt werden.
  • Die vorliegende Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern kann innerhalb des Schutzumfangs der Ansprüche abgewandelt werden. Insbesondere muß der Aktuator 2, 7 nicht ein elektromagnetischer Aktuator sein, sondern es kann jeder andere Aktuator wie beispielsweise ein pneumatischer oder hydraulischer Aktuator oder ein Stellmotor eingesetzt werden. Das Abblaseventil muß nicht zwangsläufig in einem Turbolader eingesetzt werden, sondern kann auch an anderer Stelle zur Anwendung kommen. Dabei kann das Ventil neben dem Steuern von Gasen auch zum Absperren von Flüssigkeiten verwendet werden. Das Ventil muß auch nicht in der sogenannten Einsetzart gestaltet sein, sondern kann ein eigenes Untergehäuse aufweisen, das den entsprechenden Ventilsitz 52 aufweist.
  • Vorteilhaft ist bei dem neuen Abblaseventil, dass der für das Schließen notwendige Innendruckaufbau dadurch begünstigt wird, dass aufgrund des Verschließens des Fluiddurchtritts 11 mittels des Verschlußorgans 18 kein Fluid aus dem Innenraum 9 abfließen kann. Andererseits wird durch die Ausbildung der Austrittsöffnung als Schlitz 11 selbst bei geringer Verschiebung des Verschlußorgans 18, also mit kleinem Hub des Pilotventils 4, eine relativ große Querschnittsfläche freigegeben, um zum Öffnen des Ventilkörpers 3 den Druck in dem Ventilinnenraum 9 schnell abzubauen. Aufgrund der relativ großen Querschnittsfläche des Schlitzes 11 kann darüber hinaus die Gefahr des Verschmutzens oder Zusetzens des Schlitzes 11 minimiert bzw. verhindert werden.
  • Im Spritzgießwerkzeug bereitet der Schlitz 11 keinerlei Probleme, d. h. der Schlitz 11 kann auf einfache Weise durch Gießen hergestellt werden, so dass ein zusätzlicher Bearbeitungsvorgang wie Bohren oder Fräsen entfallen kann. Somit kann der Schlitz bzw. Fluiddurchtritt 11 einfach und kostengünstig hergestellt werden.
  • Die innere Formgebung des Schlitzes 11 kann strömungstechnisch optimal gestaltet werden, so dass beim Fluidaustritt wenig Verwirbelungen auftreten, wodurch die Abscheidung von im Fluid mitgeführten Verschmutzungen begünstigt werden würde. Dadurch kann ein Verschmutzen oder Zusetzen weiter verhindert werden. In anderen Worten wird eine laminare Strömung in dem Schlitz durch die Formgebung des Strömungsquerschnitts erzielt, um eine Abscheidung von Feststoffen und/oder Flüssigkeitströpfchen an der Wandung des Schlitzes zu verhindern. Derart kann eine Einengung des Strömungsquerschnitts oder gar ein vollständiger Verschluß des Schlitzes auf sichere Weise verhindert werden.
  • Das Abblaseventil hat den Vorteil eines schnellen Druckauf- und abbaus über das zweite Pilotventil bestehend aus Schlitz 11 und Verschlussorgan 18. Dadurch sind die Schaltzeiten, d. h. die Zeitdauer zum Öffnen und Schließen des Ventils sehr kurz, um in einem Regel- bzw. Steuerkreis schnell ansprechend auf ein entsprechendes Signal reagieren zu können. Durch die eindeutige Umschaltung zwischen Öffnen und Schließen gibt es praktisch keine Druckabhängigkeit und keine Druckbegrenzung nach oben.
  • Die Kontur des Schlitzes 11 bzw. die Mündung 11A und das Verschlussorgan 18 sollten vorzugsweise aus hartem Material gefertigt werden, um ein reibungsarmes und verschleißarmes Gleiten des Verschlußorgans 18 zu ermöglichen. Hierdurch ist ein Verschieben des Verschlußorgans 18 mit geringen Kräften möglich. Darüber hinaus wird eine Verschmutzung des Ventilsystems durch einen Abrieb minimiert bzw. verhindert.
  • Durch die Abdichtung hart auf hart entsteht eine Leckage, die als Undichtigkeit des geschlossenen Ventilsystems gemessen werden kann. Jedoch liegt diese Leckage innerhalb eines zulässigen Bereichs von beispielsweise 30 bis 60 Norm-Liter Luft pro Stunde. Die Verwendung von harten Materialien, wie beispielsweise Polyamid PA 6.6 oder Polyvenylensulfid PPS für das zweite Pilotventil 11A, 18, d. h. für die Mündung 11A des Schlitzes 11 und das Verschlußorgan 18, bietet den Vorteil, dass beim Verschieben des Verschlußorgans 18 gegenüber der Mündung 11A nur eine geringe Reibung auftritt und des weiteren kein oder nur minimaler Abrieb entsteht, um eine Verschmutzung des Ventilsystems zu vermeiden.
  • 1
    Ventilgehäuse
    2
    Magnetanker
    3
    erster Ventilkörper
    3A
    Ventildurchlaß
    3B
    Stirnseite
    3C
    Ventilsitz
    3D
    Rückseite
    3E
    Dichtung
    4
    zweiter Ventilkörper
    5
    Dichtung
    6
    Flansch
    7
    Magnetspule
    9
    Ventilinnenraum
    10
    Vorspanneinrichtung bzw. Feder
    11
    Fluiddurchtritt
    11A
    Mündung
    13
    Anschlagelement
    13A
    Fluiddurchtritt
    14
    Dichtelement
    14A
    Dichtlippe
    15
    axialer Dichtsitz
    18
    Verschlußorgan
    20
    Schutzkragen
    20A
    Kolbenhemd
    25
    Zylinder
    31
    erster Ventilanschluß
    32
    zweiter Ventilanschluß
    33
    Fluiddurchtritt
    50
    Turboladergehäuse
    52
    Dichtsitz
    P1
    stromaufwärtiger Druck
    P2
    stromabwärtiger Druck
    P3
    Ventilinnendruck

Claims (21)

  1. Abblaseventil mit: einem ersten Ventilkörper (3) zum Öffnen und Schließen eines Fluiddurchtritts (33) zwischen einem ersten Ventilanschluß (31) und einem zweiten Ventilanschluß (32); wobei der erste Ventilkörper (3) einen Ventildurchlass (3A), der eine Verbindung zwischen dem ersten Ventilanschluß (31) und einem Ventilinnenraum (9) schafft, und zumindest einen Fluiddurchtritt (11) aufweist, der eine Verbindung zwischen dem Ventilinnenraum (9) und dem zweiten Ventilanschluß (32) schafft; einem an dem ersten Ventilkörper (3) angeordneten zweiten Ventilkörper (4) zum Öffnen und Schließen des Ventildurchlasses (3A) einem Verschlußorgan (18) zum wahlweisen Öffnen und Schließen des Fluiddurchtritts (11); einem Aktuator (2, 7) zum Bewegen bzw. Betätigen des zweiten Ventilkörpers (4) in eine Schließrichtung, wobei ein bewegliches Glied (2) des Aktuators (2, 7) so angeordnet ist, um nach dem Schließen des Ventildurchlasses (3A) durch den zweiten Ventilkörper (4) weiter in dieselbe Richtung beweglich zu sein, so dass über einen Eingriff des zweiten Ventilkörpers (4) mit dem an dem ersten Ventilkörper (3) angeordneten Ventilsitz (3C) der erste Ventilkörper (3) in eine Öffungsrichtung des ersten Ventilkörpers (3) bewegbar ist, wobei ein mit dem zweiten Ventilkörper (4) und/oder dem beweglichen Glied (2) in Wirkverbindung stehendes Anschlagelement (13) mit dem ersten Ventilkörper (3) in Eingriff bringbar ist, um den ersten Ventilkörper (3) in eine Schließrichtung zu bewegen, und wobei das Verschlußorgan (18) verschiebbar angeordnet ist, um zum Schließen des Fluiddurchtritts (11) durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement (13) und/oder dem ersten Ventilkörper (3) vor eine Mündung (11a) des Fluiddurchtritts (11) verlagerbar zu sein und zum Öffnen des Fluiddurchtritts (11) durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement (13) und/oder dem ersten Ventilkörper (3) von der Mündung (11a) weg verlagerbar zu sein.
  2. Abblaseventil nach Anspruch 1, des weiteren mit einer Vorspanneinrichtung wie beispielsweise einer Feder (10) zum Bewegen des zweiten Ventilkörpers (4) in eine Öffnungsrichtung des zweiten Ventilkörpers (4).
  3. Abblaseventil nach Anspruch 2, wobei das mit dem zweiten Ventilkörper (4) und/oder dem beweglichen Glied (2) in Wirkverbindung stehende Anschlagelement (13) durch die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung mit dem ersten Ventilkörper (3) in Eingriff bringbar ist, um den ersten Ventilkörper (3) mit Hilfe der Vorspanneinrichtung in eine Schließrichtung zu bewegen.
  4. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Verschlußorgan (18) so angeordnet ist, dass es durch den anstehenden Druck im Ventilinnenraum (9) gegen eine Mündung (11A) des Fluiddurchtritts (11) gedrückt werden kann, um den Fluiddurchtritt (11) abzudichten.
  5. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Verschlußorgan (18) verschiebbar angeordnet ist, um beim Öffnen des ersten Ventilkörpers (3) durch in Eingriff treten mit dem Anschlagelement (13) und/oder dem ersten Ventilkörper (3) derart verschiebbar zu sein, dass die Mündung des Fluiddurchtritts (11) zumindest teilweise freigegeben wird.
  6. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Anschlagelement (13) als ein Federteller ausgebildet ist, der an seinem Umfang Fluiddurchtritte (13A) hat und zwischen dem beweglichen Glied (2) und dem zweiten Ventilkörper (4) angeordnet ist.
  7. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Kräfte der Vorspanneinrichtung (10) und des Aktuators (2, 7) so dimensioniert sind, dass der erste Ventilkörper (3) im drucklosen Zustand durch die Betätigungskraft des Aktuators (2, 7) nur unvollständig öffnet und eine vollständige Öffnung des ersten Ventilkörpers (3) durch den in dem ersten Ventilanschluß (31) herrschenden Fluiddruck bewirkt wird, indem dieser Fluiddruck gegen die Stirnseite (3B) des ersten Ventilkör pers (3) wirkt und das Fluid aus dem Ventilinnenraum (9) bei geschlossenem zweiten Ventilkörper (4) über den geöffneten Fluiddurchtritt (11) entweicht, so dass sich eine Druckdifferenz zwischen der Stirnseite (3B) und einer Rückseite (3D) des ersten Ventilkörpers (3) einstellt (4).
  8. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste Ventilkörper (3) an seinem Umfang ein Dichtelement (14) aufweist, um den Ventilinnenraum (9) gegenüber dem zweiten Ventilanschluß (32) abzudichten.
  9. Abblaseventil nach Anspruch 8, wobei das Dichtelement (14) so gestaltet ist, dass es durch axiales Anlegen einer Dichtlippe (14A) gegen einen korrespondierenden Dichtsitz bei geschlossenem ersten Ventilkörper (3) zumindest nahezu vollständig abdichtet und bei geöffnetem ersten Ventilkörper (3) eine vorgegebene Strömung zwischen dem Ventilinnenraum (9) und dem zweiten Ventilanschluß (32) über ein radiales Spiel der Dichtlippe (14A) zuläßt.
  10. Abblaseventil nach Anspruch 8 oder 9, wobei zumindest ein Außenumfangsabschnitt der Dichtlippe (14) im wesentlichen in der Bewegungsrichtung des ersten Ventilkörpers (3) auf federnde Weise beweglich ist oder elastisch und/oder flexibel verformbar ist, und radial außerhalb des Außenumfangsabschnitts der Dichtlippe (14) ein Schutzkragen (20) angeordnet ist, der mit dem ersten Ventilkörper (3) in Eingriff steht.
  11. Abblaseventil nach Anspruch 10, wobei der Schutzkragen (20) ein Kolbenhemd (20A) aufweist, das in einen Zylinder (25) gleitend eingesetzt ist.
  12. Abblaseventil nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Abblaseventil als ein Ventil der Einsetzart gestaltet ist, das in ein Gehäuse (50) einzusetzen ist und mittels eines Flansches (6) mit Dichtung (5) einen Innenraum des Gehäuses (50) abdichtet, der als zweiter Ventilanschluß (32) dient, wobei der Ventilsitz in dem Gehäuse (50) angeordnet ist.
  13. Abblaseventil nach Anspruch 12, wobei der erste Ventilkörper (3) so in dem Abblaseventil geführt ist, dass eine Achse des ersten Ventilkörpers (3) um ei nen vorgegebenen Winkel gegenüber einer Achse des Aktuators (2, 7) schwenkbar ist, um Toleranzen der Fertigung und des Einbaus auszugleichen, so dass eine gleichmäßige Anlage der Dichtung (3E) des ersten Ventilkörpers (3) an einem Ventilsitz des Gehäuses (50) gewährleistet ist.
  14. Verfahren zum Öffnen eines Abblaseventils nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche 1 bis 13 mit den Schritten: Hochziehen und/oder Verlagern des beweglichen Glieds (2), so dass der zweite Ventilkörper (4) den Ventildurchlaß (3A) schließt; weiteres Hochziehen des beweglichen Glieds (2), so dass der erste Ventilkörper (3) durch den Eingriff zwischen dem zweiten Ventilkörper (4) und dem Ventilsitz (3C) des ersten Ventilkörpers (3) angehoben und/oder verlagert wird, um den Fluiddurchtritt (33) des ersten Ventilkörpers (3) zumindest teilweise zu öffnen; Absaugen oder Abgeben des Fluids aus dem Ventilinnenraum (9) über den Fluiddurchtritt (11) bei geöffnetem Verschlußorgan (18); Aufschieben des ersten Ventilkörpers (3) mittels des auf die Stirnseite (3B) des ersten Ventilkörpers (3) wirkenden Staudrucks, um das Abblaseventil zu öffnen; Verschieben des Verschlußorgans (18) zum Öffnen des Fluiddurchtritts (11) mittels in Eingriff treten mit dem Anschlagelement (13) und/oder dem ersten Ventilkörper (3).
  15. Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche 1 bis 13 mit den Schritten: Öffnen des Ventildurchlasses (3A) durch Bewegen des zweiten Ventilkörpers (4); Verschieben des Verschlußorgans (18) zum Schließen des Fluiddurchtritts (11) mittels in Eingriff treten mit dem Anschlagelement (13) und/oder dem ersten Ventilkörper (3); Einleiten des Fluids in den Ventilinnenraum (9) über den geöffneten Ventildurchlass (3A), um eine Druckkraft auf den ersten Ventilkörper (3) in Schließrichtung aufzubringen; Zudrücken des ersten Ventilkörpers (3), um das Abblaseventil zu schließen.
  16. Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils nach Anspruch 15, des weiteren mit dem Schritt des Bewegens des Anschlagelements (13) zum Öffnen des zweiten Ventilkörpers (4).
  17. Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils nach Anspruch 15 oder 16, wobei der erste Ventilkörper (3) mit Hilfe des Fluiddrucks in dem Ventilinnenraum (9) gegen den an der Stirnseite (3B) wirkenden Staudruck zugedrückt wird, um das Abblaseventil zu schließen.
  18. Verfahren zum Schließen eines Abblaseventils nach Anspruch 15, 16 oder 17, des weiteren mit dem Schritt des Aufbringens einer Kraft einer Vorspanneinrichtung (10) auf den ersten Ventilkörper (3) in Schließrichtung.
  19. Verwendung eines Abblaseventils nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zum Ablassen eines Ladedrucks eines Turboladers.
  20. Turbolader mit einem Abblaseventil nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zum Ablassen eines Ladedrucks.
  21. Brennkraftmaschine mit einem Turbolader und einem Abblaseventil nach den Ansprüchen 1 bis 13, bei der ansprechend auf ein Drosselklappenschließsignal das Ventil geöffnet wird, um den Ladedruck in den Ansaugtrakt stromaufwärts des Turboladers abzulassen.
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