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Die
Erfindung betrifft einen Drehschwingungsdämpfer mit zwei
Seitenteilen, die drehfest miteinander verbunden und zwischen denen
mindestens ein Zwischenteil, insbesondere zwei Zwischenteile, angeordnet
ist beziehungsweise sind, das beziehungsweise die relativ zu den
Seitenteilen entgegen der Federwirkung von Federeinrichtungen begrenzt
verdrehbar sind.
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Aus
der europäischen Patentschrift
EP 0 172 100 B1 ist ein
Drehschwingungsdämpfer bekannt, der zwei koaxiale Teile
umfasst, die innerhalb der Grenzen eines bestimmten Winkelbereichs
im Verhältnis zueinander drehbar und gegen elastische Elemente
angebracht sind. Ein erster Teil weist eine Nabe und einen Flansch
auf, der als Nabenschale bezeichnet wird. Ein zweiter Teil weist
ebenfalls einen Flansch auf, der als Führungsscheibe bezeichnet wird.
Dem Flansch, der die Nabenschale des ersten Teils bildet, ist wenigstens
ein weiterer Flansch zugeordnet, der als Nabengegenschale bezeichnet
wird und im Verhältnis zur Nabe in der Richtung des Umfangs
frei drehbar ist. Die elastischen, am Umfang angreifenden Elemente
sind geeignet, zwischen der Nabengegenschale und der Führungsscheibe
sowie zwischen der Nabenschale und dieser Führungsscheibe
wirksam zu werden.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, das Dämpfungsverhalten eines Drehschwingungsdämpfers
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu verbessern.
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Die
Aufgabe ist bei einem Drehschwingungsdämpfer mit zwei Seitenteilen,
die drehfest miteinander verbunden und zwischen denen mindestens
ein Zwischenteil, insbesondere zwei Zwischenteile, angeordnet ist
beziehungsweise sind, das beziehungsweise die relativ zu den Seitenteilen
entgegen der Federwirkung von Federeinrichtungen begrenzt verdrehbar
sind, dadurch gelöst, dass der Drehschwingungsdämpfer
eine Vordämpfungseinrichtung umfasst, die bis zu einem
Vordämpfungswinkel wirksam und nach Überschreiten
des Vordämpfungswinkels unwirksam ist. Die Vordämpfungseinrichtung
kann symmetrisch oder unsymmetrisch aufgebaut sein. Des Weiteren
kann die Vordämpfungseinrichtung mehrere Vordämpfungsstufen
umfassen. Die Vordämpfungseinrichtung entfaltet ihre Wirkung
bis zu einem bestimmten Verdrehwinkel, der als Vordämpfungswinkel
bezeichnet wird. Bei dem Vordämpfungswinkel wirkt ein bestimmtes
Moment. Nach Überschreiten des Vordämpfungswinkels
schaltet die Vordämpfungseinrichtung ab und die Federeinrichtungen,
die auch als Hauptdämpfungseinrichtung bezeichnet werden,
entfalten bis zu einem Hauptdämpfungswinkel ihre Hauptdämp fungswirkung.
Durch die Kombination der Hauptdämpfungseinrichtung mit
der Vordämpfungseinrichtung kann das Dämpfungsverhalten
deutlich verbessert werden.
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Vorzugsweise
sind die Federeinrichtungen der Hauptdämpfungseinrichtung
bei dem erfindungsgemäßen Drehschwingungsdämpfer
innerhalb von Fenstern angeordnet, die sowohl in den Seitenteilen als
auch in dem Zwischenteil beziehungsweise den Zwischenteilen ausgespart
sind. Die Fenster in den Zwischenteilen weisen in Umfangsrichtung
auf der einen Seite jeweils eine Führungsnase und auf der anderen
Seite jeweils eine Ausnehmung auf, in der eine Führungsnase
des jeweils anderen Zwischenteils angeordnet ist. Die Führungsnasen
entfalten ihre Führungswirkung jeweils nur in einer Lastrichtung,
das heißt bei Zug- oder Schubbelastung. Die Ausnehmungen
ermöglichen auf einfache Art und Weise eine Bewegung der
Zwischenteile mit den Führungsnasen relativ zueinander.
Die Führungsnasen ermöglichen eine verschleißfreie
Führung der Federeinrichtungen der Hauptdämpfungseinrichtung.
Bei den Federeinrichtungen handelt es sich vorzugsweise um Druckfedern,
die als Schraubendruckfedern ausgeführt sind. Gemäß einem
wesentlichen Aspekt der Erfindung wird das Konzept der verschleißfreien
Federführung mit einer Vordämpfungseinrichtung
kombiniert.
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass sich jeweils ein Abstandsbolzen,
der fest mit den Seitenteilen verbunden ist, durch die Ausnehmungen
der Fenster hindurch erstreckt. Die Abstandbolzen dienen dazu, die
Seitenteile in axialer Richtung in einem definierten Abstand zueinander anzuordnen. Über
die Abstandsbolzen wird ein Drehmoment von den Seitenteilen in Abhängigkeit
von der Lastrichtung auf eines der Zwischenteile übertragen.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsbolzen in Umfangsrichtung
einen Anschlag für jeweils ein Zwischenteil bilden. Vorzugsweise
ist die Gestalt der Ausnehmungen an die Gestalt der Abstandsbolzen
angepasst.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenteile jeweils einen Nabenflansch
umfassen, der mit einer Nabe gekoppelt ist. Vorzugsweise ist die
Nabe drehfest mit einer Getriebeeingangswelle verbunden.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe mit einer Außenverzahnung
versehen ist, die mit einer Innenverzahnung der Zwischenteile zusammenwirkt.
Dadurch wird die Übertragung eines Drehmoments von den
Zwischenteilen auf die Nabe ermöglicht.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Außenverzahnung der
Nabe und der Innenverzahnung der Zwischenteile in Umfangsrichtung
ein definiertes Spiel vorhanden ist. Je nach Lastrichtung ist die
Nabe mit ihrer Außenverzahnung mit dem einen oder dem anderen Zwischenteil
drehfest verbunden.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Führungsnasen
jeweils aus einer Ebene, in der sich das zugehörige Zwischenteil
ausdehnt, in Richtung einer Längsachse der zugehörigen
Federeinrichtung erstreckt. Dadurch können Axialkraftkomponenten,
die durch einen außermittigen Kraftangriff auf die Federeinrichtungen entstehen
und zu einem seitlichen Auswandern/Ausknicken der Federeinrichtungen
führen könnten, kompensiert werden.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Federeinrichtungen jeweils mindestens
ein Schraubenfederelement mit zwei Enden umfassen, in die jeweils
eine der Führungsnasen eingreift. Alternativ kann das Schraubenfederelement
auch außen von einem Führungselement umgriffen
werden.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Federeinrichtungen jeweils ein äußeres
und ein inneres Schraubenfederelement mit zwei Enden umfassen, in
die jeweils eine der Führungsnasen eingreift. Das äußere
Schraubenfederelement ist über das innere Schraubenfederelement durch
die Führungsnasen geführt.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsnasen einstückig mit
dem zugehörigen Zwischenteil verbunden sind. Bei dem Zwischenteil
handelt es sich vorzugsweise um ein Blechteil, aus dem die Führungsnasen
herausgeprägt sind.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vordämpfungseinrichtung eine
Zwischennabe umfasst, die mit einem definierten Vordämpfungsverdrehspiel
drehfest mit einer beziehungsweise der Nabe verbindbar ist. Die
Zwischennabe ist in radialer Richtung zwischen der Nabe und dem
Zwischenteil beziehungsweise den Zwischenteilen angeordnet.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass das definierte Vordämpfungsverdrehspiel
dem zweifachen Wert des Vordämpfungswinkels entspricht.
Vorzugsweise ist der Vordämpfungswinkel in beiden Drehrichtungen
gleich.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass das definierte Vordämpfungsverdrehspiel
zwischen einer Außenverzahnung der Nabe und einer Innenverzahnung
der Zwischennabe vorgesehen ist. Nach Überwinden des definierten Vordämpfungsverdrehspiels
kommen die Verzahnungen der Nabe und der Zwischennabe aneinander so
in Anschlag, dass eine drehfeste Verbindung zwischen der Nabe und
der Zwischennabe geschaffen wird.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischennabe mit einem definierten
Freiwinkel drehfest mit mindestens einem der Zwischenteile verbindbar
ist. Der Freiwinkel ergibt sich aus der Differenz zwischen dem beziehungsweise
einem Hauptdämpfungswinkel und dem Vordämpfungswinkel.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass der Freiwinkel durch ein Hauptdämpfungsverdrehspiel
zwischen einer Außenverzahnung der Zwischennabe und einer
Innenverzahnung des mindestens einen Zwischenteils vorgegeben ist.
Nach Überwinden des Freiwinkels beziehungsweise des Hauptdämpfungsverdrehspiels kommen
die Verzahnungen der Zwischennabe und des mindestens einen Zwischenteils
aneinander so in Anschlag, dass eine drehfeste Verbindung zwischen
der Zwischennabe und dem mindestens einen Zwischenteil geschaffen
wird.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vordämpfungseinrichtung
ein Vordämpfungsgehäuse umfasst, in welchem ein
Vordämpfungsflansch unter Zwischenschaltung von Vordämpfungsfederelementen
mit dem Vordämpfungsgehäuse gekoppelt ist. Bei
Verdrehwinkeln, die kleiner als der Vor dämpfungswinkel
sind, wird das Moment von dem Vordämpfungsgehäuse über
die Vordämpfungsfederelemente auf den Vordämpfungsflansch übertragen.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass der Vordämpfungsflansch
quasi umfangsspielfrei mit der Nabe verbunden ist. Dabei bedeutet
quasi umfangsspielfrei, dass maximal ein geringes Fügespiel
vorhanden ist. Bei Verdrehwinkeln, die größer
als der Vordämpfungswinkel sind, wird das Moment direkt
von der Zwischennabe auf die Nabe übertragen.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass der Vordämpfungsflansch
eine Innenverzahnung aufweist, die sich in Eingriff mit einer beziehungsweise
der Außenverzahnung der Nabe befindet. Vorzugsweise sind
die Zähne der Verzahnungen der Nabe und des Vordämpfungsflanschs gleichmäßig über
den Umfang verteilt.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass das Vordämpfungsgehäuse
quasi umfangsspielfrei mit der Zwischennabe verbunden ist. Dabei
bedeutet quasi umfangsspielfrei, dass maximal ein geringes Fügespiel
vorhanden ist.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass das Vordämpfungsgehäuse
zwei Vordämpfungskäfige umfasst, die drehfest
miteinander verbunden sind. Die Vordämpfungskäfige
sind vorzugsweise als Gleichteile ausgeführt, um Werkzeugkosten
zu sparen. Die Vordämpfungskäfige können
aber auch unterschiedlich ausgeführt sein und sind, zum
Beispiel durch Stifte und Bohrungen, vorzugsweise formschlüssig
miteinander verbunden.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass einer der Vordämpfungskäfige eine
Innenverzahnung aufweist, die sich in Eingriff mit einer Außenverzahnung
der Zwischennabe befindet. Vorzugsweise sind die Zähne
der Verzahnungen der Zwischennabe und des Vordämpfungskäfigs gleichmäßig über
den Umfang verteilt.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vordämpfungseinrichtung
so zwischen einem der Seitenteile und dem Zwischenteil beziehungsweise
einem der Zwischenteile angeordnet ist, dass in einem Hauptdämpfungsbetrieb
in einer Lastrichtung, insbesondere bei Zugbelastung, mehr Reibstellen
als in der anderen Lastrichtung, insbesondere bei Schubbelastung,
wirksam sind. Dadurch wird im Zugbetrieb eine größere
Reibungsdämpfung/Hysterese ermöglicht. Gleichzeitig
wird im Schubbetrieb eine bessere Schwingungsisolation ermöglicht.
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Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Drehschwingungsdämpfers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vordämpfungseinrichtung
so zwischen einem der Seitenteile und dem Zwischenteil beziehungsweise
einem der Zwischenteile angeordnet ist, dass in einem Hauptdämpfungsbetrieb
in einer Lastrichtung, insbesondere bei Zugbelastung, doppelt so
viele Reibstellen wie in der anderen Lastrichtung, insbesondere
bei Schubbelastung, wirksam sind. Auf speziell integrierte Reibsteuerscheiben
kann verzichtet werden. Vorzugsweise sind bei Zugbelastung vier
und bei Schubbelastung zwei Reibstellen wirksam.
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Die
Erfindung betrifft des Weiteren eine Kupplungsscheibe mit einem
vorab beschrieben Drehschwingungsdämpfer. Die Erfindung
eignet sich besonders für Kupplungsscheiben von Nutzfahrzeugen
und von Personenkraftwagen mit schweren Hauptdämpferfedern.
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Weitere
Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung
verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben
sind. Es zeigen:
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1 ein
kartesisches Koordinatendiagramm, in dem eine Drehschwingungsdämpferkennlinie
einer Kupplungsscheibe mit einer Vordämpfungseinrichtung
dargestellt ist;
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2 eine
Kupplungsscheibe mit einem integrierten Drehschwingungsdämpfer
und einer Vordämpfungseinrichtung in der Draufsicht;
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3 die
Kupplungsscheibe aus 2 im Schnitt;
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4 einen
vergrößerten Ausschnitt aus 3;
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5 eine ähnliche
Schnittansicht wie in 4 an einer anderen Stelle der
Kupplungsscheibe;
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6, 7, 10, 12 jeweils
einen vergrößerten Ausschnitt aus 5;
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8 die
Ansicht eines Schnitts entlang der Linie VIII-VIII aus 7;
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9 einen
vergrößerten Ausschnitt aus 8;
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11 die
Ansicht eines Schnitts entlang der Linie XI-XI aus 10;
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13 die
Ansicht eines Schnitts entlang der Linie XIII-XIII aus 12;
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14 einen
vergrößerten Ausschnitt aus 13;
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15 eine
Explosionsdarstellung der Kupplungsscheibe;
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16 eine
Explosionsdarstellung der Vordämpfungseinrichtung;
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17 eine ähnliche
Schnittdarstellung wie in 5, wobei
der Momentenfluss bei Verdrehwinkeln dargestellt ist, die kleiner
als der Vordämpfungswinkel sind;
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18 eine ähnliche
Darstellung wie in 17, wobei der Momentenfluss
bei Verdrehwinkeln dargestellt ist, die größer
als der Vordämpfungswinkel und kleiner als der Hauptdämpfungswinkel sind;
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19 eine ähnliche
Schnittdarstellung wie in 5 mit Hervorhebung
der zugseitigen Reibstellen und
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20 eine ähnliche
Darstellung wie in 19 mit Hervorhebung der schubseitigen
Reibstellen.
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In 1 ist
in einem kartesischen Koordinatendiagramm das von der erfindungsgemäßen
Kupplungsscheibe übertragene Drehmoment M in Nm über
dem Verdrehwinkel α in Grad in Form einer Kennlinie aufgetragen.
Dabei ist die Kennlinie in einer Verdrehrichtung dargestellt. Die
Kennlinie kann in beiden Drehrichtungen symmetrisch oder unsymmetrisch
verlaufen. Die Kennlinie in der dargestellten Verdrehrichtung umfasst
einen ersten Kennlinienabschnitt I, in dem eine Vordämpfungseinrichtung
wirksam ist, die in die Kupplungsscheibe integriert ist. Die Vordämpfungseinrichtung
entfaltet ihre Wirkung bis zu einem Vordämpfungswinkel α1. Bei dem Vordämpfungswinkel α1 wirkt das Moment M1, das auch als Vordämpfungsmoment
bezeichnet wird. Bei Erreichen des Vordämpfungswinkels α1 schaltet die Vordämpfungseinrichtung
ab und wirkt eine in die Kupplungsscheibe integrierte Hauptdämpfungseinrichtung.
Die Hauptdämpfungseinrichtung wirkt bis zu einem Hauptdämpfungswinkel α2. Das zugehörige Anschlagmoment
ist mit M2 bezeichnet.
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In
den 2 und 3 ist eine Kupplungsscheibe 1 mit
verschleißfreier Hauptdämpferführung und
integrierter Vordämpfungseinrichtung in der Draufsicht
und im Schnitt dargestellt. In die Kupplungsscheibe 1 ist
ein Drehschwingungsdämpfer 2 integriert. Radial
innen umfasst die Kupplungsscheibe 1 eine Nabeneinrichtung 3,
die eine Nabe 4 mit einer Innenverzahnung 5 umfasst.
Die Innenverzahnung 5 dient dazu, die Kupplungsscheibe 1 im
Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs drehfest mit einer Getriebeeingangswelle
zu verbinden. Gemäß einem wesentlichen Aspekt
der Erfindung umfasst die Nabeneinrichtung 3 zusätzlich
zu der Nabe 4 eine Zwischennabe 6. Die Zwischennabe 6 ist
als separates Bauteil ausgeführt. Die Nabeneinrichtung 3 ist
drehfest mit zwei Zwischenteilen 11, 12 verbindbar.
Die Zwischenteile 11, 12 erstrecken sich flanschartig
in radialer Richtung und werden daher auch als Nabenflansche oder
kurz Flansche bezeichnet. Die Begriffe radial, axial und in Umfangsrichtung
beziehen sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung auf eine Drehachse 13 der
Kupplungsscheibe 1.
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Durch
Lagereinrichtungen 14, 15 sind zwei Seitenteile 21, 22 relativ
zu der Nabeneinrichtung 3 beziehungsweise den Zwischenteilen 11, 12 gegen die
Wirkung mindestens einer Federeinrichtung 23 begrenzt verdrehbar,
die auch als Hauptdämpfungseinrichtung bezeichnet wird.
Die Federeinrichtung 23 umfasst in Umfangsrichtung gleichmäßig
verteilt vier Federelemente 24, 25, 26 und 27.
Der Verdrehwinkel wird durch Abstandsbolzen 28 begrenzt,
die an den Seitenteilen 21, 22 befestigt sind
und sich durch die Zwischenteile 11, 12 hindurch
erstrecken. Die Abstandsbolzen 28 sind vorzugsweise als
Stufenbolzen ausgeführt und mit den Seitenteilen 21, 22 vernietet. Die
Zwischenteile 11, 12 sind in axialer Richtung
zwischen den Seitenteilen 21, 22 angeordnet. An
dem Seitenteil 11 ist radial außen eine Belagträgerscheibe 30 mit
zwei Reibbelaghälften 31, 32 befestigt.
In der Schnittansicht der 3 sieht
man, dass innerhalb des als Schraubendruckfeder ausgeführten
Federelements 24 zwei weitere Schraubendruckfedern 34, 35 angeordnet
sind. In der Nähe der Lagereinrichtung 15 ist
eine Reibeinrichtung 40 in die Kupplungsscheibe 1 integriert.
Die Reibeinrichtung 40 umfasst mindestens eine Tellerfeder
und mindestens einen Reibring.
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In
den 4 bis 6 sind verschiedene Schnittansichten
vergrößert dargestellt. In der Nähe der
Lagereinrichtung 14 ist eine Vordämpfungseinrichtung 44 in
die Kupplungsscheibe 1 beziehungsweise die Drehschwingungsdämpfungseinrichtung 2 integriert.
Die Vordämpfungseinrichtung 44 umfasst ein Vordämpfungsgehäuse 45,
das in axialer Richtung zwischen dem Seitenteil 21 und
dem Zwischenteil 11 angeordnet ist. In dem Vordämpfungsgehäuse 45 ist
ein Vordämpfungsflansch 46 angeordnet. Der Vordämpfungsflansch 46 ist
relativ zu zwei Vordämpfungskäfigen 48, 49 drehbar,
die das Vordämpfungsgehäuse 45 bilden.
Der Vordämpfungsflansch 46 ist gegen die Wirkung
einer Vordämpfungsfedereinrichtung 50 verdrehbar,
die in dem Vordämpfungsgehäuse 45 angeordnet
ist.
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In 8 ist
die Ansicht eines Schnitts entlang der Linie VIII-VIII aus 7 dargestellt,
die der 6 entspricht. In 8 sieht
man, dass die Zwischennabe 6 eine Außenverzahnung 51 aufweist,
die mit einer Innenverzahnung 52 zusammenwirkt, die an
dem Zwischenteil 11 vorgesehen ist. An dem Zwischenteil 12 ist
eine weitere Innenverzahnung 53 vorgesehen, die ebenfalls
mit der Außenverzahnung 51 der Zwischennabe 6 zusammenwirkt.
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In 9 ist
ein Ausschnitt aus 8 vergrößert
dargestellt. In 9 ist durch einen Doppelpfeil 55 das
Verdrehspiel angedeutet, das zwischen der Außenverzahnung 51 der
Zwischennabe 6 und der Innenverzahnung 52 des
Zwischenteils 11 vorgesehen ist. Das Verdrehspiel 55 ergibt
sich aus der Differenz zwischen dem Hauptdämpfungswinkel α2 und dem Vordämpfungswinkel α1. Die Federn 24, 25, 26, 27 in 8 werden
auch als Hauptdämpferdruckfedern bezeichnet und dienen
dazu, das Moment je nach Drehrichtung auf eines der Zwischenteile 11, 12 zu übertragen.
Die Zwischenteile 11, 12 sind durch die Hauptdämpferdruckfedern 24 bis 27 miteinander gekoppelt.
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In 11 ist
die Ansicht eines Schnitts entlang der Linie XI-XI in 10 dargestellt,
die der 6 entspricht. In 11 sieht
man, dass die Vordämpfungsfedereinrichtung 50 vier
Vordämpfungsfederelemente 56, 57, 58 und 59 umfasst.
Bei Verdrehwinkeln, die kleiner als der Vordämpfungswinkel α1 sind, wird das Moment über die
Vordämpfungsfederelemente 56 bis 59,
die vorzugsweise als Schraubendruckfedern ausgeführt sind,
auf den Vordämpfungsflansch 46 übertragen,
der quasi spielfrei drehfest mit der Nabe 4 verbunden ist.
Bei Verdrehwinkeln, die größer als der Vordämpfungswinkel α1 sind, wird das Moment direkt von der Zwischennabe 6 auf
die Nabe 4 übertragen.
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In 13 ist
die Ansicht eines Schnitts entlang der Linie XIII-XIII aus 12 vergrößert
dargestellt. In dem Frontalschnitt durch den Vordämpferkäfig 49 ist
erkennbar, dass der Vordämpferkäfig 49 eine
Innenverzahnung 62 aufweist, die spielfrei auf die Außenverzahnung 51 der
Zwischennabe 6 sitzt. Über diese drehfeste Verbindung
wird das Vordämpfermoment M1 übertragen. Diese
Verbindung könnte theoretisch auch als Verbindung Vordämpfungsflansch 46/Zwischennabe 6 ausgeführt
sein. Das Vordämpfungsgehäuse 45 würde
dann zum Beispiel das Moment auf die Nabe 4 übertragen.
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In 14 ist
ein Ausschnitt aus 13 vergrößert
dargestellt. In der vergrößerten Darstellung sieht
man, dass zwischen einer Innenverzahnung 63 der Zwischennabe 6 und
einer Außenverzahnung 64 der Nabe 4 ein
Freiwinkel vorgesehen ist, der den Vordämpfungswinkel α1 darstellt.
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15 zeigt
eine Explosionsdarstellung der Kupplungsscheibe 1, wobei
die Vordämpfungseinrichtung 44 nicht explodiert
dargestellt ist und die Teile der Reibeinrichtung 40 nicht
näher benannt sind.
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16 zeigt
eine Explosionsdarstellung der Vordämpfungseinrichtung 44.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung sind
die Vordämpfungskäfige 48 und 49 vorteilhaft
als Gleichteile konstruiert, so dass nur ein Werkzeug benötigt
wird. Die beiden Vordämpfungskäfige 48, 49 werden über
Stifte und Bohrungen formschlüssig miteinander verbunden.
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In 17 ist
der Momentenfluss dargestellt, wenn der Verdrehwinkel kleiner als
der Vordämpfungswinkel α1 ist.
Das Moment wird, wie durch einen Pfeil 71 angedeutet ist,
von der Belagträgerscheibe 30 auf die Seitenteile 21, 22 übertragen,
die durch den Abstandsbolzen 28 miteinander verbunden sind. Von
dem Abstandsbolzen 28 wird das Moment in der einen Belastungsrichtung
auf das Zwischenteil 12 übertragen, und von diesem über
die noch nicht oder nur gering komprimierten Hauptdämpferfedern 25 auf
das Zwischenteil 11, wie durch einen Pfeil 72 angedeutet
ist. Von dem Zwischenteil 11 wird das Moment, wie durch
einen Pfeil 73 angedeutet ist, auf die Zwischennabe 6 übertragen,
und weiter, wie durch einen Pfeil 74 angedeutet ist, über
die Vordämpfungskäfige 49, 48 auf
die mit dem Vordämpfungsflansch 46 als Einheit
wirkende Nabe 4, wie durch einen Pfeil 75 angedeutet
ist.
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In 18 ist
der Momentenfluss bei Verdrehwinkeln dargestellt, die größer
als der Vordämpfungswinkel α1 und
kleiner als der Hauptdämpfungswinkel α2 sind. Nach Anschlagen der Verzahnungen zwischen
der Zwischennabe 6 und der Nabe 4 wird, wie durch
Pfeile 76, 77, 78, 79, 80 angedeutet
ist, die Vordämpfungseinrichtung 44 überbrückt
und es erfolgt ein direkter Momentenfluss von dem Zwischenteil 11 über
die Zwischennabe 6 auf die Nabe 4.
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In
den 19 und 20 sind
die verschiedenen Reibstellen dargestellt, die sich auf der Zugseite
(19) beziehungsweise der Schubseite (20)
ergeben, wenn der Hauptdämpfer wirkt. Die sich als Einheit
bewegenden Teile sind entweder grau oder weiß eingefärbt.
An ihren Kontaktzonen befinden sich Reibstellen 81 bis 84,
deren Reibmoment durch das Wirken einer axialen Tellerfederkraft erzeugt
wird. Wie man in 19 sieht, sind zugseitig vier
Reibstellen 81 bis 84 wirksam. In 20 sieht man,
dass schubseitig nur zwei Reibstellen 81, 83 wirksam
sind. Je nach gewählter Reibpaarung kann ein deutlicher
Unterschied zwischen zugseitiger und schubseitiger Hysterese eingestellt
werden.
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An
der Reibstelle 81 befindet sich der Vordämpfungskäfig 48 des
Vordämpfungsgehäuses 45 mit dem Seitenteil 21 in
Reibeingriff. An der Reibstelle 82 befindet sich der Vordämpfungskäfig 49 des Vordämpfungsgehäuses 45 mit
dem Zwischenteil 11 in Reibeingriff. An der Reibstelle 83 befindet
sich das Zwischenteil 11 mit dem Zwischenteil 12 in
Reibeingriff. An der Reibstelle 84 befindet sich das Zwischenteil 12 mit
einem Teil der Reibeinrichtung 40 in Reibeingriff.
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Ein
wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Zwischennabe 6,
deren Außenprofil zusammen mit den Innenverzahnungen 52, 53 der Zwischenteile 11, 12 die
Hauptdämpfungswinkel in den beiden Drehrichtungen steuert
und deren Innenverzahnung 63 mit der Außenverzahnung 64 der Nabe 4 den
Vordämpfungswinkel α1 definiert.
Gleichzeitig wird von der Zwischennabe 6 das Vordämpfungsdrehmoment
auf die Vordämpfungseinrichtung 44 übertragen,
welche dieses an die Nabe 4 weiterleitet.
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Ein
weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung betrifft die mögliche
Verdopplung der Anzahl der Reibflächen im Hauptdämpfer
zugseitig im Vergleich zur Schubseite. Somit wird der höheren Schwingungsanregung
durch einen Verbrennungsmotor im Zugbetrieb mit einer höheren
angepassten Reibungsdämpfung/Hysterese Rechnung getragen, während
schubseitig eine bessere Schwingungsisolation ermöglicht
wird.
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- 1
- Kupplungsscheibe
- 2
- Drehschwingungsdämpfer
- 3
- Nabeneinrichtung
- 4
- Nabe
- 5
- Innenverzahnung
- 6
- Zwischennabe
- 11
- Zwischenteil
- 12
- Zwischenteil
- 13
- Drehachse
- 14
- Lagereinrichtung
- 15
- Lagereinrichtung
- 21
- Seitenteil
- 22
- Seitenteil
- 23
- Federeinrichtung
- 24
- Federelement
- 25
- Federelement
- 26
- Federelement
- 27
- Federelement
- 28
- Abstandsbolzen
- 30
- Belagträgerscheibe
- 31
- Reibbelaghälfte
- 32
- Reibbelaghälfte
- 34
- Schraubendruckfeder
- 35
- Schraubendruckfeder
- 40
- Reibeinrichtung
- 44
- Vordämpfungseinrichtung
- 45
- Vordämpfungsgehäuse
- 46
- Vordämpfungsflansch
- 50
- Vordämpfungsfedereinrichtung
- 51
- Außenverzahnung
- 52
- Innenverzahnung
- 53
- Innenverzahnung
- 55
- Doppelpfeil
- 56
- Vordämpfungsfederelement
- 57
- Vordämpfungsfederelement
- 58
- Vordämpfungsfederelement
- 59
- Vordämpfungsfederelement
- 62
- Innenverzahnung
- 63
- Innenverzahnung
- 64
- Außenverzahnung
- 71
- Pfeil
- 72
- Pfeil
- 73
- Pfeil
- 74
- Pfeil
- 75
- Pfeil
- 76
- Pfeil
- 77
- Pfeil
- 78
- Pfeil
- 79
- Pfeil
- 80
- Pfeil
- 81
- Reibstelle
- 82
- Reibstelle
- 83
- Reibstelle
- 84
- Reibstelle
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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