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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen der Wasseraufnahme
eines Bauteils aus einem Sandwich-Werkstoff, wobei ein mit Wasser
gefülltes Behältnis der Aufnahme des Bauteils
dient und das Bauteil unter Wasser gehalten wird, sowie das Bauteil
vor dessen Kontakt mit dem Wasser und nach dessen Kontakt mit dem
Wasser gewogen wird. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
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Bauteile
aus einem Sandwich-Werkstoff finden insbesondere im Bereich der
Kraftfahrzeug-Industrie vielfältig Verwendung. Beispielsweise
wird für eine Unterbodenverkleidung eines Kraftfahrzeuges ein
Sandwich-Werkstoff verwendet.
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Ein
solcher Sandwich-Werkstoff besteht aus unterschiedlichen Lagen,
insbesondere verschiedenen Kunststofflagen. Der Sandwich-Werkstoff
ist an den Rändern verpresst. An diesem Bauteil aus Sandwich-Werkstoff
wird die Wasseraufnahme geprüft, somit das Eindringen von
Wasser zwischen die Kunststofflagen. Auf diese Art und Weise kann
die Eignung des Bauteils für den vorgesehenen Verwendungszweck,
insbesondere als Unterbodenverkleidung beurteilt werden.
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Ein
Verfahren mit den Merkmalen der eingangs genannten Art ist aus der
Praxis bekannt. Hierbei wird ein adäquater Prüfkörper
statisch unter Wasser gehalten. Die Differenz zwischen der Masse
des Prüfkörpers vor und nach der Prüfung
lässt Rückschlüsse auf das Wasseraufnahmevermögen
zu. Nachteilig ist bei einer solchen statischen Prüfung, dass
diese recht ungenau ist.
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Aus
der
DE 39 00 845 A1 ist
ein Verfahren zur Messung der Benetzungskraft zwischen einer Flüssigkeit
und einem Festkörper beschrieben. Dieses Verfahren wird
angewandt, um die Eignung von Werkstoffkombinationen zu ermitteln.
Bei dem Verfahren wird ein schwingendes System beim Eintauchen eines
Fest- bzw. Prüfkörpers in die Flüssigkeit in
Abhängigkeit von der Benetzungskraft zwischen der Oberfläche
des einbezogenen Fest- bzw. Prüfkörpers und der
Flüssigkeit in seinem Schwingungsverhalten verändert.
Die Veränderung des Schwingungsverhaltens bzw. die Übertragung
der Schwingungsenergie zwischen Festkörper und Flüssigkeit wird
dann zur Kennzeichnung der Benetzbarkeit herangezogen.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens anzugeben, das bzw. die
eine genaue Bestimmung der Wasseraufnahme des Bauteils aus dem Sandwich-Werkstoff
ermöglicht.
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Die
Aufgabe wird bei dem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass das im Behältnis gelagerte und unter
Wasser gehaltene Bauteil zum Schwingen angeregt wird.
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Die
im Bauteil entstehenden Schwingungen ergeben in Verbindung mit der
Kapillarwirkung des Sandwich-Werkstoffs des Bauteils realistischere Wasseraufnahmewerte
als diejenigen bei einer statischen Prüfung.
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Durch
die Anregung des Bauteils zum Schwingen lässt sich eine
Prüfsituation schaffen, die den tatsächlichen
Verhältnissen beim Einsatz des Bauteils wesentlich näher
kommt, als Verhältnissen bei einer statischen Prüfung.
Aufgrund der Schwingung des Bauteils kann dieses mehr Wasser aufnehmen
als ein statisches Bauteil.
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Bei
dem Bauteil handelt es sich vorzugsweise um ein flaches Bauteil.
Insbesondere handelt es sich bei dem Bauteil um eine Fahrzeugunterbodenverkleidung.
Diese wird zwecks Prüfung zum Schwingen angeregt.
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Von
besonderem Vorteil ist es, wenn das Bauteil punktuell zum Schwingen
angeregt wird. Von diesem Ausgangspunkt werden somit die Schwingungen
in das Bauteil einge leitet. Insbesondere wird das Bauteil, vor allem
das flächige Bauteil in Art der Fahrzeugunterbodenverkleidung,
in denjenigen Bereichen, in denen es entsprechend dessen Verwendungszweck
gelagert ist, auch im Behältnis gelagert. Die Lagerpunkte
des Bauteils entsprechen somit dessen Lagerpunkten bei dessen bestimmungsgemäßer
Verwendung. Insbesondere handelt es sich um Lagerpunkte, die bedingen,
dass das Bauteil in seinen Randbereichen im Behältnis oder
einer im Behältnis gelagerten Halteeinrichtung gelagert
sind. Bei einer derartigen Lagerung werden insbesondere in einem
mittleren, somit zentralen Bereich des Bauteils die Schwingungen
in das Bauteil eingeleitet. Der Hub und/oder die Frequenz der Schwingung
sollten regelbar sein, insbesondere dahingehend, dass sich bei der
Prüfung eine Situation simulieren lässt, die weitgehend
den realen Bedingungen des Bauteils bei dessen Einsatz entspricht.
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Um
exakte bzw. vergleichbare Prüfungsergebnisse zu erzielen,
sollte das Bauteil vor dem Ermitteln der Wasseraufnahme konditioniert
werden. Das Bauteil wird insbesondere 24 h bei einer Temperatur
von +40°C konditioniert. Um sicherzustellen, dass die konditionierten
Bedingungen bei der Ermittlung der Wasseraufnahme des Bauteils noch
vorliegen, sollte der Zeitraum zwischen der Konditionierung des
Bauteils und dem Beginn der Schwingungsprüfung des unter
Wasser gehaltenen Bauteils < 10 min
sein. Die Temperatur des Bauteils bei dessen Prüfung, somit
dann, wenn das Bauteil unter Wasser gehalten wird und den Schwingungen
ausgesetzt ist, und/oder die Temperatur des Wassers sollte ungefähr
20°C betragen. Hierdurch lassen sich normierte Bedingungen
schaffen, die bestens geeignet sind, eine vergleichbare Ausgangssituation
für die Prüfung von Bauteilen zu gewährleisten.
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Das
Bauteil kann über unterschiedliche Zeiträume zum
Schwingen angeregt werden. Es sind Zeiträume insbesondere
zwischen 1 h und 24 h denkbar. Die Dauer der Prüfung beträgt
wahlweise insbesondere 1 h, 4 h, 8 h, 16 h oder 24 h.
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Um
ein präzises Messergebnis zu erzielen, sollte das Bauteil,
vor dem Wiegen nach dessen Kontakt mit dem Wasser, von Oberflächenwasser
gereinigt werden. Hierdurch wird verhindert, dass das an der Oberfläche
des Bauteils haftende Wasser mit gewogen wird und damit das Messergebnis
verfälscht.
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Die
Bauteile aus Sandwich-Werkstoff sind insbesondere an den Rändern
verpresst und abgeschnitten. Sofern das Bauteil offene Schnittkanten aufweist,
wird es beim Wiegen nach dessen Kontakt mit dem Wasser vorzugsweise
derart gelagert, dass kein Wasser im Bereich der offenen Kanten
aus dem Bauteil herauslaufen kann.
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Die
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist insbesondere
ein Behältnis, einen in diesem gelagerten Halter zum Aufnehmen
des Bauteils, einen Prüfstempel zum schwingenden Einwirken
auf das Bauteil sowie ein Steuergerät für den Prüfstempel
auf. Der Prüfstempel wird insbesondere hydraulisch, pneumatisch
oder elektrisch betrieben.
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Weitere
Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung der Zeichnung und der Zeichnung selbst.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens ist in der nachfolgenden
Beschreibung näher beschrieben bzw. in der Zeichnung erläutert.
Es zeigt:
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1 eine
räumliche Ansicht der Vorrichtung, schräg von
oben und vorne gesehen,
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2 eine
räumliche Ansicht der in 1 dargestellten
Vorrichtung, schräg von oben und von der Seite gesehen,
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3 einen
Schnitt durch die Vorrichtung gemäß der Linie
III-III in 1.
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Das
Prüfverfahren bzw. die Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens dient zur Bestimmung der Wasseraufnahme von dynamisch
belasteten Bauteilen, z. B. Fahrzeugunterbodenverkleidungen aus
unverstärkten Sandwich-Materialien oder verstärkten
Sandwich-Materialien, vorzugsweise Kunststoff-Sandwich-Materialien,
insbesondere Kunststoff-Sandwich-Materialien, die mittels Glasfaser und/oder
Naturfaser und/oder Synthesefaser verstärkt sind.
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Das
zu prüfende Bauteil 1, insbesondere eine Unterbodenverkleidung
oder ein Musterteil, wird in Einbaulage, somit in einer Lage, die
der Lage des Bauteils bei dessen bestimmungsgemäßer
Verwendung entspricht, auf einem geeigneten Halter 2 befestigt.
Dieser Halter 2 besteht beispielsweise aus parallel zueinander
angeordneten identischen Leisten 3, die rechteckigen Querschnitt
aufweisen. Die Leisten 3 liegen auf einem horizontalen
Boden 5 einer wasserdichten Wanne 6 auf, wobei
der Boden 5 rechteckig gestaltet ist. Vorzugsweise sind
die unteren Leisten 4 des Halters 2 mit dem Boden 5 verbunden.
Die Länge der jeweiligen Leiste 4 ist geringfügig geringer
als die Breite des Bodens 5.
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Die
Leisten 3 dienen somit der aufgeständerten Lagerung
des Bauteils bzw. der Unterbodenverkleidung 1. Die Unterbodenverkleidung 1 weist
diverse Löcher zum Befestigen der Unterbodenverkleidung 1 am
Fahrzeug auf sowie funktionell mehrere Aussparungen 4 auf.
Im Bereich einiger Löcher durchsetzen Befestigungselemente,
insbesondere Schrauben 7 die Unterbodenverkleidung 1.
Die Schrauben 7 sind in die Leisten 3 eingeschraubt. Hierdurch
ist die Unterbodenverkleidung 1 fest mit dem Halter 2 verbunden.
Statt der Schrauben 7 können beispielsweise auch
Bolzen vorgesehen sein, die die Löcher in der Unterbodenverkleidung 7 und Löcher
in den Leisten 3 durchsetzen.
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In
zwei parallel zueinander angeordneten Seitenwänden 8 der
Wanne 6 ist ein Lagerrahmen 9 gelagert und gemäß Doppelpfeil
A in Längsrichtung dieser Seitenwände 8 hin-
und herverschiebbar. Festgelegt wird der Lagerrahmen 9 bezüglich
dieser Seitenwände 8 mittels Stellschrauben 10,
die dem Verklemmen von Lagerrahmen 9 und Seitenwänden 8 dienen.
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Im
Lagerrahmen 9 ist in dessen Längsrichtung eine
hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch antreibbare Stempelvorrichtung 11 gemäß Doppelpfeil
B hin- und herverschiebbar gelagert. Sie ist somit zwischen den
beiden Seitenwänden 8 in eine geeignete Position
verschiebbar. Die Stempelvorrichtung 11 ist mittels Befestigungsmitteln 12 bezüglich des
Lagerrahmens 9 festlegbar. Auf diese Art und Weise lässt
sich die Stempelvorrichtung 11 bezüglich der in
der Wanne 6 definiert gelagerten Unterbodenverkleidung 1 so
positionieren, dass der eigentliche Stempel 13 der Stempelvorrichtung 11 beim
vertikalen Verfahren in einem zentralen Bereich der Unterbodenverkleidung 1 auf
diese trifft und somit in diesem zentralen Bereich über
den Stempel 13 Schwingungen in die Unterbodenverkleidung 1 eingeleitet werden
können.
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Im
Lagerrahmen 9 ist des Weiteren ein elektrisches Steuergerät 14 für
die Stempelvorrichtung 11 gelagert. Über dieses
lässt sich die Stempelvorrichtung 11 ansteuern,
zum Einleiten der Schwingungen in die Unterbodenverkleidung 1.
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Die
Wanne 6 wird soweit gefüllt, dass die Unterbodenverkleidung 1 unter
der Wasseroberfläche liegt, z. B. ca. 3 cm unter der in 3 veranschaulichten
Wasseroberfläche 15 sich befindet. Die Hublänge
und die Hubfrequenz des Stempels 13 zur dynamischen Anregung
der Unterbodenverkleidung 1 ist über das Steuergerät 14 regelbar.
Der Hub des Stempels 13 beträgt beispielsweise,
ausgehend von dessen Position, in der er die Unterbodenverkleidung 1 gerade
kontaktiert, 15 mm und es beträgt die Hubfrequenz 70 Hübe/min.
Der Doppelpfeil C verdeutlicht die Bewegungsrichtungen des Stempels 13.
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Der
Prüfablauf ergibt sich insbesondere wie folgt:
Das
saubere und fettfreie Bauteil/Unterbodenverkleidung 1 wird
vor der Prüfung 24 h bei +40C° konditioniert.
Anschließend wird das Bauteil 1 auf 1/10 g genau
gewogen. Der Zeitraum zwischen Konditionierung und Prüfung,
somit Beginn des Schwingungsvorgangs sollte < 10 min. sein. Das Bauteil 1 wird,
wie vorstehend beschrieben, in der Wanne 6 befestigt und
die Wanne 6 mit Wasser so befüllt, dass das Bauteil
3 cm mit Wasser bedeckt ist. Die Bauteil- und Wassertemperatur sollte
ca. 20°C betragen. Der Stempel 13 wird mittig
auf dem Bauteil 1 ausgerichtet und der Hub und die Hubfrequenz
entsprechend eingestellt und der Schwingungsversuch gestartet. Die Dauer
der Prüfung ist zu vereinbaren, wahlweise 1 h, 4 h, 8 h,
16 h oder 24 h. Nach der Prüfung und der Entnahme ist das
Bauteil 1 von Oberflächenwasser zu reinigen und
auf 1/10 g genau zu wiegen. Ein Bauteil 1 mit offenen Schnittkanten
ist so zu lagern, dass beim Wiegen kein Wasser aus den offenen Kanten heraus
laufen kann.
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Die
Wasseraufnahme des Bauteils 1/der Unterbodenverkleidung
in % ergibt sich aus dem Verhältnis des Gewichts des gelagerten
Teils in g zum Gewicht des konditionierten Teils in g und dem Faktor 100.
Zur Vergleichbarkeit der Messergebnisse sind die Prüfbedingungen
im jeweiligen Prüfbericht mitanzugeben.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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