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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln einer Masse an Ruß eines in einem Abgasstrang einer Verbrennungskraftmaschine angeordneten und von Abgas der Verbrennungskraftmaschine durchströmten Partikelfilters, bei welchem wenigstens eine partikelfilterspezifische Eingangsgröße erfasst wird, welche zum Bestimmen einer Kenngröße des gegebenenfalls mit Ruß beladenen Partikelfilters herangezogen wird, und bei welchem diese Kenngröße mit der Masse der Rußbeladung des Partikelfilters korreliert wird. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Ermitteln einer Masse an Ruß eines in einem Abgasstrang einer Verbrennungskraftmaschine angeordneten Partikelfilters.
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Die
DE 60 2004 001 913 T2 und die
DE 10 2006 046 144 A1 beschreiben jeweils ein Verfahren zum Ermitteln einer Masse an Ruß in einem Partikelfilter. Hierbei werden an partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen Werte eines Drucks an einem Eingang und an einem Ausgang des Partikelfilters, ein Massenstrom eines den Partikelfilter durchströmenden Abgases sowie eine Temperatur des Partikelfilters erfasst.
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Diese partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen werden zum Bestimmen einer Permeabilität als Kenngröße des Partikelfilters herangezogen. Die Permeabilität des Partikelfilters wird mit der Masse an Ruß in dem Partikelfilter korreliert, wobei ein linearer Zusammenhang zwischen der Permeabilität des Partikelfilters und der Masse an Ruß in den Partikelfilter zugrunde gelegt wird.
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Als nachteilig bei dem beschriebenen Verfahren zum Ermitteln der Masse an Ruß in dem Partikelfilter ist der Umstand anzusehen, dass die real in dem Partikelfilter vorhandene Masse an Ruß von der mittels des linearen Zusammenhangs ermittelten Masse an Ruß abweichen kann.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mittels welchem bzw. mittels welcher ein besonders genaues Ermitteln der Masse an Ruß in dem Partikelfilter ermöglicht ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Ermitteln einer Masse an Ruß eines in einem Abgasstrang einer Verbrennungskraftmaschine angeordneten und von Abgas der Verbrennungskraftmaschine durchströmten Partikelfilters wird wenigstens eine partikelfilterspezifische Eingangsgröße erfasst. Die Eingangsgröße wird zum Bestimmen einer Kenngröße des gegebenenfalls mit Ruß beladenen Partikelfilters herangezogen. Diese Kenngröße wird mit der Masse der Rußbeladung des Partikelfilters korreliert. Hierbei wird wenigstens eine physikalische Eigenschaft des Rußes als Funktion der wenigstens einen Eingangsgröße zugrunde gelegt, und dieser funktionelle Zusammenhang zum Bestimmen der Kenngröße des Partikelfilters herangezogen.
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Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine gegebene Masse an Ruß in dem Partikelfilter unterschiedliche physikalische Eigenschaften aufweisen kann. Eine oder mehrere dieser Eigenschaften beeinflussen typischerweise die Kenngröße des Partikelfilters, etwa eine Höhe und/oder eine Dichte des gegebenenfalls mit Ruß beladenen Partikelfilters bzw. einen über dem gesamten Partikelfilter wirksamen Gesamtdruckabfall, der durch den Abgasstrom durch den Partikelfilter verursacht wird. Insbesondere wird typischerweise ein nur durch die Rußbeladung selbst verursachter Anteil des Gesamtdruckverlustes über dem Partikelfilter von den physikalischen Eigenschaften des Rußes im Partikelfilter beeinflusst.
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Ein Berücksichtigen der physikalischen Eigenschaften des Rußes als Funktion etwa einer Temperatur des Abgases ermöglicht somit ein besonders genaues Ermitteln der Masse an Ruß in dem Partikelfilter, insbesondere für unterschiedliche Betriebszustände der Verbrennungskraftmaschine bzw. für unterschiedliche Fahrzyklen eines von der Verbrennungskraftmaschine angetriebenen Kraftfahrzeugs. Vorteilhaft ist es, bei der Charakterisierung der physikalischen Eigenschaft(en) des Rußes einen Zeitverlauf wenigstens einer partikelfilterspezifischen Eingangsgröße wie beispielsweise der Temperatur als maßgebliche Einflussgröße zu berücksichtigen. Damit kann eine Historie von Einflussgrößen berücksichtigt werden, welche bedeutsam für die physikalischen Eigenschaften des Rußes, insbesondere für seine Höhe und/oder seine Dichte sein kann.
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Durch das besonders genaue Ermitteln der Masse an Ruß in dem Partikelfilter kann ein Zeitpunkt zum thermischen Regenerieren besonders genau festgelegt werden. Beim thermischen Regenerieren des Partikelfilters wird bei mittels Kraftstoff-Nacheinspritzung erhöhter Temperatur des Abgases die Masse des in dem Partikelfilter abgeschiedenen Rußes mit Sauerstoff wenigstens teilweise oxidiert und durch Austragen von Oxidationsprodukten vermindert.
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Durch das genaue Festlegen des Zeitpunkts zum thermischen Regenerieren kann ein zu häufiges Regenerieren vermieden und demzufolge Kraftstoff eingespart werden. Ebenso wird ein beschleunigtes Altern einer katalytischen Beschichtung des Partikelfilters infolge zu kurzer Regenerationsintervalle vermieden.
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Des Weiteren kann durch Bestimmen eines besonders günstigen Regenerationszeitpunktes vermieden werden, dass das Regenerieren des Partikelfilters bei Vorliegen einer besonders großen Masse an Ruß in dem Partikelfilter zu einem thermischen Schädigen des Partikelfilters infolge eines unkontrollierten Abbrennens des Rußes führt. Eine Anzahl von dem Kraftfahrzeug zurücklegbarer Kilometer bis zum thermischen Regenerieren kann so vergleichsweise hoch gewählt werden, da aufgrund des genauen Ermittelns der Masse an Ruß in dem Partikelfilter ein unbemerktes Ansammeln von bedenklich hohen Massen an Ruß in dem Partikelfilter nicht zu befürchten ist.
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Die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschriebenen Vorteile und bevorzugten Ausführungsformen gelten auch für die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ermitteln der Masse an Ruß in dem Partikelfilter.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnungen, in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind. Dabei zeigen:
- 1 ein schematisiertes Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Ermitteln einer Masse an Ruß eines in einem Abgasstrang einer Verbrennungskraftmaschine angeordneten Partikelfilters; und
- 2 ein schematisiertes Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Feststellen von physikalischen Eigenschaften des Rußes.
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Gemäß 1 erfolgt zum Ermitteln einer Masse mRuß an Ruß eines in einem Abgasstrang einer Verbrennungskraftmaschine eines Kraftfahrzeugs angeordneten Partikelfilters ein Erfassen 10 von partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen.
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Die partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen umfassen vorliegend einen Abgasmassenstrom dmAbg, einen Abgasvolumenstrom dVol, eine Oberflächentemperatur des Partikelfilters TDPF, einen Umgebungsdruck pAtm, eine Konzentration an Stickoxiden cNOx und einen Differenzdruck ΔpDPF zwischen einem Eingang und einem Ausgang des Partikelfilters. Es können auch weniger als die genannten Eingangsgrößen oder zusätzliche Eingangsgrößen berücksichtigt werden.
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Zum Beschreiben einer physikalischen Eigenschaft des Rußes wird die physikalische Eigenschaft als Funktion wenigstens einer der Eingangsgrößen zugrunde gelegt. Beispielsweise verändert sich eine Permeabilität kRuß des Rußes infolge einer Erhöhung der Temperatur in dem Partikelfilter. Typischerweise erhöht sich die Rußpermeabilität durch Einwirkung einer erhöhten Temperatur. Eine erhöhte Konzentration an NO2 kann diesen Effekt zusätzlich verstärken. Ebenso ist eine Dichte des Rußes ρRuß von der Temperatur in dem Partikelfilter abhängig. Aufgrund dieses funktionellen Zusammenhangs zwischen den partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen und den physikalischen Eigenschaften des Rußes erfolgt in Abhängigkeit von den Eingangsgrößen gemäß 1 ein Beschreiben 12 von physikalischen Eigenschaften des Rußes oder der Rußschicht, etwa seiner Höhe hRuß, seiner Dichte ρRuß und/oder seiner Permeabilität kRuß.
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Die partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen und die physikalischen Eigenschaften hRuß, ρRuß, kRuß des Rußes werden zu einem Berechnen 14 eines Teildruckabfalls ΔpRuß über einer in dem Partikelfilter abgelagerten Schicht des Rußes als Kenngröße herangezogen. Dabei beeinflusst der nur durch den Ruß selbst verursachte Teildruckabfall ΔpRuß maßgeblich den über dem gesamten Partikelfilterbauteil, beispielsweise mittels Drucksensoren direkt erfassbaren Gesamtdruckabfall ΔpDPF .
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Der Teildruckabfall Δp
Ruß ergibt sich hierbei vorzugsweise aus der Formel:
wobei Δp
Leer einen Druckabfall des leeren, unbeladenen Partikelfilters beschreibt, Δp
EK einen Druckabfall an einem verengten Einlass- und/oder Auslassbereich des Partikelfilterbauteils (Einlass- bzw. Auslasstrichter), und Δp
FH einen volumenstromabhängigen, beispielsweise aus Turbulenzen herrührenden Anteil des Druckabfalls. Hierbei steht der Index FH für „Forchheimer“ und der Term Δp
FH beschreibt typischerweise den entsprechenden Forchheimer-Term der Gleichung. Der letztgenannte Term kann gegebenenfalls auch entfallen bzw. vernachlässigt werden. Die Größen Δp
Leer, Δp
EK können empirisch ermittelt und in einem Datenspeicher abrufbar vorgehalten werden.
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Die partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen, die physikalischen Eigenschaften des Rußes und der Druckabfall Δp
Ruß werden zum Ermitteln 16 der Masse m
Ruß des Rußes in dem Partikelfilter herangezogen. Hierbei findet vorzugsweise ein Gesetz von Darcy in der Form:
wobei A
dpf eine Oberfläche des Partikelfilters, V
Abgas einen Volumenstrom des Abgases und µ
Abgas eine dynamische Viskosität des Abgases beschreiben.
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Das Beschreiben 12 der physikalischen Eigenschaften des Rußes aufgrund des funktionellen Zusammenhangs der physikalischen Eigenschaften des Rußes und der Eingangsgrößen ermöglicht ein besonders genaues, realitätsnahes Ermitteln der Masse mRuß an Ruß in dem Partikelfilter.
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Wie erwähnt hängen die physikalischen Eigenschaften des Rußes von der Temperatur des Abgases und von der NO2-Konzentration in dem Abgas ab. Sorgen beispielsweise eine vergleichsweise hohe Temperatur und eine vergleichsweise hohe Konzentration an NO2 für ein Ansteigen der Permeabilität des Rußes, so nimmt die Permeabilität des Rußes wieder ab, wenn die Temperatur und/oder die NO2-Konzentration wieder sinken, während gleichzeitig zusätzlicher Ruß in den Partikelfilter eingelagert wird.
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Somit ist als funktioneller Zusammenhang zwischen der Permeabilität des Rußes und beispielsweise der Temperatur des Abgases eine progressiv zunehmende Proportionalität zugrunde gelegt. Ebenso hat die NO2-Konzentration einen Einfluss auf die Permeabilität kRuß des Rußes und auf die Dichte ρRuß des Rußes.
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Daher erfolgt vorliegend beim Erfassen 10 der partikelfilterspezifischen Eingangsgrößen ein Erfassen der Konzentration an Stickoxiden NO2 mittels einer Berechnung 18, welche in dem Ablaufdiagramm in 2 dargestellt ist. Die Berechnung 18 bedient sich hierbei bevorzugt eines Modells, gemäß welchem mittels eines Oxidationskatalysators erzeugte Konzentrationen an NO2 in Abhängigkeit von Betriebsparametern des Oxidationskatalysators und/oder der Verbrennungskraftmaschine berechnet werden. Der Oxidationskatalysator ist vorliegend dem Partikelfilter in dem Abgasstrang vorgeschaltet.
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Somit wird dem Partikelfilter in dem Oxidationskatalysator durch Oxidation von im Abgas enthaltenem NO gebildetes NO2 zugeführt. Dieses NO2 ist geeignet, in dem Partikelfilter vorhandenen Ruß zu oxidieren. Dieser Effekt wird bei einem als CRT-Verfahren (CRT = Continuous Regeneration Trap) bezeichneten Regenerationsverfahren zum Regenerieren von Diesel-Partikelfiltern eingesetzt, bei welchem ein kontinuierliches Regenerieren des Partikelfilters angestrebt wird.
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Aufgrund der berechneten Konzentration an NO2 erfolgt gemäß 2 in einem an die Berechnung 18 anschließenden Schritt ein Abschätzen 20 einer Reaktionsrate eines Oxidierens von Ruß für einen unbeschichteten Partikelfilter. Da der Partikelfilter vorliegend eine Beschichtung aufweist, welche ebenfalls zum Bilden von NO2 beiträgt, erfolgt gemäß 2 ein Einbeziehen 22 eines Einflusses der Beschichtung in ein Bestimmen 24 einer Reaktionsrate der Rußoxidation.
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Das Bestimmen 24 stellt somit ein Berechnen einer Gesamtreaktionsrate dar, welche die beim Abschätzen 20 der Reaktionsrate für den unbeschichteten Partikelfilter und beim Einbeziehen 22 des Beschichtungseinflusses sich ergebenden Reaktionsraten integriert.
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Mit Hilfe der Gesamtreaktionsrate erfolgt gemäß 2 eine Beschreibung 26 eines Oxidationszustandes des Rußes in dem Partikelfilter. Der Oxidationszustand beschreibt hierbei, wie stark der Ruß oxidiert ist. Der Oxidationszustand ist eine Folge von in der Vergangenheit sich eingestellt habenden Reaktionsraten für ein Oxidieren des Rußes. So haben etwa über kurze Zeit wirkende sehr hohe Reaktionsraten einen vergleichbaren Einfluss wie über lange Zeit wirkende, vergleichsweise niedrige Reaktionsraten. Anhand des Oxidationszustandes des Rußes in dem Partikelfilter können gemäß 2 Änderungen der physikalischen Eigenschaften hRuß, kRuß, ρRuß des Rußes beschrieben werden. In analoger Weise wird bevorzugt eine betragsgewichtete Einwirkungsdauer weiterer Eingangsgrößen bei der Ermittlung der physikalischen Rußeigenschaften und zur Bestimmung einer Kenngröße des Partikelfilters herangezogen.
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Das vorliegend beschriebene Verfahren zum Ermitteln der Masse mRuß an Ruß in dem Partikelfilter steht im Einklang mit physikalischen Ansätzen von Fachliteratur und ist aufgrund seiner Einfachheit problemlos in ein differenzdruckbasiertes Beladungsmodell des Partikelfilters zu integrieren.
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Somit kann der Partikelfilter, welcher vorliegend zum Verringern von Rußemissionen des Kraftfahrzeugs eingesetzt wird, auf eine besonders kraftstoffsparende Weise und bei stark verringertem Risiko einer thermischen Schädigung des Partikelfilters thermisch regeneriert werden. Das thermische Regenerieren wird hierbei eingeleitet, wenn die besonders genau ermittelte Masse mRuß an in dem Partikelfilter zurückgehaltenem Ruß einen vorgegebenen Wert erreicht.
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Das Verfahren zur Ermittlung einer Masse der Rußbeladung in einem Partikelfilter kann durch Berücksichtigung folgender Einflüsse weiter verbessert werden.
- • Einlaufeffekt eines neuen und/oder frisch regenerierten Partikelfilters auf der Basis von Laufzeit und/oder Kraftstoffverbrauch
- • Einfluss abgelagerter Asche auf Gegendruck und filterwirksamer Filterfläche
- • Einfluss von Alterungseffekten insbesondere im Oxidationskatalysator und/oder im Partikelfilter auf die NO2-Bildung
- • Einfluss der Rußeigenschaften während der thermischen Regeneration des Partikelfilters aufgrund:
- - eines Sauerstoffgehalts im Abgas,
- - eines Abgasmassenstroms
- - einer Abgas- und/oder einer Partikelfiltertemperatur
- - der aktuellen Rußmasse.
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Nachfolgend wird auf die weiteren, vorzugsweise ebenfalls berücksichtigten Einflussgrößen eingegangen.
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Zur Berücksichtigung eines Einlaufeffekts für einen neuen und/oder frisch regenerierten Partikelfilters wird vorzugsweise eine zeitliche Änderung von Rußabscheideeigenschaften berücksichtigt. Die Rußabscheidung ist typischerweise abhängig von der Laufleistung des Partikelfilters und korreliert beispielsweise mit der verbrauchten Kraftstoffmenge, der Betriebslaufzeit, der Kilometerlaufleistung oder ähnlichem seit Einbau eines ungebrauchten bzw. neuen Partikelfilters oder seit der letzten thermischen Partikelfilterregeneration durch Rußabbrand. Dies kann beispielsweise durch einen mit einem oder mehreren der letztgenannten Größen verknüpften, zeitlich auf- oder abklingenden Faktor berücksichtigt werden.
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Während des Betriebes des Partikelfilters werden zum einen brennbare Stoffe (Ruß) und zum anderen nichtbrennbare Stoffe (Asche) abgesetzt. Während eine Rußbeladung bei einer thermischen Regeneration durch die Umwandlung in ein gasförmiges Reaktionsprodukt aus dem Partikelfilter entfernt werden kann, verbleiben nicht brennbare Stoffe als Asche in dem Partikelfilter. Dadurch steigt nach und nach der Gegendruck des in Bezug auf Ruß leeren Partikelfilters an. Ohne Berücksichtigung dieser zeitlich zunehmend Aschebeladung würde folglich die Rußmasse zunehmend fehlerhaft berechnet werden. Bevorzugt wird daher bei der Berechnung der Rußmasse im Partikelfilter der Druckverlust durch Aschebeladung berücksichtigt. Vorzugsweise wird zum einen die Verkleinerung der zur Rußfilterung zur Verfügung stehende Filterfläche und zum anderen der Druckverlust durch Veraschung des Filters durch ein Kennfeld berücksichtigt.
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Die katalytischen Eigenschaften der Beschichtung eines dem Partikelfilter vorgeschalteten Oxidationskatalysators und des Partikelfilters beeinflussen die Oxidation von Stickstoffmonoxid (NO) zu Stickstoffdioxid (NO2) . Im vorstehend erläuterten Rußbeladungsmodell wird die NO2-Konzentration im Abgas vor dem Partikelfilter beispielsweise berechnet unter Berücksichtung von Abgastemperatur nach Oxidationskatalysator, NOx-Konzentration im Abgas und Abgasmassenstrom. Aus der NO2-Konzentration und der vorher detektierten Rußmasse im Partikelfilter wird die Rußoxidationsrate bestimmt. Diese beschreibt den Rußabbrand durch den CRT-Effekt und damit maßgeblich die Änderung der physikalischen Eigenschaften der Rußschicht. Durch hohe thermische Belastungen des Oxidationskatalysators und des Partikelfilters insbesondere während der Regeneration altert die Beschichtung des Oxidationskatalysators und des Partikelfilters. Damit sinkt über der Lebensdauer der Umsatz von NO zu NO2. Vorzugsweise wird daher in einem Modell die Alterung der Beschichtung von Oxidationskatalysator und des Partikelfilters und deren Einfluss auf die NO2-Konzentration im Abgas beispielsweise in Abhängigkeit von der Abgastemperatur und der Rußmasse zu Beginn einer Regeneration ermittelt.
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Bei der thermischen Partikelfilterregeneration bei vergleichsweise hohen Abgastemperaturen von mehr als 550 °C erfolgt eine Oxidation von Ruß mit Sauerstoff. In manchen Fahrzuständen, z.B. Volllast, treten solche thermischen Regenerationen ohne weitere Zusatzmaßnahmen zwangsläufig auf. Das Abbrennen von Ruß aus dem Dieselpartikelfilter ändert typischerweise die Permeabilität des Rußes. In dem vorliegenden Rußbeladungsmodell wird daher vorzugsweise für die thermische Regeneration eine Rußreaktionsrate bestimmt in Abhängigkeit von Abgastemperatur, Oxidationsgrad des Rußes, Sauerstoffanteil im Abgas, Abgasmassenstrom und/oder Rußmasse im Partikelfilter. Mit dieser Rußreaktionsrate wird sowohl der Rußabbrand im Partikelfiter als auch die Änderung von Rußeigenschaften ermittelt bzw. errechnet.
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Bezugszeichenliste
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- mRuß
- Masse an Ruß
- dmAbg
- Abgasmassenstrom
- dVol
- Abgasvolumenstrom
- TDPF
- Oberflächentemperatur
- pAtm
- Umgebungsdruck
- cNOx
- Konzentration NOx
- ΔpDPF
- Differenzdruck
- kRuß
- Permeabilität des Rußes
- hRuß
- Höhe des Rußes
- ρRuß
- Dichte des Rußes
- ΔpRuß
- Teildruckabfall
- ΔpDPF
- Gesamtdruckabfall
- ΔpLeer
- Druckabfall unbeladener Partikelfilter
- ΔpEK
- Druckabfall an einem verengten Einlass- und/oder Auslassbereich eines Partikelfilterbauteils
- ΔpFH
- volumenstromabhängiger Anteil des Druckabfalls
- ADPF
- Oberfläche Partikelfilter
- VAbgas
- Volumenstrom Abgas
- µAbgas
- dynamische Viskosität Abgas
- 10
- Erfassen partikelfilterspezifischer Eingangsgrößen
- 12
- Beschreiben physikalischer Eigenschaften Ruß
- 14
- Berechnen Teildruckabfall ΔpRuß
- 16
- Ermitteln Masse mRuß
- 18
- Berechnung Konzentration Stickoxide NO2
- 20
- Abschätzen Reaktionsrate Oxidieren von Ruß
- 22
- Beschichtungseinfluss
- 24
- Bestimmen Reaktionsrate Rußoxidation
- 26
- Beschreibung Oxidationszustand Ruß