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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur bildbasierten Vermessung
eines Raumes oder eines Teilbereiches eines Raumes sowie ein Messsystem
zum Durchführen
eines solchen Verfahrens.
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Eine
automatische dreidimensionale Vermessung von Räumen ist für Handwerker und Architekten
von großem
Interesse, da auf diese Weise ein Ist-Zustand von Räumen schnell
erfasst und anstehende Arbeiten geplant werden können. Mit einer derartigen
Vermessung kann ein Aufbau von Küchen,
ein Einbau von Fenstern, eine Planung von Malerarbeiten, eine Erstellung
von CAD-Daten und dergleichen unterstützt werden.
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Derzeit
verfügbare
Systeme gliedern sich in handgehaltene, einpunktmessende Geräte, wie
beispielsweise das BOSCH DLE 150, in stationäre 3D-Scanner und in stationäre halbautomatische
Foto-Tachymeter,
mit denen eine Fotogrammetrie durchführbar ist.
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Bei
den handgehaltenen Geräten
ist ein Abtragen von vorgegebenen Maßen, eine Minimum-Messung zur
Ermittlung einer kürzesten
Entfernung, z. B. einer Waagerechten von Wand zu Wand, eine Maximum-Messung zur Ermittlung
einer größten Entfernung,
z. B. einer Diagonalen eines Raumes, und eine indirekte Längenmessung
zur Messung von Entfernungen, die nicht direkt gemessen werden können, z.
B. eine Höhe
einer Hauswand, möglich.
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Ferner
sind bildbasierte Verfahren (”Structure-From-Motion” oder VSLAM)
bekannt, die Ansätze zur
gleichzeitigen Bestimmung von Form und Kameraposition aus Kamerabildern
erlauben. Die erreich baren Rekonstruktionsgenauigkeiten sind hierbei aber
nicht ausreichend.
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Bei
einem weiteren bildbasierten Verfahren kann eine virtuelle zusammenhängende Gesamtaufnahme
eines Raumes basierend auf mit einer Kamera erstellten, einander
teilweise überdeckenden
Einzelaufnahmen von Teilbereichen des Raumes modelliert werden,
indem die Einzelaufnahmen miteinander kombiniert werden. Zur Kombination
der Einzelaufnahmen werden automatisch lokale markante Merkmalspunkte
in jeder Einzelaufnahme definiert, die unempfindlich gegen perspektivische
Verzerrung sind und nachfolgend als Landmarken bezeichnet werden.
Markant sind Raumpunkte, deren Eigenschaften von ihrem Hintergrund
abweichen, so beispielsweise Vorsprünge und Aussparungen von Strukturelementen
wie Bilder, Türen,
Fenster oder dergleichen. Anschließend wird in den Einzelaufnahmen nach
identischen Landmarken gesucht, um die überlappenden Abschnitte der
Einzelaufnahmen ausfindig zu machen und um die Einzelaufnahmen zueinander
auszurichten und zusammenzufügen.
Auf diese Weise kann eine zusammenhängende virtuelle Gesamtaufnahme
eines Raumes erzielt werden. Eine Skalierung von Strukturelementen,
wie beispielsweise Höhen-,
Breiten- und Tiefenmaße
einer Tür,
ist hingegen nicht vorgesehen. Diese kann aber nachträglich vorgenommen
werden, indem zumindest ein Maß eines
Strukturelementes, wie beispielsweise die Breite eines Türrahmens
manuell erfasst und in einen entsprechenden Rechenalgorithmus eingegeben
wird. Alle weiteren Abmessungen lassen sich dann berechnen. Allerdings
ist eine nachträgliche
Skalierung mit zusätzlichem
Aufwand verbunden, was als nachteilig angesehen wird. Ferner können weitere
Einzelaufnahmen nicht problemlos nachträglich in die virtuelle Gesamtaufnahme
integriert werden. Werden also Abschattungen, wie beispielsweise
Vorsprünge
oder Aussparungen von Raumwänden,
nicht sorgfältig
anhand der Einzelaufnahmen dokumentiert, so ist die modellierte
virtuelle Gesamtaufnahme lückenhaft.
Schließlich
ist es ohne großen
Aufwand nicht möglich,
Messergebnisse von anderen Messgeräten in die virtuelle Gesamtaufnahme
zu integrie ren, wie beispielsweise den Feuchtigkeitszustand von
Wänden,
die Lage elektrischer Leitungen, etc.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein alternatives Verfahren und Messsystem zur bildbasierten
Vermessung eines Raumes oder eines Teilbereiches eines Raumes zu
schaffen.
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Offenbarung der Erfindung
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren nach
Anspruch 1 und ein Messsystem nach Anspruch 17. Die abhängigen Ansprüche beziehen
sich auf individuelle Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur bildbasierten Vermessung eines Raumes oder eines Teilbereiches
eines Raumes wird zunächst
eine Einzelaufnahme eines Raumes unter Verwendung eines eine Kamera
aufweisenden Messsystems erzeugt. Ferner wird bevorzugt synchron
mit der Einzelaufnahme zumindest ein Abstand zwischen dem Messsystem
und dem Raumpunkt des Raumes erfasst, wobei der erfasste Abstand
der Einzelaufnahme zugeordnet wird. Anhand dieser Zuordnung kann
eine Skalierung von Strukturelementen des Raumes erfolgen, die auf
der Einzelaufnahme zu erkennen sind. So kann beispielsweise die
tatsächliche
Länge der Bilddiagonalen
der Einzelaufnahme in Kenntnis des Abstands des Messsystems von
einem Raumpunkt des Raumes berechnet werden. Ist die tatsächliche Abmessung
der Bilddiagonalen bekannt, so können darauf
basierend auch Abmessungen einzelner Strukturelemente des Raumes
berechnet werden, wie beispielsweise die Breite, Höhe und Tiefe
eines Türrahmens
oder dergleichen.
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Ferner
werden weitere, einander teilweise überschneidende Einzelaufnahmen
des Raumes bzw. von Raumbereichen unter Verwendung des eine Kamera
aufweisenden Messsystems erzeugt, woraufhin ein vir tuelles 3D-Modell
des Raums mithilfe einer Bildverarbeitungsmethode unter Berücksichtigung
des erfassten Abstands anhand der Mehrzahl von Einzelaufnahmen modelliert
wird. Die Modellierung kann beispielsweise erfolgen, indem einzelne natürliche Landmarken,
die in den jeweiligen Einzelaufnahmen identifiziert wurden, miteinander
in Einklang gebracht werden, um die jeweiligen Einzelaufnahmen miteinander
zu kombinieren. Nach der Fertigstellung des 3D-Modells können natürlich optional die
Bilddaten der Einzelaufnahmen in dieses integriert werden. Es sollte
klar sein, dass die Skalierung der ersten Einzelaufnahme auch auf
die anderen Einzelaufnahmen und somit auf das gesamte virtuelle 3D-Modell
des Raumes übertragen
werden kann.
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Basierend
auf der Abstandsmessung erfolgt demnach im Gegensatz zum Stand der
Technik eine automatische Skalierung, wodurch das Verfahren benutzerfreundlicher
gestaltet und der Zeitaufwand zur Durchführung des Verfahrens reduziert
wird.
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Bevorzugt
werden Abstände
zu mehreren Raumpunkten erfasst und einer oder mehreren Einzelaufnahmen
zugeordnet. Auf diese Weise kann die Genauigkeit des virtuellen
3D-Modells des Raums wesentlich verbessert werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird jeweils
ein Abstand zwischen dem Messsystem und drei verschiedenen Raumpunkten
ermittelt, wobei die drei Raumpunkte ein Dreieck aufspannen. Unter
der Annahme, dass die drei Raumpunkte auf einer gemeinsamen Fläche des
Raumes liegen, kann entsprechend die Form der Fläche berechnet werden. Vorteilhaft
wird ferner ein weiterer Abstand zwischen dem Messsystem und einem
vierten Raumpunkt ermittelt, wobei sich der vierte Raumpunkt innerhalb des
von den drei anderen Raumpunkten aufgespannten Dreiecks befindet.
Dies ist zum einen dahingehend vorteilhaft, dass die Erstreckung
der Fläche,
auf der sich die vier Raumpunkte befinden, noch genauer erfasst
werden kann. Zum anderen kann zu Be ginn der Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
ein Koordinatensystem festgelegt werden, indem die vier Raumpunkte,
zu denen die Abstände
ermittelt werden, derart ausgerichtet werden, dass der vierte Raumpunkt
als Koordinatenursprung auf eine Ecke des Raumes ausgerichtet ist,
und dass die anderen drei Raumpunkte jeweils auf eine die Ecke bildende
Fläche
ausgerichtet sind, beispielsweise auf zwei Wände und den Boden eines Raumes.
Die Messung der Abstände
zu derart gewählten vier
Raumpunkten gestattet die Berechnung eines Koordinatensystems, auf
dem basierend das virtuelle 3D-Modell des Raumes modelliert werden
kann. Auf diese Weise kann auch das Definieren eines Koordinatensystems
benutzerfreundlich und zeitsparend gestaltet werden.
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Bevorzugt
wird bzw. werden zudem die Position und/oder die Ausrichtung des
Messsystems und/oder eine Änderung
der Position und/oder Ausrichtung des Messsystems mithilfe wenigstens
eines weiteren Sensors erfasst, wie beispielsweise mithilfe eines
Neigungssensors und/oder eines kinematischen Sensors. Auf diese
Weise kann eine ungefähre
Lagebeziehung mehrerer Einzelaufnahmen relativ zueinander bestimmt
werden, wodurch der Rechenaufwand verringert werden kann, der zum
Kombinieren von Einzelaufnahmen erforderlich ist. Ist beispielsweise
die ungefähre Änderung
der Position und Ausrichtung des Messsystems zwischen zwei Einzelaufnahmen
bekannt, so kann der Parameterraum für das Matchen der Landmarken
entsprechend minimiert werden. Hieraus resultieren ein erheblich
verringerter Rechenaufwand sowie eine Verkürzung der Berechnungsdauer.
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Gemäß einer
bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das modellierte
virtuelle 3D-Modell des Raumes durch zumindest eine weitere Einzelaufnahme
und/oder Videoaufnahme und/oder Abstandsmessung ergänzt. Eine
derartige Ergänzung
kann beispielsweise erforderlich sein, wenn bestimmte Strukturelemente,
wie zum Beispiel Vorsprünge
oder Aussparungen einer Raumwand, anhand der erstellten Einzelaufnahmen
nicht genau erfasst und berechnet werden konnten.
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Hierzu
werden mit Hilfe des Messsystems weitere Messdaten des zu ergänzenden
Raumbereiches erfasst und die Ist-Position und die Ist-Ausrichtung
des Messsystems innerhalb des virtuellen 3D-Modells zum Zeitpunkt der Erfassung
der weiteren Messdaten bestimmt. Diese Bestimmung kann beispielsweise
erfolgen, indem zum Zeitpunkt der Erfassung der weiteren Messdaten
eine Teilaufnahme generiert wird, deren Landmarken mit denjenigen des
virtuellen 3D-Modells verglichen und in Übereinstimmung gebracht werden.
Anschließend
können die
neu erfassten Messwerte an entsprechender Position innerhalb des
virtuellen 3D-Modells ergänzt werden.
Auf diese Weise ist ein Ergänzen
und Verfeinern des virtuellen 3D-Modells
möglich.
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Bevorzugt
wird eine Soll-Position und/oder Soll-Ausrichtung des Messsystems
zum Erfassen der zumindest einen zu ergänzenden Einzelaufnahme und/oder
Videoaufnahme und/oder Abstandsmessung automatisch ermittelt und
vorgegeben, wenn im Rahmen des Modellierens des virtuellen 3D-Modells
festgestellt wird, dass zusätzliche
Messdaten erforderlich sind. Die ermittelte Soll-Position und/oder
Soll-Ausrichtung des Messsystems wird dem Benutzer dann vorteilhaft über ein
Display angezeigt, beispielsweise in Form einer generierten virtuellen
Teilaufnahme, so dass der Benutzer das Messsystem problemlos in
der gewünschten
Soll-Position und Soll-Ausrichtung anordnen kann. Besonders vorteilhaft
wird der Benutzer zu der ermittelten Soll-Position und/oder Soll-Ausrichtung des Messsystems navigiert.
Eine derartige Navigation kann beispielsweise im Rahmen eines Vergleiches
der Ist- und Soll-Position bzw. Ausrichtung der Messsystems erfolgen,
wobei der Benutzer z. B. über
auf dem Display dargestellte Pfeile von der Ist-Position zur Soll-Position
navigiert wird. Die Ist-Position
bzw. Ist-Ausrichtung des Messsystems kann dabei beispielsweise anhand
des aktuellen Sucherbildes der Kamera erfasst werden, indem Landmarken
des aktuellen Sucherbildes mit denjenigen des virtuellen 3D-Modells
verglichen werden, bis eine Übereinstimmung
festgestellt wird. Eine Fein-Navigation kann dann beispielsweise
mithilfe einer virtuellen, teiltransparenten Einzelabbildung auf
dem Display erfolgen, die mit dem aktuellen Kamerabild in Deckung
gebracht werden muss, was nachfolgend unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel noch
näher erläutert wird.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden den Einzelaufnahmen
und/oder dem virtuellen 3D-Modell weiteren
Messdaten zugeordnet, die unter Verwendung zumindest eines weiteren
Sensors erfasst werden.
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Bei
diesen zusätzlichen
Messdaten kann es sich beispielsweise um Thermografiedaten und/oder um
solche Daten handeln, die mithilfe eines digitalen Röntgensensors
und/oder eines Radarsensors und/oder eines UWB-Sensors und/oder
eines THz-Sensors und/oder eines Wallscanners oder dergleichen aufgenommen
werden. Die Zuordnung solcher weiteren Messdaten zu den Einzelaufnahmen oder
zu dem virtuellen 3D-Modell ermöglicht
beispielsweise die Darstellung des Feuchtigkeitszustands von Raumbereichen,
von elektrischen Leitungen, die in Wänden des Raumes verlegt sind,
von unterschiedlichen Materialien, die in Raumwänden verarbeitet sind, etc.,
wobei die Messdaten der zusätzlichen
Sensoren direkt eine räumliche
Zuordnung erhalten.
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Die
grafische Darstellung von Messergebnissen erfolgt vorteilhaft durch
eine Überlagerung
von halbtransparenten Abbildungen von Messergebnissen. So kann beispielsweise
ein Wärmebild,
das mithilfe einer Wärmebildkamera
aufgenommen wurde, dem Kamerabild einer Einzelaufnahme überlagert werden.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens können Strukturelemente
automatisch identifiziert und/oder klassifiziert werden. So können Identifizierungen
und Klassifizierungen beispielsweise basierend auf einer Bibliothekdatenbank
vorgenommen werden, in der eine Vielzahl von Strukturelementen mit
ihren Merkmalen hinterlegt ist. Anhand einer Punktwolke von Landmarken,
anhand von Bilddaten der Einzelaufnahmen oder in sonstiger Weise
erfasste Strukturelemente können
mit den in der Bibliotheksdatenbank hinterlegten Merkmalen verglichen
und identifiziert bzw. klassifiziert werden. Auch können Abstandsmessdaten
die Identifikation oder Klassifikation von Strukturelementen unterstützen. Wird
beispielsweise zum Durchführen
der Abstandsmessungen ein Laserabstandsmesser verwendet, so wird
dieser beim Vermessen von Wanddurchbrüchen oder Fenstern für gewöhnlich keine
oder stark von sonstigen Messungen abweichende Messergebnisse erzielen.
Entsprechend können
Wanddurchbrüche
oder Fenster anhand der fehlenden oder stark abweichenden Messergebnisse
des Abstandsmessers von Bildern oder dergleichen unterschieden werden.
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Zudem
werden Abmessungen von Strukturelementen, insbesondere von Türen, Fenstern, Schränken oder
dergleichen, vorteilhaft automatisch in dem virtuellen 3D-Modell
und/oder in den Einzelansichten angezeigt. Ferner ist es möglich, virtuelle Objekte,
wie beispielsweise Möbel
oder dergleichen, in das virtuelle 3D-Modell zu integrieren.
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Ferner
können
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
bevorzugt virtuelle Strukturelemente in ein aktuelles Videobild
eingeblendet werden. So können beispielsweise
virtuelle Möbel
in das Display des Messsystems, das eine aktuelle Videoaufnahme
eines Raumes wiedergibt, eingeblendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung schafft ferner ein Messsystem zur bildbasierten
Vermessung eines Raumes oder eines Teilbereiches eines Raumes, das insbesondere
zur Durchführung
des zuvor beschriebenen Verfahrens geeignet ist. Das Messsystem
umfasst eine Kamera, die derart ausgebildet ist, dass sie Einzelaufnahmen
eines Raums erstellen kann, wenigstens eine Einrichtung zum Erfassen
von Abständen
zwischen dem Messsystem und Raumpunkten im Raum und eine Auswerteeinheit,
die derart eingerichtet ist, dass sie zumindest einer Einzelaufnahme einen
erfassten Abstand zuordnen und ein virtuelles 3D-Modell des Raums
basierend auf Einzelaufnahmen und zumindest einer Abstandsmessung
modellieren kann.
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Bei
der Kamera handelt es sich bevorzugt um eine Videokamera, mit der
sowohl Einzel- als auch Videoaufnahmen erstellt werden können.
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Zudem
weist das Messsystem vorteilhaft wenigstens einen weiteren Sensor
auf, beispielsweise eine Wärmebildkamera
und/oder einen digitalen Röntgensensor
und/oder einen Radarsensor und/oder einen UWB-Sensor und/oder einen THz-Sensor
und/oder einen Wallscanner oder dergleichen. Dabei sind die Kamera
und der zumindest eine weitere Sensor vorteilhaft relativ zueinander
kalibriert. Umfasst das Messsystem beispielsweise eine Wärmebildkamera,
so sollte diese relativ zu der Kamera derart kalibriert sein, dass
die Wärmebildkamera
und die Kamera den gleichen Raumbereich erfassen.
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Ferner
weist die Einrichtung zum Erfassen von Abständen zwischen dem Messsystem
und Raumpunkten eines Raumes bevorzugt zumindest einen, besser noch
mehrere Entfernungsmesser auf, wobei es sich bei dem Entfernungsmesser
vorteilhaft um einen Laserentfernungsmesser handelt.
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Zudem
umfasst das Messsystem bevorzugt einen Neigungssensor und/oder einen
kinematischen Sensor, so dass die aktuelle Position und/oder Ausrichtung
und/oder eine Änderung
der Position und/oder Ausrichtung des Messsystems erfasst werden
kann/können.
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Ferner
weist das Messsystem vorteilhaft ein Display als Ausgabeeinheit
auf, über
das beispielsweise das aktuelle Bild der Kamera oder dergleichen ausgegeben
werden kann.
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Vorteilhaft
ist das Messsystem ferner derart ausgebildet, dass es handgeführt ist.
Dies ermöglicht einen
sehr flexiblen Einsatz des Messsystems.
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Schließlich ist
die Auswerteeinheit vorteilhaft derart ausgebildet, dass sie die
Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
gestattet.
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Ausführungsbeispiele
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Nachfolgend
werden beispielhafte Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen genauer beschrieben. Darin ist
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1 eine
perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Messsystems
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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2 eine
schematische Darstellung eines Raumes zur Erläuterung eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
das mit dem in 1 dargestellten Messsystem durchgeführt werden
kann;
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3 eine
vergrößerte Ansicht
einer unteren Ecke des in 2 dargestellten
Raumes;
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4 eine
schematische Draufsicht eines Raumes zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
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5 eine
schematische Ansicht einer Displayanzeige des in 1 dargestellten
Messsystems;
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6 eine
weitere schematische Ansicht einer Displayanzeige des in 1 dargestellten
Messsystems;
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7 eine
perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines Messsystems
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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8 eine
schematische Draufsicht eines Raumes zur Erläuterung eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
das mit einem erfindungsgemäßen Messsystem
gemäß einer
dritten Ausführungsform durchgeführt werden
kann;
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9 eine
schematische Ansicht eines Ausschnitts eines virtuellen 3D-Modells,
das basierend auf Messwerten erstellt wurde, die mit dem in 8 dargestellten
Messsystem erfasst wurden; und
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10 eine
schematische Ansicht eines Raumes, die zur Erläuterung eines bekannten Verfahrens
zur bildbasierten Vermessung eines Raumes dient.
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Gleiche
Bezugsziffern beziehen sich nachfolgend auf gleiche oder gleichartige
Elemente.
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10 zeigt
eine schematische Ansicht eines Raumes 100, die zur Erläuterung
eines bekannten Verfahrens zur bildbasierten Vermessung eines Raumes
dient. Der Raum 100 umfasst zwei Wände 102 und 104,
einen Boden 106 und eine Decke 108, wobei an den
Wänden 102 und 104 Fenster 110, 112 und 114,
eine Tür 116 und
ein Heizkörper 118 angeordnet
sind.
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Zur
virtuellen Darstellung eines solchen Raumes 100 ist ein
Verfahren bekannt, bei dem eine virtuelle zusammenhängende Gesamtaufnahme
des Raumes 100 basierend auf mit einer Kamera erstell ten,
einander teilweise überlappenden
Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 von
Teilbereichen des Raumes 100 modelliert wird, indem die
Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 miteinander
kombiniert werden. Zur Kombination der Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 wird
zunächst
manuell ein Koordinatensystem 126 festgelegt. Anschließend werden
automatisch lokale markante Merkmalspunkte in jeder Einzelaufnahme 120, 122 und 124 definiert,
die unempfindlich gegenüber
perspektivische Verzerrungen sind und nachfolgend als Landmarken
bezeichnet werden. Markant sind Raumpunkte, deren Eigenschaften
von ihrem Hintergrund abweichen, wie vorliegend beispielsweise die
Rahmen der Fenster 110, 112 und 114 sowie
der Tür 116 und
die Geometrie des Heizkörpers 118,
wobei natürlich
auch weniger hervorstechende Merkmalspunkte als Landmarken dienen können. Anschließend wird
in den Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 nach
identischen Landmarken gesucht, um die Überlappungsbereiche der Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 zu
identifizieren. Anhand der miteinander übereinstimmenden Landmarken können die
Einzelaufnahmen 120, 122 und 124 dann zueinander
ausgerichtet und zu einer zusammenhängenden virtuellen Gesamtaufnahme
des Raumes 100 zusammengefügt werden. Um Abmessungen einzelner
Strukturelemente zu erhalten, wie beispielsweise die Abmessungen
der Fenster 110, 112 und 114, der Tür 116,
des Heizkörpers 118 oder
die Dimensionen des Raumes 100, muss die virtuelle Gesamtaufnahme
in einem weiteren Schritt skaliert werden. Hierzu muss lediglich
eine tatsächliche
Abmessung ausgemessen werden, wie beispielsweise die Höhe h des
Fensters 110. Anhand dieser einen Abmessung können dann
grundsätzlich
alle anderen Abmessungen mithilfe eines Rechenalgorithmus berechnet
werden.
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Wie
es eingangs bereits beschrieben wurde, besteht ein Nachteil dieses
Verfahrens darin, dass sowohl das Festlegen eines Koordinatensystems 126 als
auch die Skalierung mit zusätzlichen
manuellen Schritten verbunden sind. Ferner ist das Verfahren nicht
dazu ausgelegt, dass weitere Einzelaufnahmen problemlos nachträglich in
die Gesamtaufnahme integriert werden können. Werden also Ab schattungen,
wie beispielsweise Vorsprünge
oder Aussparungen von Raumwänden
nicht sorgfältig
anhand der Einzelaufnahmen 120, 122, 124 dokumentiert,
so ist die modellierte Gesamtaufnahme lückenhaft und nur schwer zu
ergänzen.
Schließlich
ist es ohne großen Aufwand
nicht möglich,
Messergebnisse von anderen Messgeräten in die Gesamtaufnahme zu
integrieren, wie beispielsweise einen mit einem Feuchtigkeitssensor
erfassten Feuchtigkeitsgrad von Wänden, die Lage von elektrischen
Leitungen oder dergleichen.
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1 zeigt
eine perspektivische Darstellung einer ersten Ausführungsform
eines Messsystems 10 gemäß der vorliegenden Erfindung.
Das Messsystem 10 umfasst ein Messgerät 12 mit einem Gehäuse 14, in
dem eine Videokamera 16, vier Laserabstandsmesser 18a, 18b, 18c und 18d und
ein kinematischer Sensor 20 aufgenommen sind. An dem Gehäuse 14 ist
ferner ein Display 22 schwenkbar gehalten, auf dem beispielsweise
das aktuelle Kamerabild ausgegeben wird. Ferner umfasst das Messgerät 12 eine drahtlose
Schnittstelle 24, mit deren Hilfe das Messgerät 12 mit
einem Laptop 26 datentechnisch kommunizieren kann. Der
Laptop 26 beinhaltet eine Auswerteeinheit mit einem Computerprogramm
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens. Alternativ
kann die Auswerteeinheit natürlich
auch in das Messgerät 12 integriert
werden.
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Die
Videokamera 16 dient dazu, Einzelaufnahmen und/oder Videoaufnahmen
eines Raumes zu erstellen. Die Laserabstandsmesser 18a, 18b, 18c und 18d erfassen
Abstände
zu Raumpunkten des zu vermessenden Raumes. Der kinematische Sensor 20 ist
dazu ausgebildet, bei einer Änderung der
Position des Messgerätes 12 eine
Beschleunigung, Drehrate sowie die Ausrichtung des Messgeräts 12 zu
bestimmen. Zum Halten des Messgerätes 12 umfasst dieses
ferner einen Griff 28, mit dem das Messgerät 12 bequem
gehandhabt werden kann.
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Das
Messsystem 10 dient zur Durchführung eines Verfahrens zur
bildbasierten Vermessung von Räumen
oder Teilbereichen von Räumen gemäß der vorliegenden
Erfindung, wie es nachfolgend anhand den 2 bis 6 näher erläutert wird.
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2 zeigt
eine schematische Ansicht eines Raumes 100, der, ähnlich wie
es in 10 dargestellt ist, Wände 102 und 104,
einen Boden 106, eine Decke 108, Fenster 110, 112 und 114,
eine Tür 116 sowie
einen Heizkörper 118 aufweist.
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Zum
Vermessen des Raumes 100 wird, wie es in 3 dargestellt
wird, die eine vergrößerte Ansicht
der in 2 dargestellten Raumecke 128 zeigt, in
einem ersten Schritt ein Koordinatensystems zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens festgelegt.
Die Festlegung des Koordinatensystems erfolgt mithilfe der Laserabstandsmesser 18a, 18b, 18c und 18d.
Diese Laserabstandsmesser 18a, 18b, 18c und 18d sind
derart zueinander ausgerichtet, dass die von den Laserabstandsmessern 18a, 18b und 18c ausgesendeten
Laserstrahlen in einem Dreieck angeordnete Laserpunkte 19a, 19b und 19c definieren,
wenn diese auf ein Objekt fallen, wie beispielsweise auf eine Raumwand
oder dergleichen. Der Laserabstandsmesser 18d ist in Bezug
auf die Laserabstandsmesser 18a, 18b und 18c derart
ausgerichtet, dass sein Laserpunkt 19d etwa in die Mitte des
von den Laserpunkten 19a, 19b und 19c definierten
Dreiecks fällt.
Zum Festlegen eines Koordinatensystems werden die Laserpunkte 19a, 19b, 19c und 19d derart
ausgerichtet, dass der Laserpunkt 19d des Laserabstandsmessers 18d als
Koordinatenursprung genau in die Raumecke 128 fällt, während die von
den Laserabstandsmesser 18a, 18b und 18c ausgesandten
Laserstrahlen Laserpunkte 19a, 19b und 19c auf
der Wand 102, der Wand 104 und dem Boden 106 abbilden,
wie es in 3 dargestellt ist. Die Abstandsmesswerte,
die mit derart ausgerichteten Laserabstandsmessern 18a, 18b, 18c und 18d erzielt
werden, ermöglichen
die Berechnung und Skalierung eines Koordinatensystems 30,
auf dem basierend das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden
kann.
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In
einem darauf folgenden Schritt wird, wie es in 2 dargestellt
ist, nunmehr eine Einzelaufnahme 32 eines Bereiches des
Raumes 100 mithilfe der Videokamera 16 erstellt,
wobei die Laserabstandsmesser 18a, 18b, 18c und 18d Entfernungen zur
Wand 102 messen. Anhand der gemessenen Abstände zur
Wand 102 können
nunmehr die metrischen 3D-Koordinaten der Raumpunkte bestimmt und
innerhalb der Einzelaufnahme 32 auf der Wand 102 berechnet
werden.
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Anschließend werden
weitere, einander überlappende
Einzelaufnahmen des Raumes 100 erstellt, indem der Benutzer
den Raum 100 mit dem Messgerät 12 beispielsweise
kreisförmig
abschreitet.
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Anschließend werden
automatisch lokale Landmarken in jeder Einzelaufnahme definiert,
woraufhin in den Einzelaufnahmen nach identischen Landmarken gesucht
wird, um die Überlappungsbereiche
der Einzelaufnahmen erfassen und um die Einzelaufnahmen zueinander
ausrichten und zusammenfügen
zu können,
wie es zuvor unter Bezugnahme auf 10 bereits
beschrieben wurde. Auf diese Weise wird ein virtuelles 3D-Modell
des Raumes 100 erzielt, wobei sämtliche Einzelabmessungen von Strukturelementen
des Raumes 100 anhand der vorab erfolgten Skalierung berechnet
werden können.
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Im
Gegensatz zu dem unter Bezugnahme auf 10 beschriebenen
bekannten Verfahren erfolgen gemäß dem soeben
beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren
sowohl die Festlegung des Koordinatensystems 30 als auch
die Skalierung automatisch, wodurch die Handhabung des Messsystems 10 und
die Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
wesentlich vereinfacht werden.
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Wechselt
der Benutzer seinen Standort von einer Position, von der aus er
eine erste Einzelaufnahme eines Bereiches des Raumes 100 aufgenommen
hat, zu einem zweiten Standort, von dem aus er eine weitere Einzelaufnahme
eines Bereiches des Raumes 100 erstellen will, so registriert
der kinematische Sensor 20, der in das Mess gerät 12 integriert ist,
die Veränderung
der Position und der Ausrichtung des Messgeräts 12 beim Wechsel
von einem Standort zum nächsten.
Anhand der von dem kinematischen Sensor 20 erfassten Messdaten
kann der neue Standort des Messgerätes 12 zumindest annäherungsweise
bestimmt werden, so dass eine ungefähre Lagebeziehung der beiden
Einzelaufnahmen relativ zueinander berechnet werden kann. Mithilfe
dieser berechneten Lagebeziehung kann der Parameterraum, in dem
nach übereinstimmenden
Landmarken der Einzelaufnahmen gesucht wird, erheblich eingeschränkt werden,
wodurch der Rechenaufwand sowie die Zeitdauer für die Kombination der Einzelaufnahmen
erheblich verringert werden kann.
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4 ist
eine schematische Ansicht eines Raumes 40, der mithilfe
des in 1 dargestellten Messsystems 10 vermessen
werden soll. Hierzu wird zunächst
in der zuvor beschriebenen Weise ein Koordinatensystem 30 definiert,
auf dem basierend das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden soll.
Anschließend
werden Einzelaufnahmen des Raumes 40 erstellt, indem der
Benutzer beispielsweise den in 4 gestrichelt
dargestellten Weg 41 abschreitet, woraufhin aus den kombinierten
Einzelaufnahmen und den Abstandsmessungen ein virtuelles 3D-Modell
des Raumes 40 erstellt wird. Bei der Berechnung des virtuellen
3D-Modells wird nun festgestellt, dass der Raumabschnitt 42 messtechnisch nicht
vollständig
von dem Messgerät 12 erfasst
werden konnte, da die Raumecke 44 ausgehend von dem in 4 dargestellten
Standort des Messsystems 10 einen Teil des Raumabschnitts 42 optisch verdeckt
hat. Entsprechend wurde eine Einzelaufnahme 46 mit einer
Abschattung 48 aufgenommen, die keine vollständige Vermessung
des Raumabschnittes 42 zulässt. Zur Vervollständigung
des virtuellen 3D-Modells wird nunmehr automatisch ein neuer Standort 50 berechnet,
von dem ausgehend der Raumabschnitt 42 vollständig von
dem Messgerät 12 erfasst
werden kann. Zu diesem neuen Standort 50, der durch eine
Soll-Position und Soll-Ausrichtung des Messsystems 10 definiert
ist, wird der Benutzer über
das Display 22 des Mess gerätes 12 navigiert,
was nachfolgend unter Bezugnahme auf die 5 und 6 genauer
erläutert
wird.
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Zunächst wird
anhand des virtuellen 3D-Modells eine virtuelle Soll-Einzelansicht
erzeugt, die ausgehend von der Soll-Position und der Soll-Ausrichtung
des Messgeräts 12 von
der Videokamera 16 des Messgeräts 12 erfasst wird.
Anschließend
wird die aktuelle Ist-Position und Ist-Ausrichtung des Messgeräts 12 erfasst,
indem Landmarken in dem aktuellen Videobild 49 der Videokamera 16 bestimmt werden,
das auf dem Display 22 angezeigt wird, woraufhin diese
Landmarken mit denjenigen des virtuellen 3D-Modells verglichen werden.
Anhand übereinstimmender
Landmarken kann dann die aktuelle Ist-Position und Ist-Ausrichtung
des Messgeräts 12 bestimmt
werden. Um den Benutzer ausgehend von der aktuellen Ist-Position und Ist-Ausrichtung
des Messgeräts 12 zu
dem Standort 50 zu navigieren, werden auf dem Display 22 nun
entsprechende Pfeile 52 in das aktuelle Videobild 49 der
Videokamera 16 eingeblendet, wie es in 5 beispielhaft
dargestellt ist. Sobald die Ist-Position
und Ist-Ausrichtung und die Soll-Position und Soll-Ausrichtung des Messgeräts 12 nah
genug beieinander liegen, wird der Navigationsmodus dahingehend
geändert,
dass nunmehr die virtuelle Soll-Einzelansicht, die basierend auf dem
virtuellen 3D-Modell
in Bezug auf den Standort 50 berechnet wurde, als (gestrichelt
dargestellte) teiltransparente Abbildung 53 auf dem Display 22 des Messgeräts 12 eingeblendet
wird, wie es in 6 gezeigt ist. Nunmehr kann
der Benutzer das aktuelle Videobild 49, das auf dem Display 22 angezeigt
wird, mit der teiltransparenten Abbildung 53 der virtuellen Soll-Einzelansicht
in Deckung bringen, woraufhin das Messgerät 12 den Standort 50 erreicht
hat und die erforderlichen ergänzenden
Messungen durchführt werden
können.
Die neuen Messwerte können
dann wiederum in das virtuelle 3D-Modell integriert werden.
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7 zeigt
eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Messsystems 60,
dass sich lediglich dahingehend von dem in
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1 dargestellten
Messsystem 10 unterscheidet, dass zusätzlich eine Wärmebildkamera 62 in
das Gehäuse 14 des
Messgeräts 12 integriert
ist. Die Videokamera 16 und die Wärmebildkamera 62 sind
dabei derart relativ zueinander kalibriert, dass sie den gleichen
Bildbereich erfassen. Mithilfe des in 7 dargestellten
Messsystems 60 können
demnach sowohl Foto- bzw. Videoaufnahmen als auch Wärmebildaufnahmen
von Teilbereichen eines Raumes generiert werden. Die von der Wärmebildkamera 62 erstellten
Einzelaufnahmen können
dann in Form halbtransparenter Abbildungen oder dergleichen in die
Einzelaufnahmen der Videokamera 16 und/oder in das virtuelle
3D-Modell integriert werden, so dass die von der Wärmebildkamera 62 aufgezeichneten
Temperaturdaten direkt eine räumliche Zuordnung
erhalten.
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Gemäß einer
alternativen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Messsystems 70,
das in 8 dargestellt ist, ist das Messgerät 12 an
seiner Rückseite
mit einem Wallscanner 72 ausgerüstet, der elektrische Leitungen 74 orten
kann, die beispielsweise in Raumwänden verlegt sind. Bei dieser
Ausgestaltung wird das Messgerät 12,
wie es in 8 veranschaulicht ist, entlang
der Raumwände
eines zu vermessenden Raumes 40 bewegt, wobei gleichzeitig
Abstandsmessungen, Foto- bzw. Videoaufnahmen und Messungen des Wallscanners 72 durchgeführt werden.
Nachdem der Raum 40 vollständig abgeschritten wurde, kann
in der zuvor beschriebenen Weise ein virtuelles 3D-Modell generiert
werden. Daraufhin können
dann die von dem Wallscanner 72 ermittelten Messdaten in
das virtuelle 3D-Modell integriert und somit räumlich zugeordnet werden. Entsprechend
wird ein virtuelles 3D-Modell 73 erzielt, in dem der Verlauf
der elektrischen Leitungen 74 dargestellt ist, wie es in 9 beispielhaft
gezeigt ist.
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Es
sollte klar sein, dass die zuvor beschriebene Ausführungsformen
der Erfindung nur als Beispiel dienen und in keinerlei Hinsicht
einschränkend sind.
Vielmehr sind Modifikationen und Ände rungen möglich, ohne den Schutzbereich
der vorliegenden Erfindung zu verlassen, der durch die beiliegenden Ansprüche definiert
ist.
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Insbesondere
können
zusätzlich
oder alternativ zu der Wärmebildkamera 62 oder
des Wallscanners 72 alternative oder zusätzliche
Sensoren in das erfindungsgemäße Messsystem
integriert werden.
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Ferner
sollte klar sein, dass die in dem Laptop integrierte Auswerteeinheit
auch eine Bibliothekdatenbank zum Identifizieren und/oder Klassifizieren von
Strukturelementen aufweisen kann, wie es eingangs beschrieben wurde.
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Zudem
können
in ein virtuelles 3D-Modell, das mithilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens
modelliert wird, nach seiner Fertigstellung auch virtuelle Strukturelemente
in Form von virtuellen Möbeln
oder dergleichen eingefügt
werden. Diese können
dann beispielsweise auch in das aktuelle Videobild der Videokamera 16,
das auf dem Display 22 angezeigt wird, eingeblendet werden.
So kann ein Benutzer beispielsweise einen möbellosen Raum mit dem Messgerät 12 durchschreiten,
wobei diejenigen Möbel,
die in dem Raum aufgestellt werden sollen, auf dem Display 22 an
ihren geplanten Standpunkten zusammen mit dem aktuellen Videobild
eingeblendet werden. Diese Variante ist beispielsweise sehr interessant
für Architekten,
die ihren Kunden eine geplante Inneneinrichtung beim Besichtigen
eines Rohbaus demonstrieren wollen.