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Stand der Technik
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Die
Erfindung betrifft ein Überwachungssystem nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 und ein korrespondierendes Verfahren zur Aufmerksamkeitskontrolle
eines Benutzers.
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Zur Überwachung
von Gebäuden und sicherheitsrelevanten Bereichen werden
heute typischerweise Bilder von mehreren Kameras auf Wänden
mit mehreren Bildschirmen oder Monitoren mit mehreren Grafikfenstern
angezeigt und von Wachpersonal verfolgt und hinsichtlich kritischer
Ereignisse überwacht. Üblich ist ebenfalls der
Einsatz steuerbarer Kameras, die beispielsweise Pan-/Tilt-/Zoom-Funktionen
ausführen können. Die Kameras verfolgen bewegte
Objekte im Überwachungsbereich entweder automatisch oder
können vom Wachpersonal interaktiv gesteuert werden.
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Die
gleichzeitige Überwachung mehrerer Kamerabilder stellt
hohe Anforderungen an die Aufmerksamkeit des Wachpersonals. Dieses
gilt insbesondere dann, wenn ein kritisches Ereignis in einem Bild
verfolgt wird und zusätzlich weitere Kamerabilder beobachtet
werden sollen. Zur Unterstützung des Wachpersonals kann
die Auswahl der angezeigten Bilder daher bereits teilweise durch
intelligente Systeme erfolgen, so dass beispielsweise bevorzugt
Bilder angezeigt werden, in denen bewegte Objekte enthalten sind.
Die Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Reaktion auf ein
kritisches Ereignis wird aber in der Regel dem Wachpersonal überlassen.
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Ein
Problem dieser Systeme liegt jedoch unverändert in dem
vergleichsweise eintönigen Arbeitsablauf für das
Wachpersonal, der Unaufmerksamkeiten begünstigt. Zur Erkennung ermüdeter
oder unaufmerksamer Wachleute wurde bereits eine im Wachraum installierte
Kamera vorgeschlagen, welche ihrerseits die Blickrichtung und Tätigkeitsprofile der
Wachleute erfasst, automatisch analysiert und gegebenenfalls erkennbare
Unaufmerksamkeit in geeigneter Form, beispielsweise durch einen
Weckruf signalisiert. Dieser Ansatz erfordert jedoch eine aufwändige
und fehleranfällige automatische Analyse der aufgenommen
Bilder des Wachpersonals.
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Denkbar
sind auch einfachere Lösungen, in denen der Wachmann regelmäßig
einen Kontrollknopf drücken muss, um seine Aufmerksamkeit
zu bestätigen, wie es beispielsweise von Busfahrern oder
Lokomotivführern bekannt ist. Dies ist zwar geeignet, um
ein Einschlafen des Wachmanns zu erkennen, eine Unaufmerksamkeit
des Wachmanns kann im vorliegenden Anwendungsfall jedoch nur bedingt
erkannt werden.
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In
der Offenlegungsschrift
US 2003/0133012 A1 wird ein Überwachungssystem
mit mehreren Überwachungskameras beschrieben, deren Bilder auf
einer Überwachungsmonitoreinheit mit mehreren Bildbereichen
ausgegeben werden, wobei jeder Überwachungskamera mindestens
einem Bildbereich zugeordnet werden kann. Tritt ein für
die Überwachung relevantes Ereignis auf, wird eine kurze
Sequenz von Bildern gespeichert, wobei eine vorgegebene erste Anzahl
von gespeicherten Bildern den Zeitraum des relevanten Ereignisses
betrifft und eine vorgegebene zweite Anzahl von Bildern den Zeitraum
nach dem relevanten Ereignis betrifft. Die aufgenommen Bilder werden
als Bild-im-Bild in einem Bildbereich der Überwachungsmonitoreinheit
ausgegeben.
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In
der Offenlegungsschrift
EP
0 680 728 A1 wird ein System zur automatischen Überwachung des
Aufmerksamkeitsgrades eines menschlichen Benutzers beschrieben.
Das beschriebene System misst kontinuierlich eine psycho-physikalische
Kondition des menschlichen Benutzers, um eine mögliche Abnahme
des Aufmerksamkeitsgrades oder Müdigkeit zu erkennen. Zu
diesem Zweck umfasst das beschriebene System eine Steuereinheit
mit einer zeitbezogenen Takteinheit, um die Aufmerksamkeit des Benutzers
in Reaktion auf die Ausgabe einer Alarmeinheit in Form von akustischen
und/oder optischen Signalen in beliebigen Abständen zu
erregen. Nach der Ausgabe der akustischen und/oder optischen Signale
durch die Alarmeinheit misst die Steuereinheit über entsprechende
Reaktionsschaltkreise oder Detektoren die Zeitdauer, welche verstreicht,
bis der Benutzer in Form einer manuellen Eingabe auf das ausgegebenen
Alarmsignal reagiert.
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Das
erfindungsgemäße Überwachungssystem mit
mindestens einer Bildaufnahmevorrichtung zur Erzeugung von Bildern
eines vorgegebenen Überwachungsbereichs mit den Merkmalen
des unabhängigen Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den
Vorteil, dass mindestens ein vorgegebenes Pseudoalarmsignal mindestens
ein virtuelles Ereignis umfasst, wobei eine Auswerte- und Steuereinheit das
mindestens eine virtuelle Ereignis mit aktuell von mindestens einer
Bildaufnahmevorrichtung erfassten Bildern des Überwachungsbereichs
mischt und auf mindestens einer optischen Anzeigeeinheit darstellt. Das
vorgegebene Pseudoalarmsignal wird beispielsweise von einem Aufmerksamkeitskontrollmodul
in Abhängigkeit von mindestens einem vorgebbaren Kriterium
erzeugt, wobei jedem vorgegebenen Pseudoalarmsignal mindestens eine
erfassbare und auswertbare Benutzerreaktion zugeordnet ist. Eine
aktuelle Benutzerreaktion wird über mindestens eine Eingabeeinheit
vom Aufmerksamkeitskontrollmodul erfasst und ausgewertet, wobei
das Aufmerksamkeitskontrollmodul ein entsprechendes Kontrollalarmsignal
erzeugt und ausgibt, wenn die auf das vorgegebenen Pseudoalarmsignal
erfasste aktuelle Benutzerreaktion nicht mit der mindestens einen
vorgegebenen Benutzerreaktion übereinstimmt. Die Reaktion des
Wachpersonals kann über die mindestens eine Eingabeeinheit,
die beispielsweise eine geeignete Sensorik umfasst, erfasst und
vom Aufmerksamkeitskontrollmodul ausgewertet werden. Ermittelt das Aufmerksamkeitskontrollmodul
eine fehlerhafte oder gar keine Reaktion des Wachpersonals auf die
Ausgabe des Pseudoalarmsignals, so wird das Kontrollalarmsignal
erzeugt und ausgegeben, wobei die Reaktion des Wachpersonals temporär
nicht weitergeleitet sondern unterdrückt werden kann.
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Das
erfindungsgemäße Überwachungssystem ermöglicht
im Vergleich mit dem bekannten Stand der Technik eine bessere und
sichere Erkennung von unaufmerksamen Wachpersonal, in dem die Unaufmerksamkeit
unmittelbar anhand der zu lösenden Aufgabe in Form von
eingespielten virtuellen Ereignissen überprüft
wird. Das vorgeschlagene System erzeugt beispielsweise zu unregelmäßigen
Zeitpunkten, die beispielsweise über einen Zufallsgenerator
bestimmt werden, virtuelle kritische Ereignisse als Pseudoalarmsignale,
in dem virtuelle Objekte oder Symbole in die angezeigten Bilder
eingeblendet werden und prüft anschließend die
Reaktion des Wachpersonals. Somit wird eine Unaufmerksamkeit also
nicht indirekt und somit fehleranfällig, sondern unmittelbar
anhand der mit der tatsächlichen zu lösenden Aufgabenstellung
identischen Prüfung festgestellt.
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Durch
die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten
Maßnahmen und Weiterbildungen sind vorteilhafte Verbesserungen
des im unabhängigen Patentanspruch 1 angegebenen Überwachungssystems
möglich.
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Besonders
vorteilhaft ist, dass das mindestens eine virtuelle Ereignis und/oder
die mindestens eine zugeordnete Benutzerreaktion jeweils mit einem vorgebbaren
Realitätsgrad an den vorgegebenen Überwachungsbereich
angepasst werden kann. Die erzeugten virtuellen Ereignisse können
je nach Systemausprägung unterschiedlich realistisch sein
und beispielsweise sowohl einfach erkennbare Pseudoalarmsignale
in Form von Comic-Figuren umfassen, welche durch das dargestellte
Bild des Überwachungsbereichs laufen, als auch sehr realistische, praktisch
nicht von einem realen kritischen Ereignis unterscheidbare virtuelle
Ereignisse umfassen. Die zugeordnete Benutzerreaktion kann in einem
einfachen Fall beispielsweise nur die Aktivierung einer entsprechenden
Alarmtaste der manuellen Eingabeeinheit und/oder eine komplexe Bedienhandlung
mit mehreren manuellen Eingaben über die mindestens eine
Eingabeeinheit umfassen.
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In
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Überwachungssystems
erzeugt das Aufmerksamkeitskontrollmodul die virtuellen Ereignisse
beispielsweise über ein Grafikmodul als auf der mindestens einen
optischen Anzeigeeinheit darzustellende Objekte und/oder Symbole,
welche zum Mischen mit den aktuell erfassten Bildern an die Auswerte-
und Steuereinheit ausgegeben werden. Alternativ aktiviert das Aufmerksamkeitskontrollmodul
in einem Speicher abgelegte vollständige Bilder und/oder
Bildausschnitte als virtuelle Ereignisse, welche zum Mischen mit
den aktuell erfassten Bildern an die Auswerte- und Steuereinheit
ausgegeben werden. Die gespeicherten vollständigen Bilder
und/oder Bildausschnitte können beispielsweise reale kritische
Ereignisse im Überwachungsbereich repräsentieren,
die an einem zurückliegenden Zeitpunkt aufgenommen und
gespeichert wurden.
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In
weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Überwachungssystems
erzeugen mehrere Bildaufnahmevorrichtungen verschiedene Bilder des vorgegebenen Überwachungsbereichs,
die auf mehreren Bildschirmen der mindestens einen optischen Anzeigeeinheit
dargestellt werden, wobei die Bildschirmen zur Darstellung der erfassten
Bilder jeweils mindestens einer Bildaufnahmevorrichtung zugeordnet
sind. Bei einer solchen Ausführungsform kann die Auswerte-
und Steuereinheit gesteuert von dem Aufmerksamkeitskontrollmodul
die virtuellen Ereignisse entsprechend einer vorgegebenen Reihenfolge durch
Mischen mit den korrespondierenden aktuell erfassten Bildern auf
den mehreren Bildschirmen darstellen. Dadurch lässt sich
der Realitätsgrad der virtuellen Ereignisse weiter erhöhen
und die Aufmerksamkeit des Wachpersonals in vorteilhafter Weise
noch besser ermitteln.
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Ein
korrespondierendes Verfahren zur Aufmerksamkeitskontrolle eines
Benutzers mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8, der einen vorgegebenen Überwachungsbereich
durch Betrachten von mindestens einer optischen Anzeigeeinheit überwacht,
auf welcher über mindestens eine Bildaufnahmevorrichtung
erzeugte Bilder angezeigt werden, erzeugt das mindestens eine vorgegebene
Pseudoalarmsignal mindestens als ein virtuelles Ereignis, das mit
den aktuell von der mindestens einen Bildaufnahmevorrichtung erfassten
Bildern des Überwachungsbereichs gemischt und auf der mindestens
einen optischen Anzeigeeinheit dargestellt wird, wobei das mindestens
eine vorgegebene Pseudoalarmsignal in Abhängigkeit von
mindestens einem vorgebbaren Kriterium erzeugt und ausgegeben wird,
wobei jedem vorgegebenen Pseudoalarmsignal mindestens eine erfassbare
und auswertbare Benutzerreaktion zugeordnet ist, wobei eine aktuelle
Benutzerreaktion erfasst und ausgewertet wird, und wobei ein Kontrollalarmsignal
erzeugt und ausgegeben wird, wenn die auf das vorgegebenen Pseudoalarmsignal
erfasste aktuelle Benutzerreaktion nicht mit der mindestens einen
vorgegebenen Benutzerreaktion übereinstimmt.
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In
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann das mindestens eine virtuelle Ereignis und/oder die mindestens
eine zugeordnete Benutzerreaktion jeweils mit einem vorgebbaren
Realitätsgrad an den vorgegebenen Überwachungsbereich
angepasst werden.
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In
weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann das erzeugte und ausgegebene mindestens eine virtuelle Ereignis
und die erfasste mindestens eine zugeordnete Benutzerreaktion zur
Benutzerschulung verwendet werden. So kann für die jeweils
spezifische Anordnung der Bildaufnahmevorrichtungen trainiert werden,
Situationen anhand der Bilder unterschiedlicher Bildaufnahmevorrichtungen
zu analysieren oder Objekte beispielsweise mit Hilfe von Pan-/Tilt-/Zoom-Funktionen
der verwendeten Bildaufnahmevorrichtungen oder von Bildaufnahmevorrichtung
zu Bildaufnahmevorrichtung zu verfolgen.
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Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
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Kurze Beschreibung der Zeichnung
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Die
einzige Figur zeigt ein schematisches Blockdiagramm eines Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Überwachungssystems.
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Ausführungsformen
der Erfindung
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Wie
aus der Figur ersichtlich ist, umfasst das dargestellte Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Überwachungssystems 1 mehrere
Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18,
die beispielsweise als Kameras, vorzugsweise als CCD-Kameras ausgeführt
sind und Bilder eines vorgegebenen gestrichelt dargestellten Überwachungsbereichs 2 erzeugen,
eine Auswerte- und Steuereinheit 20 und eine optische Anzeigeeinheit 30.
Die Auswerte- und Steuereinheit 20 empfängt im
Normalbetrieb die von den Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 erzeugten
Bilder, bereitet diese auf und stellt sie auf der optischen Anzeigeeinheit 30 dar,
die vier als Bildschirme 32, 34, 36, 38 ausgeführte
optische Bildausgabebereiche umfasst. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
wird ein von einer ersten Bildaufnahmevorrichtung 12 erfasstes
Bild des Überwachungsbereichs 2 auf einem ersten
Bildschirm 32 der optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt,
ein von einer zweiten Bildaufnahmevorrichtung 14 erfasstes
Bild des Überwachungsbereichs 2 wird auf einem
zweiten Bildschirm 34 der optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt,
ein von einer dritten Bildaufnahmevorrichtung 16 erfasstes
Bild des Überwachungsbereichs 2 wird auf einem
dritten Bildschirm 36 der optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt
und ein von einer vierten Bildaufnahmevorrichtung 18 erfasstes
Bild des Überwachungsbereichs 2 wird auf einem
vierten Bildschirm 38 der optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt.
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Wie
aus der Figur weiter ersichtlich ist, umfasst das erfindungsgemäße Überwachungssystem 1 ein
Aufmerksamkeitskontrollmodul 40, eine manuelle Eingabeeinheit 42,
eine Speichereinheit 22 und ein Grafikmodul 24.
Das Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 erzeugt in Abhängigkeit
von mindestens einem vorgebbaren Kriterium, beispielsweise zu vorgegebenen
Zeitpunkten, die beispielsweise von einem nicht dargestellten Zufallsgenerator
bestimmt werden, mindestens ein vorgegebenes Pseudoalarmsignal.
Jedem vorgegebenen Pseudoalarmsignal ist mindestens eine erfassbare
und auswertbare Benutzerreaktion zugeordnet, wobei das Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 eine
aktuelle Benutzerreaktion auf das ausgegebene Pseudoalarmsignal über
die manuelle Eingabeeinheit 42 er fasst und auswertet. Das
mindestens eine vorgegebene Pseudoalarmsignal umfasst mindestens
ein virtuelles Ereignis 44, 46, das die Auswerte-
und Steuereinheit 20 mit den aktuell von den Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 erfassten
Bildern des Überwachungsbereichs 2 mischt und
auf den Bildschirmen 32, 34, 36, 38 der optischen
Anzeigeeinheit 30 darstellt.
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Im
dargestellten Ausführungsbeispiel wird ein erstes virtuelles
Ereignis 44 als Objekt mit dem von der ersten Bildaufnahmevorrichtung 12 erfassten Bild
gemischt und auf dem ersten Bildschirm 32 dargestellt,
und ein zweites virtuelles Ereignis 46 wird als Objekt
mit dem von der dritten Bildaufnahmevorrichtung 16 erfassten
Bild gemischt und auf dem dritten Bildschirm 36 dargestellt.
Die von der zweiten und vierten Bildaufnahmevorrichtung 14, 18 erfassten
Bilder werden unverändert auf den korrespondierenden Bildschirmen 34, 38 dargestellt.
Das Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 erzeugt ein Kontrollalarmsignal 41 und
gibt es aus, wenn die auf das vorgegebene Pseudoalarmsignal erfasste
aktuelle Benutzerreaktion nicht mit der mindestens einen vorgegebenen
Benutzerreaktion übereinstimmt.
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Somit
erzeugt das Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 zu unregelmäßigen
Zeitpunkten virtuelle kritische Ereignisse 44, 46,
beispielsweise in dem virtuelle Objekte oder Symbole in die angezeigten
Bilder eingeblendet werden und prüft anschließend
die Reaktion des Wachpersonals. Dadurch wird eine Unaufmerksamkeit
des Wachpersonals also nicht indirekt und somit fehleranfällig,
sondern unmittelbar anhand einer mit der tatsächlichen
zu lösenden Aufgabenstellung identischen Prüfung
festgestellt.
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Der
Einsatz virtueller Ereignisse 44, 46 kann darüber
hinaus optional auch genutzt werden, um das Wachpersonal zu schulen.
Es kann für die jeweils spezifische Anordnung der als Kameras
ausgeführten Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 trainiert
werden, Situationen anhand der Bilder der unterschiedlichen Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 zu
analysieren und/oder Objekte beispielsweise mit Hilfe von Pan-/Tilt-/Zoom-Funktionen
der Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 oder
von Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 zu
Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 zu
verfolgen. Zur Erzeugung solcher komplexen Pseudoalarmsignale bzw. zu
Schulungszwecken stellt die Auswerte- und Steuereinheit 20 gesteuert
von dem Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 die virtuellen
Ereignisse 44, 46 entsprechend einer vorgegebenen
Reihenfolge durch Mi schen mit den korrespondierenden aktuell erfassten
Bildern auf den mehreren Bildschirmen 32, 34, 36, 38 dar.
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Kern
der Erfindung ist die Idee, eine verbesserte Aufmerksamkeitskontrolle
für das Wachpersonal zu realisieren, in dem zu bekannten
Zeitpunkten virtuelle kritische Ereignisse 44, 46 in
den angezeigten Bildern erzeugt werden, auf die das Personal in einer
vorgegebenen Weise zu reagieren hat. Unterbleibt die Reaktion des
Personals kann diese offensichtliche Unaufmerksamkeit in geeigneter
Form signalisiert werden. Zur Erzeugung virtueller kritischer Ereignisse 44, 46 können
entweder virtuelle Objekte oder Symbole in das reale erfasste Bild
einer oder mehrerer Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 eingeblendet
und auf korrespondierenden Bildschirmen 32, 34, 36, 38 der
optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt werden, oder gespeicherte
vollständige Bilder und/oder Bildausschnitte können
auf den Bildschirmen 32, 34, 36, 38 der
optischen Anzeigeeinheit 30 ausgegeben werden. Das mindestens
eine generierte virtuelle Ereignis 44, 46 kann
je nach Systemausprägung unterschiedlich realistisch sein.
So können beispielsweise sowohl einfach erkennbare Pseudoalarmsignale,
wie durch das Bild laufende Comic-Figuren, als auch sehr realistische,
praktisch nicht von einem realen kritischen Ereignis unterscheidbare
Pseudoalarmsignal erzeugt werden.
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Das
Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 erzeugt die virtuellen
Ereignisse 44, 46 beispielsweise über
das Grafikmodul 24, das die auf der optischen Anzeigeeinheit 30 darzustellenden
Objekte und/oder Symbole an die Auswerte- und Steuereinheit 20 zum Mischen
mit den aktuell erfassten Bildern ausgibt. Zusätzlich oder
alternativ kann das Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 im
Speicher 22 abgelegte vollständige Bilder und/oder
Bildausschnitte als virtuelle Ereignisse 44, 46 aktivieren,
welche an die Auswerte- und Steuereinheit 20 ausgegeben
werden. Die vollständigen Bilder und/oder Bildausschnitte
repräsentieren beispielsweise aufgenommene zurückliegende reale
kritische Ereignisse im Überwachungsbereich 2.
Der Realitätsgrad der mindestens einen zugeordneten Benutzerreaktion
kann von einer einfachen manuellen Eingabe in Form einer Aktivierung
einer Alarmtaste bis zu einer komplexen Bedienhandlung mit mehreren
manuellen Eingaben über die mindestens eine Eingabeeinheit 42 an
den vorgegebenen Überwachungsbereich 2 angepasst
werden. Die Bilder der Bildaufnahmevorrichtungen 12, 14, 16, 18 werden über
die Auswerte- und Steuereinheit 20 an die optische Anzeigeeinheit 30 übertragen,
wobei die Auswerte- und Steuereinheit 20 vom Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 derart
gesteuert wird, dass zu bestimmten Zeitpunkten, die beispielsweise
von einem nicht dar gestellten Zufallsgenerator bestimmt werden,
das angezeigte Bild mindestens einer Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 modifiziert
wird. Die Modifikation kann entweder durch Überlagerung virtueller
Objekte oder Symbole, die vom Grafikmodul 24 bereitgestellt
werden oder durch Überlagerung von Ausschnitten bis hin
zum Ersetzen des gesamten Bildes von zuvor aufgezeichneter Bilder
der jeweiligen Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 bestehen,
die im Speicher 22 abgelegt sind.
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Die
Reaktion des Wachpersonals wird mit geeigneter Sensorik, hier mit
der manuellen Eingabeeinheit 42 erfasst und vom Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 ausgewertet.
Erfolgt eine fehlerhafte oder gar keine Reaktion, so wird dieses
am Ausgang der Aufmerksamkeitssteuerung in Form des ausgegebenen
Kontrollalarmsignals 41 signalisiert. Wurde kein Pseudo-Alarm
generiert, so wird die Reaktion des Wachpersonals unverändert
weitergeleitet, andernfalls kann die Weiterleitung der Reaktion
jedoch temporär unterdrückt werden.
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Das Überwachungssystem 1 kann
sowohl mit diskreten Modulen als auch als integrierte Baueinheit
ausgeführt werden, so können beispielsweise mindestens
zwei der als Einzelkomponenten dargestellten Baugruppen Auswerte-
und Steuereinheit 20 und/oder Speichereinheit 22 und/oder
Grafikmodul 24 und/oder Aufmerksamkeitskontrollmodul 40 und/oder
Eingabeeinheit 42 und/oder optische Ausgabeeinheit 30 in
einer Baueinheit zusammengefasst werden. Zudem können Teile
des Systems als Softwarekomponenten implementiert werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren zur Aufmerksamkeitskontrolle
eines Benutzers, der einen vorgegebenen Überwachungsbereich 2 durch
Betrachten von mindestens einer optischen Anzeigeeinheit 30 überwacht,
auf welcher über mindestens eine Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 erzeugte
Bilder angezeigt werden, erzeugt das mindestens eine vorgegebene
Pseudoalarmsignal mindestens als ein virtuelles Ereignis 44, 46,
das mit den aktuell von der mindestens einen Bildaufnahmevorrichtung 12, 14, 16, 18 erfassten
Bildern des Überwachungsbereichs 2 gemischt und
auf der mindestens einen optischen Anzeigeeinheit 30 dargestellt
wird, wobei in Abhängigkeit von mindestens einem vorgebbaren
Kriterium mindestens ein vorgegebenes Pseudoalarmsignal erzeugt
und ausgegeben wird, wobei jedem vorgegebenen Pseudoalarmsignal
mindestens eine erfassbare und auswertbare Benutzerreaktion zugeordnet ist,
wobei eine aktuelle Benutzerreaktion erfasst und ausgewertet wird,
und wobei ein Kontrollalarmsignal erzeugt und ausgegeben wird, wenn
die auf das vorgegebenen Pseudoalarmsignal erfasste aktuelle Benutzerreaktion
nicht mit der mindestens einen vorgegebenen Benutzerreaktion übereinstimmt.
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Die
Erfindung ermöglicht in vorteilhafter Weise die Kontrolle
der Aufmerksamkeit von Wachpersonal, da die Unaufmerksamkeit des
Wachpersonals sicherer als bisher unmittelbar anhand der zu lösenden Aufgabe überprüft
werden kann. Unterbleibt die erwartete vorgegebene Reaktion des
Wachpersonals kann diese offensichtliche Unaufmerksamkeit in vorteilhafter
Weise in geeigneter Form signalisiert werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - US 2003/0133012
A1 [0006]
- - EP 0680728 A1 [0007]