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DE102008009668A1 - Einrichtung zum Personentransport - Google Patents

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Siemens Corp
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    • B61RAILWAYS
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Personentransport mit zwei Ebenen (5, 6) aufweisenden Doppelstockwagen (1) eines Eisenbahnzuges. Es ist vorgesehen, dass die Doppelstockwagen (1) auf beiden Ebenen Türen (7, 8) aufweisen und dass an Bahnhöfen auf zwei Niveaus Bahnsteige (9, 10) angeordnet sind, die weitgehend niveaugleich mit den Ebenen (5, 6) der Doppelstockwagen (1) sind.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Personentransport mit zwei Ebenen aufweisenden Doppelstockwagen eines Eisenbahnzuges.
  • Doppelstockwagen sind im Regionalverkehr der Eisenbahn üblich. Bei einem solchen Doppelstockwagen befindet sich der Einstieg auf einer Ebene, die weitgehend dem Niveau des Bahnsteiges entspricht. In einem solchen Doppelstockwagen befindet sich mindestens eine Treppe, über die die Fahrgäste auf die obere Ebene des Doppelstockwagens gelangen können. Die Treppen in den Doppelstockwagen benötigen Platz, der nicht für Fahrgäste zur Verfügung steht. Der Platzverlust ist besonders groß, weil bei einem Zug aus Doppelstockwagen in jedem Wagen eine Treppe vorhanden sein muss. Wagenübergänge sind nämlich nur auf der unteren Ebene vorhanden. Die meist sehr engen Treppen sind häufig Ursache für Unfälle. Darüber hinaus bietet zwar ein Doppelstockwagen mehr Platz als ein Eisenbahnwagen mit einer Ebene, beim Ein- und Aussteigen ergeben sich aber keine Vorteile für einen Doppelstockwagen. Die Zeit, die bei hohem Fahrgastaufkommen für das Ein- und Aussteigen benötigt wird, ist sogar bei einem Doppelstockwagen eher größer als bei einem Wagen mit nur einer Ebene, weil doppelt so viele Personen durch die gleiche Anzahl Türen gehen müssen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zum Personentransport anzugeben, die hinsichtlich des Platzangebotes die Vorteile von Doppelstockwagen bietet oder sogar noch übertrifft und die selbst bei sehr hohem Fahrgastaufkommen den Zeitaufwand für das Ein- und Aussteigen gegenüber bisher üblichen Doppelstockwagen deutlich verkleinert.
  • Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass die Doppelstockwagen auf beiden Ebenen Türen aufweisen und dass an Bahnhöfen auf zwei Niveaus Bahnsteige angeordnet sind, die weitgehend niveaugleich mit den Ebenen der Doppelstockwagen sind.
  • In der Regel sind die beiden Bahnsteige übereinander angeordnet. Es kann aber auch der untere Bahnsteig auf der einen Seite und der obere Bahnsteig auf der gegenüberliegenden anderen Seite des Gleises angeordnet sein.
  • Damit wird der Vorteil erzielt, dass schon bevor der Eisenbahnzug im Bahnhof eintrifft, die Fahrgäste auf zwei Ebenen verteilt warten können. Es können dann Fahrgäste durch die Türen der oberen Ebene einsteigen, während andere Fahrgäste gleichzeitig durch die Türen der unteren Ebene einsteigen. Da zwei auf zwei Niveaus angeordnete Bahnsteige vorhanden sind, behindern sich die Fahrgastströme nicht. Es ergibt sich dadurch auch ein Vorteil gegenüber einem Eisenbahnwagen, der auf einer Ebene und auf jeder Seite vier statt zwei Türen hätte. Entsprechend gut verteilen sich die Fahrgastströme auch beim Aussteigen. Von besonderem Vorteil ist, dass die aus der oberen Ebene der Doppelstockwagen aussteigenden Fahrgäste nicht erst über enge Treppen zur Tür gelangen müssen, so dass ein Stau und sogar Unfälle vermieden werden.
  • Beispielsweise ist an der Bahnsteigkante des oberen Bahnsteigs eine Begrenzungswand mit Bahnsteigtüren angeordnet, die den oberen Türen der Doppelstockwagen zugeordnet sind. Damit wird sichergestellt, dass keine Personen vom oberen Bahnsteig herunterstürzen können, wenn kein Eisenbahnzug am Bahnsteig steht.
  • Eine solche Begrenzungswand kann selbstverständlich auch am unteren Bahnsteig angebracht sein, wobei auch diese Begrenzungswand Bahnsteigtüren aufweist, die dann den unteren Türen der Doppelstockwagen zugeordnet sind.
  • An Bahnsteigen mit nur einer Ebene sind bereits solche Begrenzungswände, die Bahnsteigtüren aufweisen, gebaut worden.
  • Durch eine geeignete Regelung des Bremsvorganges des Zuges gelingt es, dass die Türen des Zuges unmittelbar vor den Bahnsteigtüren positioniert sind, wenn der Zug steht. Entsprechend gelingt es dann auch, dass die oberen Türen des Zuges unmittelbar vor den Bahnsteigtüren des oberen Bahnsteiges positioniert sind, wenn der Zug steht.
  • Sinnvoll ist, dass die oberen und die unteren Türen am Doppelstockwagen und entsprechend die Bahnsteigtüren des oberen und des unteren Bahnsteiges direkt übereinander angeordnet sind.
  • Beispielsweise ist an den Bahnsteigen und/oder in den Doppelstockwagen ein Fahrgastinformationssystem vorhanden, das auf nicht funktionierende Türen und Bahnsteigtüren hinweist. Damit wird der Vorteil erzielt, dass die Fahrgastströme rechtzeitig von den defekten Türen weggelenkt werden, um das Aus- und Einsteigen noch mehr zu beschleunigen.
  • Beispielsweise sind die Drehgestelle der Doppelstockwagen mit regelbaren Wankausgleichsvorrichtungen ausgestattet. Diese Vorrichtungen dienen dazu, Wankbewegungen des Doppelstockwagens während der Fahrt auszugleichen, die besonders auf der oberen Ebene wahrgenommen werden.
  • Beispielsweise sind durch Einsatz der regelbaren Wankausgleichsvorrichtungen, wenn die Doppelstockwagen im Bahnhof stehen, die Spalte zwischen Doppelstockwagen und Bahnsteigen minimierbar. Die vorhandenen Wankausgleichsvorrichtungen sind also, sofern sie aktiv regelbar sind, vorteilhaft dazu geeignet, einen Doppelstockwagen soweit zur Seite zu neigen, dass die Spalte zwischen Doppelstockwagen und Bahnsteigen möglichst klein sind. Dadurch wird das Ein- und Aussteigen erleichtert. Vorteilhaft kommt man durch den Einsatz der Wankausgleichsvorrichtungen zum Minimieren der Spalte ohne eine besondere Regeleinrichtung für Luftfedern aus.
  • Beispielsweise sind im Doppelstockwagen zwischen den beiden Ebenen keine Treppen vorhanden. Durch den gezielten Verzicht auf Treppen wird der Vorteil erzielt, dass mehr Sitzplätze und Stehplätze als sonst angeboten werden können. Da das Ein- und Aussteigen über zwei auf zwei Niveaus angeordnete Bahnsteige erfolgt, ist es auch nicht notwendig, dass die Fahrgäste im Zug die Ebene eines Doppelstockwagens wechseln.
  • Beispielsweise ist auf der oberen Ebene des Doppelstockwagens eine ausklappbare Treppe angeordnet, die als Notausstieg dient. Da es vorkommen kann, dass ein Zug außerhalb eines Bahnhofes evakuiert werden muss, können dann die Fahrgäste der oberen Ebene über diese ausklappbaren Treppen aus dem Zug herausgelangen. Zum Aussteigen aus der unteren Ebene sind übliche Maßnahmen vorgesehen.
  • Es wäre alternativ auch möglich, dass in einem Doppelstockwagen eine Nottreppe fest eingebaut ist.
  • Beispielsweise weisen zwei aneinander gekuppelte Doppelstockwagen auf beiden Ebenen Wagenübergänge auf. Die Fahrgäste können dann auch während der Fahrt auf der gewählten Ebene durch den Zug gehen. Die Fahrgäste können sich also unabhängig von dem Wagen, in den sie eingestiegen sind, über die Länge des Zuges verteilen, wobei das unabhängig voneinander auf der unteren und auf der oberen Ebene erfolgen kann.
  • Die Doppelstockwagen sind beispielsweise Teil eines S-Bahn- oder U-Bahn-Zuges. Bisher sind Doppelstockwagen nämlich noch nicht für S-Bahnen und U-Bahnen vorgesehen gewesen. Gerade bei S-Bahnen und insbesondere bei U-Bahnen ergibt sich aber der Vorteil, dass sich die auf zwei Niveaus angeordneten beiden Bahnsteige in die Architektur des Bahnhofes gut einfügen lassen. Da ein moderner Bahnhof, insbesondere ein Bahnhof der U-Bahn mehrere Ebenen hat, die z. B. Geschäfte aufweisen, können die Fahrgäste in einfacher Weise zu den übereinander angeordneten Bahnsteigen geleitet werden, ohne dass grund sätzlich die oben einsteigenden Fahrgäste eine Treppe überwinden müssen.
  • Mit der Einrichtung nach der Erfindung wird insbesondere der Vorteil erzielt, dass die sehr großen Fahrgastströme, die in Großstädten üblich sind, besser und insbesondere schneller geleitet werden können. Zum Ein- und Aussteigen sehr vieler Fahrgäste eines Zuges, insbesondere einer S-Bahn oder einer U-Bahn, wird deutlich weniger Zeit benötigt als bisher. Folglich können die Aufenthaltszeiten des Zuges an Bahnhöfen deutlich kleiner sein, was zu einer vorteilhaften Verkürzung der Fahrzeit führt. Besonders im Nahverkehr einer Großstadt, wo sehr viele Bahnhöfe notwendig sind, ergibt sich eine deutlich kürzere Fahrzeit, wenn die Haltezeit an einem Bahnhof auch nur um einen Bruchteil einer Minute verkürzt werden kann.
  • Die Einrichtung zum Personentransport nach der Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert:
    Die Zeichnung zeigt schematisch einen Doppelstockwagen 1, der in einem Bahnhof steht. Zwischen dem Drehgestell 2 und dem Wagenkasten 3 des Doppelstockwagens 1 sind regelbare Wankausgleichsvorrichtungen 4 angeordnet. Der Doppelstockwagen 1 hat eine untere Ebene 5 und eine obere Ebene 6, auf denen sich nicht gezeigte Sitze befinden. In der unteren Ebene befindet sich mindestens eine untere Tür 7 und in der oberen Ebene 6 befindet sich mindestens eine obere Tür 8. Entsprechende nicht gezeigte Türen sind auch auf der gegenüberliegenden Seite des Doppelstockwagens 1 vorhanden. Diese Türen werden gebraucht, wenn in einem anderen Bahnhof das Aussteigen nur auf der anderen Seite vorgesehen ist.
  • Im Bahnhof befinden sich zwei übereinander angeordnete Bahnsteige, von denen der untere Bahnsteig 9 weitgehend niveaugleich mit der unteren Ebene 5 des Doppelstockwagens 1 ist, während der obere Bahnsteig 10 weitgehend niveaugleich mit der oberen Ebene 6 des Doppelstockwagens 1 ist. Der untere Bahnsteig 9 weist zum Gleis hin eine Begrenzungswand auf, in der Bahnsteigtüren 11 angeordnet sind. Entsprechend weist der obere Bahnsteig 10 zum Gleis hin eine Begrenzungswand auf, in der Bahnsteigtüren 12 angeordnet sind. Am oberen Bahnsteig 10 ist eine Begrenzungswand besonders wichtig, damit es nicht zu Unfällen kommt. Der Zug wird im Bahnhof so geregelt angehalten, dass die Türen 7 und 8 des Doppelstockwagens 1 vor den Bahnsteigtüren 11 und 12 positioniert sind. Mit Hilfe der regelbaren Wankausgleichsvorrichtung 4 wird dann der Doppelstockwagen 1 so geneigt, dass die Spalte zwischen den Ebenen 5 und 6 des Doppelstockwagens 1 einerseits und den Bahnsteigen 9 und 10 andererseits minimiert sind. Wenn dann sowohl die Türen 7 und 8 im Doppelstockwagen 1 als auch die Bahnsteigtüren 11 und 12 geöffnet sind, können die Fahrgäste auf zwei Ebenen schnell ein- und aussteigen. Dadurch erübrigt sich eine Treppe im Doppelstockwagen 1 selbst, so dass mehr Sitzplätze möglich sind. Die Fahrgastströme verteilen sich besonders gut auf den beiden Bahnsteigen 9 und 10, wenn diese in ein mehrgeschossiges Bahnhofsgebäude eingebunden sind. Die Einrichtung eignet sich besonders für S-Bahnen und U-Bahnen.
  • Um die Fahrgastströme noch besser lenken zu können, kann ein Fahrgastinformationssystem 13 mit steuerbarer Anzeige auf den Bahnsteigen 9 und 10, aber auch im Bahnhofsgebäude und/oder im Zug vorhanden sein.
  • Für einen Notfall befindet sich auf der oberen Ebene 6 des Doppelstockwagens 1 ein Notausstieg mit ausklappbarer Treppe 14.
  • Zwischen zwei aneinander gekoppelten Doppelstockwagen 1 befinden sich als solche übliche Wagenübergänge sowohl auf der unteren Ebene 5 als auch auf der oberen Ebene 6.
  • Mit der gezeigten Einrichtung können insbesondere in Großstädten und dort bei S-Bahnen und U-Bahnen die Fahrgastströme optimal gelenkt werden, so dass die Haltezeiten an den Bahnhöfen kürzer und die Fahrzeiten deutlich kürzer werden.

Claims (9)

  1. Einrichtung zum Personentransport mit zwei Ebenen (5, 6) aufweisenden Doppelstockwagen (1) eines Eisenbahnzuges, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelstockwagen (1) auf beiden Ebenen (5, 6) Türen (7, 8) aufweisen und dass an Bahnhöfen auf zwei Niveaus Bahnsteige (9, 10) angeordnet sind, die weitgehend niveaugleich mit den Ebenen (5, 6) der Doppelstockwagen (1) sind.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Bahnsteigkante des oberen Bahnsteigs (10) eine Begrenzungswand mit Bahnsteigtüren (12) angeordnet ist, die den oberen Türen (8) der Doppelstockwagen (1) zugeordnet sind.
  3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den Bahnsteigen (9, 10) und/oder in den Doppelstockwagen (1) ein Fahrgastinformationssystem (13) vorhanden ist, das auf nicht funktionierende Türen (7, 8) und Bahnsteigtüren (11, 12) hinweist.
  4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehgestelle (2) der Doppelstockwagen (1) mit regelbaren Wankausgleichsvorrichtungen (4) ausgestattet sind.
  5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass durch Einsatz der regelbaren Wankausgleichsvorrichtungen (4), wenn die Doppelstockwagen (1) im Bahnhof stehen, die Spalte zwischen Doppelstockwagen (1) und Bahnsteigen (9, 10) minimierbar sind.
  6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Doppelstockwagen (1) zwischen den beiden Ebenen (5, 6) keine Treppen vorhanden sind.
  7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der oberen Ebene (6) des Doppelstockwagens (1) eine aus klappbare Treppe (14) angeordnet ist, die als Notausstieg dient.
  8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwei aneinander gekuppelte Doppelstockwagen (1) auf beiden Ebenen (5, 6) Wagenübergänge aufweisen.
  9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppelstockwagen (1) Teil eines S-Bahn- oder U-Bahn-Zuges sind.
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