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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen
aus Faserverbundkunststoffen (kurz FVK) mit einer veredelten Oberfläche.
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Die
Erfindung betrifft auch eine Anlage zum Herstellen von Formteilen
aus FVK.
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Die
Erfindung verringert die Schritte zur Herstellung von Formteilen
aus FVK und ermöglicht eine Automatisierung.
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Formteile
aus Faserverbundkunststoffen werden insbesondere dann, wenn sie
als Karosserieteile im Automobilbau oder als Verkleidungsteile im Innen-
und Außenbereich von Fahrzeugen, aber auch von Transportbehältern
und Sportgeräten eingesetzt werden, zur Veredelung und/oder
farblichen Gestaltung der Oberflächen lackiert. Das Lackieren ist
aber sehr aufwändig, weil die Oberflächen der Kunststoffbauteile
für das Lackieren vorbereitet werden müssen. Der
Grund liegt in den Herstellungsverfahren, die zu einer unregelmäßigen
Oberflächenbeschaffenheit führen.
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Ein
weiteres Problem ist, dass die Herstellung von Formteilen aus FVK
bisher mit hohem manuellem Aufwand verbunden ist. Ein Problem ist
die derzeit noch geringe Automatisierungsrate.
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Relativ
lange Formenbelegungszeiten verursachen bisher eine geringe Ausstoßrate
von Formteilen aus FVK je Produktionseinrichtung und Zeiteinheit.
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Formteile
aus FVK, bei denen das Formteil beispielsweise mit Hilfe des Resin-Transfer-Moulding-Verfahrens
(RTM), des Vakuum-Injektions-Verfahrens (VI) oder des Resin-Infusions-Verfahrens (RI)
hergestellt wird, werden insbesondere dann, wenn sie als Karosserieteile
im Automobilbau oder in anderen automotiven Bereichen, wie dem Motorsport und
Motorradbau, eingesetzt werden, zur Veredelung und/oder zur farblichen
Gestaltung der Oberflächen lackiert. Das Lackieren ist
sehr aufwändig, weil die Oberflächen der Formteile
für das Lackieren vorbereitet werden müssen. Der
Grund liegt in den Herstellungsverfahren, die zu einer unregelmäßigen
Oberflächenbeschaffenheit führen. Die Ursachen
für Oberflächenfehler in unveredelten Bauteilen
sind beispielsweise Lunker, Löcher, herausstehende Faserenden
und chemisch/mechanisch bedingte Veränderungen der Werkzeugoberflächen,
die sich auf der Formteiloberfläche abzeichnen. In der
Regel ist eine mechanische Oberflächenbearbeitung erforderlich, beispielsweise
durch Schleifen oder Spachteln, so dass die erforderliche Oberflächengüte
nur mit einem hohen manuellen Aufwand zu erreichen ist. Durch zusätzliches
Aufbringen von Oberflächenschichten, beispielsweise harzreichen
Vliesschichten oder dem IMC (Inmould-Coating), wird ebenfalls versucht,
eine Vergleichmäßigung der Oberfläche
zu erreichen.
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Aus
dem Fachaufsatz von Achim Grefenstein „Folienhinterspritzen
statt Lackieren", in Metalloberfläche – Beschichten
von Kunststoff und Metall, Heft 10/99, Carl Hanser Verlag, München,
ist es bekannt, in der Spritzgusstechnik Folien zur Oberflächenveredelung
zu verwenden. Die Folien werden vorgeformt in ein Spritzgusswerkzeug
eingelegt. Anschließend wird die Kavität der Folie
in bekannter Weise mit Kunststoff hinterspritzt, um in einem Arbeitsgang
die veredelte Oberfläche herzustellen. Mit der Folienhinterspritztechnik
sind aber lediglich kleinere Kunststoffbauteile bis zu bestimmten
Abmessungen herstellbar. Mit Hilfe der Pressverfahren oder beispielsweise
des RTM-Verfahrens können Bauteile in größeren
Abmessungen, beispielsweise PKW-Front- oder Heckklappen oder Nutzfahrzeug-Windabweiser,
hergestellt werden, die durch ihre Faserverstär kung auch
die erforderlichen mechanischen Eigenschaften erfüllen.
Allerdings können auch mit diesen Verfahren die für
ein Lackieren erforderlichen Oberflächengüten
noch nicht erreicht werden.
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Bekannt
ist ein Verfahren nach
DE
103 09 811 A1 , in dem eine bereits die gewünschten
Eigenschaften hinsichtlich der Beschaffenheit und ggf. der Farbgebung
der Oberfläche des Bauteils aufweisende Kunststofffolie,
die entsprechend der Topographie der Oberfläche des Bauteils
vorgeformt ist, in eine den Bauteilabmessungen entsprechende Form
eingelegt wird, dass ein faserverstärkter Kunststoff, vorzugsweise
mit einer Duroplast- oder Thermoplastmatrix, mit einem auf die Zusammensetzung
des Halbzeugs abgestimmten Verfahren auf die Seite der vorgeformten
Folie aufgebracht wird, die nicht die Oberfläche ist, und
dass nach dem Aushärten oder Abkühlen des faserverstärkten
Kunststoffs das fertige Formteil der Form entnommen wird.
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Die
Veredelung der Oberfläche des Formteils kann mit dem Folien-Hinterpressen
oder dem Folien-Resin-Transfer-Moulding (Folien-RTM) erfolgen. Beim
Folienhinterpressen wird eine auf einer separaten Anlage vorgeformte
Folie auf eines der formgebenden Werkzeuge einer Presse, in die
Matrize oder auf die Patrize, gelegt, der faserverstärkte Kunststoff
in Form einer Matte oder eines Plastifikates auf das Gegenstück
des Werkzeugs der Presse gelegt und mit einem auf die Zusammensetzung
diese Halbzeugs abgestimmten Pressverfahren die vorgeformte Folie
mit der Matte oder dem Plastifikat verbunden.
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Das
Folien-Resin-Transfer-Moulding (Folien-RTM) erfolgt in einer geschlossenen
Form, die den geschlossenen Presswerkzeugen, Matrize und Patrize,
einer Presse vergleichbar ist. In die Form wird die vorgeformte
Folie und unter deren Kavität eine Fasermatte, also nur
die Faserverstärkung, eingelegt. Die evakuierte Form wird
in bekannter Weise mit einem Gemisch aus Harz und Härter
gefüllt, wobei die Matte getränkt und die Kavität
unter der Folie ausgefüllt wird. Die Form bleibt solange
geschlossen, bis das injizierte Harz ausgehärtet ist. Bei
offenen Verfahren wie Handlaminieren oder Vakuumverfahren ist diese
Technik ebenfalls denkbar.
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Das
Verfahren ermöglicht sowohl durch Folien-Hinterpressen
als auch durch Folien-Resin-Transfer-Moulding (Folien-RTM) großformatige
Formteile mit großen Flächen, beispielsweise Kofferraumabdeckungen
oder Türelemente, kostengünstig in einer Oberflächenqualität
herzustellen, die dem bekannten Folienhinterspritzen vergleichbar
ist. Es können faserverstärkte Kunststoffe und
Verarbeitungsverfahren angewendet werden, nach dem sich die erzeugten
Oberflächen bisher nur mit dem oben beschriebenen hohen
Aufwand veredeln ließen. Die Folien können eingefärbte
Schichten oder besonders präparierte Lackschichten enthalten.
Als Folien eignen sich insbesondere coextrudierte Zwei- oder Mehrschichtfolien,
wie sie auch beim Folienhinterspritzen verwendet werden. Durch die
Coextrusion dünner, eingefärbter Kunststoffschichten
innerhalb eines Zwei- oder Mehrschichtverbundes können
Schichten aufgebaut werden, die Lackschichten vergleichbar sind. Weiterhin
können Folien mit einer aufgedampften Metallschicht als
Funktionsschicht eingesetzt werden. Das Verfahren ermöglicht
das Veredeln faserverstärkter Kunststoffe, vorzugsweise
mit einer Duroplast- oder Thermoplastmatrix, ohne Vorbereitung der
Oberfläche und ohne Lackierung in einer wesentlich geringeren
Anzahl von Arbeitsschritten als nach den herkömmlichen
Verfahren. Für Effektfarben ist ein nachgeschalteter Lackierprozess
mit reduziertem Lackieraufwand möglich.
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Die
oben beschriebenen Verfahren bedingen jedoch alle den vorhergehenden
Prozess des Folienumformens in einem separaten Arbeitsgang auf einer separaten
Fertigungsanlage inklusive einer notwendigen Gratentfernung und
Randbearbeitung der so umgeformten Folie.
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Ein ähnliches
Verfahren ist in der
EP
0 819 516 A2 beschrieben. Dort wird die Oberfläche
als Lackfolie bezeichnet und besteht ebenfalls aus einer auf einer
separaten Anlage vorgeformten Folie, die beschnitten, transportiert
und zwischengelagert werden muss. Diese Vorgänge beeinträchtigen,
besonders bei der hier beschriebenen sehr dünnen Folie erheblich
deren Qualität. Die beschriebene dünne Folie kann
weiterhin bestenfalls die Oberflächenbeschaffenheit von
Bauteilen hinsichtlich der Farbgebung verbessern, nicht aber deren
mechanische und ggf. chemische Beständigkeit gegen äußere
Einflüsse sowie weitere Eigenschaften des Formteils, wie Splitterfestigkeit
bei einem Crash. Für die beschriebenen Herstellungsverfahren
der faserverstärkten Bauteile, hier insbesondere RTM, LFT,
SMC und GMT sind die in
EP
0 819 516 A2 beschriebenen Folien aufgrund der geringen
Stärke nicht verwendbar, da sie nicht die notwendigen mechanischen
und thermischen Beständigkeiten aufbringen, um diesen,
zumeist unter Druck und Temperatur stattfindenden Verfahren standzuhalten.
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Weiterer
Nachteil ist die vor dem Umformen auf die Außenseite der
Folie aufgebrachte Lackschicht, die nach dem Umformen Ausgehärtet
wird. Diese Lackschicht ist empfindlich gegen Beschädigungen
durch das Formwerkzeug, besonders bei hohen Injektionsdrücken
des eingespritzten Matrixmaterials aufgrund der Reibung, die zwischen
Lackoberfläche und Werkzeug entstehen kann, da die verformte
Folie aufgrund der Dimensionsveränderungen, hervorgerufen
durch das Schrumpfverhalten nach dem Thermoformen, nicht problemlos
in ein weiteres Werkzeug passt.
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Ein
weiteres, bereits bekanntes Verfahren zur Oberflächenveredlung
ist eine Variante des IMD-Verfahrens (In-Mold-Decoration). Hierbei
wird eine bedruckte Trägerfolie über ein Formwerkzeug geführt.
Nach dem Schließen der Formhälften wird die Trägerfolie
mitsamt dem dekorativen Aufdruck mit Hilfe des pneumatischen Druckes
eines eingespritzten Kunststoffes umgeformt. Nach dem Erhärten
des (zumeist thermoplastischen) Kunststoffes und der Bauteilentformung
haftet der Dekordruck am entstandenen Bauteil, die Trägerfolie
wird abgelöst und entsorgt.
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Dieses
Verfahren ermöglicht eine Dekoration der Oberflächen
des Bauteils, nicht aber das Herstellen einer mechanisch bzw. chemisch
widerstandsfähigen Schutzschicht. Für Anwendungen
im bewitterten Außenbereich muss grundsätzlich
lackiert werden. Auch sind die so zu dekorierenden Bauteile anlagentechnisch
bedingt nur in begrenzten Abmaßen einzusetzen.
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Eine
Kombination der bereits genannten Verfahren der IMD und des Folienhinterspritzens
ist ein Verfahren, bei dem eine ungeformte, dekorierte und elastische
Folie über ein Formwerkzeug geführt wird. Nach
dem Schließen der Formhälften wird die Folie mitsamt
dem dekorativen Aufdruck mit Hilfe des pneumatischen Druckes eines
eingespritzten Kunststoffes umgeformt. Nach dem Erhärten
des (zumeist thermoplastischen) Kunststoffes und der Bauteilentformung
haftet die Folie am entstandenen Bauteil. Mit diesem Verfahren können
aber nur mechanisch wenig widerstandsfähige, elastische
Oberflächen mit geringen Härten (sogenannte Softfeel-Oberflächen) für
unbewitterte Innenbereiche auf Bauteile aufgebracht werden.
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Neben
den Vorteilen des Entfallens eines kompletten Arbeitsganges und
des Einlegens einer vorgeformten Folie inklusive Entfall von qualitätsmindernden
Lagerungsprozessen kann noch die notwendige Prozesswärme
der Umformung als Prozesswärme der nachfolgenden Herstellung
der Bauteile zur Energieeinsparung eingesetzt werden.
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Das
Verbleiben gerade von dünneren Oberflächenfolien
im Formwerkzeug verbessert in hohem Maße die Qualitätssicherheit
der Produktion, da die Entnahme einer in einer separaten Anlage
vorgeformten Folie sowie der Transport und die Lagerung aufgrund
der Verschmutzungsgefahr und der veränderten Umgebungstemperaturen
zu Qualitätsminderungen und auch Dimensionsänderungen
(Schrumpfung) führt.
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In
der
EP 1 230 076 wird
der Vorgang der Folienumformung im späteren Formgebungswerkzeug beschrieben,
allerdings können hierbei nur sehr dünne Folien
mit höchstens dekorativen Eigenschaften zum Einsatz kommen,
da die uneffektive Erwärmung mittels der Kontaktwärme
der beheizten Patrize sowie des Halterahmens (genannt Ringmutter)
bei stärkeren Folien um ein Vielfaches länger
dauert als bei einer separaten Strahlungsheizung. Für eine
Herstellung von FVK-Formteilen ist diese Art der Folienerwärmung
nicht geeignet, da Patrize und Ringmutter zur fehlerfreien Entformung
des entstandenen FVK-Formteils wieder einem längeren Abkühlprozess
unterzogen werden müssen. Weiterhin erlaubt diese Art der
Folienerwärmung keine Darstellung von scharf konturierten
Oberflächen.
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Ein
weiterer Nachteil der in der
EP
1 230 076 verwendeten Ringmutter (Rahmen) ist, dass diese(r) ausschließlich
die Form der Außenkontur des Formteilschnittes haben muss
und somit eine flexible Gestaltung für verschiedenförmige
Außenkonturschnitte nicht gegeben ist. Für jedes
anders gestaltete Formteil muss eine neue, entsprechend gestaltete
Ringmutter angefertigt werden. Der Produktwechsel in der Anlage
gestaltet sich daher ebenso umfangreich wie langwierig.
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Ein
weiterer Nachteil des Einsatzes der Ringmutter (des Rahmens) ist
die begrenzte Mobilität der Ringmutter (des Rahmens), da
dieser während des Produktionsprozesses an Vakuum- und
Heiz-/Kühlleitungen angeschlossen bleiben muss.
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Darüber
hinaus wird der gesamte Verfahrensablauf der Herstellung von Formteilen
mit einer Oberflächenfolie und einer hinterspritzten Formmasse
aus Polyurethan, ähnlich dem Folienhinterspritzen, beschrieben.
Polyurethan-Formteile unterscheiden sich jedoch deutlich nachteilig
hinsichtlich spezifischem Gewicht, Festigkeit und Einsatzgebiet
gegenüber den FVK-Formteilen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, die bereits bekannten Verfahren zur Veredelung
der Oberflächen von Formteilen aus Faserverbundkunststoffen
so zu vereinfachen, dass zumindest das separate Verfahren der Folienumformung
sowie das dazugehörige periphere Handling entfällt.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird gelöst mit einem Verfahren zur
Herstellung von Formteilen aus Faserverbundkunststoffen mit veredelter
Sichtfläche, die sichtseitig eine Oberflächenfolie
aufweisen, das folgende Verfahrensschritte umfasst:
- – Formen der Oberflächenfolie entsprechend
der Topographie des Formteiles,
- – Aufbringen eines Fasergewebes auf eine der Sichtfläche
abgewandten Innenseite der geformten Oberflächenfolie und
anschließendes Imprägnieren mit Präpolymerharz,
- – Formen des Formteiles und Aushärtung,
- – Entnahme des sichtseitig die Oberflächenfolie aufweisenden
Formteiles,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass - – eine zugeschnittene Oberflächenfolie
bis zur Erweichungstemperatur erwärmt wird,
- – die zugeschnittene erwärmte Oberflächenfolie im
Formwerkzeug entsprechend der Topographie des herzustellenden Formteiles
geformt wird,
- – ein Fasergewebe und Präpolymerharz im gleichen
Formwerkzeug auf die Innenseite der Oberflächenfolie aufgebracht,
entsprechend der Topographie des Formteiles geformt und ausgehärtet wird
und
- – das fertige Formteil nach Aushärtung dem Formwerkzeug
entnommen wird.
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Weiterhin
wird die Aufgabe der Erfindung gelöst mit einer Anlage
zur Herstellung von Formteilen mit veredelter Sichtfläche
aus Faserverbundkunststoffen, die sichtseitig eine Oberflächenfolie
aufweisen, umfassend
- – eine Beladestation,
aufweisend eine gehalterte Folienrolle mit einer aufgewickelten
Oberflächenfolie und ein Zuschneidewerkzeug,
- – eine Heizstation zur Erwärmung der Oberflächenfolie,
- – eine Formstation, aufweisend einen Matrizenhalter
mit einer Matrize, einen Patrizenhalter mit einer Patrize, wobei
Matrize und Patrize die Negativ- bzw. Positivform des herzustellenden
Formteiles aufweisen,
- – eine Formteilentnahmestation und
- – eine Folienhalterung für die Halterung der
Oberflächenfolie.
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Die
Folienhalterung kann beispielhaft als Halterahmen oder als Vakuumfixierung
für den Transport und die Bearbeitung der Oberflächenfolie ausgebildet
sein.
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Die
eingesetzte Oberflächenfolie dient, sich verbindend mit
dem entstehenden Formteil, als dekorative und auch als funktionale
Oberflächenschicht, z. B.
dekorativ farbig oder transparent
mit glatter oder strukturierter Oberfläche bzw. mit Dekor-
und Funktionselementen in oder unter der Folie oder
funktional
als Schutzschicht gegen äußere mechanische oder
chemische Einwirkungen auf das Formteil.
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Der
erfindungsgemäß eingesetzte Halterahmen nimmt
die ungeformte Oberflächenfolie auf und transportiert diese
dann zur nächsten Bearbeitungsstation. Das kann die Vorwärmeinrichtung
für die Oberflächenfolie bzw. die Umformeinrichtung
sein. Dort trägt der Halterahmen die Oberflächenfolie
während des Umformprozesses sowie während des
Injektionsprozesses. Nach der abgeschlossenen Injektion des Harzes
trägt der Halterahmen während des Entformens aus
der Negativform das entstandene Rohformteil. Er transportiert dann
das Rohformteil ggf. durch eine Wärmestrecke zur Nachbearbeitung bzw.
Formteilentnahmestation.
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Am
Rahmen sind die Aufnahmen der automatischen Lineartransportachsen
befestigt.
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Vorteilhafterweise
dichtet der Rahmen die Oberflächenfolienunterseite gegen
die Druckplatte ab, die zum Erzeugen des pneumatischen Umformdruckes
während des High-Pressure-Formens (mittels pneumatischen Überdruck)
die Folienunterseite abdeckt.
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Darüber
hinaus nimmt der Rahmen die Kanäle für die Medienführung
auf, die hier Vakuum bzw. verdrängte Abluft/überschüssiges
Harz sein können.
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Die
Matrizen- und Patrizenhalter klemmen beidseitig abdichtend die umzuformende
Oberflächenfolie ein.
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Die
Matrizen- und Patrizenhalter sind so ausgeführt, dass sie
während der pneumatischen Folienumformung die Abdichtung
zwischen Umformwerkzeug (Negativform, Matrize) und der im Halte rahmen geklemmten
Oberflächenfolie herstellt. Des Weiteren dichtet er die
Folienunterseite gegen die Druckplatte ab, die zum Erzeugen des
pneumatischen Umformdruckes während des High-Pressure-Formens
(mittels pneumatischen Überdruck) die Folienunterseite abdeckt.
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Des
Weiteren dichtet der untere Folienhalter die Folienunterseite (Rückseite)
zur Gegenform während des Injektionsprozesses ab.
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Durch
den oberen Formenhalter wird zwischen Folienoberseite und Umformwerkzeug
zur Umformung evakuiert bzw. während des High-Pressure-Formens
entlüftet.
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Eine
Mediendurchführung durch den oberen und unteren Formenhalter
unterstützt die modulare Gestaltung als stationäre
Formenträger mit auswechselbaren Formeinsätzen
ohne aufwändige Medienanschlüsse und Abdichtungen
an diesen Formeneinsätzen.
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Die
erfindungsgemäß eingesetzte Stützschale
dient als Aufnahme und Transporthilfe für das zugeschnittene
und vorgeformte Fasermaterial von der Preformingstation zum Umformwerkzeug,
als Trennmaterial zwischen Gegenform (Patrize) und Faserverbundkunststoff
(FVK) und stützend, je nach Ausführung, für
den FVK-Aufbau während der Entformung des sich noch im
Gelierzustand befindlichen FVK-Formteiles (geliert bedeutet angehärtet,
aber noch nicht ausgehärtet). Die Stützschale
besteht aus einem Metall mit einem Trennmittelbelag oder aus einem
Kunststoff, der eine Indifferenz zum verwendeten Matrixkunststoff
besitzt, um eine chemische Verbindung zu vermeiden.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
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Eine
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sieht vor, dass die Erwärmung der eingespannten Oberflächenfolie
außer halb des Formwerkzeuges erfolgt und anschließend
die Oberflächenfolie in das Formwerkzeug eingebracht wird.
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Eine
vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Erwärmung der eingespannten Oberflächenfolie im
Formwerkzeug erfolgt.
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Eine
weitere Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die eingespannte
Oberflächenfolie im Formwerkzeug mittels Druck und/oder
Vakuum geformt wird.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung wird nach dem Formen der Oberflächenfolie
das Fasergewebe mittels einer Stützschale auf die Innenseite
der im Formwerkzeug einliegenden Oberflächenfolie aufgebracht
und in einem entstehenden Formenspalt zwischen Innenseite der Oberflächenfolie
und der Stützschale das Präpolymerharz im flüssigen
Zustand injiziert.
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In
einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird mittels der Stützschale die Maße des Formenspaltes
eingestellt.
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Eine
Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Halterahmen auf
einer Transportbahn bewegt wird.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass überschüssiges
in das Fasergewebe eingebrachtes Präpolymerharz über
Harzkanäle abgeführt wird.
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In
einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird die Einführung
des Präpolymerharzes mit Vakuum unterstützt.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine
Wärmenachbehandlungsstation angeordnet ist.
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In
einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Anlage
ist die Folienhalterung als Halterahmen ausgebildet.
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In
einer weiteren Ausgestaltung ist der Halterahmen mehrteilig ausgebildet.
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In
einer Weiterbildung ist der Halterahmen einteilig ausgebildet.
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In
einer Weiterbildung der Anlage ist die Heizstation in der Formstation
integriert.
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Eine
weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Stationen der Anlage mittels
einer Transportbahn verbunden sind, auf der die Folienhalterung
von Station zu Station verschiebbar angeordnet ist.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Anlage ist zwischen Matrizenhalter und Patrizenhalter flüssigkeits-
und vakuumdicht die Folienhalterung positionierbar.
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Eine
weitere Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckplatte
mit einer Heizvorrichtung für die Erwärmung der
Oberflächenfolie auf dem Matrizenhalter positionierte Folienhalterung aufsetzbar
ist, wobei die Druckplatte und die Heizvorrichtung eine Druckluftzuführung
für die Formung der Oberflächenfolie in der Matrize
aufweisen.
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In
einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Anlage
weist der Matrizenhalter und die Matrize eine Entlüftungsbohrung
zum Anlegen eines Vakuums zur Formung der Oberflächenfolie
auf.
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Ein
Vorteil der Erfindung ist die Ermöglichung einer automatisierten
Fertigung von Kunststoffteilen aus Faserverbundkunststoffen.
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Die
Oberflächenfolie, die zur Oberflächenveredelung
eingesetzt werden soll, wird mittels einer Strahlungsheizeinheit
einseitig oder beidseitig bis zur Umformtemperatur vor oder über
dem Formwerkzeug erwärmt wird. Dann wird die erwärmte
Oberflächenfolie in einem der Topographie der Oberfläche des
herzustellenden Formteils gleichen Werkzeug umgeformt und im Anschluss
in demselben Werkzeug die Herstellung des Formteils aus Faserverbundkunststoffen
nach den weiter oben beschriebenen Resin-Transfer-Moulding-Verfahrens
(RTM), des Vakuum-Injektions-Verfahrens (VI) oder des Resin-Infusions-Verfahrens
(RI) durchgeführt.
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Die
Folienumformung kann mittels Negativ-Tiefziehens oder mittels Hochdruck-Umformens (High-Pressure-Forming)
erfolgen. Dieses kann mit Hilfe eines Rahmens erfolgen, in den die
umzuformende Folie eingespannt wird.
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Der
in der Erfindung vorgeschlagene Halterahmen ist aufgrund seiner
Gestaltung lediglich auf die zu standardisierende Außenkontur
des formgebenden Werkzeuges, abhängig von der Größe
und Kontur der Formenträgereinrichtung, beschränkt,
in deren fixierten Konturen sich verschiedenste Formteil-Außenkonturen
darstellen lassen.
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Die
Automatisierung des Verfahrens ist maßgeblich abhängig
vom Einsatz einer Folie als Oberflächen- wie auch Stütz-
bzw. Trägerfolie in Einem.
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Bei
diesem Vorgang wird die Oberflächenfolie, sofern sie auf
einer Rolle aufgerollt ist, mittels eines integrierten Schneidwerkzeuges
vom Rest der Folie abgetrennt. Alternativ kann die Oberflächenfolie bereits
geschnitten in die Anlage eingebracht sein. Nun wird der Halterahmen
mitsamt der Oberflächenfolie automatisch zwischen die Heizelemente
zur Erwärmung der Oberflächenfolie auf Umformtemperatur
und anschließend über das Formwerkzeug geführt.
Alternativ kann die Oberflächenfolie auch unbeheizt über
das Formwerkzeug geführt werden und dort mittels beweglicher
Heizelemente ein- oder beidseitig beheizt werden. Der Halterahmen
dient hier als Abdichtung des Prozesses zum Formwerkzeug hin einerseits
und, bei Einsatz des pneumatischen High-Pressure-Formings zur Umformung
der Oberflächenfolie andererseits, als Abdichtung zur notwendigen
Druckplatte.
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Bei
Einsatz des Negativ-Tiefziehverfahrens entfällt die Funktionen
der Entlüftung.
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Alternativ
kann die Oberflächenfolie auch über das Formwerkzeug
geführt werden und dort vor Ort einseitig mittels einer
in die als Kasten ausgebildete Druckplatte integrierte Strahlungsheizung
erwärmt werden.
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Im
folgenden nächsten Verfahrensschritt dichtet der entsprechend
gestaltete Halterahmen das nun mit der umgeformten Oberfläche
belegte Werkzeug einerseits und das nun zugeführte, mit
trockenem Fasermaterial belegte Gegenwerkzeug andererseits ab. In
einer anderen Ausgestaltung hat die Folienhalterung keine Dichtungsfunktion
sondern nur eine Haltefunktion der Oberflächenfolie.
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Nach
erfolgter Injektion/Einbringung des Matrixmaterials und anschließender
Anhärtung/Erstarrung dessen kann das Bauteil bereits automatisch aus
der Negativform ausgeformt werden, da die bereits vorgeformte Oberfläche
das Bauteil schon entsprechend stabilisiert. Das Formteil verbleibt
auf der Gegenform, die adaptiv so gestaltet werden kann, dass funktionale
Elemente wie die Injektionsdüsen in der Anlage verbleiben
und nur die formgebende, separat zu entfernende Stützschale
der Gegenform im Bauteil verbleibt. Anschließend wird das
Bauteil mitsamt der Stützschale und des Rahmens, der nun
als Aufnahme für die Transportvorrichtung dient, weitertransportiert.
Alternativ kann auch die Gegenform mit dem darauf verbleibenden
Bauteil komplett weitertransportiert werden. Ebenso kann das Bauteil
im geschlossenen Werkzeug bis zur endgültigen Aushärtung
verbleiben.
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Ein
Vorteil der Erfindung hinsichtlich der Automatisierung des Herstellungsprozesses
von FVK-Formteilen besteht darin, dass anstelle der Stützschale
ein separat hergestelltes Trägerbauteil eingesetzt werden,
dass sich während des Herstellungsprozesses im Formwerkzeug
mit dem FVK verbindet und so beispielsweise die Formteilunterseite mit
benötigten Funktionselementen wie Befestigungsklipps oder
Aufnahmen für Funktionsbauteile ausrüstet. Die
Gegenform wird entsprechend adaptierend gestaltet.
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Je
nach angewendeten Materialien wird das FVK-Formteil mitsamt der
Stützschale und dem Halterahmen durch einen Wärmetunnel
zur Temperaturbehandlung oder sofort zur Nachbearbeitung/Randbesäumung
weitertransportiert. Dort angekommen ist das Formteil dann soweit
ausgehärtet, dass es ggf. sofort nachbearbeitet oder von
der Stützschale, alternativ Gegenform, entnommen und noch
im Halterahmen verbleibend auf einer separaten Haltevorrichtung
bearbeitet werden kann.
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Ausgestaltend
können als Oberflächenfolien transparente coextrudierte
Einschichtfolien zur Anwendung kommen, um dem Wunsch nach Sichtbarmachung
der Faserverstärkung, speziell beim Einsatz technischer
Gewebe wie Carbonfaser- und eingefärbter Glasfasergewebe
entgegen zu kommen.
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Weiterhin
begünstigt der Einsatz von Oberflächenfolien von
mindestens 0,3 mm Stärke eine Verkürzung der Taktzeiten:
Je dicker die vorgeformte Schicht, desto schneller besitzt das fertige
Bauteil die Eigenstabilität, die ein Ausformen erlaubt.
Folien über 0,3 mm besitzen zudem gegenüber den
bisher in den oben beschriebenen Verfahren eingesetzten dünnen
Lackfolien den Vorteil des größeren mechanischen
Widerstandes gegenüber Umwelteinflüssen, da sie
umso mehr eine funktionale als nur eine dekorative Oberfläche
darstellen. Schichtstärken bis 5 mm sind möglich.
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Auch
können partiell teilgefärbte transparente Folien
eingesetzt werden, die eine Sichtbarmachung der darunter liegenden
Verstärkungen aus Kunststoff sowie möglicher integrierter
Funktionselemente wie Leuchtanzeigen, Digitalanzeigen sowie anderer
Leuchtquellen erlauben. Diesen Effekt erzielt man auch durch den
Einsatz von Platzhaltern unter transparenten Oberflächenfolien,
auf deren Rückseite dann eingefärbte technische
Gewebe als Verstärkung zum Einsatz kommen. Weiterhin erlaubt
das beschriebene Verfahren die Integration von Solarfolien unter
einer transparenten Oberfläche.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen und Anwendungsbeispielen
beispielhaft näher erläutert.
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Es
zeigen
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1a bis 1o eine
schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrensablaufes,
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2 eine
schematische Darstellung einer alternativen Erwärmung der
Oberflächenfolie,
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3a bis 3c eine
schematische Darstellung einer weiteren alternativen Erwärmung
der Oberflächenfolie,
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4 eine
schematische Darstellung der Verformung der Oberflächenfolie
mittels Vakuum,
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5 eine
schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit vorimprägniertem Fasergewebe,
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6 eine
schematische perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen
Anlage,
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7 eine
schematische Darstellung der Anlage in Draufsicht,
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8 eine
schematische Darstellung der Anlage in Seitenansicht,
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9 eine
Detailansicht der Formstation mit außen angeordnetem Halterahmen
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10 eine
Detailansicht der Formstation mit zwischen Patrizen- und Matrizenhalter
angeordnetem Halterahmen und
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11 eine
Detailansicht der Formstation in teilexplodierter Darstellung.
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Der
erfindungsgemäße Verfahrensablauf wird in einem
Ablaufschaubild anhand der in den 1a bis 1o schematisch
dargestellten Verfahrensschritte näher erläutert.
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Im
Verfahrensschritt nach 1a wird eine für das
erfindungsgemäße Verfahren geeignete Oberflächenfolie 4 von
einer Folienrolle 1 abgezogen und auf die erforderliche
Größe mittels Zuschnittwerkzeug 2 zugeschnitten.
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Diese
Oberflächenfolie 4 wird im Verfahrensschritt nach 1b in
einen Halterahmen 3 eingespannt (Beladestation A).
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Gemäß 1c wird
die im Halterahmen 3 eingespannte Oberflächenfolie 4 zwischen
Heizelementen einer Heizeinrichtung 5 erwärmt
(Heizstation B), und danach, wie in 1d dargestellt,
unter eine Matrize 6, die in einem Matrizenhalter 7 gehaltert
ist, geführt (Negativ-Formwerkzeug), das die Topographie
der Oberfläche eines zu erzeugenden Formteils 16 aus
Faserverbundkunststoff aufweist (Formstation C).
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Alternativ
kann die Folie auch direkt unter dem Formwerkzeug positioniert und
dort mittels beweglicher Heizeinrichtung 5 (2)
oder mittels in der dann kastenförmig ausgebildeten Druckplatte 8 in 3a eingelassenen
Heizungselementen erwärmt werden. Dieses ist bei besonders
dünnen Folienstärken möglich.
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Danach
wird die Matrize 6 mittels der Druckplatte 8 verschlossen
(1e), wobei sich der Halterahmen 3 mit
der Oberflächenfolie 4 durch den eingebrachten
Druck gegen den Matrizenhalter 7 mit der innenliegenden
Matrize 6 gegen den Halterahmen 3 abdichtet.
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Alternativ
besteht, wie in 3b dargestellt, das Gegenwerkzeug
aus der Druckplatte 8, die mit einer innenliegenden Heizeinrichtung 5 versehen
ist, die während des Umformvorgangs auf der Druckplatte 8 verbleibt
und wahlweise auch während des Umformvorganges ein- bzw.
abgeschaltet werden kann.
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Durch
einen pneumatischen Überdruck, über die Druckluftzuführung 9 zugeführt,
abgebildet in 1f und 3c, bzw.
durch einen pneumatischen Unterdruck, dargestellt in 4,
wird die Oberflächenfolie 4 beim Folienpreforming
so verformt, dass eine Oberflächenfolie 4 mit
der Topographie der Oberfläche des zu erzeugenden Formteils 16 entsteht
(1f).
-
Die
Folienumformung mit einem auf der Druckplatte 8 aufliegenden
Heizelement 5 zur Folienumformung mittels Vakuum ist ebenfalls
möglich und hier nicht weiter dargestellt. Alle o. g. Umformarten sind
auch ohne jegliche Erwärmung der Folie möglich,
in Abhängigkeit der Folienstärke sowie der Geometrie
der Form. Im Verfahrensschritt nach 1g wird
ein Fasergewebe 11 unter die entstandene Kavität
der Oberflächenfolie 4 auf eine über
die Patrize 14 positionierte Stützschale 10 gelegt,
so dass die vorgeformte Oberflächenfolie 4 die
Sichtfläche des Formteils 16 bildet (1h).
Die Tiefe und Kontur der Patrize 14 berücksichtigt
die Wandstärke des zu erzeugenden Formteils 16.
Im Verfahrenschritt nach 1i erfolgt
nun ein auf das Halbzeug, in diesem Falle das Fasergewebe 11,
abgestimmtes Umformverfahren, in dem die Harzmatrix in Form von
flüssigem Präpolymer durch einen Harzeinfüllkanal 15 in einen
mit trockenem Fasergewebe 11 (oder auch Fasermatte bzw.
Gelege) gefüllten Formenspalt 17 injiziert wird.
Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen
sich alle Arten von Fasern, wie Kunstfasern (Glas, Carbon, Aramid,
Polyesterfasern), Naturfasern, Metallfasern in jeder Verarbeitungsform
(Matte, Endlosmatte, Gewebe, Gelege, Vliese).
-
Alternativ
zu den beschriebenen trockenen Fasermaterialien kann auch, wie in 5 dargestellt, ein
bereits mit Reaktionskunststoff imprägniertes Fasergewebe 11 auf
die Stützschale 10 bzw. die Patrize 14 verbracht
werden. Der oben beschriebene Injektionsvorgang entfällt.
Durch Zusammenfahren des Formwerkzeuges, also der Patrize 14 und
der Matrize 6 wird das bereits imprägnierte Fasergewebe 11 mit
der Oberflächenfolie 4 zu einem Formteil 16 verpresst.
-
Nach
dem Aushärten des faserverstärkten Kunststoffs
bzw. dem Abkühlen wird, wie in 1j gezeigt,
das Formwerkzeug geöffnet und das fertige Formteil 16 verbleibt
auf der Stützschale 10 über der Patrize 14.
Die Stützschale 10 wird von der Patrize 14 entfernt
und dient nun zusammen mit dem Halterahmen 3 zum Weitertransport
des Formteils 16. Das Ausformen aus der Matrize 6 kann
schon vor dem Aushärten des Matrixmaterials erfolgen, da
die Oberfläche bereits erhärtet ist, so dass das
Formteil 16 zu dieser Seite hin ausreichend fixiert ist.
Die Matrix kann sich derzeit noch in einem angehärtetem Zustand
(geliert) befinden.
-
Die
andere Seite des Formteils 16 wird durch die verbleibende
Stützschale 10 bzw. der Patrize 14 fixiert.
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Das
beschriebene Umformverfahren kann auch ohne Stützschale 10 erfolgen.
Das Formenwerkzeug der Formstation C bleibt bis zur Aushärtung
des Präpolymerharzes geschlossen. Gegenüber herkömmlichen
Verfahren besteht auch hier noch ein hoher Zeitvorteil, da die Wartezeiten
für eine nur aus Reaktionsharz hergestellte Oberfläche
entfallen.
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Bei
herkömmlichen Verfahren ist ein Verbleiben des Formteils 16 bis
nach dem Aushärten zum beschädigungsfreien Entformen
notwendig.
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Das
entstandene Formteil 16 wird mittels des Halterahmens 3 auf
der Transportbahn 37 ggf. automatisch durch einen Nachhei zer 29 (1k)
der Wärmenachbehandlungsstation E geführt und
härtet dort dimensionsstabilisiert durch die noch verbliebene
Stützschale 10 und den Halterahmen 3 aufgrund von
Wärmezuführung über die Nachheizung 29 aus.
-
Bei
Verwendung von hochreaktiven Materialien kann diese Nachtemperung
entfallen.
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Am
Ende der Nachheizung 29 kann das Formteil 16 von
der Stützschale 10 entformt (11) und,
im Halterahmen 3 verbleibend, auf eine Nachbearbeitungsvorrichtung
(1m) verbracht und mittels Nachbearbeitungswerkzeugen 18 besäumt
werden.
-
Alternativ
kann das Formteil 16, dargestellt in 1n,
bereits vor der Besäumung vom Halterahmen 3 und
Stützschale 10 entfernt und dann, wie in 1o dargestellt,
besäumt werden. Nach dem Besäumen und eventuell
erforderlichem Säubern der Kanten von Graten des Kunststoffs
kann das Formteil 16 verwendet werden. Alternativ kann
das Formteil 16 bereits vor dem Beschneiden aus dem Halterahmen 3 entfernt
werden und auf einer separaten Vorrichtung beschnitten werden.
-
Das
Formteil 16 erhält durch die Oberflächenfolie 4 eine
gebrauchsfertige
-
Oberfläche,
die keiner Nachbearbeitung oder Lackierung mehr bedarf. Für
Effektfarben ist ein nachgeschalteter Lackierprozess mit reduziertem
Lackieraufwand möglich.
-
Anhand
der in den 6, 7 und 8 beispielhaft
perspektivisch, in Draufsicht und in Seitenansicht dargestellten
erfindungsgemäßen Anlage einer Produktionslinie
wird das oben beschriebene Verfahren schematisch zusammengefasst
dargestellt.
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Die
Anlage umfasst eine Beladestation A, eine Heizstation B, eine Formstation
C, eine Formteilentnahmestation D, eine Wärmenachbehandlungsstation
E sowie eine Folienhalterung F. Im Bereich der Beladestation A wird
von einer Folienrolle 1 eine Oberflächenfolie 4 zugeschnitten
und in eine Folienhalterung F eingebracht. Die Folienhalterung F
ist hier als Halterahmen 3 ausgebildet, der auf einer Transportbahn 37 in
die weiteren Bearbeitungsstationen transportiert wird. In der Heizstation
B wird der Halterahmen 3 mit der Oberflächenfolie 4 bis
zur Erweichung erwärmt und anschließend in die
Formstation C überführt. In der Formstation C
wird die in dem Halterahmen 3 eingespannte erwärmte
Oberflächenfolie 4 zwischen dem Matrizenhalter 7 und
dem Patrizenhalter 13 angeordnet. Die Druckplatte 8 bewirkt die
Formung der Oberflächenfolie 4 durch die im Patrizenhalter 13 befindliche
Patrize 14 und die im Matrizenhalter 7 befindliche
Matrize 6. Nach Formung der Oberflächenfolie 4 entsprechend
der geforderten Topographie des Formteiles 16 wird ein
Fasergewebe 11, die Stützschale 10 und
anschließend das Präpolymerharz wie oben beschrieben
eingebracht. Nach Aushärtung des Harzes erfolgt in der
Wärmenachbehandlungsstation E eine weitere Aushärtung des
Harzes bis eine ausreichende Festigkeit erreicht wird. In der Formteilentnahmestation
D wird das fertige Formteil 16 entnommen. Der Vorteil der
Anlage in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren besteht darin, dass die Oberflächenfolie 4 mittels der
Folienhalterung F durch alle Bearbeitungsstationen transportiert
werden kann und nach dem Press- und Umformvorgang mit dem entstandenen
Formteil 16 in die Formteilentnahmestation D transportiert werden
kann, ohne dass eine Entnahme der Folie vor der endgültigen
Fertigstellung des Formteiles 16 erforderlich wäre.
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9, 10 und 11 zeigen
beispielhaft Ausführungsformen des Umformwerkzeuges der Formstation
C. Hierbei wird in 9 und 11 der Halterahmen 3 außerhalb
des Matrizenhalters 7 und des Patrizenhalters 13 angeordnet,
während gemäß der Darstellung in 10 zwischen
Matrizenhalter 7 und Patrizenhalter 13 der Halterahmen 3 eingelegt ist.
Hier ist zusätzlich eine untere Halterahmendichtung 38 vorgesehen.
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Das
Umformwerkzeug der Formstation C besteht im Wesentlichen aus dem
Matrizenhalter 7, der fest oder beweglich mit der Druckplatte 8 verbunden ist
und die Matrize 6 aufnimmt. Der Matrizenhalter 7 kann
mit einer Heizeinrichtung versehen sein (hier nicht dargestellt,
z. B. interne Leitungen für eine Wasser oder Öl-Temperierung),
um so die Matrize 6 zu temperieren. Eine weitere Funktion
des Matrizenhalters 7 besteht in der Abdichtung des erfindungsgemäßen
Halterahmens 3. Diese Abdichtung erfolgt außerhalb
der Matrize 6. Durch eine Verriegelung 21 wird
der Halterahmen 3 in einer zeitweilig benötigten Position
gehalten und kann bei Bedarf (hier nicht dargestellt) mechanisch
gelöst werden.
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Während
des Umformvorganges der Oberflächenfolie 4 wird
der Halterahmen 3 mit Hilfe der Druckplatte 8 gegen
den Matrizenhalter 7 gepresst. Dabei wird der Halterahmen 3 mittels
der oberen Dichtung 27 gegen den Matrizenhalter 7 abgedichtet. Durch
den Matrizenhalter 7 wird über Entlüftungsbohrungen 23 und
Anschlussstück 22 Abluft abgeleitet bzw. Vakuum
angelegt, das durch den Schlitz 24 umlaufend um die Matrize 6 und
durch die Entlüftungsbohrung 19 in das Formwerkzeug
geführt wird. Das Vakuum unterstützt die Formung
der zugeschnittenen Oberflächenfolie 4 während
der Umformung bzw. kann auch zur ausschließlichen Vakuum-Umformung
der Oberflächenfolie 4 genutzt werden.
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Die
beschriebenen Entlüftungsbohrungen 19 in der Matrize 6 befinden
sich außerhalb der späteren Schnittkante des fertigen
Formteils 16.
-
Die
Verwendung des Matrizenhalters 7 mit den beschriebenen
Funktionen ermöglicht eine Vereinfachung der Matrize 6 und
unterstützt so einen schnellen Formenwechsel bei Produktumstellungen.
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Der
Patrizenhalter 13 dient zur Aufnahme der Patrize 14 und
kann ebenfalls temperiert werden. Der Patrizenhalter 13 ist beweglich
auf dem Druckstempel 12 befestigt, so dass ein seitliches
Herausfahren und einfaches Belegen mit Fasergewebe 11, aufliegend
auf der Stützschale 10 ermöglicht ist. Durch
den Patrizenhalter 13 wird ein Injektionskanal 26 für
Reaktionsharzinjektion geführt.
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Über
einen im Rand des Patrizenhalters 13 befindlichen Harzkanal 25 kann überschüssiges
Injektionsharz, ggf. durch Vakuum unterstützt, abfließen.
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Auf
der Oberseite des Randes der Patrize 14 befindet sich eine
umlaufende Dichtung 20, die ein Eindringen des eingespritzten
Reaktionsharzes zwischen Patrize 14 und Stützschale 10 verhindert.
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Die
Verwendung des Patrizenhalters 13 ermöglicht,
wie schon beim Matrizenhalter 7 beschrieben, einen schnellen
Formen- und Produktwechsel, da wesentliche Funktionselemente wie
Temperierung und Abdichtung nicht mehr von der Patrize 14,
sondern vom fest mit der Umformanlage verbundenen Patrizenhalter 13 übernommen
werden. Eine untere Dichtung 28 verhindert ein Austreten
von Reaktionsharz während der Injektionsphase sowie ein
Eindringen von Außenluft während der Evakuierungsphase bei
einer Vakuuminjektion.
-
9 zeigt
das mit umgeformter Oberflächenfolie 4, Fasergewebe 11 und
Stützschale 10 belegte Umformwerkzeug vor der
Injektionsphase (wie bereits in der 1i beschrieben).
Das Werkzeug ist vollständig geschlossen, der Formenspalt 17 zwischen
Matrize 6 und Stützschale 10 definiert
die spätere Stärke des Formteils 16.
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Nach
der Injektionsphase und dem Zeitpunkt des Anhärtens des
Reaktionsharzes wird die Verriegelung 21 gelöst.
Der Patrizenhalter 13 wird mitsamt der Patrize 14 und
dem sich darauf befindlichen FVK-Formteils 16 und der Stützschale 10 abgesenkt. Dabei
befindet sich das Formteil 16, verbunden durch die Oberflächenfolie 4 noch
immer eingespannt im Halterahmen 3. Der Halterahmen 3 kommt über
seitlich befestigte, hier nicht dargestellte Führungsrollen auf
der Laufschiene einer Transportbahn 37 zum Stillstand.
Diese befindet sich in einer Ebene über der untersten Position
des Fahrweges des Patrizenhalters 13. Durch die weitere
Abwärtsbewegung des Patrizenhalters 13 und der
sich darauf befindlichen Patrize 14 kommt es zur Entformung
des FVK-Formteils 16 von der Patrize 14, wobei
die Stützschale 10 am Formteil 16 verbleibt,
da diese ohne jede Befestigung auf der Patrize 14 aufliegt
und durch Adhäsionskräfte am Formteil 16 anhaftet.
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Die
weiteren Abläufe sind schematisch in 1k bis 1m beschrieben.
Der Halterahmen 3 dient bis zur vollständigen
Entformung des Formteiles 16 als Stabilisator und Transporteinrichtung.
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Die
in 11 teilexplodierende Darstellung des Formwerkzeuges
der Formstation C verdeutlicht den prinzipiellen erfindungsgemäßen
Aufbau.
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Verfahrensbeispiel des automatisierten
Ablaufes anhand der Herstellung einer Motorrad-Radabdeckung
-
Eine
Motorrad-Radabdeckung soll aus einer Material-Kombination eines
hochreißfesten thermoplastischen Kunststoffes, hier PETG,
als Oberfläche und eines Carbonfaserlaminates als Stützschicht hergestellt
werden. Die Carbonfasern sollen aus Designgründen sichtbar
bleiben, das Bauteil soll leicht, steif und bruchsicher sein. Deshalb
wird ein Aufbau aus einer transparenten Folie aus PETG (1 mm) und einem
2-lagigen Carbonfasergewebelaminat (0,4 mm) gewählt.
-
Das
PETG stellt die Bruch- und Splittersicherheit und die erforderliche
Flexibilität des Formteiles sicher, das Carbonla minat sorgt
für die erforderliche Steifigkeit, um im Resultat ein leichtes
Bauteil zu erhalten.
-
Der
Verfahrensablauf beim erfindungsgemäßen Verfahren
wird in einem Ablaufschaubild anhand der in den 1a bis 1o schematisch
dargestellten Verfahrensschritte näher erläutert.
Im Verfahrensschritt nach 1a wird
eine für das Inline-Folien-RTM-Verfahren geeignete zugeschnittene
Oberflächenfolie 4 aus 2 mm starkem, transparentem PETG
von einer Rolle abgezogen und auf die erforderliche Größe
mittels eines Zuschneidewerkzeugs 2 zugeschnitten. Diese
Oberflächenfolie 4 wird im Verfahrensschritt nach 1b in
den beschriebenen Halterahmen 3 eingespannt. In 1c wird
die im Halterahmen 3 eingespannte Oberflächenfolie 4 in der
Heizeinrichtung 5 erwärmt und danach, wie in 1d dargestellt,
auf eine Matrize 5 geführt, die die Topographie
der Oberfläche des zu erzeugenden Formteils 16 aufweist.
-
Danach
erfolgt die Formung mittels der Druckplatte 8, wobei sich
der Halterahmen 3 mit der Oberflächenfolie 4 durch
den eingebrachten Druck gegen den Matrizenhalter 7 und
den Patrizenhalter 13 abdichtet.
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Durch
pneumatischen Überdruck, der über die Druckluftzuführung 9 erzeugt
wird, wird die Oberflächenfolie 4 beim Folienpreforming
so verformt, dass eine Oberflächenfolie 4 mit
der Topographie der Oberfläche des zu erzeugenden Formteils 16 entsteht
(1g).
-
Im
Verfahrensschritt nach 1g wird
ein 2-lagiges Fasergewebe 11 unter die entstandene Kavität
der Oberflächenfolie 4 auf eine über
der Patrize 14 positionierte Stützschale 10 gelegt,
so dass die vorgeformte Oberflächenfolie 4 die
Sichtfläche, also die der Umwelt ausgesetzte Seite des
Formteils 16 bildet. Im Verfahrenschritt nach 1i erfolgt
ein auf die PETG-Folie abgestimmtes Umformverfahren, in dem Harzmatrix
in Form von flüssigem Reaktionskunststoff, hier Vinylesterharz über
einen Harzeinfüllkanal 15 in den mit trockenem
Carbonfasergewebe belegten Formenspalt 17 injiziert wird.
Nach dem Aushärten des carbonfaserverstärkten
Kunststoffs wird, wie in 1j gezeigt,
die Formstation C geöffnet. Das fertige Formteil 16 (hier
eine Radabdeckung) verbleibt auf der Stützschale 10 über
der Patrize 14. Die Stützschale 10 wird
von der Patrize 14 entfernt und dient nun zusammen mit
dem Halterahmen 3 als Werkstückträger
zum Weitertransport. Das Ausformen aus der Matrize 6 kann
schon vor dem Aushärten des Matrixmaterials erfolgen, da
die Oberfläche bereits erhärtet ist und das Formteil 16 zu
dieser Seite hin fixiert. Die Matrix kann sich teilweise noch in
einem angehärteten Zustand (geliert) befinden.
-
Diese
Seite des Formteiles 16 wird durch die verbleibende Stützschale 10 bzw.
der Patrize 14 stabilisiert.
-
Das
Formteil 16 wird nun mittels des Halterahmens 3 auf
einer Transportbahn 37 automatisch durch eine Wärmestrecke
(1k) geführt und härtet dort
dimensionsstabilisiert durch die noch verbliebene Stützschale 10 aus.
Am Ende der Wärmenachbehandlungsstation E wird das Formteil 16 von
der Stützschale 10 entformt (1l)
und, im Halterahmen 3 verbleibend, auf eine Nachbearbeitungsvorrichtung
(1m) verbracht und mittels Nachbearbeitungswerkzeugen 18 besäumt.
Nach dem Besäumen und eventuell erforderlichem Säubern
der Kanten von Graten des Kunststoffs kann die Radabdeckung verwendet
werden. Die Radabdeckung hat durch die Oberflächenfolie 4 eine
gebrauchsfertige transparente Oberfläche, die keiner Nachbearbeitung
oder Lackierung mehr bedarf.
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Die
Zeiteinsparung in der Fertigung des FVK-Formteils 16 ist
in diesem Falle enorm, da nicht nur die Prozedur des Umformens ca.
3x so schnell wie bei herkömmlichen Verfahren erfolgen kann,
sondern der kosten- und zeitintensive Vorgang des nachträglichen
Lackierens entfällt vollkommen.
-
Anwendungsbeispiele
-
Herstellen
einer Kofferhalbschale aus FVK durch Umformen einer 2 mm starken
transparenten Kunststofffolie aus hochreißfestem PETG,
einer anschließenden Innendekoration auf der Rückseite
der umgeformten Folie mittels eines aufgeklebten Logos sowie das
anschließende Einbringen von je 3 0,2 mm starken Verstärkungslagen
aus Carbonfasergewebe und flüssigem Kunstharz mittels des
beschriebenen Folien-RTM-Verfahrens. Man erhält so ein
dynamisch belastbares faserverstärktes Leichtbauteil mit einer
Class-A-Oberfläche, das als Dekoration die sichtbare Carbonfaserstruktur
zeigt und eine Kennzeichnung durch ein eingeklebtes Logo, unerreichbar und
somit unzerstörbar auf der Rückseite der transparenten
Oberflächenschicht, beinhaltet.
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Die
in dieser Anwendung beschriebene Kombination aus hochreißfestem
thermoplastischem Kunststoff als Oberflächenfolie und hochsteifem
Carbonlaminat als Stützschicht stellt eine neue Materialkombination ähnlich
dem Sicherheitsglas dar. Der hochreißfeste Kunststoff ist
ohne Verstärkung sehr flexibel und wenig flächensteif.
Die zu erzielende Steifheit kann nur durch entsprechende Materialdicke
und dem Nachteil des hohen Gewichtes gewonnen werden. Das Carbonlaminat
für sich allein würde ohne die Kombination mit
der hochreißfesten Oberflächenfolie aufgrund seiner
geringen Scherfestigkeit bei einem Bruch splittern und scharfkantige
Bruchkanten aufweisen. Die Kombination aus beiden Materialien stellt
ein spezifisch leichtes, steifes Material dar, das bei einem Bruch
bestenfalls knickt, nicht aber scharfe Bruchkanten aufweist.
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Fahrzeug-Interieurbauteile
aus FVK, wie z. B. eine Armaturenträgerblende mit stoßabsorbierender
Wirkung, können wie folgt hergestellt werden:
Eine
1 mm starke transparente Kunststofffolie wird mittels High-Pressure-Verfahren
umgeformt, eine 0,2 mm starke Lage eingefärbtes Glasfasergewebe
und eine duroplastische Kunststoffmatrix werden mittels RTM-Verfahren
auf die Rückseite der Folie aufgebracht und anschließend
wird die Rückseite des so entstandenen schalenförmigen
Bauteils im selben Werkzeug mittels entsprechender Vorrichtung ausgeschäumt.
Es können wiederum dekorative Elemente auf der Folienrückseite
wie z. B. das Herstellerlogo oder Platzhalter für den nachträglichen
Einsatz von elektrischen Leuchtmitteln/Anzeigen eingebracht werden.
Die faserverstärkte Oberfläche in Class-A-Qualität
ermöglicht in Kombination mit dem Schaum ein Absorbieren
von Aufprallenergie mit anschließender Rückstellung
ohne Schaden am Bauteil und sorgt für ein vermindertes
Verletzungsrisiko im Fahrzeuginnenraum. Auch hierbei tritt die bereits
beschriebene positive Wirkung hinsichtlich des Splitterbruchverhaltens
der Materialkombination, ähnlich einem Sicherheitsglas,
ein.
-
Fahrzeug-Karosserie-Leichtbauteile
aus FVK können mittels einer bereits in Wagenfarbe eingefärbten,
im Werkzeug vorgeformten Kunststofffolie und einem anschließend
mittels RTM-Verfahren eingebrachten Sandwich aus faserverstärkten
Kunststoffen und vorgefertigten Hartschaumelementen hergestellt
werden.
-
Die
sonst notwendige kostenintensive Lackierung entfällt. Die
gewonnenen Formteile sind leicht, steif und splittersicher.
-
Möbelelemente mit glänzender
transparenter Oberfläche und Faseroptik als Dekoration
-
Eine
transparente Kunststoffplatte der Stärke 3 mm wird im Formwerkzeug
umgeformt, mit einem harzgetränkten Fasergewebe belegt
und anschließend mit einer Platte aus MDF oder Multiplex der
Normstärke 19 mm (für Möbel) im selben
Werkzeug zu einem komplexen Bauteil verpresst.
-
Um
ein PKW-Außenspiegel-Gehäuse herzustellen wird
eine bereits in der gewünschten Farbe innenseitig beschichtete,
transparente Kunststoff-Folie mittels High-Pressure-Forming in das
Werkzeug geformt und anschließend die Innenkontur inklusive
der notwendigen Aufnahmen der Einbauteile mittels Hinterspritzen
im selben Werkzeug eingebracht. Die sonst notwendige kostenintensive
Lackierung entfällt.
-
- 1
- Folienrolle
- 2
- Zuschneidewerkzeug
- 3
- Halterahmen
- 4
- Oberflächenfolie
- 5
- Heizeinrichtung
- 6
- Matrize
- 7
- Matrizenhalter
- 8
- Druckplatte
- 9
- Druckluftzuführung
- 10
- Stützschale
- 11
- Fasergewebe
- 12
- Druckstempel
- 13
- Patrizenhalter
- 14
- Patrize
- 15
- Harzeinfüllkanal
- 16
- Formteil
- 17
- Formenspalt
- 18
- Nachbearbeitungswerkzeug
- 19
- Entlüftungsbohrung
- 20
- Dichtung
- 21
- Verriegelung
- 22
- Anschluss-Stück
- 23
- Entlüftungsbohrung
- 24
- Schlitz
- 25
- Harzkanal
- 26
- Injektionskanal
- 27
- obere
Dichtung
- 28
- untere
Dichtung
- 29
- Nachheizung
- 30
-
- 31
-
- 32
-
- 33
-
- 34
-
- 35
- Innenraum
- 36
-
- 37
- Transportbahn
- 38
- untere
Halterahmendichtung
- A
- Beladestation
- B
- Heizstation
- C
- Formstation
- D
- Formteilentnahmestation
- E
- Wärmenachbehandlungsstation
- F
- Folienhalterung
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10309811
A1 [0009]
- - EP 0819516 A2 [0014, 0014]
- - EP 1230076 [0021, 0022]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Fachaufsatz
von Achim Grefenstein „Folienhinterspritzen statt Lackieren",
in Metalloberfläche – Beschichten von Kunststoff
und Metall, Heft 10/99, Carl Hanser Verlag, München [0008]