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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Befüllen von Ofenkammern
eines Koksofens mit
einer an der Unterseite eines Kohlefüllwagens
angeordneten Horizontalförderschnecke,
einem Füllteleskop,
welches unterhalb eines Auslasses der Horizontalförderschnecke
angeordnet ist und einen Einlauftrichter sowie ein auf Füllöffnungen
in der Ofendecke des Koksofens vertikal absenkbares Teleskopunterteil
aufweist, und
einer Hubeinrichtung zur Vertikalverstellung
des Teleskopunterteils,
wobei das Füllteleskop zur
Anpassung an die jeweilige Position der Füllöffnungen
relativ zum Kohlefüllwagen horizontal in zwei zueinander
orthogonalen Achsen verstellbar ist.
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Eine
Vorrichtung mit den beschriebenen Merkmalen ist aus
EP 1 293 552 B1 bekannt.
Die Horizontalförderschnecke und das Füllteleskop
der bekannten Vorrichtung sind zu einer Betriebseinheit vereinigt,
die in zwei Achsen verstellbar an der Unterseite eines Kohlefüllwagens
angeordnet ist. Im Rahmen der bekannten Maßnahmen ist die
Horizontalförderschnecke an einem Verstellwagen aufgehängt, der
auf einer Fahrbahn an der Unterseite des Kohlefüllwagens
geführt ist. Die Horizontalförderschnecke ist
quer zu dieser Bahnrichtung an Profilen des Verstellwagens beweglich
verfahrbar. Durch eine zweiachsige Verstellung der Betriebseinheit
kann das Füllteleskop an die jeweilige Lage der Kohlefüllöffnungen
in der Ofendecke des Koksofens angepasst werden, so dass das an
einem Auslass der Horizontalförderschnecke aufge schlossene
Füllteleskop stets vertikal in den Fülllochrahmen
der Füllöffnung dichtend absenkbar ist. Problematisch
ist allerdings der Übergang zwischen dem Kohleauslass des
Kohlefüllwagens und einem Einlauftrichter der Horizontalförderschnecke.
Zur Vermeidung von Emissionen muss dieser Übergangsbereich
abgedichtet werden. Bei der bekannten Vorrichtung wird ein Kompensator verwendet,
der seitliche Verstellbewegungen der Betriebseinheit in zwei Achsen
ausgleichen muss. Der Kohleauslass des Füllwagens weist
einen großen Austrittsquerschnitt auf, so dass ein Kompensator
mit großen Abmessungen eingesetzt werden muss. Bei der
Seitwärtsbewegungen der Betriebseinheit ist der Kompensator
einer starken Beanspruchung ausgesetzt. Ein weiterer, gravierender
Nachteil der bekannten Vorrichtung ist, dass die bekannte Anordnung
einen großen Bodenabstand zwischen dem Kohleauslass an
der Unterseite des Kohlefüllwagens und der Ofendecke des
Koksofens erfordert. Dieser steht nicht immer zur Verfügung.
Die in zwei Achsen bewegliche Aufhängung der Horizontalförderschnecke ist
ferner konstruktiv aufwendig. Zum Nachrüsten bestehender
Koksofenanlagen ist die bekannte Vorrichtung nicht oder nur mit
Einschränkungen geeignet.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum emissionsfreien
Befüllen von Ofenkammern eines Koksofens anzugeben, die
einen geringen Platzbedarf benötigt, große Lageabweichungen
der Füllöffnungen kompensieren kann und zum Nachrüsten
bestehender Koksofenanlagen geeignet ist.
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Ausgehend
von einer Vorrichtung mit den eingangs beschriebenen Merkmalen wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass der Einlauftrichter des Füllteleskops sowie die mit
dem Füllteleskopunterteil verbundene Hubeinrichtung an
einem Tragrahmen befestigt sind, der entlang einer ersten Achse
linear verstellbar innerhalb eines Fahrrahmens angeordnet ist, dass
der Fahrrahmen auf Schienen, die an der Unterseite des Kohlefüllwagens befestigt
sind, entlang einer zweiten Achse horizontal verfahrbar angeordnet
ist und dass an der Oberseite des Tragrahmens eine Dichtung angeordnet
ist, die den Einlauftrichter des Füllteleskops umgibt,
mit einer horizontalen Flanschfläche am Umfang des Auslasses
der Horizontalförderschnecke zusammenwirkt und horizontale
Verstellbewegungen des Einlauftrichters relativ zum Auslass der
Horizontalförderschnecke zulässt.
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Im
Idealfall sind die Fülllöcher in der Ofendecke
eines Koksofens in äquidistanten Abständen sowie
in Fahrtrichtung des Kohlefüllwagens fluchtend angeordnet.
Von diesem Idealfall weichen die realen Verhältnisse an
einem Koksofen regelmäßig ab. Insbesondere bei älteren
Koksöfen betragen die Lageabweichungen der Fülllöcher
in beiden Achsen (X, Y) häufig mehr als 50 mm. Der erfindungsgemäßen
Vorrichtung liegt die Überlegung zugrunde, Abweichungen
der Fülllochachsen in X- und Y-Richtung durch eine horizontale
Verstellbewegung des Füllteleskopes zu kompensieren. Zu
diesem Zweck ist das Füllteleskop erfindungsgemäß einschließlich
seiner vertikalen Hubeinrichtung vom Auslauf der Horizontalförderschnecke
abgekoppelt und in einem Fahrwerk angeordnet, welches sich aus einem
Fahrrahmen und einem innerhalb des Fahrrahmens linear verstellbaren
Tragrahmen zusammensetzt und horizontale Ausgleichsbewegungen in
zwei Achsen ermöglicht. Der Tragrahmen sowie der Fahrrahmen
sind unabhängig voneinander in zueinander senkrechten Achsen
verfahrbar. Lageabweichungen der Fülllochrahmen können
durch schrittweises und aufeinander folgendes Verfahren des Fahrrahmens
und des Tragrahmens oder durch gleichzeitiges Verstellen dieser
Komponenten ausgeglichen werden. Die Aufbauhöhe des aus
Fahrrahmen und Tragrahmen bestehenden Fahrwerks ist gering, so dass
auch ältere Koksöfen mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nachgerüstet werden können. Ferner
ist eine geringe Masse bei der Verstellung des Füllteleskops zu
bewegen, was die technische Umsetzung des erfindungsgemäßen
Konzeptes vereinfacht.
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Nachdem
das Füllteleskop durch Verstellen des Fahrrahmens sowie
des Tragrahmens exakt oberhalb einer Füllöffnung
positioniert worden ist, führt das Füllteleskop
durch die Hubvorrichtung eine reine Vertikalbewegung in Richtung
des Fülllochrahmens aus und gelangt ohne jede Schrägstellung
zur Anlage im Fülllochrahmen. Im Ergebnis resultiert eine
gute Abdichtung am Fülllochrahmen, so dass keine Emissionen
während des Befüllvorganges nach außen
in die Umwelt gelangen können.
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Vorzugsweise
erstrecken sich die Schienen zur Führung des Fahrrahmens
in Bewegungsrichtung des Kohlefüllwagens (Y-Richtung),
während der Tragrahmen quer dazu in Richtung der Ofenkammerachsen
(X-Achse) verfahrbar an dem Fahrrahmen geführt ist.
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Der
Fahrrahmen und der Tragrahmen sind vorzugsweise in einer Ebene angeordnet.
Eine solche Anordnung führt zu einer sehr geringen Aufbauhöhe
des aus Fahrrahmen und Tragrahmen bestehenden Fahrwerks. Der Fahrrahmen
und der Tragrahmen sind zweckmäßig aus U-Profilen
zusammengesetzt, wobei an dem Tragrahmen Rollen gelagert sind, die
in den U-Profilen des Fahrrahmens laufen. Der Fahrrahmen ist ebenfalls
mit Rollen ausgestattet und läuft in einer Fahrbahn, welche
unterhalb der Horizontalförderschnecke des Kohlefüllwagens befestigt
ist. Vorzugsweise bestehen die Schienen für den Fahrrahmen
aus U-Profilen, die mit Trägern an dem Kohlefüllwagen
abgehängt und seitlich offen sind. Die an dem Fahrrahmen
gelagerten Rollen greifen in die an einer Seite offenen U-Profile
ein und laufen in diesen Schienen.
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Der
Tragrahmen trägt das komplette Füllteleskop einschließlich
der dem Füllteleskop zugeordneten vertikalen Hubeinrichtung.
Die Hubeinrichtung für das Füllteleskop weist
einen an einem Vertikalträger geführten Hubrahmen
auf, der mittels einer hydraulischen Stelleinrichtung entlang des
Vertikalträgers verfahrbar und durch Pendelelemente mit
dem Teleskopunterteil verbunden ist. Der Vertikalträger
der Hubeinrichtung ist mit seitlichem Versatz zur Horizontalförderschnecke
an dem Tragrahmen befestigt.
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Zur
Vermeidung von Emissionen bei der Befüllung der Koksofenkammern
eines Koksofens ist an der Oberseite des Tragrahmens eine Dichtung
vorgesehen, die den Einlauftrichter des Füllteleskops umgibt
und während der Kohlebefüllung an einer horizontalen
Flanschfläche am Umfang des Auslasses der Horizontalförderschnecke
anliegt. Vorzugsweise ist die Dichtung betriebsmäßig
dergestalt verstellbar, dass die Dichtung während einer
Horizontalverstellung des Füllteleskops keinen Berührungskontakt
mit der benachbarten Flanschfläche hat und während der
Kohlebefüllung an der Flanschfläche dichtend anliegt.
Die an der Oberseite des Tragrahmens angeordnete Dichtung kann insbesondere
als Membran, als balg- oder schlauchförmige Dichtung ausgebildet sein,
die in einem Ringraum angeordnet und mit Druckluft oder einem anderen
Druckmedium aufweitbar ist. Der Einlauftrichter des Füllteleskops
weist zweckmäßig einen zylindrischen Abschnitt
auf, der von einem Zylinderabschnitt des Teleskopunterteils umgeben
ist. Am Umfang zwischen dem zylindrischen Abschnitt des Einlauftrichters
und dem Zylinderabschnitt des Teleskopunterteils ist ebenfalls eine Umfangsdichtung
angeordnet, die vorzugsweise betriebsmäßig veränderbar
ist und eine im Wesentlichen berührungsfreie Verstellbewegung
des Teleskopunterteils zulässt. Die Umfangsdichtung kann
ebenso wie die Dichtung an der Oberseite des Tragrahmens als Schlauch,
Balg oder Membran ausgebildet und an eine Druckquelle angeschlossen
sein. Bei Arbeitsbewegungen des Füllteleskops in horizontaler oder
vertikaler Richtung sind die Dichtungen druckentlastet, so dass
die abzudichtenden Teile gegeneinander frei beweglich sind. Hat
das Füllteleskop seine Endposition für den Befüllvorgang
erreicht, werden die Dichtungen mit Druckluft oder einem anderen
Druckmedium beaufschlagt. Durch die Druckbeaufschlagung wölben
sich die Dichtungen nach außen und pressen sich gegen die
zugeordneten Flächen der abzudichtenden Teile. Auf diese
Weise ist eine optimale Dichtheit während des Befüllvorgangs sichergestellt.
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Für
die horizontalen Stellbewegungen des Tragrahmens und des Fahrrahmens
werden vorzugsweise hydraulische Stelleinrichtungen verwendet. Gemäß einer
bevorzugten Ausführung der Erfindung sind an den Tragrahmen
und den Fahrrahmen hydraulische Stelleinrichtungen angeschlossen,
die mit Weg-Messeinrichtungen ausgestattet sind.
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Die
hydraulischen Stelleinrichtungen sind an eine Maschinensteuerung
des Kohlefüllwagens anschließbar, in der Positionsangaben
für die Lage der Füllöffnungen in der
Ofendecke des Koksofens hinterlegt sind. Die Abweichungen der Fülllochrahmen in
X- und Y-Richtung von der Ideallage werden an jedem Fülllochrahmen
messtechnisch erfasst und in der Maschinensteuerung des Kohlefüllwagens
hinterlegt. Infolge der Zuordnung dieser Abweichungen zu jedem Fülllochrahmen
und jeder Ofenkammer, kann das Füllteleskop mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
schon während der Fahrt des Kohlefüllwagens oder
alternativ nach der Positionierung des Kohlefüllwagens
auf der zu befüllenden Ofenkammer individuell so verstellt
werden, dass das Füllteleskop mittig zum Fülllochrahmen
ausgerichtet ist und durch eine reine Vertikalbewegung in den Fülllochrahmen abgesenkt
werden kann. Durch die reine Vertikalbewegung entfallen seitliche
Bewegungen und Schrägstellungen von Teleskopbauteilen des
Füllteleskops. Es wird somit sichergestellt, dass alle
Bauelemente des Füllteleskops optimal funktionieren und
keinerlei Emissionen während des Befüllvorgangs
außen in die Umwelt gelangen.
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Eine
weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sieht vor, dass die hydraulischen Stelleinrichtungen mit einer optischen
Messeinrichtung zusammenwirken, welche an dem Kohlefüllwagen
angeordnet ist und die tatsächliche Lage der Füllöffnungen
erfasst. Die Messdaten werden direkt an die Steuerung der Hydraulikzylinder
weitergeleitet, welche dann das Füllteleskop horizontal
in eine der Lage des Fülllochrahmens zugeordnete Position bewegen.
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Eine
Vorrichtung zum Befüllen von Ofenkammern des Koksofens
weist vielfach zusätzlich eine Deckelabhebevorrichtung
zur Manipulation eines das Füllloch verschließenden
Deckels sowie eine Vorrichtung zur Reinigung der Fülllochrahmen
auf. Die Deckelabhebevorrichtung und eine Vorrichtung zur Reinigung
des Fülllochrahmens können in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung integriert werden. In weiterer Ausgestaltung lehrt die
Erfindung, dass innerhalb des Tragrahmens mindestens ein Laufwagen angeordnet
ist, der entlang den Profilen des Tragrahmens verfahrbar ist und
als Träger für eine Deckelabhebevorrichtung oder
eine Vorrichtung zur Reinigung der Fülllochrahmen genutzt
wird. Die an dem Laufwagen angeordnete Vorrichtung weist einen vertikal
verstellbaren Tragarm auf, der durch eine Stellbewegung des Laufwagens
in einen Freiraum zwischen dem angehobenen Teleskopunterteil des
Füllteleskopes und dem Fülllochrahmen bewegbar
ist und mit einer Einrichtung zum Erfassen eines das Füllloch
verschließenden Deckels oder zum Reinigen des Fülllochrahmens
ausgestattet ist. Für die horizontalen Stellbewegungen
des Laufwagens wird zweckmäßig ebenfalls eine
hydraulische Stelleinrichtung verwendet, die auf den Laufwagen wirkt.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch
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1 eine
Vorrichtung zum Befüllen von Ofenkammern eines Koksofens,
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2 andere
Funktionsstellungen der in 1 dargestellten
Vorrichtung,
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3 eine
Seitenansicht der in 1 dargestellten Vorrichtung,
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4 eine
Vorrichtung zum Befüllen von Ofenkammern eines Koksofens
mit einer integrierten Deckelabhebevorrichtung.
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Zum
grundsätzlichen Aufbau der in den 1 bis 3 dargestellten
Vorrichtung gehören eine an der Unterseite eines nicht
dargestellten Kohlefüllwagens angeordnete Horizontalförderschnecke 1,
ein Füllteleskop 2, welches unterhalb eines Auslasses 3 der
Horizontalförderschnecke angeordnet ist und einen Einlauftrichter 4 sowie
ein auf Füllöffnungen 5 in der Ofendecke
des Koksofens vertikal absenkbares Teleskopunterteil 6 aufweist,
sowie eine Hubeinrichtung 7 zur Vertikalverstellung des
Teleskopunterteils 6. Das Füllteleskop 2 ist
zur Anpassung an die jeweilige Position der Füllöffnungen 5 relativ zum
Kohlefüllwagen horizontal in zwei zueinander orthogonalen
Achsen X, Y verstellbar.
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Der
Einlauftrichter 4 des Füllteleskops 2 sowie
die mit dem Teleskopunterteil 6 verbundene Hubeinrichtung 7 sind
an einem Tragrahmen 8 befestigt, der entlang einer ersten
Achse X linear verstellbar innerhalb eines Fahrrahmens 9 angeordnet
ist. Der Fahrrahmen 9 ist auf Schienen 10, die
an der Unterseite des Kohlefüllwagens befestigt sind, entlang
einer zweiten Achse Y horizontal verfahrbar angeordnet. An der Oberseite
des Tragrahmens 8 ist ferner eine Dichtung 11 angeordnet,
die den Einlauftrichter 4 des Füllteleskops umgibt,
mit einer horizontalen Flanschfläche 12 am Umfang
des Auslasses 3 der Horizontalförderschnecke 1 zusammenwirkt
und horizontale Verstellbewegungen des Einlauftrichters 4 relativ
zum Auslass 3 der Horizontalförderschnecke 1 in
zwei Achsen X, Y zulässt. In dem in den 1 bis 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Schienen 10 zur
Führung des Fahrrahmens 9 in Bewegungsrichtung
Y des Kohlefüllwagens. Der Tragrahmen 8 ist quer
dazu in Richtung X der Ofenkammerachsen verfahrbar an dem Fahrrahmen 9 geführt.
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Aus
den Darstellungen in den 1 bis 3 ist ersichtlich,
dass der Fahrrahmen 9 und der Tragrahmen 8 in
einer Ebene angeordnet sind. Beide Rahmen sind aus U-Profilen 13, 14 aufgebaut.
An dem Tragrahmen 8 sind Rollen 15 gelagert, die
in den U-Schienen 14 des Fahrrahmens 9 laufen.
Die Schienen 10 für den Fahrrahmen 9 bestehen
ebenfalls aus U-Profilen, die mit Trägern 16 an
dem nicht dargestellten Kohlefüllwagen abgehängt
und seitlich offen sind. An dem Fahrrahmen 9 sind Rollen 17 gelagert, die
in den seitlich offenen Schienen 10 laufen. Der Fahrrahmen 9 und
der innerhalb des Fahrrahmens angeordnete Tragrahmen 8 bilden
ein Fahrwerk, das horizontale Verstellbewegungen des Füllteleskops
in X- und Y-Richtung zulässt.
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Die
Hubeinrichtung 7 für das Füllteleskop 2 weist
einen an einem Vertikalträger 18 geführten Hubrahmen 19 auf.
Der Hubrahmen 19 ist mittels einer hydraulischen Stelleinrichtung 20 entlang
des Vertikalträgers 18 verfahrbar und durch Pendelelemente 21 mit
dem Teleskopunterteil 6 verbunden. Die vertikale Verstellbewegung
ist in 2 schematisch dargestellt. Ferner ist in 2 der
Tragrahmen 8 um einen Stellweg X0 gegenüber
einer Mittellage in X-Richtung verschoben worden. Die Stellwege
X0, Y0 in beiden
Achsrichtungen betragen beispielsweise ±100 bis ±150
mm. Der Vertikalträger 18 der Hubeinrichtung 7 ist
mit seitlichem Versatz zur Horizontalförderschnecke 1 an
dem Tragrahmen 8 befestigt.
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Die
an der Oberseite des Tragrahmens 8 angeordnete Dichtung 11 ist
als Membran, balg- oder schlauchförmige Dichtung ausgebildet.
Sie ist in einem Ringraum 22 angeordnet und mit Druckluft
aufweitbar. Die Dichtung 11 ist dadurch betriebsmäßig verstellbar,
so dass sie während einer Horizontalverstellung des Füllteleskops 2 mit
der den Auslass der Horizontalförderschnecke umgebenden
Flanschfläche 12 keinen Berührungskontakt
hat und während einer Kohlebefüllung an der Flanschfläche 12 dichtend
anliegt und den Spalt zwischen dem Flansch und der Oberseite des
Tragrahmens 8 abdichtet.
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Der
Einlauftrichter 4 des Füllteleskops 2 weist
einen zylindrischen Abschnitt auf, der von einem Zylinderabschnitt
des Teleskopunterteils umgeben ist. Am Umfang zwischen dem zylindrischen
Abschnitt des Einlauftrichters 4 und dem Zylinderabschnitt
des Teleskopunterteils 6 ist eine Umfangsdichtung 23 angeordnet,
die ebenfalls betriebsmäßig veränderbar
ist und eine im Wesentlichen berührungsfreie Verstellbewegung
des Teleskopunterteils 6 zulässt.
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An
den Tragrahmen 8 und den Fahrrahmen 9 sind hydraulische
Stelleinrichtungen 24 angeschlossen, die mit Weg-Messeinrichtungen
ausgestattet sind. Die hydraulischen Stelleinrichtungen 24 sind
an eine Maschinensteuerung des Kohlefüllwagens anschließbar,
in der Positionsangaben für die Lage der Füllöffnungen 5 in
der Ofendecke des Kohleofens hinterlegt sind. Alternativ können
die hydraulischen Stelleinrichtungen 24 mit einer optischen Messeinrichtung
zusammenwirken, welche an dem Kohlefüllwagen angeordnet
ist und die Lage der Füllöffnungen 5 erfasst.
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Die
beschriebene Vorrichtung ermöglicht eine sehr präzise
Ausrichtung des Füllteleskops 2 an den Füllöffnungen 5 in
der Ofendecke eines Koksofens und ist in der Lage, betrieblich bedingte
Lageabweichungen der Füllöffnungen von einer vorgegebenen
Grundposition in X- und Y-Richtung zu kompensieren. Bei älteren
Kokereien können die Lageabweichungen oftmals in der Größenordnung
von ±100 bis 150 mm in beiden Achsen X, Y betragen. Die
horizontalen Lageabweichungen X, Y der Fülllochrahmen 25 werden
in Längs- und Querrichtung gemessen und für jeden
Fülllochrahmen in einer Maschinensteuerung auf dem Kohlefüllwagen
gespeichert sowie nach Bedarf aktualisiert. Der Kohlefüllwagen wird
auf der Ofendecke des Koksofens verfahren und ohne Berücksichtigung
der Lageabweichungen der Füllöffnungen 5 zur
Befüllung einer Ofenkammer an einer vorgegebenen Stelle,
die der Füllöffnung zugeordnet ist, positioniert.
Die Positionierung kann beispielsweise unter Zuhilfenahme eines
automatischen Positionierungssystems mit hoher Positioniergenauigkeit
vorgenommen werden. Anschließend erfolgt die Anpassung
des Füllteleskops 2 an die tatsächliche
Lage des Fülllochrahmens 25. Dazu werden der Fahrrahmen 9 und
der Tragrahmen 8 nach Maßgabe der gespeicherten
X/Y-Werte für die Lageabweichung des Fülllochrahmens 25 in
eine der tatsächlichen Lage des Fülllochrahmens
zugeordnete Position gebracht. Das Teleskopunterteil 6 des
Füllteleskops 2 wird danach vertikal in den Fülllochrahmen 25 abgesenkt.
Nach erfolgter Absenkung des Teleskopunterteils 6 werden
die Dichtungen 11, 23 an der Oberseite des Tragrahmens
sowie umfangsseitig zwischen dem Teleskopunterteil 6 und
dem Einlauftrichter 4 des Füllteleskops 2 durch
Beaufschlagung mit Druckluft aktiviert. Durch die Druckbeaufschlagung
weiten oder wölben sich die Dichtungen 11, 23 und
pressen sich an die jeweiligen Kontaktflächen an. Nach
erfolgter Befüllung werden die Dichtungen 11, 23 vor
dem Anheben des Teleskopunterteils 6 wieder deaktiviert
und wird das Teleskopunterteil 6 anschließend
hochgefahren. Danach können der Fahrrahmen 9 und
der Tragrahmen 8, z. B. während einer Rückfahrt
des Kohlefüllwagens zum Kohleturm, wieder in eine Ausgangslage
zurückbewegt werden.
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Bei
dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
in der beschriebenen Vorrichtung zusätzlich eine Deckelabhebevorrichtung 26 integriert.
Die Deckelabhebevorrichtung 26 ist an einem Laufwagen 27 befestigt,
der innerhalb des Tragrahmens 8 angeordnet ist und entlang
den Profilen 13 des Tragrahmens 8 verfahrbar ist.
Die Deckelabhebevorrichtung 26 weist einen vertikal verstellbaren
Tragarm 28 auf, der durch eine Stellbewegung des Laufwagens 27 in einen
Freiraum zwischen dem angehobenen Teleskopunterteil 6 des
Füllteleskops 2 und dem Fülllochrahmen 25 bewegbar
ist und mit einer Einrichtung 29 zum Erfassen eines das
Füllloch verschließenden Deckels ausgestattet
ist. Zur Verstellung des Laufwagens 27 ist eine hydraulische
Stelleinrichtung 30 angeordnet, die an dem Tragrahmen 8 abgestützt ist
und auf den Laufwagen 27 wirkt.
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Im
Rahmen der Erfindung liegt es auch, dass an dem Laufwagen 27 oder
einem weiteren Laufwagen, der ebenfalls innerhalb des Tragrahmens 8 angeordnet
ist und entlang den Profilen des Tragrahmens verfahrbar ist, eine
Vorrichtung zur Reinigung der Fülllochrahmen befestigt
ist.
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Nachdem
das Füllteleskop 2 durch Fahrbewegungen des Fahrrahmens 9 und
des Tragrahmens 8 an die Lage des Fülllochrahmens 25 angepasst
ist, wird vor dem Absenken des Teleskopunterteils 6 zunächst
die Deckelabhebevorrichtung 26 durch eine Stellbewegung
des Laufwagens 27 in Position gebracht. Der Laufwagen 27 führt
einen vorgegebenen konstanten Stellweg aus, wobei die Einrichtung
zum Erfassen eines das Füllloch verschließenden
Deckels mittig über dem Deckel platziert wird. Der Deckel
wird aus dem Füllloch ausgedreht. Durch eine vertikale
Stellbewegung des Tragarms 28 kann der Deckel angehoben
und durch eine Rückfahrt des Laufwagens 27 aus
dem Bereich des Füllteleskops 2 entfernt werden.
Anschließend wird das Teleskopunterteil 6 in den
Fülllochrahmen 25 abgesenkt und die Koksofenkammer
befüllt. Nach Beendigung des Befüllvorganges und
nach Anheben des Teleskopunterteils 6 aus dem Fülllochrahmen 25 wird
der Deckel mit Hilfe der Deckelabhebvorrichtung 26 wieder
in den Fülllochrahmen 25 eingesetzt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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